Wonnen und gibt damit, mie man uns schreibt, (Sc^ legenheit, zu einem seltenen Kunstgenuß. ^>oaß- Derkow, einst Lehrer an der Max-Reinhardt-Schauspielschule in Berlin, sagte sich, mie uns weiter mit- gcleilt wird, von dessen Kunstzielen los und versuchte auf eigene Weise mit Hilfe künstlerisch inlcr essierler junger Menschen eine neue Schauspielkunst ins Leben zu rufen. Er begann mit der Wiederbelebung mittelalterlicher Mysterienspiele. Er wollte in Wort, Gebärde und Bild das verwirklichen, was in den Bildern unserer altdeutschen Meister als ..Innigkeit der deutschen Seele" empfunden wird. Alles, was an künstlerischen Werten in diesen alten Spielen steckt, holt er heraus, und nach dem Muster der alldeutschen Malerei entstehen Bühnenbilder von erstaunlicher Feinheit des Farbensinns und dec plastischen Gestaltung und Gruppierung. So schuf -Vlaaß-Berkow eine Bühnenkunst von vollendet deutschem Gepräge, die durch ihre Neuheit und Originalität überrascht und vorbildlich empfunden wird für die Aufgaben einer wahren Volkskunst. Im Laufe der laugen Jahre ist aus der Schar der Schauspielschüler eine feste Gruppe von ausgebildeten Berufsschauspielern herangebildet worden. Feststunden des Tages wollen die Spiele geben, sie wollen die Feststimmung von der Bühne in den Zuschauerraum tragen, und wollen sie über die Stunde hinaus zu einem Erlebnis von tiefer Wirkung und bleibendem Wert gestalten. (Siehe gestrige Anzeige.)
L. U. Bon der Landes-Universität Gießen. Der planmäßige außerordentliche Professor für Forstwissenschaft (Forstpolitik, Forstverwaltung, Forstgefchichtc, Forststatistik) an unserer Landes-Unioersität, Dr. .Heinrich Wilhelm W e b e r, hat einen Ruf als Ordinarius an die Fürstliche .Hochschule Tharandt, an Stelle von Geh. Forstrat Professor Dr. Jentsch, erhalten.
* Werbeveranstaltungen für den Turn- und Sportgedanken in Gießen. Die Turn- und sporttreibenden Vereine der Stadt Gießen waren für Mittwoch abend von der Stadtverwaltung zu einer Besprechung über die Veranstaltung von Werbetagen für den Turn- und Sportgedanken in unserer Stadt geladen. Cs ist zu begrüßen, daß seitens der Stadti der Gedanke, alle Leibesübungen treibenden Vereinigungen zu gemeinsamem Tun zusammenzu- schließen, ausgegriffen wurde. Vielerorts besteht diese Gepflogenheit schon lange; Frankfurt a. M. ist in dieser Beziehung geradezu vorbildlich. Beigeordneter Dr. Seib begrüßte die Vertreter der 18 erschienenen Vereine und gab der Hoffnung Ausdruck, daß trotz mancherlei Gegensätzlichkeiten es doch möglich sei, innerhalb der Stadt eine gemeinschaftliche Kundgebung aller zustande zu bringen, und wenn diese Veranstaltung das Ergebnis eines engeren Zusammenschlusses zeitige, dann wäre damit eine dringende Frage der Gegenwart ihrer Lösung näher gekommen. Diese Frage sei nichts weniger als die geeignete Vertretung der Forderungen der Turn» und Sportbewegung gegenüber her Oesfentlichkeit und besonders gegenüber der 'Verwaltung von Stadt und Staat. Im Hinblick auf dieses große Ziel haben die Vertreter aller Vereine ihre Mitwirkung bereits zugesagt, mit Ausnahme der Freien Turnerschaft und des Ar- beitersporllartells. die jedoch bereit sind, die Erlaubnis ihrer Spitzenverbände zur Teilnahme an diesen Veranstaltungen einzuholen. 3m Interesse
der Sache wäre es sehr zu begrüßen, wenn die Spitzenverbande die Te lnahme gestatteten, damit eine Veranstaltung aller für alle durchge- führt werden könnte. Zwecks Durchführung der Werbetage wurde ein Ausschuß gebildet, dem angehören sollen: Die Turnerschaft, die Fußball- ncrccne, die Rudervereine. die Badfahrer, die Schwimmer. ein Sportlehrer, das Arbeitersportkartell (falls die Beteil'gung gestattet wird), ile&er den weiteren Verlaus der Beratungen wird die Oesfentlichkeit stets unterrichtet werden. Vorläufig sei unverbindlich getagt-, daß der 9 Mai als Tag der Veranstaltung in der Volkshalle in Aussicht genommen ist.
Zur Sicherung der Straßen- passanten bei Dachreparaturen. Das Polizeiamt Gießen teilt mit: Cs ist wiederholt die Wahrnehmung gemacht worden, daß Dachdecker bei der Vornahme von Dacharbeiten, nachdem sie an beiden Enden des betreffenden Gebäudes die üblichen Warnungszeichen (quer ausgelegte Latten) ausgestellt haben, ohne weiteres Ziegel- und Schieserstücke auf die Straße herunterwerfen. Die hierdurch hervorgerufenc erhebliche Gefährdung der Vorübergehenden veranlaßt uns, die betreffenden Handwerler darauf aufmerksam zu machen, daß sie bei Vornahme von Dach- und Hausreparaturen verpflichtet sind, nicht nur Warnungszeichen aufzuftellen, sondern alle Vorkehrungen zu treffen, um das Herabfallen- von Ziegel- und Schieferstücken zu verhindern. Insbesondere sind während der fraglichen Arbeiten an der unteren Dachkante Bretter- vorlagen anzubringen; unter keinen Llmständen dürfen, auch wenn Warnungszeichen aufgestellt sind. Ziegel- oder Schieferstücke absichtlich auf die Straße geworfen werden. Solche Gegenstände sind vielmehr in Körben oder dergl. zu sammeln und herunterzutragen. Zuwiderhandlungen haben Bestrafung zur Folge. Das Publikum ersuchen wir, die Warnungszeichen gehörig zu beachten. Die Polizeibeamten sind angewiesen, die Beachtung obiger Vorschriften zu überwachen und gegen Zuwiderhandelnde Anzeige zu erheben. Passanten, welche durch herabfallende Gegenstände verletzt oder gefährdet werden sollten, wollen auf dem zuständigen Polizeirevier alsbald hiervon Anzeige machen, damit der Sachverhalt sofort sestgestellt werden kann.
** Eine Zeichenausstellung veranstaltet die Oberrealschule am Samstag, Sonntag, Montag und Dienstag im Zeichensaal der Schule. Die Besicktmungszeiten find aus der heutigen Anzeige ersicytuch.
** D i e M a u l => und Klauenseuche ist neuerdings in Heldenbergens Kreis Friedberg), auf dem Erbacher Hof (Kreis Büdingen) und in Reiskirchen (Kreis Wetzlar) ausgebrochen. Erloschen ist die Seuche in Villingen (Kreis Gießen), Wölfersheim (Kreis Friedberg), Aibda und Gettenau (Kreis Büdingen), Hachborn (Kreis Marburg), Ebersgöns, Hochelheim, Hörnsheim und Riederbiel (Kreis Wetzlar). In Ober-Hörgern ist die Seuche abgeheilt, in Beuern, Ronnenroth und Ettingshausen, sämtlich im Kreise Gießen, hat sie sich nicht weiterverbreitet.
- Neue L u s t p o st w e r t z e i ch e n. In den nächsten Tagen soll mit der Ausgabe neuer Lustpostbriefmarken zu 5, 10, 20 und 50 Pf., 1, 2 und 3 Mk.. sowie einer Luftposttarte zu 15 Ps. begonnen werden. Die Pfennigmarken
werden einfarbig, die Markwerte zweifarbig sein. Das Markenbild wird einen von einer Fellen- spitze zum Flug aufsteigenden Adler zeigen. Der öffentliche Berkaus soll am 1. April beginnen. Die bisherigen Luftpostmarken mit der herabschießenden Taube sollen bann nicht mehr ausgegeben werden.
*e Post hinweisschilde r auf Bahnhöfen. Die Postdienststellen sind angewiesen worden, auf den Bahnhöfen, wo Postschalter be- stehen, deutlich lesbare Hinwristafeln, aus denen die Lage der Schalter genau zu ersehen ist, anzubringen.
** Zur Beachtung bei Briefsen- dun g e n nach der Türkei. Die türkische Postverwaltung klagt darüber, daß ihr fortgesetzt Briessendungen aus 'Deutschland zugehen, deren Aufschrift nur in deutschen Schriftzeichen abgefaht ist. Da diese in der Türkei nicht gs- nügend bekannt sind, entstehen erhebliche Verzögerungen in der Zustellung solcher Sendungen an die Empfänger. Cs wird daher dringend empfohlen. die Aufschrift auf Sendungen jeder Art noch der Türkei wenigstens in lateinischen Schriftzeichen zu schreiben.
''' G e sch äf ts pa v ie r e. Als „GeschäftS- papiere" bezeichnete Sendungen von und an Be° ruftsgenossenschaften, Versicherungsgesellschaften, Krankenkassen und Speditionsfirmen enthalten häufig mehr oder minder umfangreiche handschriftliche oder mit der Schreibmaschine hergestellte Mitteilungen und Zusätze, die die Eigenschaft einer eigentlichen und persönlichen Mitteilung haben. Die Sendungen finb deshalb zur postalischen Beförderung gegen die ermäßigte Gebühr nicht geeignet.
*'■ Reue Dienstmützen für Tele- graphenarbeiter. Wie verlautet, will die Deutsche Reichspost vom 1. Vkai ab eine neue Dienstmütze für Telegraphenarbriter einführen. Rach wie vor bleiben aber die Telegraphen- arbeiter mit amtlich gestempelten und unterschriebenen Ausweiskarten mit Lichtbild versehen, die sie beim Betreten eines Grundstückes oder einer Wohnung unaufgefordert vorzuzeigen haben.
RDV. Krankentransporte auf der Reichsbahn. Cs ist noch wenig bekannt, in welcher mannigfachen Weise die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft die Beförderung Kranker ermöglicht. Reben der Verwendung besonderer K r a n k e n - S a l o nw a g e n,' die außer einem Bett noch zwei Sofas, einen Sessel, mehrere Stühle sowie einen Waschraum mit Kochvorrich- iung enthalten, können einzelne 3. - Klasse- Abteile durch Herausnahme von Zwischenwänden und durch Cinstellen einer in sich gefederten Bahre, eines Lehnstuhls, Klapptisches und Wandschrankes in einen Krankenraum um* gewandelt werden. In gleicher Weise können auch 4. - K l a s s e - W a g en sowie, bei ausreichendem Roum. Gepäckwagen für den Krankentransport freigegeben werden. Während bei Sondereinstellung eines Gepäck- oder Güterwagens, Personenwagens 3. oder 4. Klasse oder eines Wagens mit Krankenabteil eine Mindest- gebühr von 30 Mk. sowie der Fahrpreis von mindestens 8 Fahrkarten erhoben wird (Begleiter bis zu zwei Personen haben freie Fahrt), kann gegen Lösung von zwei Fahrkarten 3. Klasse für den Kranken und fe einer für die Begleiter eine Beförderung liegender Kranker im Gepäck
wagen für alle Zuggattungen erfolgen. Zur Verhütung von Krankheitsübertragungen werden die benutzten Wagen und Abteile einer gründlichen Reinigung unterzogen, lieber die Beförderung von Personen mit ansteckenden Krankheiten hat der für die Zugangsstation zuständige Kreisarzt zu entscheiden. Pestkranke sind von einer Beförderung ausgeschlossen.
Lichtspielhaus. Bahnhofstraß e. Ern neuer Frid«ricus-Rex-Film: , Die Mühle von 6 a nff duci". Gin Werk, daS seinen mit großem Ersolg gezeigten Vorgänger noch übertrifft. Geist von Sanssouci, eine wunderbare Auferstehung erlebend. Das Manuskript ist von entzückender Leichtigkeit, moussierend verbreitet die Handlung einen Hauch der Atmosphäre jener Tage. In den Rollen: ein Wettstreit Prominenter um die Gunst des Publikums. Unstreitig an der Spitze Otto Gebühr. Eine prachtvoll«, überlegene Zridericus Gestalt, gleich bewundernswürdig in Energie und Grazie; die Verkörperung fast noch eindringlicher als im ersten Film. Karl Götz, als Voltaire, ist ausgezeichnet tu Mimik und Darstellung. Roch einige vorzügliche Cha- rakterkösfte: Eduard von Winter st ein als der Alte Deftauer, Georg John als Ziethen. Jacob Tiedtke als Vdüller. Hervorragend ist auch Olga Tschechowa in der Rolle der gra- ziösen, koketten Prima Ballerina. Würdig zur Seite stehen u. a. Wilhelm Sie ter le (Korporal Jobst), Hanni Weiße (Iuwelierstochter). Anita Dorris (Müllerstochter). Eine prächtige Ausstattung, wirkungsvolle Massenszenen — die Parade — geben dem Werk eine entsprechende Basis. Es wird für längere Zeit den deutschen Film darstellen, ein Kunstwerk, vor dem auch scharfe Gegner des Kinos die Waffen werden strecken müssen. Die Hauskapelle hat eine dem Werke gut angepahte Musik zusammengestellt. Das Orchester bietet Leistungen, wie man sie in Lichtspieltheatern nur selten zu hören bekommt, und oie lobende Erwähnung verdienen. -z.
Rundfunk-Programm
des frankfurter Senders.
(Aus der „Radio-Umschau".)
Samstag, 27. März.
3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend: Aus dein deutschen Liederkranz (Liedervortrage Frankfurter Schulen): Merianschule, 2. und 3. Knabenklasse. 4.20 bis 5.45 Uhr: Konzert deS Hausorchesters: Zu Beethovens Todestag. 5.45 bis 6.10 Uhr: Die Lesestunde (für die reifere Jugend): Aus dem Roman: ..Die Regulatoren in Arkansas" von Friedrich Gerstäcker. 6.15 bis 6.45 Uhr: „Schauspieler, Rhapsode. Erzähler, Vorleser im Rundfunk", Vortrag von Universi- ratslektor F. H. Rdssdemeyer. 6.45 bis 7.15 Uhr. Briefkasten. 7.15 bis 7.45 Uhr: .Vortragszyklus her Vereinigung von Freunden der Kurmainzer Geschichte, seine politische und kulturelle Bedeutung im Laufe der Jahrhunderte", Bortrag von Dr. Anton Diehl. 7.45 bis 8.15 Uhr: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: ..Wie können Laien die Borgänge am Himmel beobachten?" Bortrag von Prof. Sitttg. 8.15 bis 9.15 Uhr: Sinfonie-Konzert (Böhmische Meister). 9.15 bis 10.15 Uhr: Heuere Legendenbichttnig. Anschließend bis 12 Uhr: Uebertragung au6 Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle.
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