Dazu kommen noch 3322 Zuschlagsempfänger. gcnüber den Vorwochen ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen.
Maingan.
WSN, Frankfurt a.M., 25.März. Gestern nachmittag wurde in Sachsenhausen, am Affentor- platz ein fünfjähriger Knabe, der gerade die Straße überschreiten wollte, von einem Auto erfaßt und schwer verletzt. Auf dem Wege zum Krankenhaus erlag das Kind seinen schweren Verletzungen. — Es wird, gewarnt vor einem älteren gut gekleideten Mann mit grauem Bart, der unbefugt unter Vorzeigung einer Einzeichnungsliste Spenden für das Frankfurter Waisenhaus sammelt. Es wird gebeten, falls dieser Mann irgendwo eine Sammlung vornehmen will, dessen Festnahme zu veranlassen.
Wirtschaft.
Deutsche Reichsbahngesellschast.
Der Derwaltungsrat der Deutschen Reichsbahngesellschaft hielt vom ' 22. bis 24. März eine planmäßige Tagung in Berlin ab.
Die Finanzlage des Llnterneh- m e n s bildete den Hauptpunkt der Erörterungen. Die vorsichtige Wirtschaftsführung mtb die günstige Verkehrsentwicklung im Jahre 1925 werden einen bes riedigenden Abschluß des ersten Geschäftsjahres ermöglichen. Der durch die Wirtschaftskrise bedingte starke Rückgang der Einnahmen in den ersten Monaten des neuen Geschäftsjahres mahnt zu verschärfter Vorsicht. Die Ausgaben für werbende Anlagen müssen jetzt auf dem Wege des Kredits beschafft werden. Das Reich hat bekanntlich 100 Millionen zur Verfügung gestellt. Verhandlungen über die Beschaffung weiterer Kreditmittel sollen mit allem Rachdruck verfolgt werden, um entsprechende Aufträge zur Milderung der Wirtschaftskrise vergeben zu können.
An Verkehrs- und Betriebsverbesserungen sind zu erwähnen, daß die Güterzüge durchweg wesentlich beschleunigt sind, daß das Reh der Eilgüterzüge sich erweitert und verdichtet, die Bildung geschlossener Güterzüge auf große Entfernungen wird besonders gefördert. Die Verbesserungen konnten ohne wesentliche Mehraufwendungen durch Ausnutzung der neueren technischen Möglichkeiten erreicht werden. Die weitere Durchbildung der Sicherheitseinrichtungen, besonders der Versuche zur Verhinderung des ^leberfahrens der Haltesignale, ist in fortschreitender Entwicklung begriffen.
Der ständige P e r s v n a l st a n d ist auf 689 531 Köpfe im Januar 1926 zurückgegangen. Gebilligt wurde vom Derwaltungsrat die zum 1. April vorgeschlagene Einführung einer Krankenversicherung für Reichsbahnbeamte, die den Interessen der weiblichen und männlichen Reichsbeamten und nicht versicherungspflichtigen Angestellten und ihren Familienangehörigen wertvolle Vorteile sichert, wie Zuschuß zu den Kosten der ärztlichen Behandlung, freie Arznei- und Heilmittel. Zuschuß bei Zahnbehandlung und Zahnersatz. Zuschuß zu den Kosten bei Krankenhausbehandlung, bei Wvchen- hilfe und einen Zuschuß bei Todesfall Des Mitgliedes und seiner Ehefrau.
* D i e amtliche Großhandelsinderziffer. Die auf den Stichtag des 24. März berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes hat sich gegenüber dem Stande vom 17. März (117,8) infolge der Steigerung der Getreidepreise um 1 Prozent auf 119 erhöht.
: Peters Union QI.®.. Frankfurt o. M. Laut D. T. ist mit der Verteilung einer Dividende von 8—10 Proz. (0 Proz.) zu rechnen (Abschluhsihung 31. März).
* Arbeiterentlassungen bei Benz. Wie Wagners Süddeutscher Nachrichtendienst erfährt, hat die altbekannte Automobilfirma Benz 8- Co. in Mannheim, da trotz starken Preisabbaues der Absatz in der Automobilindustrie weiterhin schlecht ist, für den Monat April die Entlassung von 350 Arbeitern angekündigt.
* Fuchs Waggonfabrik 21.®.. Heidelberg. Wie der DHD. erfährt, hat sich bei der Gesellschaft die Lage zu Beginn des neuen Geschäftsjahres besser gestaltet. Die Gesellschaft hatte einen Auftrag der Reichseisenbahnverwaltung für den Dau von Personenwagen erhalten. 2Ran ist ohne Arbeitsverkür
zung ausgekommen, allerdings befindet sich die Belegschaft noch nicht auf der Höhe der Vorkriegszeit.
M a n n e s m a n n - R ö h r e n - W e r l e, Düsseldorf. In der Aufsichtsratssihung wurde u. a. mitgeteilt, daß die Gesellschaft seit längerer Zeit mit Amerika wegen eines Konto- Korrent-Vorschusses von 5 Millionen Dollars für zwei Iahre zu den üblichen Bedingungen ver- hairdele. weil sie glaube, eine langfristige Anleihe während dieser Zeit günstiger als jetzt abschliehen zu können. Die Verhandlungen wären weit vorgeschritten, aber noch nicht beendigt.
Harpener Bergbau A. G.. Dort- m u n d. In der AR.-Sihung wurde der Ab- schluß für das am 31. Dezember 1925 beendete Geschäftsjahr vorgelegt. Änter Einschluß des Vortrages aus 1924 hat sich ein Bruttogewinn von 20 033 298 Rm. (L V. 20 792 045 Rm.) ergeben. Gehälter, Handlungskosten und Steuern beanspruchten 9 132 814 Rm. (9 623 084 Rm.), für Unterhaltung der Beamten- und Arbeiterwohnungen. der Kinder- und Haushaltungsschulen und des Kinderheims Sassendorf sowie der Arbeiter-Bibliothek wurden 1 007 260 Rm. (609 699 Rm.) verwendet, für Bergschäden 2 Mill. Rm. (2 Mill. Rm.), für Abschreibungen 6 726 647 Rm. (7 521079 Rm.), sodaß sich ein Reingewinn von 1 166 575 Rm. (1 038 183 Rm.) ergibt. Rach Heberweisung von 5 Prozent des Reingewinns an den Reservefonds (55 000 Rm.) und nach Vornahme der satzungsgemähen 6proz. Dorzugsdivi- denden-Verteilung (18 000 Rm.) werden die restlichen 1 090 245 Rm. (1 038 183 Rm.) auf neue Rechnung vorgetragen. Die Stammaktien bleiben demnach, wie auf Grund der letzten Meldung zu erwarten war, dividendenlos.
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
Telegraphische Auszahlung.
25 März.
26 März
Amtliche Non runa Geld । Brief
Amtliche Notierung
Äeld 1 Briet
Banknoten.
Amst-Nou
168,13
168,55
168.13
168.55
Buen-Aires
1,643
1,677
1,649
1,653
Brsi.-Antw
16,85
16,89
16.825
16,865
Chrtsttania
89,74
89.96
90,22
90,44
Kopenhagen
110,08
110,36
110,12
110,40
Stockholm •
112.48
112,76
112,46
112,74
10,594
Helsingfors
10,554
10,594
10,554
Atollen. .
16,86
16,90
16,875
16,915
London.
20,398
20,415
20,396
.0,448
Neuhork . .
4,195
4,205
4,195
4,205
Ports. .
14,68
14,72
14,63
14,67
Schweiz •
80,77
80,97
80,80
81,00
Svanicn •
59,06
59,20
59,06
59,20
Jovan . . . Wo de Jan Wien in D--
1.917
1,921
1,922
1.926
0,599
0,601
0,599
0,601
Ceft. abgest
59,18
59,32
59,18
59,32
Prag ...
12,418
12,458
12,418
12,458
Belgrad . .
7,385
7,405
7,385
7,405
Budapest. .
5,875
5,895
5,875
5,895
Bul anen
3,027
3,037
3,025
3,035
Lissabon
21,295
21.345
21,295
21,345
Danzig. .
80,89
81,09
80,89
81,09
Konst nttn.
2,13
2,14
2,129
2,139
Athen
5,65
5,67
4,196
5,67
5,69
Sanaba. .
4,186
4,185
4,125
Uruauah
4,245
4.255
4,245
4,255
Berlin, 25 'März
Geld
Briei
Amerikanische Note».....
4,186
4,206
Belgische Noten .......
16,80
16,88
Dänische Noten .......
109,82
110,38
Englische Noten........ französische Note« ......
20,564
20,464
14,71
14,79
Holländische Noten .....
167,73
168,57
16,94
17,02
Norwegische Noten. ...
89,58
90,02
Deuksch-Oesierr, ä ioo Kronen
59,05
59,35
Rumänische Noten......
—
—
Schwedische Noten.....
112,12
112,68
Schweizer Noten ......
Spanische Noten ......
Tschechoslowakische Noten ..
80,67
81,07
59,10
59,40
12,387
12,447
Ungarische Noten . ..
5.83
5,87
Berliner Börse.
(Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers".)
B e r l i n, 26. März. Das Börsengeschäft zeichnet sich, wie nicht anders zu erwarten stand, durch immer größere Geschäftsruhe aus. Die Umsätze sind an den sonst im Mittelpunkte stehenden Aktienmärkten äußerst gering. Trotzdem behielt die Tendenz allgemein ihre Wider st ands- f ä h i g f e i t. Bei Beginn der heutigen Börse setzten sich sogar weitere Befestigungen durch, die teilweise mehrere Prozent betrugen. Die außerordentliche Flüssigkeit des Geldmarktes ermöglicht es. daß die Ultimo- Dispositionen erst jetzt langsam einsehten. Von einer Verknappung ist noch nicht das geringste zu bemerken, tägliches Geld steht zu 4 bis 6 Proz. Überreichlich zur Verfügung. Am Devisenmarkt waren nennenswerte Veränderungen nicht zu verzeichnen.
Börsenkurse.
Frankfurt a.TL
Berlin
Sd)lU ;•
Schluh.sAnfang
Rurs ।
hur»
fillTS 1
VI
Datnni:^
25. 3 1
?6 3
25 3 |
26 3
Deutsche Rcichscinleihe
0.380
0.3925
,3925
<% Deutsche Rcichsanleihe
-
i,:y;25
,3725
3’/2% Deutsche Ne'ch^anleihe
0,365
—
0.36
3°/, Deutsche Reichsanlcihe
0.460
—
— 1
—
Deutsche L-varpramicnanleihe 4(7o Preußische Konsuls
0,221
—
0,225
—
0.365
—
0,36 :
—
<u o Hessen - •
0.350
—
—
—
3'/ee/n Hessen ■ ■
— 1
— 1
—
3°/o Hessen..........
0,330
—
0,36
Deutsche Sertb. Dollar-Anl»
93,35
—
95,5
——
dto- Doll.-Schav-Anwciiug.’l
99
—
99,8
—
4% ZoUtlirken . .
5% Goldinerikaner - ■
10.9
39
10,8
39,5
11 '
—
Berliner Handelsgesellschaft
146 ‘
-
149,75 1
151,5*
Commerz- und Privat-Bank
112'
112,2’
111
112.2’
Darmst. und Nauonalbank
130'
130,7-
130,1-
131’
Deutsche Bank
130,4-
132'
130-
132'
Deutsche Dcreinsbank
—
——
—
— j
Disconto Commandit
125,2’
126,1’
125,2’
126,3-
Metallbank
95,25
95,75
— !
Mitteldeutsche Creditbank
104.2"
104,7
101,5*
105.5*
Ocsterreichiiare Creditanftalt
7
7,3
7.12 ,
Weltbank ...
0,045
0.045
—
Bochumer Goß .......
83,5
—
83
83,5*
Buderus .........
54'
55*
54.62*
54,75-
Caro ...........
42
41,25
Deutsch Luxemburg . . . .
87,5'
89’
87.4-
88,75-
Gelsenkirchener Bergwerke.
89,5'
91.25-
90.25’
91,12
Harpener Bergbau .
Kaliwerke Aschersleben . . .
103
103,7*
103
102
129
129-
121,5
129,2
Kaliwerk Westeregeln ....
132,12
—
132.9-
—
Laurahütte ......
34,75
__
34
34,25
Cbcrbroarf . .......
41
43,5
Phönix Bergbau ......
77.25
77.5-
63,25’
Nheinnahl .......
Nie deck Montan........
80'
80,75-
80.5’
80-
85
84,5
84,5
Tellus Bergbau .....
59
—
Hamburg.Amerika Paket. . .
Norddeutscher Llovo . .
147.5’ 148'
149,2‘
150.5’
146,6‘
117,2-
149,4'
150,6’
Chcramische Werke Albin -
1 44
—
| -
-
Zementwerk Heidelberg . .
93.5
94
Philivv Holzmann . . .
4.1, 40
1 73,62
Anglo-Cont.-Guano . ...
Chemische Mäher Alapin .
90,5
—
88,25
—
—
—
—
I. G Jarbcninduslric, A-G.
132,7-
133,6-
132,5’
133’
Goldschmidt.........
71
75
75,25
75,25
Holzverkohlung.......
74.75
—
—
—
Nütgcrswerke.........
75.75
75
76
—
Schcideanstalt .......
107
—
—
—
AUg Elektrizitäts-Gesellschaft
96.12-
96,5*
96,9-
96,25'
Bergmann ......
90
——
91’
90
Mainkraitwerke .......
84
—
—
—
Schuckert .......
87
87,75"
87,25’
'87,25‘
Siemens & Halske .....
114,5
—
113.9-
113,5-
Adlerwcrlc Kiener ......
50
| 50,5
50
49,62
Daimler Motoren. ......
47
19
48’
49.5
Hcvligenftacdi ......
.91,75
—
—
Mcguin ......
Motorenwerke Mannheim
35
—
—
——
—
47,75
Frankfurter Armamren . .
—-
1 —
—
—
Konservenfabrik Braun
45
——
——
—
Metallgeiell chakt Frankfurt •
104,5
—
—
—
Pci. Union Ä--G
85
—-
86,7.>
—
Schuh'adrik Her;
33
——
33
—
Sichel . . .....
4,5
—
—
—
-ielltton Waldboi . . . .
116 5
—
116,5
1 117,5
Zuckerfabrik Frankenthal • .
5-1
—
1 -
Zuckerfabrik Daobäusel
58.62
—
—
—
frankfurter Börse.
((Siqener ®raotbercb he- Oie euer Anzeigers" > Frankfurt a. M., 26. März. Tendenz: Sehr fest. — Die Tendenz der heutigen Börse war wieder recht zuversichtlich, besonders mit Rücksicht daraus, daß infolge der günstigen Geldmarktlage Schwierigkeiten in der Ultimoabroictlung nicht zu erwarten sein dürften. Ferner wurde wieder einmal auf die gebesserte Wirtschaftslage hingewiesen, die in den Dioidendenerklärungen der letzten Tage zum Ausdruck kommen soll, bei denen die Sätze mit geringen Ausnahmen die Erwartungen übertrafen. Ein weiteres begünstigendes Moment bot die Aussicht, daß der Annahme des Steuerkompromisses keine Schwierigkeiten entgegenstehen dürften. Diese Anregungen wirkten sich insofern aus ,als die Glattstellungen, die gestern im Hinblick auf den bevorstehenden Ultimo vorgenommen worden waren, sich nicht fortsetzten, vielmehr trat eine größere U n - t e r n e h m u n g s l u st auf den Plan, die in Verbindung mit regen Umsätzen a n f &t) n I i d) e Kursbesserungen im Gefolge hatten. Die Spekulation ließ wieder stärkeres Interesse für die Aktienmärkte erkennen, wobei vor allem Schifffahrtsaktien bevorzugt wurden. In diesen Werten entwickelte sich ein haufseartiges Geschäft. Hapag waren um 3,25 Prozent unb Norddeutscher Lloyd um 4,50 Prozent höher. Stark befestigt waren auch Farbwerte, die von 132,25 auf 134 Prozent anzogen. Am M o n t a n m a r 11 hielten sich die Steigerungen in bescheidenen Grenzen, betrugen aber überwiegend 1 bis 2 Prozent. Recht fest lagen auch Bankaktien. Deutsche Bank plus 1, Disconto plus 1 Prozent. Die übrigen Aktienmärkte lagen etwas ruhiger, doch blieb die Grundstimmung fest. Neue Kurssteigerungen erzielten Auto- a 11 i e n , besonders Daimler zogen 2 Prozent an. Zellstoffaktien waren gebessert. Maschi- n c n a f t i e n gehalten. Baustoffaktien etwas
vernachlässigt, Zucker attien schwankend, die Kurse neigten eher etwas zum Nackigeben. Deutsche Anleihen wurden reger umgesetzt. Kriegsanleihe fliegen auf 0,392'. Schutzgebiet waren wenig ver- ändert. Am A u s l a n b r c n t e n m ft r f t neigten Türken weiter ;u rürfläuftger Tendenz. Ungarn waren behauptet: Mexikaner gefragt unb höher. Der Freiverkehr zeigte ein etwas lebhafteres Bild. Becker Stahl 43, Benz 49,5, Entreprise 11, Growag 47. Ufa 70 Prozent. Die ft ü r m i f d) c A u f - wärtsbewegung am Pfandbriefmarkte, die gestern eintrat, konnte sich heute fort- setzen. Pfandbriefe hgtten neue ansehnliche Steigerungen aufzuweisen. 3m weiteren Verlaufe bildeten Schiffahrtsaktien den Hauptanziehungspunkt, es waren hier weitere Steigerungen zu verzeichnen. Am Geldmarkt bauerte das reichliche Angebot fort. Monatsgeld 6 bis 7,5, Ingcsgelb 4,5 bis 5 Prozent. Bankdiskonten 5, Industrieakzepte 6 Prozent. 3m Devifenverkehr lag Paris weiter schwach. Paris — London 139,50. Brüssel notierte gegen London 121. Mark unb Pfund sind unverändert.
1-ranifurlcr Getreidebörse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers"^
Frankfurt a. M.. 26. März. Es wurden notiert: Weizen Wetterauer, 27 Mk.: Roggen, inländischer, 17,75; Sommergerste für Brauzwecke 21,50—24; Hafer, inländischer, 19 50 21,75; Mais (gelb) 17,50—18; Weizenmehl, inländisches, (Spezial 0) 40,50—41; Rvggenmehl 25.50 -26,75; Weizenkleie 9,40—9,50; Roggenileie 10,25 Mk. Teirdenz: fester.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 25. März. Im Berliner Produktenhandel hat sich an dem .Umfang des sehr geringen Weizenangebotes gegenüber den Vortagen nichts geändert. Die Tendenz gestaltete sich bei Beginn auf die ermäßigten amerikanischen Depeschen merklich matter. Auch kommen mehr März-Andienungen heraus. Lieferung war etwa 2 Mark und für spätere Sichln bis 3,50 Mark nichtiger. Auch Roggen billiger. Die Rachfrage hat etwas nachgelassen. Lieferung sehr still, nur Mais amtlich notiert und etwa 1 Mk. nachgiebig. Gerste ruhiger, da Ware aus der Tschechoslowakei stark lonkurriert. Hafer nur in besten Sorten fest, im übrigen vernachlässigt. Futterartikel wenig verändert. Es notierten pro Tonne: Weizen (märt.) 261 bis 265, Roggen: (märt.) 156 bis 161, Sommergerste 170 bis 193, Winter- und Futtergerste 139 bis 153, Hafer (märt.) 165 bis 177, Leinsaat 340 bis 350;. pro Doppelzentner: Weizenmehl 33,25 bis 36,50, Roggenmehl 23 bis 25, Weizenkleie 10,50 bis 10,60, Roggenkleie 9,60 bis 10, Vikioriaerbsen 25 bis 31, kleine Sv: Herbsen 23 bis 25, Futtererbsen 19 bis 21. Peluschken 20 bis 21, Ackere bohnen 20 bis 21, Wicken 23 bis 26, Lupinen, (blau) 11,50 bis 12,50, Lupinen (gelb) 14 bis 14,50, Serradelle (alt) 15 bis 21 Serradelle (neu) 26 bis 29, Rapskuchen 14 bis 14,30, Lein- suchen 18 bis 18,20, Troüenschnihel 8,80 bis 8,SO, Soyaschrot 18,40 bis 18,80, Kartoffelflocken 14,10 bis 14,20.
Büchertisch.
Die Körperschaft st euererklä- r u n g nach dem neuen Körperschaf tsteuergeseh. Mit Musterformularen in Zweifarbendruck, ausgefüllt und für die Praxis ausführlich erläutert von Dr. Rich. Rosendorff, Rechtsanwalt und Rotor. 3toeite verbesserte Auflage. Preis 3,80 Mark. Industrieverlag Spaeth & Linde, Berlin W 10, Wien 1. — Dreiviertel aller Steuerpflichtigen haben diese Erklärung auszufüllen, alle Erwerbsgesellscsiaften, alle sonstigen Körperschaften und Vermögensmassen, viele öffentliche Betriebe und Verwaltungen, die nicht zur Herbstveranlagung herangezogen worden sind. Ihnen allen ermöglicht die Rosendorffsche Anleitung eine richtige Ausfüllung des Formulars. 148
Wetlervoransfaae.
Nur schwacher Nachtfrost, tagsüber milde, stärkere Bewölkung, doch noch vorwiegend trocken.
Dw herrschende Vtrahlungswitterung dauerte auch gestern in fast ganz Deutschland bei stärkerem Ansteigen der Tagestemperaturen und abgeschwächtem "Nachtfrost fort'. Inzwischen ist die Frostgrenze beträchtlich nach Osten zurückgemichen. Die Aussichten mehren sich, daß wir ganz allmählich in den Bereich einer Biscaya-Zyklone kommen, unter deren Einfluß die nördliche bis östliche von einer südlichen Luftströmung abgelöft wird, deren Wirkung in höheren Schichten schon deutlich zu erkennen ist.
Gestrige lagestemperaturen: Maximum: 11,2 Grad Celsius. Minimum: Minus 2,3 Grad Celsius.
I Heutige Morgentemperatur: 1,7 Grad Celsius.
Das war vor Jahren. Auch heute ist es den mit den modernsten Sauerstoffapparaten ausgerüsteten Engländern nicht gelungen, die Höhe des Mount Everest zu bezwingen.
Ballonfahrer haben ja bei wissenschaftlichen Luftfahrten, allerdings eben im Zustande völliger körperlicher Ruhe, bedeutend größere Höhen erreicht.
Ein Franzose berichtet von einem Hochflug mit zwei Begleitern. Unter dem geringen Luftdruck in größerer Höhe ist jede Anstrengung unmöglich. Er ist unfähig, auch nur einige Zahlen zusammenzurechnen. Rur mit Ausbietung aller Kräfte bringen sie es noch fertig, die von den Meßinstrumenten abgelesenen Zohlen aufzu-- schreiben. Sie sind schon etwa 8000 Meter hoch. Der BaNon steigt kaum noch. Die Begleiter wollen nochmals Ballast auswerfen — ohnmächtig brechen sie zusammen, um niemals mehr zu erwachen.
Roch hoher kommt ein Engländer. Aber in 29 000 Fuß verläßt seinen Begleiter das Bewußtsein. Er reißt sich zusammen, will die Leine ziehen: ohnmächtig sinkt ihm der Arm herab, dabei steigt der Ballon noch immer. Mit letzter Kraft kann er die Reißleine mit den Zähnen zu fassen kriegen und beide sind der Erde wiedergegeben.
Die Reise über Länder und Erdteile hin erfordert vom Vogel tagelange Anspannung aller Kräfte. In größter Höhe müßte sich diese noch vervielfachen, denn die verdünnte Luft bietet dem schlagenden Flügel nur ganz geringen Widerstand. Menschen und Säugetiere können — in vollkommener Ruhe — nicht über 10 000 Meter hinaus. Alle Säugetiere können aber viel stärkere Luftverdünnung ertragen als die Vögel — die vollkommene Unmöglichkeit eines Wanderfluges in mehreren tausend Metern Höhe ist erwiesen.
Erwiesen ist auch, wie Gätke sich so ungeheuerlich hat verrechnen können. Die Helgoländer — durchweg glänzende Vogelkenner — schwören auf Gätkes Angaben. Dr. W e i g o l d, der Leiter der Vogelwarte auf Helgoland nahm
gestopfte Vögel aus der Sammlung mit hinauf in die Luft, ließ sie an einer Leine hinter dem Flugzeug fjerfliegen, und die Helgoländer mußten jedesmal, wenn die Maschine die Insel in anderer Höhe überflog, aufschreiben, was sie gesehen hatten.
Und was kommt heraus? Ein Star wird bei 800 Meter nicht mehr gesehen, ein Bussard verschwindet bei 1200 Meter! Und doch war eine Schiffsflagge von der Größe eines Kranichs draußen auf 15 000 bis 18 000 Fuß noch gut zu erkennen?
Das Aufwärtsbeobachten ist wie bas Photographieren gegen das helle Fenster. Das Fenster- kreuz wird vom Licht umflossen, auf der Platte erscheint ein Weiher Fleck. Ebenso entschwinden beim Aufwärtsseher, die allseitig umstrahlten Vögel viel früher dem Auge.
Die Beobachtungen Gätkes waren richtig - seine Berechnungen falsch. Aber beide haben dazu verholsen, daß wir heute sicher wissen, daß aller Vogelzug sich in Höhen bis zu tausend, allerhöchstens bis zu zweitausend Meter abspielt.
Der Kaiser.
Von Bruno Frank.
Ein Kaiser in China hatte fünfzig Jahre lang zum Wohlgefallen der Götter und zum Heil seines Volkes regiert. Als nun sein Fest gefeiert werden sollte, war vom frühen Morgen an die ganze Hauptstadt auf den Füßen, und aus der Provinz waren ungeheure Menschen- massen herbeigeströmt, die nun die Gassen erfüllten. Zur vorbestimmten Stunde öffnete fick) das große Tor der inneren Stadt, und der Festzug erschien, ein unabsehbares Gepränge von Gold, Fahnen und edlen Gewändern, und in seiner Witte, getragen unterm juwelenschimmern-- den Baldachin, der greife Kaiser, der Liebling der Götter. Alles Volk reckte die Hälse und hob sich auf die Zehenspitzen und tausendstimmige Segensrufe erfüllten die sonnige Luft. Da ward das Herz des Kaisers erfüllt von Dankbarkeit und unendlicher Milde. Durch ein Zeichen feiner
Hand brachte er den Zug zum Stehen, trat aus dem Baldachin hervor unter den freien blauen Himmel und erhob die flachen Hände, und den Blick zu demütigem Preise. Alles schwieg und folgte der Richtung seiner Augen. Und plötzlich sah man. wie aus der Höhe mit aus- gebreiteten Schwingen ein silberner Adler sich niedersenkte. Er trug in seinen schimmernden Fängen ein gerolltes Pergament. Das legte er sanft in die erhobenen Hände des Kaisers und schwebte zurück in die unvergängliche Heimat.
Alles Volk sah, wie der Kaiser anbetenb die Botschaft mit seinen Lippen berührte und sie sodann entrollte.
In purpurnen Zeichen stand da geschrieben: Dir, Kaiser, sei ein Wunsch gewährt!
Der Festzug setzte seinen Weg fort, und inmitten wurde der Kaiser dahingetragen. Sem altes Haupt war geneigt, denn er sann tief und inbrünstig nach, wie er die Gabe der Ewigen so wenden könne, daß sie ein Festgeschenk werde für sein ganzes Volk. Und als sie vor dem großen Tempel anlangten, da hatte er gefunden, wonach er suchte.
Die Pforte des Tempels stand offen zu seinem Empfang, und die golden schimmernde Dämmerung des heiligen Innern lud ihn ein. Aber noch ließ er sich nicht die Treppe emportragen. Wieder trat er hervor unter den weiten sonnenleuchtenden Himmel. In seinem Prunk- gewande warf er sich zum Gebet nieder auf die Steine des Platzes, als sei er unwürdig, sein Angesicht den Himmlischen zuzuwenden.
Ringsum aber, von den kreisenden Lanzenreitern nur mühsam zurückgehalten, füllte das Volk das weite Eirund des Platzes. Reihe hinter Reihe standen sie in erstickender Enge und stießen sich und verrenkten sich und hoben sich angehaltenen Atems auf die Zehen und starrten mit gierigen Augen auf dies Schauspiel, wie der Kaiser im kostbarsten Ornat hingestreckt lag und sich demütigte.
Und ganz vorne standen die Kinder und schauten ohne Mühe und ohne Grimassen zu.
Das Gebet aber, das der alte Mann mit
stummer Inbrunst zum Himmel aufsandte, lautete so:
Ihr habt mir einen Wunsch freigegeben, ihr Mächtigen Doch ich wünsche nichts für mich. Sondern ich bete und flehe. Allgütige, daß in dieser ganzen Menge, die jetzt meinen Zug betrachtet. einem jedem das gewährt werde, was er in diesem Augenblick von ganzem Herzen wünscht!
So betete her Greis und erhob sich vom Boden. Da aber erblickten seine Augen das' Grauen der Grauen. Denn ringsum stand sein Volk enthauptet, die ganze dichtgedrängte, ungeheure Menge stand ohne Kopf. Rur die Menschen in der hintersten Reihe hatten den ihren noch auf den Schultern und die unschuldigen Kinder, die vorne standen.
Da erkannte der Kaiser, was er getan hatte, und wie im Herzen aller der Gaffenden nicht Festesfreude und dankbare Frömmigkeit gewesen war, sondern nur der eine inbrünstige Wunsch:
Ach fiele doch der Kopf da vor mir zu Boden, damit ich selbst besser sehen kann!
Rur die ganz hinten standen und die kleinen Kinder vorne waren nicht verwünscht worden.
Da betete der Kaiser zum dritten Mal. und die Erhabenen übten Gnade und alles war wie zuvor. Das ganze Volk stand lebend und unverletzt und allen war es nur, als wäre ein kleiner Taumel, ein leichter Schwindel über sie hinweggegangen. Priesterlicher Gongruf erschallte. Der Kaiser ward die Stufen emporgetragen. und die Türen dem Tempels gingen zu.....
Der Kaiser regierte noch manches Jahr zum Heil seines Landes und zum Beifall der Götter. Allein er mied sein Voll und ward niemals mehr hervorgetragen aus der innere Stadt. Und die ihn durch kunstreiche Gläser von ferne erblickten auf der blumenbunten Terrasse seines Palastes, die sahen, wie er einsam saß im ®e* wand aus Seide und mit seinen zahmen Vögeln spielte und sprach mit dem goldenen Fasan, mit dem weihen Pfau und mit dem Pelikan, bei* bereit ist, fein Blut zu vergießen.


