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6U nxigcn. baß duin Ausgleich des durch die Reichsgarantie eingegangenen Risikos in den Retchsyausbalt Ansgabsnfvnds in ausrei­chender Hüde eingestellt werden, die als Re­serve für die etwaigen Ausfälle dienen.

Hierauf tritt der Ausschuß in di« Besprechung des Finanzettts ein. Abg. Ersing (-3-) führt aus. komme die Wirtschaft in vollen Gang, dann würden natür­lich auch die Steuererträgnisse besser werden und eine Bilanzierung des Etats 1927 durchaus im Bereich der Möglichkeit sein. Die Absichten der Reichsregicrung. der Reichsbahn ein Darlehen von 100 Millionen Reichsmark zu gewähren, um durch von der Reichsbahn zu erteilende Aufträge Vie Arbeitslosigieit zu dros­seln. sowie die Uebernahme einer Bürgschaft für den Export nach Ruh land seien zu begrüßen. Da­gegen bedauere er sehr, daß die Reichsregierung in der Wohnungsfrage endgültige Vor­schläge noch nicht gemacht -habe. Seine Freunde würden den Vorschlägen des Reichsfinanzmini­steriums kaum zustimmen, toenn die Regierung nicht vorher ausreichende Mittel zur 3 n g a n g f e 13 u n g des Bau markt es cruf- zubrrngen in der Lage sei.

Reichsfinanzminister Dr. Reinhold ver­sichert. dah sich die Reichsrc-gierung b-nteits ein­gehend mit einem Bauprograrnm für den Sommer beschäftigt habe. Es feien zunächst Erhebungen darüber angestellt worden, wieviel ge­lernte Bauarbeiter überhaupt für das Reubauprogramm .zur Verfügung stünden. Cs sei der Regierung schon aus dem Grunde wichtig, das Bauprogramnr im ganzen älmf»nge durch­zuführen, weil ja bekanntlich das Baugewerbe ein sogenanntes Schlüsselgewerbe sei, das wieder zahlreichen anderen Gewerben Brot und Arbeit gebe. Don der H a u s z i n s st e u e r wer­den 15 bis 20 Proz. diesem Bauprogramm zu- fliehen. Wenn die Hauszinssteuer einen Ertrag von insgesamt füni Milliardeir gäbe, so würde also für das Bauprogramm 750 bis 1000 Millio­nen Mark verfügbar sein. Wenn man diese Summe beispielsweise als Verbilligungsbypo- Iheken für die Banken verwende, so könne auf dem Baumarkte viel erzielt werden.

Abg. Dr. Cremer ID.V.> erklärte die grundsätzliche Zustimmung seiner Partei zu den von der Reichsregierung verfolgten Zielen einer Ankurbelung der Wirtschaft durch Erleichterung der Steuerlast. Die Deckung des außerordentlichen Etats durch Anleihen sei zu billigen. Auf Länder und Gemeinden sei in gleichem Sinne einzuwirken. Die Deutsche Dolkspartei fordere, dah die Sonder­st euer auf Qualitätsarbeit, die sogenannte L u r u s st e u e r. in vollem Umfange ver­schwindet. Seine Partei halle ein größeres Ausmaß der Eisenbahnaufträge an die Industrie für erforderlich. Das vom Zentrum betonte Bauprogramm werde man int wesentlichen nur aus der Haus zins st euer finanzieren können. Die Aufnahme einer Aus- landanleche für diesen Zweck habe starke Bedenken gegen sich,

Abg. Merck (Byar. B.) vermag den vom Reichsfinanzminister und ReichSkmyler vertrete­nen Optimismus nicht zu teilen. Die dreimalige Senkung der Umsatzsteuer um je V-Proz. fei so gut tote wirkungslos geblieben. Es sei deshalb kaum anzunehmen, daß sich auch jetzt eine Senkung in den Preisen starker fühlbar machen werde. Rach Meinung des Redners gebe es andere Wege, die der Wirtschaft nachweislich tühlbare Erleichterungen gebracht hätten, so die Aussetzung der Vorauszahlungen auf Einkom­men-, Körperschafts- sowie Vermögenssteuer.

' Rach längeren Ausführungen des Abg. 8 i s ch e r - Köln (Dem.), in denen er betonte, daß seine Fraktion sich mit aller Kraft der Durch- tzihrung deS gegenwärtigen Regierunqspro- gramms widmen werde, und daß sie bereit sei, sich in die vom Reichskanzler geforderte Rot- gcmcinfdjaft unter Zurückstellung jedes Partei- Prestiges einzuordnen, war die Generaldebatte über den Etat des Reichsfinanzministeriums ge­schlossen. Der Ausschuß vertagte sich auf Freitag.

Aus dem Reichsrat.

Berlin, 25. Febr. Dem Reichsrat war ein Gesetzentwurf über Gewährung von Darlehen zur Hebung der landwirtschaftlichen Er­zeugung von der Rei-chsregierung vorgelegt worden. Die Vorlage bestimmt, daß aus den Mitteln Reichsgetveidestelle 60 Millionen zur Hebung der landwirtschaftlichen Erzeugung als Darlehen verwendet werden sollen, und zwar 35 Millionen auf die Dauer von 15 Jahren für landwirtsc^lstliche Bodenverbesserungen, 15 Millionen für Siedlungen auf die Dauer von 15 Icchren und die restlichen 10 Millionen sollen bestimmt sein zur Durchführung sonstiger toirfiomer Maßnahmen zur Hebung der land­wirtschaftlichen Erzeugung. Zu diesen Zwecken sollen auch eventuell die 35 Millionen verwendet werden, die in dem Gesetzentwurf zur Sicherung der Getreidebewegung zur Verfügung gestellt

Overhessischer Geschichtsverein.

Im Oberhessischen Geschichtsverein sprach Prof. Dr. Aubin über den Uebergang v 0 mA 11 e r» tum b um Mittelalter in rheinischen Städten. Es handelt sich hierbei um ein ollge- meineves, tiefergehendes Problem, um das Verhält­nis vorn Altertum zum Mittelalter überhaupt, um die geschichtliche Entwicklung in einem Zeitraum, die erst die Forschung der letzten Jahrzehnte einiger­maßen erhellt hat, um das Maß der Kulturkonstanz oder Kulturveränderung auf Grund von Siedehings- bildern. Das Problem des Städtewesens ist nur ein snmptomatisches Teilproblem, dessen Lösung jedoch für die Gesamtsrage äußerst bedeutsam erscheinr. Das Ergebnis der Ausführungen von Pros. Aubin, um das vorwegzunehmen, gipfelten in der Feststellung einer weitgehenden Inkongruenz der strukturellen Lage im Mittelalter und in römischer Zeit. Es laufen gewiß Fäden zwischen den Zeitaltern und Kulturen, es sind Keime und Ansätze da in römischer Zeit, aber das mittelalterliche Sladtewcsen als Grundlage des heutigen Bildes ist eine Schöpfung deutscher Geschichte. Der Vortragende entwickelte seine These an fjnnb von Siedelungsbildern rheinischer Städte auf ehemals römischem Boden. Zunächst nn Lage- plänen aus den alten Römerstäbten Mainz (neuere Ausgrabungen Gräberfeld von St. '211 bau) und Koblenz, das eine klare konzentrische Entwicklung und eine gewisse Konstanz non Kultur und Siedlung erkennen laßt: das römische Kastell an der Mosel wurde Königsburg und Bischofssitz. Sehr interessant ist die Geschichte Der alten (folonia Traim-a am Riedei rhein: es ist eine bewehrte Stadt, hie nach der fränkischen Zersrolung wieder oufgebnu) wird: aber dann bricht bic V)jftoric ab. Die Colonia Trajana verschnür«d: eine neue klerikal agrarische Siedlung

waren, falls diefer Entwurf nicht Gesetz wer­den sollte. Jene Vorlage bezog sich nur auf das Jahr 1925/26. Angenommen wurde ein Zu­satzantrag Bayerns, wonach die Möglichkeit vor­gesehen ist. einen Teil der Betriebsmittel auch für Darlehen zur Förderung des Absatzes landwirtschaftlicher Grzeugniste zu verwenden. Die Vollversammlung nahm die Vorlage nach den Beschlüssen der Ausschüsse an.

Schließlich erklärte sich der Reichsrat noch mit der R eufest setzung der Stimmen­zahl im Reichsrat ehtoerftanben. Dadurch er­hält auch Preußen automatisch nach der geltenden Verfassungsbestimmung gleichfalls eine Stiinme mehr, also an Stelle seiner bisherigen 26 Stimmer, 27. Die neue Gtimmenverteilung im Reichsrat ist jetzt folgende: Preußen 27, Bayern 11. Sachsen 7, Württemberg ä, Baden 3. Thü­ringen, Hessen und Hamburg je 2 Stimmen, die übrigen Staaten je 1 Stimme. Zusammen 68 gegen bisher 66 Stimmen.

Die Fürstenabfindung.

Aus dem Rechtsausschrrft des Reichstags.

Berlin. 25. Febr. Der Rechteausschuß setzte die Beratung der Anträge über die Fürstenabfindung fort. Die Verhandlungen wandten sich der gemeinsamen Beratung der Paragraphen 2 bis 7 zu. die von den Rück­wirkungen der jetzt zu fassenden Beschlüsse handeln.

Abg. Rosenfeld lSvz.) begründet einen Antrag, für alle Fälle dem neuen Gesetz rückwirkende Kraft zu verleihen. Wenigstens müsse jedem Land das Recht zustehen, eine wiche erneute Prüfung zu verlangen. Rachdem Abg. Freiherr v. Richt Hof en (Dem.) gleichfalls den Standpunkt vertritt, daß eine Rückwirkungskraft ausgesprochen werden müsse, namentlich zugunsten der Lärrder. forderte Abg. Dr. Wunderlich lDtsch. Vp.) eine Auskunft von der Reichs­regierung und den Länderregierungen, welche Fälle sie für endgültig erledigt ansehe. Zweitens gäbe es zu erwägen, ob Eingriffe in Einzel urteile möglich und wünschens­wert seien. Drittens frage er an, ob Eingriffe auch in die Streitigkeiten innerhalb der ein­zelnen Fürstenhäuser erfolgen mühten.

Abg. Dr. Bell (Zentr.) erklärte, der Reichs­tag dürfte sich nicht der Gefahr aussehen, auf den Widerspruch des Reichsrats zu stoßen. Wo eine vollständige Vevmögensauseinandersehung mit den Fürstenhäusern erfolgt sei, muffe die Sache ruhen.

Abg. Freiherr v. Richt Hofen (Dem.) würde es als einen Fortschritt begrüßen, wenn die teilweise erledigten Auseinandersehungs- fälle dem Reichssondergericht nochmals über­wiesen würden.

Vom Zentrum und den Dernotraten war in­zwischen ein Grgänzungsantrag eingeganyen, wo­nach als nicht endgültig erledigt die Fälle gelten sollen, die nur für einzelne Der mögens­teile oder npr für einzelne Mitgl jeder der Fürstenhäuser geregelt sind.

Reichskommissar K ü n z e r teilte dann über bic Stellungnahme der Landesregierungen folgendes mit: Vier Regierungen erklärten, daß sie keine reichsgesetzliche Regelung tvünschten: zwei, daß sie zwar diese Regelung, aber feine Rückwirkung auf ihr Land wünschen. Fünf Regierungen wünschen ohne Einschrän- kung eine reichSgesehliche Regelung; vier haben sich auf die Anfrage der ReichSregierung noch nichtgeäußert. Die Reichsregierung hat nun­mehr allen Landesregierungen telegraphisch die Fragen vorgelegt: 1. welche Länder die Ausein­andersetzung als endgültig erledigt ansehen, 2. ob ein Land, wo sie endgültig erledigt ist, durch Reichsgeseh die Möglichkeit zur Wieder­aufnahme der Auseinandersetzung haben will, 3. ob in den Fällen, wo nur über einzelne Vermögens stücke endgültig entschieden ist, die Regierung die Rücktoirkung auch auf diese Fälle wünscht.

Abg. Dr. Kahl (D. Vp.) bezeichnete grunbsätz- lich eine Rückwirkung auf endgültig entschied bene Fälle als unannehmbar, (fnbgültig er» lebigte Fälle könnten nur bann zugelassen werben, wenn es von beiden Seiten verlangt wirb.

Damit schloß bie Aussprache.

Zum § 7 mürbe zunächst ber sozicllbcmakratische Antrag, ber bic Rückwirkung bes Gesetzes auch auf enbgültig erledigte Auseinanbersetzungsfälle «er­langt, mit 17 gegen 6 Stimmen bei 2 Stimment­haltungen ab gelehnt.

Mit 12 gegen 7 Stimmen wurde folgender An­trag 0. R i ch t h 0 f en (Dem.) angenommen;Ist vor Inkrafttreten des Gesetzes eine Auseinander­setzung in einem Lande bereits durch Urteil, Schiebs- spruch, Vertrag ober Vergleich enbgültig e r - l e b i g t worben, so können beide Parteien binnen 6 Monaten nach Inkrafttreten des Gesetzes bie Sache vor bas Reichssondergericht

zeigt nur noch oberflächlichen Zusammenhang mit ber alten Zeit. Das mittelalterliche, Junten, ber Ribe- lungensitz, hak mit ber Colonia Trajana nichts zu tun. Aehnlich liegen bie Dinge in Bonn, bas burch seine Lage befonbers interessiert. Auch hier ist keine An­knüpfung, nur inbirefte schwache Weiterentwicklung ber römischen Verhältnisse festzustellen. Und bas mvhl nur auf Grunb der topographisch bevorzugten Situation. Für bas Auseinanbcrfallen ber Kulturen ist ferner ein gutes Beispiel Kreuznach, das als eine Grünbungsstadt an gesprochen werben mufo (um 1200), ebenso Saarbrücken als wichtiger Straßen knotenpunkt (um 1000). Auch in Trier haben bie Franken in gan>. eigener Weise gesiedelt. Auch hier bie charakteristische Anknüpfung an bas geistliche Zentrum. Mainz gibt ein ähnliches Bilb wie Trier: bie mittelalterliche Stadt lag innerhalb der Römer- mauern, bie kirchlichen Sitze, wie bart, außerhalb ber Stabt. Der Akzent ber Sieblung liegt nicht auf ber alten Römerstaoi, sondern auf ben klerikalen Rie« bcrlassungen. Enblich lassen sich auch in Köln bic Siebelungsverhällnißc in römischer unb mittelalter­licher Zeit nicht identifizieren. Es gibt einen ganz kleinen römischen Kern: bie klerikalen Zentren, bie berühmten Hciligcnkirchen liegen auch hier außer­halb unb werben allmählich mit ber Ausweitung in das Stadtbild ein bezogen. Der sehr aufschlußreiche Vortrag war stark besucht.

Frankfurter Theater.

Im Reuen Theater lacht man, baß sich fast bie Sitzreihen biegen. Hans Stur m sIrr garten ber Liebe" ist aber auch in seiner zünbenben Situationskomik zwerchfellerschütternd. Zn diesem wirklich humorvollen Spiel geteilt sich noch Otto Wa11burg al. beherrschender Schauspieler, bie Träne quillt unb Lach unb Beifallsstürme burch«

bringen. Das Reichssonbergericht Hat zu prüfen, ob Urteil, Schiebsspruch, Vertrag ober Vergleich i n ihren wesentlichen Bestimmungen ben Vorschriften bes § 5 zuwiberlaufen. Stellt bas Reichssonbergericht bies fest, so Hat es unter Auf. Hebung bes Urteils, Schiebsspruchs, Vertrages ober Vergleichs nach diesem Gesetz zu verfahren."

Damit war ber ursprüngliche § 7 bes Kompro­mißentwurfes gefallen.

Angenommen mürbe mit 13 Stimmen bei 9 Stimmenthaltungen ein Antrag des Zentrums unb ber Demokraten, wonach im § 2 ein gefügt werben soll, baß als nicht enbgültig erledigt die Fälle gelten sollen, bie nur hinsichtlich von Teilen ber Auseinanbersetzungsmasse ober nur für ein­zelne Mitglieder des beteiligten Fürstenhau­ses entschieden sind.

In ber weiteren Aussprache würbe bie Rotwen- bigteit betont, für bie zweite Lesung eine genaue Definition bes BegriffesLand" zu geben, bamit fest gestellt wird, ob es sich um bie tiänber in ihrem jetzigen Bestanb ober um J)te von ben Fürstenhäu­sern früher regierten ßfhrerr hanbelt.

Der Ausschuß vertagte sich bann auf Freitag.

Preußischer Landtag.

WSR. Berlin, 25. Febr. Der Landtag beriet ben Etat ber Handels- unb Gewerbeoer­wal t u n g fort. Hanbelsminister Dr. Schreibet) wies darauf hin, baß der Gesamtzuschuß der Han­dels- unb Gewerbeverwaltung sich van 28,6 auf 35,8 Millionen Mark erhöht habe. Gegen ben Ge­setzentwurf ber ehemaligen Reichsregierung über ben Preisabbau habe er Bedenken. Mit behörd­lichem Zwang sei in dieser Richtung nicht viel zu erreichen. Eine Besserung ber Wirt­schaftslage werbe sich nur durch die Hebung der Kaufkraft im Innern und durch eine A bf a tz ve r m e h r u n g nach dem Ailsland erreichen lassen. Zur Hebung ber furchtbaren Ar­beitslosigkeit werbe die Regierung u. n. dem Ban - m a r f t möglichst schnell reichliche Mittel Zufuhren. Das Washingtoner Abkommen müße ra- tijiziert werben, wenn auch bie übrigen Staaten ben gleichen Schritt unternehmen.

Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags.

Darm stabt, 25. Febr. Die Denkschrift der hessischen Regierung:Verzeichnis über die an Beamte usw. für Rebenämter unb Re- benbeschäftigungen bezahlt werdenden Vergütungen" wurde heute vom Finanzausschuß beraten. Die Denkschrift enthält 166 Positionen: sie wurden zum größten Teil genehmigt. Es handelt sich vielfach um bie Frage, ob die Be­schäftigung mit dem Amt verbunden ist, oder ob sie sonst versehen wirb. Danach war zu be­urteilen, ob die Arbeit unentgeltlich zu leisten ist ober nicht. Position 15, die sür Oberärzte der Heil- und Pflegeanstalren, und Position 16. die für Assistenzärzte. Vergütungen für Ausbil­dung von Pflegepersonal im Kranken­dienst vorsehen, wurden gestrichen. Rach Po­sition 116 können Beamte bei ber Weinbaubvmä- nenverwaltung, die bei ber Flaschenabsüllung tätig sind, für die besonderen Leistungen Vergü­tungen bis höchstens 300 Mari erhalten. Die Regierung erklärte, daß es sich hier nicht um Dienst, soiwern um eine Privatbeschäftigung handle. Gin Antrag auf Streichung, der von dem Abgeorbneten Blank gestellt war, wurde mit 7 gegen 2 Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen angenommen. Ein Antrag Bornemann zu Position 130, zwei Professoren der Technischen Hochschule, bie zur Begutachtung wärmetechnischer Fragen herangezogen werben, die Vergütung hierfür zu streichen, wurde angenommen. Gin Antrag Delp, daß die Vergütung an die Vor­sitzenden der Prüfungskommissionen, soweit sie nicht Prüfungskommissare sind, in PZegfall kom­men, wurde gegen 3 Stimmen ab gelehnt. Ein Antrag Dr. Werner, noch in den PlenarverHand­lungen die Summe aller 1925 für Rebenämter unb Rebenbeschäftigungen bezahlten Vergütungen anzugeben, würbe einstimmig angenommen. Wei­ter wurde ein Antrag Dr. Weener angenommen, bei einer Reuregelung ber 'Befoldungso-cdnung die Frage der Vergütungen für Rebenämter und Nebenbeschäftigungen erneut zu prüfen und den? Landtag Vorschläge zu machen. Der Ausschuß vertritt dabei die Ansicht, daß für Rebenämter nur in bes onbers gelagerten und be­gründeten Fällen Vergütungen gewährt werben Tonnen.

Senator Borah über Südtirol.

Reuy 0 rt, 25. Febr. (TL1.) Zu dem Hilfe- ruf der Tiroler bei den großen Kundgebungen in Innsbruck erklärte Senator Borah, daß die Abtrennung Südtirols ein großes Anrecht der Tiroler Bevölkerung gegenüber fei. Solange Mussolini sein imperialistisches Programm auf­rechterhalte. könne er nicht dafür stimmen, dqß die Schuldverpflichtungen Italiens

toben das Hous. DieserIrrgarten der Liebe" ge­hört zu ben wenigen Lustspielen, bic wirklich frischen, urwüchsigen Humor besitzen, jeher litera­rischen Problematik sernstehen unb lebiglich ben Ehrgeiz hoben, eine famose Jbee bühnentechnisch wirkungsvoll auszuarbeiten. Also ba sind zwei Stiefbrüder, der eine heißt Friedrich Bauer, ber cinbere Friebel Bauer. Friebrich hat sich im Bab reich verlobt, außerbern hat er aber auch noch eine Geliebte Ijolbe, Operettenjängerin in ber Stabt. Der Schwiegervater hat Erkunbigungen eingezogen unb bic ganze Geschichte erfahren; nun muß Frie­bel, eine echte rechte Künstlernatur (er ist Karikatu­rist), auf Drängen 'des Bruders die Sache aus sich nehmen. Da er meber bie Brau: Asta noch die (beliebte Isolde kennt, verwechselt er bic beiben, richtet eine heillose Verwirrung an und führt am Schluß bie reiche Braut heim. Der zweite Akt ist der beste, und Otto W a l l b u r g als Friebel roeir darstellerischer Höhe- unb Mittelpunkt; er mar prachtvoll in seiner natürlichen, hinreißenden Komik. Spontaner Beifall setzte aus offener Szene ein. Die übrigen, Alfred Scherzer unb Fricbrich Fuchs, sowie Hilde Hildebrand und Hedda R e u h 0 s s gruppierten sich in echt schwankmäßiger Einstellung um ben Clou des Abends Wallburg. Für bie flotte Regie zeichnete Alois Großmann oerantwort- lich. Das Publikum zeigte sich für diesen frohen Abcnb äußerst dankbar unb kargte nicht mit bem üerbienten Applaus. L. w.

Der Einbrecher als Erfinder.

Die Verbrennung ist bekanntlich eine Ver­bindung der Stoffe mit Sauerstoff Das Rosten- des Eisens, das durch den Sauerstoff der Lust I verursacht wirb, ist demnach auch eine Verbren-

mit 35 Cents für einen Dollar abgegoften würbyr. Italien solle sein eigenes Geld und nicht das der Amerikaner für seine imperialistischen Zwecke verbrauchen.

Aus aller Welt.

Huglischer Dank für die Rettungstat der Bremen.

Auf Einladung des großbritannischen Kon­sulats fand in Gegenwart bes Vertreters ber englischen Botschaft in Berlin, Botschaftsrat Addison, und eines Marine-Attachees der englischen Botschaft sowie unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung aller Kreise der Schiff­fahrt. des Handels, der bremischen Zivilb^hörden, ber fremdländisch^ Konsulate und aller dem Schisfahrtswesen nahestehenden Persönlichkeiten im EmDsangs- und Wartesaal des Norddeutschen Lloyd qie feierliche Aeberreichung bes Ehren­geschenkes des Board of Trabe (Han­delsministeriums in London an den Kapitän Wurpts des Rorddeutschen Lloyddampfers ,.B reme n", anläßlich der Errettung eines Tei­les der Mannschaft des englischen -Dampfers Lari ft an" aus Seenot statt. Der Vertreter der englischen Botschaft in Berlin. Addison, sprach als Abgesandter ber englischen Regierung Kapitän Wurpts und seinen Offizieren und Mannschaften die höchste Anerkennung und wärmste Dankbarkeit für ihre tapfere Tat aus, durch die es berBremen" nach 36 Stunden heldenmütigster Anstrengung gelang, sechs Mit­glieder ber Besatzung des englischen Dampfers Laristan" zu retten. Gr empfinde besondere Be­friedigung darüber, daß ihm bie Aufgabe zuteil geworben sei, dieses Beispiel deutschen Mutes vor aller Oefsentlichkeit hervorzuheben. Wenn Wurpts bei ber Ankunft in Queenstown jedes Lob für seine Person abgelehnt habe nur seine Pflicht getan zu haben angab. so sei dies eine bezeichnende Antwort eines braven See­mannes und Gentleman. Im Rumen der eng­lischen Regierung überreichte ber Botschaftsrat darauf Wurpts ein Ehrengeschenk in Form eines wertvrlllen silbernen Tafelaufsatzes.

Der Deutsche Dorfkirchentag.

Auf dem gestrigen Deutschen Dorfkirchentage hielt der Führer ber deutschen Dorfkirchenbcwegung Dr. v. L ü p k c - Göttingen ein Referat überDorf- kirchentag unb Bauernhochschule". Der Rebner ging davon aus, daß es sich bet ber ländlichen Volkshochschule um eine ganz einzigartige Erscheinung handle. Die ländlichen Volkshochschule sei das Kernstück der ländlichen Jugenderziehung, bas Kernstück auch einer wahreren Dorfgemeinschaft. Während die städtische Bolkshochschulbewegung int Sande verlaufen sei, sei die ländliche Volkshochschule trotz aller äußeren und inneren Hemmnisse in aller Stille gewachsen. Man zähle heute in Deutschland bereits 40 Volkshochschulen auf dem Lande. Die ländliche Volkshochschule sei das Kernstück der D 0 r f k i r ch e. Die Dorfkirche brauche nichts not­wendiger, als Menschen des Dorfes, die sich auf ihre eigenen tiefsten Kräfte besinnen. Solche Menschen wüchsen auf dem Boden der Volkshochschule. Sie hätten die Ausgabe, eine neue dörfliche Jugend­bewegung zu schaffen. Wer etwas von den Leben des Geistes in ländlichen Volkshochschulen gespürt habe, der zweifle nicht mehr an Deutschlands Zu-- lunft, er sehe von dort aus ein neues deutsches Volk erwachsen. Mit einer Ansprache über Einzelprobleme der ländlichen Jugendarbeit sand ber Deutsche Dors» kirchentag seinen Abschluß.

Die BerlinerGrüne Woche^.

DieGrüne Woche" geht ihrem Ende ent­gegen. Täglich finden zahlreiche Versammlungen statt. Im Verein zur Förderung der Zuchttier- Ausfuhr sprach Dr. Kaysen brecht, Königs­berg. über Beziehungen intb Interessen zwischen der russischen und deutschen Tierzucht. Dr. Plaas. Gießen, behandelt die Absatzmöglich­keiten in Rußland. In der Versammlung der Freunde der Feld-Veregnung sprach Professor Dr. Z u n f e r. Breslau, über die künftige Ge­staltung der deutschen Wasserwirtschaft.

Explosion in einem Hochofenwerk.

In dem Hochofenwerk Diedenhvfen er­eignete sich eine heftige Explosion. Zwölf Ar­beiter wurden durch die Derbrennungsga.se be­täubt; zwei von ihnen konnten nicht mehr inS Leben zurückgerufen werden.

Die Sunlighkfabrik zerstört.

In ber Part Sunlightfabrik ber Lever Brothers brach Feuer aus, das einen Schaben von 600000 Goldmark anrichtete. Die 200 Arbeiter konnten sich aus ber brennenbeu Fabrik retten. Die Fabrik selbst ist vottstänbig vom Erbboden rasiert.

Schweres Erdbeben auf Chios.

Rach Meldungen aus A t h c 11 ist bas Dorf A n -- 1 i m q f i a auf ber Insel Chios im Aegäischen Meer burch ein heftiges Erdbeben völlig vernichtet worden. Bisher wurden zwei Tote und etwa 60 Verwundete gezählt. 600 Häuser sind eingestürzt.

nung, nur mit dem Unterschiede, baß dabei keine Licht- unb Feuererscheinungen auf treten. Das kommt daher, daß beim Rosten die Verbindung mit Sauerstvft sehr langsam vor sich geht, weil in der Lust ein Teil Sauerstoss mit vier Teilen Stickstoff gemischt ist. Diese starke Verdünnung muß natürlich seine Wirksamkeit herabsetzen. Bringt man aber genügend vorgewärmtes Eisen in ganz reinen Sauerstoff, so verbrennt es augen­blicklich unter Feuersprühen. Das verbrannte Eisen, also auch der Eisenrost, ist weich und zer- reiblich. Das Experiment, auf diese Art Eisen zu verbrennen, welches um 1740 bekannt wurde, ist, so entnehmen wir dem 'Buche von Lassar» Cohn,Dic Chemie im täglichen Leben" (Ver­lag Leopold Voß, Leipzig), seit denr Jahre 1907 zu überaus praktischer Verwendung gelangt. Hierauf fußend zerschneidet oder durchbohrt man nämlich seitdem selbst den besten Stahl in gerade­zu unheimlich schneller Weise; gelingt es doch z. B auf diesem Wege, eine 13 Zentimeter starke Stahlplatte in 10 Minuten auf einen Meter Länge zu durchschneiden. ZumSauerftoffschnei­den" hat man nichts weiter nötig, als einen solchen Stahlblock an einer Stelle mittels der Flamme eines Knallgasgebläses auf die Verbren- nungstemperatur vorzuwärnicn und dann nach Abftellen des Wasferstoftgases das Sauerstoffgas gas allein in fein eins Strahl aus diese Stelle zu leiten. Der Sauerstoff hält Den Strahl bauernd in Brand unb indem man mit dem Scheibebrermer langsam über das zu zertellende Stahlstück hin-- fäfjrt, brennt es au) der vorgezeichneten Linie durch. Erfinder dieses Verfahrens ist ein Ein­brecher, der 1890 auf diese Weife in Hannover bie Wand eines Gelbschrankes durchbohrte.