Einzelbild herunterladen

Wirtschaft.

Die hessischen Kreditgenossen­schaften im Jahre 1926.

Die hessischen Kreditgenossenschaften, die ver­schiedenen Revisionsverbänden des Deutschen Ge­nossenschaftsverbandes in Berlin als Mitglieder angehören, sind darüber hinaus in einer A r - beitsgeineinschaft der hessischen Kreditgenossenschaften zusammenge­

schlossen, um so in wirksamer Weise ihre Stärke und Bedeutung innerhalb Hessens zur Geltung zu bringen.

Eine Bilanz Per 31. August, zu der von 30 Genossenschaften 23 berichtet haben, zeigt, daß sie einen beachtenswerten Faktor darstellen. Die Bilanzsumme ist von 29,2 Mill. Mark zu Ende 1925 auf 37 Mill, gestiegen: sie überschreitet damit 50 Proz. der Ziffer für 1913. Die Goldmark­eröffnungsbilanz in 1924 verzeichnet bei aller­dings nur 25 Genossenschaften eine Bilanzsumme von 5 Mill. Mark. Die Bildung des eigenen Vermögens hat weitere Fortschritte gemacht: es beträgt nunmehr 5,8 gegen 4,7 Mill. Die Summe der Gläubiger erhöhte sich von 21,4 auf 23,1 Millionen, wovon auf Spareinlagen und Depo­siten 13.8, auf Einlagen im Scheck- und Konto­korrent-Geschäft 12,7 und Danken 1,6 Mill, ent­fallen. Hinzu kommen noch Akzeptverbindlich-' keiten in Höhe von 1,6 Mill. Es fanden von diesen fremden Kapitalien 24,7 Mill. Anlage in Krediten an Mitglieder in laufender Rechnung, während für 5,3 Mill. Wechsel an gekauft wur­den. Dem eigenen Vermögen von 5,8 Mill, stehen Kasse- mit) Bankguthaben mit 2,7, Wertpapiere 0,5, Grundbesitz und Mobilen 1,2, sowie an Vor­schüssen und Darlehen 1,2 Mill, gegenüber. Die liquiden Mittel (emschl. Wechsel und Wert­papiere) betrugen 24 Prvz. der gesamten Be­triebsmittel, 28 Proz. der fremden Gelder und 50 Proz. der täglich fälligen Verbindlichkeiten.

Es verhalten sich die eigenen Mittel zum Gesamtkapital und den fremden Geldern wie 1:6,5:5,4 gegenüber 1:5,9:49 zu Ende 1925. Die Reubildung des Eigenkapitals bleibt also um 1015 Proz. hinter der Z'-nahme von Gesamt - und fremdem Kapital zurück.

Interessanten Aufschluß gibt noch d'e Um­rechnung der Zahlen der Gesamtbilanz auf die einzelne Genossenschaft: sie zeigt, daß die hessi-» schen Kreditgenossenschaften mit einer durch­schnittlichen Bilanzsumme von 1,3 Mill, recht gut neben Genossenschaften anderer deutscher Länder bestehen können.

D i e Insolvenzen der dritten Oktoberwoche. In der dritten Oktober­woche hat sich die Zahl der Konkurse von 125 auf 113 und die der Geschäf saufsichten von 34 aus 28 verringert. Rach den älnternehmungs- formen ver'eilt, wurden Konkurse neu eröffnet über 2 A.-G. (4), 12 G. m. b. H. (19), 2 eingetra­gene Genossenschaften (2), 7 offene Handelsgesell­schaften (9). Bon den neu verhängten Ge- schäftsaufsichten entfielen 1 auf A.-G. (2), 1 auf G. m. b. H. (), 1 auf Komm.-Ges. (1) und 3 auf offene Handelsgesellschaften (3).

* Vereinigte Stahlwerke A.-G., Düs­seldorf. lieber die gestrige Aufsichtsratssitzung verbreitet die Gesellschaft folgende Mitteilung:In der am heutigen Tage in Essen abgehaltenen Auf­sichtsratssitzung der Vereinigten Stahlwerke wurde nach Erledigung einiger laufender Angelegenheiten über den Stand der mitteldeutschen Zusammen- schlußbestrebungen berichtet und die Einbringung des den Vereinigten Stahlwerken gehörigen Stahl- und Walzwerkes oorm. Weber in Brandenburg in den mitteldeutschen Konzern genehmigt. Ferner nahm der Aufsichtsrat zustimmend Kenntnis von den Zusammenschlußbestrebungen auf dem Gebiete der Edelstahlindustrie und von der in Aussicht genom­menen Beteiligung der Vereinigten Stahlwerke durch Einbringung ihrer Edelstahlbetriebe (etwa 50 Prozent). Die mit der Gründung der Vereinigten Stahlwerke beabsichtige Rationalisierung ist in weit­gehendem Maße durchgeführt. Sie verspricht, die in sie gesetzten Erwartungen zu erfüllen. Die Geschäfts- wge auf dem Gebiete des Kohlenbergbaues hat sich fmter den Einwirkungen des englischen Streikes ge­bessert. Für die nächsten Monate ist auf guten Ge­schäftsgang zu rechnen, wobei allerdings die Preise nach wie vor zu wünschen übrig lassen. Auch bei den Eisen- und Stahlbetrieben ist der Beschäftigungs­grad besser geworden, unter der Einwirkung des Ausfalles eines Teiles der englischen Produktion. Die in den letzten Wochen zum Abschluß gelangten internationalen Vereinbarungen lassen ihre Endwir­kung heute noch nicht in ganzer Tragweite über­setzen." Zu diesem Kommuniqus erfährt der D. H. D. noch, daß über Abschlußarbeiten bisher noch kein Bericht erstattet worden ist. Die Abschlußarbeiten werden sich noch etwa drei Monate hinziehen, lieber die Möglichkeit einer Dividende (3 Proz.) für das erste Geschäftsjahr (ein halbes Jahr) glaubt man in unterrichteten Kreisen feststellen zu müssen, daß die Ausschüttung einer Dividende eine Prestigefrage sein wird, die von den Beteiligten bisher noch nicht berührt worden ist. Man kann dabei ebenso gut mit der Möglichkeit einer solchen Ausschüttung rechien, wie auch auf der anderen Seite nicht in Abrede ge­stellt werden darf, daß die Vereinigten Stahlwerke die Ausschüttung einer solchen Dividende im ersten Geschäftsjahre deswegen nicht nötig haben, weil dieser Zeitraum eine Zeit des Aufbaues war. Zu- fammenfafsend glaubt man jedoch feststellen zu müssen, daß die Frage, ob eine Dividende verteilt wird, eher mit Ja als mit Nein zu beantworten ist. Infolge des großen Ansteigens der Beschäftigung beim Härder Verein sind bereits vor einigen Mo­naten alle Betriebsstätten in ihrer vollen Produk- tionkapazität ausgenutzt. Da die Aufträge sich in der letzten Zeit noch gesteigert haben, sollen Neu- a n l a g e n in Angriff genommen werden, die zuerst eine neue Koksofenbatterie und eine neue Kohlen­mischanlage umfassen werden. Auch sollen bisher stilliegende veraltete Hochöfen neu ausgebaut wer­den. Wieweit diese Pläne bisher in die Tat um« gesetzt worden sind, war bei der Verwaltung der Gesellschaft nicht zu erfahren.

* Die Ein- unö Ausfuhr Frank­reichs aus bzw. nach Deutschland. Die Einfuhr Frankreichs aus Deutschland in den ersten neun Monaten des laufenden Iahres beträgt 3 419 650 000 (1925 1 589 447 003 Franken), also 1 830 203 000 Franken mehr als im Vorjahre. Die Ausfuhr nach Deutschland beläuft sich auf 2 732 836 000 (1925 2 749 507 C00 Franken), also gegenüber dem Vorjahre um 16 671 003 Franken toeniger. Die Länder, nach denen Frankreich in diesem Iahre am meisten exportiert hat, sind England, die belgisch-luxemburgische Wirtschafts- Union, Deutschland, die Schweiz, die Vereinigten Staaten, Italien und Algerien.

23 ort entarte.

Frankfurt a.M.

Berlin

i.utjr. fiure , Nur,

Schnitz. lAnfang Kur« | Qurc.

Datum:

26. 10- 27. ia

26. 10. | 27. 10

5% Deutsche Reichsanleth« 4% Deutsche RcichSanleihe 37»% Deutsche Reichsanleibe 3°/-, Deutsche Reichsanleihe Deutsche Svarprämicnanleihe 4% Preußische KontolL . . . 4% Hessen . . ....

3V»% Heuen..........

3% Heuen

Deutsche Wertb. Dollar-Ant. dto- Doll -Schav-Autreikng.') 4% -jolltürken S% Goldmerikaner ... .

Berliner Handelsgesellschaft Lommerz- and Privat-Bank Tarmst. und Nalionalbcmk . Deutsche Bank Deutsche BereinSbank .... Tisconio «Lommaodit Metallbant .... Mitteldeutsche Credttbank. . Oesteneichisäe Kreditanstalt Wellbank ......

Bochumer <3n6

Buderus ........

Laro . Deuklch-Luremburg ..... Gelsenkirchener Bergwerke. Harveucr Bergbau ... Nalitverle Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln. . . » . Laurabükte . ...... Oberdedarf .

Phönix Bergbau .... Rheinitahl . ......

Riebeck Montau..... .

Tellus Bergbau Bereinigte Stahlwerke A.-G. Hamvurg-Amenka Pakei. .

Norddeutscher Llovd . . ,, Lheramische Werke Albw . . Zementwerk Heidelberg . . Pbilivv HoUmann .... Anglo-Cont.-Guano . . . . Chemische Mäher Alapin . .

9- G- ssarbenindustrie, A.-G- Goldschmidt Holzverkohlung Rütgcrswcrle Scheldcanstalt Allg Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann Mainkrastwerke ...... Schlicken . Siemens L HakSkr ..... Ädlciwerle Kiener ..... Daimler Motoren. ..... Hehligcnstaedk . ^eauin ........

Motorenwerke Mannheim

Frankfurter Armaturen Koiiicroensabrtk Braun . Metallaciell chafi Frankfurt Pct. Union A.-K Schutuabrik Herz ......

Sichel . . ^ellstoü Waldhot . . . . Zuckerfabrik Frankenthal . . -Zuckerfabrik Waghäusel . . .

0.709

0.720

0.7002

0,725

-*

0.69

0.69

0,65

0.67

6,69

0.80

-

') 6605

0.84

0,4t

0,415

0,66

0.63

0.6925

0,61

-

95

99,75

17,62

17,9

17,5

45

47.9

-

230

230

230.5

165

169

165

167.9

244.75

43

243

242.5-

181

181.5*

181

181*

103

169 75

170

169

170

157.5

157

157.5

145

146,5

147,12

8,3

8.3

8.25

-

-

-

175.5

176

175,25

175,25

108.5

109

109

110,5

_

174

174.5

174.25

174

175.5

174

175.5

174.5

182 5

1'3.5

183.4

183.2'

158

158

157 25

156*

171

170.5

170

170,25

83

84

83

83

89.75

90,75

91

95,25

136

137

135.25

137.2*

170,5

169,5

171.13

169.5

163 75

164

163,75

164.75

98

150,75

151,75

151,25

151

185

183.5

185.13

183.75

172

171.5

171

169.5

-

130

128,5

-

140.11

140,75

-

100

99,25

--

725.25

325*

125.75

23,5

140

139,75

L9.25

50,15

132,75

129,5

131,25

130,25

175 25

167.9

165,75

166

165.5

163

162

161

109 4

145

143.5

144

142

206,62

204

205.5

2U6

106

104

106

104,5

96

95,75

97.75

96.5

27.25

61.5

60

38

17.5

_

45

169

168

103,75

105

60.25

62.5

3 75

197.5

198

197.5

196,5

92.75

94,5

113

113.75

114.62

-

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

Telegraphische Auszahlung.

Banknoten.

26 Oktbr.

27 Oktbr.

Ärmliche Noti rang

Amtliche Notierung

<Aeld

Stier

Geld

Brief

Aunt.-Rou

168.06

168.48

167,97

168,39

Buen.-Aires

1,709

1,713

L708

1.712

Brss.-Antw

11,70

104.97

U.74

11.48

11,62

Chrisiiania

105.23

104,97

105,23

Kov-nhag-n

111,72

112,00

111.73

111,93

Stockholm

112.21

112.49

112,21

112,49

üeinngford

10,562

10.602

10,56

10,60

Italien .

19,16

19.20

18,45

18,49

London.

-0,367

-'0.417

41,379

2O,42i

Neuuork -

1,202

1.212

4,202

4,212

Poris - - .

13,07

13,12

12,83

12,87

Schweiz . .

-0.99

51.19

81,06

M,26

Spanien

63,72

63,88

63.42

63,58

Javan . . .

2.054

2,658

2.054

2,058

-Hio de Fan

-.571

0.573

0.581

0.683

Wien in D.« Ceft. aboeft

59,30

59,44

59,30

69,44

Prag . .

Belgrad .

12,44

12,48

7.437

12.442

12,482

7,415

7.415

7,425

Budapest

>,88

5,90

1.87

6,89

Bulcarien

.035

3,045

3,035

3,045

Lissabon

21 575

21.025

:1.525

.1,575

Dann« - -

81.50

81.70

81.50

81,70

Konst nttn

2,105

.115

2,105

2,115

?(tbrn

5,24

5,26

5,24

6,26

Canada. . .

4,204

4,214

4.204

4.214

Uruguav .

4.175

4.185

4.175

4,185

Berlin, 26 Oktbr

Geld

Brie'

Amerikanische Note» .....

4,185

4,205

Belgische Noten .......

11,65

11,71

Dänische Noten .......

111,42

111,98

Englische Noten........

20,34

20,44

Framönsche Noten ......

13.14

13,20

Holländische Noten .....

167,68

168,52

ftt.ilienische Noten ......

19,13

19,23

NorweMche Noten - ...

104.74

105,26

Deuisch^Oesterr-, 5 ioo Kronen

59.08

59.38

Rumänische Noten......

2,315

2.355

Schwedische Noten......

111,89

112.45

Schweiler Noten ... ...

80,>-5

Spanische Norcn ......

63,64

Tschechoslowakische Noten ..

12,41

12,47

Ungarische Noten . . ...

5.84

5.88

rankfurter Börse.

Frankfurt 27. Okt. Tendenz: Anleihen fest und lebhaft, Aki' :n vernachlässigt. Die heutige Börse stand völlig im Zeichen eines bedeutenden Auflebens des Anleihe­geschäftes, Las neuen Antrieb durch die toie» auftauchenden Erwartungen einer günstigen Auf­wertung erhielt, wofür aber positive Meldungen heute ebensowenig voriiegen, wie dies früher der Fall war. Das energische Vorgehen des neugegründeten Gläubiger-Schutzver­band e s, der immer mehr Anhänger findet, mag Wohl zu diesen Hoffnungen beigetragen ha­ben. Das Anleihegeschäft stand unter Führung von Kriegsanleihe und Schutzgebiet­anleihe, die auf 0,735 bzw. 13.20 anzogen, und nahm recht lebhafte Formen an. Die Anleihen der Länder konnten durch die Hausse­bewegung ebenfalls anziehen. D'.e Aktien­märkte blieben dagegen vernachlässigt. Der bevorstehende Ultimo trat hier auch toie&er in Erscheinung. Das Angebot war jedoch gering und die Aufnahmewilllgkrit gut, so daß sich die Kursrückgänge in engen Gren­zen hielten. Die Mehrzahl der Montan­aktien gab etwa 0,5 Prozent nach, stärker gedrückt waren nur Kali-Aschersleben minus 1 Prozent, Gelsenkirchen minus 1,5 Prozent, Stahlverein minus 1 Prozent und Rheinstahl minus 2,5 Prozent. Buderus und Drutsch-Lux blieben unverändert. Höher wurden Mannes­mann und Bochumer je plus 0,5 Prozent und Laurahutte plus 0,13 Prozent. Am Chemie­markte büßten I. G. Farben 2 Prozent ein und stellten sich auf 325 Proz., Scheideanstalt minus 1 Prozent. Elekt roaktien schwäch­ten sich um zirka 1 Prozent ab. Stärker rück­gängig waren AEG minus 1,75 Proz., Lah-- meyer minus 2 Prozent und Siemens minus 3 Prozent. Am Danken markt erzielten Commerz eine bemerkenswerte Befestigung von 3 Proz. Reichsbank plus 0,25 Proz. Riedriger

wurden Dresdner minus 1 Prvz., Metallbank minus 1,25 Proz. Deutsche und Disconto leicht abgeschwacht. Darmstädter unverändert. Schiff- fahrtsaktien waren stärker gedrückt. Hapag minus 2, Rordd. Lloyd minus 1 Proz. Autv - aklien schwächer. Kleyer minus 1,5, Daimler minus 2 Proz. Eine Ausnahme bildeten RSU., die sich um 1,5 Proz. befestigten. Dauaktien erheblich abgeschwächt. Holzmann minus 1,25, Zement Heidelberg minus 1,5, Dyckerhvff minus 1,5, Wahß & Freytag unverändert. Zucker- aktien unsicher. Badischer plus 0,75, Heilbronn minus 0,5 Proz. Oelaktien gaben nach. Rütgerswerke minus 2,5 Proz.. Deutsche Erdöl minus 2 Proz. Im Freiverkehr hörte man: Growag 63 Proz., Frankfurter Handels­bank 82,5 Proz., Entreprise 10,5 Proz., Kabel Rheydt 170 Proz., Benz 94 Proz., Ufa 38,5 Proz. Ausländische Renten lagen ruhig bei unver­änderten Kursen. Im weiteren Verlaufe nahm die Abgabeneigung zu und die Kurs­rückgänge überwogen. Aktien schwächten sich um weitere 1 bis 2 Prozent ab. Am Geld­markt blieb Tagesgeld gesucht zu 5 Prozent, Monatsgeld 5,75 bis 7,5 Prozent. Privatdiskon­ten 4,75 Prozent, Industrieakzepte 5,25 Prozent. Im Devisenverkehr erfolgte heute erstmals die Votierung der neuen belgischen Währung, wobei sich eine Pfundparität von 34,95 für Brüssel (Delgawährung) ergab, d. h. 174,50 in der alten Parität. Paris lag schwächer mit 159,50 gegen London. Mailand 109,50 gegen das Pfund. Die Reichsmark schwächte sich gegen Kabel weiter ab auf 4,2087. Das englische Pfund lag unverändert mit 4,8480 gegen Kabel.

Berliner Börse.

Berlin, 27. Okt. Das Aktiengeschäft ließ sich heute außerordentlich ruhig an. Die seither noch lebhafte Beteiligung der Banken­kundschaft ist mit dem Herannahen des Altimos stark im Rückgänge begriffen. Damit entfällt auch für die Spekulation der Hauptanlaß zu ihren eigenen Käufen. Bei sehr stillem Verlehr gaben die Kurse infolge der Ultimo-Dispositionen an den Terminmärkten 1 bis 3 Prozent nach. Die variablen Werte wurden hiervon nur zum Teil beeinflußt und zeigten verschiedentlich Befesti­gungen, namentlich Textilwerte. Insgesamt war die Tendenz nicht einheitlich, und bei Beginn der Börse vorwiegend schwächer. Während die Aktienmärkte vernachlässigt blieben, traten Kriegsanleihe und Schuhgebiet­anleihe in den Vordergrund gerückt. Kriegs­anleihe 0,725 Pro ent, Schutzgebiet 13. Infolge der ausreichenden Versorgung des Geldmark- t e s mit kurzfristigen Mitteln zu den bisherigen Sätzen von 3 bis 5 Prozent herrschte in Börsen­kreisen die Ansicht vor, daß mit einer stärkeren Verflauung der Börse vor dem Ultimo kaum zu rechnen ist, zumal die positionstechnische Lage als durchaus gesund zu bezeichnen ist. Im De­visenverkehr lag Oslo weiter fest mit 19,40 gegen London. Der Dollar zog gegen die Reichs­mark weiter an auf 4,208.

berliner Provuktenbörse.

Berlin, 26. Okt. Die ruhige Tendenz der Vortage findet auch freute im Berliner Pro­duktenhandel für Brotgetreide ihre Fortsetzung. Die schwächeren Auslandsnotierungen, die am Vormittag noch einen verhältnismäßig kräftigen Einfluß ausübten, verpufften in der Mittags« börse, als das Angebot mehr zurückging, an» dererseits aber große Frage sich zeigte. Weizen wurde im Zeitgeschäft nur wenig schwächer, lediglich Dezember um eine Mark nachgiebig. Roggen hat behauptete Tendenz. Gerste ist un­verändert fest behauptet. Hafer haussierend, Kauf­lust für Export wie auch für Inlandsbedarf, der gar fein Angebot gegenüber st and, trieb um Lieferungshandel den Kurs um annähernd, fünf Mark nach oben. Sonstige Futterartikel behalten guten Abzug. Das Mehlgeschäft ist stiller. Es notierten: (1000 Kilogramm): Weizen, märki­scher, 274277: Roggen, märkischer, 224229; Sommergerste 220270; Wintergerste 192205; Hafer, märkischer, 181197; Mais, loco Ber­lin 198203; (ICO Kilogramm): Weizenmehl 33,75 bis 39,50; Roggenmehl 32,7534,75; Weizenkleie 11,2511,50; Roggenlleie 11,1011,25; Viktotia- erbsen 5868; kleine Speiseerbsen 4042; Futter­erbsen 2226; Peluschken 2223; 'Ackerbohnen 2123; Wicken 2523; Luchinen, blau 1314,50; Lupinen, gelb 1415; Rapskuchen 15,6015,80; Leinkuchen 20,5021; Trockenschnitzel 9,80 dis 10,20; Soyaschrot 19,8020; Kartoffelflocken 24,50 bis 25.

Frankfurt",' - irrrdrbörsc.

Frankfurt a. M., 27. Okt. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 30,50 Mark; Roggen, inlän­discher, 24,25 bis 24,50; Sommergerste für Brau­zwecke 25 bis 29; Hafer, inländischer, 20 bis 21; Mais (gelb) 20,25 bis 20,50; Weizenmehl, inlän­disches (Spezial 0), 42,75 bis 43,75; Roggenmehl 35,50 bis 36,75; Weizen- und Roggenkleie 10,75 bis 11 Mark.

Büchertisch.

Zeitschrift f ü r Musik." (Gegrün­det 1834 von Robert Schumann.) Verlag der Zeitschrift für Musik. Heft 10, Oktober 1926.

Das Heft steht im Zeichen der musica sacra. Dr. Karl Held gibt zur 700-Iahrfeier der Kreuzschule und des Kreuzchores zu Dresden eine Geschichte dieses für die Entwicklung des Chorgesanges hochbedeutenden Institutes. Domorganist Erwin Zillinger tritt für eine Veubelebung der Kirchen­musik ein.Die moderne Kirchenmusik aber muß unserer Generation in unserer Sprache und ge­mäß unseren seelischen Bedürfnissen unsere heutige Frömmigkeit erklären!" Ergänzt wird dieses Gebiet noch durch eine Aeußerung Arnold Mendelssohns über die Textfrage zu kirchlichen Kompositionen. Einen ausführlichen Bericht über die Freiburger Tagung für deutsche Orgelkunst bietet Max Drischner (Drieg), und Hans Henny Iahnn rollt Orgelprobleme der Gegenwart in ihren Einzelheiten auf; u. a. m. Als Beilage ein sechsstimmiger Chor von G. QL Homilius (dem bedeutendsten Kreuzkantor des 18. Jahrhunderts) und Bildnisse von führenden Kreuzchorleitern. Als Sondergabe zum 50. Geburtstag Walter Riemanns das KlavierstückElternhaus" aus dem soeben bei C. F. Peters erschienenen Klavier­zyklusHamburg".

Aus dcm Amtsverkündigungsblati.

Das Amtsverkündigungsblatt R r. 8 6 vom 26. Oktober enthält: Maul- und Klauenseuche in Steinheim, Lauter und Leih­gestern. Bildung einer öffentlichen Wasser­genossenschaft der Gemarkung Annerod. Ver­sammlung des Kreisobst- und Gartenbauvereins in Gießen. Fluglandeplah der Provinzial­hauptstadt Gießen. Dienstnachrichten^

Letzte Nachrichten. Das Thoiryprojekt.

Neue Verhandlungen mit Frankreich.

(Eigene Information desGießener Anzeigers".)

Berlin, 27. Okt. Die praktische Durchführung des Thoiryprojektes hat infolge der Schwierigkeit der Mobilisierung deutscher Reparationsobligatio­nen auf dem internationalen, besonders dem ameri­kanischen Geldmärkte eine gewisse Verzöge­rung erlitten. Man bemüht sich jetzt auch auf fran­zösischer Seite bei allem Festhalten an dem Grund­gedanken einer deutsch-französisck)en Annäherung, andere Wege zu finden. Diesem Zweck dienen nicht zuletzt die zur Zeit so häufigen U n t e r r e d u n - g en zwischen dem deutschen Botschafter in Paris, Herrn oon Hoesch und Brtand bzw. Ber­the l o t. Am Donnerstag wird voraussichtlich wie­der eine solche Besprechung zwischen Hoesch und Briand stattfinden. Rach unseren Informationen werden französischerseits neue Vorschläge zur Durchführung der finanziellen Hilfe Deutschlands an Frankreich gemacht werden. Die französische Gegen­leistung besteht bekanntlich dabei in der endgültigen Räumung des noch besetzten' Gebietes. Man denkt in den Kreisen der französischen Regierung an eine gemeinsame deutsch-französische A n - leihe, die auf dem europäischen Markt aufgelegt werden soll, also eine Frankensanierung unter Ausschaltung d e s amerikani­schen Kapitals. In Berliner maßgebenden Kreisen müssen solche Gedanken auf beträchtliche Bedenken stoßen, da ihre Durchführung leicht zu einer deutsch-amerikanischen Verstim - m u n g führen könnte. Die Vereinigten Staaten möchten nämlich gern das Frankenjanie- rungsprojekt mit dem Kriegsschul­denproblem verquicken und wollen deshalb die Mobilisierung deutscher Reichsbahnobligationen zugunsten des französischen Franken als Druck­mittel auf die französische Regierung benutzen. Die deutsche Regierung würde also zweifellos in einen gewissen Gegensatz zur amerikanischen Regie­rung kommen, wenn sie die französischen Pläne auf Auslegung einer europäischen Anleihe unterstützen und damit den amerikanischen Druck auf Frankreich, der die endliche Ratifizierung des Schuldenabkom­mens mit Frankreich zum Ziele hat, paralysieren würde. Wir glauben nicht, daß die Reichsregierung das Risiko eines deutsch-amerikanischen Gegensatzes zugunsten des französischen Franken auf sich neh­men wird. Andere französische Pläne beschäftigen ich mit der Forderung politischer Zuge- t ä n d n i s s e für die Zurückziehung der Be atzungstruppen. Es handelt sich dabei im wesent­lichen um die Frage der O st g r e n z e n. Von deut­scher Seite ist bereits mehrfach erklärt worden, daß eine Garantierung der deutschen Ostgrenzen ähnlich wie die der deutschen Westgrenzen durch den Ver­trag oon Locarno nicht in Frage käme. Man kann nur hoffen, daß die Rcichsregierung in dieser Frage f e ft bleibt und derartige Zugeständnisse auch wei­terhin ablehnen wird. Es scheint, als ob für Frank­reich gegenüber Polen, das natürlich an einem sol­chen Zugeständnis besonders interessiert fein würde, bestimmte Bindungen bestehen, die der polni­schen Regierung eine Einwirkung auf die franzö­sisch« Politik ermöglichen. Man sieht also, welche Schwierigkeiten die Durchführung des Thoirypro- gramms in der einen oder anderen Form macht. Man spricht sogar hier und da davon, daß der ganze Plan festgefahren sei. Das scheint uns jedoch zu weit zu gehen, wenn auch zu besonderem Opti­mismus fein Grund vorliegt.

DR.THOMPSON

5EIFENPULVER

? \ aut

2 kleine (festen im fiaus hattbueh. die Jhre Kas­se kaum empfindet u. doch verdanken Sie die­sen beiden unbedeuten den Ausgaben eine blendend weiße Wäsche