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Landwirtschaftliche ltreirscha« in Lauterbach.

& Der Landwirtschaftskammeraus- fchuß für die Provinz Oberhessen rer- anstnltete seine diesjährige Kreis sch au in der Zett vom 25-/27. September in der Kreisstadt L i u- t e r b ach.

Der Veranstaltung wurde am Samstagvormit- tag 11 Uhr durch den Vorsitzenden. Oekonomierat Breidenbach, in Gegenwart eines Regierungs­vertreters, der Kreisbehörde, der städtischen Be­hörde und der Stodtoertretung feierlich eröffnet. An­schließend hielten Ansprachen Kreisdirektor 2r. Michel- Lauterbach. Präsident U e b e l - Darm­stadt, als Vertreter des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft, Wt. Ernährung, sowie Bürgermeister Walz- Lauterbach. Sämtliche Redner hoben die Bedeutung der Veranstaltung hervor und wünschten ihr einen guten Verlauf. Darauf folgte ein

Rundgang durch die Ausstellung, die in und an dec Turnhalle untergebracht ist. Der Landwirtschaftskamnierausschuß hat die Schau in eine Anzahl Gruppen eingekeilt.

In der Gruope 1 werden Arbeits - und Wagenpferde gezeigt. Es sind einige dreißig Nummern, durchweg schöne Tiere, die mit zahl­reichen Preisen bedacht wurden.

In der Gruppe Geflügel haben fast durchweg nur Züchter und Liebhaber ausgestellt, und zwar in 173 Nummern. Hauptsächlich sind die verschiedenen Hühnerarten zu sehen, während Gänse, Enten und Tauben weniger vertreten sind. Auch sind in dieser Abteilung noch verschiedene Eiersorten ausgestellt. Das Geflügel besteht durchweg aus gut durchge­züchteten Rassen, so daß auch in dieser Abteilung zahlreiche Preise verteilt werden konnten.

In der folgenden Grupve, Erzeugnisse des Pflanzenbaues, fallen zunächst einige Sam­melklassen der Gutsverwaltungen Eiscnbach, Sicken­dorf, Stockhausen usw. auf. Außerdem haben hier noo) sehr viele Landwirte aus der näheren und weiteren Umgegend ihre Erzeugnisse aus Feld- und Gartenbau ausgestellt.

Einen großen Teil der Ausstellung nimmt die Gruppe Obstbau, Obstoerwertung und Bienenzucht ein. Da die Ausstellung im Obst­bau überaus zahlreich ist, hat man verschiedene Un­tergruppen (Hochstamm-, Niederstamm- und Stein­obst) geschaffen. Die gezeigten Obstsorten sind mit­unter so hervorragend schön, daß sie dem in günsti­geren Gegenden gezüchteten Obst ruhig als gleich­wertig an die Seite gestellt werden können. Aus der zahlreichen Beschickung dieser Abteilung kann ge­schlossen werden, daß auch in unserem Kreise der Obstbau in gutem Fortschreiten begriffen ist. Hinsicht­lich der Obstoerwertung ist die Ausstellung mit ver­schiedenen Obst- und Beerenweinen, sowie mit Obst­und Gemüsekonserven beschickt. In der Abteilung Bienenzucht findet man Sammlungen von Imlcr- vereinen, bestehend in Honig, Geräten, Lehrmitteln und sonstigen Utensilien. In wissenschaftlicher Be­ziehung werden in dieser Gruppe biologische Dar­stellungen und Bekämpsungsmittel gezeigt.

Die Gruppe landwirtschaftliche Ma­schinen, Geräte und Hilfs st offe zeigt große Auswahl, und zwar von hiesigen und aus­wärtigen Firmen. Die Abteilung weist in tech­nischer Beziehung gegenüber früheren Ausstellun­gen einen sehr großen Fortschritt auf. Cs stellen u. a. aus: Die Landwirtschaftliche Zentral- genossenschast Darmstadt, Zweigstelle Friedberg, landwirtschaftliche Maschinen und Geräte aller Art; Herrn. Hardt, Lauterbach, Elektromotoren, Schmiedefeuergebläse, Motor-Lauche- und Wasserpumpen, kupferne Waschkessel mit und ohne gußeiserne Mäntel, sowie alle Arten elek­trischer Bedarfsartikel; Alexander Gerlach, Lauterbach, elektrische Licht- und Kraftanlagen, sowie einen Stalldauerlüfter, der erst kürzlich dem Aussteller Patentiert wurde; Gotthard & Kühne, Lommatzsch (Sachsen), Futterdämpfanlage mit Schrägrostschüttfeuerung; Heinrich Martens, Soltau (Hannover), Wagenheber (MarkeFix"), und Lauchepumpe (MarkeKornblume"); An­selm Possel, Breslau, Sackaufzug mit auto­matischer Sicherheitsbremse, Sackaufhalter, Sack- hebcr, Eackentleerer und ähnliche Geräte; Dickel & Trier, Hopfgarten, Eggen, Kultivatoren, Runkelmühlen usw.; L. & D. Eifert, Wagenbau, Lauterbach, verschiedene Kutschwagen und Schlit­ten; Wetterauer Maschinen-Derkauf und Re­paraturwerkstatt G. m. b. H., Groß-Karben, eine elektrische HausmollereiPolar" für 612 Kühe, sowie eine räöerlose elektr. ZentrifugePolar" und Gasapparate zur Schädlingsbekämpfung; Lauterbacher Dlechwarenfabrik und Berzinkungs- anstalt G.m.b.H., Lauterbach, eine Kollektion landw. Geräte, wie Lauchepumpen, Biehkesfel usw.; Andreas Oehrlein, Frankfurt a. M., Brennstem- pel für Geräte und Tiere, Zinkfchablonen für Säcke usw.; Freiherrlich Riedeselsche Dampf- ftiegelei, Lauterbach, Dachdeckungsmaterialien, Drainageröhren usw.; Rheinelektra Mannheim, Zweigstelle Lauterbach, Eleitromotoren. Futter­dämpfer, Zentrifugen Lauchepumpen, eine elektr. Schleifmaschine und sonstige elektr. Bedarfs, artikel; F. C. Weih, Landmaschinenhandlung und Reparaturwerkstatt in Grünberg, einen neu kon­struierten KartoffelwäscherGlobus"; Louis Moller. Eisenhandlung, Lauterbach, verschiedene Sorten Pflüge, Wein- und Obstpressen und son- sttge landw. Geräte; Landw. Auskunftstelle in Darmstadt des Deutschen Kalishndikats, Schau­gläser enthaltend Kalimineralien und Kalisalze, sowie photographische Darstellungen von Dün­gungsversuchen; Deutsche Superphosphot-Ln- dustrie, Landw. Beratungsstelle Mannheim, Schaugläser mit Superphosph^tpräparaten, Roh- Phosphaten und photographischen Aufnahmen; L. G. Farbenindustrie Ä.-G., landw. Beratungs­stelle in Kassel, Schaugläser mit Düngemitteln, Büchsen mit Harnstoff, Kaliphosphor und photo­graphische Aufnahmen: Hermann Möller, Lau­terbach, Haushaltungsmaschinen, elektr. Schmiede- gebläse, Schweiß- und Schneideapparate; Siemens Schuckert-Werke in Frankfurt a. Ölt., eine P.S. Gartenfräse, Vs p-s- Plantagefräse und einen Siemens-Regenapparat; Lohann Krömmelbein, Lauterbach, Kreissägen und Schrotmühlen; Dackofenindustrie, Lauterbach, Hausbacköfen und Räucherapparate.

Ln der Gruppe milchwirtschaftliche Erzeugnisse haben die Rlolkereien Lauter­bach-Fulda, Eichenrod, Wallenrod, Herbstein und eine Anzahl Landwirte ihre Produkte ausgestellt.

Ln der Gruppe wissenschaftliche Ar­beiten hat das Hessische Landwirtschaftsamt in Lauterbach künstliche Düngungsversuche, Grä­ser, Karten und Tabellenmaterial dargcboten. Ferner der Hessische Feldbereinigungskommissar in Lauterbach den Mellorationsplan der Gemar­kung Rimbach, Zuteilungskarten aus der Ge­markung Alsfeld, eine Liebersichtskarte der Ge­markungen Reuters, Rieder-Breitenbach und

Heblos nach dem alten und neuen Stand. Die landwirtschaftliche Versuchsstation in Darmstadt Leigt photographische Ausnahmen von DüngungS- versuchen. Weiter sind von der Landwirtschafts- lammer für Hessen Pläne und Einrichtung land­wirtschaftlicher Buchführung zu sehen. Die Frei­herrlich Riedeselsche Brauerei und Mälzerei zeigt eine Darstellung des Werdeganges des Bieres. Von Kulturbauoberinspektor Kunz in Lauter­bach sind Ueöersichtskarten der Kreise Lauterbach und Schotten über die von 1896 bis 1926 aus- geführten Hutweidenmeliorationen, photogra­phische Aufnahmen von im Kreise Lauterbach eingerichteten Viehweiden und Lagepläne über ausgeführte Drainageanlagen auf Gräflich Görtz- schem Gelände in der Gemarkung Schlitz aus­gestellt.

Trotzdem das Wetter am Samstagvormittag trübe und regnerisch war, wies die A u s st e l - lung einen guten Besuch auf.

Das Ergebnis der Preisbewerkung:

Gruppe Pferde: I. Belgier Mut­te r st u t e n mit Rachkommen: 1. Ehren­preis Standuhr Loh. Wahl, Llehhausen; 2. Ehrenpreis 80 Mk. Hch. Zinn, Maar; 1. Preis Peter Pfannmüller, Maar; 2. Preise Hch, Klein­schmidt, Frischborn und Heinrich Keuzer, T. Willofs; 3. Preise Hch. Rahn, Angersbach, Riedeselsche Gutsverwaltung Stockhausen und Karl Möller, Landenhausen; Anerkennung: Riedeselsche Gutsverwaltungen zu Stockhausen und Sickendorf, Wilhelm Euler 1., Maar. II. Belgier dreijährige Fohlen: Ehren­preis 40 Mk. Bürgermeister Karl Döring, Wil­lofs; 2. Preis Gutsverwaltung Riedesel Stock­hausen; 3. Preise Loh. Fischer, Hattershausen und Hch. Diehl, Wernges. III. Belgier zweijährige Fohlen: 1. Preis 30 Mk. Hch. Zinn, Maar; 2, Preis Peter Pfannmüller, Maar; 3. Preis Fritz Möller, Angersbach. An­erkennung: Heinrich Rahn. Angersbach. IV. Oldenburger dreijährige Fohlen: 1. Preis 40 Mk. Karl Möller, Landenhausen. V. Oldenburger zweijährige Foh­len: 1. Preis 30 Mk. Hch. Preküger, Wernges; 2. Preis 25 Mk. Loh. Becker I., Maar.

Gruppe Geflügel: Kammer ehren­preise: Hch. Kraft III.» Wallenrod; Wilhelm Henkel, Lauterbach; Fr. Aug. Feik, Schlitz (2); Otto Weller, Schlitz; Riedeselsche Gutsverwal­tung Sickendorf; Karl Schäfer, Schlitz (2); Hch. Stephan, Sandlofs; Loh. Döring, Schlitz; Otto Reinhardt, Schlitz; Hch. Reinhardt, Schlitz; Ehren­preis der Stadt Lauterbach Hch. Gerbig, Schlitz; Ehrenpreise Fceiherrlich Riedeselsche Gutsver­waltung Sickendorf (3); Karl Schaub, Schlitz: Gg. Susemichel, Schlitz; Karl Schäfer, Huhdorf; Karl Schaub, Schlitz (2); 1. Preise Otto Weller, Schlitz; Hch. Reinhardt, Schlitz; Loh. Döring, Hch. Kaiser, Gutsverwaltung Sickendorf; Hch. Zinn, Lauterbach; Lustus Peter, Maar; Hch. Gerbig, Schlitz; Gutsverwaltung Eisenbach; Hella Flesch, Hochwaldhausen; Karl Schäfer, Huhdorf; K. Schäfer, Schlitz; Gutsverwaltung Sickendors; Karl Schaub, Schlitz. 2. Preise Hch. Gerbig, Schlitz; Hch. Kraft III., Wallenrod; Loh. Wie­gand II., Schlechtenwegen; Fritz Heil, Schlitz; Karl Schäfer, Schlitz; K. Schaub, Schlitz; Hch. Reinhard H., Schlitz (5); Loh. Schaub, Schlitz; Otto Reinhardt, Hch. Kaiser (3), Lustus Peter, Maar; Hch. Schaaf, Altenschlirf; Hch, Döring, Bernshausen; K. Schaub, Schlitz.

Gruppe Ackerbau, Erzeugnisse des Pflanzenbaus. Klasse: Beste Gesamt­leistung: Ehrenpreis des Kreisausschusses Kan Schnägelberger-Landenhausen, Leonh. SippeluL- Harteshausen; Ehrenpreis der Stadt Lauterbach Gutsverwaltung Sickendorf; 1. Preis Adam Dö­ring-Rimbach, 2. Wilh. Euler-Maar, Freiherr­lich Riedeselsche Gutsvercoaltung Stockhausen; 3. Hch v. Alt-Wallenrvd, Th. Willmann-Stein-- furth, K. Schäfer-Tlellershcmsen. Klasse Win­terweizen: 1. Th. Stock-Blitzenrod, Adam Döring-Rimbach Karl Keutzer-Frischborn; 2. Loh. Rausch V.-Maar, Gutsverwaltung Sicken- dorf, Hch Wahl-Landenhausen, Hch. Rode- mer VI.-Angersbach Klasse Winterrog­gen: 1. Preis Karl Euler-Weid-Movs, Th. Stock-Blitzenrod, Konrad Kircher-Angersbach; 2. Karl Zinn II.-Maar, Gutsverwaltung Sickendorf, Adam Döring-Rimbach und Loh. Rausch-Maar. Klasse Hülsenfrüchte: 1. Pr. Loh. Schott- Rixfeld; 2. Heinr. Hoppe-Schadges, Hch Der- ling VIl.-Salz, Wilh. Euler-Maar. Klasse Speisekartoffeln: 1. Hch. Rodemer-An- gersbach, Lust. Peter-Maar, Loh. Kurz-Schad- ges; 2. Loh. Meinhardt-Ober-Moos, Konrad Kircher-Angersbach, Hch. Hoppe-Schadges. K L Spätkartoffeln: 1. Loh. Schött-Rixfeld, Konrad Kircher-Angersbach Hch. Rodemer-An» gersbach, Loh. Rausch V.-Maar; 2. Heinrich Hoppe-Schadges, Hch Heizenröder-Rieder-Moos, Johannes Kurz-Schadges, Hch Eichenauer-Rix­feld, Alb. Geyer, Hof Sassen. Klasse Gerste: 1. Ad. Döring II.-Rimbach, K. Culer-Weid-Moos, Th. Stock-Blitzenrod: 2. H. Hoppe-Schadges, Hch Köttnex-Vaitzhain. Klasse Hafer: 1. K. Döring- Willofs, Gg. Döring-Eichenrod, Th. Stock-Dlitzen- rod. K. Schäfer-plellershausen, Gutsverwaltung Eisenbach, QL Geyer-Hof Sassen auch ein Ehren­diplom. 2. Hch Hoppe-Schadges, Loh. Schwärzrl- Schadges, Aug. Gerig-Steinfurth, K. Schäfer- plellershausen, Hch Wahl UI.-Landenhausen, Bürgermeister Ködel-Herbstein, Loh. Kurz-Schad­ges, L. Stöpler-Lauterbach, Hch Rodemer-An- gersbach Hch Decker II.-Rieder-Stoll.

Klasse Winterweizen :1. Preis Adam Döring II., Rimbach, Konrad Kircher, Angersbach, Loh. Rausch V., Maar, 2. Loh. wchwärzel, Schadges, W. Decker, Maar, Aug. Gerbig, Stein­furth, Lehrer Meyer-Lauterbach. Klasse Rüben: 1. Karl Zinn und Loh. Rausch V., Maar, 2. Preis Hch. Kötter. Waitshain, Guts­verwaltung Eisenbach, Wilh. Euler II., Maar. Klasse Andere Erzeugnisse: Ehrenpreis Karl Euler, Weid-Moos, 2. Preis Karl Döring unb Hch. Ritz IV., Willofs. Klasse Samm­lung Gemüse- und Gartengewächse: Hch. Daum, Frischborn, Bürgermeister Kübel- Herbstein und Loh. Schöck, Rixfeld. Klasse Maschinen, Geräte und Hilfs st offe: Landwirtschaftl. Zentralgenossenschaft Friedberg, Riedeselsche Ziegelei Lauterbach, Auskunftsstelle Deutsche Kalishndikate Darmstadt, Landwirt- schaftL Beratungsstelle Kassel. Handelsgesellschaft Lhyssenwerke, Zweigniederlassung Gießen, sämt­lich mit Ehrendiplvm bewertet. Klasse Samm­lung von Gemüse und Gartenge­wächsen: Ehrenpreis der Stadt Lauterbach: Gräflich Görtzsche Durg-Güterverwaltung Schlitz,

2. Preis Schloßgärtnerei Eisenbach undDaurnspek- tor Salzer-Lauterbach.

Abteilung Obstbau: Gesamtleistung in Obstbau, Packmaterial und Geräten: Ehrendiplvm Loh. Kurz. Schadges; Gesamtleistung in Deko­ration: Ehrendiplom QL Hcimroth. Lauterbach, Gutsverwaltung Sickendorf, Wilh. Derer, Lauter­bach, Schlotzgärtnerei Cisenbach.

(Schluß des Berichts folgt.)

Bücherlisch.

Meggendorfer Blätter (Verlag München, Residenzstr. 10). Das neue Heft Nr. 1864 bringt wieder eine Anzahl merkwürdiger Geschich­ten, eine lustige Satire auf den gesunden Sport, eine Handvoll Witze und die üblichen Wochenpreis, aufgabe für phantasiebegabte Leser. Den Bilder­teil bestreiten u. a. Kirchner, Mauder, Rößler und Blömer.

Kleines illustriertes Turn­te x rk o n. Von Bernhard Striegler. Mtt 415 Abbildungen. Max Hesses Verlag, Berlin XX* 15. Ein, soweit wir schon können, erschöpfendes Rachschlagewerkchen. handlich und blllig zugleich, anschaulich durch die vielen Bilder, aktuell im Zeitalter d:s Sports und der LeiceSübungen. 432 Ein Preisausschreiben des Volks- verbandes der Bücherfreunde verkündet den annähernd eine halbe Million zählenden Mit­gliedern dieses Verbandes das soeben erschienene 3. Hest derV i e r t e l j a h r s b l ä t t e r".Welcher Band der VIII. Iahresreihe hat mir am besten ge­fallen und weshalb?" lautet die Preisfrage. Wert­volle Buchpreise warten der besten Löser. Erste Namen mit interessant zu lesenden, hier erst­malig erscheinenden Beiträgen haben auch dieses Heft wieder zu einem literarisch wertvollen Bau­stein zusammengefügt. Wolfgang Goetz, der Autor des neuen Iahresreihenbandes, ergeht sich in einer äußerst amüsanten Plauderei:Wie ich mein Leben noch einmal leben möchte." Eine psychologisch inter­essante Gegenüberstellung des wirklichen Seelen­lebens eines Geisteskranken und der künstlerischen Gestaltung durch oen Schauspieler gibt in erzählen­der Form Prof. Friedländer, der bekannte Arzt und Psychologe. Emil Waldmann, der Direktor der Bremer Kunsthalle, spricht sich überDeutsche Kunst in London" aus. Dr. Paul Zucker entwirft an Hand charakteristischer Illustrationsreproduktionen ein Bild vom künstlerischen Können des zwar noch jungen aber äußerst begabten Rasaello Busoni. Einen bisher unbekannten, in Faksimile wiederge- gebenen Brief Carl von Holteis hat ein Mitglied des Verbandes zur Veröffentlichung für das Heft beigefteuert. Auch dieses Heft wird nicht nur Mit­gliedern, sondern allen Interessenten von der Ge­schäftsstelle des Volksverbandes der Bücherfreunde, Wegweiser-Verlag G. m. b. H., Berlin-Charlotten- burg 2, Berliner Str. 42/43, kostenlos zugestellt.

Von Wandern und Bleiben. Eine Reihe von acht vielfarbigen Postkarten aus dem Wanderleben. Preis 80 Pfennig. Verband für Deutsche Lugendherbergen, Verlags-Abteilung. Hilchenbach in Westfalen. Die Reihe ist ange­sichts der Tatsache, daß heute noch viel Minder­wertiges und Durchschnittliches auf dem weiten Gebiet der farbigen Ansichtskarte geleistet wird, zu begrüßen und zu empfehlen.

Das ThemaTechnik und Mensch im Lahre200 0" behandelt ein fesselnder Auf­satz in Rümmer 4253 der Lllustrierten Zeitung (Verlag L. L. Weber in Leipzig). Äeber Fischfang in isländischen Gewässern be­richtet sehr spannend Hans Friedrich in einem von ihm selbst illustrierten Beitrag3m Hochsee- fischdampfer nach Rord-Lsland". Ein bedeut­sames Kunstkapitel kommt in dem BeitragRu<- sische Historien-Malerei" zur Sprache. Lm wei­teren Lnhalt des Heftes folgen Bilder aus der Lüneburger Heide, amerikanische Modeneuheiten, ein reich bebilderter Artikel über die Freistrom­turbine. Bilder von deutschen Wirtschaftsführern und der aktuelle Dilderteil.

Die Vierte Wand. Organ der Deut­schen Theater-Ausstellung Magdeburg 1927. Her­ausgegeben von der Mitteldeutschen, Ausstel­lungsgesellschaft m. b. H. Lm zweiten Heft erörtert u. a. Max Freyhan die Grundlagen des deutschen Dramas unserer Gegenwart und kommt in seinen knappen, anregenden Ausführungen zu dem Ergebnis, daß das eigentliche Charakte» risttkum dieses Dramas in einer Weisung zur neuen Sachlichkeit" besteht. Unter dem Titel Don der Pike auf" zeigt der Darmstädter Sit­ten bant Ernst Legal, daß die Weiterentwicklung der deutschen Bühne auf einer unzerstörbaren Spielsreudigkeit ihres Rachwuchses beruht, die von allen irgendwie llterarisch gearteten Hem­mungen frei ist. Wilhelm Gerst berichtet über die Arbeit des Dühnendollsbunbes; Panos 2lra- vantinos schildert die Tlnterschiede in der bühnen­bildnerischen Arbeit, soweit sie Oper und Schau­spiel betreffen. Der Frankfurter Lektor für Rede­kunst Roedemeyer äußert sich über dieKrise des Wortes", eine Mahnung, die die werdende Schauspieler-Generation angeht.

Die Koralle (Ullstein, Berlin). Das neueste Heft macht in einem Bilderartikel von Dr. Gradenwitz u. a. mit dem in letzter Zeit oft besprochenen Problem des Fernsehens bekannt; in­teressante Photos begleiten die Aufsätze über See- Elefanten, über die Herbstzeitlose und über die Angler der Tiefsee".

Lkarus (Lm Fluge durch die große Welt), herausgegeben von Dr. Erich Mehne. Luftfahrt Verlag G. m. b. H.» Berlin SW 19. Lm September-Heft verdient ein Essay von Rich. Oertmann überMax Fleischer und die javanische Kunst" Beachtung. Ein Rückblick auf die Blüte­zeit der hindu-javanischen Epoche vom 5. bis 12. Jahrhundert n. Ehr. läßt die Bedeutung heu­tiger javanischer Kunstübung ermessen. Erfin­dungen und Empfindungswelt moderner Tanz- ktmst finden ihren schonungslosen, aber gerechten Krittler in der Plauderei von Werner Suhr über modernen Bühnentanz. Tanzgrößen von der jüngsten Vergangenheit bis zur Gegenwart ziehen in Wort und Bild an uns vorüber. Aus dem übrigen Lnhalt des Heftes wären noch hervorzuheben eine Rovellette von Sturm- GundalDas Sterben Tizians" (zum 350. Todes­tage des Meisters), Gedichte von Kurt Walter Goldschmidt und Felix Lorenz. Eine Flug- groteske von Hugo Wolfgang Philipp mit hu­morvollen Lllustrationen von W. Repsold schaffen die lustige Rote.

DasLeben. (Leipziger Derlagsdruckerei G. m. b. H., Dorrn. Fischer u. Rüsten.) Das .Oktoberheft des MagazinsDas Leben" ist gut gelungen. Hübsch pointierte vkizzen aus der Welt der Gesellschaft, eine spannende auS der des Verbrechers wechseln ab mit eleganten Plaude­reien und belehrenden Aufsätzen. Zahlreiche Ab­bildungen und Photographien belebenden Ln- halts, der für jeden Leser etwas bringt.

Wirtschaft.

Die wellwirtschasMche Entwicklung.

Die Lage der Weltwirtschaft wird charakterisiert durch die Tatsache, daß die Aussuhr Rußlands im Mai 1926 auf 38 Mill. Rubel zurückaeganaen unb damit gegenüoer der Vorkriegszeit auf weniger als den 6. Teil gesunken ist. Die Einfuhr wird für Mai mit 42 Mill. Rubel angegeben, während sie vor dem Kriege etwa 74 Milliarden Mark jährlich be­trug. Allein durch das Ausbleiben der russischen Käufe entsteht ein Fehlbetrag auf dem Weltmärkte von ungefähr 6 Milliarden Mark. Rechnet man dazu, daß die Gütererzeugung in der Türkei, in Polen, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Ungarn, Oesterreich, in der Tschechoslowakei usw. wesentlich zurückgegangen ist, und nimmt man die Minder aufnahmesähigkeit dieser Länder zusammen mit 3 Milliarden Mark an, dann besteht allein für Ost­europa ein Ausfall an auszufuhrenden Gütern von 9 Milliarden, für die eine entsprechende Gütererzeu­gung der Industrieländer unterbleiben muß. Die Ausfuhr des Ostens und Südostens Europas be­stand in der Hauptsache in land- und forstwirt­schaftlichen Gneugniffen aller Art, unb sie wurde von den industriellen Ländern mit Industrieerzeug­nissen aller Art bezahlt. Die Mengen Getreide, Häute, Felle, Butter, Eier usw., die früher auf den Weltmarkt kamen, sind jetzt nicht mehr vorhanden, und deshalb können die früheren Mengen Me­talle, Eisen, Kohle, Leder, Baumwolle, Wollwaren usw. im Austausch gegen sie auch nicht mehr ge­liefert werden. Zu diesem Fehlbetrag des Welt­handels kommt der Ausfall an Frachten, Versiche­rungen, Bankprovisionen usw. Zu dem Manko, der dem Welthandel im Osten und Südosten Europas entstanden ist, ist noch hinzuzurechnen der Ausfall, der durch bie weitgehende Verarmung in Deutsch­land, Frankreich, Belgien, Italien entstanden ist und entsteht. Diese Ausfälle, die einen sehr erheb­lichen Bruchteil des Vorknegs-Welthandels aus­machen, wirken sich in allen Ländern aus, und der Umfang des Gesamtwelthandels muß deshalb naturnotwendig eine erhebliche Einschränkung er­fahren. An dieser Entwicklung ist vorläufig nichts zu ändern, und kein Land der Welt kann sich ihr entziehen. In Deutschland war es möglich, eine Ein­fuhr aufrechtzuerhallen, die bis Anfang dieses Jahres über die Ausfuhr hinausging. Die Beträge, die Deutschland zur Bezahlung der Mehreinfuhr benötigte, wurden ihm durch Kredite vom Ausland zur Verfügung gestellt. Auf die Dauer läßt sich dieser Weg aber nicht gehen; die deutsche Einstihr wird sich vielmehr unter der Ausfuhr halten müssen, einerlei, wie tief die Ausfuhr sinkt. Die Ausfuhrmöglichkeit Deutschlands hängt aber nicht ab von der deutschen Produktionsmöglichkeit, son­dern von dem Aufnahmewillen und der Erzeu­gungsmöglichkeit der anderen Länder der Erde, die nur mit ihrem Produktionsüberschuß deutsche Waren kaufen und bezahlen können, dazu aber jetzt nicht mehr in dem früheren Umfang in der Lage sind.

In fast allen Ländern der Welt hat man bisher die industrielle Produktion als die wichtigste Art der Gütererzeugung angesehen. Die alten Industrie­länder haben ihre Industrieanlagen ausgebaut und auf erhöhte Leistungsfähigkeit gebracht. Die anderen Länder haben eigene Industrien ins Leben gerufen. Die industrielle Produktion ist einerseits erheblich gewachsen^ andererseits ist die Aufnahmefähigkeit der Welt erheblich zurückgegangen. Gleichzeitig ent­stand während des Krieges in wichtigen Agrarlän­dern eine starke Steigerung der landwirtschaftlichen Erzeugung. Durch die UeberfüCung des Lebens­mittelmarktes sind die Preise für Lebensrnittel unter scharfem Druck gehalten worden, so daß die Landwirte in allen Ländern durch große Verluste mehr ober minder große Teile ihrer Kapitalkraft, b. h. ihrer Probuktionskrast, einbühten, eine Ent­wicklung, bie sich in vielen Agrarländern im Rück­gang des landwirtschaftlich bebauten Bodens äußert. Dem steht gegenüber, daß bie Zahl der Menschen nicht abgenommen hat, unb baß es den Menschen möglich ist, ihren Verbrauch an Indu- ftrieroaren in größerem Umfange einzuschränken als ihren Verbrauch an Lebensmitteln. Die Entwick­lung müßte deshalb eigentlich führen zu einer Ver­knappung an Lebensmitteln bei steigenben Preisen unb zu einem Ueberangebot an Jndustriewaren zu sinkenden Preisen.

Weitere Fusionen in der West­deutschen Montanindustrie.

Bekanntlich hatte man vor einiger Zeit inner­halb der Montanwerke der Rhein-Elbe-Union Be­sprechungen geführt, die eine völlige Fusion dieser drei Gründerwerke der Vereinigte Stahlwerke A.-G. zum Ziele hatten. Diese Absicht hat man jedoch mit Rücksicht auf die allzu hohen Fusionskosten es wird von etwa 4 bis 5 Millionen Reichsmark gesprochen unb allzu geringe Ersparnismoglich- keiten wieder fallen lasten. Mnmehr hat man, wie derD. H. D." zuverlässig erfährt, innerhalb des Konzerns der Vereinigte Stahlwerke A.-G. bzw. ihrer Gründergesellschaften die Absicht, aus Erspar­nisgründen diejenigen Beteiligten, von denen man sehr starke Majoritäten bzw. oft fast das ganze Aktienkapital besitzt, je nach Lage der Dinge der Vereinigte Stahlwerke A.-G. ober ihren Einzel- grändern durch Fusion so anzugliedern, daß die einzelnen Aktiengesellschaften auch rechtlich ihre Selbständigkeit völlig aufgeben. Nähere Beschlüsse über alle Beteiligungen, die für solche Fusionen als günstig und vor allem ersparnisbringend in Frage kommen, sind bisher noch nicht gefaßt. Fest steht bisher vor allem die Absicht der Phönix A.-G., Düsseldorf, die Der. Stahlwerke van der Zypen und Wissener Eisenhütten A.-G. durch Fusion in sich aufnehmen. Die Phönix A.-G. besitzt jetzt etwa 87 Prozent des 16,2 Mill. Reichsmark betragenden Aktienkapitals von Zypen (6 Millionen Verwertungsaktien befinden sich außerdem noch m den Händen der Gesellschaft unb sollen eingezogen werden). Der Rest dürste sich ver­streut in ebenfalls festem Privatbesitz befinden.

Die deutsche Einfuhr elektro­technischer Erzeugnisse nachSpanien. Rach einer amtlichen spanischen Veröffentlichung in Dynamos, Motoren und Transformatoren ein­geführt worden. Von diesen kamen ca. 15 Millio­nen Kilogramm aus Deutschland. QIn zweiter Stelle rangieren die Vereinigten Staaten, die an Spanien ca. 10 Millionen Kilogramm lieferten. Der Bedarf an Generatoren wurde mit ungefähr 40 Prozent in Deutschland gedeckt. Ln elektri­schen Meßinstrumenten kamen von 1,9 Millionen Kilogramm 1,2 Mill'vnen Kilogramm auf Deutsch­land und 380 000 Kilogramm auf die Schweiz. England bleibt sowohl bei den Transformatoren, wie auch bei anderen elektrotechnischen Erzeug-