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regung gefolgt, die Weideflächen einzuzäunen und in sich wieder abzuteilen. Vielfach werden auch Entwässerungen durch offene Gräben oder Drai­nagen durchgeführt. Es ist beabsichtigt, auf diesen verbesserten Hutweiden grobe Jungvieh- Weiden einzurichten, auf denen ununterbrochen bis zum Herbst das Vieh verbleibt. Bon diesen Maßnahmen darf eine weitere Besserung und Mehrung der Rindviehzucht erwartet werden.

Betrachten wir zum Schlüsse die Hutmeiden des Vogelsberg im Lichte vergangener Jahrhunderte, so will es fast scheinen, als ob ihnen vor 300 und mehr Jahren, verglichen mit dem Jetzt, erhöhte Bedeutung zu sprechen sei. Damals wurde das Vieh größten­teils zu Herden vereinigt und von einem oder meh­reren Kuhhirten ausgetrieben und auf der Weide zusammengehalten. In den Ställen müssen damals Kühe und Kälber dicht zusammengestanden haben, sonst wären Viehverluste, wie sie im 30jährigen Krieg der Einzelne oder ganze Gemeinden erlitten, undenkbar. Es darf dabei auch nicht vergessen wer­den, das; die Pferdezucht vor diesem unheilvollen Kriege im Vogelsberg in hoher Blüte stand. Von räuberischer Soldateska vernichtet, vermochte sie nie mehr im gleichen Umfang aufzuleben.

Oberhessen.

Landkreis

---Großen-Linden, 24. Sept. Eine Erweiterung erfährt gegenwärtig unser Bahnhof. Das schon lange bringend not­wendige üleberholungsgleis ist nunmehr fertig und soll in Kürze dem Betrieb übergeben werden, ferner wurde ein neues Stellwerk errichtet, das voraussichtlich im nächsten Monat fertiggestellt sein wird.

:: Beuern, 24. Sept. Unter grober Be­teiligung der Gemeinde und seiner Amtsbrüder aus Bah und Fern wurde am Mittwochnachmit- tag der in Mainz-Kostheim verstorbene Lehrer Wilhelm Krämer von hier auf dem heimat­lichen Friedhöfe zu G ro be getragen. Erst 24 Jahre alt, erlag er einer plötzlich aufgetretenen Darmverschlingung. Die sofort vorgenommene Operation hatte ihn nicht mehr retten können. AN dem Tage, an dem er zur letzten Buhe ge­bettet wurde, wollte er seine Gesanglehrerprü­fung ablegen.

t Grünberg, 24. Sept. Seit einer Reihe von Jahren wurden am hiesigen Bahnhof immer bedeutende Mengen Holz, besonders Langhoh und Grubenholz, verladen. In die­sem Jahre ist von dieser Tätigkeit nichts zu bemerken: die Laderampe ist andauernd ziem­lich frei. Der Rückgang des Derladegeschästes ist wohl hauptsächlich darauf zurückzuführen, daß die Anfahrt zu der hiesigen sehr geräumigen Rampe recht schwierig ist. Die Fuhrleute ziehen es viel­fach vor, in der Rachbarschaft, z. B. in Lumda oder Geilshausen, zu verladen, und von dort aus rollt mehr Langholz ab als von hier. Ferner ist bemerkenswert, daß jetzt von den Holzschneidereien in unserer Stadt und in der Ümgegend mehr Langholz als früher verarbeitet wird, was jedenfalls auf die rege Bautätigkeit zurückzuführen ist. Der sinkende Bedarf an Grubenholz dürfte in der Stillegung vieler Eisensteingruben seine Llrsache haben. Für die Zukunft soll nun das Schlagen von Grubenholz mehr als bisher den Rachwuchs- Verhältnissen angepaht werden. Dadurch dürfte bedauerlicherweise eine Beschränkung der Arbeits­gelegenheiten eintreten.

* Grünberg, 23. Sept. Der im Juli ge­gründete Ländliche Reit- und Fahr­verein Grünberg und Llmgebung wird, wie schon kurz berichtet, an dem am 13. und 14. Oktober stattfiirdenden Gallusmarkt, der in diesem Jahre bekanntlich in besonders großem Umfange abgehalten wird (Pferdemarkt, Tier­schau u. a.), zum ersten Male mit einer Reit - Veranstaltung an die Öffentlichkeit treten. Die Ausbildung der Reiter, meist junge Land­wirte, liegt in den Händen alter Kavalleristen. Bei der Kürze der Zeit, von Juli bis Oktober, ist es natürlich verständlich, daß keine form­vollendeten Abteilungen vorgeführt werden kön­nen. Doch der Reiterverein will zeigen, daß er tätig war, und was in dieser Zeit möglich war zu leisten. Der junge Verein zählt schon über 100 Mitglieder mit etwa 50 bis 60 aktiven Reitern und Reiterinnen. Es wird an Sonn­tagen in vier Abteilungen zu je 15 Reitern ge­ritten: davon üben zwei in Grünberg, eine in Mücke und eine in Rieder-Ohmen.

i. Ettingshausen, 24. Sept. Wie man hört, wird der von der Gießener Beton­gesellschaft betriebene Steinbruch we­gen zu schwieriger Abbaumöglichleit st i l l g e l e g t. Die Gesellschaft hat ihren Haupt­betrieb imSteines" bei Oberbessrngen. Dort werden täglich 200 bis 300 Tonnen verladen, die eine gute Fracht für die Butzbach-Licher- Eisenbahn bilden. Auch der Steinbcuch der Firma Launspach & Comp. in Ettingshausen stehl in guter Blüte. Untere Landwirte bergen eben die letzten Erntefrüchte. Die Kartoffelernte geht in dieser Woche zu Ende. Sie hat wie alle Ernte dieses Jahres einen guten und reichlichen Ertrag geliefert. Mtt der jetzt beginnenden D i ck w u r z e r n t e, die auch sehr g u t ausfällt, schließen die Arbeiten des Grnte- icchres, und die Aecker werden nun für die Ernte 1927 ausgestellt.

bs. Aus der mittleren Wetterau, 24. Sept. Die Kartoffelernte gebt ihrem Ende entgegen. In den meisten Dörfern sind es nur noch vereinzelte Bauersleute, die noch größere Stücke auszumachen haben. Der Ertrag ist mittel. Auf schwergründigen Böden und in tiefen Lagen wurde die Ernte durch einen hohen Prozentsatz fauler Kartoffeln beeinträchtigt. Besonders einträg­lich ist die weißfleischige FutterknrtofsclHassia". Knollen von 2 Psd. Gewicht sind nicht selten. Auch die neueingeführtePepo" wird wegen ihres gleich, mäßigen Behanges gelobt. Die gelbfleischigen Sor­ten der Züchtung ModrowsIndustrie" undPreu­ßen", die als Speisekartoffeln viel verlangt werden, versprachen nach ihrem Krautwuchs eine bessere Ernte. Infolgedessen sind die Preise in den letzten Tagen von 2,40 auf 2,75 Mk. gestiegen, während sich der Preis für Futterkartoffeln auf 2,20 Mk. ge­halten hat.

Kreis Friedberg. x

00601. Friedberg, 24. Sept. In den Ortsfernsprechnetzen Friedberg und Dad-Rauheim wird zur Zeit der Selbst­anschluß betrieb eingerichtet. Außerdem werden die Fernämter dieser beiden Orte zu einem Fernamt in Friedberg vereinigt. Die neue Einrichtung ermöglicht, daß sich jeder Fernsprechteilnehmer der beiden genannten Orte mit Hilfe einer an seinem Apparat angebrachten Rummernscheibe mit jedem anderen Teilnehmer der beiden Orte zu jeder Tages» und Rachtzeit selb st verbinden kann. Gegenwärtig werden die Sprechstelleneinrichtungen durchgearbeitet und die nach den Rachbarorten laufenden Anschluh- leitungen in Luftkabel geschaltet, um sie den durch die Witterung verursachten Störungsein- flüssen zu entziehen. Ollsdann wird mit der Einschaltung der neuen Sprechstellenapparate be­gonnen werden. Mit der Inbetriebnahme der Reueinrichtung wird zu Anfang nächsten Jahres gerechnet.

pb. Butzbach, 24. Sept. Der ül m b a u des hiesigen Elektrizitätswerkes, und die Aufstellung des von der Stadtverordneten-Der» sammlung genehmigten Dieselmotors ist so­weit beendet. Die Beschaffung des Motors macht die Stadt Butzbach bei etwaigen Störungen des Üleberlairdwerkes von diesem unabhängig, da dann der Drehstrom hier im CEDevT erzeugt wer­den kann. Ebenso kann auch der Gleichstrombedarf erzeugt werden.

B. R o d h e i m v. d. H., 23. Sept. Am Sonntag feierte das evangelische Dekanat Rod- hcim hier sein Jahresfest für Aeußere Mission. Das Fest wurde mit einem Kinder- gottesdienst am Vormittag und daruf folgender Cho­ralmusik vom Turm der großen Kirche eingeleitet. An Redneni für den F e st g o t t e s d i e n st nach­mittags waren Professor Keller von der Ausbau- schule in Friedberg und der China-Missionar C a u rf aus Frankfurt a. M. gewonnen worden. Die Wort- vcrkündigung war umrahmt von den Chören des MännergesangvereinsEintracht". Rodheim, der Gesangsabteilung des hiesigen evangelischen Frauenvereins und des Kirchengesangvereins Köppern. Der Gottesdienst in der festlich geschmücktengroßen Kirche" hatte eine hohe Besucherzahl aufzuweifen. Er wurde eröffnet und beschlossen von den Klängen des MufikoereinsHarmonie" der Frei­willigen Feuerwehr Nodhcim. Ein reichhaltiges Pro­gramm und eine über Erwarten große Beteiligung brachte die 2i Stunden währende Nachfeier, in der Oberkirchenrat Wagner aus Gießen und De­kan H e u h e l von Altenstadt warme Worte der Be­grüßung an die Erschienenen richteten. Für die Mission warben ferner Pfarrer C l o tz von Holz- Hausen, der über den Stand der Misstonsarbeit in den Dekanatsgemcinden sprach, und noch einmal Missionar Cauck, der Bilder aus dem heutigen China entwarf. Die Festkollekte kam der Baster Mission zugute.

Kreis Büdingen.

bs. Ober-Widdersheim, 24. Sept. Die großen Erweiterungsbauten des Hart- bafaltwerkes I. Nickel, von denen vor eini­ger Zett berichtet wurde, gehen ihrer Vollendung entgegen. Der in Eisenbeton aufgeführte Anbau dient zur Aufnahme eines neuen großen Brechers und eines kleinen Nachbrechers. Selbsttätig gelangen Grus und Klopfsteine in ein großes Silo. Gegen­wärtig wird über die Straße eine Brücke errichtet, um den Verkehr nicht zu belästigen. Sämtliche Ar­beiten werden von der Firma Reuh in Friedberg ausgeführt. Die Pächter des andern hiesigen Stein­bruchs, des sog. Gemeindebruchs, planen die An­legung einer Drahtseilbahn nach der Ver­ladestelle auf dem Bahnhof.

bs. Unter-W iddersheim, 24. Sept. Vor 5 Jahren hatte sich in dem Radfahrerverein eine Gesangsabteilung gebildet, um Festlichkeiten des Vereins zu verschönen. In diesen Tagen wurde nun ein selbständiger Gesangverein unter Leitung des Dirigenten Lehrer H a f f i n g e r ge­gründet. Der Verein gedenkt, dem Sängerbünde Mittleres Niddatal" beizutreten.

Kreis Schotten.

)( Ortenberg, 24. September. Die Ar­beiten am Neubau des Postamts, sowie an dem Zweifamilienhaus schreiten rüstig vorwärts. Der stattliche Bau, der eine neue Zierde für unser Städtchen bildet, ist bereits unter Dach gebracht, zur Zeit ist man mit dem Innenausbau beschäftigt. Den Eingang zum Postamt ziert eine schöne Freitreppe, sowie ein über dem Portal in Muschelkalk gehauener Postillion mit dem Wappen des Reichs und Hessens. Bollendet sind die schönen Eigen- Häuser, die sich zwei Postbeamte in der Dor­stadt bzw. neben dem Haus Claum erbaut haben. Zwei weitere Häuser sollen in Kürze erstehen, und zwar ein Deamtenhaus für zwei Fa­milien, das der Hessische Staat, und em Ein­familienhaus. das eine Baugenossenschaft, der die Handwerker vor allem angeboren, er­richten wollen. Da zwei weitere Häuser durch Tod der Inhaber freigeworden sind, ist zu hoffen, daß in einiger Zeit die größte Wohnungsnot beseitigt sein wird. Der Gemeinderat beschloß, für das zu errichtende Beamten- Zweifamilienhaus den Bauplatz kosten­los zur Verfügung zu stellen. Die Töertju- wachs steuer für den in der Inflationszeit erworbenen Grundbesitz wurde nach den Der- Tilgungen des Hessischen Ministeriums auch für unsere Gemeinde genehmigt. Da der seitherige ©ta bt rechn er, Mehgermeister Otto Becker, sein Amt niederlegte, wurde der Kassenkon­trolleur Wilhelm S ch e m b e r, der schon längere Zeit als Vertreter verpflichtet war, einstimmig zum Rachfolger ernannt. Die Vorbereitungen »um diesjährigen Kalten Markt sind bereits ya vollem Gang. Die Verbindung des Kalten Marktes mit einem Prärnienmarkt würde den Besuch sicher noch heben. Zur Zeit sind Rachforschungen nach dem Alter des Kalten Marktes im Gang. Die älteste Rechnung, die irn Archiv unseres Rathauses vorhanden ist, er­wähnt schon gelegentlich des halten Marktes un Jahre 1456 eine Zollabgabe. Da jedoch Ortenberg bereits im Jahre 1266 als Stadt erwähnt wird, das älteste Stadtsiegel auch aus

diesem Jahre stammt, so ist anzunehmen, daß auch der Kalle Markt älter als 470 Jahre ist. Falls die Nachforschungen Erfolg haben, hofft man in nächster Zeit ein größeres Jubiläum des Marktes begehen zu können. In diesen Tagen sanden die hiesigen O b st v e r st e i g e r u n g e n statt. Infolge des schlechten Ausfalls der Aepfel- ernte konnte die Gemeinde nur etwa 250 Mark lösen. Etwas besser waren die Einnahmen bei der Kreisversteigerung an der Straße nach Berg- Heim. Die Preise für Aepfel stellten sich bei beiden Versteigerungen naturgemäß sehr hoch: der Zentner kam am Daum Je nach Sorte, Lage und Liebhaber auf 5 bis 15 Mark. Dagegen waren Dirnen, da kaum Rachfrage, sehr billig. Infolge sehr schlechter Ernte konnte die Fürst­liche Verwaltung trotz großer Plantagen über­haupt keine Versteigerung halten.

------ G e b c r n , 24. Sept. Der hiesige Säge- werksbesiher Philipp Hartmann erlitt auf dem Wege von Hartmannshain nach hier einen schweren Unfall. Er stürzte mit seinem Rad so unglücklich, daß er sich schwere Verletzungen im Gesicht und außerdem eine Ge­hirnerschütterung zuzog. Der Verunglückte mußte nach Hause transportiert werden, wo ihm ärzt­liche Hilfe zuteil wurde. Auf der Hauptstraße stieß der Lehrer E m r i ch von Riederseemen mit seinem Motorrad mit einem Auto zu­sammen, das in der Richtung Merkenfrih fuhr. Der Lehrer kam mit dem Schrecken davon, während das Motorrad stark beschädigt wurde.

Stumpertenrod, 24. Sept. Rach den Mißerfolgen der letzten Jahre ist die Ernte in diesem Jahre überaus gut ausgefallen: sie konnte bei dem günstigen Erntewetter auch schön geborgen werden. Heu, Getreide und Grum­met hat in so reichem Maße gegeben, daß die Scheunen meistens überfüllt sind, was selten hier oben im Vogelsberg vorkommt. Auch die Kar­toffelernte, die noch im Gange ist, verspricht einen guten Ertrag. Wenn die Ernte ihrem Ende zugeht, beginnt hier die Zeit des soge­nanntenWe i dsa hr ens". Das Vieh, das im Winter und Sommer nur in den Ställen ge­füttert wurde, wird jetzt, solange es die Witte­rung erlaubt, auf die Wiesen und die Berge getrieben, um das noch stehen gebliebene Gras abzuweiden.

+ Köddingen, 24. Sept. Seit einiger Zeit brummt in unserem Dorfe die Dreschmaschine. Die Fruchtläuft" im allgemeinen gut. Be­sonders gut ist der Körnerertrag bei Roggen und Hafer, weniger gut bei Gerste und Weizen. Dem gremten, der in unseren Ort kommt, wird es vielleicht auffallen, daß bei der Dresch­maschine und auch auf den Kartoffel» ädern mehr die Frauen tätig sind, und daß dabei die M ä n n e r f a ft ganz fehlen. Diese eigentümliche Erscheinung kommt daher, daß in Köddingen der größte Teil der Männer im Herbst in die Wetterau und andere Gegenden geht, um dort alsDreschmaschiner" ihrem Verdienste nachzugehen. An Stelle der Männer müssen dann die Frauen zu Hause und im Felde die Arbeit verrichten.

Kreis Alsfeld.

fl-* Alsfeld, 24. Sept. Die bekannte Schule Loheland, welche die Loheland-Gymnastik be­treibt, wird nunmehr auch in unserer Stadt einen Kursus eröffnen, und zwar für Kinder und Er­wachsene. Der Kursus wird in der Turnhalle ab­gehalten. Mit der Lehrweise von Rohden-Langgard hat diese Schule jedenfalls ganz neue Wege gegen­über den Durchschnittsvorstellungen an Tanz und rhythmischer Gymnastik betreten.

Kirtorf. 24. Sept. Die Renovie­rung unseres Rathauses ist nunmehr im Gange. Der alte Verputz wurde beseitigt, so daß das Fachwerkgebäude jetzt einen schönen Anblick bietet. Am inneren Kellereingang entdeckte man die Jahreszahl 1559, die wohl auf die Errichtung des Rathauses hinweift. An einem Querbalken befinden sich die Ramen einiger Per­sönlichkeiten der Stadt Kirtorf aus dem Jahre 1781. Ferner wurde ein eisernes Band von 60 Zentimeter Gänge, das amtlich geeichte Ror- malinaß die Elle, gefunden. Das Haus erhält gegenwärtig einen Anstrich, der die Schönheit des alten Rathauses noch wirkungsvller ge­stalten dürfte.

Starkenburg.

* Darmstadt, 24. Sept. Heute vormittag meldete der Dachdecker Philipp Krämer auf dem zuständigen Polizeirevier, dah seine Frau sich mit einem Rasiermesser die Kehle durchschnitten habe. Kriminal­polizei und Staatsanwaltschaft begaben sich in

seine in einem Hinterhausa der Rieder-Ram- städter Straße gelegene Wohnung: dort fanden sie tatsächlich die Frau mit durchschnittener Kehle, vollständig angekleidet auf dem Bette liegend vor. Das zur Tat benutzte Rasiermesser lag halb­geöffnet neben der Leiche. Die Leichenstarre war bereits eingetreten, daher nimmt man an, daß der Tod bereits in den ersten Morgenstunden ein­getreten fein muß. Ob Selbstmord oder ein Verbrechen vorliegt, konnte bis jetzt noch nicht aufgetlärt werden. Den Angaben des Man­nes, daß feine Frau Selbstmord verübt hat, stehen die Behörden mit Zweifeln gegenüber, weil Krämer keinen guten R u f ge­nießt und als Trinker bekannt ist. Seine Frau war als Fabrikarbeiterin tätig und bestritt mit ihrem Lohn die Kosten des Haushaltes, trotzdem wurde sie öfters durch Krämer mißhandelt. Es ist deshalb nicht ausgeschlossen, dah sie aus Ver­zweiflung Hand an sich gelegt hat. Zur Auf­klärung des dunklen Falles ist auch der bekannte Gerichtschemiker Dr. Popp aus Frankfurt zu- ggzvgen worden. Krämer befindet sich in H-a f t. Ein elfjähriges Mädchen aus Griesheim hatte eine unscheinbere Wunde am Dein, der es keine Beachtung fünfte. Es ist bann Blutvergiftung eingetreten, der das Mädchen im Darmstädter Krankenhaus nach zwei Tagen erlag. Der bei der Glektrobau- GeseLlschaft in Viernheim beschäftigte 23jäh- rige Arbeiter Franz Rlehle stürzte von einem Maste aus etwa 40 Meter Höhe ab. Er ist seinen Verletzungen im Weinheimer Krankenhaus erlegen.

WER. Weinheim, 24. Sept. Die Arbeiten für die Ferngasversorgung Wein­heims durch das Großwerk Mannheim sind in vollem Gange. Man hofft mit den Ar­beiten bis Mitte Oktober fertig zu werden, so daß noch Im Laufe des Winters die Gasfern­versorgung in Kraft treten kann.

Turnen, Sport und Spiel.

33. f. B.

(-) Zweite und dritte Mannschaft tragen am Sonntag ihre ersten Verbandsspiele gegen die gleichen von Dillenburg bzw. des Lokal­gegners, der Spielvereinigung 1900, aus. Trotz­dem D. f. B. hier den Vorteil des eigenen Platzes für sich hat, ist der Ausgang beider Spiele nicht vorauszusagen.

Die vierte Mannschaft tritt ebenfalls am Sonntag zum ersten Verbandsspiel gegen die vierte der Spielvereinigung auf deren Platz an.

Eine kombinierte Elf geht nach Stein­bach zum Rückspiel gegen den dortigen neu- gegründeten Fuhballverein.

Auch die Kleinsten kommen zu ihrem Recht. Während die zweite Schüler Mannschaft sich zum ersten Fußball-Wettspiel der Schüler- elf Steinbachs stellt, fährt die erste nach Lich.

Zum Schluß empfängt die zweite Iu- gendmannschaft die gleiche der Vereinigten Marburg zu einem Gesellschaftsspiel.

Rundfunk-Programm

des Frankfurter TenderS.

(Aus der.Radio-Umschau".)

Sonntag, 26. September.

8 bis 9: Morgenfeier, veranstaltet von der Freireligiösen Gemeinde Ofsenvach. 12 bis 1: Bach-Konzert des Bläserchors der evangelischen Jugend Gustavsburg. 4 bis 5: Die Stunde der Jugend. 5 bis 6: Konzert des HausorchesterS: Die Oper der Woche. 6 bis 7:Der heilige .Franziskus", Vortrag mit Vorlesungen von Dr. Carl Gebhardt. 7.30 bis 8:Deutsche Dichter über den Rauchtabak", Vortrag von August Kruhm. 8.30: Abschiedsabend Leontine Sagan: Die Frau vorn Meer" Schauspiel in fünf Auf­zügen von Heinrich Ibsen. Anschließend bis 12.30: Hebertragung von Berlin: Tanzmusik der Kapelle Etts.

Montag, 27. September.

4.30 bis 5.45: Konzert des Hausorchesters: Alte Tanzmusik. 5.45 bis 6.05: Die Lesestunde. 6.15 bis 6.45:Moderne Gymnastikshsteme", Vor­trag von Dr. Paul Laven. 7.30:' llcbertragung aus dem Kasseler Staatstheater:Der arme Heinrich". Musikdrama in 3 Akten von Hans Pfihner.

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