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Turnen, Sport und Spiel.
Diskuswerfen.
DaS Diskuswerfen ift ein Erbe der Griechen, die diesen beliebten Wurfsport seil uralter Zeil übten. ES hat auch heule unter den Wurf- und Stohübungen neben dem Speerwerfen und dem Kugelstoßen einen ersten Platz inne. Wie etwa ist im Diskuswerfen der Wurf über oder unter ist im Diskuswerfen der Wurf üebr oder unter 40 Meter für die hervorragende oder die durchschnittlichere Leistung bezeichnend. Weltrekordwurf des Amerikaners Houser. erst im ersten Viertel dieses Jahres erreicht, ist 48,625 Meier, deutsche Höchstleistung, die der Frankfurter Steinbrenner 1922 aufstcllte, ist 46,66 Meter. Für das Diskuswerfen beidarmig ist Weltrekord- leiftung 90,12 Meter durch den Finnen Rik- l an der. deutsche Höchstleistung 75.83 Meter durch Duchgeister.
Der Diskus besteht aus einem Holzkörper, an dem ein polierter Metallreifen in dauerhafter Weise befestigt ist. Alm das vorgeschriebene Gewicht von 2 Kg. zu erreichen, sind Metallplatten genau im Mittelpunkt und an beiden Seiten des Holzkörpers eingelassen. Jede Seite des' Diskus muß ein genaues Gegenstück der anderen sein. Der größte Almfang des Diskus entspricht einem Kreise von mindestens 22 Ztrn Durchmesser. 3m geometrischen Mittelpunkt ist der Diskus mindestens 44,5 Mm. dick: diese Stärke muß auf eine Entfernung von 25 Mm. nach allen Seiten, hin gleich bleiben, die Dicke des Reifens. 6 Mm. von der Kante gemessen, mindestens 12,5 Mm. betragen. Geworfen wird aus einem Kreise von 2,5 Meter Durchmesser
Der Diskuswurf ist eine Alebung, die Raturanlage und Körperkraft vorausseht. Reben der Technik ist — das gilt für alle Wurfarten — die Kopfarbeit zu beachten. 3ede Drehung, Wendung, jeder Druck muß da einsetzen, wo sie die höchste Leistung erzielen. Mil dein eigentlichen Training wird nach einer sorgfältigen Vorbereitung mit den Würfen aus dem Stand begonnen. Der ganze Körper wird in Tätigkeit gebracht. Die Deine sind gespreizt, die linke Körperseite zeigt in Wurfrichtung. Der Diskus wird mit gespreizten und etwas gekrümmten Fingern gefaßt, der Handrücken liegt nach außen. Den Oberkörper etwas vornübcrgeneigt, wird in den Hüften eine kleine Drehung nach rechts ausgeführt, der linke Arm zum Ausgleich in Schulterhöhe erhoben. Das Körpergewicht ruht — beim Wurf rechts — auf dem leichtgebeugten rechten Dein. Ein leichtes Pendeln des Armes: das rechte Dein gestreckt, eine Drehung in den Hüften, die rechte Schulter wird nach vorn geworfen. Bauch-. Brust- und Armmusteln werden zusammengezogen und reißen die rechte Sette nach vorn, in rechtem Winkel zur Wurfrichtung läßt der Wurfarm den Diskus los.
Die Nationalen Weltkämpfe der Spielvereinigung 1900.
ö. Die V. Rationalen Weltkämpfe der S p i elverein igung 1 900 Gießen haben die in sie gesetzten Erwartungen erfüllt. Den 600 Zuschauern (wenn Gießen an diesem Tage von anderen Veranstaltungen frei gewesen wäre, hätte man Rekordbesuch gehabt) wurde guter Sport bei reibungsloser Abwicklung geboten. Als einziger Störensried trat ein heftiger Regenschauer auf, der zu einer etwa halbstündigen Alnterbrechung der Wettkämpfe führte.
Den Löwenanteil an den Erfolgen hatte die Frantfurter Sportgemeivde „Eintracht". In den Kurz- und Mittelstrecken, sowie in den Staffeln liefen die „Cintrachtler" säst alle Rennen siegreich nach Hause. 3hre besten Leute waren der 100-Meter-Mann M ü l l e n - der. der 400°Meter-Läuser Rummel und der vorjährige süddeutsche Meister L c u n i g. Gießen 1900 war den Leuten aus der Mainstadt in ben genannten Konkurrenzen meist dichtauf, ohne sie jedoch mcbedampfen zu können. Lediglich der junge, vielversprechende Depperling (Gießen 1900) konnte über seinen alten Rivalen Gul - b i n a t triumphieren.
Die Sprungkonkurrenzen hatten in All - wohn (Spv. Darmstadt), der den Hochsprung
Die Krummhölzer.
Roman aus den bayerischen Bergen.
Bon Michael Wagner.
14. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
..Wenn man nur bloß was sehen könnt'!" knirschte Beri grimmig hervor. Wiesmüller, der noch immer hinnusspcihtc, lachte kurz und trocken auf.
„Was willst — so roär’s allweil noch zum Aushalten. Aber ..."
Er vollendete ben Satz nicht. Ein ohrenbetäubendes Splittern, als würden Hunderte von eisernen Speeren auf einen Schlag gegen das Hüttchen geschleudert — ein krachendes Zersplittern der Fensterscheiben in unzählige Scherben.
Beri sah, wie dem Wiesmüller der Kops in den Nacken gerissen wurde — Glassplitter sprangen ihm ins Gesicht — da rollte der schwere Körper Wies- müllers neben ihm wie ein Klotz zu Boden — das Gesicht blutüberströmt — den Schädel zerschmettert.
Tak — tat — tat —
Beri war einige Augenblicke vollkommen starr. 3n seinem Gesicht brannten lausend Nadelstiche — er blutete — aber auf nichts achtete er.
„'s Maschinengewehr hat uns!" keuchte der andere und beugte sich über den Toten „Aus! —" Er richtete sich langsam aus. „Jetzt hat er halt doch foan mehr mitnehmen können!"
Beri stierte auf den Toten. Eine seltsame Reglosigkeit überkam ihn. Da stieg der andere über die Leiche hinweg und kauerte sich neben der durchlöcherten Tier nieder.
„Geh, Beri, legen wir uns draußen Hintern Zaun — bevor daß s' nochmal herleuchten!"
Mechanisch gehorchte Beri und kauerte sich sprungbereit neben dem Toten nieder. Sein Blick aber hing an dem Toten ...
.Aber flink, gel! Wenn i die Tür aufreiß — naus — über die Beet' zum Zaun vor und hin- g’flacft!"
Tat — 4a f — tat —
Dann sprangen sie hinaus und warfen sich neben dem Zaun ins nasse Gras. Beri schnaufte tief auf, seine Nasenflügel blähten sich, er fühlte die Erstarrung von sich weichen. Hitzig stieg ihm das
mit 1.72 Meter gewann, uni) in Meier (Ar- .e'nc deutsche Springerhoffnung.
al£ Weitsprungsieger zwei überragende Leute. Meier gewann auch mit 1 Punkt Vorsprung vor Goll (E. 6. 80 Frankfurt) den Dreikampf.
Zu den Wurfwettbewerben hatte sich Deutschlands Elite eingesunden. Der neugebackene süddeutsche Meister Krichel. Sp.-Dg. 98 Darmstadt. gewann das Speerwerfen mit der guten Leistung von 51 Mtr. knapp vor Goll, 80 Frankfurt. Letzterer vermochte im Kugelstoßen Die 3 Zentimeter, die ihm zum Sieg über ben Eintrachtmann Enders fehlten, nicht mehr zu schaffen. - Rachstehend die Ergebnisse:
Offen.
1 0 0 Mctcr: 1. Müllender, Eintracht Frankfurt. 11.4 S.; 2. Stärker, Cintr. Franks.. 11,6 S.; 3. Paul. Kurh.-Pol Kassel. 11.7 S.
200 Meter. 1. Kaietsch. Eintr. Franks. 23,4 Set.: 2. Fischer, Gießen 1900. 24.2 S: 3. Hartmann, S. D. 98 Darmstadt. 25,2 E.
4 00 Meter: 1. Rummel, Eintr. Franks.. 53 Sek.: 2. Rathke, Hess.-Pr. Kassel. 54,9 S: 3. Vogt. Hess.-Pol.-Spv. Darmstadt 56,4 S.
1 5 0 0 Meter: 1. Leunig, Eintr. Franks., 4:30; 2. Pfeil, V. f. 03. 05 Kurh. Marburg, 4:50.8; 3. Rüth. Spv. Hessen Gießen, 5: 02,8.
5000 Meter: 1. Gerhard, Weilburg. 16:37: 2. Diehl. Rasenspv. Germania Marburg. 17:02; 3. Paul, Sinn, 17:19.
Weitsprung: 1. Meier. Arminia Dielefeld, 6,35 Meter; 2. Harz, Hessen Frankenberg, 6,24 Meter; 3. Dademasch. F. C.-Pol. Wetzlar, 6,02 Meter.
Stabhochsprung: Paulus, D. s. D, Gießen.
Diskus: 1. Allwohn, Spv. 98 Darmstadt. 34,45 Meter: 2. Fricke. V. s.D. 05 Kurh. Marburg, 33,95 Meter: 3. Enders. Eintr. Franks., 32,38 Meter.
Kugelstoßen: 1. Goll. E. C. 1880 Franks.. 11.35 Meter; 2. Enders. Eintr. Franks.. 11,33 Meter, 3. Schenk, Kurh.-Pol. Kassel, 10,90 Meter.
Speerwerfen: 1. Krichel, Sp. 98 Darmstadt, 51 Meter: 2. Goll, C. C. 80 Franks., 50,25 Meter; 3. Weller. Dorussia Franks., 46,15 Meter.
Dreikamps (100 Meter, Weitsprung, Speerwerfen) 1. Meier, Arminia Dielefeld, 170 Punkte: 2. Goll, C. C. 80 Franks., 169 P.: 3. Krichel. Spv. Darmst., 143 P.
4 >-100-Meter-Staffel: 1. Eintracht Frankfurt 45,3 S.: 2. Spv. 1900 Gießen 45,4 S.
O lh m p. - S ta s f e l: 1. Eintracht Frankfurt: 2. Spv. 99 Offenbach
Junioren.
2 00 Meter: 1. Müllender, Eintr. Frankfurt. 23,6 S.: 2. Seibert, Gießen 1900, 24,1 ©.; 3. Lammert, Hess.-Pr. Kassel, 24.4 S.
Hochsprung: 1. Allwohn, Sp.°V. 98 Darmstadt, 1,72 Meter: 2. Decker, Gießen 1900, 1.69 Meter; 3. Dademasch, F.-C. Pol Wetzlar, 1,58 Meter.
Kugelstoßen (beibarm.): 1. Enders, Eintr. Frankfurt, 20,18 Meter; 2. Dietrich, Frankenberg 18,03 Meter: 3. Dirken stock, Gießen 1900, 17,36 Meter.
3x200-Meter-Staffel: 1. Eintracht Frankfurt 1:12; 2. Sp.-Vgg. 1900 Gießen, 1:13,3.
Anfänger.
100 Meter: 1. Harz, Sp.-D. Hessen Frankenberg, 11,8 S.: 2. Guyot. Gießen 1900, 11,9 S.; 3. Freudei, Spv. 98 Darmstadt 12 S.
80 0 Meter: 1. Depperling, Gießen 1900, 2:09,4; 2. Gulbinot, Eintr. Frankfurt, 2:11,7; 3. Hertstein, D. C. Wetzlar, 2:15.
Weitsprung: 1 Hartmann, Spv. 98 Darmstadt, 6,-; 2. Mott, V. f. L. Frankfurt, 5,93 Meter: 3. Kramer, V. f D. 05 Kurh. Marburg, 5,90 Meter.
, 3X1000-Meter-Staffel: 1. Hess. Pol -Htzorlv. Darmstadt 8:45: 2. D. C. Wetzlar 8:56,8; 3. Sportv. 99 Offenbach 8:59.
Die Hrndenburg-Kampsspiele.
Hannover, 25. Juli. (WD.) Die unter der Schirmherrschaft des Reichspräsidenten unter dem Titel Hindenburg-Kampsspiele heute in Hannover veranstalteten leichtath
letischen Wettkämpfe gingen vor etwa 8000 Zuschauern vor sich. Ergebnisse:
100-Mtr-Hürdenlaus: 1. Steinhardt (Phö- nir-Karlsruhe) 16 Sekunden.
4 1$ 1500-Ultr’2auf; 1. Boltz c (Preußen-Stettin)
lOO-Mtr.-Laus. 1. Dörner (Schweizer Kurz- streckcnmeister) von Teutonia-Berlin 10,9 Sek.
5000-Mtr -Lauf: 1. Dieckmann -Hannover
15,49,5.
Hochsprung: 1. Detz (Berliner Sportklub) 1,80 Mtr.
Weitfprung: 1. Leppkc (Siemens-Derlin) 6,77 Mtr.
Speerwerfen: 1. Meimer (Teutonia-Derlin) 57,70 Mtr.
Dreikamps: 1. Leppke (Siemens-Derlin) 180 Punkte.
Viermal-lOO-Mtr.-Stasfel: 1. Preußen-Stettin 44,6,2.
Dreimal-1000-Mtr -Staffel (Jugendstaffel):
1. D. H. Hannover 8.37,7.
Olympische Staffel: 1. Preußen-Stettin 3,41.
Dreimal-lOOO-Mtr.-Staffel: 1. Preußen-Stettin 8,16,9.
Dreimal-200-Mtr.-Staff el: 1. Preußen-Stettin 1,09,5.
Das Einlabungslaufen über 400 Mtr. konnte nicht ausgetragen werden, da der Charlottenburger Schmidt dem Start fern blieb und kein Gegner für Dr. Peltzer da war.
Jung-Deutschland Darmstadt süddeutscher Wasserballmeister.
Frankfurt a. M.. 25 Juli. (WTD.) Am heutigen Sonntagnachmittag sand im Frankfurter Stadionschwimmbecken ein Klubkamps zwischen dem ersten Frantfurter Schwimm- Club und dem 1. F. C. Nürnberg statt, in dessen Rahmen auch die süddeutsche Wasserball m ei st erscha ft ausgetragen wurde. Das Endspiel um die Wasserballmeisterschaft sah „I u n g d e u t s ch la n d" D a r m st a d t mit 2:1 gegen Dayem 07 Nürnberg als Sieger. Darmstadt war sehr gut und hatte vor wie nach der Pause etwas mehr vom Spiel. Andernteils hielten sich aber die Bayern vorzüglich, was aus dem tnapven Ergebnis hervorgeht. Den Klub- z w c i k a m p s konnte der veranstaltende Verein sich sichern, der mit 14:8 Punkten über den 1. F. C. Rürnberg siegreich blieb. Das Wasserballspiel der beiden Klubs tonnte auch Frankfurt mit 3:2 Toren für sich entscheiden.
Die deutsche Meeresmeisterschaft über 2000 Meter
hat im Rahmen des Internationalen Zoppoter Schwimmfestes der Verteidiger Zander (Danzig) in 35:31 wieder gewonnen. Siegerin in der Klasse der Dainen wurde Frl. ‘Baumann (Stettin) vor Frl. Reh (Königsberg). Dei den Junioren siegte Zumpse (Danzig), bei den Reichswehrschwimmern Pionier M o n h k a (Königsberg).
Jubiläums-Regatta inOffenbach
Erster Tag.
Offenbach, 24. Juli. Die Jubiläums- Regatta der Offenbacher Rudergesellschaft „Al n b i n e“ war vom Wetter außerorbentlich begünstigt unb nahm einen reibungslosen imb einwandfreien Verlauf. Wenn auch nicht die erwartete Begegnung zwischen dem Mainzer Ruberverein und der Kölner Rudergesellschaft im Vier ohne Steuermann zustande kam, weil Kölner Gesellschaft von 1891 wegen Erkrankung Rr. 3 nicht antreten konnte und außerdem der Frankfurter Ruderverein und der Kölner Club für Wassersport in dem gleichen Rennen zurückzogen, so' leisteten der Mainzer Ruberverein und die Offenbacher Rudergesell- schaft „Alnbine“ in diesem Rennen Hervorragendes. Mainz blieb schließlich Sieger und dokumentierte damit aufs neue, baß sein Vierer mit Recht als der beste Deutschlands bezeichnet wirb. Im Jubiläumsachter stellte bann Köln 91 voll feinen Mann, indem er dieses Rennen siegreich vor Mainz unb Offenbacher „Alnbine“ nach Hause brachte. Der Jubilar, die Offenbacher Ruber
Blut in die Schläfen, eine ungeheure Wut wuchs in ihm auf ...
Er murmelte einen Fluch, seine Hände umklammerten das Gewehr. Mit zusammengebissenen Zähnen legte er sich ein Häufchen Patronen zurecht. Ueber bas ganze Gebiet rollte jetzt der Gefechtslärm hinweg. Gewehrfeuer prasselte auf und verebbte wieder, die Maschinengewehre hämmerten in grausigem Gleichmut grelle, harte Takte. Da und dort spritzte von einer berstenden Granate eine Erd- fontäne hoch, krepierten die Schrapnells in der' Luft. Heber all dem Lärm und Rauch zog ein Flieger stolze Kreise. Vergeblich bellten einige Gewehrsalven gleich kläffenden Hunden zu ihm empor.
Ganz ruhig lagen die beiden Freischärler auf dem Boden, durch den Zaun feinbroärts spähend, an einzelstehenden Häusern vorbei, über öde Baugründe, ebenes, flaches Land. Die Sicht war jedoch schlecht, und die Straße, die die Truppen heran führen mußte, tauchte bald in nebligen Dunst, der in riesigem Bogen, unheil- und verderbenschwanger, sich um die Stadl schwang.
Hebet unb um die beiden Männer rasselte, rollte, stampfte und tobte der Gefechtslärm. Ihre Augen fraßen sich in den grauen Dunst, nach einem sicheren Ziele gierend ...
Da war es dem Beri Hracher, als fiele er in einen Traum. Er lag unbeweglich, mit starren Augen, die Hände um das Gewehr gekrampft ...
... Langsam, ganz langsam wurde der Dunst- vorhang wie ein Schleier non unsichtbarer Hand emporgehoben, leise, sachte, wundervoll feierlich langsam ...
Unb dahinter zeigte sich nicht die endlose Fläche der Ebene, die Heide, welche hier vor den Stadttoren lag, und von der Beri wußte, daß sie hinter dem Dunste platt und flach sich verbarg ...
O nein — und das war nun bas Wunder!
Jenseits des feierlich sich hebenden Vorhangs lag eine wunderschöne Landschaft: Hohe, bis zu den ziehenden weißen Bauschwolken aufgetürmte Berge umschlossen mit starken Armen einen weiten, lieb kichen Talkessel. Weiß leuchteten die mächtigen Berggestalten im letzten Schnee des Winters unter der kobaltblauen Himmelstiefe.
Der dunkelsamtene Teppich des Bergiorftes und sanftwellige Höhenwiejen verbanden in ausgleichender Güte und Milde den sanften Talboden mit der
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leidenschaftlichen Bergwildheit. Ist der fruchtbaren Weite des wiesengrünen Talgrundes lag in köstlicher Behäbigkeit ein ansehnlicher Ort. Zwei Kirchtürme, einer schlank, hoch und spitzig, der andere wehrhaft -massig, wiesen gleich mahnend erhobenen Fingern himmelwärts.
Veri Hracher sah die Heimat ...
Unb von ihrer beseligenden gottbegnadetem Schönheit wehte ihn ein Freudeschauder an, wie der Föhn von der blauen Höhe talwärts streicht. Es war, als zöge ihn ein urmächtiger Wundermagnet hinweg von diesem entsetzlichen Boden ...
Seine traumhaften Blicke tasteten die sanften Höhen ab, die von dem ebenen Plan des Talbodens auffti£gen, und fanden in einem Felde von Grün und Sonnenlicht einen Bergbauernhof, groß, trutzig wie eine Burg, in Wohlstand und Stärke ...
Heiipat! Vater — Mutter! schrie und bäumte sich etwas in seinem Innern auf, tausend starke Hände wuchsen aus dem Heimatwunder über die Ebene ihm zu, ihn zu holen ...
„Jetzt, feuert, 'Beri!"
Mit aufgeregter Stimme rief es fein Kamerad.
Beri aber erschrak bis ins Mark, riß die Augen auf wie ein Nachtwandler und stürzte aus seinem Traumhimmel auf den kalten, nüchternen Boden. Und mit seinem Sturz fiel auch der Nebelvorhang wieder über dos berückend schöne Bild, von dem ein so großes Locken ausgegangen. Grau und häßlich lag der Dunst über dem feuchtdampfenden Boden ...
Ein Knall —
„Aber, so feuert doch, Beri!"
Der Kamerad riß bas Gewehrschloß hastig auf und zu, ein kurzes Zielen, unb roieber knallte es. ®an,3 mechanisch, als gehorche er einem Befehle, Zog jetzt auch Beri ben nassen, falten Kolben seines Gewehrs an die Wange und zielte ...
Da draußen, über die Felder, kam eine lange Linie kleiner grauer Figuren herangesprungen — auf — nieder--
Er jagte den Schuß hinaus, auf eine der grauen Figuren haltend. Dann folgte Schuß auf Schuß. Der Gefechtslärm schwoll an. Stickiger, braunschwarzer Brandrauch kroch über die Gärten. Hin und her praffelte das Gewehrfeuer, klatschend schlugen die Kugeln in Bretter oder spritzten in den weichen Boden. Da und dort in den Parzellen lag einer mit seltsam verkrampften Gliedern am Boden.
Gesellschaft „Alnbine". vermochte am ersten Tage leinen Sieg an sich zu bringen, dafür aber verschiedene ehrenvolle zweite und dritte Plätze. Der Oberräder Buhl brachte den Begrüßungseiner an sich, die Frankfurter „Germania" siegte überraschend im Jungmann-Achter, den 2. Vierer gewann die Hummelmannschaft der Sachsenhausener Rudergesellschaft, und den Reigen der Frankfurter Sieger schloß der Frankfurter Ruderverem. indem er den Zweier ohne Steuermann nach Hause brachte Für die Offenbacher garben rettete der Offenbacher Ruderverein mit einem achtunggebietenden Siege im Zweiten Achter die Ehre.
Zweiter lag.
Offenbach a. M, 25. Juli. Der zweite Tag der Jubiläums-Regatta war vom Wetter wenig begünstigt. Ein böiger Wind verursachte starken Wellengang, trotzdem nahmen die Rennen aber einen flotten Verlauf. Alm 4,30 Alhr fand zu Ehren der Offenbacher R.-G. ..Undine" eine Jubiläumsauffabrt statt, an der sich en. 50 Boote beteiligten. Angeführt wurde die Ausfahrt tnm dem Damenvierer des Saarbrücker Rudervereins „Undine". Die Frankfurter Vereine waren wieder sehr erfolgreich. Die 24 Rennen verteilen sich auf folgende Vereine. Kölner R.-G. 1891 4 Siege, Frankfurter R-D. 3. Frankfurter R.-G. Germania 2, Franks. R.-D. Sachsenhausen 2. Franks. R.-G. Oberrad 2, Saarbrücker R.-V „Undine" 2. Offenbacher R.-D. 2, Mainzer Ruderverein 1, Mannheimer Amicitia 1. Schweinfurter Franken 1, Kölner C. f. Wassersport 1, WassersPort verein Godesberg 1, Ulmer R. C Donau 1, Kihinger R. V. 1. In den großen Vierer- und Achterrennen dominierte in Abwesenheit des Mainzer Rudervereins, der am zweiten Tage in Bad-Ems startete, die Kölner R.-G. von 1891. Den Großen Einer gewann W. Flinsch vom Frankfurter Ruderverein überlegen, während sich der Europameister Dr. B o ß h a r d vom Graßhopperclub Zürich erst an vierter Stelle plazieren tonnte.
Wittig gewinnt dasGoldeneRad von Frankfurt a. M.
Frankfurt a. M., 25. Juli. (TU.) Vor ca. 8000 Zuschauern wurde heute abenb das Rennen um das „Goldene Rad von Frankfurt" auf der Stadionbahn ausgefahren. Sieger blieb in dem lk)0-Km.°Lauf der bekannte deutsche Meisterfahrer Karl Wittig vor Ren- Maron nier-Frankreich 20 Meter, Jean Weiß- Frankfurt 21 Runden und Satvall, der ziemlich unter Motordefekt zu leiden hatte, 29 Runden zurück.
Verbandstagung des süddeutschen Fuhballverbandes.
Am Samstag und Sonntag hielt der Süddeutsche Fußballverband in Würzburg seine diesjährige Tagung ab. Dabei einigte man sich nach einigen scharfen Auseinandersetzungen dahin, daß für das kommende Jahr die Z e h n e r» liga eingeführt werden soll. Bei den süddeutschen Meisterschaftsspielen wird in Zukunft auch die Runde der Zweiten eingeführt werden.
Zum Beginn des Rhön-Segelflug- Wettbewerbs 1926.
Der Rhön-Segelflug-Wettbewerb steht vor der Tür. Roch in den letzten Tagen vor Rach- meldeschluß sind zahlreiche Rennungen eingegangen, so daß die Zahl der Flugzeuge aus 53, einschließlich der an der Technischen Prüfung teilnehmenden Flugzeuge und Flugzeugmodelle auf 64 geftiegen ist. Reben den „Kanonen" der früheren Jahre, Martens, Schulz, Rehring, Hesselbach. Espenlaub, wird sich eine sehr große Zahl Jungslieger beteiligen, darunter manche, die erst in diesem Sommer in der Segelfliegerschule Rossitten oder auf der Rhön ihre Prüfung bestanden haben. Die A lade mische Fliegergruppe Darmstadt wird hinsichtlich der Zahl der ausgebildeten Segelflieger an der Spitze stehen. Auch von den Technischen Hochschulen in München, Breslau,
Andere schlichen mit schmerzverzerrten Gesichtern zurück zur Kiesgrube.
Granaten rissen gleich Raubtieren brüllend der Erde den Leib auf und schleuderten ihre Eingeweide hoch in die Luft — Schrapnells trugen mit lln& ^eu*en don Tod herbei, der von oben mit Kugeln und Eisenfetzen Vernichtung streute. In unsäglich hitziger Wut hämmerten die Maschinengewehre ...
Beri und sein Kamerad jagten aus den heißen Läufen Schuß um Schuß. Doch die grauen Figuren draußen kamen näher und näher, wurden auch nicht weniger ...
„Veri!" schrie der andere beim Durchladen, „wollen wir net langsam z'ruckkriechen?!"
Stumm, die Zähne zusammengebissen, schüttelte Veri in heftiger Verneinung den Kops.
Grimm und Wut beherrschten ihn.
Schier war es ihm, als wollten ihn die da draußen zurücktreiben von seinem wundersamen Heimattraumbild. Hnd — davonlaufen? Das gab es beim Veri Hracher nicht!
Da sprang drüben einer den andern voraus — Veri zielte — schoß —
Eine Granate heulte heran. Veri hörte sie nicht mehr ...
Mik eineinmal fühlte er den Boden, auf dem er lag, wanken, bersten, wie aus der Hölle schoß eine schwarze Garbe hoch ...
Ihm war, als stäche man ihm das Trommelfell durch. Der Holzzaun neigte sich auf ihn nieder, der Strauch neben ihm der Himmel stürzte em ... Er mhlte sich von der Erde verfchlungen, in Feuer getaucht, und dann mit schauerlicher Wucht durch Rauch und Qualm wolkenwärts geschleudert.
2)ie Hnendlichkeit flog Veri Hracher entgegen ...
2Hs das Grausige geschehen, erhob sich Veris Kamerad und wankte einige Schritte wie ein Betrunkener hin und her. Seine Bücke schlichen schreckhaft von dem halb unter Erde verschütteten Toten weg zur Blockhütte, wo der andere lag ...
Er merkte nicht, daß ein Rockärmel zerrissen und blutgetränkt war. Aber mit einemmal rannte er - über die zertretenen Beete, zwischen den Holzzäunen, in die Gewehrkugeln klatschten, hindurch, davon — vom Entsetzen gejagt ...
(Fortjetzung folgt)


