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.sht. Die Erörterungen werden den Zweck ver- o'< en, feftzustel.en, ob irgendwelche praktische ' borschlügS gemacht werden können, um einen Wettbewerb zu verh ndern. Die Dete- Ration ce3 britischen Derbanbes wird aus dem . c-cn j.irt a* und dem vormaligen Dorsitzenden : c5 Verbandes sowie aus folgenden M.igliedern gestehen: Sir Mac Muspratt. Sir Eric Geddes, Vernon Willeh, Arnstrong, Sir V-ince t Gaillard und Sir Peter R h lands. D e deutschen Vertreter sollen noch nicht enb gültig bestimmt sein. Mer es verlautet, daß erscheinen werden: Dr. Duisberg, Prä- fi' ein des Reichsverbandes der Deutschen 3n- duft l ' q Zrohwein, stellver.r tender Präsident lei -X ichsveröandes, Geheimrat Ca st l und Dr. Herle.

Dre italienisch-französische Spannung.

Keine Intervention Englands.

London, 24. Nov. (TU.) DerEvening Standard" bezieht sich heute auf die hartnäckigen Pariser Gerüchte, wonach Austen Chamberlain auf dem Wege zur Teilnahme an der am 6. Dezem­ber stattfindenden Völkerbundssitzung zwei oder drei Tage in Paris verbringen werde, um eine Kon­ferenz zwischen ihm, Lriand und Mus­solini in der Südschweiz zu arrangieren und spricht die Hoffnung aus, daß diese Gerüchte nicht den Tatsachen entsprechen möchten. So sehr eine Besserung der französisch-italienischen Be­ziehungen zu wüirschen wäre, so müsse doch be­zweifelt werden, ob eine britische Intervention im Augenblick weise wäre. Niemand zweifle an den aus­gezeichneten Absichten Austen Chambertains, aber er llebe es ein wenig allzusehr, die Rolle des wohlwollenden Großvaters in Eu­ropa zu spielen. Man tue besser, sich um seine eigenen Angelegenheiten zu kümmern.

Der diplomatische Korrespondent desDaily Telegraph" knüpft an die Erklärung Chamber­lains vor dem Völkerbundskomitee des Unter­hauses an, in der er die Bedeutung und Er­haltung der aufrichtigen Zusammenarbeit der vier großen W e st m ä ch t e für die Auf­rechterhaltung des europäischen Friedens und die Autorität des Völkerbundes betonte. 3n dieser Feststellung sei nichts enthalten gewesen, was zu der in einem Teil der Pariser Presse gemach­ten Feststellung berechtige, das; Großbritannien! bemüht sei, in den französisch-italienischen Disfe-- renzen zu vermitteln, ja sogar den Abschluß eines englisch-französ'.sch-italienisch-en Loearnopak- tes zu fordern. Pinter den gegenwärtigen tim- ständen könne von einer englischen In­tervention keine Rede sein.

Die Qace in China.

Peking, 24. Rov. (Agentur Indo-Pacific.) 3m Verlaufe der Kn erenz von T tentsin soll be° schlo' en worden fein. tzi-Huan-Hong zum Präsidenten und Tschang-Tso-Lin zum Vi?e^räsidenten der chinesischen Republik zu er- re.neu. Die Ratio nalversammlung wer)c- ein' Stuten werden, um diesen Beschluß zu ratifiz'e. n Ein K o a l i t i o n s k a b i n e t t, m dem a le politischen Partien vertreten fein wär en. würde gebildet werden. Der Gr'olg der Truftsen von Kanton werde anerkannt werden, eben o wie die Regierung Kuointschungs. Die Verträge Chinas mit den verschiedenen ausländischen Mächten würden nach und nach revidiert werden Alle Rechte und 3nt;t essen würden gewahrt werden. Die Zollkon- fercnz werde aufs neue zusammen berufen werden.

Der Friedenspreis der Nobe'stistung.

tipfaln. 24.Rov. C5ti.) Da seit drei Jah­ren kein Robel-Friedenspreis vom norwegischen

Das Wohnungsbauprogramm ru preufjen.

Berlin, 24.Rov. (Tti.) Der Wohnungs- ausschuh des Preußischen Landtages beschäftigte sich heute mit dem Wohnungsbauprogramm 1927. Wohlfahrtsminister Hirtsiefer sprach zunächst über die Ausdehnung des Wohnuugsbaupro- gramms des letzten 3'ahres. Der Aufruf vom Oktober sollte erreichen, daß im nächsten 3ahre sobald wie möglich mit dem Reubau angefangen und mindestens 200 000 Wohnungen gebaut würden. Dafür sei etwa eine Mil­liarde Mark an zweiten Hypotheken erforderlich. Der Markt für erste Hypotheken fei derartig, daß die Rachfrage befriedigt werden könne, tim die gewünschten 200 000 Wohnungen zu schaffen, habe er in seinem Aufruf 30 Prozent Haus­zinssteuer vocgeschlagen. Er habe aber nicht gesagt, daß diese 30 Prozent vom 1. April er­hoben werden sollten. Am 1. Januar 1928 müßten di e Mieten mindestens um 8 Prozent erhöht werden. Hirtsieter schlägt vor, eine Erhöhung um 10 Prozent schon am 1. Aprii. 1927 eintreten zu lassen und die Einnahmen dieser Erhöhung aus den ersten neun Monaten fürReubauzweckezu verwenden. Das würde etwa 150 Millionen Mark ergeben. Daneben hält er auch die Aufbringung einer gro­ßen Anleihe für den Wohnungsbau für notwendig.

Finanzminister Dr. Höpke r- Aschoff hält das Zustandekommen einer Anleihe für fraglich. Das Programm tonne vielleicht so durchgett'ihrt werden, daß man sich auf 150 000 Wohnungen beschränke. Wenn man 30 000 Wohnungen an­sehe, die ohne Hauszinssteuer gebaut werden, so würden für die noch verbleibenden 120 000 Woh­nungen für Hauszinssteuer-Hypothek 600 Millio­nen erforderlich fein. Gin anderer Weg fei die Verpfändung der bereits bestehenden staat­lichen Hauszinssteuer-Hypothek. Bei entsprechender Bürgschaft könnten die Hypotheken­banken durch Obligationen das Geld aufbringen. Man habe bereits mit den Vertretern der Hypo­thekenbanken in diesem Sinne verhandelt. Der Weg könne aber nur beschritten werden, wenn die Garantie für die Verzinsung und Tilgung da sei. Daher müsse die Hauszins- steuer stabilifiert werden. Man müsse den Mut haben, zu erklären, daß die Hauszinssteuer verewigt werden müsse. Auf die Hauszins- steuermittel, die jetzt für den allgemeinen Finanz­bedarf verwendet würden, könnten weder der Staat noch die Gemeinden verzichten. D.e Ver­ewigung der Hauszinssteuer könne aber nur durch ein Reichsgesetz erfolgen. Die Reichsregie­rung sei sich schon in dieser Hinsicht einig.

Abg. (Spider nagel (D. V.) spricht sich gegen die weitere Erhöhung und gegen die Aer- ewigung der Hauszinssteuer aus und verlangt, die private Bautätigkeit zu beleben.

Abg. Haefe - Wiesbaden (Soz.) verwies darauf, daß 1927 nicht wieder wie 1926 über 100 000 Bau­arbeiter arbeitslos sein durften. Er lehne die Er­höhung nicht ab. Ohne Hauszinssteuer könne nicht gebaut werden.

Abg. Lünenschloß (Wirtsch. Vg.) verlangt bessere Heranziehung des Privatkapi­tals und der Sparkassen zum Wohnungsbau.

Abg. S ch l u ck e b i e r (Dn.) erklärt, der einzige Weg zur Befreiung von der Zwangswirtschaft sei die Angleichung der Mietpreise der Alt­wohnungen an die der Neubauten. Der vorgeschlagene Weg einer Wohnungsbauanleihe sei zu billigen.

Abg. Köthenburger (Zentr.) trat ebenfalls für eine Angleichung der Mieten der Alt- nr.b der Neubauwohnungen und für eine Wohnungsbau­anleihe ein. Ziel müsse die Beseitigung der Woh­nungszwangswirtschaft sein.

Polnische Gegenaktion in Oberschlefien.

Kattowih, 25. Rov. ($ti.) 3nfvlge der für die Polen so ungünstig ausgefallenen Ge­rn e i n d e w a h l e n in Polnsch-Oberschlesien ha­ben die nationalen Verbände für kommenden Sonntag und Montag große D e m vnstratio- nen angesagt. Man spricht von einemM a r s ch auf Kattowih", um den Deutschen zu zeigen, wie mächtig das Polrntum trotz der Wahlnieder­lage nod) ist. An Sonntag üjrmittag findet in Kattowih eine Massenversammlung statt. Der polnische 3 n n e n m i n i st e r hat sein Erscheinen zugesagt, ebenso wird der schlesische Wojwode vor der Versammlung reden.

Aufstau b in Nm'dalbanien.

Belgrad, 24. Nov. (TU.) In Nordalbanien macht sich feit mehreren Tagen eine Aufstandsbewe­gung bemerkbar, über die von der jugoslawischen Negierung eine genaue Darstellung veröffentlicht ! wird. Danach haben sich ein Priester und zwei ehe­malige Offiziere der Negierung Fan Nolis an die Spitze der Aufstandsbewegung gestellt. Die Bewe­gung hat einen ausgesprochen katholischen Charakter und verfolgt offenbar den Zweck, sich her von Katholiken bewohnten Teile Nordalbaniens zu bemächtigen. Die Aufständischen haben in den ersten Tagen starkeErfolge erzielt, sollen jedoch jetzt in eine ungünstige Lage gekommen sein. An amtlicher Belgrader Stelle nimmt man an, daß die albanische Negierung in der Lage sein werde, der Aufstandsbewegung Herr zu werden. Zweifellos {ei die Bewegung vom Ausland her vorderer- t e t worden.

Fasziftenansammlungen an der französischen Grenze?

Paris, 25. Rov. (IDIB. Funkfpruch.) Die komrmmislifchehumanits" bring! eine Nachricht, für die sie die Verantwortung übernehmen muß: 2500 Jaszislen halten sich in Ventimiglia in Kriegsbereitschaft auf, wo sie die bisher von ftatabinerle durchgesührte Grenz- Überwachung übernommen haben. Die französische Regierung ist davon unterrichtet. Sie Hal Infolgedessen die Zollbeamten mit 2Ha- fchinengewehren ausgerüstet und auch den Grenzbeamten Karabiner geliefert. Außerdem feien zwei Batterien aus Hirnes und ein Infanterie- Bataillon aus Toulouse an die Lcmdesgrenzen ab­gegangen.

Unter dem Ausnahmegesetz in Italien.

Rom, 24. Rov. (WB.) Aus Venedig melden die Blätter, daß eine Provinzialtommission unter dem Vorsitz eines Präfekten sieben Personen aus der Provinz, darunter ehemalige Abgeord­nete, zum Zwangsaufenthalt verur­teilte. Ferner wurden weitere acht Personen, . darunter ein 3oumalift und ein Provurzial- abgeor neter, zu der gleichen Strafe verurteilt. 3n dec Provinz Aquila wurden ebenfalls meh­rere Personen zum Zwangsaufenthalt verurteilt, die beschuldigt waren, das jetzige Re­gime bekämpft und mit ausländischen tim« stürzlern in Verbindung gestanden zu haben.

Mussolinis Regime in Südtirol.

3 n n s b r u ck, 25. Rov. Der Fürstbischof Endrici von Trient hat gelegentt ch eines Besuches in Rom auch bei der Kurie vvege- sprochen und Mussolini einen Besuch abge- - stattet. Er soll Mussolini vorgestellt haben, daß die in Südtirol angewandten Methoden nicht die richtigen seien. Mussolini habe ihm ge­antwortet, daß sich diese Methoden als wirksam erwiesen und bisher bewährt hätten. Sei das einmal nicht mehr der Fall, so käme die Zeit, das zu ändern.

Erfaß-Lothringen.

Er regteDebatte in der französischeirKarnmer

Paris, 24. Rov. (Tti.) 3n der Kammer kam es heute zu einem lebhaften Zwischenfall, Als der kommunistische Abg. Huber vom tin- terrhein im Verlause der Budgetdebatte für den elsaß-lothringischen Dienst in d e u t s ch e r Sprache . reden wollte, setzte ein ungeheurer Lärm ein und Huber wurde schließlich das Wort entzogen. Huber protestierte und versuchte, seine Rede in deutscher Spr-.che forlzusetzen, worauf die Sitzung unterbrochen wurde. Anstelle Hubers ergriff dec tommunisti'che Abgeordneten D u c 1 o s das Wort, um in kräftigen Ausdrucken gegm die Art und Weise, wie man französischerseits die Ver­schmelzung der elsaß-lothringischen Provinzen mit Frankreich durchführe, zu protestieren. Gr er­klärte dann weiter, daß eine Volksabstim­mung in Elsaß-Lothringen in der Mehrzahl gegen Frankreich au8f allen würde.

Im Mittelpunkt der Debatte stand die Frage der Beamten gehälter und Beamtenpensionen. Alle eljah lothringischen Redner sagten: Es ginge nicht an, daß man die Bezüge der elsah-lothringi- sehen Vorkriegsinvaliden rückwirkend aus Grund eines neuen deutschen Gesetzes abändere, da deren Bezüge im Versailler Vertrag fest ge­legt seien. Ebenso müsse abgelehnt werden, daß man von den Pensionierten jene Bezüge zurückoer- lange, die man seinerzeit unter dem Stichwort Vorschüsse" wegen chrer zu niedrigen ^üge be- willigt habe. Poincare lehnte mehrere Male bei Stellung der Vertrauensfrage jede Abänderung des elsaß-lothringischen Budgets ab.

Oiortinng mchr ve-ieiU ldulvcu t|i, Jiia-jx mau von schwedischer Seite neuerdings ausdrücklich auf die Verteilung. Es werden viele Kandidaten genannt: Erzbi cho Soderblom, D. rgermeister Lindhage ö, die Minister Stresemann, Brian i), Chamberlain. Die interparla­mentarische Gruppe des schwedischen Reichstages hat eine Teilung des Nobelpreises vorgeschla­gen zwischen dem deutschen Professor Quid de und der interparlamenlarifchen Union.

Kunst und Wissenschaft.

(bin neuer Darmstädter Ehrendoktor.

De n bcLn.iten Verleger Gen.rett rektor Guido Hackebeil ist vom Rektor und Senat ler Technischen Hochschule Darmstadt in An- erjennung seiner Verdienste um die Entwicklung . ei InstitutZ iüt wi senschaftliche und angewandte Photograph te der Technischen Hochschule Darm­stadt de Würde c:n:d Ehrensenators ver­liehen toofcn.

Professor Walter Brehmer t-

][ Marburg, 23. Rov. Wie aus Dublin (3rianb) gemeldet wird, starb dort, noch jung an 3ahren, der Kurator des irischen Rationalmufeums, Professor der Archäo­logie und Prähistorie Dr. Walter Brehmer. Ter Verblichene wurde 1887 in Wismar in Mecklenburg geboren, promovierte 1910 in Gießen und war dann mehrere 3ahre Assistent am römisch-germanischen Zentralmuseum in Mainz. Rachdem er am Kriege teilgenommen, kam er als Privatdozent der prähistorischen Archöologie und Assistent am archäologischen Seminar nach Mar­burg, wo er 1922 zum außerordentlichen Pro­fessor ernannt wurde. Während seiner hiesigen Tätigkeit wurde er von der Kasseler Regierung mit der Pflege der vorgeschichtlichen Altertümer Kurhesfens betraut, wobei er sich große Verdienste um die Erforschung chattischer Wohnstätten erwarb. 3m vergangenen Herbst folgte er bem ehrenvollen Ruf nach Dublin, wo er leider nicht lange toirten sollte.

E n StaalSPreis

für dcn Dolksverband der Bücherfreunde.

Der Dolksverband der Bücherfreunde. Weg- weiser-Berlaa G. m. b. H., Berlin-Charlotten­burg 2, Berliner Straße 42/43, der größte und älteste Buchverband Deutschlands, wurde anläß­lich derGroßen Polizei-Ausstellung, Berlin 1926. von drr Preußischen Staaisregierung in Anerkennung hervorragender Verdienste als ein­ziger Buchverband mit dem Staatspreis der Preußischen Staatsregierung ausgezeichnet. Der V. d. B. dankt diesen Preis der Tatsache, daß seine inhaltlich wertvollen, schön ausgestatteten und un­erreicht billigen Bücher als besonders wttkungs- vpltes Mittel im Kampf gegen die Schundliteratur bewertet wurden.

Aus aller Wett.

Zyklon in den Vesklden.

Die Beskiden, der nordwestliche £ der Karpathen, sind von schweren zyklonartigen Stürmen heimgesucht worden. Der Winddruck hat in den Forsten ganze Waldstrecken niedergelegt. Die Eisenbahn DialaKenty (Galizien) muhte den Verkehr einstellen, weil die Geleise von dem umgebrochenen Hochwald auf weite Entfernung gesperrt waren. 3n der Textilstadt Bielih im ehemaligen öster­reichischen Schlesien wurden die Lagerschuppen einer Fabrik vom Sturm zerstört. Mehrere Touristen, die in den Bergen unterwegs waren, werden bis heute vermißt.

Ein Dorf bei Nizza verschüttet.

Das Dorf RocquobiHiere, das 15 Kilo­meter von Nizza entfernt liegt, ift infolge eines Erdrutsches, der durch wolkenbruchartigen Re­gen der letzten Tage verursacht wurde, oerschüt - t c t worden. Bisher werden 2 0 Tote gemeldet.

Millionenpreise

auf einer Londoner ©emäibeauftlon.

Die Londoner Auktion alter Meister hat Rekord­preise gebracht. Ein Bild von Sir Thomas Law­rence wurde für 74 000 Guineen (über 14 Millio­nen Mark), GainsboroughsMiß Tatton" wurde für 44 000 Guineen verkauft.

Prinz Heinrich von Preußen in Mexiko.

Prinz Heinrich von Preußen ist unter großem Andrang der Bevölkerung herzlich empfangen 'worden. Der Prinz äußerte, er nehme den ihm bereiteten enthusiastischen Empfang nicht für sich, sondern für Deutschland an, das die herz­lichen Gefühle des ritterlichen mexikanischen Volkes aufrichtig erwidere. Er betonte, daß er die Reise als einfacher Privatmann und Welt­reisender mache und auch nicht anders be­handelt werden möchte.

Tödliche Unglücksfalle btl der Landarbeit.

3n einem Dorfe bei Frankfurt a. d. 0. wurde ein Fuhrmann von einem Pferd so schwer geschlagen, daß er kurze Zeit darauf ver­starb. Das Pserd hatte ihm die Schädeldecke eingeschlagen. Ein ll'ährige Knabe geriet fei der Arbeit an der Dreschmaschine in den Dreschtasten und wurde mehrmals herum« geschleudert, so daß das Kind getötet wurde.

Moderne Seeräuber.

In H a m m e r f e n hat ein auf dem Sterbebett liegender Marn eingestanden, daß er mit mehreren Komplizen die Mannschaft eines normegi« sch en Kutters auf offener See ü bet; fallen, erschlagen und aus geraubt hat. Das Schiff wurde versenkt. Der Kutter, dessen Mannschaft aus drei Brüdern bestand, ist seit dem Frühjahr dieses Jahres verschollen.

Schmugglerschlacht in den Straßen Oslos.

3n Oslo wurde ein von außerhalb kommen­des Personenautomobil von mehreren Männern zum Halten gezwungen, die sich auf die beiden 3nfaffen des Automobils stürzten. Es entspann sich ein erbittertes Handge­menge. Die Autofahrer wurden schließlich über­wältigt und die Wegelagerer fuhren in dem Auto, das mit Spritkannen beladen war, da­von. Als die Polizei eintraf, waren auch die überfallenen Schmuggler verschwunden.

.ttervoraussagc.

Wolkig bis bedeckt, Temperaturen tagsüber etwas ansteigend, Reigung zu R ederschlägen.

Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 6,5 Grad Celsius, Minimum 4,1 Grad Celsius. Rie­de rfchlage 3.7 Millimeter. Heutige Morgentempe­ratur: 1,2 Grad Celsius.

aus der proolnMihauptstadt.

Gießen, den 25. Rovember 1926.

Chronischer Rheuma.ismus.

3m naßkalten Herbst pflegt sich der chronische Rheumatismus durch gesteigerte Beschwerden un­liebsam bemerkbar za machen; wiederum werden zahlreiche Rheumatiker gezwungen fern. Heil­bäder aufzusuchen. um Lind rung ihrer Beschwer­den zu finden. Btt allen Arten von chronischem Rheurnattsmus sind mit H l e von Salitylpräpa- raten und Atovhan weitgehende Dttserungetr, zum mindesten Herabsetzung der Schmerzen, zu erzielen. Ein besonders dankbares Objekt für Badekuren ist derjenige Gelenkrheumatismus, der Mm vornherein chronisch c:nfe und ohne Fieber- erschernungen üerläuft. Auch diejm ge Form, die aus dem akuten Gelenk.hmrnattsmus hervorgeht und durch dauernde Schwellungen und Verdick^ n- gen der G:lc"kkapsttn. wie d tch Gekenlergüsse gekennzeichnet ist, eignet sich vorzüglich für Bäder- behandlungen. Dagegen bittet d'r chronische Ge- lenkrheumattsmus, der mit mehr oder weniger schweren Knochen- und Knorprlveranderungen einhergeht, weniger Aussicht auf Heilung, wenn auch durch dieiSäöer Muskel- und Knochen­schmerzen erheblich gelindert werden können.

Unter den heilsamen Tadevrozeduren spielt das Moorbad eine ganz besondere Rolle. Deine Wirkungsweise ist jedoch noch nicht restlos geklärt. Es zeichnet sich vor dem gewöhnlichen Wannenbad durch sein höheres fpe isischcS Ge­wicht, durch die dichtere Konsistenz und besonders durch das Wärme-Bechalleu der Badematte aus. Als Bademvor sindet zumeist ein Moor Ver­wendung, das aus den tieferem-Schichten deS Moorlagers stammt. 3n tiefem Moore finden sich als Endprodukte der Fäulnis Schwefelver­bindungen, Schweselwatterstofs und wohl auch Ammoniak. 3e größer der Wassergehalt deS fertigen Moorbades und je höher der Gehalt an mineralischen Bestandteilen ist, desto größer ist sein Wärmelettungsdermögen: und von diesen Wärmeverhällnissen hänvt denn auch im wesent­lichen der Heilerfolg des Moorbades ab. Che­mische Wirkungen werden in erster Linie von den im Moore gelösten Bestandteilen vor allem von den Humussäuren, von den löslichen Mineralsalzen und zum Teil auch von den freien Säuren ausgeübt. 3ebo<h find diese chemi- fdxen Wirkungen nur dem Moorvollbad eigen, während sic bei Teilumfcklläeen vollkommen fehlen. 3e älter und hartnäckiger das Leiden ist. desto stärker muß der Beiz des Moorbades fein. Ein Kur-Aufenthalt im Aus'ande ist im all­gemeinen nicht erforderlich, da innerhalb der Grenzen des Deutschen Reiches al'e Ältmaarten, alle Katecwrien von Schlamm- und Moorbädern vertreten find. Dr. M.

Dortraa über Trier.

Am kommenden Montagabend wird hier Prof. Dr. L o e f ch k e vom Provinzialmujeum zu Trier einen Dortrag mit Lichtbildern über Trier, di» römische Kaiserresjdenz, halten. Wenige sind so. wie er, berufen, über Trier, das mit seiner Porta nigra und den Kaiferthermen die größten römischen Bauten in Deutschland in wohlerhaltenem Zustand aufweist, und wie keine Stobt diesseits der Alpen täglich aus Schutt und Aschs neue Funde ans Tageslicht empor, steigen sieht, zu berichten.

Er gräbt zur Zeit einen riesigen Tempelbezirk aus, der Baugelände werden soll und dann der For­schung mit dem Spaten für alle Zeiten entzogen sein wird.

Es ist nicht zuviel gesagt, wenn die hier (d. h. im Tempelbezirk) für die Kultur-. Religions. und Baugeschichte vorliegende Aufgabe geradezu als eine nationale bezeichnet wird. Wenn es dem Archäo logen, der sie übernommen hat, gelingt, sie ungestört durchzusühren, bann wird ein Ergebnis herauskom men, bas sich ben größten her im Wettbewerb der verschiebens:« Nationen im Gebiet bes Mittelmeeres gewonnenen Resultate an bie Seite stellen barf."

Dies Werturteil Greßlers, eines der Führer auf römisch-germanischen Gebiet, zeigt, was dort dem Boden abgerungen wird. Der erste Bote des hocherfreulichen Fundes eines Mithräums war ein Jünglingskopf, der die asiatische Spitzmütze auf bem Haupte trägt, zweifellos einer ber Begleiter des Mithras. In ber Nähe fgnben die Arbeiter drei große, sehr sauber behauene rechtwinklige Blöcke aus leuchtend weißem Jurakalk, die vor die Wand eines vier Meter breiten Raumes ganz symmetrisch sockel- artig vorgebaut waren. Untereinander sind sie durch einen breiten gemauerten Sockel verbunden, der an den Seiten rechtwinklig etwas weiter vorspringt, als in der Mitte. Es handelt sich also um eine der fockelförmigen Bänke, wie sie an den Wänden von Heiligtümern vorkommen und zum Aufstellen von steinernen Bildwerken dienen.

Drei Steinbilder mußten hier gestanden haben auf den weißen Sockeln. Es fanden sich auch die zu­gehörigen Statuensockel. Diese Sockel, die durch an­mutige Form und Ornamentik prächtige Museums­stücke sind, haben ihren Hauptwett In den In­schriften. Sie sind D. I. 8. bzw. D. I. M. geweiht, also: Dem Unbesiegten Sonnengott bzw.: Dem Unbesiegten Mithras.

Die Inschriften erzählen uns noch mehr. Ein Mann, Mattius Martmlis, hat bie Denkmäler auf­richten lassen. Er fühtt bie Bezeichnung Pater, d. h. Vater. Er bekleibet somit ben siebenten, höchsten Grad der Mithrasverehrer. In suo posuit.Er hat es errichtet auf eigenem Grund und Boden."

Noch viele Fragen können nur durch Fortführung der Grabungen gelöst werden, so u. a. ob die alte Kultstätte des Mithras an derselben Stells gelegen hat (bie Weihedenkmäler des Martialis wurden aus einem älteren Heiligtum in ein bedeutend jüngeres übernommen), so wie Grundriß und Ausdehnung - dieser ersten in Trier nachgewiesenen Kultstö'te des Mithras sich ergeben werden. (Aus einem Artikel des Trierer Volksfreundes" Nr. 242 vom 8. Oft. 1926.) $

Auch in Hessen wurden bedeutsame Mithrasfunde gemacht. Wir erinnern nur an das Mithräum zu Friedberg und das in diesem Jahre zu Die. bürg aufgefnndene Altarbild mit Darstellungen der Legende des Mithras.

Gictzcncr Wochcnmarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Das Pfund Bu ter 170 bis 190 Psennlg, Matte 35 bis 40, Käse (10 S.ück) 60 bis 150. Wirsing 8 bis 12, Weißkraut 6 bis 8. Aoikraut 10 bis 12, gelbe Rüben 10. rote Rüben 10, Spinat 20 bis 30, tin erfoblrabi 5 bis 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 50 bis 60, Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 30 bis 60, Zwiebeln 10, Meerrettich 35 bis 100, Sqft- aczwur ein 40 bis 50, Kar.ofseln 5 bis 6, Aepfel 15 bis 35, Dirnen 10 bis 25, Rüste 90 bis 100, junge Hahnen 100 Suppen- 1 Hühner 100 bis 110, Gänse 80 bis 120: das Stück