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der die Glückwünsche des Bezirkes Lich des Hasstaverbandes überreichte, und Dr. Jung, der im Barnen des Bundes Wicking sprach und die guten Beziehungen dieses Bundes zu dem Landjugendbund lobte. Verschönt wurde der Abend durch Gesangsvorträge der Gesang­vereineCacilia" undBothscher Männerchor" und durch Darbietungen des Licher Turn­vereins. Ein vaterländisches LebensbildHaltet aus" fand starken Beifall. Richt "vergessen sei die Derfchönerung des Abends durch die Musik­vorträge der Kapelle der Freiwilligen Feuer­wehr Rodheim v. d. Höhe. Die Versammlung fchloß mit Dankesworten des Dezirksvorsitzenben und mit dem Deutschlandlied.

des hessischen Bauernstandes anwesend, u. a. auch die Landtagsabgeordneten Dr. Leucht- g e n s und Wolf. Die Festhandlung auf dem Hardtberg, die einen glänzenden Verlauf ge­nommen hatte, fand ihren Abschluß mit der Preisverteilung für das Kleinkaliberschießen, wo­rauf der Vorsitzende der Ortsgruppe Lich, Karl Ludwig, mit Dankesworten an alle Milwirken­den das Schlußwort sprach.

Abends versammelten sich die Jungmannen in der Turnhalle, wo der FestfilmDeutsche Helden in schwerster Zeit" vorgeführt wurde.

Der Landvolktag Lich war eine glänzende Heerschau des oberhefsischen Bauernvolkes, auf die die Veranstalter mit Recht stolz sein können.

Der

Haupt-Festtag,

der Sonntag, zeigte schon in den frühesten Morgenstunden ein sehr bewegtes Treiben. Hm 7 Hhr begann der Wettkampf der Jungmannen im Klein! al iberschieben. Hm 11 Hhr fand Feldgottesdienst auf dem Hardtberge statt. Der Feldprediger sprach über die Ge­schichte von dem reichen Jüngling. Zwei Dinge sollten wieder lebendig werden an unserem Land­volk: Ehrfurcht und Reinheit.

Rachmittags wurde in der Laubacher Straße der

historische Festzug

aufgestellt, den zu schauen eine zahllose Menschen­menge sich eingefunden hatte und der durch historische Bilder und Jnnungswagen ein ganz besonderes Gepräge bekam. So wurden folgende Bilder gezeigt: Der Frühling (Osterbild), Ju- gendgruppe Gambach; Sommer und Ernte, Ju­gendgruppen Gambach und Inheiden: Herbst «Erntewagen), Jugendgruppe Rodheim a. d. Hort.', Winter, Jugendgruppen Eichelsachsen und Langs­dorf. Weiter wurde gezeigt: Die alten Deutschen oder aus unlerer Väter Tagen, Steinheim: Spinnstube, Albach: Webstuhl, Harbach: Loreley, Steinbach: Germania, Laubach: Bauerntrachten vor 100 Jahren, Gambach: Heim ins Reich, Oberhörgern. Aach diesen historischen Bildern folgten die Jnnungswagen: die Gärtner, die Schmiede, die Metzger, die Bäcker (die letzteren erfreuten durch Abwerfen ihrer Erzeugnisse), eine ganze Reihe von landwirtschaftlichen Ma­schinen und anderes mehr. Die Brauerei Jhring- Melchior, Lich, hatte einen Jnnungswagen mit Zecherkönig gestellt, aus dem das edle Raß unentgeltlich verabfolgt wurde. Der Schützen­verein 1921 mit der Darstellung von Wilhelm Teil erregte besondere Aufmerksamkeit. Erwähnt seien ferner auch der Wagen der Gesellschaft Gemütlichkeit und ein Wagen, der die kleinsten Jungbauern und Iungbäuerinnen zeigte. Der Festzug wurde angeführt von Vorreitern in Uni­formen des Lühowschen Freikorps, dem sich der Licher Reiterverein angeschlossen hatte.

Auf dem Festplah

wurde von Fr. D a n d i s - Gießen unter lebhaf­tem Beifall ein Prolog vorgetragen, worauf der 1. Vorsitzende des Hess. Landjugendbundes, Schmidt- Steinheim, die Festversammlung be­grüßte. Er spracht gegen den Mammonsgeist, gegen den internationalen Kapitalismus, gegen den Schandvertrag von Versailles und rief die Land­jugend auf zum Zusammenschluß. Die Festrede hielt der Vorsitzende des Badischen Landbundes, Direktor Dumas- Karlsruhe. Er wandte sich besonders gegen die deutsche Uneinigkeit und richtete einen Aufruf an die Jugend, die er zu deutscher Tat aufrief. Die deutsche Jugend solle Glaube, Liebe, Hoffnung hochhalten, namentlich den deutschen Glauben, die deutsche Vaterlands­liebe und die Hoffnung auf die deutsche Zu­kunft. Er ließ seine Rede ausklingen in dem Deutschlandlied. An Stelle des verhinderten Landtagsabgeordneten Dr. v. H e l m o l t-Adr.° Wöllstadt sprach der Landtagsabgeordnete Dr. Müller- Darmstadt. Er sprach gegen den Achtstundentag, gegen den Steuerdruck, über die Gründe, die zu dem Volksbegehren für die Landtagsauflösung geführt haben, und gab der Hoffnung Ausdruck auf eine bessere Zukunft. Aus den weiteren Ansprachen seien hervorgeho­ben die Reden des Reichstagsabgeordneten Dorsch und des Landtagsabgeordneten F e n - ch e l, die sich mit den politischen Geschehnissen der letzten Zeit befaßten und begeisterte Worte .fanden für den deutschen und besonders den hes­sischen Bauernstand. Leider wurden die treff­lichen Ausführungen durch einen niedergehenden Begen etwas gestört. Cs waren viele Führer

m»«OJfgW WJM ... - || °- ».»r. ff MW'C7CM-;

Die Krummhölzer.

Roman aus den bayerischen Bergen.

Von Michael Wagner.

15 Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Eine halbe Stunde später war alles vorbei.

Da drehte ein junger Feldgrauer im Stahlhelm, den Revolver in der Faust, Veri Urachers Leiche auf den Rucken und streifte mit scheuem Blick das blutige Gesicht mit den glasigen Augen.

Tot!" sagte er kurz und ernst zu einem andern. Dort liegt noch einer in der Hütte ..

VI.

Zeno Uracher war in seiner kleinen Werkstätte bei der Arbeit.

Durch die weit offenstehenden Fenster sah man in den zierlich angelegten Hausgarten hinaus, aus dem süßer Fliederoust und perlendes Vogelgezwit­scher in den Raum drangen.

Trat man aber näher an das Fenster heran, so bot sich dem freudig überraschten Auge ein lieb­liches Bild: Hinter der Maienblütenpracht des Gar­tens wuchsen erst sanft und grün, dann felsig und steil in langer Kette die Berge, Gipfel an Gipfel .

Und den größten Teil des Tages lachte und strahlte, mild und heiß, die Bergsonne auf das schmucke Schnitzerhaus.

Zenos Werkbank neben dem Fenster war be­deckt von Werkzeugen und Materialstücken. Darauf lag, nur lose und nachlässig zusammengefaltet, eine Tageszeitung großen tformats. Der junge Meister hatte schon fleißig und viel geschafft, seit er hier in Werkstatt und Haus als Herr saß und werken konnte nach seiner Lust und Lieb'. Und des alten Meisters Fürleger langjährige Kunden und Abnehmer hatten auch mit dem jungen, schaffens­frohen Nachfolger vertrauensvoll die Geschäftsver­bindung aufgenommen, neue Interessenten hatten sich hinzugesellt.

Arbeit hatte Zeno genug für feine fleißigen Hände, und die saubere Auslage draußen bekam immer mehr den neuen Zeno Uracherschen Zug in den ausgestellten Stücken: ein gewisses Etwas hatte alles gemein, was sich hier an Holzschnitzertunst zeigte eine eigene Harmonie der natürlichen Herbheit von Material und Schnitt, mit einer aus-

250'

100

150,75

64

122,2*

161,5*

147,5'

143,2'

136,4*

123*

121,2

160,5*

76,5

85

42

34,75

147,5*

141.5'

SO 77,12

248.7*

88.9

98,75

»50,5*

88

99.75

135

137.5*

146.5* 143*

Wirtschaft

Börsenkurse.

84

35

150

62.9

73

137,2*

124.4*

122,6*

161,5*

76,75

85,4

148' 142,2*

50 106,75 79,75

15.

36,25!

128,

82 1

36

3

152,25

62,25 i

71,25

Berliner Börse.

Berlin, 27. Juli. Die Eintönigkeit des Bör­sengeschäfts wurde heute durch einen Haussevor- st o ß der Spekulation am Montan­markt unterbrochen. Die günstigen Situations­berichte von der Lage der Esten- und Kohlenindu­strie regten Engagements an, so daß sickn Montan­werke bis zu 3 Prozent befestigen konnten und während der ersten Börsenstunde noch weitere leichte Befestigungen erzielten. Es dürften auch verschie­dene Deckungskäufe stattgefunden haben. Bank­aktien waren ebenfalls lebhaft im Geschäft. Die Befestigungen für Kriegsanleihe sind zum Stillstand gekommen. Die Gesamttendenz der Aktienmärkte war freundlich. Ein Moment, das zur Zurück­haltung mahnte, lag in der neuen Verschlech­terung der lateinischen Valuten vor.

Hamvurg.Amerika Pate». . . Norddeutscher Llovd . . . , Theramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Pbilipv Holzmann Anglo-Cont.-Guano.....

Chemische Mayer Alapin . . I. E. Jarbenindustric, A--G- Goldschmidt..........

Holzverkohlung Rütgerswerkc Scheideanstalt Mg. ClektrizitätS-Gesellschakt Bergmann ..........

Matnkraftwerke ...... Schocker!........

Siemen- & HalSke

Adlerwerke Klcyer ..... Daimler Motoren. ...... Heyligenstaedr......

Meguin Motorenwerke Mannheim .

Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Brann . . .

Schuhfabrik Herz.......

Sichel.............

Zell,tosf Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik Waghäusel . ..

248.7*

88,75

50

99

131

136.7*

123

94,5

121,5

161,5 |

76

83.75

23.5

42,25

Frankfurt a.M.

Berlin

Sdjluij» Kurs

1-Uhr- fiurs

Schluß- Sur»

Anfang «itre

Datum:

26. T. |

27. 7.

26. 7.

27. 7.

5% Deutsche ReichSanlethe .. 4% Deutsche Rcichsanlcihe .

0,505

0.505

0,505

0,507* 0,46

3V*% Deutsche ReichSanlethe

0.475

0,4625

0,46

3% Deutsche Reichsanleihe Deutsche Svarprämienan leihe

0,52

0.625

0,53

0,275

0.27

4% Preußische Koniols . . .

0.47

0.4625

4% Heffen...... .

0,43

0,44

3V»0/n Hellen........

3%5cjitit...........

»

0,47

0.45

Deutsche Wertd. Dollar-Anl.

96

97,1

_

dto. Doll.-Schav-Anneilng.*)

<°/o Zolltürken. . .....

12.9

12.8

5% Goldmerikaner ....

46

46.25

-

Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank

128.5*

130*

176*

129,5*

177.5* 130*

Darmsl. und Nationalbank .

178.5*

ISO*

179.5*

180,2*

Deutsche Bank.........

164*

164.5*

163,75

164,5*

Deutsche Bercinsbank ....

90

Disconto Commandit . . .

Metallbank...........

150*

150,5*

149,7'

150,7*

116

Mitteldeutsche Crcdttbank. . Oesterreichische Lrcditanstalt.

120

120,5

121,2*

7.1

7,15

7,25

7.2

Westbank ........

Bochumer Guß........

133.75

183,9*

136,5*

87,62

Buderus........ . . ,

85,25

87,25

86

Caro .......... .

72,9

73,5*

Deutsch-Luxemburg......

Gelsenkirchener Bergwerke. .

138.5

159,5*

142*

163*

138,2*

159,2*

142*

162

Harpener Bergbau......

Kaliwerke Aschersleben....

142*

137,5

142.25

147*

141,5*

183

146,5*

Kaliwerk Westeregeln. ....

140,25

142

Laurahütte...........

48,5

__

48.12

49

Oberbcdarf...........

Phönix Bergbau .......

61

64*

64*

109*

110,9*

108,5*

111,2*

Rheinstahl...........

431,75

133.7*

131.9*

134*

Ricbcck Montan. .......

142,25

143

141,25

143

Tellus Bergbau. ......

71

gesprochen künstlerisch-weichen schwungvollen Form- gebung. Es war, als hätte der junge Meister all seine mancherlei Kunstwerke und Sächelchen vom gediegenen Kruzifix bis zur derbkomischen Bauern- figur nach Dürerschen Vorbildern entstehen lassen. Das geübte Auge des Kenners aber gewahrte mit Erstaunen, daß hier echteste, urwüchsig-boden­ständige Kunst reiche Früchte trug wildwachsende Kunst mit gebändigtem Formensinn ...

So blühte also Zenos Kunsthandwerk, und Frau Marianne, an deren Klugheit, Federgewandtheit und Vielseitigkeit der junge Meister eine große Stütze hatte, machte fleißig Sendungen postfertig. Denn die meisten Liebhaber der alpenländifch-bäue- rischen Holzschnitzkunst sitzen natürlich in den Städten.

Heimlicherweise trug sich Zeno sogar mit dem Gedanken nach einem tüchtigen Gehilfen. Als vor­sichtiger Wäger in geschäftlichen Dingen aber wollte er doch noch einen weiteren kleinen Ruck nach vor­wärts abwarten ...

Zeno legte Werkzeug und Arbeitsstück langsam aus der Hand und lehnte sich in seinem Stuhle zurück. Ein Ausdruck heimlich zehrenden Harms lag über seinen ernsten, so unbäuerischen Zügen, eine seltsame Kummermüdigkeit und Sehnsucht, aus quälender Ungewißheit erlöst zu werden.

Zeno schrak auf. Die Klingel an der Ladentür schlug. Dann hörte er Marianne mit jemandem einige Worte sprechen. Er blickte nach der Uhr: die Nachmittagspost..

Dann tönte wieder die Klingel, und gleich darauf tarn Marianne zu ihm herein: frisch, sauber, frauen- haft, schön. Sie trat zu Zeno heran, stützte die eine ^anb auf feine Schulter und legte ein großes, gelbes Kuvert vor ihn hin. Er blickte zu ihr auf. Wohl lächelte sie, als sie nun sagte:

«Hier, Zeno, mehr hätt' er für heut' nicht tragen tonnen, hat der Postbote gesagt!" Aber in ihren lieben Augen glänzte etwas Kindlich-Furchtsames.

Zeno nickte schweigend. Langsam, widerstrebend tast, griff er nach dem gelben Brief. Seine Hände zitierten. Ganz still war es zwischen den beiden Menschen im kleinen Raum. Vom Garten herein aber lachte und jubilierte aus Vogelkehlcheu die Maienlust. Zeno war zumute, als müsse er die jbricjbuUe nur offnen, um Unheil herausströmen zu

Paris gab gegen London auf 197 nach, Mailand auf 150. Am Geldmarkt kündigte sich der Ul­timo durch eine stärkere Nachfrage an. Die Sätze waren aber nicht wesentlich höher, namentlich Tagesgeld stellte sich noch auf 4 bis 5,5 Prozent. Monatsgeld 5 bis 6 Prozent. Geld über den Ultimo 5,5 bis 7 Prozent

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

Telegraphische Auszahlung.

Banknoten.

26 Juli.

27. Juli.

Amtliche Notirrung (Mb M7ei

Amtliche 'Notierung äleld Brief

'Jlntft.ff'Jiott.

168,54

168,96

168,54

168.96

Buen.-AireS

1.690

1,694

1,693

1,697

Brss.-Antw.

11.03

11,07

10,28

10,32

Christiania.

92,08

92,82

92,03

92,27

Kovenhagen

111,18

111,46

111,18

111,46

Stockholm .

112,27

112,55

112,26

112,54

Selnngsors.

10,55

10,59

10.552

10,592

Italien. . .

13,93

13,97

13,38

13,42

London. .

<0,394

20,446

20,392

1*0,444

Neuvork . .

4.195

4.205

4,195

4,205

Daris....

10,73

10,77

10,26

10,30

Schweiz . .

81,19

81.39

81,15

<81,35

Spanien .

65,27

65.43

63.52

64,68

Japan . . .

1,983

1,987

1.983

1,987

)Kio de Jan.

H.640

0.642

0.613

0^632

Wien in D.°

Oest. abgest.

09.33

59,47

59,33

59,47

Prag ....

12,422

12,462

12,415

12,455

Belgrad . .

7.412

7,435

7,395

7,415

Budapest. .

5,855

5,895

5,875

5,895

Bulgarien .

.,04

3.05

3.04

3,05

Lissabon

21,425

21.475

21.435

;1,4<5

Danzig. . .

81,60

81,80

81,63

81,83

Konstantin.

2,345

2,355

2,335

2,345

Athen . .

4,99

5,01

4,49

4,51

Canada. . .

4,197

4,207

4,198

4,208

UruguaN .

4.175

4.185

4.155

4.165

Berlin, 26 Juli

Geld

Briet

Amerikanische Violen .....

4,18

4,20

Belgische Nöten .......

11,12

11,18

Dänische Noten . .......

110,94

111,50

Englische Noten........

20,375

Französische Noten ......

Holländische Noten ....

10,87

168,18

10,93

169.02

Italienische Noten......

14,36

11,44

Norwegische Noten......

91,77

93,23

Deutsch-2e,ierr.. 5 ioo Kronen

59,50

59.80

Rumänische Noten......

1.91

1.95

Schwedische Noten.....

111,97

112,53

Schweizer Noten.......

81,35

81,75

Spanische Viotcn.......

65,04

65,36

Tschechoslowakische Noten . .

12,397

12,457

Ungarische Noten.....

5.825

5,865

frankfurter Börse.

Frankfurt, 27.Juli. Tendenz: Fester. Das Börsengeschäft war anfangs durch große Lustlosigkeit und Zurückhaltung gekennzeichnet. Das Kursbild wurde aber infolge des stagnieren­den Geschäftes nur wenig beeinflußt: im großen und ganzen konnten sich die Kurse auf der gestrigen Basis behaupten. Im Verlause wurde die Stimmung etwas angeregter, und die Tendenz konnte sich auf den Hauptmärkten kräftig befestigen. Die Anregung zu der freundlichen Stimmung ging vom Montan markte aus, wo günstig lautende Berichte aus den Bergbau­revieren und aus der deutschen Eisenindustrie der Spekulation einen Anreiz zu Käufen gaben. Besonders begehrt waren Gelsenkirchen, Deutsch- ßuf, Harpener, Phönix und Rheinstahl, die etwa 2 bis 3 Prozent anziehen konnten. Diese Be­festigung übertrug sich zum Teil auch auf die anderen Märkte, die aber weniger ins Geschäft kamen. Die geringe Hmsatztätigkeit beschränkte sich auf die Spekulation, da die außenstehenden Kreise nur wenig Interesse für das Börsen­geschäft bekundeten. I. G. - Farbenaktien waren etwas gefragt und konnten sich auf 250,50 Proz. erhöhen, dagegen waren Scheideanstall 1,5 Proz. niedriger. Auch Goldschmidt und Holzver­kohlung schwächten sich ab. Elektro aktien wiesen nur geringe Veränderungen auf und lagen sehr still. Rur Schuckert plus 1 Proz. Bank­aktien zogen um Bruchteile eines Prozentes an. Schiffahrtsaktien waren ohne nen­nenswertes Geschäft. Rordd. Lloyd plus 0,75, aber Havag minus 0,5 Proz. Der Verkehr in den Rebenwerten war sehr still. Frankfurter Maschinen konnten ihre Steigerung auf 79,25 (plus 2,25 Proz.) fortsetzen infolge der beabsichtigten Verschmelzung mit der Emag-Frankfurt. Die übrigen Motoren- und Maschinen-- Aktien hatten bis gegen 1 Hhr noch keine Rotiz aufzuweisen. Das Geschäft flaute bald wieder ab und beschränkte sich nur hin und wieder auf einige Spezialwerte. Im späteren Verlaufe wurde die Stimmung schwankend und die Tendenz neigte eher zum Rachgeben. Deut­sche Anleihen waren gehalten. A u $ l a n -

Polizeidirektion München" stand darauf ge­druckt mit großen Buchstaben. f

Da preßte Zeno die Lippen zusammen und riß mit einem Ruck den Brief auf. Ein Mitteilungsblatt glitt heraus, das einen zweiten Brief umschloß ... Zeno war, als wandelte sich das warme Blut in feinen Adern zu Eiswasser ... Es war der Brief, den er zuletzt an Veri geschrieben, er trug auf der Rückseite seine Adresse als Absender. Die beigelegte Mitteilung aber besagte kurz und trocken in knap­pem Amtsstile: Daß ein in den Kämpfen an 1. Mai Getöteter mit Hilfe des beiliegenden Briefes und auch anderer Papiere als der am 25. Februar 1900 geborene, zuletzt in München sich aufhaltende Bau­ernsohn Franz Taver Uracher aus B. ermittelt wer­den konnte.

Weiter hieß es, daß der Tote gemeinsam mit anderen Revolutionsopfern bestattet worden fei; vorgefundene Eigentums- und Wertgegenstände lägen bei der amtlichen Stelle. Das Schreiben schloß mit der Aufforderung, von den nächsten Angehö­rigen möge sich jemand zur Erledigung notwendiger Formalitäten einfinden ...

Nun also hielt Zeno die trockene, amtlich be­siegelte Bestätigung des längst gefürchteten und ge­ahnten Unheils in Händen. Mit weit aufgeriffenen Augen starrte er auf das Blatt Papier. Kein Wort, kein Laut kam über feine zufammengepreßten Lippen.

Marianne hatte hochklopfenden Herzens das Schreiben mitgelefen.

Heiliger Gott! Also doch!" entfuhr es ihr im ersten Schrecken. Dann aber neigte sie sich tief über Öen so unheimlich reglos dasitzenden Gatten, schlang die Arme um feinen Hals und preßte ihre tränen­nasse, vor Erregung glühende Wange an fein tod­bleiches Gesicht.

Zeno!" bettelte sie mit Tränen in den Augen, Zeno!" Unerträglich war ihr dieses entsetzliche, bange Schweigen. Er schlang den Arm um sie. Ein Beben schüttelte seinen Körper. Ein schmerzliches Aufstöhnen bann lösten heiße Tränen den Bann.

Stumm, schmerzgefoltert, weinte er vor sich hin.

Marianne ließ ihn lange gewähren. Nur ihre Hand strich lind und sacht über feine Stirn, und ihr Mund flüsterte mütterliche Trostworte. Und draußen im ©arten grünte und sproßte das junge Blütenleben, und der Mai tanzte in lachender

bische Renten lagen fest, besonders fttt Türken zeigte sich Interesse. Im Freiverkehr herrschte lustlose Haltung vor. Decker Stahl 22,5, Growag 60, Entreprise 6,5, Frankfurter Handelsbank 85. Ufa 46,5, Ufra 96 Prozent. Am Geldmarkt machten sich die Hlttnwanfor- derungen bemerkbar, wodurch die Sätze eine An­spannung erfuhren. Tagesgeld 5, Monatsgeld 5,12 bis 7 Prozent je Adresse. Privatdiskonten 4,5, Jndustrieakzepte 5,25 Prozent. Im De­visenverkehr waren die w e st I i ch e n Frankenvaluten starken Schwankun­gen unterworfen. Rach einem Rückschlag auf 197,25 stellte sich der französische Franken auf 192 gegen London. Brüssel stellte sich auf 187 gegen das Pfund. Mailand gegen London 149.

<yVunksurter Getreidebörse.

Frankfurt a^OJl., 27. Juli. Es wurden no­tiert: Weizen, Wetterauer, 32 Mark nominell: Roggen, inländischer, 22 bis 22,25; Hafer, auslän­discher, 21,25 bis 23: Mais, gelb, 18,25 bis 18,50; Weizenmehl, inländisches (Spezial 0), 42,75 bis 43,50; Roggenmehl 31 bis 31,50; Weizenkleie 9,25; Roggenkleie 11 Mark. Tendenz: fest.

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 26. Juli. Vereinzelte Realisationen für prompte Lieferungen drückten" einesteils das Preisniveau für Weizen und Roggen, während an­derseits natürlich das festere Ausland sowie in der Hauptsache die ungünstige Erntewitterung und da­mit knappes Offertenmaterial befestigend auf die Allgemeintendenz wirkten. Die Umsatztätigkeit blieb aber relativ klein. Im Zeithandel stellten sich Herbst- monate für Weizen 1 bis 1,50 Mark höher, für Juli 1,50 Mark niedriger. Für Roggen kam eine Julinotiz nicht zustande, nachdem man vergeblich versucht hatte, auf der Basis von 205 Geld und 209 Brief einen Ausgleich zu schaffen. September und Oktober etwa 1,50 Mark über Vortag. Von son­stigen heimischen Früchten bringt hier und da wieder Frage nach neuer Wintergerste bei etwas höheren Geboten durch. Auch für Hafer zeigt sich in besten Sorten Begehr. Sonstige Futterstoffe wie auch Del- faaten fast vollständig vernachlässigt. Es notierten (1000 Kilogramm): Roggen, märkischer, 187 bis 190 Mark; Sommergerste 190 bis 205: Wintergerste, neue, 155 bis 168; Hafer, märkischer, 199 bis 205: Mais, loko Berlin, 176 bis 178; Raps 360 bis 365; (100 Kilogramm): Weizenmehl 38 bis 40; Roggen­mehl 26,75 bis 28,25; Weizenkleie 10,50 bis 10,75; Roggenkleie 11,40 bis 11,50; Viktoriaerbfen 34 bis 41; kleine Speiseerbsen 28 bis 32; FuUererbsen 21 bis 26; Peluschken 27 bis 28,50; Ackerbohnen 23 bis 26; Wicken 33 bis 35; Lupinen, blau, 15 bis 17; Lupinen, gelb, 20 bis 21,50; Rapskuchen 14,80 bis 15; Leinkuchen 19,50 bis 19,80; Trockenschnitzel 10,70 bis 11; Soyaschrot 20,30 bis 20,80; Kartoffelflocken 23,50 bis 24 Mark.

Bücherttsch.

Karl Federn. Hundert Rodel- l e n. (Gebrüder Paetel, Derlin-Leipzig-R.) Ganz­leinen 7 Mk. Von Karl Federns erfolgceidjem WerkHundert Rovellen". dessen Vollendung durch den Krieg unterbrochen und verzögert wurde, liegt jetzt der erste Band in vierter ver­änderter Auslage vor. Es ist ein farbenreiches Werk, das die Fülle des Weltgeschehens spiegelt. Der Verfasser kennt die Schlösser des österreichi­schen Adels wie die Heimat italienischer Bauern oder das Leben auf den Gütern an der vstpreußi- schen Grenze. Kein Menschenschicksal, keine Art von Menschen ist ihm fremd. Immer sehen wir durch neue Fenster in die Welt, immer tauchen neue Komparen auf: Wie Schicksal und Leben ist die Phantasie des Dichters unerschöpflich (392

Rundfunk-Programm.

Mittwoch, 28. Juli:

3.30 bis 4 Hhr: stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Hhr: Konzert des Hausorchesters: Reue Tanzmusik. 5.45 bis 6.05 Hhr: Die Dücherstunde. 6.15 bis 6.45 Hhr:Die Durchzählung ^der 24 Tagesstunden", Vortrag von W. Schehrer. 7.15 bis 7.45 Hhr:Die japanischen Legenden und Märchen", Vortrag von Generallonsul Müller- Beek. 7.45 bis 3.15 Hhr: Italienischer Sprach­unterricht. 8.15 bis 9.15 Hhr: Konzert des Prisca-Quartetts, Köln. 9.15 bis 10.15 Hhr: Hebertragung von Kassel: Russischer Liederabend.

Verantwortlich für Feuilleton i. V.: Dr. Fr. W. Lang e. Sonne nach der jubilierenden Fiedel der kleinen Federmusikanten seinen schönsten Reigen ...

Mit einemmal gab sich Zeno einen Ruck. Still, ivie er geweint, trocknete er feine Tränen und griff wieder nach dem verhängnisvollen Schreiben. Wäh­rend er es nachdenklich zwischen den Fingern wie spielend hin und her wendete, nickte er tief und schwer dazu.

So hat's kommen müssen! Wie a Motten im Lampenlicht g'rad so hat er zugrund' gehn müssen!" sagte er mit dumpfer Stimme.

Eine Pause drückender Stille folgte.

Mariann wir machen 's G'fchäft zua für heut!" Mit diesen Worten erhob sich Zeno, dabei sich mit beiden Händen schwer auf die Werkbank stützend.

Du willst zum Vater hinauf?" fragte Ma­rianne.

Er nickte nur.

Soll ich mit dir gehn?"

Bleib lieber!" bat er, i werd'" er stockte, es könnt' leicht fein, daß es zu einer Aussprach' kommt und da" Seine Augen suchten die ihren, da er dies sprach.

Zeno!" flehte sie, gel, ich bitt' dich setz' dir nur net zu arg zu! Schon 's Aufsteigen mit deinem Fuß laß mich doch lieber mit!"

Wenn i aber doch sag es könnt' leicht laut werden! I werd' mit mit meiner Meinung net hinterrn Berg halten!" wehrte er weiter ab.

Dann ists vielleicht g'rad erst recht gut, wenn ich bei dir bin!" verteidigte Marianne sich mit der Wärme der Liebe.

Nun überlegte Zeno einen Augenblick.

Du halfst 'es für guat?"

Für besser alss Daheimbleiben!"

Da war cs, als wollte sich auf Zenos Gesicht durch all den drückenden Kummer und das lastende Leid ein karges Lächeln zwängen.

Also dann gehn wir halt mitsammen."

Als sie nach geraumer Weile den prächtig auf [einer Höhe thronenden Hof erreichten, war bereits Feierabend. Aus der Hausbank saßen die Eh'halten, die Mannsleute schmauchten ihre Pfeifen und plauschten mit den Mägden.

(Fortsetzung folgt.)