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2an. Um zu neuem der seit einigen Jahren nach bestehende hiesige :n Werbeabend ab. iu alle Kameraden und nilien in den Saal des . Der Lorsihende, Ludlv. ie Erschienenen und ge- n Kameradschaft, die in tb des Krieges geschlossen ihnte namentlich in der t der großen Gegensähc 'erungsschichlm, diese alle )t zu vergessen und sich n unb lieben zu lernen. ödunoll von Slpenrod Ser bie 'Sebeutung bet einigen Zeit und über »t aller Schichten ded , alle Denllchen ewigen rder näherbringen möge. . sprach er an der Hand ,Die Eroberung der Lust n bis zM Lenlballon." des deutschen Erfinders Mn Grasen Zeppe« -bild zeigte uns in Zeppe- t in größter 2°t den Mut dadurch war ja nur sein Leider waren gerade die die Ozeanfahrt des an lufrschiffes zeigen oto .^pvelmgeseilfchaft no9 brr Deifal! lohnte öle des Iortragenden. So- Zagner als Mitglied cmunterte die allen ba"en und dem Terem damll er mit dM^
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Bich auch der Sohn des Der chweben noch Verhandlungen Seseszung der Stelle.
Q Lehrbach, 26. Jan. Der Kirchenvor
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Nachdruck verboten.
5. Fortsetzung.
Politik derEisenbahn, die durch ihre hohen Frachten den hiesigen Bergbau z. B. in seinem früheren lebhaften Jnlandversand ganz zum Erliegen gebracht hat — Am kommenden Donnerstag findet erneut eine öffentliche Stadtverordnete n s i tz u n g statt. Als Punkte der Tagesordnung sind angesetzt: Bericht über das Ergebnis der Prüfungsausschüsse, Wiederbesetzung der erledigten
ich auch der Sohn de« Derstorbenen. Zur Zeit i über die endgültige
Sein oder Nichtsein
Ein Kriminalroman von der Wasserkante.
Bon Moritz Schäfer.
gesetzt worden, um dem Stadtverordnetenkollegium an jr)anb der Akten Bericht über die Tätigkeit besonders des Stadtbau amtes seit Beginn der Markstabilisierung und Aufklärung über manche
empfand sie es doch als einen Mangel an Ber- trauen, daß es der Gatte für unnötig fand, sie durch ein paar Worte über das Notwendigste zu unterrichten. Die Ehe bestand noch zu kurze Zeit, der Kitt war noch zu lose, um jähen Erschütterungen standzuhalten. Mag Gewöhnung die Liebe ersetzen — wenn das Vertrauen abbröckelt, gibt es Risse und Sprünge.
Lorenzen seinerseits sah durch das Fehlschlagen seiner geschäftlichen Pläne die ganze Umgebung plötzlich unter anderem Gesichtswinkel. Wie der Wanderer, der aus lachender Landschaft und gleißendem Sonnenschein unvermittelt in ödes, zerklüftetes Gelände, in Sturm und Wolken kommt, statt der lächelnden Genien plötzlich dräuende Nebelfetzen um sich erblickt, so muten ihn Dinge und Menschen wie feindliche Gewalten an. Mißtrauen wuchs auf, und selbst Andrea hatte unter seinem Argwohn zu leiden. Bisher war er ihr dankbar gewesen, daß sie sich nicht um seine Geschäfte gekümmert — jetzt plötzlich erschien ihm diese Zurückhaltung gefühllose Gleichgültigkeit. Warum fragte sie ihn nicht, ob er Sorgen habe, warum kam sie nicht, ihm die Wolken durch einen Kuß von der Stirn zu scheuchen? Ach, wie gern hätte sich der Gatte seinem jungen, schönen Weide offenbart — aber er glaubte die Unnahbarkeit in ihren Zügen zu lesen und floh vor ihr, statt sie zu suchen. Um seines Weibes willen graute ihm vor dem Tag, der seine Position zusammenbrechen ließ, denn er wähnte, an diesem Tage müße auch seine Ehe in Trümmer sinken. Wie ein aufpeitschen- der Dämon stand die Angst an seinem Lager und scheuchte ihm den Schlaf.
In diese Zeit der lastenden Sorgen fiel überraschend ein Lichtblick: der Dollar stieg wieder! Wenn es in diesem Tempo nur ein paar Tage weiter gina, konnte Lorenzen die neu angeschafften Devisen mit genügendem Gewinn verkaufen, um seine Schuld an Mühlfeld wenigstens zur Hälfte wieder abtragen zu können. Der Bankier atmete auf, seine Stimmung hob sich, und die Zuversicht kehrte zurück. Der Glaube an fein persönliches Glück stellte sich wieder ein und befestigte sich, als der Dollar wieder stieg und am Wochenschluß einen jähen Sprung um 150 Punkte aufwärts tat. Wenn der Wochenbeginn die Haussce fortfetzte, konnte nicht nur das Mühlseldsche Guthaben restlos abgetragen, sondern darüber hinaus noch ein anschn-
fungsausschüsse, Wiederbesetzung der erle Bauratsstelle und Bürgerschaftsübernahme Stadt für den Spar- und Bauverein. Die Prüfungsausschüsse waren vor einem Jahre ein
meister Diehl). Zur Ausführung kam das drei- ] aktige Volksstück mit DZang: „Das Glücksmäbel".
Das Spiel tixir sehr flott und verständnisvoll', 1 alle Darsteller lösten ihre teilweise recht schwierigen Aufgaben mit großem Geschick. Umrahmt war die Aufführung von trefflichen Konzertstücken der Kapelle des Musikvereins unb sehr ansprechenden Gesangseinlagen der „Harmonie", die von Lehrer M o x t e r ° Gonterskirchen geleitet wurden. Ein besonderes Verdienst erwarb sich der Herr auch durch die Regie des Volksstücks, worin er auch eine Hauptrolle übernommen hatte. Die Darbietungen fanden den lebhaften Beifall der zahlreich erschienenen Zuhörer. An die Vorführungen schloß sich eine angeregte gesellige Unterhaltung. — Zn der vorigen Woche fand in den gräflichen Waldungen eine H i r s ch j a g d statt. Hierbei schoß im Walddiftrikt „Roth" (zwischen Gonterskirchen und Einartshausen) Joachim Gras zu Solms-Rödelheim (Assenheim) einen kapitalen Achter. Dies war das einzige Ergebnis der Zagd. Zufolge der Polizeijagden und des fortgesetzten Abschusses ist der Hochwildbestand sehr zurückgegangen.
Ig. Gedern, 26. Zan. Zn der jüngsten Sitzung des Gemeinderates gab der Bürgermeister nach Einführung und Verpflichtung 5er neuen Mitglieder eine Ueberficht über die
totett. ®rn großer Teil der Einwohner hat zu leinen Füßen gesessen. .
* Bellersheim, 26. Jan. Nach Voriger Vakanz der hiesigen Pfarrstelle hat unser neuer Geistlicher am Sonntag seine Antrittspredlgi gehalten. Die ganze Gemeinde ist hocherfreut, daß das fürst-braunselsische Haus ihrem Wunsche nach- Cftommen ist und Pfarrer G e r i g präsentiert hat. Man hofft auch in der Wohnungsfrage unseren jetzigen Geistlichen bald völlig befriedigen zu können.
o. Ober-Bessingen, 26. Jan. Der Gesangverein „N e u e-E in tra ch t" hielt am Sonntagabend seine Abendunterhaltung für diesen Winter ab, die von hier und aus der Umgegend sehr gut besucht war. Bei. prächtig gesungenen Mannerchören und vortrefflichen Thcaterauffüh- Tungen sowie humoristischen Darbietungen mel- scitigster Art konnte man einige recht genußreiche Stunden erleben.
.ttrcis Friedberg.
sf. Friedberg, 2l. dan. Die Ortsgruppen Friedbera-Dad-Rauheim des D H C. mit ihren sieben Zugmdaruppea hielten gestern abend im Saale des Kasinos ihr diesjähriges Dekorierungsfest ab, welches überaus zahlreich besucht war und einen sehr sch ow'n Verl u* nahm. Die Begrüßungsrede hielt der Vorsitzende, Lehrer Weidenhaus. Zm verflossenen Zahre sind 13 gemein am^ Wande- tu g n c u g führt worden. Vierzig Mitglied r formten d kori.rt werden, ihnen wurde je nach der Zahl der mitgemachten W: nderungen die Klubabzeichen mit den Hummern 2, 3. 4 und 5 überreicht. Ein ausgewäblte; Programm, von welchem besonders die Aufführung eines Spieles von Walter Dlachette „Der Schweinehirt' (nach dem gleichnamigen Märchen von Ander- sen) und das Schattenbild „Tr um eines Wanderers" hervorragten, eine Tombola und anschließender Tanz sorgten dafür, d..ß die Stimmung eine in jeder Beziehung angeregte um) vortreffliche war.
r Nieder - Florstadt, 26. Jan. Der G e - m e i n b e r a t tagte in seiner jüngsten Sitzung nochmals in der alten Zusammensetzung, da die Bestätigung der Neuwahl noch aussteht. Die beantragten Gartenpfosten zum Häuserbau wurden zugeteilt, und zwar zum mittleren Versteigerungspreis. Der Steinbruch nimmt alle Einnahmen weg. Es sind große Vorräte, besonders an Kleinpflastersteinen und Chausseesteinen, vorhanden, die zum Teil an den Kreis verkauft sind. Da jetzt günstige Zeit zur Anfuhr ist und die Lieferung an Ort ein- oegangen wurde, hat der Bürgermeister schon die Anfuhr vergeben. Die akkordierten Preise sind niedrig und auch für sofort eingegangen. Im Frühjahr oder gar im Sommer würde niemand dafür fahren können. Das Anfahren ist aber noch nicht gestattet. Da bei dem Verkauf mit Vorschußzahlungen gerechnet und dementsprechend auch die Preise niedrig gesetzt wurden, soll versucht werden, Anfuhr unb Vorschußzahlung zu erreichen. Geht dies nicht, dann müßte aus Geld- und Raummangel der Betrieb sehr eingeschränkt oder stillgelegt werden, was die Zahl der Arbeitslosen, die jetzt 136 beträgt, beträchtlich vermehrte und den später wieder aufzunehmenden Betrieb für längere Zeit unrentabel gestalten würde. Deshalb soll alles versucht werden, um die Einstellung zu verhüten. Die P'.mierung der Siedlungsftraße soll sofort in Angriff genommen werden. Die Bauerde wird an Interessenten abgegeben, und der weitere Aushub zur Verbesserung von Feldwegen benutzt. Außerdem wird in dieser und der Ebert- Straße Wasserleitung gelegt, deren Kosten sich auf etwa 4500 Mk. stellen. Diese Ausgabe gibt Veranlassung zu einem Uederbllck über die Finanzlage, der ein sehr trauriges Bild gibt. Infolge der schlechten Eingänge können nicht nur keine Schulden abgetragen, sondern sogar noch nicht die Zinsen bezahlt werden. Etwas Linderung gäbe es bei Zah-
। hing der Steine.
B. Rodheim v. d. Höhe, 26. Zan. Bei der Verpachtung der hiesigen Gemeind e-- j a g d lagen die Angebote im allgemeinen hinter j denen früherer Zahre zurück. Der eine der drei i Bezirke stellte sich so billig, daß die Genehmigung versagt wurde. — Der Evangelische 1 Frauen verein hielt eine Mitglieder- | Versammlung ab, bei der vor über 100 Frauen die Sekretärin des Hessischen Verbandes der Evangelischen Frauenvereine, Fräulein Anna Wahrendorff über „Aufgaben und Ziele der evangelischen Frauen vereine" einen Vortrag hielt. Den musikalischen Teil des Abends bestritt die
Finanzlage der Gemeinde. Dem höheren Ueberfchuß aus 1924 steht für 1925 ein geringerer gegenüber. Anschließend wurden die Kommissionen gebildet. Rach Erledigung einiger Woh- nungssachen und anderer kleinerer Gegenstände wurde Kenntnis genommen von der durch ungünstige Witterungsverhaltnisse bedingten Arbeitseinstellung im Steinbruch von Vullriede. Die erwerbslos gewordenen Leute wurden an das Kreisamt Schotten verwiesen. Für den 5. Schulfaal wurde die Einrichtung einer einfachen elektrischen Beleuchtungsanlage genehmigt. Zm übrigen erledigte der Gemeinderat noch einige kleinere Angelegenheiten.
)—( Ruppertsburg, 26. Zan. Die G e- neralversammlung des hiesigen Gesangvereins Sängerbund erfreute sich eines recht guten Besuchs. Sie wurde von dem Vorsitzenden, dem Feldschützen Zak. Bocher, geleitet, der nunmehr 20 Zahre an der Spitze des Vereins stehl und sich große Verdienste um diesen erworben hat. Dem Jahresberichte ist zu entnehmen, daß der Gesangverein auch im ab- gelaufenen Zahre wieder einen Zuwachs zu verzeichnen hat und nunmehr insgesamt 149 Mitglieder zählt. Die Rechnungsablage durch den langjährigen Rechner Wilhelm Lehr II. gestaltete sich günstig. Einschließlich des Kassenvorrats in der Höhe von 77,54 Mk. ergab sich ein Darvermögen von 249.59 Mk. An die Beratung verschiedener Anträge schloß sich ein gemütliches Beisammensein.
* Eichelsdorf, 26. Jan. Unser Dorf steht eben im Zeichen der Jahresabschlüsse. So hielten dieser Tage Gesangverein, Kriegerverein und Freiwillige Feuerwehr ihre Generalversammlungen. Die beiden erstgenannten Vereine, die schon auf lange Jahre des Bestehens zurückblicken können, haben im Jahre 1925 eine starke Zunahme der Mitgliederzahl aufzuweisen, dies beweist, daß sie mit der Art und Weife, wie sie ihre Vereinsaufgaben durchführen, auf dem rechten Wege sind. Die Freiwillige Feuerwehr ist eine Neugründung und brachte es im Laufe des ersten Vereinsjahres auf 84 Mitglieder. Die Kosten der Ausrüstung der Wehr (1800 Mk.) übernahm in dankenswerter Weife die Gemeinde. Da der feste Wille vorhanden ist, eine gut ausgebildete Wehr zu schaffen, genießt der jüngste Verein unseres Dorfes das größte Vertrauen. Das Erstarken unserer Vereine im Jahre 1925 ist für unser Dorf von außerordentlicher Bedeutung: werden doch in den Vereinen Leute der verschiedensten Stände und politischen Anschauungen zu gemeinsamen Tun vereint und erzogen. Diese Erziehungsarbeit wirkt sich im Leben des Dorfes aufs schönste aus.
. i’eis- Alsfeld.
o. Alsfeld, 26. Zan. Die diesjährige Kreislehrerkonferenz für den Kreis Alsfeld findet am 3. Februar im „Deutschen Haus" zu Alsfeld statt.
Q) Erbenhausen, 26. Jan. Nach dem kürzlich erfolgten Tod des Polizeidieners Johannes Wolf, der 32 Jahre lang fein Amt in unserer Gemeinde treu und pflichteifrig versah, sieht sich die Gemeinde vor die Aufgabe gestellt, den verwaisten Posten neu zu besetzen. Unter den verschiedenen in Betracht kommenden Kandidaten befindet
Pünktlich zum Ultimo trat die von Mülfeld vorausgesagte Baisse ein, der Dollar fiel um 500 Punkte. Lorenzen war der Eventualität durch rechtzeitige Abstoßung seiner freien Devisenbestände zuvorge- fommen; immerhin war der Gegenstoß erschütternd. Das rasch emporgeblühte Haus Lorenzen wäre in seinen Grunfesten bedroht gewesen, wenn der Bankier nicht durch das Verfügungsrecht über Muhlfelds Depot eine Stützungsaktion hätte durchführen können. Die zu hohem Kurs gefixten Devisen mutzten natürlich abgenommen werden und legten vollständig Bresche in die Reserven der Firma. Daß der Fall des Dollars vorübergehend und von einem erneuten Aufschwung der Devise gefolgt fein werde, erschien dem Bankier ohne Zweifel, und mit hastigem Entschluß kaufte er neue Dollarbestände. Der Rest des Erlöses aus dem Mühlfeldschen Depot wurde für diese Zwecke verwendet. Doch wider Erwarten brachten die Ersten Februartage ein weiteres Sinken der Devise, und abermals stieg für Lorenzen die Gefahr eines Zusammenbruchs am Horizont herauf.
tand hat in feiner heutigen Sitzung u. a. be- chlossen, von der geplanten Neudeckung des Daches der Pfarrscheuer mit Rücksicht auf die Geldknappheit vorerst abzusehen und es bei einer Umdeckung bewenden zu lassen. Die Neuherstellung des Fußbodens in der Küche des Pfarrhauses wurde genehmigt, doch ward man sich über die Art der Aus- ührung noch nicht schlüssig — ob Holzdielen, Tonplatten ober Linoleum — und vertagte die Entscheidung auf die nächste Sitzung.
KrciS Lauterbach.
8 Q u e ck, 26. Zan. Ein alter Sch 1 iher - länder Hochzeitsbrauch, der seit der Kriegszeit nicht mehr geübt wurde, ist bei der kürzlich in unserem Ort stattgehabten Hochzeit wieder zu seinem Recht gekommen: Während der Feierlichkeit in der Kirche haben die Dorfmusikanten Aufstellung genommen und empfangen die das Gotteshaus verlassenden HochzeitSgäste mit einem Choral. Sobald das junge Paar erscheint, ordnen sich die Mädchen in ihrer schmuk- ken Rationaltracht und die Burschen, mit Zweigen geschmückt, zu Paaren, und der Zug. voran das junge Ehepaar, setzt sich unter den Klängen eines flotten Marsches nach dem Hochzeitsh'.use in Bewegung; die Teilnehmer nehmen in einem Kreise vor dem Hause Aufstellung, und für das junge Volk werden die „drei Reigen" aufgespielt. Der festgestampfte Schnee gab bei der letzten Hochzeit einen tadellosen Tanzboden ab.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
2] Wetzlar, 26. Jan. Der vor einigen Tagen erschienene Bericht der hiesigen Industrie - und Handelskammer für das Ja h r 1 925 gibt mit gewohnter Gewissenhaftigkeit ein getreues Spiegelbild über die Entwicklung des Jndustrie- und kaufmännischen Lebens während der Berichtszeit. In rund 40 Druckseiten kommen die wichtigsten Erwerbszweige zu Wort. Wir sehen hier nach einem immer noch verhältnismäßig gutem Geschäftsbetrieb in den ersten $ Jahren das plötzliche Erlahmen fast jeglichen Absatzes in den meisten Industrien mit Beginn des Herbstes, und das hierdurch bedungene Anschwellen der>Arbeitslosenziffern infolge Stillegung von Betrieben ober ber Einführung von Feierschichten. Besonbers in ber hier wichtigen Eisen- unb Maschinenindustrie, die durch den schlechten Jnlandmarkt und durch den fast ganz unterbunbenen Auslandabsatz infolge der Währungsoerhältnisse in Frankreich und Belgien stark betroffen ist, wirkt sich die Krise am meisten aus. In der optischen Branche waren die Sommermonate gut. Aber auch hier trat mit dem Herbst ein fühlbarer Rückschlag ein. Erfreulich ist hier, daß durch eine Rationalisierung der Betriebe und durch Einführung neuzeitlicher Arbeitsmethoden eine Produktionssteigerung für einzelne Artikel erzielt werden konnte, die man dis vor kurzem nicht für möglich gehalten hatte. Auch die Automobil- i n d u st r i e hat im letzten Halbjahr einen starken Rückschlag erhalten. Allgemein geklagt wird über die hohen Steuern und besonders auch über bie gemeindlichen Ausgaben, die in dem Kammerbezirk und besonders in ber Stabt Wetzlar gegenüber Den Nachbarstädten verhältnismäßig sehr hoch sind. Der Hebung der Wirtschaft steht weiter bie immer noch scharfe Gelbknappheit und der Mangel jeden Entgegenkommens seitens der Banken gegenüber. Dazu kommt die Zahlungsunlust vieler Käufer und die Begleichung der Warenschulden fast ausschließlich mit Handelswechseln, von denen sehr viele wieder nach Protest zurückkommen. Ein dauernder Punkt der Klagen bildet noch die Tarif
licher Gewinn erzielt werden. Aber die Woche begann mit einem „schwarzen Montag", der in den Ännalen gar mancher Unternehmen mit einem Trauerrand vermerkt wurde. Jäh und unvermittelt senkte sich die Kurve der Devisen wieder nach unten, unb der Dollar fiel um 200 Punkte. Hätte nicht Lorenzen gleichzeitig in Effekten guten Gewinn erzielt, durch den er einen Teil des neuen Ausfalls wettmachen konnte — sein Haus wäre abermals von Unheil bedroht gewesen! So aber gelang es ihm, durch geschicktes Lavieren das Schlimmste abzuwenden. Immerhin blieben von dem Mühlfeldschen Depot, die inzwischen für die verkauften Papiere erzielten Kursgewinne eingerechnet, noch etwa 230 Millionen ungedeckt —
„Lieber Freund," sagte Lorenzen, als Mühlfeld ihn Mitte Februar wieder einmal besuchen kam, „Sie müssen noch ein bißchen Geduld haben."
„Natiirellement," antwortete der schöne Fedor lachend. „Sie sind und bleiben ein Pedant, mein guter Thomas. Wahrhaftig, Ihre Schläfen werden grau — ich rate Ihnen zu einem Haarfärbemittel. Wenn man eine junge schöne Frau im Haus hat, soll man Vorsehung spielen. Uebrigens, wie geht s ber Dame Ihres Herzens? Darf man ihr mal guten Tag sagen?"
Mühlfeld wußte als guter Taktiker ganz genau, wie man auf einem Gelände, das man erobern will, vorzugehen hat. Deshalb vermied er es mit weiser Vorsicht, sich als Annexionist zu verraten, und ging scheinbar spielend auf dem Boden vor, nach dessen Besitz seine Pläne strebten. Wenn ihm die Saat zur Ernte reif schien, gedachte er einen Ueberrumpelungscoup in Szene zu setzen.
Längst schon hatte Andrea, das königliche Weib, die Begehrlichkeit des Rou6s geweckt. Mühlfeld war dem biederen Lorenzen an Raffinement weit überlegen. Sein Vorgehen war von allem Anfang darauf berechnet, den Bankier zur Abhängigkeit von feinen Gnaden zu erziehen. Was Lorenzen in feiner Ahnungslosigkeit für Altruismus hielt, war in Wirklichkeit bloße Ichsucht, mit dem Endzweck, sich den Mann allmählich gefügig ZU machen. Wider Erwarten hatte der Bankier versagt, als ihm der schöne Feodor die Beteiligung an dem lichtscheuen Unternehmen antrug, unb ber Plan, Lorenzen als Akteur und nötigenfalls als Deckung vorzuschieben, war mitglückt. — Nun stand es für den skrupel-
Es konnte nicht ausbleiben,daß die geschäftlichen Erregungen auf Lorenzens Stimmung abfärbten. Er war 'zerfahren, nervös, unb all die zarten Rücksichten, die den Verkehr mit seiner Gattin kennzeichneten, blieben urplötzlich aus. Der heitere Gleichmut, der ihn beherrschte, hatte einer unsteten Ruhelosigkeit Platz gemacht. Kaum daß sich ber Sorgen» gehetzte zu den Mahlzeiten Muße nahm. Er schlang hastig ein paar Bissen hinunter, war wortkarg unb eilte roieber in seine Geschäftsräume. Einige Tage verreiste er nach Berlin, um an ber Börse persönlich Dispositionen zu treffen; aber er hatte roeber über Ziel noch Zweck der Reise im Familienkreise ein Wort gesagt. Andrea erfuhr zufällig von dem Prokuristen Danselow, daß der Chef in ber Reichshauptstadt weile. Sie biß die Zähne zusammen unb schwieg. Obgleich sie es peinlich vermied, mit Thomas Über geschäftliche Angelegenheiten zu reden,
Gesangsabteilung des Vereins unter Leitung ihres Dirigenten, Lehrer Alles. — Am Sonntag fand in ber „kleinen" Kirche ein L i ch t b i 1 d e r a b e n d des Guftao-Abolf-Vereins statt, in dem der Ortsgeistliche die zahlreich erschienenen Ge- meindeglieder an Hand einer größeren Bilderreihe in zwei Hauptarbeitsgebiete des Gustav-Adolf-Ver- eins, Siebenbürgen und Brasilien, einführte. Die vorhandenen Aufnahmen vom Gießener Gustav- Adolffest im Herbst 1925 konnten nicht mehr vor- geführt werden, da der elektrische Strom im Ort plötzlich aussetzte und die Darbietungen vorzeitig abgebrochen werden mußten.
Kreis Büdingen.
i. Ridda , 26. Zan. Der Bezirks- Lehrerverein Ridda kam hier im ..Darmstädter Hof zu seiner ersten Konferenz zusammen, die Obmann Ganz, Ober-Wibdersheim, mit herzlichen Worten der Begrüßung eröffnete. Vach Erledigung verschiedener geschäftlicher An- egelegenheiten hielt Turnlehrer Beck, Ridda, einen mit reichem Beifall aufgenommenen Vortrag über „Schule und Leibesübungen“. Ausgehend von dem großen hessischen Turnpädagogen Adolf Spieß behandelte er in klarer Weise all die Fragen, die heute im turnpädagogischen Leben heiß umstritten sind: tägliche Turnstunde. Turnhallenbau, Spielplatzgesetz und Lehrerausbildung, Fragen, die für die gesamte Erziehung grundlegend sind. Der Vortragende, der im turnerischen Leben der hessischen Lehrerschaft und der Tumerfcha t bekannt und anerkannt ist, erntete reichen Beifall.
„7" Ridda 26. Zan. älm das H imm e l s- bachsche Sägewerk mit Rutzholz zu versorgen, das es zur Aufrechterhaltung des Betriebs dringend benötigte, setzte in der vergangenen Woche eine äußerst lebhafte Abfuhr von Buchen st ämmen aus den benachbarten Waldungen ein. Da der hohe Schnee die Abfuhr auf Wagen unmöglich machte, sahen sich die Holzfuhrleute gezwungen, eigens zu diesem Zweck angefertigte starke Schlittengestelle zum Abtransport zu benutzen. Zwei-, vier- und sechsspännig wurden die schweren Holzlasten dem Sägewerk zugeführt. Die Erfahrung zeigte, daß das Verladen auf die Schlitten sich entschieden einfacher und leichter gestaltete und außerdem viel größere Lasten transportiert werden können. Manche Fuhrleute brachten es fertig, bis zu 14 Feftmeter Holz aufzuladen und mit 6 Pferden abzufahren. Das entspricht einer Last von etwa 400 Zentnern, die auf einmal waldabwärts sich bewerte. Das einfotzende Tauwetter beendigt die Abfuhr auf Schlitten und zwingt die Fuhrleute, die schweren Holzwagen anzuspannen. r -
t). Ridda, 24. Zan. Gestern abend hielt der hiesige Zweigverein des Vogelsberger Höhenklubs sein diesjähriges Wintervergnügen mit Nuszeichnungsfest im Gam- brinussaale ab. Die Feierlichkeit war gut besucht. Der Hauptvorstand war durch den Schriftleiter des „Frischauf", Lehrer Link von Rudingshain. vertreten. Eröffnet wurde die Feier durch einen flottgespielten Marsch einer kleinen Musikkapelle. Hieraus hielt der Vorsitzende des Zweigvereins, Oberlandmesser Eich, eine herzliche Begrüßungsansprache. Für die fröhliche Unterhaltung der zahlreichen Gäste sorgten dann Musik- und Gesangsvorträge, humoristische Della- mationen und ein flottgespieltes Theaterstückchen. Alle Darbietungen ernteten großen Beifall. Zwölf V. H. E.-Brüder und -Schwest/rn wurden für rege Beteiligung an den Wanderungen des vergangenen Zahres mit Wanderstöcken oder Ringen an bereits früher erworbenen Stöcken ausgezeichnet. Zedern Ausgezeichneten wurde ein sinnvolles Berschen bei äleberreichung der Auszeichnung vorgelesen imö über geben. Diese Gesichtchen hatte ein hiesiger bekannter Dichter verfaßt, und sie erregten viel Heiterkeit. Zu einer Auszeichnung waren 15 Punkte erforderlich. Rach Beendigung des Programms huldigte die Iugend noch eifrig dem Tanzvergnügen. Heute schloß sich an die Feier die erste diesjährige Wanderung des Vereins an, die sich wieder einer sehr starken Beteiligung erfreute.
Kreis Scholten.
□ ß a u b a , 25. Zan. Eine in allen Teilen wohlgelungene Abendunterhaltung boten gestern ihren Mitgliedern und den hiesigen Kunstfreunden im „Solmier Hof der Gesangverein Harmonie (Vorsitzender Schmiedemeister Kopp) und der M u s i k v e r e i n (Vorsitzender Kapell-
losen Egoisten fest: der Mann, dem er seine Konfibenzen gemacht, von dessen Verschwiegenheit seine Zukunft abhing, mutzte bürgerlich erledigt werden, Lorenzens Mitwisserschaft an den lichtscheuen Unternehmungen, an denen er sich nicht beteiligen wollte, war zu gefährlich, um nicht in einem Menschen wie MÜhlfeld den Plan reifen zu lassen, ihn als Gegner zu erledigen. — Zwar nannte er sich heute noch seinen Freund, unb bie Diskretion eines Mannes wie Lorenzens erschien über allem Zweifel erhaben. Indessen — eines Tages würde der gute Thomas ja doch erfahren, daß ein Wolf in Lammes- pelz seine Hürden umschlich. Wenn bann plötzlich bie Maske fiel, unb Lorenzen erkannte, daß ein Mann, ber sich an vorsätzlichen Schäbigungen des Fiskus systematisch bereicherte, auch einen Eingriff in die geheiligten Rechte des Freundes nicht scheute, dann mußte sich die Situation von Grund auf ändern. Don Rachegefühlen eines schmählich Getäuschten abhängig zu sein, war aber ganz und gar nicht nach dem Sinne Fedor Mühlfelds. Dies alles sah er voraus unb gründete barauf einen Plan, ber ihm mühelos die erstrebte Beute in den Schoß werfen und zugleich Lorenzen als Feind ausschalten mußte.
VI.
Auch in ber Strategie des Flirts, der langsam hinüberleitete zu dreisteren Huldigungen, erwies sich Mühlfeld als glänzender Taktiker. Mit sicherem Spürsinn erkundend, daß die Zeit der wachsenden Entfremdung der Gatten seine Pläne begünstige, fing er damit an, Andreas kühler Zurückhaltung durch diskrete Aufmerksamkeiten ein Paroli zu bieten. Niemals verdarb er sich bas Spiel durch plumpe Annäherungsversuche, er schmeichelte nicht unb hielt auch seine begehrenben Blicke in Bann. Mit der Gewandtheit des Weltmannes plauderte er von Kunst und Sport, von ber politischen Weltbühne unb von den krausen Vorgängen auf dem Börsentheater. Er pries Lorenzens geschäftliche Klugheit, rühmte seine Ehrenhaftigkeit und kapti- vierte ganz allmählich ihre ablehnende Haltung durch ein Blendfeuerwerk von geistreich aufgeputzten Thesen, die ein tieferes, inneres Gefühlsleben oortäuschten. Ist dieser Mann ein Geck, sagte sich Andrea im Anfang, so ist er doch interessant. Unb mit wachsender Neugier begann sie sein Wesen zu ergründen.
(Fortsetzung folgt.)


