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25. Fortsetzung.
Nachdruck verboten.
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Einigkeit, sprach er geleisteten
bad) in seinen Dienst eingewiesen. Vor der Eidesabnahme wies der Regierungsvertreter auf die der Wahl vorausgegaugenen Parteikämpfe hin lind ermahnte den neuen Bürgermeister und die anwesenden Gemeinde ratsmitglieder zur Dein abgehenden Bürgermeister Jost Dank für seine der Gemeinde Dienste aus.
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Ar «190* einem Mchen- -.ur Eifersucht zu 1925, traf er röder Kirchweche antercn Durlch" Verhaltens zur schirlc Lbweisun und sich zu toter We sich seinen Äevvlver. 2m 2 wieder in Dam feine Lwohungei erklärte ti fich schren. 'Sa trat röt den Debenw ihn zur Aeto Aut den Devoli los. §er Schuh i seine Gdieöte la annimmt, in der m toi Am. W der Angeklagte her. 3m Warte' traf den Sägew. toi Mund. Dei Folgen der Verl er verlor namlit fiel in Lahmunx
Die Äewei gchende. ü-s in: Lachverständige
Ins Urteil nate&efdng suchungshast. I schlagrversuch in prrvrrietzMA gri einem Falle an.
..Frau Herzogin, sprach er, und seine Stimme klang ihr noch kälter, noch leidenschaftsloser als je zuvor. „Ich wollte mich nur überzeugen, ob Sie gut nach Hause gekommen finö, und nun —"
Verzweifelt unterbrach sie ihn.
„Harald, ich beschwöre Sie, verurteilen Sie mich nicht! Ich schwöre Ihnen —"
..Sie stockte. Der Gedanke an Grace legte sich plotstcch auf ihre Lippen. Machte sie stumm. Konnte sie denn dem Manne sagen, warum sie zu dem anoeren gegangen war, warum sie ihn getötet Halle? Allmächtiger Gott —! Konnte sie ihm sagen, Satz sie sich für seine Frau hatte opfern müssen?
he sich an Graces Stelle in die Gewalt des Schicksals hatte werfen müssen?
f m dumpstn Wehlaut rang sich der Schmerz aus tyrrr Brust empor. Neville rührte sich nicht. Steinern war "in schmales Gesicht, dünn oreßten sich die fast blutleeren Lippen y‘—'
Kreis Biedenkopf.
_ XX Biedenkopf, 24. März. Der erste Transport erholungsbedürftiger Kinder, davon 30 aus dem Bezirk R 0 d h e i m a. d. Bieber, ist neugestärkt aus dem Dolkssana- t 0 r i u m W e i l m ü n st e r zurückgekehrt. Ein zweiter, kleinerer Transport aus hiesigem Kreise wurde durch die Schwester aus Waldgirmes der Anstalt erneut zugeführt, um bis gegen Pfingsten dort zu verweilen.
T Waldgirmes, 24. März. Lei unserer Nutzh 01zverstei gerun g waren die Preise sehr niedrig. Bei den wenigen Interessenten, meistens von auswärts, blieb es vielfach beim 'Angebot. Es wurden bezahlt pro Festmeter Fichten, je nach Klasse und Qualität, 15 bis 21 Mk., Eichen 30 bis 35 Mk., nur bei einem Stamm (1,5 Festmeter) kam derselbe an 67 Mk. Eichen-Rollscheiter kosteten pro Raummeter 20 Mk. Im ganzen wurden an 500 Festmeter verkauft.
Maiilgau.
WSR. Frankfurt a. M.- 24. Würz. Der Haupt- und Wirtschaftspolitische Ausschuh der Stadtverordnetenversammlung ha^eck^rn gemem- samer Satzung die im Etat vorgesehenen Mittel zur F ö r d e r u n g d e s Frankfurter Flugverkehrs bewilligt, und zwar 300 C03 Mk. für di« Subvention Frankfurt a. M. berührender und verb.ndender Linien und 200 000 Mk. als Leistung an die Flugplatz-G. m. b. H. für Pacht. Steuern und sonstige Verpflichtung en. — Der Sozialpolitische Ausschuß der Stadtverordnetm- versammlung hat einen sozialdemokratischen Antrag angenommen, in dem der Magistrat ersucht wird, allen Erwerbslosen mit Rücksicht auf das Osterfest in der Woche vom 29. März bis 3. April 1926 die Erwerbslos en Unterstützung in doppelter Höhe auszuzahlen und solchen Erwerbslos'enunterstützungsempfän- gern, deren Kinder aus der Schule ober neu in die Schule kommen, eine Sonderbeihilfs zu gewähren. — Wie uns aus Mainz berichtet wird, ist es der Kriminalpolizei gelungen, in einem Mainzer Hotel den seit längerer Zeit gesuchten Matrosenführer Hermann Stickel- mann, der zu Beginn der Revolution in Frankfurt eine üble Rolle spielte, fest zunehmen. Die Verhaftung erfolgte auf Grund eines von der Staatsanwaltschaft in Aachen wegen Betrugs erlassenen Steckbriefes. Stickelmann, der in den letzten Jahren im Saargebiet ansässig war, wo er sich in hervorragender Weise als separatistischer Parteigänger betätigte, wird feit langem wegen zahlreicher Verbrechen, u. a. tvegen Betrugs, Landesverrats. Tlrkundenfälschung usw. gesucht. Seine besondere Spezialität war das Anwerben junger unerfahrener Deutscher- für die Fremdenlegion.
hinten packte? Die Angst um Harald stürzte sich nun auf sie. Würgte sie! Brach sie vollständig aus- etnanber.
Wenn man ihn als den Mörder verhaftete!
Wild fuhr sie auf — ftieh die jammernde Mutter Anne von sich — die Teetasse fiel zu Boden, zer- klirrte in hundert Scherben — —
War das nicht so wie ihr eigenes Leben? Vor einer totunbe noch glücklich, sorgenlos — jetzt Scher, den — Scherben---?
Ein Lakei trat ein.
"Lorb Neville wünscht Ihre Gnaden w sehen" meldete er. 1 ’ '
Harald! Er war also entkommen! Wahnwitzige Hoffnung hob sich in ihr empor.
"3ch lasse bitten--! Geh, Mutter Anne —
geh nur ruhig! Es wird schon olles in Ordnung kommen!" 9
Dann stand er an der Tur. Sialt, hager und un-- heimlich lang in fernem bunteigrauen Reifemantel Jiit freudig ausgebreiteten Händen eilte sie ihm entgegen. Doch auf halbem Wege blieb sie stehen ließ dre erhobenen Arme sinken, beim er machte tcine Miene, ihr entgegenzugehen. Eine kühl abweisende Verbeugung war alles, womit er sie in btefcr Minute begrüßte.
^aralb — —", rief sie mit leiser, klagender •stimme. Wund und weh wurde es in ihr — m-hr als früher. v ’
Es ist daher mit Freude zu begrüßen, daß der yret- Schotten nunmehr Schocker anliefern läßt, 'um demnächst mit dem' Walzen beginnen zu können. ,
♦ Ulfa, 24. März. Da die Austrocknung des Ackerlandes genügend weit vorgeschritten ist, begann man Ende voriger Woche hier und in den Nachbar- gemeinden D b e r (5 d) m i 11 e n und Eicheis- dorr mit der Frühjahrsbestellu n g. Da die Äecker dieser Dörfer etwas über und unter der 200-Meter-Grenze liegen, geht man hier immer besonders zeitig an die Aussaat.
> V 0 m nördlichen Vogelsberg, 2-j. März. Zu einer wahren Landplage werden in hiesiger Gegend die Z i g e u n e r. Es vergeht fast fein Tag, der nicht eine neue Truppe dieser Gesellen bringt. Unablässig belästigen sie mit ihrem Betteln und Tauschhandel von Violinen usw. die Bevölkerung. Nichts ist vor ihnen sicher, Hühnerdiebstähle sind keine Seltenheit. Es wäre an der Zeit, diesem Volk gegenüber schärfere Maßnahmen zu ergreifen.
Kreis Alsfeld.
K. Mücke, 24. März. Da der Betrieb auf unseren B r a u n e i f e n ft e i n g r u b e n noch nicht aufgenommen wurde, herrscht unter den Bergleuten der benachbarten Orte noch Arbeitslosigkeit. Die Leute werden deshalb zu gemeinnützigen Arbeiten herangezogen. In erster Linie sind es die Gemeindewege, die her- gestellt werden. 3n früheren Zeiten wurden alle diese Arbeiten als sogenannte Dorf- oder Fronarbeiten unentgeltlich von den Gemeindegliedern ausgeführt.
Kreis Lauterbach.
L Grebenhain, 24. März. Am Montag feierte der hiSsige Polizeibiene v Heinrich Kl ein fein 30jähriges Dienst; uvi - la um. Aus diesem Anlaß empfing er die Glückwünsche des Ortsvorstandes, der üym ein Ehrengeschenk von 50 Marr überreichte. Am Abend wurde ihm vom Musikverein ein Ständchen gebracht.
$ Bermuthshain, 24. März. Unser neu - gewählter Bürger in ei st er Pfann stiel wurde von Kreisdirektor Dr. Michel aus Lauter-
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16. Kapitel.
Gloria kam nach Hause, regenburcUränkt, zum llmsinken müde.
„Bei allen Helligen", rief Mucker Anne, die Hausoerwackerin, die Gloria und Grace noch als kleine Kinder auf dem Arm gehalten hatte. „Liebling, wie siehst du aus? Schnell ins Bett!" Doch davon wollte Gloria nichts hören! Jetzt ins Bett legen — wo all ihr Innerstes in wildem Ausruhr war! Der Schrei der wahnsinnigen (Erreauna ihr in die Kehle drängte! * 8 7
Mutter Anne brachte ihre eigenen, pelzgefütterten Hausschuhe und dicke wollene Tücher. Bis an die Ohren wickelte sie die an allen Gliedern zitternde Frau ein, schob ihr den tiefen Fauteuil an das wohlig knisternde Kaminseuer und brachte ihr dann heißen, dampfenden Tee mit viel Rum.
Gehorsam, apathisch ließ Gloria olles mit sich geschehen. Trank den Tee. Aß die Biskuits.
„Liebling, mein Liebling!" jammerte die Alte mit Tränen in den Augen. „Was ist dir denn geschehen? Sag' es mir doch, damit ich dir helfen und dich trösten kann!"
Schluchzend nahm sie die eiskalten Finger Glorias in ihre weichen, fettgepolsterten Hände. Rieb sie und rieb sie.
Gloria antwortete nicht. Ihre Augen starrten ins Feuer, müde, leere Augen. Ihr Geist war in jenem Hause in Berkeley Square. Dort, wo der Mann unter ihrem Schuß zusammengebrochen war. O — dieser grauenhafte, fragende Blick in den Augen, die der Tod apfriß.
Schauer um Schauer rann durch ihren gemarterten Leib. Fassungslos loh es die Alte.
,Llber, Kindchen — Äindchen!" wiederholle sie m einem fort.
Mörderin! Mörderin! Dieser letzte Blick — dieses letzte Zucken--
Und was jetzt? Harald — ja! Er hatte sie gerettet. Aber was war mit ihm geschehen? Wer war es gewesen, der die Treppe hermifkam^ Ihn von
Starkenburg. Der Offenbacher Leihhausskandal.
WSA. Offenbach, 24. Bdärz. Am heutigen Mcktwoch wurde vor dem Kreis aus sch uh Offenbach die Disziplmartlage bei: Stadt Offenbach gegen den Vorsteher des Leihhauses. Derwaltmigsanckmann B v h ler, verhandelt. Die Klage, die auf Dienstentlassung ohne Anspruch auf Entschädigung lautete, stützt sich darauf, daß Boßler gegen § 14 der Satzungen verstoßen hat, der eine Beleihung von Pfändern über 1000 Mk. von einer Genehmigung durch den Vorsitzenden des Leihamtes abhängig macht, und weil er die eingebrachten Pfänder übermäßig beließen hat. Insgesamt wurden 9 7 0 0 0 M k. für eingebrachte Pfänder vom Leihamt bezahlt. Der Angeklagte wurde wegen Dienstvergehens zu 3 0 0 M k. Geldstrafe und zur Tragung der Kosten des Verfahrens verurteilt. Der Kreisausfchuh hat also in Boßler nicht den Hauptschuldigen in der Leihamtsaffäre, bei der die Stadt Offenbach 50 000 Mk. verloren hat, angesehen. Boßler gab zu, dah der Zuwelen- händler Posener neunmal Juwelen versetzt habe, und erklärt, dah die Juwelen einen Wert von 164 000 Mk. hätten.
Preußen.
Die Aprii-Miete in Preutzen.
Rach einer Mitteilung des „Berliner Lokalanzeigers" wird die gesetzliche Miete im April voraussichtlich um 10 Prozent erhöht werden. Es werden also 94 Prozent der Vorkriegsmiete zu zahlen sein, während die Mieter, die die Schönheitsreparaturen selbst ausführen, 90 Prozent zu zahlen haben werden.
wurde eine Beihilfe von 100 M k. zur Instandsetzung der Wege und Anlagen bewilligt. Bei ■ dieser Gelegenheit begrüßte der Gemeinderat dankbar die Tätigkeit des sachkundigen, 84 Jahre alten ’ Leiters des Vereins, Karl Hermatin I ö ck e l.
Kreis Friedberg.
* Pohl-Göns, 24. März. Atn Sonntag veranstaltete der hiesige Gesangverein L i e d e r k r a n z ein gut besuchtes K 0 nze rt. Unter der Leitung des Dirigenten Jung brachten die Sänger zunächst Ehöre zu Gehör, mit deren Vortrag sie im vorigen Sommer in Bad Soden den Aeichspräsidentenpreis und zwei erste Preise errungen hatten. Weiter fang der Ehor eine Anzahl Aheinlieder, Deren Vortrag ebenso wie der Gesang der Chöre von bester Schulung zeugte. Der Dirigent Jung und Der Violin- Solist SiegfrieD aus Atzbach bereicherten die Veranstaltung noch durch Instrumentalvorträge. Sämtliche Darbietungen wurden sehr beifällig ausgenommen.
Kreis Büdingen.
△ Nidda, 24. März. In Darmstadt starb infolge eines Schlaganfalls Gewerbeschulrat i. R. Meyer im 77. Lel»nsjahr. Die Nachricht wird nicht nur in unserer Stadt und Umgebung, sondern auch in weiteren Kreijhn bei seinen zahlreichen ehemaligen Schülern, mefftens aus Oberhessen, und in Gewerbekreisen sicher Teilnahme erwecken. Der Verstorbene war Mitbegründer der hiesigen Gewerbeschule und übe-rahm bei deren Eröffnung am 1. November 1890 als Hauptlehrer die Leitung der Anstatt. Seine voixügliche Lehrbefähigung und große praktische Erfahrung auf allen Gebieten des gewerblichen Unterrichtpwcsens brachten die hiesige Gewerbeschule bald zu großer Blüte. Unstreitig hat der Verstorbene den Grund gelegt zu dem guten Ruf, dessen sich die Ar^ftalt heute noch weithin erfreut. Seinen Mitarbeitern und Schülern war er ein stets wohlwollender Frerund und guter Berater. Von allen war er hochgeehrt und geliebt. Auch auf die selbständigen Handwerk!' blieb Meyers Einfluß nicht wirkungslos. Anregend und belehrend wirkte er in den Gewerbeverehien und diente jedem gern mit seinem Rat. Die erfte Quellwasserleitung unserer Stadt wurde unter Meyers Leitung 1896 gebaut. Alle, die dem trefflichen Manne im Leben nähergetreten sind, werden ihm sicher ein ehrendes Andenken bewahren.
bs. O b e r - W i b d e r s h e r m, 25. März. Heute verläßt uns LeHrer Artz, der feil 24 Jahren als Lehrer hier tätig mar und eine überaus segensreiche Tätigkeit entfaltete. Er zieht zu seinem Sohne, der als Lehrer in BinDsachsen tätig ist. Der ScheiDeLDe war bei Vorgesetzten und Gemeindegliedern als tüchtiger Lehrer geschäht. Er hatte eine varbildliche Ausfaßung von seinem Beruf. 3ebermann fand in Herrn Artz einen treuen Berater, und l^esonDers in Der Kriegs- und Inflationszeit leistete er im Im ereile des Gemeinwohls ganz Brsonderes. Der Abbau im Jahre 1924 riß ihn aus seiner Schul- arbeck heraus. Es entsprach ganz seinem sozialen Denken, als er zum Wohle feinet Mitbürger Die Bezugs- und Absaygenossenschäft organisierte und zwei Jahre lang das schwierige Amt eines Rechners unentgeltlich versah. Sem Lieblingsgebiet war die Heimatforschung, und hier hat er sich unvergängllche Verdienste erworben. Seine Arbecken find zum Teil in Heimatzettschriften erschienen. Während seines ganzen Hierseins water als Orrganift tätig. Erne geplante Abschiedseier scheiterte an dem schlichten Wesen des Scheibenden. Die ganze Gemeinde wünscht ihm einen gesegneten Lebensabend.
sch. B l e t ch e n b a d), 24. März. In unserer Gemeinde besteht noch eine ansehnliche Schafzucht. Der Gemeinderat beschloß im vorigen Jahre, für den angestellten Schäfer eine geräumige Wohnung nebst einer großen Schafhalle zu bauen. Beides ist jetzt vollendet. Die im vorigen Jahre überall stark auf getretene Leberegelseuche hat die hiesige Herde nicht sehr mitgenommen. Hoffentlich bereitet ihr der Mangel an Weideplätzen, der jetzt nach abgeschlossener Feldberei- nigung zweifellos eintreten wird, kein vorzeitiges Ende. u
Kreis Schotten.
- ld. Schotten, 24. März. An der Landstraße Nidda—Schotten sind besonders die Ortsdurchfahrten Oberfchmi tten, Eichelsdorf und R a i n r 0 d in sehr schlechtem Z u ft a n d e. Bei nassem Wecker ist die Staatsstraße in der Nähe der Bahnhöse der genannten Orte kaum passierbar.
Landkreis Gießen.
f. Klein-Linden. 24. Mär». Der in den Knegsjahren aufgeschüttete, teilweise vis zu 25 hohe Eisenbahndamm der Umgeh ungsbahn Gießen —Wetzlar ist an einigen Stellen immer noch im langsamen Senken begriffen. Die Cisenbahnverwaltung läßt zur Zeit größere Arbecken ausführen, um diese Senkungen zum Stillstand zu bringen. Umfangreiche Erd- arbetten sind schon Durchgeführt. Zur Zeit wetDen große Rigolen und Rieselkanäle eingebaut, um Dem tont oberen Bahnkörper aus eindringenden Wasser einen schnelleren Abfluß zu verschaffen. Die älntethaltung Dieses Dammes hat der Bahnverwaltung schon große Ausgaben veru.sncht. Die Gemeinde und ein Teil der anliegenden Grund- stücksbesitzer benutzen Die Gelegenheit, um mit der vorhandenen Erde tiefliegende Aecker aufzustillen und zu planieren. — Unter Dem Eindruck Der GelDknappheit steht auch Die Abtech- nung unseres Gemeinderechnets für das Rech- nungsjaht 192 4. Ein großer Teil Der Einwohner ist noch mit Steuern im Rückstand. Dabei sind erst vor kurzem Die Steuerzettel für 1925 zugestellt worden. Beredte Zeichm Der Zeit, die mit ihrem starken wirtschastlichen Riedergang schwer auf Den breitesten Volksschichten lastet.
V Wayenborn-Steinbetg. 24. März. Jni Sommerschen Saale zu Wahcnöorn hielt gestern abend unser neugegründetet Frauen- herein seine abschließende Versammlung für diesen Winter ' ab. Pfarrer S t a u b a ch führte in 70 klaren Lichtbildern die Teilnehmerinnen ins heilige Land. Bei Kaffee und Kuchen und gemeinsamen GZängen vetfloifen nur allzu rasch Die anregenden Stunden. Der Verein zählt bereits 84 Mitglieder.
' A l k e n - B u s e ck, 24. März. Unter zahlreicher Beteiligung hielt am Montagabend der hiesige Frauen Mission sverein seinen Schluß- abend für das verflosiene Winterhalbjahr im Saale der Kleinkinderschule ab. Die Bersamm lungert hatten von Mtte November an regelmäßig jeden Montag abend stattgefunden. Drei Missionare hielten im vergangenen Winter hier Missionsoorträge, 2 davon mit Lichtbildern. Der Schlußabend Stahrn einen sehr schönen harmonischen Verlauf. Nach einem Eröffnungsgedicht, oorgetragen von Frl. Schwabe, folgten lreffliche gesangliche und deklamatorische Vorträge junger Mädchen, Töchter von Mitgliedern des Vereins. Psarver Hartmann gab einen kurzen Rückblick auf das vergangene Winterhalbjahr. Frl. B e n n e r sprach in formvollendeter Weise von der Aufgabe eines Frauenmifsionsvereins in der Gemeinde und von den Pflichten der Mitglieder.
t Treis 0. d. Lda., 24. März. Im Auftrag der Liga zum Schutze der deutschen Kultur sprach in Langs Saal Diplomingenieur E r t e l, Gießen, über die trostlosen wirtschaftlichen und politischen Zustande in Sowjetrußland, die er aus eigener langjähriger Anschauung in Krieg und Frieden tennengelernt hatte. Anders lautende, schönfärberische Reifebeschreibungen von Künslleru, Wissen- fchafllern, Politikern usw. erklärte er für Mache der Sowjetregierung nach Art der Potemkinschen Dörfer. Nach dem emstündigen, sehr eingehenden Vortrag zeigte er noch etwa 90 felbftaufgenommene Lichtbilder^ aus Rußland von Kirchen, Palästen, Klöstern, Städten, Einwohnern usw. Der hiesigen Ortsgruppe schlossen sich einige neue Mitglieder an. ' t Grünberg, 24. März. -Zu der gestrigen Holzversteigerung im Walde waren zahlreiche Käufer erschienen. Die Preise hielten sich auf ansehnlicher Höhe, Buchenscheit wurde nicht verkauft. Man bezahlte je Raummeter: Fichtenscheit 8 Mk., ' . Ktesernscheit 7,50 Mk., Eichenscheit 8 Mk., Fichten- ' knüppel 6 Mk., Kiefernknüppel 5 Mk., Eichenknüppel 6—7 Mk.. Erlenknüppel 2,50—3 Mk., Fichten- . stücke 1,20 Mk., Eichenstöcke 4,50 Mk. — Die auf ' schriftlichem Wege veranstaltete Holzversteigerung ! der Stabt brachte der Firma Haas & C 0., von hier den Zuschlag. Es kosteten: Bauholz 2. Kl. 25,57 j Mark, 3. Kl. 24,57 Mk., 4. Kl. 23,57 Mk., .Zs-Kl. ' 22,23 Mk., 5b-Kl. 18,73 Mk. Das Holz ist geschält. 1 — 2n der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde dem Bürgermeister der Auftrag erteilt, die 1 Auslassung des Sehrtschen Neubaues mit Gärten und 3 Grundstücken voi^zunehmen. In . diesem Gebäude soll bekanntlich die landwirtschaftliche Winterschule untergebracht werden. Die Legung der Wasserle^ung in der ■ Frankfurter Straße will man in erberer Submis- i sion vergeben, gleichzeitig soll barauf hingewirkt 1 werden, daß der Unternehmer nur Grünberger Ar- beiislose beschäftigt. Dem Verke-rsverein I
Die tolle Herzogin
Roman von Ernst Klein. Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin.
„Ich habe kein Recht, irgendwelches Urteil auszusprechen, Frau Herzogin", sagte er. .Ich bin froh, dvß ich zur rechten Minute kam, um Ihnen dienlich lein zu können--"
..Aber — wie--kamen Sie?"
Er zauderte einen Moment lang. Sollte er ihr verraten, daß er sie für Grace gehalten? Sie deshalb verfolgt hatte?
„Als ich Ihren Brief in Paris erhielt, eilte ich vorher. Jch^ kam gerade auf deni Waterloo-Platze an, als ich Sie aus der Straße biegen sah. Ich folgte Ihnen--"
„Sie hielten mich für Grace--? Glaubten,
daß sie zu einem Rendezvous ginge?"
„Ja, Frau Herzogin."
Unendliche Bitterkeit überfam sie. Mörderin war sie geworden um Der Schwester willen. Nun mußte sie auch noch deren Schmach auf sich nehmen. Mußte sie das wirklich? Das schwerste Opfer bringen, das eine Frau bringen kann — ihre Ehre hinwerfcn, nm die einer anderen zu decken? All ihr Stolz, ihre .Vrauenwurde schrien dagegen! Sie kämpfte mit sich, schwer — verzweifelt.
edjon trat sie näher an ihn heran, Der noch immer steif und abweisend an der Türe stand. Da iah sie seinen Blick---Las in ihm ihr Urteil:
die eine wie die andere — —
Mit hilfloser Resignation ließ sie Die Arme sinken.
„Harald." flüsterte sie, „ich sehe an Ihrem Gesicht, u?a» Sie von dem ganzen furchtbaren Ereignisie •1 -1L . ch kann heute nichts dawider sagen. Aber ich Ichwöre Ihnen, was ich tat, mußte ich tun, um bu Ehre meines Hauses zu reiten. Der Mann, den m) — niedergeschossen habe, war ein Schurke. Noch «-ü.o»^chowlb — glauben Sie, daß man zu einem wtelldtchein zu Fuß, mit einem Gummimantel ge- icymuckt, geht?
Lord Harald 'Neville war englisch bis in bas Mark ferner langen Knochen. Er glaubte nur seinen äugen. Die betrogen ihn nicht. Gloria hacke er stets als eine ernste, wahrhafte Frau geschätzt. Hätte mehr als einmal gewünscht, Grace wäre so wf-vsie__
Dorf) jetzt.' Mitleib — bas war bas einzige wozu er sich erwärmen konnte. Sonst ' - Die L war wie Die anbere-- 1
oie ftanb und wartete auf eine Antwort aus >emem Munbe. Er fanb keine. Wußte keine.
Schwurgericht Gießen.
* Gießen, 23. März. Unter bem Vorsitz von Lanbgerichtsbirektor Cramer uerhanbelte heute bas Schwurgericht gegen den Schlosser August Franzmann, den Hänbler Wilhelm S ch u st e r unb Den. Bankbeamten Erich Richter wegen Meinefbs bzw. Anstiftung und Verleitung zum Meineid. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Schneider, die Verteidigung führten die Rechts- anwaUe Hornberger, Dr. L. Katz unb Fischer. 2lußer zwei ärztlichen Sachoerstanbigen unb einem Schreibsachverständigen waren zu dem Termin 30 Zeugen geladen, unter denen sich eine Reihe von Strafgefangenen befand, bic von Schutzpolizeibeamten oorgesührt würben.
Der Anklage lag folgenber Tatbestcmb zugrunbe: Die brei Angeklagten hatten im vergangenen Jahr 'm ber Zellenstrafanstalt Butzbach eine längere Freiheitsstrafe zu verbüßen und waren dort in einem gemeinschaftlichen Arbeitssaal mit Tütenkleben beschäftigt. Anfang vorigen Jahres legte nun der Angeklagte Franzmann dem an diesem Tag die Aufsicht führenden Oberwachtmeister einen Zettel ! vor, auf dem eine von ihm im Januar v.J. abgelieferte Arbeitsmenge bescheinigt war. Die Bille des Angeklagten Franzmann, ihm die auf dem betreffenden Zellei vermerkte Arbeitsleistung im Ar- beitsleistungsbuch und im Arbeitsabnahmebuch gutzuschreiben, lehnte der Oberwachtmeister ab, da es ihm sofort auffiel, daß auf dem fraglichen Zellei bas Datum fehlle. Nachdem auch der Oberwachtmeister, dessen Unterschrift der fragliche Zettel trug, entschieden bestritt, die Bescheinigung ausgestellt zu haben, wurde, nachdem noch weitere Verdachtsmomente hinzugetommen waren, gegen Franzmann Anklage
——— ■ iiiiiru-..-nTi~iTuirn i<
»Ich bedauere gewiß unendlich." brachte er endlich heraus,^ „baß Frau Herzogin zu solchem Mittel greisen mußten, unb ich hoffe, man wirb Ihre Spuren nicht finben."
Jetzt kam sie doch auf ihn zu.
..Wer war das, der Sie plötzlich überfiel?" fragte sie, indem sie ihn am Arm faße.
..Ich glaube, ein Schutzmann. Wenigstens meine ich bas nach seinen Fäusteck beurteilen zu können. Es gelang mir aber, mich frei zu machen unb zu entkommen. Ich nuiß ihn wohl einpftnblich getroffen haben — wir rauften in der Dunkelheit wie betrunkene Matrosen niiieinanber — — — er ging plötzlich nieder, und ich konnte ans dem Fenster springen."
,J)at er Sie erkannt?"
„Wie sollte er das wohl?"
Sie hob mit befreiendem Seufzer Den Kopf.
„O — das ist gut! Ich fürchtete schon, Sie wären um meinetwillen in Schwierigkeiten geraten. Ich danke Ihnen, Harald — morgen werde ich mich der Polizei stellen."
Jetzt zeigte er doch so etwas wie Erregung.
„Das werben Sie nicht tun", rief er schneiden!) unb befehlend, wie wenn er seinem Kammerdiener etwas zu verbieten fjätte. ,Jch kenne nicht die Art der Beziehungen, in Denen Sie zu dem Manne standen — ich kenne nicht einmal seinen Namen — ich will auch weder das eine noch das andere kennen —" fetzte er hinzu, als er sah, daß sie sich anschickte, ihm zu antworten, unb die Art, wie er dabei die Hand hob, machte sie erst recht verstummen. „Aber ich nehme an, daß er die Kugel verdiente, bic ihn hin- gestreckt hat —"
..Bei Goll, bas hat er--," murmelte sie.
»Nun, sehen Sie, Gloria —unwillkürlich würbe er wärmer bei bem Gebanken, ben er auszusprechen im Begriff war — „wie könnten Sie es verantworten, ben Namen, ben Sie tragen, den Namen Ihres Vaters in eine solche Affäre au verwickeln'"
„2lber ich habe doch getötet! Harald, ich habe einen Menschen erschossen — ich kann doch nicht morgen nach Burnyam Tower zurückkehren unb so tun, als ob ich weiß Gott was für einen vergnügten Abend verbracht hätte. So etwas wird man doch nie wieder los — nie wieder!''
(Fortsetzung folgt.)


