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genden Kolonie nie abreißen mLge. Dieser Lage fand die hiesige Mädchen-Fortbil- dungs- und Kochfchule für dieses Jahr ihren Abschluß. Die Schulleitung hatte zu die­sem Zwecke eine kleine Weihnachtsfeier veranstaltet, zu der der Gemeinderat und der Schulvorstand eingeladen waren. Es wurden die Arbeiten im Handarbeitsunterricht besichtigt und auch die Erzeugnisse der Kochkunst einer Probe unterzogen. Man äußerte sich allgemein sehr zufrieden über den ttnterrichtserfolg.

t Grünberg, 23. Dez. Der Gemeinde» rat hat im Jahre 1 926 insgesamt 29 Sihun- aen abgehalten. Die wirtschaftlich schwere Zeit orachte ihm eine Fülle von Arbeit. In diesem Jahre mußte u. a. beschlossen werden über zahl­reiche Wegebauten, Kanalisierung und Wasser­leitung In bestehenden und neuangelegten Stra­ßen. Als besonders wichtig ist weiter die Er­bauung des Hochbehälters der Wasserleitung anzuschen, ferner der Anbau der Oberrealschule, der käufliche Erwerb der landwirtschaftlichen Winterschule, sowie die Erweiterung des Gallus- Marktes. Aach tteberwindung mancher Schwierig, teilen gelang es auch, einen passenden Bauplatz für das neue Finanzamt zu beschaffen, ferner wurde der Rathaussaal neu hergerichtet. Da­neben war noch eine Fülle kleinerer Aufgaben zu lösen, die allesamt reiche Arbeitsaufwendungen erforderten. UeberbKcft man die Arbeit des Stadtrats in der Gesamtheit, so wird man ihm die gebührende Anerkennung nicht versagen können.

D 21, 24. Dez. Aus der letzten Stadt- vorstandssitzung ist folgendes zu be­richten. Zu Punkt 1 der Tag sordnung legte der Bürgermeister den Doranschlagdes städti­schen Wohlfahrtsausschusses für das Rechnungsjahr 1927 vor und erläuterte die vor­gesehenen Ansätze. Der Voranschlag schließt In Einnahme und Ausgabe mit einem Betrage von 18 500 Reichsmark ab und erford.rt einen städti­schen Zuschußbedarf von 9000 Reichsmark. Die Vorlage fand einstimmige Annahme. Sodann beschäftigte sich der Stadtvorstand mit der Fest­setzung der städtischen Hundesteuer für das Jahr 1927. Annahme fand ein Antrag, die Hundesteuer für das kommende Jahr auf 4 Mk. festzufetzen. Für mehrfachen Hundebesitz sollen die gleichen Zuschläge wie im Vorjahre erhoben wer­den, und zwar für jebm folgenden Hund 20 Mk. mehr als für den vorhergehenden. Weiterhin fand ein Antrag des Vorsitzenden, die Stadt möge dem Verkehrsbund Oberhessen als körperschaftliches Mitglied betreten. Zustim­mung. Der Beitrag richtet sich nach der Ein­wohnerzahl und soll pro Einwohner 1 Pfennig betragen. Zur Regelung deS Kraftfahr­zeugverkehrs soll eine Poli ^'.Verordnung erlassen werden. Durch diese wird die Fahr­geschwindigkeit der Kraftfahrzeuge innerhalb der Stadt allgemein auf 15 Kilometer festgesetzt, und die Hintergasse gänzlich für den Kraftfahrzeug- Verkehr gesperrt. Alsdann faßte der Stadt- Vorstand einen Beschluß von weittragender Be­deutung. Von der hiesigen Standesherrschaft soll ein größerer Daublock zwischen Gießener Straße, Amtsgerichtsstraße und 2anggaffe in der Größe von etwa 11 Morgen zum Preise von 30 000 Mk. angela^ft werden. Dieses Gelände soll nach entsprechender Austeilung in Bauplätze an Daulustige weitergegeben werden. Das Gebiet wird bereits im nächsten Frühjahr der Bebauung erschlossen und damit einem in den letzten Jahren dringend zutage getretenem Bedürfnis Rechnung getragen.

Feuer in der Brauerei Ihring-Melchior.

-- 2 i ch, 24. Dez. Kurz vor 7 ilßr ertönte gestern abend in der Brauerei Jhring- Melchior dis Feuersirene: im Dachstuhl der Malzdarre war ein Feuer ausgebrochen, das mit den eigenen Feuerschuhvorrichtungen des großen Betriebs sofort bekämpft wurde. Die elektrische Brunnenpumpe trat alsbald in Tätigkeit. Mit der Werksschlauchleitung und unterstützt durch Minimax-Apparate ging man von innen an den Feuerherd heran, während die durch die Feuersirene der Brauerei sehr rasch alarmierte und schnell herbeigeeilte Licher Feuerwehr unter schwierigen Verhältnissen von außen her an das sehr hohe Gebäude ßeranging. 6o konnte das Feuer mit vereinten Kräften sehr bald auf seinen Herd beschränkt werden. Gegen 8 Uhr traf die Kreismotorspritze von Gießen unter Führung des Kreisfeuerwehrinspektors D i cf o r e ein; zugleich mit ihr kam auch der Gießener Stadtbranddirektor Braubach an der Brand­stelle an. Die Gießener Hilfe war sofort in Bereitschaft, sie legte eine Schlauchleitung vom Brandherd bis zur fetter, brauchte aber nicht mehr in Tätigkeit zu treten, da die Gefahr mittler­weile beseitigt war. Sin Großfeuer ist durch das rasche Handeln verhindert worden, hätte aber in späterer Nachtstunde und bei dem starken Aordostwind leicht entstehen und in den Frucht- lagern der angrenzenden Mälzerei verheerend wirken können. Ueber die Hohe des Scha­dens läßt sich noch nichts Bestimmtes sagen. Auch über die Ursache des Brandes ist nichts bekannt. Zu erwähnen ist noch, daß der Be­trieb der Brauerei durch den Brand in keiner Weise gestört worden ist.

Kreis Büdingen.

I! Büdingen, 23. Dez. Der KreiS aus- schuß beschloß In seiner jüngsten Sitzung u. a bie Kreishundesteuer wie im Vorjahre au erheben. Weiter soll in den selbständigen Gemarkungen vom Kreis die Inflations- Wertzuwachs st euer nach dem von dem Ministerium deS Innern audgearbeiteten Ent­wurf erhoben werden. Den Erlaß einer Milch- verkauf Sordnung für den Kreis stellte man Aurücf, ersuchte jedoch den Vorsitzenden, darauf binzuwirken. daß eine strengere Kontrolle der MilchproduAenten eintrete. Für die Errichtung von £ anfft eilen auf Kreisstraßen­gelände soll eine jährliche Anerkennungsgebühr von 50 Rm. erhoben werden. Die Kosten für den Dru ck der Inventare der Gemeindearchive wurden übernommen.

* Büdingen, 23. Dez. Dieser Tage gab der Düdinger Musikverein sein drittes Konzert in diesem Winter. Als Solisten traten auf Frl. Ellen KieSling von der Darm­städter Opernschule und der jugendliche Pianist Edgar H o f f m a n n von 2sipzig. Erstere brachte eine Reihe bekannter Schubert- und Drahms- lieder zu Gehör. Ihre starke wohllautende Sopranstimme kam erst bei den Drahmsliedern nachdem die anfängliche Befangenheit überwunden war zur vollen Geltung. Die Stimme besitzt

viel Modulationsfähigkeit und berechtigt zu schö­nen Hoffnungen Der Pianist spielte trotz seiner großen Jugend mit einer erstaunlichen Sicherheit und Liefe des Ausdrucks. Die 32 Variatio­nen in C-Moll und die ©onaie in E-5>ur op. 109 von Beethoven, die schon einen musikalisch ge­schulteren Zuhörerkreis ve* langen, gab er in besonderer, man möchte sagen moderner eigener Auffassung wieder. In diesem Beethoven spürte man schon starke Anklänge an die Empfindung der heutigen Zett. Mit den ^Variationen über ein deutsches Thema" von Chopin spiette er sich vollends in die Herzen der Zuhörer hinein und erntete rauschenden Beifall, der ihn zur Zugabe des 8-Dur-Walzers vom gleichen Kom­ponisten veranlaßte. Ein Kapriccio und ein Intermezzo von Brahms brachte er mit Leichtig­keit und Anmut zum Vortrag, um sich dann ganz zu geben in der stis-Dur-Sonate von Skrjabin Wenn auch diese moderne Musik, die tief in die russische Volksseele schauen läßt, manchem Rätsel aufgibt, so rissen doch ihre mächtigen Schlußakkorde die Zuhörer zu starkem Beifall hin, so daß der Künstler noch eine Zugabe machen mußte. Man lernte in Edgar Hoffmann einen Künstler kennen, dessen technische Fähig­keiten in harmonischem Entlang mit seiner künst­lerischen Auffassung stehen und dessen Begabung und heiliger Eifer für die Musik eine bedeutende Zukunft für ihn voraus sehen lassen

)( Ortenberg, 24.Dez. Da unsere beiden Kirchenöfen nach 30 Dienstjahren unbrauchbar perschaften die Errichtung einer Zentral­luftheizung. Diese wurde nach Fertigstellung am vorigen Sonntag zum ersten Mal in Gebrauch genommen. Die Gemeinde empfand dankbar die Verbesserung. Während bisher nur auf den Plätzen in unmittelbarer Aähe der beiden Oefen eine gewisse Wärmewirkung bemerkbar war, in den übrigen Teilen der Kirche im Winter kaum mehr als 2 bis 5 Grad Celsius erreicht werden konnte, war die Kirche am Sonntag gleichmäßig mit Ausnahme der Hinteren Frauenbänke er­wärmt. Die Temperatur erreichte am Vormittag 10 bis 12 Grad Celsius, am Nachmittag sogar bis zu 15 Grad, auf der Orgelbühne war es natürlich noch entsprechend wärmer, selbst im hohen Ehor wurde die angegebene Temperatur erreicht. Die Anlage ist also eine wesentliche Verbesserung gegenüber dem bisherigen Zustand, wenn auch eine so große und vor allen Dingen hohe Kirche wie die unfrige niemals vollkommen erwärmt werden kann. Die neue Anlage wurde in der sogenannten alten Sakristei aufgestellt, die frische Lust wird mittels Motor und Ventilator dem großen, 20 Zentner schweren Heizofen zu- geführt; die erwärmte Luft durch ein Heizgitter in die Kirche zurückgepumpt. 2m Notfall und bei gelinder Witterung kann natürlich die Kirche auch ohne Ventilator geheizt werden. Die Kosten wurden teilweise durch eine freiwillige Samm­lung der Gemeindeglieder, die 760 Mark er­gab, aufgebracht, außerdem stifteten die Ohm­tal-Basaltwerke für die Heizung und sonstige Zwecke 100 Mark, der Patron der Kirche Fürst Christoph Martin zu Stolberg-Roßla 200 Mk., die andere Hälste der Kosten soll durch Kapital­aufnahme bestritten und in den nächsten Jahren gezahlt werden.

/ Ortenberg. 24. Dez. Die Arbeiten am Neubau deS Postamts und deS Gemeindehauses schreiten rüstig fort, so daß mit der Eröffnung des Postamts am 1. April bestimmt gerechnet werden kann. Der Gemeinde- rat bestimmte als Mieten für die mit allen neuzeitlichen Bequemlichkeiten, tote Etagenheizung, Badezimmer usw. ausgestatteten Wohnungen 1020 bzto. 1200 Mark Jahresmiete. Die Hundesteuer wurde für das Jahr 1926 auf 6 Mark festgesetzt. Der amerikanischen Petro- leumgesellschast wurde die Errichtung von Benzintanks vor den Häusern K. Dille- muth und R. Hild gestattet.

le. Dleichenbach, 23. Dez. Am Diens­tag abend hatten sich mehr als 400 Alte und Junge zur Weihnachtsfeier unserer Schule zusammengefunden. Ein Märchenspiel der Kleinen, ein Advents- und Weihnachtsspiel der Großen und ein eindrucksvolles Krippen­spiel erhielten alt und jung den ganzen 2lbend in Freude und Andacht. Chöre des hiesigen Männerchors, sowie des Gemischten Quartetts unseres D.-H.-C.-Zweigvereins trugen ebenfalls viel dazu bei. Ein sehr großer Tannenbaum leuchtete zu einer reichen Bescherung für alle Kinder des Dorfes vom 1. bis 14. 2ebensjahre. Freiwillige Spenden aller Dors- genoffen, sowie Beihilfen der Gemeinde und des hiesigen Raiffeisenvereins hatten sie er­möglicht.

Kreis Schotten.

Schotten, 23. Dez. Am Samstag konnte infolge hohen Schneesalls das P o st a u t o Ulrich stei nS chotten erstmalig in diesem Winter die Verbindung hierher nicht auf­nehmen. 't'a sich die Schneedecke weiter ver­stärkt und starke Schneewehen die Straße sper­ren, mußte bis auf weiteres die Auto- verbindung eingestellt werden.

KreiS Alsfeld.

z. Eifa, 24. Dez. Endlich hat der Sch ul­st r e t f hier sein Ende gefunden. Die Tatsache, daß die Behörde nicht nachgab, und 2ehrer Hofmann trotz aller Anfeindungen weiter in Eifa verblieb, brachte mit den empfindlichen Schulstrasen die erhitzten Gemüter zur Abküh­lung. Persönliches Eingreifen des Kreisschul­amtes machte dann dem Streik ein Ende. Bei der heutigen Geldknappheit hätte wohl mancher Vater für den als Strafe zu zahlenden Be­trag eine andere Verwendung auf Weihnachten gehabt.

Rheinhessen.

WSN. Mainz, 23. Dez. Auf der Hechts- Heimer Straße überschlug sich gestern abend nach 9 Uhr ein Auto und begrub die drei Insassen unter sich. Hierbei wurde der Besitzer des Kraftwagens, Mineralwasser­fabrikant gänglet von hier, derart schwer verletzt, daß er auf dem Transport nach dem Krankenhaus verstarb. Die beiden an­deren Mitfahrenden kamen mit leichteren Verletzungen davon. Sie hatten sich selbst unter dem Kraftwagen herausarbeiten können, während der Autobesitzer erst mit Hilfe Der herbeigeeilten Feuerwehr.' die den schweren Wa­gen hob, aus seiner unglücklichen 2age befreit werden konnte.

WSN. Rüsselsheim, 23. Dez. Der feit Anfang November als vermißt gemeldete 26jäh- rige Handlungsgehilfe Adam 2 orenz ist gestern bei Budenheim al« Leiche gelänbet worden.

Da Lorenz schon früher Selbstmordabsichten gt- äußeH hatte, nimmt man an, daß er wegen einer unheilbaren Krankheit freiwillig ans dem Leben geschieden ist.

WSN. Viernheim, 23. Dez. Zwei Pferde eines Christbaumhärdlers. die im Stalle einer hiesigen Gastwirtschaft unter gebracht waren, gerieten miteinander in Streit und be­arbeiteten sich gegenseitig mit ihren Hufen Derart, daß s i e verendeten. Die Kadaver wurden nach der Abdeckerei gebracht.

Preußen.

KreiS Wetzlar.

WSN. Wetzlar, 23. Dez. Gemäß Ver­fügung des Regierungspräsidenten vom 13. De­zember ist zum stellvertretenden Vorsitzenden des staatlichen Schlichtungsausschusses in Wetzlar In­genieur Th. Netz aus Wetzlar an Stelle des Stadtrats Winkelmann, der das Amt nieder- gelegt hat, bestellt worden.

z Lützellinden, 24. Dez. Im Gegen­satz zum Vorjahre, wo in unserem Orte viel ge­baut wurde, war hier in diesem Jahre infolge der Geldknappheit die Bautätigkeit außer- ordentlich gering. Wohngebäude wurden über­haupt nicht errichtet; die Bautätigkeit erstreckte sich lediglich auf einige landwirtschaftliche Ge­bäude. Erfreulicherweise sind für das nächste Jahr jedoch einige größere Neubauten vorgesehen, so daß die zahlreichen hiesigen Bauarbeiter loh­nenden Verdienst finden können. Auch die Ge­meinde will den schon auf dieses Jahr vorge­sehenen Dau eines neuen Dullenstalles im näch­sten Jahr ausführen lassen; die Dermessungs- arbeiten hierzu wurden Idjon im Laufe des Som­mers vorgenommen.

K Aus dem Hüttenberg, 24. Dez. Die letzten Tage vor Weihnachten brachten eine Hochkonjunktur im Handel mit fettenGän- s e n. Obwohl der größte Teil derselben in un­serer Gegend von Händlern aufgekauft und in die Jndustrieorte verschickt werden, waren die Wochenmärkte der Umgegenb so stark beschickt, so daß zahlreiche Gänse nicht verkauft tourben. Mancher ehedem kaufkräftige Städter muß bei der schlechten Zeit und den hohen Gänsepreisen, 1,20 Mk. pro Pfund, auf die gewohnte Weih­nachtsgans verzichten.

KreiS Biedenkopf.

WSN. Nassau, 23. Dez. Ein Sohn der Eheleute Eschenauer in Jnighofen bei Nassau kehrte nach sechsjähriger Dienstzeit aus her Fremdenlegion zurück. Er war vor sechs Jahren in Biebrich an geworben worden.

Kreis tSimbutfl.

WSN. Limburg, 23. Dez. Bei einem hiesi­gen Alteisenhändler wurden 140 Kilogramm Kupferdraht beschlagnahmt, der der Elektrizitäts- und Straßenbahngesellschaft ge­stohlen worden war. Ein auswärtiger Händler hatte den Draht nach Limburg verkauft.

Kreis Marburg.

WSN Marburg, 23. Dez. In Jarle bei Marburg geriet der Mühlenbesitzer Otto plötz­lich auf unaufgeklärte Weise In daS (be­triebe feiner Mühle. Auf den Schrei, den er ausstieß, tarn eine« seiner Kinder herbei

und rief um Hilfe. Der älngllickliche tarnte unter großer Mühe aus dem Walzgetriebe be­freit werden; der größte Teil seines Körpers war aber so zerquetscht, daß er bald darauf verstarb

Kreis Ziegenhain.

WSN. Z i e g e n h a i n , 23. Dez. De Ä ti£i?g erteilte seine Zustimmung zur Durchführung von Meliorationen im Schwalmtal und Uebemaßme von einem Viertel der durch Beihllfen nicht gedeckten Kosten auf den KreiS. Die gesamten Kosten betragen 700 000 Mark, wo­von ein Drittel aus der produktiven Erwerbs­losenfürsorge, je ein Viertel aus staatlichen und kommunalen Fonds zur Förderung der Land­wirtschaft und der Flußmeliorationen zu er­hallen wären. Man rechnet jedoch mit 66 Proz. Beihilfe. Der Restbetrag soll durch Anleihe auf­genommen werden.

Naingau.

WEN Frankfurt a. M, 23. Dez. In der vergangenen Nacht wurden die Bewohner des Erdgeschosses und des ersten Stockes im Hause Oederweg 120 durch herunterlaufendeS Wasser darauf aufmerksam gemacht, daß etwas nicht in Ordnung war. Man vermutete einen Rohrbruch Die herbeigerufene Polizei öffnete die Wohnung des zur Zeit abwesenden Mieters Holster und fand, auf der Badewanne sitzend, die 23jährige Tochter des Rektors Lie­ben, die die tteberwacdung der Woh­nung freiwillig übernommen hatte, erstickt vor. Das Mädchen hatte wahrscheinlich vergessen, den Gashahn zu schließen, und fand dadurch den Tod. Gestern abend ereignete sichln der Ober­mainbücke ein bedauerlicher Verkehrs- unfall, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel. Ein aus der Langestraße kommendes Auto bog in scharfem Tempo in die Obermainstraße ein, anscheinend, um einen aus dieser Richtung kommenden Taxameter nicht erst vorbeifahren au lassen. Ein von der Obermainbrücke kommen­der Radfahrer, dessen Personalien noch nicht fest- gestellt sind, konnte fein Rad auf dem schlüpf­rigen Pflaster nicht mehr halten, rutschte au« und kam unter das Hinterrad des schweren Last­autos. Der Brustkasten wurde ihm zerquetscht, ft» daß der Tod auf der Stelle eintrat. Man brachte die Leiche des Unglücklichen in« Hospital zum Heiligen Geist. Auf der Lan> straße zwrschen Niederursel und Oberursel sind gestern mittag zwei Kraftwagen zusam­mengestoßen. Beide Wagen, ein Lieferwagen aus Bad Homburg und ein Personenauto au« Frankfurt, wurden dabei schwer beschädigt. Der Lenker des Frankfurter Autos wurde durch GlaS- splitteG im Gesicht erheblich verletzt.

KreiS Fulda.

WSN. Fulda, 24. Dez. Gin trauriger 11 n- glücksfall ereignete sich Lieser Tage bei einer Treibjagd in der Gemarkung Uffhausen. Durch einen unglücklichen Schuß eines Fuldaer Jagd- Pächters wurde der als Jagdhüter angestellte Gg. Sipp-rl aus Oberbimbach schwer ver­letzt. Nach Großenlüder verbracht, verschied er drei Stunden nach dem Unfall. Der Dev- storbene war 29 Jahre alt und verheiratet. Eine arme und zahlreiche Familie hat in ihm den Ernährer verloren.

Turnen, Sport und Spiel.

V. f. V.

Das am 2. Feiertag auf dem Waldfportplatz steigende Treffen der beiden Ligamar.nfchaften der Sp. Lg. 1900 und des V. f. B. kann wohl mit Recht als ein Ereignis besonderer Art im Fußballbetrisb Gießens bezeichnet werden. Wie auch in allen an­deren Städten und Sportarten wird auch hier dem Lok-alfpiel der beiden führenden Vereine über die Mauern Gießens hinaus ein feiten großes Inter­

ests entgegengebracht. Daß nun feit mehr als zwei Jahren ein Kräfteoergleich nicht mehr stattfand, er­höht noch die Spannung, mit der dieses Zusammen­treffen allgemein erwartet wird. Die Tatsache, daß einerseits 1900 sich in letzter Zeit stark verbessert hat und der diesjährigen Lahnkreismeisterschaft zusteuert, andererseits V. f. B. auf Grund seiner vorjährigen Lahnkreismeisterschaft dieses Jahr zur Bezirksliga gehörend, sich 'auch in den Verbandsspielen dieser Klasse erfolgreich durchzusetzen wußte, läßt das Vor­hergesagte verständlich erscheinen. Der Ausgang dieses Treffens hat nicht nur lokale Bedeutung, son­dern auch im ganzen Lahn kreis, in dem die Gieße­ner Bertreler in ihrer Klasse eine führende Rolle spielen, wird ihm mit einigem Interesse entgegen- gesehen. Die bisherigen Spiele zeigten stets wechsel­seitige Erfolge. Wie auch das letzte Mal vor 24 Jahren auf dem Spottplatz an der Hardt, wo D. f. B. knapp mit 2:1 Sieger blieb, so wird auch biejes Mal nur ein knappes Resultat zugunsten des einen ober des anderen das Ergebnis fein. B. f. B. vielleicht auf Grund feiner Zugehörigkeit zur Be­zirksliga Chancen einzuräumen, wäre in Anbetracht der durch Verletzung und Auswärtsweilen guter Spieler geschwächten Mannschaft und der Spiek- ftärte der Vereinigten verfehlt. Der für das Treffen gewonnene Schiedsrichter dürfte für einen reibungs­losen Verlauf Gewähr leisten. Vor dem Ligaspiel meßen die ersten Iugendmannschaflen beider Ver­eine ihr Können, wobei es aller Voraussicht nach einen ausgeglicheneren Kampf als beim letzten Di­plomspiel (4:0 für 1900) geben wird. Die ersten Schülermannschaften eröffnen schon vormittags den Klubkamps. Die Dritte unternimmt eine zweitägige Fußballreise in den Westerwald.

Bezirk Hessen-Hannover.

tz. Während in der II. Dezirksklalse an den Weihnachtstagen keine Spiele stattfinden, hat der T. B. A. in der ersten zwei Lokallreffen un­geteilt. Diese finden in Kassel statt, deren vedeutendstes das zwischenSpor t" und Spielverein ist. Letzterer ist z. Z. noch Spitzenführer der Nordgruppe und wird alles daran setzen, seine Position zu hatten und zu festigen.Sport" machte erst am vergangenen Sonntag durch feinen hohen 12:2-Cleg gegen Münden von sich reden, dürfte jedoch dem for­schen,'energischen Spiel der Spielvereiiller nicht ohne weiteres gewachsen sein. Abgesehen von der besonders bei solchen Lvkalkämpfen üblichen Ueberraschung dürfte Spielvereinigung mit ganz geringem Vorsprung in Front bleiben. S. C. 03 Kassel und Jura Kassel ist die -weite Spielpaarung. In letzter Zeit haben die Tura- leute entschieden von ihrer Spielstärke verloren kam Sonntag unterlagen sie erst wieder gegen S Dg. Göttingen mit 5:1!) ES ist damtt zu

rechnen, daß sich 03 ohne große Schwierigkeiten unter einwandfreien Verhältnissen die Puntte holen wird.

Die Weihnachlsspiele im Arbeiter-Turn- und Sportbund.

Die Spiele um die kreisrnelslerschast.

£. Am zweiten Feiertag nehmen die Kreis­spiele ihren Fortgang. Auf dem Gießener Ttteb treffen sich die Mannschaften Gießens und Friedbergs. Das Vorspiel gewann Gießen 3:2, befand sich damals allerdings in Hochform. 3n der Zwischenzeit hat Friedberg eine harte Schule durchgemacht mit dem Erfolg, daß di« Mannschaft am letzten Sonntag den Tabellen­ersten Mörfelden von seinem Platz verdrängen konnte. Das 6; 1-Resultat zeugt von einem außer- ordentlich durchschlagslräftigen und dann gefähr­lichen Sturm. Wie die Gießener Mannschaft in diesem Treffen abschneidet, ist angesichts dieser Tatsachen ungewiß. Zeigt die Mannschaft nicht eines ihrer früheren hochstehenden Spiele, ist am ehesten mit einer Niederlage zu rechnen, di« dann insofern verhängnisvoll wird, als di« Mannschaft bann die Rangliste beschließt.

V. f. L. Dorn he im hat den Meister de« 4. Bezirks, Hanau, zu Gast. Normalerweise müßte dieses Spiel der gegentoärtige Tabellen­erste Bornheim, für sich entscheiden. Aber schon das Vorspiel (Hanau verlor knapp 5:6) gab ein Beispiel der Güte Hanaus, die sich in den letzten Spielen noch mehr verbessett hat. Trotzdem blei­ben für Bornheim die meisten Siegesaussich^en bestehen.

In Nlörsekden treffen sich Mörfelden und Wiesbaden. Hier wird aller Voraussicht nach hart um die Punkte gerungen werden, denn Mörfelden wird unter allen Umständen seine Niederlage vom Sonntag wettmachen wollen, während Wiesbaden sich von feinem Mittelplah schwer verdrängen lassen wird.

Die übrigen Feier kagsspiele.

3n Gießen herrscht an beiden Tagen Hocte betrieb. Am 1. Feiertag weilt die 1. Mannschaft Sprendlingens als Gast der 1. Mannschaft GießenS hier. Sprendlingen war 1925 KreiS- meifter und tonnte die Gießener Mannschaft im Vorspiel 7:1 heimschicken. Die vornehme Spiel- weise beider Mannschaften wird ein sehenswertes Spiel zeigen. Vorher treffen sich bk zwei­te n Mannschaften Gießens und Sprend­lingens. Auch hier stellen die Gäste eine sehr spielstarke Mannschaft, die der @ießen«r I b- Mannschast eine harte Nuß zu knacken geben werden. Die 1. Ingen d Gießens tritt

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