Mittwoch. 27. ©Hoher 1926
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für ©berheffen)
Ur. 2k 2 Drittes Blatt
Aus dem Reiche der Frau
iten sollen lv sein.
ert fürs Leben mit-
uns immer nur
diesem Licht an andere S
„Guten - Tag - Sagen
Höheren Mathematik, - es find lauter MNel. die wir ihm an die Hand geben, sich der tim- weit und ihren Erfordernissen anzupaüen. Dte Gemeinschaft stellt im wesentlichsten zwei Anfor- forderungen an den einzelnen: Leistung — und «in gewisses Matt von Rücksichtnahme. Ist es vor allein die Schule, die dem Kinde jenes Wissen und jene Fertigkeiten vermitteln soll, die zur Leistung notwendig sind, so ist es die Aufgabe des Elternhauses, dem Kinde jene Spielregeln der Gemeinschaft beizubringen, ohne die auch ein tüchtiger Mensch außerstande ist, seine Fähigkeiten und Kenntnisse in einer für ihn und seine Umgebung vorteil-
Tomalcnsladen.
4 Eier quirlt man mit 4 Eßlöffeln Spei sc - mehl, etwas Pfeffer, Salz und fügt dem glatten Deig das Marl von 4 großen, ganz reifen L.o- maten und 2 Eßlöffel saure Sahne zu. (Zn mittel- il gute
man sich wohl und ihre Anziehungskraft wurzelt oft einfach nur in ihrer beneidenswerten onia)c und Heiterkeit und Gesundheit. L. v. D
Für die Küche.
Kinder bei Tisch
Don Gina K a u s.
Aufräumen des Zimmers, wo man nicht so feine Einzelheiten unterscheiden muß. Wir erkennen also als erste Grundbedingung: Die Beleuchtung muh ausreichend stark sein. Je Heller die Beleuchtung, um so besser können wir arbeiten, um so angenehmer wird uns der Aufenthalt im Raum.
Was geschieht, wenn wir in eine brennende Glühlampe direkt hineinblicken? Wir werden geblendet: unwillkürlich kneifen wir die Augenlider zusammen oder beschatten die Augen mit- der Hand, genau so, wie wir es tun würden, wenn wir gegen die Sonne blicken müßten. Der starke Lichtreiz ist uns äußerst unangenehm, denn das Auge ist bon der Natur für diese grellen Lichteindrücke nicht bestimmt. Es wäre also durchaus falsch, in einem Zimmer einfach eine unverhüllte Glühlampe oder einen Gas-
Lichtes zu beeinflussen und unseren Wünschen anzupassen. Es war schon oben erwähnt worden, daß bei der Ausführung von Handarbeiten das Licht auf die Arbeitsfläche fallen soll und nicht aus das Gesicht des Arbeitenden. Die Glühlampe, die aus dem Reflektor weit hervorragt und in Augenhöhe hängt erzeugt Blendung. Rur ein verhältnismäßig kleiner Anteil des erzeugten Lichtes trifft die Arbeitsfläche. Bei Verwendung eines tiefen Schirmes aus Stoff oder Milchglas wird das Licht vorwiegend aus die Arbeitsfläche geworfen, das Gesicht befindet sich im Schatten und die Blendung ist beseitigt.
Bei der Beleuchtung am Spiegel liegt der Fall gerade umgekehrt. Hier muß das Gesicht gut beleuchtet sein, denn uns selbst wollen wir sehen, wenn wir in den Spiegel blicken. Die Beleuchtung des Spiegels hat gar keinen Zweck. Das Gesicht liegt im Dunkeln, während die Rückseite des in den Spiegel Blickenden beleuchtet wird. Bringt man dagegen über dem Spiegel oder rechts unö links an beiden Seiten je eins Lampe an, so erhalt man eine gute und gleichmäßige Beleuchtung des Gesichts. Die Lichtquelle muh natürlich mit einem lichtstreuenden Schirm umgeben werden, damit keine Blendung eintritt.
Die Augen der Kinder sind meist besonders empfindlich gegen starke Lichtreize, müssen also besonders sorgfältig vor Blendung geschäht werden. Hierin wird vor allem bei der Beleuchtung im Schlafzimmer noch viel gesündigt. Wird das Kind zu Bett gebracht, so ist es oft gezwungen, längere Zeit in die an der Decke hängende Lampe zu blicken. Ist der Lampenschirm nach unten offen, so ist der im Bett Liegende selbstverständlich geblendet, weil die normale Blickrichtung schräg nach oben geht, also direkt nach der Lichtquelle gerichtet ist. Wie unangenehm das ist, wird schon jeder Erwachsene erfahren haben: doppelt qualvoll und ungesund ist es für die Augen der Kinder. Hier läßt sich in der einfachsten Weise dadurch Abhilfe schaffen, daß man den Beleuchtungskörper nach unten durch einen hellen Mull'chleier abschlieht, durch den das Licht zerstreut wird.
Die gemeinsamen Mahlzc daß sie dem Kinde einen Wer. , geben: die Erinnerung an das fröhliche Beisammensein von Menschen, die einander lieb hatten und aufeinander Rücksicht nahmen. Wer weiß, was für ungeheure Bedeutung solche täglich wiederkehrenden Kindheitseindrücke für das ganze Leben eines Menschen haben, welchen Einfluß auf feinen Lebensmut, auf seine gesellschaftliche Anpaffunasfähigkeit — der wird um seiner Kinder willen cs zustande bringen, sich täglich eine halbe Stunde zu beherrschen und den gemeinsamen Miltagstisch zu einem freundlichen. angenehmen Aufenthalt zu machen.
Die Beleuchtung im haushalt.
Don Diplom-Ingenieur Hg. Frühling.
Im täglichen Leben kommt es uns meist gar nicht so recht zum Bewußtsein, wie sehr wir alle vom Licht beeinflußt werden. Rur durch das Licht wird uns erst das Sehen ermöglicht und die lichtspendende Kraft der Sonne ist es vor allem, die für uns mit dem Gefühl der Lebensfreude untrennbar verbunden ist. Mit wieviel mehr Lust und Liebe gehen wir an die Arbeit, wenn die Sonne scheintI Eine Helle freundliche Wohnung zu haben, ist wohl jedermanns Wunsch. Sie ist dte Grundbedingung für unsere Erholung und Behaglichkeit. Die Erkenntnis, wie wesentlich gute Beleuchtung für unser Wohlbefinden, für Gesundheit und Arbeitsfreudigkeit ist, beginnt in neuerer Zeit in breitere Kreise zu dringen. Die Beleuchtung im eigenen Heim ist wohl eines der wenigen technischen Gebiete, mit denen jedermann tagtäglich in Berührung kommt, und es verlohnt die Mühe, ihm einige Aufmerksamkeit zuzuwenden.
Was heißt denn „gute Beleuchtung" ? Da müssen wir uns zunächst einmal überlegen, wie das Sehen und Erkennen eigentlich vor sich geht. Wir unterscheiden die Gegenstände unserer tim- . gebung dadurch, daß sie uns verschieden hell erscheinen und daß sie verschiedene Farbe haben. Wenn auf dem weihen Tischtuch ein schwarzer Knopf liegt, so können wir ihn auch nca; bei schwacher Beleuchtung wahrnehmen (z. D. in der Dämmerung). Wenn uns dieser schwarze Knopf nun auf die Erde fällt, auf den dunkelroten Teppich, so weiß jeder aus Erfahrung, daß man jetzt mit der Lampe den Fußboden ableuchten muh um ihn wiederzufinden. Bei geringen tintcr- schieden der Helligkeit und der Farbe (schwarz — dunkelrot) ist also eine weit stärkere Beleuchtung nötig als bei starken Kontrasten (schwarz — weiß).' Jede Hausfrau weih, dah man bei Handarbeiten für dunkle Stoffe mehr Licht braucht als bei hellen. Auch auf die Art der Arbeit kommt es an: Für eine feine Stickerei wird man viel mehr Licht brauchen als zum
haften Weise zu verwenden.
Das Elternhaus ist eine Vorbereitung auf das spätere Geben; je ähnlicher die Verhältnisse dieser Dorbereitungszeit denen des wirklichen Lebens sind, desto leichter wird es später dem Kinde werden, sich zu behaupten.
Die Situation der Kinderstube selbst ist nun der des späteren Lebens ziemlich unähnlich, denn hier findet das Kind weit mehr Rücksicht, als von ihm verlangt wird. Aber es gibt einen Ort innerhalb der Familie, wo die Anpassungsfahig- keit des Kindes täglich frisch erprobt und geübt werden kann: das ist die gemeinsame Tafel.
Aus diesem Grunde messen moderne Pädagogen den gemeinsamen Mahlzeiten große Wichtigkeit zu und sind der Ansicht, daß ein Kind gar nicht früh genüg an ihnen teilnehmen kann. (Ralürlich nicht des Abends, weil das Kind viel früher zur Rächt essen soll, als die Erwachsenen.) Am Frühstücks- und Mittagstisch soll das Kind sobald wie möglich, sobald es nur den Löffel führen kann, teilnehmen — und das Kind soll möglichst bald imstande sein, allein den Löffel zu führen, denn nur über die Selbständigkeit fährt der Weg zur Anpassung, und mit der Anleitung zum Selbst-Essen fängt die Erziehung zur Selbstättdigkeit gerade an. Natürlich muß man dabei Geduld üben und darf nicht ärgerlich werden, wenn es dem Kinde vorerst recht häufig mißlingt, den Löffel, ohne zu verschütten, und mit der richtigen Seite, in den Mund zu befördern. Wenn man es entmutigt, wird es sehr lange brauchen, ehe es die ersten Schwierigkeilen überwindet. Deshalb muh man es immer wieder ermuntern: „Versuche es doch noch einmal, es wird schon gehen I"
Jeder Erziehungsberater weih, daß die verbreitetste Kindernervosität — oder tote andere es nennen: Ungezogenheit,, das Richt-Essen- Wollen ist. Hunderte Mütter wissen ein Lied davon zu fingen, wie das sonst durchaus gesunde und fröhliche Kinp fcheinbar überhaufK kein Bedürfnis nach Nahrung zeigt, gleich nach den ersten Löffeln unruhig und übellaunig wird, den Kopf toegtoenbet, den Teller fortschiebt und das Essen womöglich ausspuckt. Dann werden allerlei Mittel versucht Lieder vorgesungen, Geschichten erzählt, Belohnungen versprochen oder Strafen angedroht. Alle diese Mittel insgesamt sind pädagogisch ganz verfehlt. Denn der geheime Grund der Appetitlosigkeit ist der Wunsch des Kindes, recht viel Beachtung zu erfahren, eine recht große Rolle im Hause zu spielen.
Je mehr Aufhebens nun mit dem Heinen Nicht-Esser gemacht wird, desto beffer erreicht er feinen Zweck, desto weniger wird er geneigt sein, sein gelungenes Manöver auszugeben. Soll man ihn also tüchtig auszanken oder gar schlagen? Gewiß nicht. Denn sein geheimer Wunsch ist ihm ja gar nicht bewußt, er verspürt toirk- l i ch keinen Hunger, und so würde er mit Recht
tungsstärke, BlendungSsreiheit und Wirtschaftlichkeit. Die Wirkung und die Eigenart unserer Beleuchtung hängt nun in der Hauptsache von zwei Faktoren ab: Dom Raum und von den Beleuchtungsvorrichtungen (Beleuchtungskörpern).
Die Ausgestaltung des Raumes ist für die Wirkung und Verteilung des Lichts außerordentlich wichtig. Ein Zimmer mit dunkler Tapete verlangt eine wesentlich stärkere Beleuchtung, um ebenso hell zu wirken, wie ein Raum mit heller Wandfarbe. Wo es irgend geht, sollte man also hellen Wand-anstrich und helle Tapeten bevorzugen, ebenso helle Farbe der Zimmerdecken, damit Wände und Decke das Licht gut zurüüstrahlen können. Auch die Raumgröße ist für die Beleuchtung maßgebend: In einem kleineren Zimmer kommt man natürlich mit weniger Lampen aus als in einem großen.
Die Beleuchtungsvorrichtungen haben die Aufgal>e, das von der Lichtquelle erzeugte Licht so zu lenken und zu verteilen, wie es der Zweck unserer Beleuchtung gerade erfordert. Bei der natürlichen Beleuchtung durch Tageslicht ist die Beleuchtungsanlage von vornherein gegeben: Der Architekt, der unsere Wohnung baute, hat dafür gesorgt dah eine genügende Zahl und genügend große Fenster vorhanden sind, um unseren Wohnraum mit Licht zu versorgen, tinsere Aufgabe ist es, das durch das Fenster eintretende Licht zur besten Wirkung zu bringen. Vorhänge und Gardinen sollen möglichst hell und lichtdurchlässig fein. Man achte einmal darauf, wieviel Heller es im Zimmer wird, wenn man einen dunKen Fenstervorhang beiseite schiebtl Für den Lichteinlaß ist der obere Teil des Fensters am wirksamsten, besonders für die Seile des Zimmers, die weiter vom Fenster abliegen. Das Fenster muh also bis oben hin frei sein: halb herunter- gelassene defekte Jalousien oder Rolläden verschlechtern die Lichtwirkung im Zimmer ganz erheblich. Man sollte die oft nur geringe Mühe der Instandsetzung toirilich nicht scheuen. Gerade weil das Tageslicht nichts kostet, fotlten wir davon möglichst viel in unsere Wohnung hineinlassen.
Bei der künstlichen Beleuchtung haben wir es weit mehr in der Hand, die Richtung des
Heberall, too man nicht versteht Kinder^ zu erziehen, werden die meisten pädagogischen Fehler am Mittagstisch gemacht. Ueberall aber, too man Kinder richtig und zweckmäßig behandelt, bieten sich gerade am Mittagstisch die günstigsten Gelegenheiten zur Erziehung.
Der wesentlichste Zweck der Erziehung ist die Einschulung des Kindes in die Gemeinschaft. Was immer wir dem Kinde beibringen, Dom angesangen bis— zur
(2 Gebote zur Erhaltung der Schönheit.
1. Man darf sich pudern, wenn man eine fettreiche Haut hat, versäume aber nicht, sich vor dem Schlafengeben den Puder mit kaltem Wasser abzuwaschen. Er schadet der Haut nur, wenn er zu lange darauf haftet.
2. Das Haar soll alle drei Wochen gewaschen und jeden Abend gebürstet werden. Nie mit der Frisur schlafen. Der Kopf soll sich nachts erholen, das Haar gelöst werden des Abends. Kopfmassage fördert den Haarwuchs, erfrischt und stärkt die Kopfnerven, befreit von Kopf- chmerzen.
3. Jede Schmüike schadet dem Teint. Auf die Dauer gebrauchte Schönbeitsmittel ruinieren die Haut, machen früh alt und fördern die Runzeln.
4. Der Körper der Frau soll jeden Sag mit kaltem Wasser in Berührung kommen. Sei es durch kalte Duschen oder, wer sie nicht verträgt, durch Schwimmbäder, ober, wenn dazu keine Zeit bleibt, durch kalte Abwaschungen des Morgens. Ein waremes Bad täglich verweichlicht; falte Abwaschungen härten ab und erfrischen Haut und Nerven.
5. Heiße Bäder soll man abends nehmen. Sie dienen zur Massage der Haut und sind unentbehrlich zur Körperpflege; 37 bis 40 Grad Wärme ist meist das bekömmlichste Bad. Ein Zusatz von Fichtennadelextrakt stärkt die Nerven.
6. Vor dem Ankleiden fünf Minuten turnen! Rasche Hebungen machen, die den Körper anftrengen und gelenkig erhalten.
1. Das steife, hohe Korsett trägt man nicht mehr, sondern einen festen, schmalen Gürtel, der Leib und Hüften zusammenhält, Magen und Leber aber lose und beweglich läßt. Ohne Gürtel würde der Frauenkörver leicht aus der Form gehen und dem Leib Ole Stütze nicht bieten, die er schon aus gesundheitlichen Gründen braucht.
8. Jeden Sag mindesten-» ein bis zwei Stunden an die Luft gehen. Wer vermeiden will, stark zu werden, gehe nach dem Essen zehii Minuten mindestens auf und ab, ehe er sich zum Ruhen hinlegt.
9. Der Schlaf nach Sisch macht stark, aber ohne Schlaf und ohne Ruhepause wird eine Frau leicht nervös und bekommt Runzeln. Man wird also zwischen zwei tiebeln wählen. 21m besten erst etwas gehen, dann Ruhe halten. Der Sagesschlaf ersetzt nie die Nachtruhe, die früh beginnen — spätestens um zehn tihr — und acht Stunden dauern soll.
10. Jede Hungerkur macht rasch alt. Also Vorsicht! — Einen Apfel vor den Hauptmahlzeiten essen, nimmt den Appetit und erhält schlank, wenn man eine gewisse Diät beim Essen beobachtet, ohne sich zu kasteien. Letzteres büßt man immer an den Nerven ober dem Magen.
11. In» Bett lesen ist vielen ein Bedürf- nid. Wenn man sich dazu in den Kissen aufrecht setzt — nicht liegt —, schadet es den Augen nicht und verhilft vielen zum raschen Einschlafen.
12. Regelmäßig leben, früh auf stehen, mit Pausen arbeiten, sich eine Mittagsruhe gönnen, sich einen Sag vorhers einteilen, pünktliche Mahlzeiten, viel Schlaf.
Das Befolgen dieser einfachen Regeln erhält die Frau jugendlich, schlank, elastisch u. gesund, tind solche Frauen besitzen Werte, die ihr Leben harmonisch und glüdlid) macht,, denn die Glücklichen verbreiten eine angenehme Atmosphäre ruhigen Behagens, man sucht sie auf, in ihrer Nähe fühlt
___________ _ zu. x>n i großer Pfanne läßt man einen Teelöffel Butter (ober Margarine) zergehen und läßt von dem fertigen Teig soviel in die erhitzte Butter laufen, afe zu einem dünnen Fladen nötig ist. Diesen bäckt man auf beiden Seiten goldgelb und verwendet ebenso den Rest das Somatcntcigei. Aus jeden fertiggebackenen Tomatenfladen legt man in die Mitte eine runde Tomatenscheibe. auf
unsere Strenge unverständlich und ungerecht empfinden, und seinen Zweck: Beachtung zu finden — trotzdem erreichen. 2Ipi gemeinsamen Mittagstisch ist die beste Gelegercheit zur richtigen Behandlung gegeben: die Appetitlosigkeit des Kindes nicht weiter zu beachten. Am gemeinsamen Tisch muh die Mahlzeit von allen Teilneh- mern in einem bestimmten Zeitraum eingenommen werden. Selbstverständlich muh man babci Rück^ sicht auf die ungelenken Hande des Kindes nehmen. Aber nach einer entsprechenden Weile wird das Essen abgetragen (zu dem man dem Kinde nicht zugefprochen hat), und es findet keine Gelegenheit mehr, das Versäumte nachzuholen. Wenn man so vorgeht, ganz freundlich, ohne Vorwurf, wird das Kind gewiß nach toentgen Sagen trachten, fich dem Tempo der Erwachsenen anzupassen.
Man muß fich überhaupt hüten, dem Kinde am Mittagstisch besondere Beachtung zu schenken. Auch in jener Form, die in einem beständigen Kritteln an der Haltung des Kindes, an seiner Löffelführung, oder an feinem Sesselrutschen usw. besteht. Denn erstens toirb dadurch das Kind wiederum Mittelpunkt der Aufinarffamkeit, an statt Mitglied einer Gemeinschait, zweitens wird es durch das beständige Nörgeln unsicher und unfroh gemacht, und diese tinsicherheit äußert sich, wie fast immer bei Kinder,, in verdoppelter „Schlimmheit". Dadurch kann jede Mahlzeit zur Hölle werden. Ein Kind ist, zum Teil aus biologischen Gründen, noch nicht imstande, längere Zeit ganz still zu sitzen, da es das Kleinste am Tische ist, verlangt fein Geltungswille, daß es fich ein bißchen bemerkbar macht, — es find also meist, was wir ungerechterweise als „tin° gezogenheiten" bezeichnen, normale und notwendige Ausdrucksformen der körperlichen und geistigen tinfertigkeit. Je weniger Bedeutung wir diesen tinzukömmlichkeiten zumessen, desto schneller werden sie vorübergehen, desto eher erfolgt die Anpassung des Kindes an die andern.
Wie überall lautet auch am Mittagstisch eine der vornehmsten pädagogischen Grundregeln: Es nie auf einen Kampf mit dem Kinde an- kommen lassen! Es wäre durchaus falsch, ein Kind, das einmal besonders unruhig und renitent ist, mit der Drohung: „Wenn du nickt brav bist, darfst du nicht mit uns essen!" schrecken zu wollen. Denn die gemeinsame Mahlzeit soll für das Kind keine Auszeichnung darstellen, es soll sich am Familientisch durchaus gleichberechtigt fühlen. Gerade daraus wird ihm, sofern es im allgemeinen richtig geleitet ist, jenes Verantwortungsgefühl fliehen, das es im Maße wie es größer und vernünftiger wird, zur Rücksicht auf die andern anleitet. Denn nur ein gutes Benehmen aus Rücksicht, nicht eines aus unselbständiger Folgsamkeit, hat wirlltchen erziehlichen Wert.
tiebethaupt haben die gemeinsamen Mahlzeiten nur bann erziehlichen Wert, wenn sie in heiterer freundlicher Stimmung eingenommen werden. Das gilt nicht nur von den Erwachsenen den Kindern gegenüber, sondern auch von den Erwachsenen untereinander. Niemals sollten die Eltern, auch wenn dies sonst in ihrem ehelichen Leben unvermeidlich ist, an der gemeinsamen Tafel streiten. Sie sollen an dieser Stätte nicht ihre üblen Launen auslassen, nicht einmal gegen Abwesende. Niemals soll die gemeinsame Tafel etwa fo aussehen, daß bet Vater seine Zeitung lieft,' und alle andern den Mund halten müssen. Es soll auch nicht über Dinge gesprochen werden, die das Kind nicht verstehen kann. Denn solche Gespräche, die das Kind ausschliehen, sind für | das Kind demütigend, bringen ihm seine Kleinheit zu Bewußtsein. Cs ist genau so taktlos, in Anwesenheit eines Kindes Dinge zu besprechen, die es nicht verstehen kann, wie es taktlos ist, in Anwesenheit Erwachsener Gespräche zu führen, in deren Materie .man sie nicht einführt. Für solche Taktlosigkeit wird sich das Kind gewiß mit Ungezogenheit rächen — und es ist eine große Ungerechtigkeit, wenn das Kind für solche Ungezogenheit bestraft toirb, während die Erwachsenen nicht einmal zu der Einsicht gelangen, dah sie es waren, die als Erste die Regeln der Gemeinschaft gebrochen haben.
die man etwas feingewiegte Zwiebel oder einige Kapern legt und serviert das Gericht auf einzelnen Tellern, die vorher zu erwärmen fiitb.
Bunte Tomatenfchüffel.
Eine bunte Tomatenfchüffel richtet man als warme Abendmahlzeit an, indem man soviel feuerfeste kleine Formen, als Familienmitglleder vorhanden sind, mit Butter ausstreicht, auf den Boden jeder Form eine dünne, runde Semmel- scheibe (paffend geschnitten) legt, daraus ein Flöckchen Ehbutter, bann eine Scheibe Tomate mit Salz, bann eine Scheibe Ei' (hartgekocht), bann eine Scheibe Kalbsbraten, wieder Tomate und so fort, bis die Form gefüllt ist. Als Abschluß wieder eine dünne Semrnelscheibe. Sind alle Fönn- chen gefüllt, läht man fic ca. 10 Minuten in mäßiger Hitze in der Röhre backen, gibt bann vor dem Servieren auf jede Form eine Sardelle, eine Scheibe geschälte saure Gurke und einige Kapern und reicht die „bunten Schüsseln" mit geröstetem Weißbrot.
fjagebutfenfuppe.
Die gereinigten Hagebutten bleiben etwa eine . Stunde in klarem Wasser liegen, dann toirb bas Wasser gesüht und die Früchte Iveich gekocht.
Hagebutten in Sirup.
In Zuckersirup wird die Hagebutte beinahe weich gekocht — ähnlich wie die Stachelbeere — und in Gläser gefüllt, sobald sie abgekocht ist. Sie liefert einen schönen Sortenbelag und ist eine gute, gesunde Beigabe für Puddings.
Hagebuttentee.
Ein Hausmittel gegen Blasen-, Nieren- und Gallenleiden. Die gereinigte Hagebutte muh gut trocknen. Ein Teelöffel davon genügt für den kochenden Wafferaufguß einer Tasse.
fiürbisbcot und kürbisscheiben.
Das kurz eingekochte Kürbisffeisch (ohne Samengehäuse) kommt durch einen D «rchschlag. es toirb dann mit etwas Milch vermengt und auf Heiner, fett bestrichener Pfanne wie Eierkuchen gebacken. Auch kalt schmeckt es. mit Zucker bestreut, gut. Dünn geschnittene KürbtSscheiben werden gezuckert und in Butter auf der Pfanne leicht gebraten; sie bilden ein Beigericht zu Fleisch ober einen Nachtisch.
Gedampfte flarfoffeln.
Diese werden am besten in einem eisernen,. Topf zubereitet. Man gibt in denselben reichlich Fett und die in kleine Würfel geschnittenen rohen Kartoffeln, so wie sie aus dem Waschwasser kommen. Mit etwas Salz und Pfeffer läßt man sie festzugedeckt gar dämpfen und gibt nur im Notfall etwas Wasser hinzu. Die Kartoffeln werden häufig geschüttelt, das Angesehte mit einem Schäufelchen abgehoben und untermischt. Geeignet als Beigabe zum geschmorten Fleisch ober als Gemüse zu Würstchen.
Meerrettichsalat.
Sehr empfehlenswert ist ein Meerrett'chsalat. Der gut gereinigte Meerrettich wird gewässert, bann gerieben. Geschälte Aepfelschnitze werden ebenfalls gerieben, dann mit dem Meerrettich, Salz, Zucker, Essig und ein toenijj Sahne vermischt. Die Aepfel mildern die Schärfe des Meerrettichs. Legt man Wert darauf, daß der Sc»lat sehr weiß und hell bleibt, so muß man die geschälten Apfelschnitze, ehe man sie reibt, kurze Zeit in Zitronenwasser legen.
glüchlichtbrenner ohne weitere Verkleidung anzubringen. Wir müssen vielmehr durch lichtstreuende Schirme (z. B. aus Matt- oder Milchglas, Stoff usw.) dafür sorgen, daß der Glanz der Lichtquelle gemildert wird. Blendung muß auf jeden Fall vermieden werden. Sie ermüdet die Augen und stört das Erkenntnisvermögen ganz außerordentlich.
Die dritte Grundbedingung einer guten Beleuchtung ist die Wirtschaftlichkeit. Die restlose Ausnutzung des erzeugten Lichtes ist eine selbstverständliche Forderung, ein Gebot der Sparsamkeit. Wenn ich auf dem Tisch etwas sehen will, werde ich die Lampe nicht auf den Fußboden stellen; auf diesen sonderbaren Gedanken wird wohl niemand kommen. Aber genau so falsch ist es, unser Gesicht zu beleuchten, wenn wir auf dem Tisch unsere Arbeit vor uns hoben, und das toirb sehr oft falsch gemacht. Das Licht läßt sich lenken und in bestimmte Richtungen werfen: durch Schirme und Reflektoren können wir es immer dorthin bringen, too wir es gerade brauchen. Eine bestimmte Lichtmenge steht zur Verfügung, und was von ____________ „nbere Stellen gelangt, gebt ungenutzt verloren und toirb verschwendet. Wir erkennen jetzt die drei Hauvtvoraus'etzungen für eine gute Beleuchtung: Ausreichende Deleuch--


