unserer Heimat unter der Dezeichnung „TB int er- linde (Tilia cordata) bei L i ch in Hessen. Aach Photographie von F Rehnelt in Dießen-. Gew:h eine Tatsache, di' j den heimatstvlzen Sicher erfreuen und glrichze.tig noch mehr alS bisher mit Achtung vor diesem seltenen Aaturdcnkrnal erfüllen wird
Kreis Friedberg.
DSD. Friedberg. 23. Aov. Die Auf- Hebung der Richtlinien für die Besoldung der Demeindebeamten gestattet den Gemeinden, die Höhe der Gehälter ihrer Beamten selbst sestzuseyen. Teils ist die Herabsetzung des Eintvmrnens ohne Widerspruch durchgefuhrl worden. in vielen Fällen wurde jedoch Einspruch gegen die Reduzierung der Gehälter entweder durch die Beteiligten selbst oder die Ausllchts» behürden erhoben. QLn SamStag staich der Ern- sprach der Demeindebeamten von H ar h e r m vor Um « reiSauSschub zur Behandlung. Der Gemeinderat von Harheim hatte dle Gehälter der Gemeindebeamten um 20 Prozent gekürzt 2lach längerer Derhandlung des Streik- ausschussrS wurde folgendes Urteil verkündet: Ad 1 Dezember erhält der Bürgermeister 3000 Wart (3234 Mark), der Demeinocrechner 1900 (2000). Feldschützc 1600 (1885) Jahresgrhalt. 1914 hatten die Gehallssätze folgende Höhe: Bürgermeister 1270 Mark. Gemeinderechner 834 Mark. Feldschüy 800 Mark. Auf den Einspruch der Demeindebeamten von Rockenberg erkannte der KreiSanSschub dem Rechner 2000 Mark und dem Dchuldiener. der >wch sonstige Arbeiten zu verrichten hat. 1800 Mark Iahresgehall zu. Das Gehalt des Bürgermeisters wurde, obwohl von keiner Seite der Gemeinde ein Einspruch Vortag, um 500 Mark gekürzt, so daß das Einkommen des Bürgermeisters jetzt 3000 Mark beträgt.
* Melbach, 23. Nov. Während man aus den verschiedensten Gebenden Obechessens ungünstige Iagdergebnisse vernimmt, kann ein gleiches von unserer Gemarkung nicht berichtet werden. Hier wurden dieser Tage bei der Treibjagd rund 250 Hasen geschossen. Dabei wurde nur die Hälfte des Reviers begangen.
Kreis Büdingen.
△ Büdingen, 23. Nov. Born 1. bis 11. Dezember bereist das Wanderkino der schulen des Kreises wieder die festgelegten Stationen, um Vorführungen, die ganz auf das nahende Weih- nacht-fest eingestellt sind, zu geben. Er werden oor- aeführt: „Das Mädchen mit dein Schwejelholzchen* (nach dem Andersschen Märchen). „Hans Huckebein der Unglücksrabe- (Busch), „Des deutschen Kindes Weihnachtsfest". Qm Laufe des Jahres wurden im Kreise von Berufsphotographen Aufnahmen aller wichtigen Baudenkmäler ufw. gemacht und di, Bilder zu einer 5) e i m a t f e r i e für daa Wanderkino zusammengestellt. Qn 195 Auf- nahmen ist alles wichtig Erscheinende im Bilde festgehallen. Weiter plant die Lehrlichtbildstellc die Schaffung einer Photoabteilung unter der Lehrerschaft, um möglichst schnell für den Unterricht wichtige Dinge aus Dem Gebiete der Natur, Kunst, Kultur, Geschichte. Geologie, Jugendseste u.dgl. im Bilde aufzunehmen und in Filmvorführungen zu verwerten.
le. Stockheim, 23. Nov. 3n der vorigen Woche fand im Deitzelschen Saale dahier ein von etwa 60 Lehrern des Kreises besuchter fünftägiger Kursus für praktische G e st a l - lang des Unterrichts in Haus, und landwirtschaftlicher sowie gewerblicher Naturkunde statt. Schulrat Senner, der vor einigen Wochen über diese Sache vor der gesamten Lehrerschaft des Kreises sehr eindrucksvoll gesprochen und diesen Kursus ver- aiüastt hatte, konnte chn nicht selber leiten, hatte aber in Lehrer 'Barens, Frankfurt a. M.. einen sicheren und gewandten, ganz in seinem Sinne arbeitenden Leiter gesandt. Der Kursus verlief sehr anregend und belehrend. Jedem Teilnehmer wird cs jetzt wohl abgeschmackt vorkommen, den Unterricht da auf das Wort zu gründen, wo der praktische Versuch mit einfachen Mitteln möglich und wirklich die allein sichere Grundlage ist. Die erklärliche Scheu var so manchem etwas gefährlichen Versuch wird bei allen verschwunden sein. Hoffentlich gelingt es, in allen Gemeinden die im Verhältnis zur Wichtigkeit des Gegenstandes geringen Mittel für die zu |o modernem Unterricht notwendigen Apparate und Chemikalien auszubringen.
△ Echzell. 23. Nov. Die hiesige, durch die Ruhestandsversetzung des Pfarrers Strack f re i gern o r b e n e Pfarrstelle wurde Pfarrer Sie- deck zu Merlau bei Mücke übertragen. Zur Zeit werden am Pfarrhause notwendige 'Ausbesserungsarbeiten vorgenommen.
Kreis Schotten.
)—( Ruppertsburg, 23. Aov. Unter den von dem Derein für »chemische 3 n 6 u- st r t e", FabrtkFriedrichshütte mit Pension entlassenen Arbeit.rn ist auch der hiesige 76jährige Heinrich Ziffert. 41 3ahre hat er in treuer, fleißiger Arbeit der Fabrik gedient, hauptsächlich als Gärtner im Dienste der Arbeiterküche. Sein heiteres, freundliches Wesen machte den wackeren Alten bei Arbeitgeber,:, Arbeitskollegen und allen, die ihn kannten, be-> liebt. Ein großer Freund des Gesangs, war er 34 3ahre lang in dem hiesigen Männergcsang- verein aktiv und sang noch vor drei Jahren feinen schönen 1. Tenor.
Kreis Alsfeld.
te* Alsfeld. 23. Nov. Das Projekt der Errichtung einer Bade - und Schwimmanstalt, dos die hiesige Stadtverwaltung schon im vorigen Jahve beschäftigte, wird nunmehr zur Ausführung kommen. Die Lösung der Platzfrage bot große Schwierigkeiten, da die wichtigste Frage dabei, eine cinwandvfreie und ausreichende Wasserzuführung zu bekommen, von vornherein nur wenige Plätze in Frage kommen ließ. Nachdem man verschiedene Projekte ins Auge gefaßt hatte, einigte man sich schließlich in der letzten Stadtoerordnetenfitzung dahin, die Badeanstalt endgültig auf dem Gelände der städtischen Bleiche entlang des Dammes des Erlenteiches. unmittelbar an diesen angrenzend, zu errichten. Zu diesem Zwecke wurde die anstoßende sog. Stumpssche Wiese, die ca. 10 000 Quadratmeter umsaßt, käuflich erworben. Mit der Ausführung der Arbeiten, die als N o t st a n d s a r b e i l durch Er- werb^ose vorgesehen ist, wird alsbald begonnen wsrd«n. Die Anlage wird so eingerichtet, daß sie den neuzeitlichen Anforderungen des Schwimmsportes
entspricht, so daß auch sportliche Veranstaltungen darin avgehalen werden können. Um die Kanalisation weiter zu fördern, wurde beschlossen, gleichfalls im Wege von Notstandsarbeiten die Un- tergaffe, Mainzer- und Obergasse zu kanalisieren, womit diese hauptsächlichsten Geschäftsstraßen endlich auch ein neuzeitliches Straßenpjlaster erhalten werden, das dringend notwendig erscheint.
<0? Nieder-Gemünd en, 23. Nov. Gegenwärtig werden unsere Dorf st raßen und ein Teil der Gemeindefeldwege mit Schotter gedeckt. Wahrend in früheren Jahren die oteine durch hiesige Landwirte aus dem Feld zusammen- gesahren und, an Ort und Stelle geklopft, oder von den Basaltwerken in Nieder-Ofleiden oder Samberg bezogen wurden, wird das Deckmaterial in diesem Jahre als Abfallprodukt seitens der hiesigen Bahnmeisterei geliefert. Die Steine eignen sich zur Bedeckung der Straßen noch vorzüglich, anderseits bedeutet diese Art des.Bezugs für unsere Gemeindekasse nur eine verhältnismäßig geringe Ausgabe.
= Ober-Ohmen, 23. Aov. Dem hiesigen Bolksbildungsverein wurde in Anbetracht seines vvlksbUdnerischen Wri:ns von dem Hess. Landesamt für das Bildungs- Wesen eine Beihilfe von 50 Mk. bewilligt.
)' Grebenau, 23.Aov. Auf Beschwerde eine- Anwohners, dem die alten Linden auf dem K i r ch p l a tz zu viel Licht Wegnahmen, hat man vor kurzem die schönen alten Bäume, die, vom Ort und der Dahn aus gesehen, die Kirche idyllisch einhüllten, derartig toupiert, dah nur noch einige nackte Stümpfe übriggeblieben sind, die das Bild der Aacktheit noch erhöhen durch ihre Dürftigkeit. Das schöne Dlld einer Dorflirche ist nun seines Zaubers entließet. Hier wäre weniger sicher mehr gewesen. Man hätte durch ein ausgiebiges Auspuyen gewiß der Beanstandung abhelfen und doch auch das vielen liebgewordene Bill) unangetastet lassen können. .
Kreis Lauterbach.
WSA. Lauterbach. 23. Aov. Ein Buchhalter der Hutfabrik Wegener in Dli tzen- rvd ging nach Plnterschlagung einiger tausend Mark flüchtig, wurde aber bald danach bei DeNyandten in Westfalen verhaftet. Die älnterschlagung beging er, trotzdem er ein ganz ansehllliches Gehalt bezog. Das Geld hatte ec bei seiner Festnahme restlos Lurchgebracht.
fl. Lauterbach. 23. Aov. Fetzt fand hier die zweite staatsbürgerliche Dil- dungstagung derReichszentrale für Heimatdienst statt. Die Beteiligung war gut, i insbesondere von feiten der Lehrerschaft. Die Lettung lag in der Hand des Herrn Karl Ollmert (Frankfurt). Vormittags sprach Studienrat Dr. Körber (Franlfurt) über: „Die groben Linien der deutschen Außenpolitik vor und nach dem Weltkriege". Studiendirektorin Dr. Kemff (Frankfurt) sprach über: „Die Zusammenhänge zwischen Staat und Wirtschaft". Studienrat Dr. König (Sieben) behandelte in seinem Dortrage „Staat und Volk" das Problem der Auslanddeutschen, der deutschen Minderheiten im Ausland. Sine staatliche Rückgewinnung Elsab-Lvtbringens lehnte er, obwohl selbst Elsässer, ab. Dagegen müssen wir mit dem deutschen Bolts tum jenseits der Grenzen geistig verbunden bleiben. Reicher Beifall lohnte alle Redner.
Starkenburg.
* Darmstadt. 23. Aov. In der Aähe von Biblis im Ried wurde dieser Tage bei Erdarbeiten ein fränkisches Grab aufgedeckt. Es wurden zwei fast vollständige Skelette gefunden, von denen eines einen deformierten Schädel auf- wies. Die Grabbeigaben bestanden in Ringen, Perlen, einer Brosche imb einem Schwert. Die Brosche besteht aus Bronze mit Silberverzierungen. Die Ringe sind aus Messing. Der Denkmalpfleger Prof. Dehn hat die Gegenstände bereits untersucht.
WSA. Offenbach. 23. Aov. Der hiesigen Kriminalpolizei ist es gelungen, den 22jährigen Dienstknecht Paul Pannicka aus Treuen- brietzen, der von der Desscn^r Staatsanwaltschaft wegen Mordes, begangen Im Jahre 1924 in Dennewitz im Kreise Jüterbog an einem unbekannten Manne, gesucht wurde, zu ermitteln und festzunehmen.
WSA. Groß-plmstadt, 23. Aov. In der Aacht zum Sonntag hat sich im benachbarten Wenig-plmstadtein schwer es Llnglück ereignet, das leider ein Menschenleben forderte. Die beiden Söhne des Schneiders Müller, der gerade Kleider ablieferte, während die Mutter sich zur Ruhe begeben hatte, wollten sich auf einem Spirituskocher Wasser warm machen. Dabei explodierte derselbe, wodurch der ältere Knabe sofort in Hellem Flammen stand. Dis Hilfe herbeikam, war ec so zugerichtet und am ganzen Körper verbrannt, dab er trotz ärztlicher Hilfe am andern Tage verstarb.
Preußen.
Streik Wetzlar.
□ 21 uS dem Kreise Wetzlar, 23.Aov. Die Kreisstrabenbauverwattung hat an den an den Provinzial- und Kreisstraßen stehenden Ob st bäumen Fanggürtel anbringen lassen, die der Bekämpfung des den Obstbaumen schädlichen älngeziefers dienen sollen. Auch die an den Wegkreuzungen und -gabelungen befindlichen Wegweiser sind, soweit sie schadhaft waren, durch neue große gelbe Tafeln mit schwarzer Aufschrift ersetzt worden. Die Gestaltung der Wegweiser in der neuen Form entspricht einer Anregung des Siedlungsverban- des Ruhrkohlenbezirk zu Essen.
xp. O d e n h a u s e n (Lahn), 24. Aov. Heute feiern Lehrer a. D. Müller und Gattin, geh. Bölk, in seltener Rüstigkeit und Frische das Fest der Goldenen Hochzeit.
<> Hochelheim, 23. Aov. Einem Anträge .der hiesigen Gemeinde entsprechend, sind hier jetzt zwei. Haltestellen der Krastpo st- linie G ieb en—Ai ederkleen eingerichtet; die eine befindet sich bei dem oberen Dack- hause, die zweite bei der Postagentur.
<> Ebersgöns, 23. Nov. Hier haben sich junge Burschen zusammengetan und einen Wan-
Der Rechtsspiegel.
Das Grundstücks-Vorkaufsrecht
(Nachdruck verboten.)
Die gegenwärtige neue Neichsgenchlsentfcheidung spricht aus, daß der öffentliche Glaube des Grund buchs (§ 882 BGB.) verjag:, wenn ein Grundstück verkauft wird, ehe das Dritten zugebilligte Lor- kaufsrecht im Grundbuch zur Eintragung «langt.
Der Bäckermeister St. in Plauen halte den Klägern am 23. Mai 1923 an jeinem Grundstück ein Vorkaufsrecht für alle Berlaujsfälle cingeräumt und die Eintragung dieses Vorkaufsrechts im Grundbuch beantragt. Der Antrag ging beim Grundduchamt am 31. Ma: 1923 ein, mußte aber infolge Jormmangcls des Textes berichtigt werden. Erft am 24. September 1923 wurde nach entsprechender Berichtiguna das Vorkaufsrecht eingetragen. Indessen hatte der K. das Grundstück dem beklagten Fabrikanten (8. in Plauen verkauft und ausgelassen. Der Kauf wurde am 5. Juli 1923 beurkundet. Der Antrag auf Eintragung des Eigentümers ins Grundbuch ging beim Grundbuchamt am 6. Juli 1923 ein. Und zwar wurde der Beklagte am 24. September 1923 — am gleichen Tage, an dem das Vorkaufsrecht für die Klager in das Grundbuch eingetragen wurde — als Eigentümer des Grundstücks eingetragen. Die Kläger behaupten, am 30. August 1923 das Vorkaufsrecht ausgeübt zu haben, und verlangen Verurteilung des Beklagten, darein zu willigen, daß sie als Eigentümer in das Grundbuch eingetragen werden. Das Landgericht Plauen erkannte auf Abweisung dieser Klage, das Oberlandesgericht Dresden dagegen trat den Klägern bei, indem es davon ausging, daß der öffentliche Glaube des Grundbuchs nach § 892 BGB. gegenüber einer Unrichtigkeit des Grundbuchs in Betracht kommt, daß das Grundbuch aber nicht schon dadurch unrichtig wird, daß eine beantragte Eintragung noch nicht erledigt ist. Das Reichsgericht hat dieses Urteil des Obcrlandesgerichls aufgehoben und gleich dem Landgreicht auf Abweisung der Klage erkannt. In den reichsgerichtlichen Entscheidungs- gründen hierzu heißt es: Das Vorkaufsrecht ist grundsätzlich nur auf die Zukunft gerichtet. Es muß enftanden fein und bestehen, bevor der Kaufvertrag abgeschlossen wird, gegen den sich seine Ausübung richten soll. Das dingliche Vorkaufsrecht entsteht aber erst mit feiner Eintragung in das Grundbuch. Soweit aus ihm Rechte hergeleitet werden sollen, ist die vollzogene Eintragung zum Grundbuch Voraussetzung. Nur auf das dingliche (eingetragene) Vorkaufsrecht können sich die Kläger stützen. Sie können aber dem Beklagten auf dieser Grundlage den Erwerb nicht streitig machen, weil sein Kauf bereits abgeschlossen war, als die Kläger das — dingliche — Vorkaufsrecht erwarben.
Haftung der Reichsbahn für Hochwasserschäden durch die Bahnanlage.
(Nachdruck verboten.)
Bei einem Wolkenbruch in Hagen und Umgebung ergossen sich die Wassermassen des Malmekebaches infolge der angelegten Eifenbahnüberführung in die durchZeführte und deshalb niedriger gelegte Schwerter Straße. Sie überfluteten dabei das Grundstück des Bauunternehmers K. in Hagen-Eckesey. Eine starke Grundstückseinfriediguna wurde teilweise umgerissen, ein Kartoffelacker und ein großer Teil der tags zuvor gemähten Mischfrucht wurden überschwemmt, die Obstbäume wurden beschädigt, ein Teil der Gartenfrüchte verschlammte und die am Volmeufer befindliche Kaimauer mit ihrem Gitter wurde auf einer Länge von 150 Meter umgeworfen. Der Kläger macht die Deutsche Reichsbahngesellschaft für den Schaden verantwortlich, weil die Bahn bei dem in den Jahren 1904 bis 1915 erfolgten Umbau der Bahnanlage die unter der Eisenbahn durchgeführte Schwerter Straße ohne entsprechende Schutzvorrichtungen tiefer gelegt habe, so d"ß diese bei dem Wolkenbruch wie ein Flutkanal w.rkie, der die Wafsermengen des höher gelegenen M.ttmcke- baches aufnahm und sie dem Grundstück des Klägers zuführte. — Landgericht Elberfeld und Ooerlandes- aericht Hamm haben den auf Zahlung von 24 294 Mark gerichteten Klageanspruch dem Grunde nach für gerechtfertigt erklärt. Die von der betlngien Reichsbahngesellschaft beim Reichsgericht eingelegte Revision ist ohne Erfolg geblieben und zurückgewiesen worden. In den reichsgerichtlichen Cnlschei- dungsgründen hierzu heißt es: Die Dorinstanzen haben den Tatbestand des § 823 Abs. 1 BGB. als erfüllt angesehen und dementsprechend den Klage- anspruch für gerechtfertigt erklärt. Die Eisenbahn hätte mit derartigen Naturkatastrophen rechnen und gehörige Vorkehrungsmahregeln treffen müssen.
Wenn die ganze Bahnhofsanlage nicht vorhanden gewesen wäre, hätte das Wasser, dem natürlichen Gelände folgend, sich über die ganzen Wiesen verteilt und auf dem Lause nach der Holme das Grundstück des Klägers nicht roejentlid) beschädigt. _
Vorsicht beim Uederholen.
(Nachdruck verboten.)
Kraftfahrer können nicht genug vor unvorsichtigem Uederholen gewarnt werden. Diese Unvorsichtigkeit besteht zumeist bahn, dah sie |u nahe an den zu überholenden Personen oder Fuhrwerken vorbei» fahren wollen, jo dah schon die geringste Bewegung aus ihre Fahrbahn zu Unfälle verursacht, wie sie täglich gemeldet werden. In solchen Fällen ist es schwer, den vom Auwmobilgejetz geforberten Ent» lastungsdewcis in der Richtung zu erbringen, daß der Lenker des Fahrzeugs „jede nach den Umständen des Falles gebotene Sorgfalt* beobachtet hat. Erst wenn dieser Nachweis erbracht wird, gilt das ungeschickte Verhüten des Verletzten als „unabwendbares Ereignis" im Sinne von § 7 Autornodilgesctz.
Im gegenwärtigen Falle ist der Dachdecker» meister e. m Köln-Holweide auf der Straße außerhalb Mülheims, wo er auf seinem Fahrrad fuhr, von einem Kraftwagen der Motorenfabrik D., als der Chauffeur ihn überholen wollte, umgestohen und schrvcr verletzt worden. Das Landgericht Köln erkannte den Schadenersatzanspruch des Klägers zur Hälfte als gerechtfertigt an, das Oberlaltdesgencht Köln den Leistungsansvruch im vollen Umfange, aber nur im Rahmen des Automobilgesetzes. Das Reichsgericht hat es bei diesem Urteil belassen und die Revision der Betlagten zurückgewiesen. In der Urteilsbegründung heißt es, daß die Beklagten den ihnen nach § 7 Automobilgesetz obliegenden Entlastungsbeweis nicht erbracht haben. Das Ober- landesgericht hat auf Grund der Beweisaufnahme die Möglichkeit für gegeben erachtet, daß der Wagenführer mit zu geringem Abstand an dem Kläger vor- beifahren wollte, infolgedessen also nicht jede nach den Umständen des Falles gebotene Sorgfalt beobachtet habe. Auf diesen Abstand von dem Radfahrer kam es wesentlich an; wäre er größer gewesen, dann wäre der Kläger nicht schon durch eine vielleicht kleine, durch Unsicherheit verursachte Bewegung nach links in die Fahrbahn des Autos gekommen.
Ungültigkeit einer Lebens- verficherungtrotzDorauszahlung der Prämie.
(Nachdruck verboten.)
Ein eigenartiaer Lersicherunasrechtsstreit hat unlängst das Reichsgericht beschäftigt. Der Erblasser der in Karlsruhe wohnhaften Kläger schloß am 31. Mai 1924 mit einer Berliner Lobensverfiche- rungsgesellschast einen Lebensvcrsick-erungsoertrag über 10 000 Mark ab und zahlte sofort im voraus die Prämie für ein halbes Jahr. Der Versicherungsschein wurde antragsgemäß unter Angabe des 1. Juni 1924 als Ansangstag der Versicherung ausgestellt, von der Direktion am 6. Juni unterzeichnet und von dem Be^irksvettreter am 8. Juni mit Quittung versehen. An» 9. Juni starb der Erblasser der Klager und erst am 10. Juni wurde der Versicherungsschein an seine Witwe ousgehandigt. Die beklagte Versicherungsgesellschaft verweigert die Zahlung der Versicherungssumme, indem sie geltend macht, daß der Vertrag nicht zustande gekommen sei. Hilfsweise socht sie den Vertrag wegen Irrtums und wegen arglistiger Täuschung über den Gesundheitszustand des Versicherten an. Sämtliche Instanzen — Landgericht und Kam- mergericht zu Berlin und Reichsgericht — sind ihr beigetreten und haben die Klage auf Auszahlung der Versicherungssumme abgewiesen. Aus den reichsgerichtlichen Entscheidungsgründen: Do der Vertrag frühestens mit dem Eingänge der Annahmeerklärung her Dersicherungsaesellschaft durch Aushändigung des Versicherungsscheins bei den Klägern zustande gekommen fein kann, so ergibt sich die Frage, ob ein Zustandekommen des Vertrages durch den indessen erfolgten Tod des Versicherten überhaupt verhindett morden ist. Das wird vom erkennenden Senat des Reichsgerichts bejaht. Durch den Versicherungsvertrag übernimmt der Desicherer gewöhnlich die Pflicht, die Versicherungssumme bei späterem Ein- iritt eines bestimmten Ereignisses zu zahlen. Soll die Versicherung sich auf einen früheren Fall erstrecken, so bedarf es einer besonderen Bestimmung. Demnach besteht bei einem Lebensversicherungsoertrage mangels einer faschen besonderen Bestimmung der Anspruch auf die Versicherungssumme nicht, wenn der Todesfall schon vor dem Vertragsschluß eingetreten ist.
devk 1 ub gegründet, der den Namen „Club Edelweiß" fuhn. Der Club will durch Wanderungen in die nähere und weitere Umgebung den Gedanken zur Förderung und Pflege der Heirnt- liebe stärken helfen.
D Klein-Rechte nb ach, 23. 21od. Die Arbeiten an dem neuen Schulhausbau sind schon soweit vorgeschritten, daß gestern die Zimmerleute das Gebälke „aufschlagen" konnten. Es sind noch einige Maurerarbttten auszusühren, nach deren Deendigung das neue Schulhaus im Rohbau vollendet sein wird.
Kreis Biedenkopf.
T Dieber. 23. Aov. 2T8 unsere Borfahren sich <ux der Stelle unseres Dorfes ni^dwl'egen, war dir Welt im Diebertale schon vertritt. Daher liegt unser Dorf in den Gemarkungen Königsberg, Fellingshausen und R o d h e i m. Das ist für d'.e Verwaltung und für die Cinwoh-.er ein lostsp eliger und nachteiliger Zustand. Seit 1819, also seit über hundert Jahren, ist man bestrebt, der Sache ein Gade zu brre.ten und Bieber mit eigner Bemarkung selbständig zu machen. Es sind im Laufe der Zeit v.ele Herren höheren Orts in dieser Angelegenheit her gewesen, aber die Sache schien an der Kostenfrage, rnsonderhett der Vermessung der drei Gemarkungen, zu scheitern. Aach den unablässigen Bemühungen des Gastwirtes G e r l a ch von hier hat nun unser neuer Landrat G o h m a n n dir Sache wieder aufarnvmmen; er beabsichtigt, den Ort mit der näheren Plmgebung der Gemarkan; und Verwaltung Rodheim anzuschlirhen. Zu diesem Zwecke hat der Landrat auf nächsten 5>on.ier8tofl abend eine Versammlung in den Derlachschen
Saal einberufen, zu der alle Interessenten, auch die auswärtigen, schriftlich eingeladen sind. Hoffentlich kommt die Sache nun erchnch zu einem guten Llbschluh.
Kreis Westerburg.
CO Westerburg, 23. Nov. Die Gemeindevertreter in Waldmühlen beschlossen die Er- bauung einer einklassigen Schule mit Lehrecwohnung. Da das jetzige Schulhaus schon an Jahre 1832 erbaut ist und sich infolgedessen in sehr baufälligem Zustand befindet, kommt man hiV einem dringenden Bedürfnis nach. Die Bauausführung und -leitung untersteht dem Kreis- bauamt Westerburg. — Die unterhalb Steine- f r e n z über den E i f e n b a ch nach Girod füh. renhe Brücke war baufällig geworden. Der Bezirksverband ließ sie in diesem Sommer durch eine breite aus Eisenbeton ersetzen, so dah jetzt allen modernen Berkehrsanforderungen genügt ist. Dieser Tage ist die neue Brücke für den Verkehr freigegeben worden.
Oderwesterwaidkreis.
Höhn-Urdors, 23.Nov. In dem Stein- bruch der Gewerkschaft Albert bei Großseifen verunglückte ein Arbeiter dadurch, daß er im Augenblick, als die Seilbahn a n z o g, in eine Schlinge des Seils trat. Der Fuß wurde ihm über dem Knöchel glatt ab geschnitten. 8
Maingau.
WSA. Frankfurt a. TL, 23. Aov. In der heuigen Stadtverordnetensitzung wurde das vom Magistrat vorgelegte A o t - stand s Programm in Höhe von über 3,5
Braucht Deutschland
Unsere am 6. November gestellten Preisaufgaben waren in ihrer Fassung etwas schwer; wir stellen daher die erste Frage allein als Prcisaufqabe und haben hierfür 10 sondere Preise bereit* gestellt. Die Fragen vom 6. November werden wie vorgesehen bewertet. Einsendungen bis 1. Dezember erbelen an den Bunb der Kolonlalfrcunöe e.v., Eeschäftrstelle Liehen, Lahnstr. 15,


