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der Tor annehmen kann, Daß mir nicht in sie verstrickt werden sollten. Frieden auf Erden, läuten die Glocken, aber die Menschen wissen rüchts davon. Mehr als je gilt der Goethefche Vers: ^Krieg ist dos Losungswort!" Und selbst Dr. Wirth muß bekennen, daß man mit Pazi- fismus keine nationale Politik führen kann.

So trüb wie das Bild unserer Außen­politik, ja beinahe noch trüber bietet sich uns das Bild der Innenpolitik dar. Man sollte meinen, daß unsere verzweifelte außenpoli- tische Lage, die unser Volk in einen unerträg­lichen Zustand der Abhängigkeit von anderen Nationen versetzt hat, uns zur Räson, uns zur Einheit gebracht hätte. Das Gegenteil ist rich­tig. Zerrissener denn je feiern auch diesmal wir Deutsche Weihnachten. Und man täusche sich nicht: Don dem unheilvollen Stoß, den die Staatsautorität in den Novembertagcn 1918 erlitten hat, hat sie sich noch nicht wieder erholt. Die Revolution ist noch keineswegs endgültig gebändigt. Noch immer sind starke Kräfte am Werk, das entsetzliche Unheil blu­tigen Bürgerkrieges erneut über unser unglück­liches Volk heraufzubeschwören, und die kom­munistische Gefahr ist noch nicht vorüber. Noch immer treibt die Sozialdemokratie ihre unent­wegte Klassenkampfpolitik, die Radikalisierung der Arbeitermassen und damit den inneren Unfrieden bedingt. Dazu kommt, daß die Par­teiung, die Erb- und Todsünde der Deut­schen immer kecker das Haupt erhebt. Unsere Jugend wird, ehe sie urteilskräftig ist, ver­giftet, mit einem politischen Zank, dessen Un­würdigkeit nur durch seine gänzliche Unfrucht­barkeit übertroffen wird. Gerade jetzt hat die Sozialdemokratie die Reichsregierung lediglich aus Demagogie gestürzt, und wie weit die Parteiborniertheit' gehen kann, das beweist die Schande der Reichstagsverhandlung am 16. Dezember d. I., in der (zum mindesten ob­jektiv) der Landesverrat feine verbrecherische Stimme auf der Reichstagstribüne erheben durfte, ein beschämendes Schauspiel, dos uns In den Augen des Auslandes nur verächtlich machen kann. Aber der Parteigötze ist es, dem alles gilt. Sie kennen kein Vaterland mehr, sie kennen nur noch die Partei.

Außer in dieser Beziehung hat sich in dem letzten Jahre nichts geändert. Alle Vorschläge, die man gemacht hat. um die übermäßige Par- teiisierung der deutschen Verhältnisse zu ver­hindern, sind am Partciegoismus aller Par­teien gescheitert. Resigniert muß man gestehen, daß eine Abhilfe von den Parteien nicht mehr zu erwarten ist. Keine von ihnen wagt, das entsetzlichste Wahlrecht, das der Rationalis­mus sich jemals ausgedacht hat, das Propor- tlonolwahlrecht, zu beseitigen: das Kinderwahl- rccht, welches die staatsrechtliche Mündigkeit vor die zivilrechtliche Mündigkeit gesetzt hat, bleibt bestehen, der Parlamentarismus in feiner Entartung von heute gilt als Tabu, und Die befreiende Tat, daß endlich entschlossene Männer, wenn auch auf die Gefahr hin einer neuen Parteigründung die Frage der Reform unseres heutigen Verfassungslebens in den Vordergrund gestellt hätten, läßt immer noch auf sich warten.

Trübe sind die Zeiten, und doch brennen die Weihnachtskerzen so zauberhaft durch die Nacht, und es liegt das große Leuchten über den Kindern, die unsere Zukunft, unsere deutsche Zukunft sind. Die leuchten, weil sie glauben. Und so mag uns denn auch heute der Glaube Über die Wirrnisse der Zeit hinwegheben, der Glaube an unseres Volkes tiefste, beste Kräfte, die sich ollen Wider­ständen der Zeit zum Trotz doch noch einst siegreich durchsetzen müssen. Wir dürfen nicht verzagen, und dos Symbol des Christfestes, daß sich der Tag aus der tiefsten Rocht ge­biert, rvge uns zum Snmbol des Lebens wer­den. Schwer sind die Schläge des Schicksals, die um5 getroffen haben, aber wenn auch lang­sam, so reift doch sicher der Charakter des einzelnen und des Volkes in der Zeit Der Not heran. Und so wird einst der Tag kommen, an dem dos ganze Gezänk von heute verstummt, in dem wir uns alle zusammenfinden in dem r«'ncn großen deutschen Gedanken, dem Ge­danken an untere Einheit und an unsere Freiheit. Wenn dieser Tag kommt, wird es wirklich dos deutsche W?ihnacht"n sein, das dann unserem Volke beschert ist. Daß es kommt, daran wollen wir glauben, nicht nur in der Schwäche der Empfindung, sondern in dem Ernst der Stärke der Tot. In diesem Glau­ben muffen wir leben und wirken, und wenn auch die Erfolge, Die wir auf Diesem Wege er~ngen, h"ute noch nicht wahrnehmbar sind, t * alte Lehre, daß steter Tropfen Den Stein huhlt. soll nicht vergessen werden und soll uns den Mut «eben, froh allem, was um uns herum geschieht, den Weg fortzuschreiten. Der uns dahin führt, wohin wir doch einmal kom­men müssen: zum Ziel Der deutschen Freiheit.

Polnisches Spitzeltum gegen Deutsche.

D e ut h en, 23. Dez. (WTB.) Zu den Ver­haft u n g e n von Mitgliedern der g e m i s ch 1 e n Kommission für Oberschlesten. er­klärte daS deutsche Mitglied der Kommission, Lani rat L u k a s ch e k. einem Vertreter des WTB.: Die Darstellungen in der polnischen Presse über die Vorgänge am Mittwochabend entsprachen nicht den Tatsachen. Nachdem feit geraumer Zeit sein Haus durch einen Be­amten der politischen Polizei be­wacht worden fei, habe eine Persönlichkeit zweifelhaften AufeS ihm Dir gesamte Kor re- fponDenz, die General Le RonD mit Den Aufständischen und mit der Warschauer Regierung über die Vorder itunz des drit. t e n P u t s ch e s geführt habe, angeboten. Er sei sich klar gewesen, daß es sich dabei um ein organisiertes Spitzelmanöver handclie, um ihn in feiner neutralen Tätigkeit in Oberschlesien

I unmöglich zu machen. Schließlich fei der aus dem Gleiwitzer Untersuchungsgefängnis entwichene Strafgefangene Thomas al- An.erhänvler er­schienen, um ihn zu bewegen, sich mit ihm in einer Wirtschaft in Panownil zu treffen. Dies habe er a b g e l e h n t, da ec wußte, das) er dort ver­haftet werden sollte, um sich nicht auf seine Exterritorialität berufen zu können. Thomas und ein ihn begicitender Unbekannter hätten dann Vvrgeschlagen, chm die Schriftstücke in f.'ir.ee Woh­nung vorzulegen. Er müf.e ihnen aber zur Sicherheit wenigstens einen Scheck von 2303 Mc. aus händigen. ihn sich einen Beweis für das polnische Spitzeltum zu v:r chaf'en, habe er ihnen einen Scheck über den geforderten Be­trag aus die Deutsche Bank in Kattrwiz aus- gestellt, den er auf den 21. Dezember Datierte, obwohl er gar nicht über ein Konto in dieser Höhe verfügte. Sväter seien die beiden Män­ner nicht mehr an ihn herangetreten. Den deut­schen Staatsvertreter bei ter gemischten Kommission habe er bereits vorher auf die Bespitzelung aufmcnlcm gemacht: ebenso habe er dem Präsidenten Calonder von den Brrgänge Kenntnis gegeben.

Ct londer für die deuts^en. Minderr,eils;chu!en.

K a t t o w i tz, 23. Dez. (WTB ) Aus die am 25. September vom Deutschen Volksbund ein-gercichte Beschwerde Über d e Ablehnung der Anmeldungen für die deutschen Min­derheitsschulen ist jetzt die Entschei­dung des Präsidenten Calonder erfolgt. Sie ist in allen Punkten zugunsten d-s Be­schwerdeführers ausgefallen. 3n Der Ent­scheidung wird festgestellt, Daß die Erklärung eines Erziehungsberechtigten über die Sprache des Kindes nicht nachgeprüst werden Darf. Ferner Wird festgestellt, daß die Ungültigkeitserklärung zu Anrecht erfolgt ist. soweit Ile auf einer Nachprüfung der Sprache Der Kinder beruhte und auf Grund der von den Erziehungsberechtig­ten auf diese Frage gegebenen Antworten fest­gestellt worben ist, Dai) Die Kinder nicht zur deutschen Minderheit gehören. Auf Grund Dieter tamit als ungültig bezeichneten Festitellung sind 5205 Anmeldungen als ungültig erklärt worden. Calonder entscheidet, daß diese 5205 Kinder un­verzüglich den Minderheitsschulen zu überweisen sind, ebenso wie Die 1302 Kinder, deren Erziehungsberechtigte Der Vorladung nicht Folge geleistet haben.

Vach einer DreSlauer Meldung DerVoss. 3tg. erklärt Präsident Calonder am Schlüsse feiner Entscheidung gegen di? rechtswidrige Aus­schließung deutschsprachiger Kinder vom Besuche der Minderheitsschulen, daß er, falls Die zu­ständigen polnischen Behörden seine Stellung­nahme nicht annehmen, sich veranlaßt sehen würde, den Völkerbundsrat zu bitten, Den ganzen Rechtsstreit in feiner nächsten Session zu entscheiden.

Deutschfeindliche Maßnahmen in Litauen.

Königsberg, 23. Dez. (WTB.) Nach einer Meldung aus Memel wurden heute der Haupt- jchristleiter Robert L e u b n e r und seine Frau, so­wie Redakteur Warm vomTiemeier Dampfboot" und Redakteur Heydekrug aus dem Memelgebiet a u s g e w i e s e n. Die Betroffenen haben bis zum 1. Januar 1927 das Gebiet zu verlassen. Gründe für die Maßnahme der Ausweisung wurden nicht angegeben. Reben den Redakteuren sind noch eine ganze Anzahl anderer deutscher Staatsangehöriger ausgewiesen worden.

Die Berliner Blätter beschäftigen sicb eingehend mit diesen Ausweisungen und weisen darauf hin, daß diese Maßnahmen in scharfem Gegensätze zu den deutsch-freundlichen Erklärungen der neuen Machthaber in Litauen sichen. In den Kommentaren wird die Forderung laut, daß die deutsche Re­gierung unverzüglich gegen die Ausweisungen Protest erheben und die sofortige Aus- Heb u n g der Maßnahmen verlangen solle.

Aus Mussoiinls Reich.

Die Stellung

des faszi stiften Generalsekretärs.

Rom, 23. Dez. (Wolff.) Ein Dekret im »Amtsblatt" regelt Die Stellung Des Ge­neralsekretärs Der Faszistischen Partei. Nach Dem ..Popelo Di Roma" gebührt auf Grund Dieses Dekrets Dem Generalsekretär Der Faszistiscken Partei Der Vortritt vor allen Botschaftern, außer rdenllichen Be- vollmäch'.igten unb außer rdentlich-en Gesandten beim König und zwar bei allen Hofempfänqea und sonstigen öffentlichen Feierlichkeiten. Rach demselben Bla.ie steht auf Grund dieses Dekretes dem Generalsekretär Der Faszistischea Partei Der Titel Exzellenz zu, weil durch Das Dekret Der Genecalsekvetär mit Den großen Würdenträgern Des Staates gleichgestellt werde.

Die Prozesse gegen bieAttentäter

R o m. 23. Dez. (WB.) Wie Die Zeitungen melden, wird am 3. Januar ein Sonber­ge r i ch t gelildes, das Die Anschläge auf Den Leiter Der Regierung aburteilen soll. Dieses Gericht wird aus fünf Konsuln der saszistifchen Miliz unter Dem Vorsitz Des Generals Sanna bestehen. Der Prozeß gegen Z a n i b o n i und General Capello wird am 25. Januar, Der gegen Luce11i am 22. Fe­bruar beginnen. Für Den Prozeß gegen Fräu­lein Gibson ist noch kein Tag bestimmt.

Französische Dorsichss- matznahmen.

Paris, 23. D.z. (WTB.) In Der .Libertü" schreibt 3aq es Bainvllle: Aach den Besuch, Den Der ita.i.n fche Botschafter nach fxn?r Rück­kehr aus Rom Briand abgeftattt tot, ist die üble Sackgasse, in Di: D.e fra izösisch-ttalirnifchen Beziehung.m geraten waren. D-rchschritten wor­ben. Aichtsdestow.miger ist es wahr. Daß, um jeden Zwischenfall zu vecmeidm. de fran­zösische Regierung an der Alpen- Grenze weite, e militärische Vorsichts- maßna hmen getroffen hat. M'.n gehl so weil, zu behaupten, Daß 203 0)0 Ma rn zwtsch n Aiz^a und Grenoble verteil! fein soll.n. All Des g.sch cht nicht ohne irgend: nm OrunD. D r kr egerilche W tausbruch unserer Linksp.nrt ien. Der Jtaf.cn und alsdann Frankreich au De.ensivrnaßnnhmen getrieben hat. wird uns sicherlich sehr teuer zu stehen kommen.

Bus Italien geflüchtet.

Zürich, 23. Dez. (Schweizerische Depeschen- agentur.) Der italienische frühere Abgcordnete Advokat Guido Miglioii, Mitglied der Katho­lischen Bolk-vartei Italiens, überschritt trotz strenger Bewachung durch die Miliz die Grenze. Seit eini­gen Monaten wurde er, rote er erzählt, von der Polizei überwacht und hätte in diesen Tagen De­portiert werden sollen. Miglioli begibt sich nach Paris. Unter den katholischen Flüchtlingen befin­det sich auch Gilardi, der Direktor des Jnsti- tnts für Kriegsblinde in Mailand. Gilardi ist In­haber verschiedener Ehrenmcdaillen und Kriegsaus- Zeichnungen. Seine flucht führte ihn über den Bernina-Paß, aber seine Freunde in Der Schweiz sind bis jetzt ohne Nachricht über fein Verbleiben.

Briand fährt n'cht nach Oslo.

Paris, 23. Dez. (WTB.) Haoas meldet aus Oslo. Briand habe wissen lassen, daß er sich zur Entgegennahme des Nobelpreises nicht nach Oslo begeben könne, da es ihm feine Pflichten augenblicklich nicht erlauben, Paris zu verlassen.

Reichskanzler a. D. Luther in Berlin.

Berlin, 23. Dez. (TU.) Reichskanzler a. D. Dr. Luther ist heute mittag mit Dem Bremer Zug um 1,06 Uhr in Begleitung des Staats­sekretärs a. D. Dr. Kempner auf Dem Lehrter Bahnhof in Berlin einaetroffrn. Zu seiner Be­grüßung hatten sich auf dem Bahnhof in Ver­tretung deS Reichskanzlers Staatssekretär Dr. D ü n d e r vorn Auswar.igen Amt. Geheimrat de Haas, ferner Rftchswirtschaftsminlster Dr. CuxtiuS, Vertreter Der Deutschen Lufthansa, sowie Der chilenisch: Gesandt« ei.tgefun^en. 3n frischen humorvollen Worten äufprte sich Dr. Luther über Den Erfolg seiner Reise.

Bevorstehender Minister- rüchtritt in Bayern.

Regensburg, 23. Dez. (WB) DerRe­gensburger Anzeiger" bii ;gt eine Meldung über Den bevorstehenden Rücktritt des baye­rischen HanDelsmlnisters Dr. von Meincl, Der seit einigen Tagen einen unbe­fristeten Urlaub angclre.cn hat. Ob überhaupt noch ein Rach.olger ernannt werde, stehe noch nicht fest, da man Die Zusammenlegung einiger Winisterien erwäge.

Bayerns Weihnachtsgrutz an die Pfalz.

München, 23. Dez. (WTB.) Der bayerische Ministerpräsident Dr. Held richtete an die pfäl­zische Bevölkerung einen Weihnacht-- aruß, in dem es heißt. Was in Germers­heim trotz Locarno und Thoiry geschehen und was mit dem entsetzlichen Urteil des französischen Mili­tärgerichts in Landau gutgeheißen worden ist, widerspricht aller Befriedungsarbeit verantwortungsbewußter Staatsmänner, allem Recht- und Gerechtigkeitsgefühl, ja aller Mensch­lichleit. Ich bin mir bewußt, daß die Pfälzer, die in staunenswerter Opferwilligkeit schon so viel in der langen Leidenszeit ertragen haben, auch durch dieses Urteil sich nicht zu unüberlegten Worten und Taten hinreißen lassen. Möge das Urteil von Lan­dau der Welt zum Bewußtsein bringen, was es für ein Kulturvolk bedeutet, beinahe ein Jahrzehnt unter der Herrschaft fremden Militärs zu leiden. Dr. Held schließt mit dem Wunsche, daß bald der Tag der Freiheit und des Friedens auch für die Pfalz kommen möge. Dafür in Wort und Tat zu wirken, werde vornehmste Aufgabe Der bayerischen Regierung fein.

Ein Auslieserungsverlangen der Franzosen.

Berlin. 23. Dez. (WB.) Zu Der aus Mainz kommen Del Meldung, Daß Die Rheinland- k o m in i s s i o n auf Grund Des Landauer Kriegs­gerichtsurteils die Auslieferung des im Abwesenheitsverfahren zu zwei Jahren Gefäng­nis verurteilten MattheS .gefördert habe, können wir auf Grund unserer Erkundigunqen an zuständiger Stelle folgendes feststellen: Das Auslieferungsersuchen gegen MattheS ist nicht erst jetzt auf Grund des Landauer Ur­teils, sondern schon vor vier Wochen auf Grund der gegen ihn erhobenen Anklage ge­mäß Artikel 4 Des RheinlandabkommrnS durch ein Schreiben D?8 französischen Oberkvmmifsars an Den Rcichskommi'sar für Die besetzten rhei­nischen Gebiete vom 26. November gestellt wor­den. Das Aaslie'erungS rfuchen ist gegen­standslos. Da MatthcS. Der Durch die Ver­wundung ci/ue schwere Gehirn Verletzung davon­getragen hat. in nichttransportfähigem Zustand in der Heidelbir^er A.üae.sitätSklinik darnieDerliegt. 5>:m französischen Ersuchen ist daher auch bisher amtlicy nicht näherge» treten worden.

Austritt des Reiches aus den Iunkerswerken

Berlin. 23. Dez. (SU.) Wie die Sek- grapijen-Union er.äh-t, sind D.e Verhandlungen zum Abschluß gesinnten, wonach das Reich bereits am f. Januar 1927 aus Den Jun­ik ers-Unternehmungen aussHeidet. Die Einzelheiten der Abmachungen stehen noch nicht ganz fest. Wahrsche nlich wirD daS Reich eine gewisse Summe an die Junkerswerke zahlen. Freigabe deutschen Eigentums durch Frankreich.

Berlin, 23. Dez. (TU.) Gestern abenb ist durch Notenaustausch zwischen dem Auswär­tigen Amt und der französischen Botschaft eine deutsch-französische Vereinbarung über die beschleunigte Abwicklung de? Ausgleichsverfahrens in Krast gefetzt wor­den. Es handelt sich um ein umfangreiches, zahl, reiche technische Einzelpunkte behandelndes Ab­kommen, über das im Oktober dieses Jahres in Berlin zwischen einer deutschen und einer französi­schen Delegat an verbandelt und eine Einigung er­zielt worden ist. Bei dieser Gelegenheit hat die fran­zösische Regierung die Erklärung abgegeben, daß sie das auf Grund des Bersailler Vertrages unter Sequester gestellte deutsche Eigentum, soweit dessen Liquidation am 30. Oktober 1926 noch nicht eingele.tat worden war, frei gibt und bei dcn, jen.gen deutschen Dermögensstückcn, die bis zu dies.m Tage nicht unter Sequester gestellt worden sind, endgültig auf ihr L i q u i d a t i v n s r e ch t verzichtet. Irn übrigen hat sich die französische

Regierung berett erflärt, an Deutschland die Heber» schüsse auszuzahlen. Die aus den Liquidationserlösen nach Abdeckung gewisser, nach dem Versailler Ver­trag auf ihnen ruhenden Verbindlichkeiten ver­bleiben.

Die Behandlung der Eigentums» vorlageim ameriKanischenSenat

W a f f) i n g t o n. 24. Dez. (WTB. Funk- spruch.) Wie in Kre.s.n Des amerikanischen Senats verbautet, sollen nach Den Feiertagen im Senat Bemühungen unt:rnommcn werden, um eine baldige ErleDigung der Eigentumsvorlage Herbci uühren. Aus Erkürungen des Senators 2 o r a h geht hcraor. Daß er voraussichtlich Die Vorlage unttrstützen werde, sofern einige Aenderungcn an ihr vor- genommen werden.

Landung amerikanischer Matrosen in N'caragua.

Washington. 23. Dez. Wie das EtaatS- Deparrernent m.Heilt, ist ein* Abt: lang a m e r i - kanischer Matrosen im Bzr.e von R i v Grande in Nicaragua gelandet tort'.e.i, um Leben und Qigcntum Der Amerikaner und Dar Übrigen A-sländer za schützm.

Der Fremdenhah in China.

London. 23. Dez. (Wolfst) DieDaikh Mail" meldet au8 Äiuliang^ 123 Meilen südöstlich von Hankau, die a uirl ünVer­se i n d l i ch e Stimmung fei durch erneute bolschewistische Propaganda si ä r k e r geworden. Die Lage an Ort und Stelle sei zwar äußerlich ziemlich ruhig, doch sehr ernst. Aus Anraten deS britischen Konsuls sei Die ausländische Niederlassung In Kuling zehn Meilen von Kiuliang von Den Einwohnern geräumt toorDen. Die meisten von ihnen gingen nach Schanghai. Ein britischer Zerstörer und ein bri­tisches Kanonenboot, ein amerikanisches HilsS- schiss und zwei japanische Kanonenboote lagen im Hasen von Kiukiang.

Peking. 23. Dez. (Wolf.) (Reuter.) Ob­wohl das britische Memorandum über Die Politik gegenüber China, in wel­chem eine gemäßigte Politik Der Signatarmächt- vorgcschlagen wird, noch gar nicht veröffentlicht ist. erklärt schon heute das Organ der Kuomin­tang-Partei.Dolkstriou-e". ka ego'.isch daß die britischen Vorschläge vom Standpunkt Der chine­sischen Rationalbe^egung durchaus abzu- lehnen seien. Das klare Ergebnis des neuen Angebotes könne nur darin bestehen, die bereits scharse Stellungnahme des chinesischen Volkes gegenüber seinem imperialistischen Feind noch zu verstärken.

Verschlimmerung im Befinden des Mikado.

Tokio, 23. Dez. (WTB.) Der Regent und die hohen Palastbeainten sind an das Kranken­lager des Kaisers gerufen worden. Rach dem ärztlichen Bericht läßt Die Herztätigkeit nach. Der Vuls geht unregelmäßig und die Atem­tätigkeit ist beschleunigt.

2lus aller Welt.

Der lob auf den Schienen.

Au» Aschafsenburg wird gemeldet: Auf dem Bahnhas Hösbach (Spessart) hat sich ein töd­licher Unglückssa11 ereignet. Die Frau des Sägewerksbesitzers Sauer war nach Hösbach ge­gangen, um Wcihnachseinkäufe zu besorgen. Auf dem Rückwege schlug sie den Weg den Bahngltisen entlang ein. Da die Strecke gegenwärtig umgebaut wird, scheint die Frau in der Dunkelheit auf dcn schwer passierbaren Wea dem Gleise etwas zu nahe gekommen zu sein, wobei sie von einer Loko­motive ersaßt und zur Seite geschleudert wurde. Die Frau hat dabei so schwere Verätzungen am Kopfe erlitten, daß sie verstorben ist. Die Leiche wurde erst am anderen Morgen von Bahnarbeitern fiefunben, da der Ehemann angenommen hatte, daß eine Frau bei feinen Elfern in Hösbach über­nachtet habe.

Der Stier Im Neckar.

Aus Heidelberg wird gemeldet: Auf dem Schlierbacher Bahnhof wollt« ein Metzg r- meister einen Stier a.sladen, was mit groß.ui Schwierigkeiten verbunden war. Der Sücr wurde lo rabiat daß eS dem Mrtzgermeister nur mit Mühe gelang, in einen Hauszang zu flüchten. Das Tier raste dann d:n Neckar en g gen, fpr.mg in die Fluten und schwamm eins D ert.IftuiD' sm Wasser herum, wodurch sein Mut abgekühlt wurde. Dann stieg es wieder an Land und fügte sich ruhig der Fei'tn'hme.

Tödlicher Aukounsall.

Zwischen Rüdeeheim und Geisenheim geriet ein löjäßrlger Friseurlehrling. Der sich mit feinem Rade auf dem Wege nach Hause befind, in der Dunkel- heit unter ein Personenauto. Dem jungen Manne wurde dieSchädeldeckeeingedri'ckt, so daß der Tod aus der Stelle eintrat. Den Wagen- lenker soll keine Schuld treffen.

Schweres Autounglück bei wesek.

Auf Der Chaussee W.,el Rees ereignete sich ein schweres Autounglück Infrlge der großen Glätte geri?t ein Auto Der Essener Schutz­polizei ins Schleudern und schluq um. Hierbei wurde ein Oberleutnant auf Der Stelle getötet, während Der Chauffeur, ein Oberwachtmeister ft>- wie ein LanDjäger s chwe r verletzt würben.

Gvotzfeuer.

AuS unbekannter alrsache brach, wie au8 Nürnberg gemeldet wird, In der Nähe von Stegaurach ein ScheunenbranD au8. Der sich auf benachbarte Gebäude ausdehnte und Dem ins­gesamt acht Gebäude zum Opfer fielen. Der Schaden beträgt rund 103 003 Mk.

Neuer Prozeß Schulz-Klapprokh.

Der tllitterfuchun^äri^ter beim Landgericht Berlin HI hatte im Hinblick auf Die bei den Landsberger Prozessen getroffenen Feststellungen kse Voruntersuchung In den Fällen Leutnant Sand, Wilms und L e g n e r, die bereits ge­schlossen war, von neuem eröffnet, Da weitere Er­mittlungen sich alK notwen.lz erwiesen. Nun­mehr ist, wie eine Korrespondenz erfährt, di«

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