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urib allgenreinen Teil über, her die Kameraden noch lange bei ben Klängen alter und neuer Weisen zusammenhielt mit her festen Absicht, diese Art der Veranstaltung unbedingt im Som­mer zu wiederholen. Die Lung ens euche hat in Lich weitere Opfer gefordert. Der Be- ständ des Landwirts Fritz Zimmer, acht Glück, nur selbst gezüchtetes 6 mmenthaler Dich, muhte, nachdem ein Tier notgschlachtet und b i diesem die Seuche amtlich einwandfrei f.'flgc leit war. ebenfalls abgeschlachtet werden. Selbst wenn, wie b.i bie.er S mche. die staatliche teil» die im Gange befindlichen Lahnregulie- Desitzers und Zück)tcr< immer ,in ein grnz bc- trächtlicher und in diesen für die Landwirtschaft an und für sich schlechten Zeiten doppelt schwer Dom Kr.iSixt.rinär mt Ge er sind die höchsten DeLinsektions- und Sperrmast'ia men erlassen, um einem weiteren .Umsichgreifen dieser gefähr­lichen Seuche vrrzubcugen.

: Trais-Horloff, 23. 3on. Am 5rei= tagabend wurde im Saale der Wirtschaft Hahn der Del Helf ilm gezeigt. Der Saal war bis aus den letzten Platz dich! beseht, ein Beweis da­für. wie populär bereits die Veranstaltung ge­worden ist. Die AnstaltBethel" hätte t'ium ein besseres Mittel finden können, um Verständnis für ihr Wirken in weiteste VolkSlreise zu tragen, als diese Filmreihen. Daß für eine Sache, die man genau kennengelernt hat. Und deren Sinn man ersaht hat, auch die Gaben in Zutunsli reichlicher fliehen, liegt auf der Hand. Schliehlich darf auch die bildende Seite der Veranstaltung erwähnt werden, denn sie bedeutet für viele Land- bewvhner die einzige Gelegenheit, einmal lebende Vilder zu sehen. Auch uon den Filialdörfern Utphe und 3 n h c i b e n waren zahlreiche Be­sucher erschienen. Am Nachmittage war der Film bereits den Schulklassen der drei Dörfer vor­geführt worden.

111 b b e, 24. 3an. Der hiesige Krieger» verein hielt dieser Tage in der Wirtschaft Rühl seine diesjährige Hauptversamm­lung ab. Nachdem der Bereinsrechner, Bei­geordneter Raab, den Rechnungsbericht erstattet hatte, wurde die Neuwahl des Vorstaiides vvr- genommen. Sämtliche Herren wurden auf drei Jahre wiedergewählt. Nach anfänglichen^ Sträu­ben war auch Gemeinderechner Karl Schäfer mit feiner Wiederwahl zum 1. Vorsitzenden einverstanden. Der Pflichtbezug des Ver­einsorgansDer hessische Kamerad", der auf der Tagung in Erbach beschlossen worden war, wurde für den hiesigen Verein nach längerer Aus­sprache abgelehnt.

:: Bellersheim, 23. 3an. Der Mörder Adolf S t e u I wurde in aller Stille auf dem hiesigen Friedhof beerdigt. Es war dies sein letzter Wunsch gewesen, den er seinem Bruder gegenüber vor der Hinrichtung geäußert haben soll.

Kreis Zricdbcr§.

sf. Friedberg, 23. Jan. Der gestrige Vortrag im Volksbildungsverein brachte uns den zweiten Teil einerReise nach Spanien", die der Vortragende, Seminarlehrer Gatzert, im vergan­genen Sommer unternommen hat. Mit Unterstüt­zung einer großen Anzahl prachtvoller Lichtbilder, meistens noch Aufnahmen seines Reisegefährten, Studienrat Roth, lernten wir die Städte Toledo, Madrid, Salamanca, Segovia, Valladolid, Burgos, Tarragona bis zur Einschiffung in Barce­lona kennen, vor unseren Augen entstanden die prachtvollen Kathedralen, Schlösser, und vielfach noch an die maurische Zeit erinnernden Bauwerke, ebenso die Lustschlösser Arranjuez und der Escorial. Eine Besteigung des Montserrat gab uns einen Uebecblick über die spanische Landschaft. Von beson- dciern Interesse waren die Schilderungen des spa­nischen Volkscharakters und der weitgehenden Gast steundschast; besonders angenehm berührte es, daß man in Spanien dem deutschen Wesen volles Ver­ständnis entgegenbringt; so fehlen z. B. auf keinem Konzertprogramm die Namen deutscher Tonkünst­ler. Das überaus zahlreich erschienene Publikum Kben Ausführungen des Vortragenden mit stem Interesse und dankte durch reichen Beifall. -4 Bad-Nauheim, 23. 3an. Die Ho- tina (Hotelindustrie), der stärkste h esige Wirt-- schaftsverband. hielt ihre Hauptversammlung ab. Der geschäftliche Teil hatte sich in der Hauptsache mit der Vorstandswahl, vor allem mit der Wahl eines Vorsitzenden, zu befassen, da dieses Amt, seitdem Hotelier V. S ch a l l e r freiwillig zurück- getreten ist. verwaist gewesen ist. Ei-stimmig fiel die Neuwahl auf Hotelbesitzer Eilen berg. Der Geschäftsbericht wurde von Hotelier Ernst, dem Geschäftsführer der Vereinigung, erstattet. Steuerfragen und Fragen der Preisgestaltung im Hotelgewerbe wurden darin besonders be­ihandelt. 3n einem besonderen Referat ging dann der volksparteiliche Stadtverordnete Krauß nochmals ausführlicher auf die Steuer - und Derkehrsfragen ein. Die Steuer vom be­bauten Grundbesitz bezeichnete er als untragbar, weil daS Hotelgewerbe am Platze im Winter ohne Einnahmen sei. Das hessische Finanzministe­rium habe denn auch eine Stundung bis zum Sommer zugestanden. Entgegenkommen habe das Ministerium auch inbezug auf die Visenkon­trolle bei Ausländern gezeigt; da diese eine Behinderung für die Hotelinduftrie sei, seien Er­leichterungen in Aussicht genommen. Bezüglich des Autoverkehrs sei zu erwarten, daß die im Interesse der Kur gehegten Wünsch? erfüllt würden. Die besonders hart vom Durchgangs­verkehr betroffene Frankfurter Straße soll durch eine Umleitungsstraße entlastet worden, ein neues Ortsstatut über den Autoverkehr liege bereits dem Ministerium vor. Dringend gefordert werden müsse der Anschluß Bad-Nauheims an ein Fern­gaswerk, da das jetzige Gaswerk den An­forderungen nicht mehr gewachsen sei und außer­dem die Gefahr bestünde, daß der Gasbehälter stündlich in die Lust steigen könne. Es kann dazu noch gesagt werden, daß die Friedberger Stadt­verwaltung dec Errichtung eines gemeinsamen Dezirksgaswerkes g ößte Sympathien ent­gegenbringt. Ob aber das Projekt, von dem schon lange gesprochen wird, bei der jetzigen Finanzlage zur Ausführung kommen kann, ist eine andere Frage.

z£ Schwalheim. 23. 3ar. Einen Volts- unterhaltungsabend gab hier der Da d- Nauheimer Arbe'. tergesangverein D o l k s ch o r" vor voll besetztem Saal. Die ge­sanglichen Leistungen des unter Leitung von Dipiom-Handelslehrer Barthel stehenden Ge­mischten Chors unb die inhaltreichen Theater­aufführungen fanden lebhaften Anllang und dank­baren Beifall.

** Gambach, 23. 3an. Auch in unserer Kirche fand jetzt die Vorführung des zweiten Teiles des Bethelfilmes statt. Die Cröfs- nungsansprache hielt der Orlsgeistliche, Pfarrer

Graf. Die Wiedergabe der Bilder war sehr gut. Die Pausen wurden durch gemeinsame G<> sänge ausgefüllt. Der Posaunenchor unter der Le.tung seines Dirigenten Otto Klein begleitete den Gemeindegefang, brachte daneben auch noch andere Stücke zum Vortrag und trug dadurch erheblich zur Verschönerung der Feierstunde bei. Der Besuch war außerordentlich stark; nicht allein aus Gambach, sondern auch von den Nachbar- dorsern waren die Leute erschienen, um sich den Film anzufehen, so daß die Kirche die Grfchie- nenen taum zu fassen vermochte. Die Besucherzahl ist mit 850 eher zu niedrig alS zu hoch angegeben.

KrciÄ Büdiltqcn.

Büdingen 23. 3an. (WSN.) Das demo­kratische Ärcutag6mitg.i.b Dr. An drae. Orten­berg, hat den Antrag gestellt, die bisherigen Sätze der Tagegelder für die Kreis- tagsmit glie der aus die Hälfte zu redu­zieren.

)( Nidda, 23. Jan. Gestern nachmittag hielt der Verband der evangelischen St i r = chengesangocrcine im südöstlichen Oderhessen im HotelTraube" dahier eine Sitzung ab. Die zahlreiche Beschickung durch die Vereine legte beredtes 3eugniB von dem Interesse ab, das der Kirchengesangvcreinssache allenthalben enigegcngebrad)t wirb. Die Versammlung beschäftigte sich in der Hauptsache mit der Mhaltung der dies­jährigen Verbandsfeier. Diese soll am 9. M a i in Büdingen stattfinden. Da die evan gclifchen Kirche in diesem Jahre des 250. Todes­tages Paul Gerhardts gedenkt, soll die Feier zu einer Paul ° Gerhardt - Gedenkfeier ausgestaltet iverden. In dem Festgottesdienst kom­men die Lieder Paul GerhardtsDie güldene Sonne",Geduld ist euch vonnöten" undGib dich zufrieden und sei stille" als Masfenchöre in der Vertonung von Pfarrer Lic. Dr. Stumpf- Eschenrod zum Vortrag. Die Nachfeier wird das ThemaGlaube und Natur", das der Hauptredner behandeln wird, in Wort und Lied zur Durchfüh­rung bringen. Folgende Massenchöre sind hier vor­gesehen:Sotnmt laßt uns Christum ehren",Herz­lich tut mich erfreuen die liebe Sommerzeit" und Der Maic, der Maie, bringt uns der Blümlein Diel". Die Cinzelchöre der Vereine werden Lieder von den Jahreszeiten vortragen. Da das vierstim­mige Chorgesangbuch von Johannes Zahn nicht mehr den kirä-engesanglichen Forderungen unserer Zeit entspricht uno außerdem nicht mehr zu haben ist. will der Verband in Verbindung mit den Hes­sischen Kirchengesangveremen sämtliche Lieder des Buches nach und nach in schönerer Vertonung her­auszubringen verfügen. Auch hier hat Pfarrer Stumpf seine Mitarbeit zugesagt. Dem Verband der Evangel. Kirchengesangvereine im südöstlichen Oberhessen stnd folgende Vereine angeschlosten: Bü­dingen, Nidda, Wallernhausen, Ober-Mockstadt, Glauberg, Ortenberg, Wenings, Gedern, Ober- -Seemen und Herchenhain.

Nidda, 23. 3an. 3n dieser Woche wurden im Gasthaus zum Darmstädter Hof hier auf Anregung der Liga zum Schutz der deutschen Kultur zwei Vvrlräge gehalten. 3n sehr geschickter, tiefgründiger W.is? sprach Dr. Stier aus ©ief'cu überSozialismus". Ohne jede parteipolitisch? Kritik schild rte der Vortragende die Entstehung der sozialistischen Lchve und ihre Begründung durch Lasalle, Marx u. a. ihre Auswirkungen und Ergebnisse. Be­sondere Ausführungen widmete er der Sozial­demokratie und ihrer Stellungnahme vor, zu Anfang, während und seit Beendigung deS Welt­krieges. Der zweite Vortrag behandelte mit LichtbildernSiam, das Land des weißen Ele­fanten". Herr Grothe aus Gießen fesselte die recht zahlreichen Zuhörer mit seinen ausführ­lichen Berichten über Land und Bewohner, klimatische und wirtschof liche Verhältnisse dieses Landes, das er während feines zwanzigjähri­gen dortigen Aufenthalts als Hofphotogroph des ÄonigS von Siam so gründlich auS eigenen Wahrnehmungen kennen gelernt hat, wie wenige Europäer. Gestern wurde hier der älteste Einwohner unserer Stadt, der ehemalige Schuhmacher und Landwirt HeinrichWag- ner II zur letzten Ruhe bestattet. Er hat ein Alter von 90 3ähren erreicht. 9 t Ver­storbene war ein sehr fleißiger Mann, der sich großer Achtung und Beliebtheit erfreute, und ein Mitbegründer der Niddaer freiwilligen Feuerwehr. Die älteste Einwohnerin unserer Stadt ist eine noch sehr rüstige Witwe von 94 Jahren.

th. Leidhecken, 23. 3an. 3n der letzten Sitzung, des hiesigen Gemeinderats wurde beschlossen, den Inhabern von All men de - grund stücken. die ihre Aecker bereits bestellt hatten und deren Wintersaat durch das Hoch­wasser vernichtet wurde, das Saatgut zu vergüten. Dieser Tage war es ein Jahr her. daß der hiesige Raiffeisen-Verein gegründet wurde. Aus diesem Anlasse fand eine Heine Feier statt, bei der Direktor Doller vvm Friedberger Raiffeisen-Derband einen Vortrag hielt.

£reis Alsfeld.

*1* Flensungen, 22. 3an. Der evan­gelisch-kirchliche Frauenverein Fien- sungen-Merlau hielt gestern seine 9. Jahres­versammlung ab. Der Verein, der dem Ver­band evangettsch-kirch.icher Frauenvereine Hessens angeschlossen ist. hat 50 Mitglieder und versam­melt sich im Sommer alle Monate an einem Sonntag, im Winter 14tägig an einem Wochen­tage in Mücke. Vorsitzende ist Frau Schu­man n, Mücke Die Dercinsabende sind au-- gefüllt mit einer biblischen Besprechung. Er­örterung wichtiger kirchlicher Fragen und mit dem Lesen gediegenen UnIe.haltungSstofses. Der Verein beteiligte sich im abgelausenen 3ahr an den Verbandsversammlungen in Gießen, an dem Wartburgausslug und am Gießener Gustav- Adolf-Fest. Zur Festgabe an den Hauptverein der Gustav-Adolf-Sti tung sammelte er in seiner Mitte 37 Mk. 12 Mitglieder brachten 120 Ml. für das armenische HtlfSwerk der Dr. Lepfius- O.imt-M.f lvN zur Errettung eines armenischen Waisenkindes aus mohammedanischer Sklaverei auf. Für die in Gießen zu gründendeZuflucht" will der Verein Hemden herstellen. Der geringe Vierteljahrsbeitrag von 20 Pf. soll eS allen Frauen ermöglichen, dem Verein anzugehören und durch ihre Teilnahme und Mitrirkung zu einem tebeni i en li ch ichen Gemeinde e en beizutragen.

d" Bleidenrod, 23. Jan. Die diesjährige Jahresversammlung des hiesigen Gesangver­eins Liederlranz nahm einen sehr zu- fricLenftellenden Verlauf. Bäckermeister Buch wurde als 1. Vorsitzender einstimmig wiederge­wählt; er hat sich große Verdienste um den Ver­ein erworben, dem er seit feiner Gründung vor-

ftcht. Ebenso wurden die übrigen Vorstandsmit­glieder einstimmig wiedergewählt. Rach der Er­ledigung deS geschäftlichen Teile- blieb man noch einige Zeit im bester SangeSfreundschaft beisam­men. Bei dieser Gelegenheit zollte man beson­deren Dank Herrn Lehrer Hautzenröder aus Burg-Gemünden, der den Verein unentgeltlich leitet.

X3? Nieder-Gemünden, 23. Jan. Pfarrer Wörihhofser veranstaltete im Saale deS Gastwirts Schäfer dahier eine Abendunterhaltung in Gestalt eincS Lichtbildervortrags. Lehrer Schmoll sprach über die große fran­zösische Revolution Dom Jahve 1789 mit ihren fürchterlichen Greueln. Hervorragende Bilder auS dieser Zeit illustrierten den Vortrag. Anschließend wurden noch Bilder aus der Zeit Napoleons I. gezeigt.

Starkenburg.

WSN. Darmstadt, 23. Jan. Eine gut be­suchte Versammlung, zu der Wirtschaftskreise der Stadt Darmstadt, und zwar der Kaufmännische Ver­ein, der Onsgewerbevercin, die Vereinigung des Einzelhandels unb der Verkehrsverein eingeladen hatten, fand gestern abend in der Turnhalle am Woogsplatz statt. Nach der Begrüßungsansprache des Versaminiungsleitcrs, Dr. Wolf (Karlsruhe), sprach Studienrat Wörter mann (Geisenheim) über das ThemaG e m e i n d e b e st i m m u n g v - recht oder S el b st b e st i m m u n g s r e ch t". Seine Ausführungen, die sich gegen die Einführung des Gemeindebeftimmungsrechts wenden, bas eine Trockenlegung Deutschlanbs unbedingt zur Folge haben müsse, wurden von tebhaftem Bei­fall ausgenommen. In der Aussprache traten meh­rere Anhänger der Antialkoholbewegung für die Einführung ' des Gemeindebestimmungsrechts ein. Die Versammlung, die mit Ausnahme einiger lär­mender Zwischenrufe im allgemeinen ruhig verlief, nahm schließlich folgende Entschließung an:Nach Anhören eines Vortrags über bas Gcmeindebestim rnungsrecht sind viele hundert Männer und Frauen der Stadt Darmstadt, die sich heute in der großen Turhalle versammelt haben, der Ueberzeugung, baß bie Einführung bes Gemeinbebestimmungsrechts für Deutschland kein Erfordernis und nicht einmal ein Segen fein mürbe. Die Geschichte der Antialko­holbewegung, befonbers in Amerika, läßt keinen Zweifel darüber zu, daß es den deutschen Anhän­gern des Gemeindebestimmungsrechts letzten Endes um die vollständige Trockenlegung Deutschlands zu tun ist. Wir verwahren uns mit Entschiedenheit gegen eine solche Bevormundung, die nach zuver­lässigen Feststellungen in den trockenen Ländern alles andere als eine Hebung der Moral, Gesund­heit unb allgemeinen Volkswohlfahrt zur Folge ge­habt hat. Wir richten an den Reichskanzler, als den Chef der Reichsregierung, die dringende Aufforde­rung, den Artikel der Schankstättennovelle, der das Gemeinbebestimmungsrecht oorsieht, preisjugeben."

Erbach, 23. Jan. (WSN.) Die Ver­schlechterung der ArbeitsMarktlage hält hier weiter an. Die Zahl der Erwerbslosen beträgt gegenwärtig rund 2800. Außerdem sind noch 800 Kurzarbeiter vorhanden.

Groß-Gerau, 23. Jan. <WSN.) Im Kreis Groß-Gerau beträgt die Zahl der Erwerbslosen gegenwärtig 7327; gegen die letzte Woche ist eine Zunahme um 469 erfolgt. An der Spitze marschiert Rüsselsheim mit 1560 Arbeitslosen, dann folgen Kelsterbach und Groß- G-e r a u.

Preußen.

Unverändete Tkebrnarmiete in Preufton.

Nach einer amtlichen Mitteilung bleibt es für den Monat Februar in Preußen hinsichtlich der Berechnung der gesetzlichen Miete bei dem Ja­nuarsatz in Höhe von 84 bzw. 80 Prozent.

Kreis Wetzlar.

T Wetzlar, 24. Ian. Im Jahre 1923 ging man daran, das hiesige Archiv des ehemaligen R e i ch s k a m m e r g e r i ch t s aufzuteilen. Obwohl an maßgebender Stelle Einspruch dagegen erhoben wurde, wird die Aufteilung jetzt doch zur Wirklich­keit. Cs handelt sich um Akten, die seither als un­trennbar galten, wie die Generalin, Protokolle unb Personalien, sowie Prozesse zwischen Souveränen; außerdem diejenigen, welche vor Gerichten mehrerer Territorien verhandelt waren, und diejenigen der Länder, die nicht mehr zu Deutschland gehörten, sowie sämtliche preußischen Akten. In der Mitte des vorigen Jahrhunderts wurden die Akten derjenigen Prozesse, die in erster Instanz vor einem Terri­torialgericht verhandelt waren, an die betreffenden Bundesstaaten verteilt. Während die preußischen Akten letzt in die Staatsarchive der preußischen Provinzen verteilt werden, kommen die untrenn­baren Akten, dem Wunsche des Historikertages vom Oktober 1923 gemäß, nach Frankfurt a. M., als dem politischen unb kulturellen Mittelpunkt bes alten Reiches, nachbem man nach langwierigen Vorhand- Inngen ben Entschluß hat fallen lassen, diese dem Reichsarchlo zu Potsdam einzuverleiben. Ohne Frage besitzt unsere ^tabt bann eine wissenschaft­liche Anziehungskraft weniger.

p. Aus dem Hüttenberg, 23. Jan. Die in den Gemeinden bes Hüttenberges in letzter Zeit in vollem Gange befindlichen H o l z - fällungdarbeiten haben durch den erneut eingetretenen starken Schneefall eine plötzliche Unterbrechung erfahren. Besonder- unan­genehm empfunden wurde diese Unterbrechung von den zahlreichen Erwerbslosen, die bei Holz- sällungen beschäftigt werden, jetzt erneut arbeits­los werden und der Erwerbslvsenfürsorge anhctin- sallen. Soviel Füchse tote in diesem Winter sollen, toie man aus Jägerkreisen hört, in langen Jahren nicht dagetoesen sein. Uebevall spurt sich im Schnee Meister Reinecke, dem jetzt die Befrie­digung seiner Magengelüste große Sorgen be­reitet, zumal er vor dem Schnee reichlich? Nah­rung an Mäusen hatte. Ende dieses und Anfang nächsten Monats setzt die Ranzzeit ein, während der der Fuchs säst den ganzen Tag auf den Läufen ist. Die Jagd aus Füchse ist in diesem Jahre weniger lohnend, da die Felle sehr gering im Preise stehen. Marder- und Jltisfälle werden besser bezahlt.

2J Groß-Rechtenbach, 23. Jan. Der ober­halb des hiesigen Dorfes auf dem W ge nach Wetzlar belegeneSch irn berg" ist allen Straßenpass-inten bekannt und toegc.i seiner Steile und der sehr starken Kurve an feinem Fuße besonder« von Krasstsahrzeugführern ge- fürchtet. Bei der augenblicklich hier im Gange befind; ch n toi r t d> a t ichen Zusammen­legung der Grundstücke soll der gesähr- liche Teil der Slrafe dergestalt verlegt werden, daß ihre Steigung wesentlich gemin­

dert und bie Kurve ht ihrer Schürfe stark abgefchtoächt wird. Die hierfür in Aus­sicht genommene neue Linie ist dieser Tage durch einen Beamten bet KdeiSst raßenbauvetwaltung abgesteckt worden.

g. Kl.-Rechtenbach, 23. Jan. Mit bet Vertretung des erkrankten und beurlaubten Lehrers Feldner ist bet Schulamts bewerbet Ludwig von Vollnkirchen feiten- der Regie­rung beauftragt worben.

O Dornholzhausen, 23. Jan. Die hiesige Deineinbe Hal bekanntlich Im Frühjahr vorigen Jahre- mit der Gemeinde LanggönS einen Vertrag abgeschlossen, nach welchem sich beide Gemeinden verpflichtet haben, den Ver­bindungsweg zwischen hier und LanggönS chausseemähig auszubauen. Um den hier vorhandenen Arbeitslosen wieder Ge­legenheit zur Beschäftigung zu geben, hat die Gemeiirdevertretung b schloff en, den von brr bie» figen Gemeinde auSzubauenden Teil ber Straße im Lcmggönser Walde möglichst bald in Angriff zu nehmen. Die Arbeit soll unter In­anspruchnahme der produktiven ErwerbS- lofenfütfotge ausgeführt werden. CS han­delt sich um den Ausbau einer 500 Meter langen Teilstrecke. Der übrige Teil kann erst nach Beendigung der Zusammenlegung ausge­baut werden. Der hiesige Radfahrer- vereinW anber lust" hatte sich eine Auf­gabe gestellt, der gerecht geworden zu sein er sich rühmen kann. In der Turnhalle führte er an zwei Abenden das DoltsstuckAndrea- Hofer" auf. Zahlreich war der Besuch der zwei­ten Vorstellung; besonders auch viele auswär­tige Gaste hatten sich eingefunden. Die Vor­stellung am Abend vorher galt mehr beit Ver­einsmitgliedern und deren Familienangehörigen. Die Wiedergabe der Rollen war im allgemeinen gut. CS verdient anerkannt zu werden, daß der Verein die Veranstaltung eines solch ernsten Theaterstückes ohne Tanz bewerkstelligte.

KrciS Marbnrfl.

jl Marburg, 22. 3an. Unter dem Vorsitz des Landrats Schwebe! trat im LaudratS- amtSgcbäude der Kreistag zu einer erst­maligen Siatzung zusammen, die etwa neun Stun­den in Anspruch nahm So brachte die Feststel­lung des Landwegebauetats, ber mit 137 000 Mk. abschloß, stundenlange Beratungen, weil zur BLfchästigung der immer mehr an* schwellenden Zahl ber Arbeitslosen noch besonders 300 000 Mk. beantragt waren. Es wurde bei der Bel'ämpfunq dieses Antrages hingewiesen auf die im Gange befindlichen Lahnrelulie- r u n g s p r o j e i t e v o n F r on h a u s e n an, die ettoa 1 500 000 Mk. kosten dürft n, und auf die zu erhoffenden Zuwendmtgen aus dec St r a f t f a b r- zeug steuer usw., fo daß dieser Sonderantvag, schließlich fiel. Die Ausdehnung der Fortbil­dungsschulpflicht aus die ländliche3u° ß en b tourbe auf Antvag des Abg. M i n k auf ein Jahr zurückgestellt. Die vegierungs- seitig geforderte Ermäßigung der Jagd­fteuer fand scharfe Gegner, die auf die hohen Iagdpachtgelber hinwiesen. Die Vorlage wurde schlieWch genehmigt. Zu Kreisdeputier-- 1 en wurden Bürgermeister Wihn er- Kappel «Hess. ArbeitSgem.) und Schriftsetzer Weber- Marburg (Soz.) ernannt. Der Kreisausschuß setzt sich wie folgt zusammen: Gutsbesitzer Statter- Gissekberg, Hegemeister Kaufs mann-Bauer­bach, Obermeist-r Rose-Marburg (Hess. 2r- beitsg.), Landwirt N a u - Beltershausen (Dem.), Gemerkschaftsbeamter Otto- Marburg und Leh­rer Römer-Marbach (Soz.).

Dillkreis.

bl. Dicken, 23. Jan. Die Gemeinde be­schloß, in diesem Jahre mit dem Dau einer Wasserversorgungsanlage zu be­ginnen. Man beablichtfgt, das Projekt durch die produktive Crwerbslosenfürsorge zu ordern, so daß ein Teil der Arbeitslosen be­kräftigt werden kann.

Malngau.

Höchst a. M., 23. Jan. (WSN.) Am 16. Januar waren tm Bereich des hiesigen Ar­beitsnachweises (Stadt und Kreis Höchst und Kreis Königstein) insgesamt 5658 arbeit» suchende Personen gemeldet, von denen sich 4711 in Erwerbslosenfürsorge befanden.

Kirche und Schule.

rL Hungen. 23. 3an. 3mEolmser Hof" fand unter Leitung von Dekan E n g e l» Obborn­hofen die erste diesjährige Konferenz der evangelischen Geistlichen de- Deka­nate- Hungen statt. Außer der Erledigurrg einer Reihe von amtlichen Angelegenheiten be­schäftigte sich die Versammlung auf Grund eine- Vortrages von Pfarrer Na u m a n n - Melbach überDie Jugendgerichts Hilfe" mit den bedeut­samen Fragen, die durch das neue Jugendwohl» fahrtSgesetz entstanden find.

Buntes Allerlei.

Selbstmord eines Schwans.

Heber einen bemerkenswerten Vorgang, her­über die Tierseele einige Aufklärung zu geben imstande ist, berichten italienische Blätter. Schon ost hat man darüber in Fachkreisen gestritten, ob Tiere soweit einem Gefühl nachg^ben können, dah sie Selbstmord verüben, d. h., daß sie be­wußt aus Trauer ihrem Leben ein Ende machen. Es ist klar, daß darüber die Ansichten geteilt sind, denn der bewußte Selbstmord eines Tieres würde ooraussetzen, dah das Tier wenigsten- im Instinkt die Vorstellung von dem Ende des Lebens durch den Tod hat. Wir müßten also dann beim Tier wie auch beim Menschen die Kenntnis des Unterschieds zwischen Leben und Tod annehmen. Nun ist die Tier-Psychologie allerdings in der letzten Zeit zu der Annahme gekommen, dah der Mensch von den seelischen Vorgängen im Tiere nicht richtig orientiert wäre, bzw. viel zu wenig im Tier vvraussetzte. Der Bericht der italienischeir Blätter über d?n Selbst­mord eines Schwans, der natürlich viel ange­zweifelt wird, soll hier im Wortlaut folgen: (Sin paar wilde Schwäne liehen sich auf die offene Stelle eines kleinen Sees nieder. Nachdem sie hier von der Bevölkerung bemerkt worden waren, machten einige junge Leute Jagd auf sie, wobei das Weibchen einen tödlichen Schuh erhielt und bald starb. Das Männchen flog aber nicht er­schreckt davon, sondern es versuchte mit aller Kraftanstrengung, da- Weibchen auf das Eis beß gefrorenen Sees zu ziehen, um es der Grau- sarnk.it der Verfolgung zu entreißen. Die Ueber- mocht der Menschen aber war zu groß, als daß