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Aus der Provinzialhauptftadf.

Drehen, den 24. Rovember 1926.

DomSprechanrsmus".

Die Welt ist heut« voll von sogenannten .Garnen. Wan h-at den Hypnotismus, Mechanis­mus, Despotismus, Lyrismus, A k^holisrnus u!w. Ich will die Reihe nicht bis ins unendliche fort- fetzen. Rur möchte ich einenJ-mus" hm>O- setzen, nämlich den Sprechanismus.

ES handelt sich dabei um jene begabten Menschen, die alles können, über alles «reden uni) nie um eine Antwort verlegen sind. Wollte man sie darstellen, so brauchte man nur den Gesichistcll auf das Bild zu bringen, der sich unter ihrer Rase befindet. Sir wissen ihn sebr geschickt aufzumachen und können ihn in den alRrfeitenften Fällen eine Welle lang schließen. Wan kann getrost die Probe machen- sie werden nicht txrfagen. Öhr Sprechanismus wirkt exakt.

Wir fitzen im C j.naahnabtdl und erzählen uns etwas von dec Elektrisierung der S senbghn. Der Herr mit dem SprechaniSmus hat kaum die ersten Satze aufgeschnappt, als er uns auch schon in» Wort fallt. Er ist durchaus nicht unhöflich, entschuldigt sich sogar, dah er und stört, aber er kann nicht umhin: er muh. Sein Ton ist nicht etwa beleidigend, als wenn wir Hanen wären ohne seine Weisheit: der Ton ist so wie bei allen SprechaniSmen: laut, gewissermahen sachl'.ch, selbstbewußt und ausgeleiert. Sobald ein Satz heraus ist, Poltern die anderen nur so hinterher. Eine Lawtne von Worten schüttet sich über uns. Wan kann kaum mehr Atem holen und gibt von vornherein das Spiel verloren. Der SprechaniS­mus siegt auf der ganzen Front.

So ist es aucfy an der Haltestelle der Slek° Irischen, im Geschäft, am Telephon, am Post- schalter, rm Konzert: manchmal sogar auf der Sparkasse. wenn man bort Kunde sein sollte. Die Leute mit einem Sprechanismus machen sich eben immer bemerkbar. Sie scheinen Furcht davor zu haben, daß einmal eine Schweigepause emtröte. Das muh wohl eine Beleidigung für sie sein.

3kb rate allen, nur ja nicht einen unnützen Kampf führen oder einen durchaus vergeblichen Bekehrunasetfer zeigen zu wollen. Wan lasse sie reden und benutze die nächste passende Gelegen­heit, um zu verschwinden. Losungswort: Rette sich, wer kann! H. R.

Bornotizen.

Tageslasender für Mittwoch. Stadttheater: 7*/.HHr, »Week-end" (HebernSonn- tag), Ende nach 10 Uhr. Lichtspielhaus. Bahn- hofstrah«:Das Geheimnis von St. Pauli". Aftoria-Lichtfp.ele: »Frauen und Pferde".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Auf d e Volks- und Schüler- vvrstelluna am nächsten Freitag, die Geisows hübsche CyavakterkomödieDer alte T ex t or" zu ermäßigten Preisen bringt, sei ganz besonders hinaewiesen. Es ist die letzte Aufführung des erfolgreichen Werkes.

Bon der ßanbesuniperfität Nach oorläufiger Feststellung sind im laufenden Winter­semester an unserer Universität immatrikuliert: 1348 Studierende, ausschließlich Gasthörer, gegen |358 im Wintersemester 1925 30 und 1388 im letzten »ommersemester. Unter den Studierenden dieses Semesters befindet sich auch der älteste Sohn des früheren Großherzogs von Hessen.

" Kirchliche Personalien. Heber- tragen wurden dem Pfarrverwalter Robert Wolf

geben. Die ausgedehnte Wasserfläche harrt deS von den SiLsportlern erwünschten, allertings von den Richtsporllern gefürchteten Frostes. Für tu- sen sind die Aussichten angesichts des zur Zeit herrschenden gelinden Welt rs nicht günstig, indeh er wird kommen früher oder später: immer­hin empfiehlt es sich, die Schlittschuhe hervor- zusuchen und instandzusetzen, denn Retter Frost termnt häufig über Rächt.

Eine alte Eibe besitzen unsere städti­schen Anlagen in dem früher Stein' schen Garten. Der strauchartige Daum von 7 Meter Höhe hat einen Kronen durchnusjer von 15 Meter Der kurze Stamm teilt sich nahe an der Erde in 5 Hauptäste. die zusammen einen Durchmesser von 65 Zentimeter aufweis.n. Da der jährliche Zuwachs bei der Eibe nur sehr gering ist uni) bei unserer Pflanze kaum einen Millimeter be­trägt, könnte man bei Berechnung des Holz­zuwachses auf ein sehr bedeutendes Alter schlic- Ben. Es ist aber belannt. daß die Eibe in der Jugend schneller wächst. Der älteste Teil des jetzigen Bürgermeistereigebaudes ist um das Jahr 1786 erbaut worden. An dieser Stelle weit vor den Toren der Stadt war Garten und Wohnung des Festungsiommandanten. Man wird vielleicht nicht fehlgehen, tnenn man annünml, daß der Baum aus dieser Zeit stammt und Mit­hin etwa 200 Jahre alt sein dürfte. Die Eibe war früher in den deutschen Waldungen häufig. Gegenwärttg ist sie verschwunden und zählt zu den aussterbenden Daumart in, die in wildem Zustande kaum noch angetroffen werden. Zahl­reiche Ortsnamen, z. D. Eifa, deuten auf ein massenhaftes Dorkommen dieser Daumart hin, deren zähe Zweige für Dogen geschäht waren. Die Eibe ist giftig. Pferde und Rindvieh, die von den immergrünen Zwcigen fressen, erkranken. Cs ist darum bei der Anpflanzung von Eiben bei Auffahrten und in Gärten Borsicht geboten. Die von einer fleischigen, eßbaren Hüll: umgebenen Samen keimen erst nach 2 bis 3 Jahren.

** Hundertjähriges Geschästs- iubiläum. Am 15.Rovember waren es 100 Jahre, daß die Firma Ehr. Wallenfels, das Stammhaus der heutigen Firmen Denner, Krumm 8t Sauer sowie Wilhelm Wal­lenfels Sohn, als Kolonialwarenhandlung, der im folgenden Jahre noch eine Likörsabnk ungegliedert wurde, von dem Äaufmann Georg C h r. Wallenfels gegründet wurde. Das zunächst von den Erben des Doldarbeiters Joh. Ludwig Mannbcrger gepachtete Haus Marktplatz 17 ging im Jahre 1831 zum Preise von 5200 Gulden in den Besitz deS Pächters über. Im Jahre 1863 wurde von der Stadt Gießen der zwischen den Häusern Marktplatz 15 und 17 ge­legene sogenannte Dibbemarkt für 750 Gulden er­worben und das Haus in seiner jetzigen Gestalt ausgebaut. Dolle 40 Jahre stand der Gründer an der Spitze' seines Geschäftes, und erst Ende der 60er Jahre übergab er es, unter Trennung des Kolonialwarenaeschäftes von der Likörsabrik, seinen Söhnen Christian und Wilhelm. Das Kolonialwarengeschäft übernahm Christian Wal­lenfels unter der alten Firma in dem elterlichen Hause, während die ßiförfabri/ von Wilhelm Wallenfels unter seinem Rainen in die Drau- gaffe verlegt wurde. 3m Jahre 1893 ging das Kolonialwarengeschäft an den Sohn und Schwie­gersohn des Inhabers, die Herren Richard Wal­lenfels und I. 3. Sauer über, die, da die Räume auf dem Marktplatz zu eng geworden waren, es nach ihren neuerbauten Geschäftsräumen Dleich- strahe 4 verlegten und als reine Großhandlung zu großer Dlüte brachten. Rach dem Ableben des Herrn Richard Wallenfels wurde das Ge-

zu Wingershausen die evangelische Pfarrstelle zu Wingershausen. Dekanat Schotten: dem Pfarrer Albrech: T h a e r zu Ensheim die erste evang.- reformierte Psarrstelle zu Groh-Hmstadt. Dekanat Groh-Hmstadt: dem Pfarrer Ernst Siebeck zu Merlau die evangelische Pfarrstelle zu Echzell, Dekanat Ridda: dem Pfarrer Otto Metzler zu Rordheim die evangelische Psarrstelle zu Stein­furth, Dekanat Friedberg

** D ie Rotwohnungen aus Eisen­bahnwagen an der Margarethen­hütte find bereits gestern durch Dezug des ersten DlockeS im Umfang von fünf Woh­nungen in Benutzung genommen worden. Ein weiterer Block von siinf Wohnungen wird vor­aussichtlich in den ersten Tagen des Dezembers vollendet werden, der folgende. ebenfalls fünf Wohnungen umfassend, soll etwa Witte ^ejember zum Bezug verfügbar sein. Erfreulicherweise läßt sich durch diese Art der Hnterkunstsbeschaf- fung rascher eine Befriedigung des allerdring­lichsten Bedarfs erreichen, als wenn man den Weg der Fachwerkbauten beschritten hätte.

Klagen über mangelhafte Straßenbeleuchtung im Hinteren Aster­weg und am Ende der Scholtstrahe, zwischen tec Ste.nstrahe und dem Feld, gehen uns von ken Anwohnern dieser Strahente.le fortgesetzt zu. Aus e.genct Kenntnis der Verhältnisse müf- fen wir sagen, daß diese Klagen in vollem Um­fange berechtigt sind. Die Stadtverwaltung sollte ten unhaltbaren Zuständen in diesen Außen- lezirken baldigst ein Ende bereiten; mit je einer Straßenlaterne wäre den Wünschen vollkommen Genüge getan.

" Der Bürgersteig in der Reuen Baue am Platze der sog. .Krachenburg" ist jetzt in einwandfreier Weise hergerichtet worden. Durch die Asphallierung und die angrenzende saubere Ausführung der Gartenmauer hat dieser Stva° henteil ein sehr befriedigendes Gesicht erhalten, daS sich norteilbafter ausnimmt, als der frühere Dreckwtnkel an dieser Stelle

Die Straße am Amtsgericht wird gegenwärtig weiter verbessert. Der Strahenab- Ichlutz nach dem Wiesengeländc zu hat jetzt pro­visorisch aus der linken Seite einen zum Wiesen­weg abfallenden Weg erhalten, der später weiter «,Itet und für die Dauer bestehen bleiben r Hauptbürgersteig wird jedoch auf der rechten Straßenseite erstehen und ebenfalls durch eine Senkung des Straßenniveaus mit dem Wie- fenweg in Verbindung gebracht werden. Aus diese Weise wird die Straße in verjüngter Form an das Wiesengelände angrciizen, ebenso wird die Möglichkeit gegeben fein, die Bürgersteige mit Kinderwagen. Krankens ah rKeugen usw. zu be­fahren. Im Sabrbammgelänbe sind gegenwär­ttg Ausbesserungsarbeiten im Gauge, durch die man die umfangreichen Beschädigungen, die bei der Anfuhr von Baumaterialien und Pflaster- steinen entstanden sind, beseitigen will.

* D i e Abbruchsarbeiten an'dem alten Eisenbahnbrückenbau an der Cder ft ratze sind jetzt vollendet. Runmehr wird mit dec Chaussierung der in den Bereich der Baustelle fallenden Strahensirecke begon­nen, mit der man bis Ende nächster Woche fer­tig zu werden hofft. Cs kann damit gerechnet werden, dah die Chaussee nach Wihrnar in etwa 10 Tagen wieder für den allgemeinen Verkehr frcigegebtn wird.

* ' Bon der Eisbahn. Die Wieseek hat einen Teil des durch die Riederschläge der vori­gen Wocheüberflüssig" gewordenen Wassers an die Wiefenflächs an der Molttestrahe abge­

fchäft mit der Drvgengrvßhandluna Benner & Krumm unter der neuen Firma Denner. Krumm & Sauer vereinigt. Rach den noch im Desitze des Herrn Sauer befindlichen alten Äauftnricfen gehörte das Haus Marktplatz 17 ursprünglich dem Korporal im französischen 3n- fanterie-Regimeiit .Rassau" Ph. Jacob Mann- berget und seinen Geschwistern, die es seit dem Jahre 1713 besaßen und am 23. September 1762 für 1625 Dulden an Johs. Mannberger verkauf­ten. Bürgermeister von Dießen war damals Kohlermann. Stadtschreiber 5>r. Dalfer.

" Braucht Deutschland Kolonien? Heber diese Frage Hal bekanntlich der Bund der Kolonial-Freunde in (Sieben ein Preisausschrei­ben erlassen, das bis zum 1. Dezember beant­wortet sein soll. Einige namhafte Gießener Per­sönlichkeiten haben dem Bund Geldbeträge für diese Werbearbeit zur Verfügung gestellt, so dah es ihm möglich war. die vorgesehenen Preise zu erhöhen. Es sind zehn Prelle zur Verteilung vorgesehen, die richtige Beantwortung der ersten Frage:Braucht Deutschland Kolonien?" genügt, um einen Preis zu erhalten.

Lehrlingsregelung im Handels- gewerbe. In Ergänzung unserer Notiz in Nr. 272 c om 20. Noo. teilen wir noch mit. daß in Betrieben ohne Angestellte nur 1 Lehrling gehalten werden darf. In Betrieben mit 110 Angestellten darf in jedem Jahr nut 1 Lehrling bis Hur Höchftzahl von 3 Lehrlingen, darüber hinaus für je 5 Angestellte ein weiterer Lehrling eingestellt werden. Angestellte im Sinne vorstehender Verordnung sind nur solche Personen, die eine ordnungsmäßige kaufmanniscye Lehrzeit durchgemacht haben oder mindestens vier Jahr« kaufmännisch tätig sind. Angestellte, die mehr als den vierten Test des Jahres abwesend sind, sind nicht mitzurechnen.

' Das nächstjährige Gauturnfest der D.T., dessen Abhaltung bekanntlich dem Turnverein Heuchelheim übertragen wurde, findet vom 9. bis 11. Juli 1927 statt. Bei der günstigen Lage des Festortes, tn unmittelbarer Rahe Gießens mit feinen guten Eisenbahnver­bindungen nach allen Teilen des Gaues, ist mit einer Massenteilnahme nicht nur seitens der Wett­turn er und »turnemnen, sondern auch sonstiger Festteilnehmer zu rechnen. Cs wird sich deshalb empfehlen, wenn die Vereine jeglicher Art des Gaugebietes bei Festlegung ihrer Gommerver- anftaltungen auf das Gcrusest Rücksicht nehmen und die obengenannten Tage frei lassen.

WER 1 285000 Radiohbrer. Die Zahl der Rundfunkteilnehmer ist im Laufe des Oktober um mehr als 39 000 gestiegen und betrug im ganzen Reiche am 1. Rovern der 1 285 000.

Die Maul- und Klauenseuche ift neuerdings amtlich sestgestellt worden in Hun­gen, Steinbach. Treis a. d. Lda. (Kreis Gießen). Ober-Erlenbach (Kreis Friedberg), Dindsachsen und Dleichenbach (Kreis Büdinaen), Roth (Kreis Marburg) und Rodheim a. d. V. (Kreis Bieden­kopf). Erloschen ist die Seuche in Gambach. Kaichen. Os.enheim, Bauernh.im, Ober-Florstadt. Vilbel (Kreis Friedberg), Orleshausen, Düdels­heim, Aulendiebach und Hof Leustadt (Kreis Büdingen), Bisienberg (Kreis Wetzlar).

Sprechstunden der Redaktion.

12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittag». Samstag nachmittag geschlossen

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Anzeigenauftrage sind lediglich an dl« Geschäftsstelle zu richten

teile.

Preis 50 Pfg.

Das lVafihen mit SU MA ift fo einfach: Löf en Sie in warmem Waßer SU MA zu einer kräftig fihäumenden Lauge auf. Kochen Sie darin 15 Minuten. Leichtes Durchwafchen und mehrfaches Spülen bilden den Schluß. Wollfachen und Far­biges werden herrlich, wenn - ohne zu kochen - in SUMA gewafchen.

5UMA fchont die Wäfche wie kein anderes lVaJchmitteL Es enthält alles, ivas zur vollkom­menen Wäßhereinigung nötig, aber keinerlei . bleichende Chemikalien oder fchädliche Befland-

bin ich abends nicht mehr müde und verdroßen. Früher tagelanges Mühen am Wafchbrett, zum Schaden der Gefundheit fowie der Wäfche; im ganzen Haufe ein Durcheinander vom Morgen bis zum Abend....

Wie anders doch heute mit SUMA! Schon Mittags die Wafcharbeit beendet und die prächtige Wäfche hängt an der Leine, während Hausmütterchen das Mittag eßen richtet und ßch freut, den Nachmittag für ßch und die Kinder gewonnen zu haben.

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