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begonnen. Leider wird dadurch das schöne Land- fchaftsbild unseres Tälchens empfindlich beein­trächtigt. Da der Dach niemals nennenswert über seine Ufer trat, wird diese Arbeit auhev- dem von vielen als unnötig empfunden. Der Gemeinderat beschloß die Erbauung eines Uebungs- und Schlauchturmes für die Feuerwehr. Erfreulicherweise baut man ihn in einer Art. daß er sich seiner Umgebung (Denkmal, Fachwerkhäuser) gut einordnet. Die am tiefsten gelegenen Ortsstratzen hatten seither oft unter Lleberflutung und Verschlammung zu leiden. Diesem Uebelstand wird jetzt durch zweck- mähige Gossenpflasterung abgeholfen.

]:[ Usenborn, 26. Juli. In diesen Tagen wurde in unserer Gemeinde bereits mit der Fruchternte begonnen. Allem Anschein nach gibt es für den Landwirt viel Arbeit, da sämt­liche Fruchtarten jetzt schnell zu reifen beginnen. Am Sonntag entstand in unserem Walde, Di­striktSchafweide", ein Waldbrand, der glücklicherweise von vorübergehenden Spazier­gängern frühzeitig bemerkt wurde. Durch sofor­tiges Eingreifen der hiesigen Feuerwehr konnte durch Auswerfen von Gräben größeres Un - heil verhütet werden.

Kreis Schotten.

ild. Schotten, 26. Juli. Der Hochsommer brachte noch immer den Schweinerotlauf und somit grobe Verluste unter den Schweinebeständen. Eigentlich sollte jedermann die heute so kostbaren Tiere durch Impfung gegen die Krankheit schützen. Die große Geld­knappheit veranlaßt jedoch die meisten Schweine­besitzer, die Kosten der Rotlaufschutzimpfung zu sparen und es aus gut Glück ankommen zu lassen. Erst der Ausbruch der Seuche bewegt viele da­zu, Degenmahregeln zu ergreifen, oft erst, wenn es schon zu spat ist.

Gedern, 26. Juli. Am Samstag abend fand im Dergwirtshaus die diesjährige ordentliche Generalversammlung des hiesigen Turnvereins unter der Leitung des 1. Vorsitzenden S t öhr statt. Die Rechnung für das Derichtsjahr 1925/26 schließt nach den Dar­legungen des Rechners Dauer mit einem kleinen Ueberschuh ab. Der l.Turnwart Limpert er­stattete den Bericht über das Turnjahr, aus dem eine rege Vereinstätigkeit festzustellen war. Rach den Ergänzungswahlen zum Vorstand beschäftigte man sich mit dem schon seit längerer Zeit ge­planten Dau einer Turnhalle. Zu diesem Zwecke hat sich der Verein der Deutschen Bau- und Siedlungsgemeinschaft G. m. b. H. Darmstadt angefchlossen, und bewirbt sich um ein Darlehen von 20 000 Mark, wozu die Einzahlung eines Hausanteils von 1100 Mark erforderlich ist. Ein kleiner Teil hiervon ist bereits gezahlt, der Rest­betrag soll durch Zahlung einer freiwilligen monatlichen Umlage der passiven Vereins Mit­glieder aufgebracht werden. Man hofft, auf diese Weise innerhalb Jahresfrist in den Besitz der erforderlichen Summe zu kommen. Auch für eine Lotterie hofft man die ministerielle Genehmigung zu erhalten. Von der Stadt Gedern darf er­wartet werden, daß sie dem Projekt besonderes Interesse entgegenbringt und bereit ist, dem Plane finanzielle Unterstützung zuteil werden zu lassen. Ferner wurde beschlossen, der Bildung eines Musikkorps näherzutreten. Dom 29. bis 31. August soll eine Vereinsfahrt nach Heidelberg und Umgegend unternommen werden. Die Bezirke Schotten und Gedern planen auch in diesem Jahre eine Schülerfahrt, die entweder nach Eisenach zur Wartburg, oder nach Heidelberg führen soll. Hier ereignete! sich ein U n g l ü ck s f a l l. der zwei Menschen­leben den Tod hätte bringen können. Die beiden,

etwa 12jährigen Schüler Karl Diehl und Otto Crispenz hantierten mit Dynamit- Sprengpatronen. die sie sich auf nicht völlig geklärte Weise verschafft hatten. Dem Schüler Di ehl wurde durch den losgehenden Sprengfchuh die rechte Hand fast völlig abge­rissen, so daß die Hand amputiert werden mußte. Außerdem erlitt er und sein Kamerad schwere Brandwunden im Gesicht, am Rücken und dgl.

Ober-Schmitten, 25. Juli. Gestern abend versuchte ein Unbekannter die Sta­tionskasse des hiesigen Bahnhofs zu berauben. Als der Beamte, der für eine halbe Stunde dienstfrei war. das Bureau verlas­sen, drückte der Dieb vom Wartesaal aus den heruntergelassenen Fahrkartenschalter ein und öffnete die daselbst befindliche Schublade. Aber daber kam er nicht auf seine Rechnung. Die Schublade war leer, denn bei der Station ist es schon längst Gepflogenheit, die Kasse anderswo gesicherter zu verwahren. Passanten wollen einen Radfahrer beobachtet haben, der in fraglicher Zeit in rasender Eile den Weg nach Schotten nahm. Es liegt die Möglichkeit nahe, daß dieser als Täter in Frage kommt.

Kreis Alsfeld.

W Nieder-Gemünden, 26. Juli. In letz­ter Zeit war wiederholt an den Vorstand der Oberhessischen Korn Hausgenossen­schaft in Alsfeld das Ersuchen gerichtet worden, das im vorigen Winter völlig still­gelegte Kornhaus in Rieder-Gemün­den wieder zu eröffnen. Da zahlreiche Mit­glieder unseres Bezirks sich mittlerweile aus der Genossenschaft abgemeldet hatten, war von dem Genossenschaftsvorstand in Gemeinschaft mit dem Aufsichtsrat auf gestern nachmittag eine Ver­sammlung einberufen worden, in der man fest­stellen wollte, ob für die Wiedereröffnung der hiesigen Filiale das nötige Interesse vorhanden sei. Etwa 50 erschienene Mitglieder und Inter­essenten sprachen sich einstimmig für die Wieder­eröffnung aus. Der Vorstand verlangte jedoch zur Sicherstellung eines erneuten Filialbetriebs, daß mindestens 100 Mitglieder für die Wiedereröffnung eintreten müßten. Man beschloß, zunächst in den Ortschaften der Umgegend Listen zur Reuaufnahme von Mitgliedern in Umlauf zu sehen. Wenn sich eine genügende Beteiligung ergibt, soll der Betrieb in absehbarer Zeit wieder ausgenommen werden, weim auch zunächst nur für zwei oder drei Z^age in öer Woche.

Starkenburg.

WSR. Offenbach a. M., 26. Juli. Eine weibliche Person, die sich als Vertreterin des Wohlfahrtsamtes ausgibt, treibt hier ihr Unwesen. Bei bedürftigen Leuten erklärt sie. sich nach der Bedürftigkeit erkundigen zu müssen, und bietet gleichzeitig den Leuten schon eine kleine Geldunter st ühung an. Sie bittet dann, auf eine größere Banknote heraus­zugeben, was meistens den Leuten nicht möglich ist. In der Zeit jedoch, in der das Opfer in die Wohnung geht, um nach Geld zu suchen, läßt die Schwindlerin Wertgegenstände jeder Art. die sie vorfindet, mit sich gehen. Das gleiche Manöver wurde verschiedentlich wie­derholt. Es handelt sich anscheinend um dieselbe Betrügerin, die auch in Frankfurt a. M., Bad- Rauheim usw. ihr Unwesen getrieben hat. Sie gibt sich als Frau Amtsrichter Werner aus, ist etwa 1,75 Meter groß, hat blasses Gesicht, braune glatte Haare und trägt dunkelblaues Kostüm und gelbe Schuhe.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

<7> H och e l h e i m, 26. Juli. Die Wild­schweine, über deren Auftreten in den Rach- bargemeinden vor kurzem imGießener Anzeiger" berichtet wurde, haben auch im hiesigen Ge­meindewald einen Teil der von der Forstverwal­tung angelegten Cichelsaaten vernichtet. In den Gemeindewaldungen von Riederkleen und Dornholzhausen haben sie gleichen Schaden angerichtet.

Kreis Biedenkopf.

XX Rodheim a. d. Bieber, 26. Juli. Die erste Probefahrt für die Autolinie Wehlar-Rodheim-Gladenbach soll in dieser Woche stattfinden. Rach dem Fahrplan er- fcilgt die Abfahrt 6 Uhr früh in Wetzlar und geht von hier um 7 Uhr weiter in der Richtung Fellingshausen, Frankenbach, Eiserne Hand nach Gladenbach. Um die neue Linie bis Gladenbach rentabel zu machen, will man eine alt bewährte Einrichtung, die Gerichtstage für den Be­zirk R o d h e i m, aufheben und diese nach dem Amtssitz Gladenbach verlegen. Es handelt sich dabei um die Gemeinden Bieber, Crumbach, Fellingshausen, Frankenbach, Königsberg und Rodheim. Mit Recht geht bereits eine merkliche Erregung durch die Reihen aller Inter­essenten, denn die Entfernung von Rodheim bis Gladenbach beträgt 22,5 Kilometer, es erfordert also eine Reise dorthin bedeutenden Zeitverlust und erhebliche Kosten. Im Interesse unserer finanziellen Lage sollte man die Bevölkerung heute mit solchenVerbesserungen" verschonen.

Oberlahnkreis.

WSR. Weilburg, 25. Juli. Der in Ahausen wohnhafte Verwalter der Weilburger Geschäftsstelle des Raiffeisen- Vereins ist unter dem Verdacht, größere Unterschlagungen begangen zu haben, in Haft genommen worden.

Dillkrcis.

Z B r e i t s ch e i d , 26. Juli. Vor einigen Tagen wurden die Gemarkungen Breitscheid, Rabenscheid, Heisterberg, Waldaubach und die naheliegenden Ortschaften von einem Un­wetter mit Hagelschlag heimgesucht, welches das Gelände in etwa 15 Minuten in eine Schneedecke verwandelte. Die Hagelkörner in Größe einer Wallnuß machten das Getreide zum größten Teil dem Erdboden gleich. Der Sturm brach Fichten und Eichen in der Mitte des Stammes durch und legte ver­schiedene Schutzhecken ganz um. Der Schaden ist sehr groß. In einem unbewachten Augen­blick, während die Eltern sich mit dem Heu be­schäftigten, die dreijährige Tochter des Landwirts Adolf Henrich die giftigen Körner der Mucke (ortsüblicher Ausdruck), an deren Folgen sie am nächsten Tage schwer erkrankte. Auf Anordnung des Arztes muhte das Kind der Gießener Klinik überführt werden. Beim Mähen wurde hier der neunjährige Sohn des Rottenführers Ernst Thielmann von seinem älteren Bruder unvorsichtigerweise mit der Sense derart in das linkeDein geschlagen, daß fösort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden muhte.

U Eisemroth, 26. Juli. Hier ist ein Ber­sch ö n e r u n g 5 v cre i n gegründet worden, der sich die Ausg.be gestellt hat, unsere waldreiche Gegend mit schönen Sitzgelegenheiten auszustat­ten, damit den Ausflüglern und Touristen ange­

nehme Erholung geboten wird. Etwa 15 Bänke sind an den schönsten Plätzen bereits angebracht. Im Orte selbst soll noch vor dem Herbst die Errichtung einer öffentlichen Bade­anstalt in Angriff genommen werden. Dor einiger Zeit wurde infolge eines Todesfalles, als dessen Ursache man Genickstarre ver­mutete, die hiesige Schule geschlossen. Cs hat sich jetzt herausgestellt, dah die Besorgnis unbegründet war. Infolgedessen ist der Schulbetrieb wieder eröffnet worden. Mit den E r n t e a u s s ich t en in unserer Gegend können die Landwirte recht zufrie­den sein, da die vielen Regenfälle, ohne Schaden anzurichten, vorübergegangen sind.

Maingau.

WSR. H ö ch st a. M., 25. Juli. Zum Aus­bau des von der Reichsvermögensverwaltung erworbenen Lazaretts haben die Farb­werke an die Stadt 2 0 0 000 Mk. geschenkt. Die Klinik soll zu einer Station für in­nere Krankheiten ausgebaut werden, was 600 000 Mark Kosten erfordert. Das Geschenk ist daher mit großer Freude aufgenommen worden. Man erwartet, daß der Kreis einen weiteren Betrag stiften wird, zumal der größte Teil der Kranken nicht aus Höchst, sondern aus den Kreis­orten stammt.

Schöffengericht Gießen.

* Gießen, 26. Juli.

Ein wegen Diebstahls wiederholt vorbestrafter Schlosser mietete sich in Groß-Karben in einer Fa­milie ein, der er vorspiegelte, er sei KriegÄnvalide, beziehe eine Rente von 45 Mark, sein Vater werde ihm demnächst 100 Mark schicken u. a. in. Dadurch erreichte er, daß ihm längere Zeit Kost und Ver­pflegung gewährt und ein nicht unerheblicher Geld­betrag geliehen wurde, mit dem er, ohne seine Schulden bezahlt zu haben, verschwand. Vorher hatte er aus einem Vertiko, den er mit einem Nach­schlüssel öffnete, 30 Mark, ferner Kleidungsstücke entwendet. Wegen Betrugs und Rückfalld'ebstahls erhielt er eine GesamtgefängniL strafe von einem Jahr acht Monaten. Außer den Vorstrafen wirkte der gemeine Vertrauensmißbrauch strafverschärfend.

Ein Naturheilkundiger aus Darmstadt hatte vom Amtsgericht Grünberg einen Strafbefehl erhalten und darauf eine Eingabe voller Beleidigungen an das Gericht geschickt. Er wollte in Wahrung berech­tigter Interessen gehandelt haben; die Absicht, zu be­leidigen, war aber unverkennbar. Er erhielt eine Geld st rase von 600 Mark.

Zürnen, Sport und Spiel.

Neue Siege der ©ie^ener Rudergesellschaft.

Unter starker Beteiligung auswärtiger Ver­eine hielt der Ruder-Verein Bad Ems am Sonntag unter dem Protektorat des Reichs­präsidenten von Hindenburg die vom Kaiser Wilhelm I. ins Leben gerufene Emser Re­gatta zum 46. Male ab.

Die Gießener Ruder-Gesellschaft 1 8 7 7 hatte ihre Vierer-Mannschaft und ihrer Einer hierzu gemeldet. Während der Einer sick ganz knapp einem Mainzer Sculler beugen mußte gelang es der Vierer-Mannschaft, zwe. S i e g e ° zu erringen. Sie gewann im Hoch­schul-Vierer den Preis der Emsei Kurverwaltung und irndrittenDierei in einem Felde von 19 Booten den Preis vor der Bäderley.

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Heute abend ist nach schwerem, mit größter Geduld er­tragenem Leiden unsere herzensgute, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Wilhelmine Ran geb. Jung nach einem überaus arbeitsreichen Leben im Alter von 73 Jahren sanft entschlafen.

Die tiefträuernden Hinterbliebenen.

Lieh, Offenbach a. M., Beuern, den 26. Juli 1926.

Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 29. Juli, nachmittags 3y2 Uhr, statt G192D

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Gestern abend 8/4 Uhr verschied sanft nach schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unser inniggeliebter, herzensguter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Christoph Bieker, Kaufmann im Alter von 69 Jahren.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Theo Bieker, Kaufmann Maria Machens geb. Bieker Lina Bieker geb. Harth Dr. med. vet Andreas Machens Notar Viktor Geißner und 6 Enkelkinder.

Gießen, Braunschweig, Darmstadt, den 27. Juli 1926.

Die Beerdigung findet am Donnerstag, nachmittags 3*/a Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt.

Beileidsbesuche dankend abgelehnt.

Das feierliche Requiem ist am Donnerstag, morgens 6 Uhr, in der Pfarrkirche zu Gießen. 05l95

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