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1 rauen zu schaffen, nämlich dadurch, daß er so I rasch wie möglich die Ursachen beseitige, die dre Kommission Walch noch h.ndere, die Reichshaupt­stadt zu verlassen. Das sozialistischeOeuvre" schreibt, da di« finanziellen Gegen­leistungen, die Stresemann in Thoiry ins Auge gefaßt habe, vorläufig nicht in Betracht kämen, deshalb erkläre sich Stresemann nicht bereit, die Sorgen Frankreichs um ferne Sicherheit in Rechnung zu stellen und eine Völker- bundskontrolle anzunehmen, die kein Köder sei. Warum wolle er nicht in eine ständige äleberwachungsorganisation an ge­wissen Punkten der entmilitarisier­ten Rheinlandzone einwilligen? DerFi- garo" erklärt, die Rede Dr. Stresemanns zeige, daß die Reichsregierung bezüglich der wesent­lichen Punkte keine Zugeständnisse an Frankreich zu machen beabsichtige. .Scho de Paris" schreibt, bedauerlicherweise spreche die Logik von Locarno und Thoiry für die Rede Stresemanns. Seit zwei Jahren spiele Frankreich bei allen seinen Abkommen mit Deutschland und den mit ihm geplanten Abkommen von vornherein die Hypothese der Gewalt und des schlech­ten Vertrauens aus. Wie könne Frankreich ohne seinem Wort untreu zu werden, heute Ge­walt- und äleberwachungsmahnahmen aufrecht- erhalten, die ohne eine derartige Hypo­these keinen Sinn hätten? Der englische und der italienische Schiedsrichter, die man in Locarno eingesetzt habe, konnten in diesem Punkte Frankreich nur Unrecht geben.

Ein Vorschlag derMalin".

Vorzeitige Rheinlandräumung gegen ständige Kontrolle der entmilitarisierten

Zone.

Paris. 23. Rov. Der ..Malin" schreibt in einem zweifelsohne nicht ohne Fühlungnahme mit den amtlichen französischen Stellen geschriebenen Artikel. Deutschland erkläre, daß es seinen Enlwafs- nungsvcrpsiichtungen Genüge geleistet habe, und tat­sächlich könne man sagen, daß, trotzdem noch einige Kapitel zu regeln seien, das Ende der Mili­tär k o n t r o l l e in Deutschland mit riesigen Schritten herannahe. Menn die Kontroll­kommissionen aus Deutschland zurückgezogen wür­den, träte Art. 213 des Versailler Friedeusvertrags in Kraft, und außerdem müsse auch die entmili­tarisierte Zone kontrolliert werden. 3n beiden Fragen weigere sich Deutschland, übrigens mit Anter st ützung derEng- l ä n d e r, eine Kontrolle auzunehmen in Form eines ständigen Organismus. Die französi- idje öffentliche Meinung sei einmütig der Ansicht, daß die Rolle des Völkerbundes in der Entwass- nungskontrolle präzis sein müsse, bevor die Aeber- tvachung der interalliierten Militärkontrolle auf­höre. Die deutsche Regierung verlange vor allen Din­gen das vorzeitige Ende der Rheiniandbesehung. Es fehle also, wenn man sich wirklich mit ihr über die Organisation wirksamer Kontrollmiltel sür die Zu­kunft verständigen wolle, nicht an Verhandlungs­grundlagen. Man könne, wenn man wolle, die B e - -atzung abkürzen unter der Bedingung, daß schon se lz t an Stelle der scanzösischen Truppen eine befriedigende Gestaltung der Kontrolle des Völkerbundes organisiert würde. Das fei vielleicht das einzige Mittel, um dem französischen Parlament eine beschleunigte Räumung annehmbar zu machen. Der französische Minister, der sie zu rechtfertigen hätte, gerate nicht in Verlegenheit, um zu beweisen, daß es besser sei, ein Regime stän­diger Sicherheit an Stelle eines Besahungs- regimes treten zu lassen, das ja doch nach wenigen Jahren einEndeslndeu müsse. Wenn eine der­artige Transaktion vor der öffentlichen Meinung in Frankreich vertreten sei, so sei ste für jedes deut­sche Ministerium unerläßlich, das seinem Land Son- trollsysteme schmackhaft machen wolle, die in ge­wissen Punkten das in den Verträgen festgesetzte Recht überschritten. Doch derartige Verhand­lungen seien nur möglich in einer allgemeinen Dis­kussion über die europäische Politik, so wie sie in Thoiry eingeleitet worden sei.

Die Notwendigkeit der allgemeinen Abrüstung.

P a r i s, 23. Rod. (TTl.) Der belgisch« Völker- bundsdelegierte Senator de Drouqudre, der bei den Genfer Abrüstungsverhandlungen eine führende Rolle spielt, veröffentlicht im^ Oeuvre einen Artikel unter der Tleberschrift:Soll ab- gerüstet werden?" Gr kommt dabei zu folgenden bemerkenswerten Sähen: Die Hauptsache ist, daß die Frage einmal gestellt wurde. In Versailles hat sich Deutschland verpflichtet, abzurüsten, um die Vorbereitungen zu einer allgemeinen Rü­stungsbeschränkung aller Rationen zu ermöglichen. Entweder müssen wir uns an das Deutschland im Vertrag gegebene Versprechen der allgemeinen Abrüstung halten oder erklären, daß wir es nicht halten werden und dem gemäß gestatten, daß auch Deutschland sich nicht mehr in vollem Wabe an sein Versprechen Ct Wir müssen aber entwaffnen oder wir steuern in unmittelbarer Zukunft einem Kriege zu. Ich zweifle daran, schreibt Drouquere zum Schluß, ob sich Regierungen finden, die vor ihren Völkern die schwere Verantwortung aus sich neBgieu werden, das Abrüstungsgesetz, wenn es einmal konkrete Formen angenommen hat, zu verwerfen.

Indien und die Neichrkonferenz

Bombay. 23. Rov. (WTD.) Die indischen Blätter äuhern sich im allgemeinen wenig be­friedigt über den Bericht des Ausschusses der Reichokonferenz für die Beziehungen innerhalb des Reiches. Das in Kalkutta erscheinende B'.att ..Forward" schreibt: Indien wird in de r H a n d fremder Herrscher sein, während das Parlament absolut keine Kontrolle über die Dominions haben wird. Das Blatt ^Amrita Bazar Patrik" bemerkt: Solange Großbri­tannien eine Stimme in den Angelegenheiten der Dominions hatte, bestand wenigstens ein gewisser Schutz für das Volk Indiens gegen Ungerechtigkeiten von leiten der Vertreter der Kolonien, aber in der neuen Arra wird Großbritannien, selbst toeivn es dem indischen Volt helfen wollte, dazu nicht in der Lage sein. Das in Madras erscheinende BlattAews India" ist der Ans.cht, daß Indien in Zukunft die Untergebene in einem Haushalt mit sechs Herrinnen statt bisher einer sein weö>e und fordert Indien dringend auf. die größten Anstrengungen zu machen, um den Dominions- Status zu bekommen. Das in Bombay erscheinende BlattRational

DieAusnahmegefetze MIiaUen.

Mussolini über das

Rom, 24. Rov. (TU.) Der italienische Mi­nisterpräsident empfing den römischen Vertre­ter der Telunion zu einer längeren Unterredung, in der Mussolini erklärte, daß durch die von der Opposition ausgeübte, aber mißglückte Sa­botage die ganze Ration tiefgehend be­unruhigt würde. Das konnte die Regie­rung, die allein die Verantwor­tung trägt, nicht dulden. Daher war die Schäftung der strengen Maßregeln notwendig, die aber nur Ausnahmegesetze darstellen, welche durch die ungewöhnlich erregten Zeiten ge­rechtfertigt waren und auch zeitlich auf 5 Jahre beschränkt sind. Das besondere Gericht in Rom - und nicht außerordentliche Revo­lutionsgerichte, die. wie im Ausland« verbreitet wurde, über das ganze Land verteilt werden ollten bedeutet an sich nicht im mindesten ein Mißtrauensvotum gegen unseren über jeden Verdacht der Parteilichkeit erhabenen Richter- tand, sondern ist lediglich eine Folge der Lang- amkeit unseres regulären Straf­verfahrens, das zu reformieren wir noch keine Zeit gefunden haben. Es ist doch wider- innig, daß über ein vor mehr als einem Jahr begangenen Attentat noch kein Richterspruch ge- ällt werden konnte, weil die Formalitäten der Prozedur zu langwierig sind und allerhand Winkelzüge der Angeklagten eine Verschleppung des Prozesses ermöglichen. Das erweckt beim Volk älnwillen und sogar Mißtrauen gegen die bestehenden Gerichte. Dagegen wird eine Strafe, auch die härteste, als gerecht empfunden, wenn ie die unmitelbare Sühne ennes Verbrechens darstellt. Das neue Tribunal wird und muß schnell arbeiten. Die deutsche Presse verkennt den Einfluß, hen

faszistische Regime.

derGrand Orient" in Italien hat und gehabt hat. Er ist immer international und antireligiös, destruktiv und unmoralisch gewesen. Die italienischen Ligen haben in der raffinier­testen Weise und völlig skrupellos jede vorüber­gehende Tlnzufriedenheit cinzekner Erwerbsllassen und einzelner Berufe und jede Schwankung im Strom der öffentlichen Meinung ausgenutzt, um die Ordnung im Staate und die Hierarchie im Heer und in der Beamtenschaft zu zersetzen. Dir find ein gesundes, nationalempfindendes und katholisches Volk. Wir können feine demoralisierenden Faktoren, keine Staats­feinde und keine Kirchenfeinde dulden. Die politischen Beziehungen zu Deutschland sind durchaus freundliche. Auch die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern nehmen einen immer größeren und erfreulicheren Auf­schwung. Mein persönliches Entgegenkommen kann man daraus ersehen, daß in den letzten Tagen auch der Abschluß eines Ablösungsabkom­mens für den deutschen Besitz in Süd­tirol perfekt geworden ist und ich die Freigabe einer Anzahl deuts^r Drsitzungen verfügt habe. Auch bei Einzelfragen, w e z. D. der Frage der Handhabung der Militärkontrolle, könnte man zu einer Verständigung kommen, vielleicht im Anschluß an die englische Auffassung. Ans in Italien interessiert die epochemachende Erfindung des hervorragenden deutschen Gelehrten Dergins »über die Verflüssigung der Kohle in ß<mz außerordentlichem Maße, da wir reiche Draunkohlenlager haben, die viel intensiver aus­genutzt werden können. Die Volker sollten sich überhaupt in ernster Arbeit kennen und gegen­seitig schätzen lernen und sich nicht gegenseitig durch die Drille der Verhetzung betrachten.

Herald" schreibt: Die Reuorientierung der Reichspolitik macht-Indiens Lage augenblicklich unerträglich und legt allen indischen Patrio­ten die Pflicht auf. die Politik der Rvncv- oderation sortzusetzen. Das BlattBombay Chronicle" schreibt: Indien spielt in dem Bericht des Ausschusses der Reichskonferenz, der einen Triunrph für die Dominions bedeutet, eine trau­rige Rolle.

Unzufriedenheit in Nordirland.

London. 24.Rov. (TA.) In Rordirland ist man mit dem Ausgang der britischen Reichs­konferenz sehr unzufrieden. Auf einer Sit­zung des nordirländischen Kabinetts wurde be­schlossen, eine Delegation nach London zu entsenden, um Vorstellungen im Zusammenhang mit der durch die Vorschläge der britischen Reichskonferenz geschaffenen Lage Alfters zu erheben. Allster will sich über das Verschwinden der WorteVereinigtes Königreich" aus dem Titel des Königs und den Ersatz durch die WorteKönig von Großbritannien, Irland und den britischen Dominions" bellagen. Man vertritt in Alster die Auffassung, daß danach Rordirland ebenso wie Südirland von Groß­britannien getrennt fei.

Amerikas Oelinteressen in Mexiko.

Spannung zwischen denVereinigtenStaaten und der Regierung Calles.

Washington, 24. Nov. (WTB. Funkspruch.) Die vom Staatsdepartement vorgenommene Der- ösfentlichung des bisher geheimgehaltenen Noten­wechsels mit Mexiko über die Anwendung der neuen mexikanischen Gesetze aus die amerikani­schen Oelinteressen in Mexiko haben in wohlunterrichteten Kreisen zu den Gerüchten Anlaß gegeben, daß die Vereinigten Staaten beabsichtigen, einen unnachgiebigen Standpunkt in dieser Ange­legenheit einzunehmen und selbst bis zur Zurück­ziehung ihres Botschafters zu gehen. Das Staats­departement veröffentlicht die Noten ohne Kommen­tar, jedoch ist der Ton der amerikanischen Noten gleichbedeutend mit einer Warnung an Mexiko, daß die diplomatischen Beziehungen g e - färbet würden, wenn die mexikanische Regierung dis amerikanischen Bürger des uneingeschränkten Genusses ihrer Eigentumsrechte berauben würden. Die Negierung Calles nimmt offen den Standpunkt ein, daß Mexiko im Begriff sei, zu einem neuen System der Nationalisierung der na­tionalen Bodenschätze überzugehen, wodurch es notwendig werde, daß die alten Rechte sich im allgemeinen Interesse der Nation sich den neuen Prinzipien anpassen. Ein gewöhnlich gut unterrich­teter Korrespondent schreibt, es würde nicht ohne Vorgang sein, wenn der amerikanische Bot­schafter, der jetzt nach Mexiko unterwegs ist, zurückberusen werden würde. Ein solcher Schritt würde selbstverständlich nicht den A b - bruchderdiplomatischen Beziehungen bedeuten, der nur durch die Abreise des Personals der Botschaften beider Länder vollzogen werden würde. In der diplomatischen Geschichte fei auf Abbruch der diplomatischen Beziehungen stets Krieg gefolgt, wenn dies auch nicht immer bei den Vereinigten Staaten und Latein-Amerika der Fall gewesen sei.

vieveutschenim Prager Kabinett

Prag, 24. Rov. ($41) In der General­debatte zum Staatsvoranschlag im Prager Abge­ordnetenhaus erklärte als deutschnationaler Oppp- sitionsredner Abgeordneter Kalling, die deut­schen Minister trügen die volle Verantwortung für die Behandlung des deutschen Volkes im Staatshaushalt. Seine Aufstellung sei a u f d e n- selben deutschfeindlichen Grundla­ge n erfolgt wie in allen vorhergehenden Jahren. Ramens der tschechischen Rationaldemokraten kri­tisierte Dr. Hajn. daß der Ministerpräsident Svehla von den Deutschen und Tschechen als gleichberechtigt gesprochen habe. Das be­deute eine Rangerhöhung des deutschen Volkstums und eine Herabsetzung des tschechischen Volkes. Solche Aeuberungen verstärkten nur den Größenwahnsinn der Sudetendeut- schen.

Der neue deutsche Vizepräsident des Abge­ordnetenhauses. Zier Hut, sprach namens des Bundes der Landwirte, der von der Mitarbeit der deutschen Minister die richtige Einschätzung des deutschen Volkes erwarte. Die Boden­reform müsse geändert werden. Von 125 Reft-

jülem hätten d-ie Deutschen nicht einmal Ü n f erhalten. Eine solche irreführende Dar- tellung durch die verantwortlichen Faktoren er- chwere die Lage der deutschen Regierungspar­teien. Das geschlossene deutsche Sprach­gebiet könne niemals abgeleugnet werden. Eine Lösung der Sprachenfrage, der Kultur- und Autonomiefrage, die von der Fiktion eines ein­seitigen Rationalstaates ausgeht, toi - derspricht dem staatsrechtlichen Derfassungs- gebauten. Untere programmatischen Forderungen auf Minderheitenschutz, am Selbstverwaltung und Erhaltung unserer kulturellen Forderungen lassen sich bei gutem W Uen auch im Rahmen der Der- fassungsurkunde befriedigen. Wir haben darauf­hin gearbeitet, daß uns Deutschen der er» orderliche E influß auf die Staats­gewalt gesichert werde. Wir können noch hinzu- ügen, daß unserem Lande die Zahl der zwei Minister nicht genügen wird.

Die Lockerung -er wohmmgs- zwangswirtschast in Preußen.

Berlin, 23. Rov. (DDZ.) Die preußische Verordnung zum Abbau der Wohnungszwangs- wirtschast stand am D enstag im Wohnungs- ausschuh des Preußischen Landtages zur Erör­terung. Sie enthält bekanntlich die Befrei­ung größerer Wohnungen und ge- werblicherAäume ohne anschließende Woh­nung aus der Wohnungszwangswirtschaft und war schon im Landtagsplenum umkämpft. Abg. Hoss (Dem.) verlangt die Bildung eines Eini- gungsausschusies für Streitigkeiten aus dieser Verordnung. Abg. Dr. Kaufhold (Dnat.) meinte, selbstverständlich müsse man die Mieter vor Wucher schützen. Mietervereine und Haus- besihervereine müßten zusammenarbeiten, um der Verordnung des Ministers kein Fiasko zu be­reiten. Die Abg. Lüdemann (Soz.) und Kilian (Komm.) mißbilligten den Erlaß des Ministers und verlangten seine Zurückziehung, während Abg. Berkewegen D BP.) daraus hinwies, daß auch bei Freigabe der gewerblichen Räume noch genügend Schutzbestim- m ungen gegen den Wucher vorhanden seien.

In ter Abstimmung wurde der kommu­nistische Antrag auf Zurückziehung der Verord­nung und der demokratische Antrag auf ®tn- fetzung eines Einigungsausschusses abgelchnt.

Rückkehr der Weimarer Koalition in Baden.

Ka r l s r u h e, 23. Rov. (WB.) Rachdem die Verhandlungen zur Blldung einer Regierung der großen Koalition gescheitert waren, haben die Besprechungen zur Wiederher st ellung der Weimarer Koalition geführt. Der Landtag hat das bisher vom Innenminister mit verwaltete Ministerium des Kultus» und des Unterrichts Ministerialdirektor L e e r s vom Reichsinnenministerium übertragen. Dr. Kohler (Z.) behält das Finanzministerium, Dr. Rem- mele (S.) erhält das Innere und Dr. Trunk (Z.) das Justizministerium. Die Wahl des Staatspräsidenten fiel auf Finanzmini- ster Dr. Köhler. Die Vertreter der Bürger­lichen Vercinigung und der Deutschen Volispart i erklärten vor der Wahl Stimmenthaltung. Das bisherige Präsidium des Landtages mit Dr. Baumgartner (Z.) als Präsident wurde wiedergewählt.

Kleine politische Nachrichten.

Wie das WTB hört, bereitet das Reichs- arbeitsministerium die Verlängerung der Kurzarbeiterfürsorge über den 27. Ro­vern der hinaus vor. Ter Verwaltungsrat des Reichsamtes für Arbeitsvermittlung hat der Ver­längerung bereits zugestimmt. Die Zustimmung des Reichsrats ist am Donnerstag zu erwarten.

Ter Finanzausschuß des Deutschen Land­kreistages hat beschlossen, schnellstens die Ausnahme einer S a m m el a n l e i he für die Landkreise in die Wege zu leiten. Tie Anleihe soll ausschließlich für Zwecke des Land st ra­tz enbaues Verwendung finden.

Offiziere und Besatzung des in La Eoruna liegenden deutschen KreuzersEmden" haben am Grabe der Mitglieder der Besatzung eines während des Krieges Internierten deutschen Dampfers Kränze niedergelegt. Die städtischen Behörden gaben zu Ehren der Offiziere der Emden" ein Frühstück.

-otr Danziger Volkstag nahm das Er« mächtigungsgefey in her Ausfchußverfassung an. Aus Antrag der Sozialdemokraten wurde noch ein neuer Paragraph in das Gesetz ausgenommen, durch den der Dolkstag berechtigt wird, gegebenen» falls die auf Grund des Ermächtigungsgesetzes er­lassenen Verordnungen au fzu Heden.

Die italienische Regierung wird eine Sammlung diplomatischer Dokumente zur Außenpolitik Italiens von 1871 bis zum Weltkrieg herausgeben. Der erste Band soll zu An­fang des nächsten Jahres erscheinen.

Der Pariser Professor Baudaut hat festge- stellt, daß der König von Rumänien an Mastdarmkrebs leidet und daß die Vor­nahme einer Operation unbebingi notwendig er­scheint. Bei dem geschwächten Zustand des Königs sieht man der Operation mit der größten Besorgnis entgegen.

Aus aller Welt.

Der Iog-n-preiS deutscher Srzähler.

Der Iugendpreis deutscher C r äh ler der Verbände deutscher Erzähler, welcher von der Deutschen Buch-Gemeinschaft G.m.b.H., Berlin, alljährlich in Höhe von 10 003 Ml. ge­stiftet wird und im Einvernehmen mit dem Preußischen Kultusministerium zur Verteilung gelangt, ist für 1926 von den Preisrichtern Dr. Martin Elster, Georg Engel. Oskar Loerke, Prof. Wilh. Petersen, Jakob Schaffner, Herrn. Stehr, Ministerialrat Pros. Wilhelm Waetzold soeben Frau Juliane Kay -Wi<g für ihren RomanAbenteuer im Som rnlTt zu- gesprochen worden. Das preisgekrönte Werk wird von der Deutschen Buchgemeinschaft in Erst- auflage von 10 000 Exemplaren veröffentlicht.

Schweres Unglück auf derMS«-.

Auf dem neuen TorpedobootMöve", da» augenblicklich Meilenfahrten bei Pillau zur Er­probung der Maschinenanlage abhält, riß der Flansch des Abgangbogens am vorderen Konden­sator. Durch den ausströmenden Dampf wurden ein Obermaschinistenmaat und ein Oderhcizer ge­tötet. Schwer verletzt wurden ein Maschinist, ein Heizer und zwei Maschinenbauer der Marinewerft in Wilhelmshaven. Leicht verletzt wurden neben Ka­pitänleutnant Grubtz ein Heizergefreiter und ein Maschinenbauer. W Ursache des Unglücks ist noch nicht seftgestellt.

Beim Spielen mit Sprengkapseln verunglückt.

Sin schwerer Pinglücksfall ereignete sich im Königsberger Ratshos. Drei Kinder im Alter Von acht bis dreizehn Jahren schlugen auf Sprengkapseln, die sie in einem Abfall'asten auf der Straße gefunden hatten. Durch dir Explosion wurden die Kinder schwer verletzt. Dem einen der verunglückten Knaben wurden vyn der einen Hand sämtliche und von der anderen Hand ein Finger abgerissen.

Unwetter und Ueberschwemmungen an Mosel und Rahe.

Die gewaltigen Riedersch.äge der letzten Tage auf dem Hunsrück und im Rahetal faben die Rebenbäche der Rahe rasch anschwellen lassen. Die Rahe selbst ist zu einem reißenden: Strom geworden und hat große Flächen von Wiesen- und Ackerland sowie zahlreiche Keller an der unteren Rahe unter Wassergesetzt. Aus dem Hunsrück ist durch die Regengüsse und die orkanartigen Stürme erheblicher Scha­den angerichte-t worden. Auch an der mittleren und unteren Mosel find die Ufer teilweise über­schwemmt. Weitere Gefahr besteht hier allerdings nicht, da nach den Rachrichten von der oberen Mosel das Wasser nicht mehr steigt.

Verhaftung einer Falschmünzerbande.

Der 29jährige Kaufmann Hermann Grasser hatte in Gemeinschaft mit feinem 27 Jahre alten Bruder Karl in der elterlichen Wohnung in Cann­statt eine größere Anzahl sehr gut gelungener Zweimarkstücke hergestellt und seit Anfang Oktober in Württemberg und im Rheinland in den Verkehr gebracht. An dem Absatz der Falschstücke hatten die Geliebten der Falschmünzer mitgewirkt. Sämtliche Beteiligten wurden sestgenommen.

Raubüberfall.

Ein Bediensteter des Postamts Predmeritz (Tschechoslowakei), der einen Postsack zu dem ab­gehenden Zuge zu bringen hatte, wurde von einem Manne überfallen, durch einen Schlag betäubt und des Postjackes, in dem sich Geldsendungen in Höhe von 120 000 Kronen befanden, beraubt. Der Täter entkam.

Iuwelenbandtten in London.

In London fuhren zwei Männer in einem Auto vor einen Iuwelierladen in einer der vor­nehmsten Londoner Straßen vor. Siner von ihnen schlug die Fensterscheibe des Iuwelier- geschäftes ein, der andere ergriff ein Tablett mit Juwelen im Werte von 1000 Pfund. Sh« der Besitzer deS Ladens Alarm schlagen konnte, waren die Diebe mit der Beute im Auto ver­schwunden.

Grauenhafter Selbstmord.

Aul der Strecke Löwen Tirlemont spielte sich eine aufregende Szene ab. Während der Fahrt öffnete ein Reifender die Tür seines Abteils und stellte sich auf daS Trittbrett. Trotz Zurufens anderer Mitreisenden lieh er sich nicht zurückhalten und wartete solange bis er den aus der Gegenrichtung kommenden Schnell­zug erblickt hatte. Dann fprang er auf die Schienen und wurde von dem «Schnellzug zer­malmt.

Eine köpenickiade.

In Reugiersdorf bei Dresden wurden falsche Sipvbeamte sestgenommen, die in vi.len Orten der Lausitz angegeben hatten, in behördlichem Auftrag Falschgeld beschlagnahmen zu müssen Aus diese Weise wurden mehrere Pa- pierfabrilanten und Bürgermeister geschädigt- Es handelt sich um den Maurer Alexander Gartner und den Arbritslosen Rudolf Ramisch, beide aus der Tschechoslowakei. Die Verhafteten sind von in* und ausländischen Behörden viel gesuchte Verbrecher, die auch das Erzgebirge unsicher gemacht haben. In ihrem Besitz befanden sich Revolver, scharfe Munition und das Material, das sie zu ihren Derkle duna benötigten.

Heber Rächt Millionär.

Eine in bescheidenen Verhältnissen lebende Familie in Scheibenhardt in der Pfalz erhielt dieser Tage die Richricht auS Amerika, daß sie 400 000 Dollar geerbt hat.

f ttevvornr^frtrtc.

Nach Aufklaren und geringem lemperaturfaB in der Nacht erneut zunehmende Trübung und Er­wärmung, doch vorwiegend trocken.