regnerischen Wetters nicht recht zur Geltung. Da beide Ausflüge auf einen Sonntag fielen, war vorauszusehen, daß auf keiner Seite mit einem so starken Besuch wie in sonstigen Jahren zu rechnen war. Die vorgetragenen Lieder fanden allgemeinen Anklang.
cf. Heuchelheim, 26. Juli. Eine vor dem Kriege alljährlich gepflegte Sitte, dah die vier hiesigen Gesangvereine sich zu einem Gänaertag -usammenfinden, erlebte gestern ihre Auferstehung. In der Gastwirtschaft »Zur Ludwigsburg'^ hotten sich die Vereine .Teutonia", .Germania". .Liederkvanz" und der Arbeiterge- fangverein eingefunden, um einige Stunden bei Gesang und froher Geselligkeit gemeinsam zu verleben. In einer einleitenden Ansprache begrüßte es der Vorsitzende des Arbeitergesangvereins. in dessen Dereinslokal die Veranstaltung stattfand, freudig, dah es gelungen sei, diese schöne Sitte wieder ins Leben zu rufen, und er gab der Hoffnung Ausdruck, dah von nun ab dieser Tag alljährlich wiederkehren werde. Jeder Verein brachte einige Thore zum Vortrag, die beifällig ausgenommen wurden und davon zeugten. dah die Pflege des Gesanges bei den hiesigen Vereinen auf beachtlicher Stufe steht. Leider hatte die Veranstaltung, die unter freiem Himmel stattfand. sehr unter der schlechten Witterung zu leiden. - Ein Autounfall, der leicht schlimmere Folgen hätte haben können.- ereignete sich in der Aacht auf Sonntag auf dem Wege, der oberhalb von Abendstern an der Landesgrenze nach Kinzenbach abbiegt. Der hiesige Autobesiher Hennrichs machte mit vier hiesigen jungen Leuten eine Vergnügungsfahrt. An der genannten Straße fuhr der Wagen a n einen Randstein, wurde zur Seite geschleudert und überschlug sich. Drei von den Insassen wurden dabei herausgeschleudert und kamen mit dem Schrecken davon, während der vierte und der Besitzer unter den Wagen zu liegen kamen. Hierbei zog sich der junge Mann einen Schlüsselbeinbruch zu. Bei dem Herausschaffen der unter dem Wagen Liegenden verletzte sich einer der Beteiligten schwer am Arm durch Schnittwunden.
£ Wieseck, 26. Juli. Die schöne Sitte der Fünfziger-Vereinigungen wird auch hier von Jahr zu Jahr weiter gepflegt. Im Interesse unseres VolkStums ist dies zu begrüßen, verschwinden doch auch auf dem Lande unter dem Einfluß der „neuen Zeit" die früheren Sit
ten und Gebräuche immer mehr. Kaum noch ein Schatten von dem, was dem früheren ländlichen Leben sein besonderes Gepräge gab, ist heute zu bemerken. Um so erfreulichen: muß das Aufleben des Reuen in dieser Richtung begrüßt werden, das die sich immer fester einburgemdeu -Sünfziger-Vereinigungen" jedenfalls bedeuten. Ohne Unterschied des politischen und religiösen Glaubens, oder der wirtschaftlichen Stellung sammeln sich hier die Alterskollegen, die auf dem Lande, von wenigen Ausnahmen abgesehen, ehemalige Schulkameraden sind. Alle Interessengegensätze werden zurückgestellt — derartige Pole in unserer raschlebigen und unruhigen Zeit sind erforderlich und erstrebenswert. Dieser Tage sammelte sich auch der Jahrgang 1 8 7 6. um feine in diesem Jahre fällige 50er-Seiet würdig iu begehen. Als Tag wurde der 8. August feftgelegt. Wie für seine Vorgänger, wird wohl auch dieser Tag für alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen ein wahrer Festtag werden und sie für künftige Veranstaltungen und das fernere -Zusammenleben einander näherbringen. Dies ist doch letzten Endes der tiefere Sinn dieser Veranstaltungen.
+ Grünberg. 26. 3uli. Am Samstagmorgen verschied plötzlich infolge eines Ge- hirnschlages der im nördlichen Kreise Gießen bei der Landbevölkerung bestens bekannte Land- wirtschaftsreserendar Gustav Iöckel vom hiesigen Landwirtschastsamt. Die Beisetzung der sterblichen Hülle des Heimgegangenen sand heute nachmittag unter starker Beteiligung der Bevölkerung statt. — Der am Südostabhang des Wartturms erbaute neue Hochbehälter unserer Wasserleitung ist nahezu fertiggestellt. Die Ausschachtungsarbriten, einschließlich der Betonierung, wurden im Lause des Winters unter der Leitung des Kreisbauamtes Gießen von dem hiesigen Baugeschäft Konrad Dock ausgeführt. Der neue Behälter soll an die Stelle des alten, im Diebsturm untergebrachten Eisen- bassins treten. Während dieses nur 120 Kubikmeter Fassungsvermögen hatte, weist der neue Behälter einen Ruhinhalt von 500 Kubikmeter aus. Zu dem Bau wurden etwa 90 Waggons Dasaltsplitt und Rheinland, sowie etwa 8 Waggons Zement verbraucht. Die vordere Frontseite mit zwei großen Flügelmauern ist aus behauenem Raturstein hergestellt. Mit der Fertigstellung dieses Behälters hat die Möglichkeit einer wirksameren Durchführung der Feuer-
bekämpfungSmahnahmen stark zugenommen. — Die Bezugs- und A b f a h g en o s f e n- schäft Grünberg hielt am Samstag ihre Hauptversammlung ab. Rach dem Geschäftsbericht für 1925 war das Ergebnis des verflossenen Jahres recht zufriedenstellend. Es wurden umgesetzt: 1957 Zentner Düngemittel im Werte von 8978 Mark, 29 Zentner Futtermittel im Werte von 448 Mark, 245 Zentner Saatgetreide im Werte von 1506 Mark und 15 Ztr. sonstige Artikel im Werte von 461 Mark. Der Getrecdeverkaus wurde dirett mit der Zentral- genossenschast getätigt und ist in den vorstehenden Zahlen nicht enthalten. 5kr Umsatz belief sich im Berichtsjahre auf 81 546,69 Mark, die Bilanz schließt in Soll und Haben mit 10 437,64 Mark ab. Der Reingewinn beziffert sich aus 815,70 Mk.: davon sollen 300 Mark für gesetzliche Reserve und 515,70 Mark zur Betriebsrücklage überschrieben werden. Dem Vorstände wurde Entlastung erteilt. Am Ende des Berichtsjahres zählte die Genossenschaft 70 Mitglieder. Die aus- scheidenden Vorstandsmitglieder wurden wieder- gewählt. Aus Antrag wurde beschlossen, im Hinblick auf die wirtschaftlichen Verhältnisse von der Erhebung eines Beitrages zum Geschäftsanteil im laufenden Jahre Abstand zu nehmen. Anschließend berichtete Direktor Trautmann von der hiesigen Landwirtschaftsschule über den letzten Gemarkungsrundgang und die dabei fest- gestellten Erkrankungen der Kartoffeln und des Getreides. Eine rege Aussprache hierüber beschloß die interessante Versammlung.
Kreis Friedberg.
Pb. Butzbach, 26. Juli. Die jüngste Stadtverordnetensitzung nahm, obwohl dreizehn Punkte auf der Tagesordnung standen, einen ziemlich raschen Verlauf. Bei den ersten drei Punkten Handelle es sich um Erwerb von Strahengelände, der ohne Debatte genehmigt wurde. — Die Eigenheim-Dau- Gesellschaft beabsichtigt Kleinwohnungen für Minderbemittelte zu bauen, und ist dieserhalb an die Stadt wegen Geländetausch herangetreten. Der Gesellschaft wurde gegen Tausch der Grundstücke an der Griedeler Straße Baugelände an der Landgraf-Philipp-Straße unter der Bedingung zur Verfügung gestellt, daß die geplanten Häuser noch in diesem Jahre erbaut werden. — Der Geländetausch zwischen Georg Karl Reih und der Stadt, sowie der Ankauf einer
dem hessischen Staat gehörigen Parzelle in ;. Wallgasse wurden gutgeheihern. Ebenso sand i).. Versammlung nichts gegen Erwerb von Graben- gelänbe durch Rob. Rickel ernzuwenden. — Wetter beschloß die Versammlung, für diejenigen Beamten, die am 1. Oktober 1925 bei der Hess. Versicherungsanstalt für gemeindliche Beamte in Darmstadt infolge der Erfüllung der zehnjährigen Wartezeit einen Rul)e- gehaltsanspruch erworben haben, die Anwart- schast auf Rente durch Zahlung einer Anerken- nungsgebühr seitens der Stadt aufrechtzuerhalten. — Die Eigenheim-Daugeßellschaft wünscht zur Erbauungvon lOKleinwoh- nungen städtische Bürgschaft-Übernahme zur eignen Aufnahme eines Daukred ts bis zu 7000 Mk. für jedes zu erbauende Haus. Die Versammlung beschloß. Bürgschaft bis zu 70 Proz. der Dausunnne für einen durch die Gesellschaft aufzunehmenden privaten Daukredit für jedes Haus zu übernehmen. Die Mitglieder der Eigenheim-Daugefellschaft übernehmen der Stad! gegenüber Rückbürgschast mit ihrem gesamten Vermögen und Solidarhaftung. Für jedes bis Ende des Jahres fertiggestellte Haus wird a> Staatsmitteln ein Baudarlehen von 3000 Mi. b willigt, unter der Voraussetzung, daß der Stad: im nächsten Jahre Staatsbaudarlehen in dieser Höhe überwiesen werden. — Durch Verfüg.ng des Ministers des Innern vom 9. Juli 1928 sind die Gemeinden berechtigt und verpflichtet, eine sog. Jnslationswert zuwachs st euer aus Grund einer zu beschließenden Ortssatzung zu erheben. Es wurde die Erhebung dieser Wert- zuwachssteuer beschlossen und die vom Minister herausgegebene Mustersatzunq angenommen. Die Satzung tritt am 24. Juli 1926 An Kraft. D e Stadtv. Jouh und Oppenheirnet: beantragten hierzu noch die Ausnahme eines Passus, wonach Kleinrentner und Arbeiter, die nur ein wöchentliches Einkommen bis zu 50 Mk. haben, von der Steuer befreit sein sollen. Dieserbnlb wird die Stadtverwaltung noch mit dem Ministerium verhandeln. — Der Antrag des Stadtv. Einbrodt auf Einführung der Kanalisation in der noch nicht dn den Kanal an- geschlossenen Griedeler Straße wurde bis zur Feststellung der entstehenden Kosten zurückgestellt.
Kreis Büdingen.
rl. D l e i ch e n b a ch, 26. Juli. Hier wurde jetzt mit der Reguli"rung der Bleiche
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der Kapelle des l.(Hess.) Grenad.-Batls., 15.
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Ewig - ttlee-(Luzerne) - Versteigerung. Donnerstag, den 29. Juli 1926, vorm.
9 LIHr beginnend, soll die Ewig-Klee- (Luzerne)-Ruhung von einigen Stücken und zwar an der Licher Straße gegenüber der Siechenanstalt, neben der Liebigshöhe und an der alten Marburger Straße öffentlich meistbietend an Ort und Stelle versteigert werden.
Zusammenkunft vorm. 8h U6r, an der Wirtschaft zur Stadt Lich (Licher Straße 59) Die Ruhung von dem Stuck an der alten Marburger Sttaße wird bei der Liebigshöhe ausgeboten. 61866
Gießen, den 26. Zull 1926.
Der Oberbürgermeister ______I. D.: Dr. Rosenberg. Hnb, to 28. IM
naclifflidags 2 Ohr - versteigere ich in Gießen. Wetzstein- gaffe 21, zwangsweise gegen Barzahlung^ Eine giößere Partie gesalzene Kranz- därme, trockene Kranzdärme, gesalzene Butlenspitzen, Mitteldärme, trockene Schweine-, Rinds- und Kalbs blasen, Butten, 30 Faß Pansen, 3 Faß Schwarten, Mehgergeröte wie: Schürzen, Kittel.Fleiichhackmaschinen.tzolzmulden, Bluteimer, Schüsseln, Fettheber, Schei- ben u. Messer für Fleischhackmaschinen, Messer, Stähle, Oelschürzen, 50 Mtr. Bielefelder Leinen für Schürzen, Schuhe und Stiefel mit Holzfohlen, Pergamentpapiere u. v. a.
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