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Lutostroßen, geführt. Das anfänglich als undurch­führbar erachtete Projekt, von dem die größte Strecke, nämlich 830 Kilometer, auf deutschen Boden entfällt, befindet sich also in gutem Flusse.

Wirtschaft.

Deutschlands wirtschaftliche Lage

Die vor einigen Tagen veröffentlichte Uebersicht über die Ein- und Ausfuhrbewegung Deutschlands gibt ein im allgemeinen erfreuliches Bild. Die Tat­sache, daß wir mit Ausnahme des Juni, Juli und August 1926, seit dem Dezember v. I. eine zum Jayresanfang recht beträchtliche a k t l o e Han­delsbilanz aufweisen konnten, und daß der September bereits wiederum dieselbe Erscheinung zeigt, darf uns mit der Hoffnung erfüllen, daß die Handelsbilanz bis zum Sommer n. I. in noch erhöhtem Maße aktiv fein wird. Diese Zuversicht spricht sich auch in den Reden aus, die von den zu­ständigen Ministern bei Besprechung der Arbeits­losenfrage im Reichstagsausschuß gehalten worden sind. Ohne sich einer Uebertreibung hinzugeben, darf man wohl sagen, daß das Schwer st e über- ft a n d e n und daß der Tief st and unserer Wirtschaftskrise nun wohl überwun­den ist. Freilich darf man sich nicht, wie es mehr­fach bereits der Fall zu fern scheint, einem über­triebenem und gänzlich unberechtigten Optimismus hingeben; im Gegenteil wird es gut sein, sich auf gelegentliche Rückschläge gefaßt zu machen. Das wirtschaftliche Leben der ganzen Welt ist in einer so starken Umbildung begriffen, daß man kaum auf längere Zeit die Entwicklung vorauszusehen vermag. Es sei nur daran erinnert, daß man noch gar nicht übersehen kann, was für Folgen für die Weltwirtschaft sowohl, wie für die deutsche Wirtschaft im besonderen die in Fluß ge­kommene internationale Kartell- und Syndikatsbewegung mit sich bringen wird.

Vor übertriebenem Optimismus, der sich stellen­weise im Ruhrgebiet besonders bemerkbar macht, sollte auch Der Umstand warnen, daß die Besserung unserer Gesamtlage zum weitaus größten Teil, glücklicherweise aber auch nicht ausschließlich, dem englischen Berg­arbeiter st reik zu verdanken ist. Dieser jetzt be­reits fast sechs Monate dauernde Streik hat unsere Kohlenindustrie in den Stand gesetzt, mit äußerster Kraft zu fördern und mit alten Vorräten aufzu­räumen. Daß sich das in unserer Außenhandels­bewegung ausdrückt und die steigende Kurve veran­laßt, liegt auf der Hand. Der Streik wird aber nicht ewig Dauern, und dann muß man wohl mit einem scharfen Konkurrenzkampf zwischen Der Deutschen unD Der 'e n g l i s ch e n Kohlen- i n D u ft r i e auf Dem Weltmarkt rechnen. Es soll auch nicht verschwiegen roerDen, Daß Die Vorstel­lungen, Die man sich vielfach im Publikum über Die Fristen macht, Die für Lieferungsverträge unserer Kohlenzechen mit England abgeschlossen wurden, reichlich übertrieben sind. Von einigen Ausnahme­fällen abgesehen, werden sie kaum längere Zeit­räume als oter bis fünf Monate umfassen. Eine solche Frist wird auch die englische Kohlenindustrie nach Beendigung des Streiks brauchen, um ihre Zechen wieder voll leistungsfähig zu machen, und Dann wird ein Konkurrenzkampf beginnen, wie er an Schärfe selten zu verzeichnen gewesen ist. Für uns wird dann der Umstand ungünstig ins Ge­wicht fallen, daß die englische Regierung trotz der großen Einbuße, die ihr Der lange Streik finanziell gebracht hat, starke Mittel zur Subventionierung Der britischen KohleninDustrie bereitzustellen in Der Lage fein wirb, was man von Der deutschen Regierung kaum erwarten kann. Schon diese Erwägungen sollten genügen, um uns trotz aller günstigen An­zeichen nicht in blindes Vertrauen auf die Zukunft einlullen zu lassen.

Roch ein anderes Moment sei heroorgehoben. Die öftere Börsenhausse wird im Publikum vielfach als ein Zeichen des günstigen Standes Der deutschen Wirtschaft und der Kreditfähigkeit Deutschlands im Auslande angesehen. Das ist nur sehr bedingt richtig^ Solange es Frankreich, Jta- - Iren und Belgien, namentlich aber ersterem, nicht gelungen ist, die Stabilisierung ihrer t Währungen durchzusetzen, müssen sie ausländi- schen Geldgebern, also namentlich der amerifani» * scheu Finanzwelt, nicht als sonderlich kreditfähig , erscheinen. Sollte aber in absehbarer Zeit, vielleicht sogar mit deutscher Hilfe, Frankreich Wäh­rung gesunden, bann würben bie Amerikaner wohl schwerlich weiter bereit sein, im bisherigen Umfange nach Deutschland Krebste zu geben, ober ihr Gelb in deutschen Aktienbesitz zu stecken. Jeden Tag kann irgendetwas eintreten, was das künstliche Ge­bäude der Börsenhausse über den Haufen wirft wie -ein Kartenhaus, und dann dürfte das Wehklagen groß fein. Also auch hierin liegt eine berechtigte Warnung vor allzu großem Optimismus.

Wenn man sich also davor hüten muß, rosen­rote Hoftnungen zu hegen, so liegen doch auf der anderen Seite Erscheinungen vor, die eine gewisse Zuversicht auf eine günstige Entwicklung Der nächsten Zeit gerechtfertigt erscheinen lassen. Man darf an­nehmen, daß sich das Geschäft mit Rußland in nächster Zeit gut entwickeln wird. In England und wohl zum großen Teil auch in Amerika setzt sich immer mehr die Uebergeugung durch, daß Deutschland vermöge seiner geographischen Lage sowohl, wie auf Grund seiner früheren Er­fahrungen und Verbindungen, vornehmlich bie Auf­gabe zufallen wirb, bie russische Wirtschaft mieberin Ganazu setzen. Starke Anfänge in dieser Richtung sind bereits gemacht worden, wie sich u. a. auch daraus ergibt, daß die sogenannten Russenkredite beinahe ganz in Anspruch genommen sind, und daß nunmehr die Versicyerungsgesellschaf- ten sehr viel mehr als früher geneigt sind, Export- rissten zu versichern. Hierin dürfte ein nicht zu un- te-schätzender Impuls für die gesamte deutsche Wirtschaft liegen.

Börsenkurse.

Frankfurt a.TL

Berlin

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Dalum:

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4*/e Monturfen 6% Solbmerifaner -

Berliner Handelsgesellschaft Lommerz- and Prtoat-Bank Darmft. und Narionalbauk Deutsche Bank .... Deutsche Dereinsbank .... DiSconio teommnnbü Melallbank ......

Mitteldeutsche Kreditbank. Oesterretchtsche Kreditanstalt Westbank ...... vochumer ...... BuderuS ......... Taro ........ Deutsch Luxemburg .... Gelsenkirchener Bergwerk. aner Bergbau ...

itrit Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln .... Laurahütte ......

Oberbedars . . . . Phönir Bergbau ...... Roeinstahl ...... Riebeck Montan ...... Tellus Bergbau Bereinigte Stahlwerke A.-G- Hamvurg. Amerika Pak«. . . Norddeutscher Llovd . . . Lheramische Werfe AlbtN . . Zementwerk Heidelberg . . Philipp HoUmann .....

Anglo-Cont.-Guano .... Chemische Mayer Alapin . . y. G> Harbenindustric, A.-G. Goldschmidt f)0l3l)Tf OÖlUUQ RütgerSwcrke Scheideanstalt ...... Astg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann

Mainkrastwerfe ....... Schlickert .....

Siemens k Halske .....

Ädlcrwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ...... Hcyligenstacdt . Meauin Motorenwerke Marmbeim

Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . . Mctallgesell'chast Frankfurt. Det. Union A.-G Schuhfabrik Herz Sichel. Zcllston Waldhoi .... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waadäuirf . . .

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18,13

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108,5

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163

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93

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19

43

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169

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3

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200

196

200,9

94.75

111.5

93 5

111,75

114,75

-

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung.

23 Oktbr.

25. Oktbr-

Amtliche Noti rung

Geld | Briet

Amtliche Notierung

Geld

Brief

Amit.-rXotl Buen.-AireS Brfs.-Antw Christiania - Kopenhagen Stockholm Helsingfors Italien. . London. . Weunorf . . Paris. . . Schweiz . .

Spanien. yapan - - . ?Hio de Jan Wien in D- Ceft abgcst Prag - . - Belgrad . . Budapest. - Bulgarien L'ssabon Danzig - . fionft .nttn- Athen (Sanaba. . .

Uruguay

167,91

1,710

11.89

105,12

111,70

112,18

10,56

18.28

20,358

4,199

12,66

81,00

63,22

2,052 m.585

59,26

12,432

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21.425

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5,14 4,201 4.175

B

168,33 1.714

11,93

105.88

111.98

112,46

10,60

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20,402 4,209

12,70 81.20

63,38 2,056 0.587

59,40

12.472 7,43

5,90

3.04

21,475

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,15 5,16

4,211

4.185

intnote

167,95 1,711

11.68

103,97 111,73

112.19 10,557

18,81 -0,36

4,2005

12,84 81,04 63.32

2,053 0.584

69,26 12,433

7,412 5,88 3,03

21.425 81.50 2,145

5.14 4.2(2 4,175

n.

168,37 1,715

11,72

104.2i 111,93

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10,597

18,85 20.41

4,2105 12,88 »1,24 63,48 2,057 0.58"

59,40 12,432

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3,04 :1,47a

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5,16 4.212 4,185

Berlin, 23 Oktbr

Geld

Brie»

Amcrfkantlche Role» ..... Belgische Noten ....... Dänische Noten ....... Englische Noten. ....... Framönlche Noten ...... Holländische Noten ..... Jtolienischr Noten......

Norwegische Noten . ...

Deutsch-Oestcrr., i 100 Kronen Rumänische Noten......

Schwedische Noten......

Schweiirr Noten ......

Spanische Noten ...... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten . . .

4,185 11.81

111.47

30,332 12,77

167.48 18 335 105.04

59.08

2.245

111,97

79,82

63.04 12,39a

5.851

4,205 11.90

112.03

20,432

12,83

168.32

18.435

105,56

69.38

2.285

112.53

81,22

63,36 12.455

6.891

Die Junkerswerke in der Türkei. 2lm Freitag sand, wie aus Konstantinopel ge­meldet wird, die Grundsteinlegung der neuen tür­kischen Flugzeugfabrik statt. An der Fabrik sind auch die deutschen Junkerswerke beteiligt. Die türkische Regierung hat die Absicht, eine starke Luftflotte auszustellen und sich im Bau und in Der Reparatur von Flugzeugen unabhängig vom Auslande zu machen.

Bcrl. rcr Börse.

Berlin, 25.Okt. Die neue Börsenwoche be­gann mit einer lebhaften Befestigung der Hauptterminwerte, die zum Teil neue Höchstkurse erreichten. Im Mittelpunkte der spekula­tiven Käufe standen Schiffahrtsaktien und Darmstädter-Bank-Aktien im Hinblick auf die schon weit gediehenen Fusionsver- handlunyen Hapag-Austral-Kosmos, an denen bie Darnat-Bank beteiligt ift Umfang­reiche Käufe fanben auch wieber in Farben-, Elektro, u n b URontanttien statt. Für

letztere zeigte namentlich bas Rheinland Jntereste. Bevorzugt würben Mannesmann und Rhein-Elbe- Union. Es verlautete babei mit Bestimmtheit, baß die Mannesmann A.-G. größere Röhrenaufträge für die Ferngasversorgung erhallen haben soll. Die Kursgewinne betrugen 4 bis 5 Prozent. Die übrigen Werte eröffneten unter Einwirkung Der spekula­tiven Käufe in freundlicher Tendenz. Die bevor­stehende Ultimoabwicklung roirb optimistisch beur­teilt; man nimmt an, daß der Ultimo leicht über­wunden wird. lagesgelb war zu 3 bis 5 Prozent in größeren Beträgen angeboten. Im Devisen- verkehr konnten sich bie lateinischen Valuten be­festigen. Paris gegen Lonbon 159,40, Mailanb 109,50 und Brüssel 174. (Der belgische Franken soll bekanntlich auf der Basis von 175 mven London stabilisiert werden.) Der Dollar zeigte gegenüber der Reichsmark weitere Festigkeit und notierte 4,2055. Oslo gegen London weiter fest 19,40.

Jiintiiivter Börse.

Frankfurt, 25. Okt. Tendenz fest und lebhaft. Die Sörfe, die zu Wochenbeginn auf nahezu allen Märkten ein freundliches Aussehen hatte, konnte in­folge neuer großer Kaufaufträge, na­mentlich auch aus dem Auslande, die Kursstei­gerungen fortsetzen. Die Spekulation zeigte sich infolge des Ausbleibens der Publikumsverkäufe, die man nach den Warnungen des Reichsbankpräsi­denten erwartet hatte, wieder recht kauflustig und nahm weitere Deckungen vor. An die Weigerung der Berliner Pressestelle der I. G. über die Absichten ihres in Amerika weilenden Vertreters wurden Die verschiedenartigsten Kombinationen geknüpft, Die weiteren Anreiz zu Käufen gaben. I. G. Farben waren infolgebeffen wieder ein beliebtes Kaufobjekt. Das Papier zog aus 230,75 bis 231 Proz. an (plus ca. 5 Proz.), Auch die übrigen Chemiewerte lagen ziemlich fest. Scheideanstalt plus 3,75, Holz­verkohlung plus ö,75 Proz. Die günstige Verfassung des Kohlenmarktes lenkte wieder die Auf­merksamkeit vieler Käufer auf dieses Gebiet, das sich durch große Festigkeit auszeichnete. Deutsch-Lux plus 5, Gelsenkirchen plus 4,25, Harpener plus 3,75 Prozent. Einen scharfen Kurssprung hatten Jlse- Bergbau zu verzeichnen, plus 13, Mannesmann plus 5,3, Phönix plus 3, Rheinische Braunkohlen plus 3, Rheinstahl plus 1,8, Riebeck plus 3,75, Stahloerein plus 2,6 Prozent. Ansehnliche Besserungen ließen auch Kaliaktien er­kennen. Aschersleben plus 4,5 Proz., Westeregeln plus 3,8 Prozent. Elektroaktien lagen ruhig, aber fest. ÄEG. plus 2,5, Schuckert plus 4,75, Sie­mens plus 3,5 Prozent. Am Bankenmarkt setzten Darmstädter mit einem Kurssprung von 6,5 Prozent ein, Deutsche plus 3,65, Dresdner plus 3, Commerz plus 1,3, Metallbank plus 1 Prozent. Das Dementi von Den Zusammenschlußbestre- bungen Der Schiffahrtsgesellschaft t e n konnte keinen Einfluß gewinnen. Hapag plus 1,75, Rordlloyd plus 2,5 Prozent. Starke Nach­frage hatten Autoaktien aufzuweisen. Daimler plus 6, Kleyer plus 5,12 Prozent. Zellstoff- attien fest: Aschaffenburger plus 4, Waldhof 5,5 Prozent. Baustoffaktien etwa 1 Prozent fester, nur Wayß & Freytag minus 2 Prozent. Oe 1 aktien wiesen Steigerungen von etwa 4 Prozent auf. Zuckeraktien gut behauptet. Deutsche Anleihen lagen luftlos. Kriegs­anleihe gaben leicht nach. Das ausländische Rentengeschäft war lebhaft, Die Kurse aber nur wenig oeränDert. Der Freiverkehr war ruhig bei kaum veränderten Kursen. Brown Bo- veri 140, Growag 62, Frankfurter Handel 82, Ufa 39 Prozent. Der weitere Verlauf bot Das übliche BilD. Nach Erledigung Der ersten Kaufaufträge kam es zu einer rückläufigen Bewegung und Kursab­bröckelungen von 1 bis 2 Prozent. Der Geld- markt ist weiterhin leicht. Tagesgeld 4, Monats- gelD 5,75 bis 7,5 Prozent. Jndustrieakzepte 5,25 Prozent, Privatdiskonten 4,65 bis 4,90 Prozent. Der Devisenverkehr eröffnete fast unver­ändert. Paris gegen London 160,50, Brüssel 172, Mailand 111,50. London gegen Kabel 4,8485. Die Reichsmark stellte sich gegen Kabel auf 4,204.

Maul- und Klauenseu^ e im Frankfurter Viehhof.

Frankfurt a. M., 25. Okt. (TU. Drahtbericht.) Im Frankfurter Viehhof wurde heute morgen bei einem Schwein die Maul- und Klauenseuche feftgeftellt Der ganze Schlacht- und Viehhof ist daraufhin zum Sperrgebiet erklärt worden. Die Großhändler für Rin­der erklärten sich mit dieser Maßnahme nicht ein­verstanden und betonten, daß die Sperrung des ganzen Viehmarktes zu Unrecht erfolgt sei und wollten in den Streik treten, d. h. nichts d er­tön f e n. Es gelang jedoch, die Differenz mit den Händlern beizulegen, allerdings hat der Beginn Des Verkaufsgeschäftes eine fast zwei­st ü n D i g e Verzögerung erfahren.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

. Frankfurt a. M., 25. Oft. Auftrieb: 1438 Rinder (Darunter 326 Ochsen, 57 Dullen, 678 Kühe, 3-18 Färsen), 400 Kälber, 246 Schafe, 3697 Schweine. Rinder (Ochse n): Vollflei- schige, ausgemästeie, höchsten Schlachtwerts (jün­gere) 57 bis 62; sonstige Vollfleische (jüngere) 53 bis 58; fleischige 48 bis 52. (Dullen): Jün­gere, vollileischige, höchsten Schlachtwerts 51 bis 54; sonstige vollsleischige oder ausgemästete 46 bis 50. (Kuh e): Jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 49 bis 54; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 41 bis 48; fleischige 30 bis 40; gering genährte 22 bis 29. (Färsen (Kalbinnen, Jungrinders): Dollfleischige, nusgemästete, höch­sten Schlachtwerts 56 bis 60; vollfleischige 49 bis 55: fleischige 40 bis 48. Kälber: Deste Mast- und Saugkälber 82 bis 86; mittlere Mast- und Saugkälber 72 bis 81; geringe Kälber 62 bis 72. Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 41 bis 44; mittlere

Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut ge­nährte Schafe 34 bis 39; fleischiges Schafvieh 25 bis 33. Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 80 bis 82; vollfleischige Schweine von ca. 240 bis 300 Pfund Lebend­gewicht 80 bis 82; vollfleischige Schweine von ca. 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 80 bis 83; vollfleischige Schweine von ca. 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 78 bis 82; fleischig« Schweine von ca. 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 75 bis 80; Sauen 65 bis 74. Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine langsam, Schelfe lebhaft; bei Schweinen geringer äleberstand.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 25. Oft. Gs wurden notiert: Weizen Wetterauer, 30,50 bis 30,75 Mk.; Roggen, inländischer, 24,50 bis 24,75; Som­mergerste für Brauzwecke 25 bis 29; Hafer, in­ländischer, 20 bis 21; Mais, gelb, 20 bis 20,25; Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 43 bis 44; Roggenmehl 35,50 bis 36,50; Weizen- und Rog-- genkleie 10,50 bis 10,75; Erbsen 45 bis 70; Linsen 50 bis 80; Heu, süddeutsches, gut, trocken, 7 bis 7,50; Weizenstroh, drahtgepreht, 3,25 bis 3,75; Roggenstroh, gebündelt, 2,75 bis 3; Treber, ge­trocknet. 16,50 bis 17 Mk. Tendenz: Fest.

Büchertisch.

Der Kun st wart. (Degründet von Fer­dinand Avenarius; Derlag Georg D. W. Eall- weh, München.) Das Oktoberheft, das den 40. Jahrgang mit einem Geleitwort programma­tisch eröffnet, bringt wieder eine ^Keihe vor­trefflicher und ernsthafter Beiträge, von denen wir die folgenden namhaft machen. Don Jos. Popp eine historische Analyse der neuen Ma­lerei; zum 200. Geburtstage Chodowieckis eine Darstellung von Rave; von Gregori. dem alten Vorkämpfer der Schauspielkunst, eine Abhand­lung über die Liebe zum Theater. Des Franziskus von Assisi (700. Todestag) gedenkt ein Artikel von Lothar Schreyer; dazu Legenden und Verse in denLosen Blättern". Von modernen Malern findet man in guten Reproduktionen ©leirogt, Daluschek und Deckmann. Auch eine Rotenbeilage gibt es, wie früher: zwei Lieder von Hans Koehler.

Puppenspiel in aller Welt: So betitelt Dr. Alfred Lehmann, ein hervorragender Kenner, seine fesselnde und auffchlußreiche Arbeit über diese einst so volkstümliche Kunst in der neuesten Rümmer 4257 der Illustrierten Zei­tung (Verlag I. I. Weber, Leipzig). Künstle­risch wie kulturstistorisch interessant ist der mit Radierungen von Erich Fuchs geschmückte Artikel Die Glassabrikation in den schlesischen Bergen" von H. Dousset. Eine glänzende Sportleistung bringt der BeitragIm Segelfaltboot vom Gardasee zum persischen Golf" zur Darstellung. Schöne Bilder geben in Verbindung mit dem bei­gefügten Text einen Einblick in die Schätze des Breslauer Schlohmuseums. Ebenso verdient der BeitragBrasiliens Kampf gegen die Giftschlan­gen Beachtung. Ein idyllisches Leben fuhrt dem Leser der reichbebilderte AufsatzDie Insel der Künstler im Corner See" vor Augen.

Das Theater" (Derlag Berlin W 9). Aus dem reichen Inhalt des zweiten Ok° toberhestes ist im Anschluß an den Leitartikel eine vielseitig illustrierte PlaudereiDer Herr Direktor spielt Theater" zu erwähnen, die eine überStrindberg und die Musik" insbesondere Reihe der führenden heutigen Direktoren deut­scher Duhnen in ihren Glanzrollen in der Schau­spielerzeit oder auch schon als Direktoren zeigt. Das 25jährige Duhnen-Jubiläum Max Aern- hardts, kommt in einer interessanten photogra­phischen Studie zur Erwähnung, die sechs ver­schiedene Aufnahmen des Künstlers bei der Re­giearbeit zeigt. Sehr eingehend werden die zahl­reichen Berliner Premieren der letzten Wochen behandelt. Daneben wird in Wort und Dlld der Saisonbeginn in Darmstadt und Hamburg, in München und Leipzig geschildert. Der Modenteil bringt eine PlaudereiDie Frau und der Abend", die durch reizvolle Illustrationen an­genehm belebt ist.

Die Vierte Wand. Organ Der Deutschen Theater-Ausstellung Magdeburg 1927. Herausgege- ben von Der Mitteldeutschen Ausstellungsgesellschaft m. b. H. Im dritten Heft erörtert Der Dramaturg Des Berliner Staatlichen Schauspielhauses Dr. Eckart von Naso Das Regieproblem und kommt zu dem Resultate, daß die schöpferische Regie Des modernen Theaters auf drei Namen beschränkt bleibt, bie als ihre Exponenten dauern werden: Brahm, Reinhardt, Jetzner. Fred 21. Angermayer gibt eine Uebersicht über das Auslanddrama auf der deutschen Bühne der Gegenwart; Dr. Johs. Günther analysiert in einem sehr gut geschriebenen Aufsatz die Seele des Schauspielers. Gustav Grund geht den verschiedenen Beziehungen zwischen Tanz und Theater nach, und eine unveröffentlichte Denkschrift Paul Lindaus über seine Leitung des Deutschen Theaters in Berlin macht den Beschluß.

Europäische Gespräche". Hamburger Monatshefte für Auswärtige Politik, herausaegeben von Dr. 21. Mendelssohn Bartholdy. (Deutsche Ver­lags-Anstalt, Stuttgart-Berlin.) Heft 9, September 1926. Den nicht allzu großen Aussichten für ein Locarno auf dem Balkan geht David Mitrany nach, der Dabei Das Wirrwarr von Verträgen unD Feind- schaften auf Dieser konfliktsreichen Halbinsel klar- legt. Aus dem übrigen Inhalt des Heftes feien die dokumentarischen Belege zu den englisch-italienischen Abmachungen über Abessinien erwähnt; cs gibt in Deutschland keine zweite Stelle, wo man für Die Verfolgung von Dergleichen Vorgängen in Der großen Politik so ausgezeichnet gesammeltes Material finDet wie in diesen Hamburgischen Monatsheften für Aus­wärtige Politik.

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