öl 250 Dritter Blatt
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Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)
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Montag, 25. GNober (926
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Vie Wohlfahrts- und Gesundheitspflege.
Von Geh. Regierungsrat Dr. jur. Max Seidel, Derwaltungsrechtsrat, Berlin-Friedenau.
Wie alle Gebiete der kommunalen Arbeit hat anderen Einrichtungen einfchl. der Anstalten — auch die Wohlfahrts- und Gesundheitspflege in den die Fürsorge für Mütter, Säuglinge und Kleinkinder letzten 15 Jahren ein« Entwicklung durchgemacht, einschließlich der hierher gehörigen Anstalten — die man in der größten Blüte des neueren Stabte- wesens (etwa zwischen 1900 und 1914) nicht hätte
Voraussagen können. Damals glaubte man noch an eine aufsteigende Kurve der Entwicklung und an eine ständige Steigerung der Ansprüche, die seitens der deutschen Kommunen an sich selbst auf ihren wichtigen Arbeitsgebieten gestellt wurden. Die Versicherung auf allen Gebieten: Kranken-, Unfall-, Jnvaliditäts-, Alters- und Hinterbliebenen- und An- gestelltenversicherung waren vor dem Kriege stark ausgebaut, doch schien z. B. in der Arbeitslosenversicherung zunächst nur ein Anfang gemacht, die Entwicklung wurde dem kommenden Jahrzehnt überlassen. In der vorbeugenden Fürsorge waren Gesundheitsfürsorge, die Fürsorge für Tuberkulose, Geschlechtskranke, Nervenkranke, Idioten, Krüppel, Blinde und Taubstumme stark ausgedehnt. Auf diesen Gebieten hatten die Städte von sich aus die Organisation aufzubauen und durchzuführen, teilweise in Verbindung mit den Fachkreisen und den privaten Organisationen der Fürsorge. Auch die sogenannte individualisierende Fürsorge: Armenpflege aller Art, Kranken- und Altersfürsorge, Fürsorge für Wanderer, für die Mütter und für die jugendlichen, brachte hervorragende Leistungen, doch gelang nicht eine einheitliche Zusammenfassung der auf dem gleichen Gebiet arbeitenden öffentlichen und privaten Fürsorgeorgane.
Einen vollständigen Umschwung brachte der Weltkrieg. Die Kriegsfürsorge entwickelte sich, da die Armenpflege für die Kriegsteilnehmer und ihre Familien nicht in Frage kam. Diese Kriegsfürsorge mußte alle Formen der Fürsorge umfassen und nahm einen gewaltigen Aufschwung, bis die Stürme der Revolution die individualisierende Fürsorge auf großen Gebieten zurückdrängte und der schematische Anspruch der Bedürftigen eine große Bedeutung gewann. Man braucht nur an die neugeschaffene Erwerbslosenfürsorge zu erinnern, die ohne Rücksicht auf Bedürftigkeit und Familieneinheit gewährt wurde. Die ungünstige Finanzlage von Reich. Ländern und Gemeinden erzwang aber alsbald eine Aenderung der Methoden. So wurde die Erwerbslosenfürsorge ganz auf Bedürftigkeit eingestellt, für die Renten der Kriegsopfer das Ruhen der Renten bei ausreichendem Einkommen festgelegt usw. Der Kampf gegen die private Fürsorge wurde nach und nach eingestellt. Die finanzielle Unterstützuna der Vereinstätigkeit bei Erfüllung bestimmter Richtlinien wurde vielfach beschlossen.
Die Geldentwertung brachte einen neuen Abschnitt der Entwicklung. Die Zahl der Hilfsbedürftigen wuchs in der schlimmsten Inflationszeit in manchen Orten bis zu 50 Prozent der Beoölkeruna. Die Entwicklung der Sonderfürsorge neben der allgemeinen Armenpflege machte das Gebiet so unübersichtlich, daß die Vereinheitlichung des Für- forgerechts immer dringlicher erschien. Die Vereinheitlichung der gesamten Jugendfürsorge im Reichs- lugendwohlfahrtsgesetz und die organisatorische Zusammenfassung der gesamten Fürsorge in Wohlfahrts-, Gesundheits- und Jugendämtern der Städte ist ein Fortschritt. Die Entwicklung kam 1924 zu einem vorläufigen Abschluß und damit sind neue Grundlagen für das Gesamtgebiet geschaffen worden, auf denen die Städte weiterbauen müssen. Ein weiteres Anwachsen der Rot bei überaus dringlicher Sparsamkeit wird dabei zu beobachten sein, wobei nach wie vor die Zersplitterung der Fürsorge zu beseitigen und die Arbeit so segensreich wie möglich zu gestalten ist. Auf der Ausstellung für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen (Gesolei) waren die verschiedenen Gruppen des 2luf- gabenkreises der städtischen Fürsorge berücksichtigt. Das sind: die wirtschaftliche Fürsorge, getrennt nach den einzelnen Gruppen der Unterstützungsempfänger jeder Art, einschließlich der Anstalten für die geschlossene Fürsorge — die Jugendfürsorge (Erziehungsfürsorge) im Sinne des 'Reichsjugendwohlfahrtsgesetzes einschließlich der Anstalten, in denen die Kinder betreut werden — die städtischen Einrichtungen zur Förderung der Leibesübungen —, die Einrichtungen für die „Jugendpflege", wie Jugendheime, Jugendherbergen, Jugendbüchereien usw. — die Maßnahmen der Städte bei der Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten — die gesundheitliche Scf)ulfürforc|e einschließlich aller örtlichen Maßnahmen wie Schulschwimmen, Ferienspiele, Freiluft- und Waldschulen — die Anstalten für die gesamte Kinderheil- und Erholungspflege — die Fürsorge für Alkoholkranke — die Krüppelfürsorge — die Tuberkulosefürsorge; Fürsorgestellen und alle
das städtische Krankenhauswesen — die Einrichtungen für Volksspeisung — Erziehung und Bildunys- fürsorge durch die Schule — die bestehenden Einrichtungen für Volksbildung — die Arbeitsfürsorge und Berufsberatung — die städtische Wohnungsfürsorge einschließlich Wohnungsbau — Einrichtungen und Ergebnisse der städtischen Nahrungsmitteluntersuchung — die städtischen Park- und ©artenanlagen — das Begräbniswesen der Städte — die Badeanstalten — das Feuerlösch- und das Kranken» ttansportwesen — das städtische Verkehrswesen — die Straßenreinigung und Müllabfuhr — die Schlachthöfe.
_ Wenn wir die einzelnen Zweige der sozialen Fürsorge prüfen, so findet man zunächst nach der Meinung führender Fachleute die Aufgabe, die gesamte Fürsorge nicht nur einheitlich zu organisieren, sondern auch innerlich zu vereinheitlichen, wobei die Grundsätze einer modernen Fürsorge auf alle ©nippen der Hilfsbedürftigen ausgedehnt werden. Dabei ist, wie in dem Werk „Sie Zukunftsaufgaben deutscher Städte" ausgeführt wird, alles Entehrende der bisherigen Armenpflege beseitigt, die Aufgabe besteht darin, zu verhindern, daß dieser ©eist doch wieder in die praktische Handhabung der Fürsorge eindringt. „Gewiß muß auch künftig Mißbrauch der Fürsorge erst recht verhindert werden, und die Elemente, bei denen jede aufbauende Arbeit erfolglos ist, müssen entsprechend behandelt werden; deshalb sind die Arbeitsscheuen und offenbar Unwirtschaft, lichen auf das Existenzminimum zu beschranken, und es muß darauf gedrängt werden, daß die Unterhaltspflicht ausgedehnt und ihre Erfüllung durch Verwaltungsmaßnahmen wie durch strafgesetzliche Bestimmungen gesichert wird. Aber im übrigen wird man die Frage nach der eigenen Schuld des Hilfsbedürftigen an seiner Notlage auszuschalten haben und sich darüber klar sein müssen, daß wir ganz überwiegend mit Massennotständen zu tun haben, bei denen die eigene Schuld nur sekundär mitroirft. Die Individualisierung hat nicht nach den Ursachen der Not, sondern nach den Wegen der Hilfe zu er- folgen; dabei ist die Persönlichkeit weniger nach ihrer Vergangenheit, als nach den Aussichten für die Zukunft zu behandeln. Deshalb erscheint auch die Aufrechterhaltung einer Sonderbehandlung einzelner Gruppen nach den Ursachen der Hilfsbedürftia- keit nicht mehr berechtigt. Gewiß erfordert die Dankespflicht für die Kriegsopfer besondere Maßnahmen der Versorgung, die Grundsätze der ergänzenden sozialen Fürsorge für sie sollten aber nach Möglichkeit Gemeingut für alle Schwerbeschädigten und für alle Witwen und Waisen werden. Eine Sonderbehawdlung aller Opfer der Geldentwertung, der Klein- und Sozialrentner, in bezug auf Art und Maß der Unterstützung, insbesondere eine Bevor- zugung vor den Erwerbslosen, erscheint in keiner Weise berechtigt; die Grundsätze beschränken sich des- halb heute auch darauf, für alte und erwerbs- unfähige Klein- und Sozialrentner gewisse Rücksichten zu verlangen, die auf Gruppen alter und erwerbsunfähiger Hilfsbedürftiger ausgedehnt wer- den können und überall ausgedehnt werden sollten. Die Schonung kleinerer Vermögen und Wertstücke bei Lebzeiten der Hilfsbedürftigen, die Berücksichtigung der Persönlichkeit bei Arbeitsanweisung und Anstaltseinweisung sollten allgemein bei allen Allen und Erwerbsunfähigen erfolgen, ebenso aber auch bei Schwerverletzten und vej Witwen und Waisen, soweit sie nicht zu den Arbeitsscheuen und Unwirtschaftlichen gehören.
Solange diese Gruppen nicht Versorgunas- und Ersatzansprüche erhalten können, die sie vor der Inanspruchnahme der Fürsorge bewahren, müssen die menschlichen Rücksichten genommen werden, die jede aufbauende Fürsorge auszeichnen. Ganz ebenso gilt dies aber für die große Gruppe der Erwerbslosen, welck)e auch künftig ein großes Kontingent der Hilfsbedürftigen bilden werden, fei es, oaß Fürsorge ober Versicherung nicht ausreichen, sei es, daß ihre Leistungen abgelaufen sind."
Während in Zukunft die Fürsorge für die Kriegsopfer unb'. für bie Klein- unb Sozialrentner abnehmen wirb, tritt das Problem der Arbeitslosigkeit' unb ihre Bekämpfung an erste Stelle. Neue große organisatorische Schwierigkeiten ergeben sich dabei: bie Kontrolle ber Arbeitswilligkeit, Die Frage ber Notstanbsarbeiten für Ausgesteuerte, die Durchführung der Obdachlosen- und Wandererfürsorge, die Regelung der Barunterstützungen und der Na- tu'ralunterstützungen.
(Schluß folgt.)
Oberhessen.
Kreis Friedberg.
1 WSD. Friedberg, 24. Okt. Die E r r i ch - fung eines Kriegerdenkmals für die Helden von 1914/18 ist auch hier in greifbare Nähe gerückt. Aus freiwilligen Spenden sind 5000 Mark vorhanden, den gleichen Betrag hat die Stadt gestiftet, so daß rund 10 000 Mark zum Dau des Denkmals zur Verfügung stehen. Während man nun erwartet, daß das Derckmal von einheimischen Künstlern ausgeführt wird, hat der Vorsitzende des geschäftsführenden Ausschusses, Oberft öolban, sich mit einem Berliner Künstler in Verbindung gesetzt und allem Anschein nach sich schon stark festgelegt. Eine Aufklärung befriedigt in der Bevölkerung nicht und man kann gegenwärtig von einer Atmosphäre der Verstimmung sprechen. Die Angelegenheit wird wahrscheinlich auch noch in der Stadtverordnetenversammlung zu lebhaften Debatten führen.
sf. F r i e d b e r g, 23. Ott. Der hiesige O b stund Gartenbauverein hielt gestern im Ratskeller eine Versammlung ab, die überaus zahlreich besucht war. 3n dankenswerter Weise hat es der Verein übernommen, durch Gewährung von Prämien anregend auf die Anlage per Vorgärten und desBalkonschmuckes einzuwicken; er hat mit diesen Bestrebungen auch schon große Erfolge erzielt und wesenllich zur Verschönerung des Stadtbildes beigetragen. 3n der gestrigen Sitzung konnten wieder zehn Preise, bestehend aus Palmen und sonstigen Zimmerpflanzen verliehen werden. Den Hauptpunkt des Abends bildete ein Vortrag des Universität^--Garteninspektors a. D. Reh - nelt (Gießen) über „Pflege und Behandlung oder Zimmerpflanzen"; der interessante und lehrreiche Vortrag wurde von den Anwesenden mit großem Beifall ausgenommen. Den Schülerinnen der Volks- und Schillerschule wurden im vergangenen Jahre je 10 0 Pflänzlinge von Topfpflanzen gestiftet, die Schülerinnen, die ihre Pflänzlinge am besten gepflegt Hatten, wurden prämiiert. Rektor Meyer dankte im Damen der Schüler und hofft, daß diese auch im nächsten 3ahre wiederum bedacht werden. Zum Schlüsse fand noch' eine Verlosung von Wllrmenzwiebeln und Stauben statt, die von Frau Damm und Gärtner Henze in dankenswerter Weise gestiftet wurden.
§§ Ober-Flor st adt, 23. Oft. Dieser Tage fand unter dem Vorsitz des Bürgermeisters D l e ch l e eine Versammlung ber lanbwirt - [d)afttreibenben Einwohner statt, in ber über Maßnahmen zur Bekämpfung ber Mäuse- unb Rattenplage in unserer Gemarkung beraten würbe. Man beschloß, „Hora"- Räucherapparate zur Bekämpfung ber schäblichen Rager anzuschaffen. Einen gleichen Beschluß in ber- selben Angelegenheit faßte auch eine anschließenbe Gemeinderatssitzung.
Kreis Schotten.
-s° Gebern, 23. Okt. Nachbem bie Maul- unb Klauenseuche vor nicht allzu langer Zeit hier erst erloschen war, ist sie jetzt wieber ausgebrochen.
-s- Herchenhain, 23.Ott. Der hiesige Kirchenchor hat vor kurzem seine Tätigkeit wieder aufgenommen. 3m Sommerhalbjahr waren wegen ber Fülle der landwirtschaftlichen Arbeiten die Aebungsstunden zum größten Teil ausgefallen. Mit Eintritt des Winters finden nun wieder regelmäßig an zwei Abenden der Woche Hebungen statt. 3n erster Linie dient der Kirchenchor dazu, den Gottesdienst, besonders an den Festtagen, durch Chorgesänge zu verschönern. Er wurde vor zwei Jahren von dem damaligen Pfarrer v. d. A u ins Leben gerufen. Trotz der kurzen Zeit feines Bestehens weist er schon recht beachtliche Leistungen auf.
Kreis Alsfeld.
— Ober-Ohmen, 23. Okt. Der ehedem für die Fischzucht in hiesiger Gegend sehr bedeutungsvolle Teich der Freiherren o. R i e d e s e l in unserer Gemarkung wird zur Zeit durch die hiesige Reoierverwaltung für den Fischereibetrieb wieder hergerich^et. Der Teich war seit einer Reihe von Jahren nicht mehr zur Fischerei benutzt worden. Es sollen in dem Gewässer Karpfen eingesetzt werden.
* Ober-Ohmen, 23. Oft. Die Witwe Keil, die vor einigen Tagen beim F e uer- anmachen verunglückte und dabei schwere Brandwunden erlitt, ist jetzt ihren Verletzungen erlegen.
Kreis Lauterbach.
& Herbstein, 23. Ott. 3n der letzten Dacht kam in dem Amtsgerichtsgebäude fein Brand zum Ausbruch, durch den der Schöffensaal und der Dachstock stark beschädigt wurden. Die Freiwillige Feuerwehr war alsbald zur Stelle und verhinderte eine Weiterverbreitung des Feuers.
Starkenburg.
WSD. O s f e n b a ch, 24. Oft. Die Offenbacher Rudergesellschaft „ünbine“ beging gestern abend ihr SOjähriges Bestehen in der Goetheturnhalle durch einen Festkom - mers. Leider sand die Feier ein vorschnelles Ende, da während derselben der als eifriger Förderer des Rudersports bekannte Frankfurter Stadtrat Ernst B e r n e ck e r , der als Vertreter der Frankfurter Stadtverwaltung zugegen war, plötzlich einen Schlaganfall erlitt, der den sofortigen Tod zur Folge hatte. Die Feier wurde abgebrochen.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
WSD. Wetzlar, 23. Oft. Aus eine 40- jährige ununterbrochene Tätigkett als leitender Redakteur des „Wetzlarer Anzeiger" tonnte Karl Hirschhorn am 23. Oktober zurückblicken.
<O> Dornholzhausen, 23. Oft. Nachdem hier die Maul- und Klauenseuche abgeheilt ist unb eine durch Deterinärrat Dr. Zürn (Wetzlar) vorgenommene ^Intersuchung des gesamten Klauenviehbestandes der Gemeinde ergeben hat, daß weitere Tiere an der Seuche nicht mehr erkrantt sind, hat das Landoatsamt die Sperrmaßnahmen wieder aufgehoben.
Kreis Marburg.
WSD. Marburg, 23. Oft. Seinen 80. G e° burtstag beging gestern Oberst a. D. Friedrich Schuhmacher, Veteran von 1870/71. Während des Weltkrieges war er zunächst stellvertretender Bezirkskommandeur in Marburg und Arolsen und dann Vorsitzender des Einberufungsausschusses in Marburg.
Dillkreis.
LJ Eisemroth, 23. Oft. Die hiesige 3 agd ist durch Ausscheiden der früheren Frankfurter Pächter an ortseinsässige Pächter übergegangen. Der Hasenbestand ist sehr fnapp, jedoch ist Rehwild genügend vorhanden. — Die neugebaute Straße Oberscheld —Eisemroth ist nun endgültig dem öffentlichen Verkehr übergeben und damit die Verbindung vom Dill- | kreis nach dem Kreis Marburg hergestellt.
LI Oberndorf, 23. Oft. Der Straßenbau Oberndorf — Tringen st ein soll nun in Angriff genommen werden. Dieser Tage weilte der Oberlandesbaumeister hier und hat die Absteckungsarbeiten vorgenommen. — Unsere neue Wasserleitung ist endgültig fertiggestellt. Es wird nun im Sommer nicht mehr an Wasser mangeln.
Obcrwesterwaldkreis.
Höhn, 23. Oft. Eine ber großen Aufgaben bes W e st e r w a l b v e r e i n s ist bie Pflege bes Naturbenkmalschutzes im Interesse ber Erhaltung geschichtlicher Wahrzeichen bes Westerwal- bes. Viele solcher Naturdenkmäler sinb schon bas Opfer inbustrieller Unternehmungen geworben. Man ist baher seitens bes Westerwalbvereins, wie auch von Seiten ber Behörden bemüht, die Naturschvn- heiten unserer Heimat zu erhalten. Auf Anregung des Landrats U (riet fand gestern in Begleitung des Bürgermeisters S a h m als Vertreter des Landrats unb bes Dekans Heyn als Vorsitzen- ben bes Westerwalbvereins burch Oberregierungsrat S t i e h l - Wiesbaden unb Prof. Lüstner -Geisenheim eine Besichtigung des Ketzersteins, Wolfsteins und des Starfenbergerftems statt. Diese Wahrzeichen unserer Heimat zählen zu den markantesten unb sinb wohl wett, als charakteristische Naturge- bilbe erhalten zu werden.
Maingau.
WSD. Frankfurt a. M., 23. Ott Degen 125 Ahr nachmittags bekam ein in der Kluber- strahe wohnender Mann einen Tobsuchlsan- fa l L Er stieg auf das Dach eines Hauses in der Klüberstraße, riß Ziegel ab und warf dieselben nach Passanten aus der Straße. Die Rettungswache brachte ihn in die städtische Heilanstall. — Der Radfahrer, der am Donners- tagnormittaq auf der Offenbacher Landstraße von einem Lastkraftwagen totgefahren wurde, ist der 22 3ahre alle Gürtler 3 o s e f Keller aus Uoa£xO_eiL warse Schäfer-
gasse-Zeik ein Radfahrer von einem Wagen überfahren und so schwer verletzt, daß er in hoffnungslosem Zustande im Krankenhaus c.ngelie ert werden muhte.
Reformationsseier in Homberg.
WSD. Homberg a. d. Efze, 23. Oft. Der zweite Tag der hiesigen Reformationsfeier war der Jugend geweiht. Unter den Klängen der Posaunenkapelle marschierten die Schulen, Jünglings- und Jungfrauenvereine zur Kirche. Posaunenvortrüge wechselten mit Ehvr- gesängen der Schulen und Vereine, Deklamationen und genwinfamen Liedern ab. Kreisjugendpfarrer S t o l zb a ch und Landesjugendpsarrer Dr. Deubauer referierten über die Bedeutung der Homberger Synode und das Evangelium. Die Feier klang aus in das Gebot des evangelischen Gewissens: Man muh Gott mehr gehorchen als den Menschen.
Neue Wege sür die Westerwälder Braunkohlenindustrie.
Höhn, 23.Okt. Um bie Braunkohlen» i n b u ft r i c des Westerwalbes ftanb es in ber letzten Zeit sehr schlecht. UebcraU stellten Gruben ihre Betriebe ein. Pessimisten sahen schon bie gesamte heimische Braunkoblensörberung stillieaen unb in ben betreffenben Industriegebieten grosze Arbeitslosigkeit. Wenn auch — trotz ber tatkräftigen Mitarbeit ber Behörben, ben Braunkohlenhanbel zu beleben unb neue Absatzgebiete zu erschließen — eine gewiße Abneigung gegen Braunkohlenfeuerung in ben Verbraucherkreisen unb eine baburd) bebingte geringere Absatzmöglichkeit nickst zu überwinden war, so scheint doch der heimischen Kohlenindustrie nun eine bessere Zukunft beschieden zu sein. Wie von zuverlässiger Seite verlautet, sind nämlich WesterwälberBraunkohlenDerflüssi- gungsoersuchen unterzogen worden, bie der Feststellung bienen sollten, ob sich diese Kohlenart ebenso wie die Steinkohle unb bie mitteldeutsche Braunkohle zur Gewinnung von Mineralölen durch das Schwelverfahren eigne. Diese Versuche haben die Annahme bestätigt. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden die Zechen des Westerwal- des zusammengeschlossen, und ein aröße- res Unternehmen, den Meldungen nach vielleicht das Riesenunternehmen ber J.-G.-Farbeninbu- ft r i e, wirb unsere Braunkohlen ähnlich wie die mitteldeutschen, aus denen schon längere Zeit Paraffin, Grudekoks und Mineralöle (Benzin usw.) gewonnen werden, nach bestimmten Verfahren aus- beuten. Wegen des wirtschaftlichen unb sozialen Wertes bieser Probuktionsmethobe wäre es zu begrüßen, wenn diese Gedanken bald verwirklicht würden, weil dadurch die Arbeitsmarktlage in unserem Gebiet unb darüber hinaus wesentlich uerbeffert würde.
Die Autostraße Hamburg- Frankfurt - Basel - Genua.
bu. Das Projekt der Autostraße Ham» bürg — Frankfurt — Basel — Mailand- Gen u a, dessen Durchführung' in einer Versamm» luna am 11. September in, Frankfurt am Main beschlossen wurde, hat in ber letzten Zeit Fortschritte zu seiner Verwirklichung gemacht. Oer vorbereitenbe Ausschuß, bestehend aus Oberbaurat U h le f e 1 b e r vom Frankfurter Witt» schastsamt, Geheimrat Prof. Ötzen von ber Tech» Nischen Hochschule Hannover, ßanbesoberbaurat Becker in Kassel, Regierungsrat Dr Krebs als Vertreter ber Hessischen unb Oberregierungsrat Dr. Zierau als Vertreter ber Badischen Regierung, hat sich inzwischen konstituiert, bie Statuten festgesetzt unb alles in bie Wege geleitet, was zur Gründung des Vereins, ber bie technische unb wirtschaftliche Ausarbeitung bes Projektes vornehmen soll, not» wenbig ist. Der Verein wirb ben Namen ,,f) a f r a b a" führen, bie Grünbungsversammlung soll Anfang November in Frankfurt a. M. statt» finden.
Um die Fühlung m i 1 Italien aufzuneh- men, die Verhältnisse Der als mustergültig erachteten italienischen Autostraßen kennen zu lernen unb bie Fortsetzung der beutschen Strecke über bie Schweiz nach Mailanb unb Genua sicherzustellen, hatten sich einige Herren bes Dorbereitenben Ausschusses nach Italien begeben. Sie fanden dort freundlichste Ausnahme unb haben bei ben italienischen Interessenten nicht nur volle Zustimmung zu bem Plan gefunden, sondern auch erreicht, daß sich diese auf eine gemeinsame Durchführung des internationalen Fernwegs Hamburg—Genua fe ft leg en. Im Besonderen hat der bekannte italienische Ingenieur unb Finanzmann Purice 11i, ber Erbauer unb Organisator bes italienischen Autostraßennetzes, bas größte Interesse für bas Projekt gezeigt unb besten gemeinsame Durchführung mit ber deutschen unb mit ber Schweizer Gruppe empfohlen. Ferner würben Besprechungen über bie gemeinsame Festlegung ber technischen Unterlagen, namentlich einer internationalen Signal» unb Betriebsordnung für
Winterkur für
4582ss
Nervenkranke
u. Nervös-Erschöpfte. Spezlalkuranelait Hofheim L Tnonni bei Frankfurt a M. Prospekte durch
Dr. JI, Schulze- Kahleysw. Nervenarzt.


