Kreis Schotten
anderen
bringen die dieses Jahr und ganzen ernte.
Er. am
„Hassia" unb „Blaue Odenwälder" nur geringeren Ertrag. 3m groben ist es eine annehmbare Mittel-
Überreicht. Dem Verein überbrachten die Vereine Schlitz, Rieder-Stoll, Lletzhausrn, Willofs, Maar, Pfordt, Sandlofs, Hutzbors und Queck ihre Glückwünsche.
Starkenburg.
WSN. D a r m st a d t, 26. Sept. Nach dem
Kreis Alsfeld.
-er. Homberg a. b. Ohm, 25. Seht. 3n den letzten Tagen stand Homberg im Zeichen *** Obstve rste i g e r u n g e n. Zunächst wurde dos stadttsche Obst verkauft, dann war die Ver- ftetgerung der Obsternte aus dem fiskalischen Gelände schließlich fand die Obstdersteigerung an der Kreisstraße statt. Da in diesem Jahre nur wenig Obst, besonders Aepfel, vorhanben war
wurde es im allgemeinen teuer bezahlt: der Korb stellte sich im Durchschnitt auf etwa 5 Mark. Der Behang an Birnen war durchweg reichlicher, sie wurden hauptsächlich zum Honigtochen verwendet. — Mit Ablauf dieser Woche kann hier und in der ilmgcgenb die Kartoffelernte als beendigt angesehen werden. Der Ertrag ist im allgemeinen gut. Wer die richtige Sorte bei der Aussaat verwandt hatte, kann sogar eine Haupternte verzeichnen. Die Herbstausstellung ist nun gleichfalls flott im Gange: trotz der Trockenheit wurden die Aecker bestellt. Auch von den Dickwurzäckern wird jetzt der Ertrag in die Keller gebracht: die Früchte sind kräftig entwickelt. Roch mehr als in früheren 3ahren mub ein Teil dieser Ernte im Freien in Mieten untergebracht werden.
Z Aus dem Ohmtal, 25. Sept. Infolge der langanhaltenden Trockenheit sind unsere Straßen in sehr aufgefahrenem Zustande. Besonders sind es die Hauptstraben, die unter starkem Autoverkehr liegen; während die sonst weniger guten Rebenstraßen besser fahrbar sind. Sehr nachteilig sind die herausgefahrenen Steine für die Radfahrer, da die scharfen zerfahrenen Stücke nur allzuleicht Mäntel unb Schläuche zerschneiden. Der infolge der rasch- fahrenden Autos auffllegende Staub seht sich auf die nächste Umgebung der ©trabe nieder. Deshalb sollte man besonders kein Obst ungewaschen essen, das an Strasten gewachsen ist, zumal bei dem Staub allerlei Krankheitskeime beigemischt sind, die schwere Schädigungen der Gesundheit Hervorrufen können.
= Ober-Ohmen, 25. Sept. Das Ernte- ergebnis in hiesiger Gegend ist in diesem Jahre recht reichlich ausgefallen. Alles ist wohlgeborgen unter Dach unb Fach gebracht, nur die Futterrübenernte harrt noch der Einkellerung und das kommende Wintergetreide seiner Aussaat. Die Arbeiten für die Ausstellung muhten bislang wegen Schneckenplage noch zurückgestellt werden, zu deren Dekämpsung einheitlich durchgeführte Maßnahmen notwendig sind. Wenn sich unsere Landwirte zu dem Gebrauch der modernen Delämpsungsmastnahmen entschliesten, werden sie es bei dem nächstjährigen Ernteergebnis zu ihrem Vorteil bemerken. — Hier wurde ein Dolksbildungsverein gegründet, der die Abhaltung von Vorträgen, gemeinsame Lehrwanderungen, Besuch von Museen, Theaterveranstaltungen unb Filmvorführungen, Verschönerung und Derkehrswerbung in der Heimat usw. auf sein Programm geschrieben hat.
Kreis Lauterbach.
■" Schlitz, 25. Sept. Dieser Tage fand hier die Hauptversammlung des hessischen Waldbesiherverban des für 1926 statt. Er trat zusammen unter dem Vorsitz Seiner Durchlaucht des Fürsten Isenburg- Di r st ein und erledigte eine reiche Tagesordnung. Am zweiten Tag besichtigten die Teilnehmer den berühmten Lärchenbestand beim Richthof. der nach fachmännischem älrteil besser sei als der bekannteste Lärchenbestand Europas in Raiwila in Finnland. Seine Erlaucht der Graf von Schlitz, genannt von Görtz, lud die Teilnehmer zu einem Frühstück auf dem Richthof ein, bei dem der Vorsitzende dem Dank unb der Anerkennung aller Teilnehmer Ausdruck gab. — Am Ämnerstag verstarb im hiesigen Spital ein dreijähriges Kind aus äietzhausen, das an spinaler Kinderlähmung erkrankt war. Innerhalb weniger Tage wurde es dahingerafft. Es befindet sich noch ein Kind aus dem Schlitzerland von derselben Krankheit erfastt im Spital: es geht ihm aber besser.
# Willofs, 25. Sept. Das Schwarzwild, das in unserer Gegend häufig auftritt, fügt unseren Feldern grosten Schaden zu. So mußten allein in den letzten Tagen von dem Gräflichen Forstamt für Kartoffelschäden in der hiesigen Gemarkung 1500 Mark bezahlt werben.
11 älellerShausen, 24. Sept. Am vorigen Sonntag tagte hier der 2. Bezirkstag Hassiabezirkes Lauterbach-Schlitz, der verbunden war mit der Feier des 25jähri- genBestehens des hiesigen Kriegervereins. Rach einer Gefallenenge- dächtnisfeie r sand der Bezirkstag statt, der eine Reihe wichtiger Fragen erledigte. 13 Mitglieder des Krtegervereins iUellershausen wurden für 25jährige Zugehörigkeit mit dem Hasfiaabzeichen geehrt. Dem Vorsitzenden Schä- s e r, der feit 25 Jahren dem Verein vorsteht, wurde vom Hassiapräsldium ein Gedenktafel
auch aufgebaut werden: der die Jagd Aus- suchende kann alle möglichen Reinen Pikanterien einflechten, kann die Jagd durch Reinere unb jrößere Fluhläuse oder Seen legen, kann Wald- tücke mit eng aneinanberstehenden Baumen Pas- leren lassen, in denen Reitern auf Pferden, die le nicht ganz in der Hand haben, gewöhnlich etwas angst um ihre Kniescheiben wird: aber es steht auch in feiner Macht, lange Ebenen flachen Feldes einzuschalten, auf denen auch dem schwachen Reiter keine Heimtücken drohen. Es besteht also wohl die Möglichkeit, baß eine Schleppjagb abwechslungsvoller gestaltet wird, als sich die Freiwilds agb, die allein dem zufälligen Lauf des gehetzten Tieres zu folgen hat, entwickelt, besonders da die natürlichen Hindernisse der betreffenden Gegend je nach ihrer Schwere mit einbezogen oder mit Rücksicht auf die Knochen von Pferd unb Reiter ausgelassen werden können. Bei den Jagden in der Nähe von Großenhain waren es der groste „Kalkreuter Graben" unb die „Adelsdorfer Hecke, welchen, je nach dem Aeiter- geist des einzelnen, mit Besorgnis ober Freude entgegengesehen wurde: der Graben hatte eine lichte Weite von 4 bis 5 Meter unb mußte entweder auf eine Chaussee zu oder von ihr ab gesprungen werden — beides nicht gerade sehr angenehm. Austerchem verengte er sich nach unten beträchtlich, so baß man in höchst unglücklich« Lagen geriet, wenn man hineinfiel. Die Adelsdorfer Hecke war indessen einer der schönsten und feinsten Iaadsprünae, die mir je vorgekommen sind; eine hohe und breite lebende Hecke durch die man zwar nicht hindurchspringen konnte, die aber auch nicht so fest war, dast sie ein oben burchstreichendes Pferd zu Fall gebracht hätten.
Eine Art von Hindernissen, die in Deutschland wohl bis auf einzelne Gegenden Westfalens, in denen ich nie geritten bin, ganz fehlen, dafür aber in England, besonders iit Irland, eine für ben ihrer Ungewohnten wahrhaft verblüffende Rolle spielen, sind die oben mit Steinen belagerten Crdwälle. Sie sind in der Regel auf beiden Seiten von Gräben flankiert, häufig mit Buschwerk bewachsen unb so hoch, daß man nicht
x Stumpertenrod, 25. Sept. Dieser Tage fand hier im Saale der Gastwirtschaft Stein der zweite Vertretertag der Schwalm-An- trift - Felda - SLngervereinigung statt. Vertreter hatten fast alle Vereine entsandt. Rach reger Aussprache wurde beschlossen, das Bundessängersest des nächsten Jahres in L eu s e l und ein Wertungssingen im Frühjahr 1927 in Storndorf zu halten. Rach Erledigung der Tagesordnung brachten der ®e- ' mischte Chor Stumpertenrod unb der Gesangverein Köddingen einige Chöre zu Gehör, die mit großem Beifall ausgenommen wurden.
Sichenhausen, 25.Sept. Auch hier ist nun die QKaul - unb Älauenfeucße aus- gebrochen. Dor wenigen Wochen noch war der Kreis Schotten bis auf eine einzige Gemeinde vollkommen seuchenfrei. Die Seuche hat sich unheimlich rasch verbreitet. Auster anderen ®e- meinben des Kreises sind die Orte des Bezirkes Zedern besonders hart betroffen. Ein großer Teil dieser Ortschaften ist zur Zeit verseucht.
folgern zu retten wußte. Diese Form der Jagd ift tn dem an dieser Art Wild sehr reichen England möglich, ebenso wie in der Campagna bei Äom, von beten Iagdfreuden später die Rede fern soll; in Deutschland wurde in der überwiegenden Anzahl von Fallen Kastenwild gejagt, eigentlich ein Ersah, der eines unangenehmen Beigeschmackes nicht entbehrt. Es wurde eine sogenannte „Schleppe" gelegt, d. h. ein Reiter zog über eine festgesetzte Strecke ein Stück ver- faultes Fleisch, einige Stunden vor Beginn der Aago, hinter sich her. Auf dieser Fährte wurden die Hunde bann angefeßt; sie endigte bei einem Mauen, in dem der zur Hetze verurteilte Keiler oder Fuchs saß, bet beim Herannahen bet Hunde mit einigen 100 Meter Vorsprung freigelasfen und gewöhnlich nach etwa einem Kilometer Lauf von den Hunden gedeckt wurde. Der Jagdleiter hatte es also auf diese Weise vollkommen in der Hand, /)ie Jagd gehen sollte, bis eben auf die allerletzte unbestimmbare, aber zu kurze Strecke Der Hauptreiz der Freiwildjagd liegt aber grabe der absoluten Unsicherheit über die Gestaltung be« Laufes, der zu überwindenden Schwierig- keiten, her Lange des Ganzen unb schließlich bes Erfolges; benn ich habe nie erlebt, baß ein Kaslenwilb — Fuchs ober Keiler — nicht zur Strecke gebracht worben wäre, währenb mir bei Freiwildjagden eine ganze Anzahl Mißerfolge in Erinnerung geblieben find. In selteneren Sailen wurden tn Deutschland, z. B. beim Großen- baincr Hetzclub, auch Hirsche gehetzt; in diesen Fallen wurde die Schleppe nur über eine ganz kurze Strecke gelegt, um die Hande anzusehen, da em Hirsch ganz eiwrm schnell und austerordent- Äi. u?9® Lauft| wenn er vorher eine ■ । ™Ä,aNcn geses.en hat; es ist benn auch einige Male vorgekommen, dast der Hirsch nach einer Jagd von über 15 Kilometer, die Hunden und Pferden ben Atem grünbliih fortnahm unb a t ma:uf blc ,^ei,eE nicht ohne Wirkung blieb, auf Rimmerwiebersehen verschwand.
Die Hauptwichtigkeit, besonders für den Reu- ^6 im ^"breiten bilden die Hindernisse. Bei oer Schl epp; agd können sie ausgesu cht, eventuell
wieder auf freien Fuß gesetzt worden.
* Michelstadt. 23. Sept. Die Schülerinnen der Frühjahrskurse der Landwirtschaftlichen Haushaltungsschulen Langen und Lindheim folgten heute einer Einladung der Landwirtschastskammer für Hessen zum Besuch der Sandte. Frauen- undHaushaltungsschuleMichel stabt i. O. zu dem Zteeck, die früheren, im Schulbesuch angeknüpften Freundschaften zu erneuern unb zu festigen. Zahlreich toaren die ehemaligen Schülerinnen gekommen. Ferner waren vertreten die Ortsschulkommission bet Lanbw. Haushaltungs» schule Lindheim und die Lehrerschaft; die gleichen Vertreter von Langen konnten wegen dienstlicher Verhinderung nickt anwesend sein. Rach dem Empfang an der Dahn führte bie Teilnehmer der Weg burch die Parkanlagen mit den reichen Baumbeständen nach der neu eingerichteten SchuleMichel stabt. Hier bereinigten sich die ehemaligen Schülerinnen mit denen der laufenden Kurse der Schulen Langen und Michelstadt. Beim Mittagessen nahm der Vorsitzende der Landwirtschaftskammer, Oekonomierat Hensel, Gelegenheit, bie Schülerinnen, die Vertreter der Schule Lindheim und insbesondere ben derzeitigen Lehrkörper der Schule im Rainen der Landteirtschaftslammer willkommen zu heißen, ferner entwickelte er die Zwecke und Ziele der Lanbw. Haushaltungsschulen, dabei insbesondere betonend, baß es heute mehr benn je nötig ist, baß bie Töchter ber Lanbwirte für ihren späteren Beruf eine fachgemäße Ausbildung erhalten. Hierbei mitzuhelfen, sei eine ber vornehmsten Abgaben derLandteirtschaftskammer. DerRebner gab dem Wunsche Ausdruck, daß sich bie Einsicht von ber Rotteenbigkeit der Ausbildung der Canb- wirtstöchter in ben Kreisen ber Landwirte immer mehr durchsetzen möge zum eigenen Vorteil ber Landwirte. Rachmittags fand eine Besichtigung ber neu eingerichteten Schule Michel- st a b t statt. Die neuzeitlich eingerichtete Küche, die herrlichen Schlafzimmer, sowie bie geräumigen Lehrsäle, bas Eßzimmer unb die Gesellschaftszimmer, ferner das Sechswannenbab wurden allgemein bewundert. Zum Schlüsse fand gemütliches Beisammensein ber Schülerinnen statt, das bet Zusammenkunft einen schönen Abschluß gab. Die Mehrzahl der aus allen Teilen des Hessen- lanbeö herbeigeeilten Schülerinnen fand in den berettgesteltten Räumen der Schule Rachtquartier. Die Laubwirtschaftsiammer kann mit dem Tage zufrieden sein.
WSN. Heppenheim, 26. Sept. Zwei 4jähr. Knaben spielten hier mit Bohnen. Dabei geriet einem Knaben eine Bohne in bie Luftröhre. Leider kam die sofort herbeigerufene ärztliche Hilfe zu fpüi; der Knabe war bereits erstickt.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
-5’ Wetzlar. 25. Sept. Als Abschluß ber diesjährigen Obstbaukurse, die alljährlich hier von der Kreisvetwaltung zur Hebung der Obstbaun^ucht im Kreise Wetzlar unter Leitung deS Kreisobstbaulehrers Klip veranstaltet Serben, fanb ein Ob st verpackungslehrgang statt, den ein Vertreter der Landteirtschaftskam- mer Bonn, Odstbauinspettor 61 ü b le r , leitete. Der Kursus war von Landwirten unb Lehrern aus dem Kreise gut besucht.
- ‘ - Hörnsheim, 25. Sept. Hier hat sich ein Milchkontrollverein gebildet, der es sich zur Aufgabe machte, durch 14tägige Milch- leistungsprüsungen b:rr Kühe eine produktivere Milchbewirtschaftung hcrbeizuführen und eine unrentable Viehzucht auszuschalten. Der Verein, dem bis jetzt neun Mitglieder angehören, hat zu diesem Zweck einen hiesigen Landwirt als Milchkontrollassistenten ausbilden lassen, ber alle 14 Tage Prüfungen ber Milch in bezug auf Menge unb Fettgehalt vornimmt.
Kreis Marburg.
sch. Marburg, 25. Sept. Die hiesige B1 i n d e n st u d i e n a n st a 11, die bisher zwei
Hinter den Hunden.
Von Dr. Anton Mayer.
Zn jedem Jahr, wenn der Herbst näher rückt, bie Blätter sich färben, unb die Felder in ber Äaßujeit ihrer Stoppeln zu einem langen Galopp ohne Flurschaden auffordern, wirb ber alte Reiter unruhig, denn es kommt bie schönste Zeit bes Rettsports — den man lieber „bie Reitkunst" nennen sollte — bie einzige Zeit des Jahres, in welcher der Reiter frei unb ungehindert durch das „Gelände' streifen kann; aber was ist „Ge° tände anderes als ein militärischer Ausdruck für ote Natur selber? Allerdings ist für ben -Kettet die Bodenbeschaffenheit feiner Region ebenso fertig wie für den Soldaten; aber bei aller auf die Art und Weise des Terrains ver- wendeten Aufmerksamkeit hat er doch genügend Seit, die Sorben des herbstlichen Waldes, ben toeiten Himmel mit seinen wechselnden Wolken- gebtlden über ben weiten Flächen ber Felber ober den Glanz der Sonne auf Seen und Flüssen zu bewundern, während thn ein gut gerittenes Pferd mtt langem und gleichmäßigen Galoppsprung querfeldein tragt, unabhängig von Weg unb Steg, an den er sonst gebunden ist.
, Das Iagdreiten hinter den Hunden hat sich glücklicherweise trotz der ungünstigen wirtschaft- ttchen Lage in Deutschland auch nach dem Kriege wenigstens an einigen ©teilen halten können. Allerdings konnten unsere Meuten nie auch nickt w den Zeiten vor 1914, an Zahl unb Stärke mit den englischen konkurrieren, obgleich der 3agö- 'port bei uns einen außerordentlichen Aufschwung genommen hatte. Dec Hauptgrund für die zahlenmäßige ileberlegenßeit ber englischen „Packs" lag schon in ber Tatsache begründet, daß in Großbritannien nur Freiwild gejagt wurde, d. h. die Hunde zu jeder Jagd den nötigen Fuchs erst selber suchen mußten, bevor sie sich auf feine Lehrte setzen konnten, die sie nun in ganz u,'- befttmmbarer Richtung irgendwohin führte, manchmal wohl auch in einem für Hund .mb Mensch undurchdringlichen Gestrüpp endigte, m dem sich ber rote Flüchtling vor seinen Der-
aebnis der aericktlichcn Leichenöffnung der Freitag mit ourcyschnittenem Kehlkopf tot vorgefundenen Frau Krämer steht fest, daß einwandfrei Selbstmord vorliegt. Der einstweilen fest, genommene Ehemann Krämer ist desyalb
D 4 3 6 bei unterem Orte wegen dichten N e - b e l s eine Notlandung vor. Beim Ausrollen des Flugzeuges fuhr dieses infolge der außerordentlich schlechten Sicht gegen einen auf dem Acker stehenden Pflug, wodurch das Fahrgestell etwas beschädigt wurde. Ein Passagier erlitt eine leichte Hautabschürfung, alle übrigen Insassen blieben völlig unversehrt. Sämtliche Passagiere konnten ihre Reise nach Frankfurt ohne Verzug fortse^en.
f ® r ü n b e r g, 25. Sept. Die breitägige Ob st Versteigerung bes Kreises in ber Rähe unserer Stabt brachte folgendes Ergebnis: An ber Straße Grünberg - Beltershain - Lumda kosteten Aepfel guter Qualität am Daum etwa 10 Mark je Zentner. Die Preise für Kelteräpfel waren im Hinblick auf bie geringe Qualität recht verschieden. Die Dirnenpreise hielten sich tn mäßigen Grenzen. Auf ben Straßen Grünberg-Mücke, Grünberg-We'.ckartshain und iauf der Hungener Straße wurden für Tasel- äpsel am Daum 15 bis 18 Mark, für Kelteräpfel 5 bis 6 Mark gezahlt. Der Preis für Birnen zog hier etwas an. Auf den Straßen Grünberg-Lindenstruth und Grünberg-Göbelnrod waren die Aepselpreise gegenüber dem Vortag etwas höher, wahrend die Dirnenpreise beträchtlich anzogen. Der Behang an Aepfeln war äußerst spärlich, nur sehr wenige Bäume zeigten schöne unb reichlich Früchte. Die Dirnenernte fiel gut aus.
Kreis Büdingen.
Rik> da, 25. Sept. Die hiesige Gewerbeschule erfahrt soeben einen Um- und Ausbau, um neite e Räumlichkeiten zu schassen, bie unterrichtlichen Zwecken dienen sollen. Ein größerer Saal wird der hier neuerrichteten Landwirtschaftsschule überwiesen, damit diese ihren Unterricht im Herbst beginnen kann. Für das nächste Jahr ist bie Beschaffung neuer geeigneter Unterrichtsräume durch die Stadt vorgesehen. Infolge ber zentralen Lage unseres Städtchen inmitten eines großen landwirtschaftlichen Bezirks, der günstige Verkehrsverhältnisse aufweist, darf mtt einem guten Besuch der land- wirtschasttichen Schule gerechnet werden. — Pros. Lampas, Friedberg, ber Vorsitzende ber sog. „Friedberger Konferenz", ein geborener Ribdaer, spricht am nächsten Dienstag hier über „Reuere wissenschaftliche Angriffe gegen bas Alte Testament unb seinen Gebrauch in Kirche unb Schule".
th. Leidhecken, 25. Sept. Bei ber Versteigerung des Obstes an ber Kreisstraße Bingenheim — Leidhecken — Staden wurden für ben Daum Dirnen bis zu 28 Mark, für Aepfel 18 und 19 Mark geboten. — Infolge bes günstigen Wetters ist die Kartoffelernte hier soweit beendet; während die Sorten „Industrie", „Hindenburg" unb ähnliche gut ausgefallen sink).
Häuser in ber Wörthstraße ihr eigen nannte, hat, wie bereits gemeldet, ihren D^trieo burch ben Ankauf zweier weiterer Häuser erweitert. Cs handelt sich um zwei Dillen am Schlag, bie aus privater Hand in den Besitz der Dlinbenstudienanstalt übergegangen, zweckentsprechend eingerichtet unb nunmehr in Betrieb genommen sind. Während das eine Haus als Schülerheim ausaebaut worben ist unb bie Schüler aufnimmt, die bisher auf Privatwoh- nungen angewiesen waren, bient das zweite Haus als Schule unb Bibliothek. In ben alten Gebäuden ber Anstalt befinden sich die Geschäftsräume, mechanische Werkstätte, Druckerei, außerdem das Heim für die Minden Studierenden. — Del .einem kleinen Opel--Wagen, ber auf ber Fahrt nach Frankfurt war, platzte auf ber Straße zwischen Wolfshausen unb Dellnhausen ein Hinterra b r e i f e n. Der Wagen, ber in voller Fahrt war, geriet ins Schleudern, überschlug sich und mußte schwer beschä big t nach Marburg abgeschleppt werden. Der Fahrer konnte rechtzeitig abspringen unb kam so mit leichten Verletzungen bavon. —
sch. Marburg, 25. Sept. Beins Strvhauf- laben fiel dieser Tage in Mellnau ber 67 Jahre alte Landwirt Bernhard Heldmann vom Wagen und brach das Genick. Der alte Mann, ber im Kriege seine beiden Söhne verlor, hinterläßt seine Schwiegertochter und unmündige Enkel, deren einzige Stütze er war. — Eine alte Lanzenspihe, die trotz starken Rostansatzes noch gut erhalten ist, wurde in Mellnau in einer Sandgrube am Burgberg gefunden. Der abgebrochene Lanzenschaft, ber noch teilweise in der Spitze steckt, ist stark verkieselt und so fest wie Eisen. Rach dem Urteil von Sachverständigen stammt die Lanzenspihe aus dem 14. I ahrh undert und erinnert an die Kämpfe der hiesigen Mainzischen Burgbesatzung mit den vor der Burg Einhoch erschienenem Hessen. Der Fund ist der Schule in Mellnau geschenkt worden.
Maingau.
WSR. Frankfurt a. M, 25. Sept. In ber vergangenen Rächt fanb gegen 2 Hßr in ber Heidestraße eine große Schlägerei statt, an der sich etwa 25 Personen beteiligten. Die Rädelsführer find Aur Anzeige gebracht worben. — Der Kriminalpolizei wirb von verschiedenen Setten gemeldet, baß Männer mit Hauslisten versuchen, Gelbsammlungen zugunsten eines einzuleitenden Volksbegehrens zur Einlösung ber Vorkriegsbank- notenzu veranstalten. In diesen Fällen handelt es sich um Schwindler, vor denen bringend gewarnt wirb. — Eine Pvlizeirazzia würbe in den gestrigen Abendstunden von den Kriminalbeamten abgehalten. Sie erstreckte sich vom Obdachlosenasyl über die verschiedenen Gastwirtschaften ber Altstadt, die der Polizei als Schlupfwinkel für dunkle Elemente bekannt sind. Es wurden mehrere polizeibekannte Persönlichkeiten angetroffen, mit denen man sich längere Zett beschäftigen mußte.
WSR. Weißkirchen a.T-, 26. Sept. Die Diebe, die vor einigen Tagen im benachbarten Steinbach einen schweren Einbruchsdiebstahl begingen unb dabei 20 Hühner an Ort unb Stelle abschlachteten und mitgehen ließen, hatten in ber Nacht zum SamStag auch einem hiesigen Einwohner einen Besuch abge- stattet. Nachdem sie im Garten des Mannes sämtliches Zwergobst geplündert unb bie Bäume völlig ruiniert hatten, machten sie sich über ben Hühnerstall, wo sie drer' Hüh - ner abschlachteten. Als sie bei ihrem Beginnen gestört wurden, ergriffen sie bie Flucht unter Zurücklassung ihrer Deute. Ihre Spur soll nach Stierstadt führen.
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über sie hlnwegspringen kann. Hat man ein gutes Iagdpferd, so tut man am besten, ihm die Zügel auf den Hals zu legen, und es feinen Sprung allein suchen zu lassen; es springt bann hinauf unb übersieht die Absprungsmöglichkeiten mit einem Blick. Ganz gewitzte Tiere sehen diese Möglichkeiten schon im Moment des lleber-dem- Wall-Schwebens, unterbrechen den Sprung nicht, und stoßen sich nur mit den Hinterbeinen ab ein Augenblick, der, wie man sagt, „ausgesessen" sein will und die ersten Male wohl geeignet ist, ein leises Erstaunen hervorzurufen, — wenn nämlich vor einem sehr plötzlichen Ortswechsel dazu Zeit bleibt. Am besten tut man in jedem Fall, ein mit ber Natur ber Gegend unb ihrer Hindernisse vertrautes Pferd ruhig selbst laufen AU lassen; ich entsinne mich sehr genau meiner ersten Jagd in der römischen Campagne, während der mir das sehr deutlich von dem Pferde, das ich ritt, gezeigt wurde. Das „Gelände" dort ist hügelig, und manche dieser Hügel haben recht glatte und steile Felsabhänge von ganz ansehnlicher Höhe; da nur Freifüchse gehetzt werden, kann man nie wissen, wohin man geraten wird. So sah ich mich also plötzlich nach einem Galopp über eine ansteigende Rasenfläche vor einem solchen Absturz: als Neuling parierte ich meinen Gaul unb wollte wenden, um eine andere Stelle zum Abretten zu suchen. Dieser aber reagierte nicht im mindesten auf meine Hilfen, sondern setzte sich einfach auf den Felsenhang, und rutschte ihn sehr gemütlich hinunter, wobei ein leises Lächeln um seine Lippen zu spielen schien, das ich sehen konnte, da ich ihm den Kopf beim Parieren nach links gezogen hatte. „Dann, bitte, mach du deine Jagd allein“, dachte ich, ließ von da ab alle Pferde in schwierigem Gelände laufen, wie sie wollten — vorausgesetzt, daß sie es kannten — unb habe immer dabei recht gute Erfahrungen gemacht.
Die Stoppelfelder locken zum Galopp, Hecken und Gräben warten des LlebersprungenteerbenS, die gefleckte Meute steht bereit, ber Herbst naht — die schönste reiterliche Betätigung winkt beit Glücklichen, die sich ihrer erfreuen könnenI


