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des Aftheim-Erfeler Entwässerungsgebietes, für ein Entwässerungswerk bei Bodenheim, für Entwässe- rungswerke bei Frei-Weinheim, Nieder-Ingelheim, Heidesheim sowie für eine größere Anzahl von Einzelunternehmungen an Entwässerungen, Drai­nagen uiw. in Höhe von 2 400 000 Mark geplant. Von diesem Betrage wäre ein Drittel mit 800 000 Mark als Anteil des Landes Hessen bereitzustellen.

Nach Aufklaren wolkig, keine wesentliche Änderung der Temperaturen, noch vorwiegend

Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 16,0 Grad, Minimum 9.2 Grad, heutige Tagestempe­ratur 11,0 Grad Celsius.

Aus der Provinzlalhauptsta-l.

Gießen, den 24. September 1926.

Verbesserung des Sonntag­fahrplans Frankfurt-Gietzen.

In der Gießener Fahrplankonserenz am vori­gen Samstag war, wie wir am Montag, be­richteten, von Gießener Seite aus dem Ver- treter der Reichsbahndirektion Frankfurt der Rninsch ausgesprochen worden, die Spät- abendverbindung von Frankfurt ILa D ® eßen, die jetzt schon viel zu wünschen übrig laßt und vom 3. Oktober ab durch Früher­legung des letzten Schnellzuges ab Frankfurt weiter verschlechtert worden wäre, durch Wei­terführung des jetzt nur bis Friedberg ver­kehrenden Personenzuges nach Gießen zu verbessern. Diese Anregung unterstützte die Handelskammer Friedberg im Interesse der Städte Bad Rauheim und Butzbach Der Ver­treter der Reichsbahn sagte wohlwollende Prü- ung der Wünsche zu. Wie wir jetzt von zu­ständiger Seite hören, soll einstweilen für die Sontagabende die erbetene Verbesse­rung Platz greifen. Dom 3. Oktober ab wird der Pz 771 ab Frankfurt 11.44 Mr abends, ccr bisher nur bis Friedberg ging, bis Gie - h e n w e ite rg e f ü h rt. Der Zug verkehrt von Frredberg aus als beschleunigter Per­sonenzug mit Halt in Dad-Rauheim. Butz b a ch und Gießen. Die Ankunft in Gießen erfolgt um 1.30 Mr nachts. DaS Ent­gegenkommen der Reichsbahn wird in den be­teiligten Städten sicherlich dankbar anerkannt werden, jedoch darf man wohl hoffen, daß die Spätverbindung möglichst bald auch auf die Werktage ausgedehnt Wirch.

Die neuen Metzener Schulhaus- baulen.

Die Stadtverordnetenversammlung hat in ihrer Sitzung vom vorigen Dienstag dem Bau zweier Schulhäuser, und zwar eines Volksschulgebäudes in den Eichgärten und eines Fortbildungsschulhauses in der Crednerstraße zugestimmt. Gleichzeitig er­klärte sich das Stadtparlament mit der Feststel­lung des Raumbedarfs, wie der Finanz-, Bau- und Schulausschuß vorgeschlagen hatten, einverstanden.

Rach den Vorschlägen der vereinigten Aus­schüsse wird das V o l k s s ch u l h a u s in den Eich- gärten enthalten: 20 Klassensäle, dazu an Reben- raumen 1 Rektorzimmer, 1 Wartezimmer, 1 Lehrer-(Konserenz)Zlmmer, zugleich Dibliothek- 3 immer, 1 Lehrmittelzimmer, 1 Handarbeitssaal, 1 Hortssaal, 1 Zeichensaal, 1 Singsaal, 1 Phhsik- faal, hierzu ein Vorbereitungsraum und 1 Lehr-» mlttelzimmer, 1 Dunkelkammer, 1 Zimmer für den Schularzt mit Vorraum, 1 Aufenthaltsraum für die Lehrerinnen. Außerdem sollen im Keller­geschoß geschaffen werden: 2 Räume für Werk­unterricht für Knaben und Mädchen, 1 Raum für Speisegelegenheit für Knaben und Mädchen, 2 getrennte Räume zum Baden für Knaben und Mädchen, Räume für Aquarium- Terrarium, Räume für Heizung, Brennmaterial usw. Endlich sollen noch geschaffen werden eine Turnhalle mit Bühnenraum, zugleich Saal für Vorträge und Schulfeiern, eine Hcnrsmeisterwoh- nung, 1 Schulgarten, 1 Rasenplatz als Spiel­platz und die erforderlichen Abortanlagen.

In dem Reubau für die Fortbildungs­schule sollen errichtet werden: für die Gewerbe- und Maschinenbauschule 13 Säle, für die gewerb­liche Fortbildungsschule 8 Säle, für die allge­meine Fortbildungsschule 3 Säle, die Handels­schule 4 Säle, Höhere Handelsschule 2 Säle, kauf­männische Fortbildungsschule 5 Säle, für die MädchenforMldungsschule 6 Säle, weiter ein Phtzsilsaal mit Dorbereitungsraum, 1 Schreib- inaschinensaal, 4 Rektorenzimmer, 2 Lehrmittel­zimmer, 2 Lehrcr--(Konferenz)Zimmer, 1 Korrek­turzimmer für die Lehrer. 1 AufeitthaltSraum für Lehrerinnen. 2 Wartezimmer, 1 Bureauraum für Gewerbe- und Maschinenbauschule, 1 Raum für die Anfertigung von Zeichnungen, 1 Dunkel-

Peru mit 1 187 000 und Panama mit 22 000 Goldfranken. Honduras und Ricaragua haben ihren Beitrag noch niemals be­zahlt; Peru ist seit 1920 im Rückstand, hat jedoch 1923 eine ü-Sonto-Zahlung geleistet. Bo­livien hat wiederholt kleinere Teilzahlungen von 20 Prozent seiner Verpflichtung geleistet. China hat in diesem Jahre rund 104 000 Goldfranken bezahlt. Es beruft sich aber auf die Ablehnung der von ihm geplanten Zollreform durch die Pe­kinger Zollkonferenz, um das bisherige Aus­bleiben der großen und für die Finanzen des Völkerbundes recht bedeutenden Reste zu moti­vieren. Panama soll, wie verlautet, der kleine Restbetrag seiner Schuld erlassen werden.

Neuevorfchläge der Bergarbeiter

London, 23. Sept. (Reuter.) Die Zahl der Bergarbeiter, die im Zentrum des Kohlen­reviers und in Lancashire die Arbeit Wie­de rauf genommen haben, beläuft sich auf 81 173. Dies bedeutet gegenüber gestern eine Zu­nahme um 1777. In den einzelnen Gegenden leisten die Grubenbesitzer Widerstand gegen Ver­öffentlichungen von Arbeitsstatistiken, um nicht die Führer deS Drrgarbeiterverbandes auf die Bewegung aufmerksam zu machen. Den Schätzun­gen zufolge haben ungefähr 100 000 Bergarbeiter die Arbeit wiederaufgenommen.

Die voni Exekutivausschuß des Bergarbeiter- Verbandes der Regierung unterbreiteten Vor­schläge sehen folgende Regelung vor: Die Bergarbeiter geben ihre Zustimmung zu einer vorläufigen Regelung, nach welcher sie die Arbeit sofort Wiede rauf nehmen, wenn eine Lohnskala eingeführt wird, die nicht geringere Löhne vorsieht, als die durch das Reglement von 1921 festgelegten Löhne. Eine endgültige für das ganxe Reich gültige Regelung wird sodann von einem Schieds­gericht. ausgearbeitet werden, das die Lohn­skala und die Durchführung der Reorganisation der Kohleninöustrie gemäß dem Vorschläge der Kohlenkommission bestimmt. Wie verlautet, wer­den diese Vorschläge des Bergarbeiterverbandes von den Zechenbesihern als unan­nehmbar bezeichnet, da die Lage der Industrie Löhne über die des Abkommens von 1921 und die gleichzeitige Rückkehr zu einem Siebenstundentag nicht zulasse. Die Zechenbesiher lehnen nach tote vor ein nationales Abkommen ab und verlangen eine Regelung, die d i e w i r t- schaftlichc Fähigkeit jedes Distrik­tes berücksichtigt. Wie verlautet, wird die Re­gierung erwägen, welche Lage sich daraus ergibt, daß die Vorschläge der Bergarbeiter nach ihrer Ansicht und der der Zechenk^siher keine Grund­lage für eine Regelung der Streitigkeiten im Bergbau bieten.

Gespannte Lage in Spanien, r-$<liL<?.n b- 23- Sept. (TU.) Wie die ita­lienischen Blatter aus Spanien melden, hat sich dort die Lage weiter verschlimmert. Entgegen den Mitteilungen der Regierung, sei die Lage sehr gespannt. Die Artillerieoffiziere der Marokko- Armee hätten sich mit ihren Kameraden f olt- oarisch erklärt. Auch unter den Kavallerie­offizieren mache sich eine steigende Unzufrieden­heit bemerkbar. Man befürchtet den A u s b r u ch eines ernsthaften Konflikts zwischen dem König, der Regierung und der Armee, sobald der Hof von San Sebastian nach Madrid zurückgekehrt sei. General Primo de Rivera habe ungeordnet. daß alle in den Artilleriekasernen befindliche Munition nach einem anderen Ort geschafft werde. Als ein wichtiges Moment sieht man auch die Tatsache an, daß sich in der Umgebung von San Sebastian augenblicklich fünf ehemalige Mini- terpräsidenten aufhalten. Man glaubt, daß sie ich bereithalten, falls sich die Lage weiter verschlimmern werde.

Tschechischer Haftbefehl gegen den Vorsitzenden der Deutschen

Studentenschaft.

Prag, 24 Sept. (TU.) Rach einer Mit- Kilung von bestinformierter Seite hat die Staatsanwaltschaft Prag die Verhaf» ung des Vorsitzenden der Deutschen Studenten- chaft, Thon, der sich Aur Zeit in Berlin auf­halt angeordnet. Thon ist sudetendeutscher, tsche- cho-slowakischer Staatsbürger, seit einem Jahr Vorstandsmitglied der Deutschen Studentenschaft und seit dem Bonner Studententage Vorsitzender der Deutschen Studentenschaft. Der Haftbefehl wurde auf Grund des Gesetzes zum Schutze der Republik erlassen und damit gegründet, daß Thon als Vorsitzender der Deut- chen Studentenschaft Leiter einer auhen- v°cVrVfOrganisation sei. die nach Ausfassung der tschechoslowakischen Behörden ae- ^^-L^Aeit und die Interessen der tschecho- lowakischen Republck gerichtet sei.

3tegierungsoor?agen an öen Hessischen Landtag.

-23, ®epL Beim Landtag sind (kp® AöA" MPtra$^. unb Vorlagen eingegangen, mit (F? Ä, f9 Mnanzministers beschäftigt sich mit Errichtung von Beamtenniietwoh- nst" 0e"-Aus den vom Landtag seit 1921 be- I'nb ?n ben letzten Jahren 860

£en fUr mle neu beschafft worden. Da mS,n e ncr i vorliegenden Zusammenstellung die h?hH4Un??n° ?n£er ben Beamten noch ganz er Ullch -st. wird beantragt, für die nächsten Jahre V" A? ,Dnn "''"bestens 250 ins Auge zu fassen, zunächst soll wieder eine Reihe von 120 Wohnun- gen in Angriff genommen werden. Der Finanz- Minister beantragt, die für die Baukosten und den 3 200r000DSnr^^Pläl3-nh/-fOrxberIirf,e Summe von U00 000 Mark schon jeht m den Staatsvoranschlag ur 1927 einzustellen und bittet, noch im H e r b ft ellweise mit den Bauten zu beginnen und die er- u^hriÄ .^wächst auf dem Anleihewege u beschaffen. In einer Borlage des Ministeriums ür*i i t Wirtschaft sucht die Regierung um beschleunigte Beschlußfassung liber die E?mächt?gun^ Ä; ln®nqr®e ra-ör.bis 3,1 800000 Mark auf dem lin nHn? Cl^C U beschaffen und für 9)1 c = i 1 n e~ 3UV Verfügung zu stellen Die wirtschaftliche Finanzierung ist dadurch ermöglicht daß die Deutsche Bodenkultur-A.-G/ in Bersin Darlehen zur Verfügung stellt unter der Bedingung

nn?' *n dessen Gebiet die Melioration^- arbeiten vorgenommen werden, sich in aleirfier

der bergegebenen Darlew-nssumme an der Kreo igewahrung beteiligt. Es finb Unterneh mungen für die noch zu errichtenden Pumpwer/e

Im übrigen versucht man sich selbst und das englische Publikum über die Stärke der deut­schen Kolonialbewegung zu täuschen. Von meinem BuchGerman Colonisation Past and Future", das im ganzen Britischen Reich große Beachtung in der Presse gefunden hat, hieß es. es sei In Deutschland wenig bekannt. Tatsächlich ist es. was den betreffenden englischen Berichterstattern verborgen geblieben zu sein scheint, in Deutschland nur unter einem anderen Titel,Die koloniale Schuldlüge" er­schienen. in Zehntausenden von Exemplaren ver­breitet und erscheint in Kürze in siebenter Auf­lage. Die Kolonialbewegung wird hingestellt als das Werk einiger weniger früherer Kolonial- gouverneure und sonstiger Leute, während sich im deutschen Doll nur geringes Interesse dafür zeige. Wie falsch diese Auffassung ist. ergibt allein schon ein Blick auf di e deut sch e n kolonialen Vereinigungen, die sich ja keineswegs allein auf die bedeutende Deutsche Kolonialgesellschaft beschränken. Gerade die Dielheit der deutschen Vereine, die sich die För­derung des kolonialen Gedankens und die Ar­beit zur Wiedererlangung deutscher Kolonien zum Ziele gesetzt haben, beweist, wie diese Be­wegung weit davon entfernt ist, nur bestimmte Gruppen zu ergreifen, wie sie vielmehr in alle Teile des deutschen Volkes hineingedrungen ist. Gerade in diesen Tagen, am 25. und 26. Sep­tember. findet die Hauptversammlung des Deutschen Kolonialvereins in Schwerin statt, deren Ülnterbezeichnung: Gesellschaft für nationale Siedlungs- und Auslandspolitik erkennen läßt, welche besonderen Ziele im Rahmen der allgemeinen kolonialen Bestrebungen ihr am nächsten liegen. Daneben ist es, um nur noch eine der hauptsächlichsten kolonialen Vereinigungen zu nennen, der Bund der Kolonialfreunde, welcher wiederum andere Kreise des deutschen Volles umfaßt als sie in den vorgenannten Ver­einen vertreten sind.

Zu diesen und anderen Vereinen, welche die koloniale Frage im ganzen behandeln, treten nun aber die große Zahl der Vereine, die sich aus frühe­ren Angehörigen einzelner Kolonien zufammensetzen, ferner die kolonialen Kriegervereine, Frauenvereine usw. Dabei spielt der Name Ko rag eine Rolle. Es hat zwar nicht, wie es neulich in einer in englischen Blättern abgedruckten Reuter-Depesche hießHerr Korag" auf dem Hamburger Kolonialkongreß präsi­diert, wohl aber sind in der Korag, der Kolo­nialen Reichsarbeitsgemeinschaft über 20 bedeutende Vereine mit kolonialen Zielen zusam- mengeschlofsen, von denen manche zahlreiche Orts­gruppen im ganzen Deutschen Reiche besitzen. Und schließlich gibt es eine ganze Reihe von großen Verbänden und Vereinen, von denen hier nur der Bund der Auslanddeutschen, sowie Ma­rine-, Schiffahrts-, Uebersee-Vereine genannt feien, die sich neben ihren Sonderbestrebungen auch die Förderung der deutschen Kolonialinteressen zum Ziel gesetzt haben. Wenn man alle diese Personen­kreise zusammenfaßt, und die Familien und die An­gehörigen derselben in Betracht zieht, Jo kommt man allein bei all dielen Vereinen, die direkt oder indirekt sich mit kolonialen Dingen befaßen, auf eine Per- sonenzahl von einigen Millionen Menschen. Es ist klar, daß die von diesen ausgehende Wirkung einen sehr großen Teil des gesamten deutschen Volkes um­faßt. Die Bewegung ist dabei ständig imWach- s e n begriffen. Die Not der Zeiten hat auch den­jenigen, die bei der kurzen Zeit deutscher Koloni­sation und bei dem Fehlen irgendwelcher Kenntnis kolonialer Dinge sich früher wenig darum geküm­mert hatten, die Notwendigkeit der Wiedererkan- gung kolonialen Besitzes vor Augen geführt. Man , muß sich im Auslande darüber klar fein, daß es sich um eine starke Bewegung handelt, die mehr und mehr das ganze deutsche Volk erfaßt, eine Be­wegung, die niemals ihr Ende erreichen wird, es fei denn, daß den berechtigten kolonialen Forde­rungen Deutschlands entsprochen wird. Und mehr als das, es handelt sich um eine Existenzfrage für das deutsche Volk. Alle Versuche der Lösung der europäischen Schwierigkeiten werden ergebnislos bleiben, wenn nicht diese deutsche Lebensfrage durch Zuteilung von Kolonien an Deutschland gelost wird.

Die Abrüstungskonferenz.

Der Beschluß

der Völkerbundsversammlung.

Genf, 23. Sept. (DU.) In der Vollversamm­lung des Völkerbundes berichtete Paul-Bon- c o u r über die Arbeiten der vorbereitenden Kom­mission für die Abrüstungskonferenz. Als erste Etappe auf dem Weg zu einer weitgehenden Ab­rüstung verlangte er, daß kein Staat die Rüstungen, über die er zur Zeit verfüge, erhöhen dürfe. Sodann müsse unter strenger Kontrolle der Volkerbundsorganisation allmählich eine al (ge­rn eine Abrüstung durchgeführt werden. Die augenblickliche Weltmeinung und wirtschaftliche Depression in fast allen Staaten der Welt sei denkbar geeignet, um an das Abrüstungswerk heranzutreteu. Wenn (ich die Welt erst von den Folgen des Krie­ges erholt hätte, würde sie weniger geneigt sein bic Abrüstung durchzuführen. Der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund erleichtere gleichfalls die Abrüstung, wie auch vor allem das zibiommen von Locarno. Sodann wiederholte Boncour, daß das G e n f e r P r o t o k o l l die allein geeignete Unterlage für eine Abrüstung barfteüe und verteidigte bezüglich des poticnticl de guerrc erneut Den Standpunkt der französischen Delegation. Nach kurzer Debatte wurden die Berichte und Resolutionen von der Versammlung angenommen, die im wesentlichen folgenden Inhalt haben: Die Vollver­sammlung hofft, daß die Abrüstungskonferenz zu- ammentreten wird, sobald die politischen Umstande das gestatten. Das Datum ist. von dem Dolkerbundsrat festzusetzen. Die Frage der Abrüstung kann aber nicht auf e i n ma l gelöst meröen. Sei fortschreitender allgemeiner Sicherheit muß mich die Abrüstung fortschreiten. Es kann sich deswegen nicht um eine einzelne Abrüstungskonfe- ^.^Loudeln, sondern dieser müssen weitere folgen. D.e Aufgabe der ersten Konferenz ist es vor allem, für eine bestimmte Zeitspanne jedes weitere W e t t r u st e n z u v e r b i e t e n. Unter diesen Um« finden soll die erste Abrüstungskonferenz Nack Möglichkeit vor der Herbsttagung des Völkerbundes m Jahre 1927 gufammentreten, falls dies nicht aus technischen Gründen unmöglich ist.

Die Schuldner des Völkerbunds

Genf. 23. Sept. (MTB.) Aus dem Deratim- gen des Budgetausschussrs der Völkerbundswr- sammlung ergibt sich, daß sechs Staaten mit Bei­tragen von insgesamt 6,5 Millionen Goldsrankm im Rückstand find. Es find dies Bolivien mit 337 000, China mit 4660000, Honduras mit 130 000, Ricaragua mit ebenfalls 130000,

Aus aller Welt.

Eine Tagung des Deutschnationalen Handlungsgehilsenverbandcs.

Irn Rahmen der Düsseldorfer Gefolei hat der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband eine Sonderausstellung veranstaltet, in der er die Entwicklung der Kaufmannsgehilfen-Bewe- flung ebenso wie die bisherigen Erfolge der sozialpolitischen und gewerkschaftlichen Kämpfe zur Darstellung bringt. Der D. H. V. veranstaltete nun eine von zahlreichen Pressevertretern und Polittkern besuchte Führung durch diese Aus­stellung mit einer anschließenden Pressebefpre- chung, in der die leitenden Gedanken der Be­wegung eine ausgezeichnete Beleuchtung von ver­schiedenen Seiten fanden. Reichswirtschaftsminister Dr. Curtius hob hervor, daß der D. H. D., der den Gedanken beruflicher Organisation mit dem der Erziehung zu Volk und Staat verbindet, zu seinem besonders starken Aufschwung durch die in ihm enthaltenen Gemeinschaft bilden­den Kräfte befähigt gewesen sei. Aufgabe des Staates sei es, unter voller Anerkennung der in den Berufsverbänden entwickelten Energien die leitenden Gesichtspuntte der Politik ihnen allen gegenüber zu vertreten. Sie dürsten über der Interessenpolitik das S t a a t s w o h l nicht ver­gessen. Aber gerade in dieser Beziehung sei der D. H. V. allen anderen Gruppen ein gutes Stück voran. Sowohl die Münchener Tagung als auch die Schriften des D. H. V. hätten der Arbeitnehmerschaft wie allen Berufsständen wertvolle Anregungen zp 'vermitteln, was er uneingeschränkt anerkennen wollte.

Im Anschluß daran sprach das Verwaltungs­mitglied Georg Brost über die Rotwendigkeit der Fortführung der gewerkschaftlichen Sozial- polittk, das Wort von derSoziallast" sei ein böses Wort. Das für die Sozialpolitik Röttge diene dem Aufstieg des Volkes und könne nicht als Last bezeichnet werden. Das Verwaltungs­mitglied Friedrich Frahm vom D. H. V. äußerte sich im besonderen über den Gedanken der Selbsthilfe, der in der gewerkschaftlichen Ar­beit verkörpert sei und auch in den Ersahkassen zum Ausdruck komme, ebenso wie er sich in der Erwerbslosenfürsorge und in der Arbeitsver- mittlung durchsetze und durchsetzen müsse. Diese Selbsthilfeidee sei auch am besten geeignet, solche Kräfte zu entfalten, die wiederum dem Staats­gedanken zugute kommen. Zum Schluß sprach der frühere sozialdemokratische Oberpräsident W i nnig über die Arbeitnehmerschaft und den Freiheitsgedanken. Wenn die 20 Millionen der deutschen Arbeitnehmer endlich erkennen wür­den, daß gerade sie den nationalen Freiheitsge­danken als ihre Aufgabe und als ihr Eigentum in Anspruch zu nehmen hätten, so würde damit eine grundlegende Wandlung der polittschen Kräfteverhältnisse eintreten.

Vereitelter Eisenbahnanschlag auf den

17 HalleErfurt.

Halle a. d. S., 24. Sept. (WTB. Funkspruch.) Wie die Pressestelle der Neichsbahndirektion Halle mitteilt, fand am 23. September gegen 11.40 Uhr nachts ein Ober Wachtmeister auf der Strecke HalleErfurt bei Merseburg kurz vor der Durch­fahrt des v-Zuges 17 einen Hemmschuh auf einer Schiene. Der Hemmschuh lonnte durch den Polizeibeamten noch rechtzeitig ent­fernt werden. Zwei verdächtige Per­sonen wurden in unmittelbarer Nähe auf dem Bahndamm gesehen, auf die der Oberwachtmeister zweimal schoß. Die Täter sind jedoch entkommen. Für die Ermittelung Ist eine Belohnung bis zu 5000 Mark ausgesetzt.

Schweres Eisenbahnunglück auf der Strecke LyonParis.

Donnerstag früh mußte in der Rähe des Bahnhofs Hericy ein von Lyon kommender Zug infolge eines plötzlich ausHalt" gestellten Signals bremsen. Durch das plötzliche Brem­sen und Halten riß eine Kupplung und drei Wagen blieben infolgedessen auf der Strecke stehen. Eine halbe Stunde später fuhr der von Lyon kommende S ch n e l l z u g infolge noch nicht aufgeklärter Umstände auf diese auf freiem Gleis stehenden Wagen auf und zertrümmerte sie. $ünf Lelchen sind geborgen. Die beiden Zugführer des aufsahreirde.i Zuges Haben schwere Verletzungen erlitten, ebenso eine Reihe von Reisenden.

Das Ende einer Schwarzfahrt.

Der Chauffeur eines Erfurter Apothekers unter­nahm mit zwei jungen Mädchen eine Schwarzfahrt. Der Wagen fuhr gegen einen Ba um, wobei er vollständig in Trümmer ging. Eines der beiden Mädchen wurde sofort getötet, während das andere schwere Verletzungen erlitt. Der nur leicht verletzte Chauffeur wurde verhaftet.

Die Sturmkatastrophe in Paraguay.

On Encarnation (Paraguay) sind durch den schon gemeldeten Sturm 84 Ziegelhäuser und Hunderte von Holzhäusern zerstört und Last- iraftwagen ins Wasser gestürzt worden. Bisher ind 126 Tote geborgen worden, die Zahl der Verletzten geht in die Hunderte.

Selbstmord eines wiener Professors.

Der Wiener Biologe Dr. phil. Paul Kamme - rer, der sich auch auf schriftstellerischem Gebiet viel betätigte, hat sich im Schneeberg-Gebiet er- chossen. In einem in seiner Wohnung aufgesun- )enen Brief an seine Frau teilte Kammerer mit, daß er nicht imstande sei, der vor kurzem erfolgten Berufung nach Moskau als Professor der Vererbungslehre zu folgen, weil er sich zu stark an Wien gebunden fühle. In diesem Widerstreit der Gefühle bleibe ihm nichts anderes übrig, als sich das Leben zu nehmen.

Der Kanalschwimmer ohne Begleltboot.

®inigc Spaziergänger sahen in Voulogne ur Mer am Montag früh von weiten einen Schwimmer am Kap Grisnez ins Wasser Ur;flC(n.^ö,ln ber Richtung auf die englische Äüfte sortschwlinrnen. Da er bald ihren Augen entschwunden war, wurden sie unruhig und be- §o ,eu stch zu der Stell', wo er abgeschwommen hh! ? /?uden sie einige Kleidungsstücke und die Brieftasche, in der sich Papiere, die aus den

Ramen De Sara, geboren 1900 in Madrid lauteten und einen Brief sanden. In diesem Brief teilte der Mann seine Absicht mit, den Aermelkanal ohne Begleitung zu durchschwimmen und bat die Personen, di« seine Kleidungsstücke auffinden sollten, diese bei einem Restaurateur in Doulogne für Mer ab­zugeben, bei dem er bis zum Sonntagabend ge­arbeitet hatte. Seitdem ist man ohne jede Rach- richt von dem Schwimmer, so daß man annehmen muß, daß er ertrunken ist.

Tagore kommt nach Weimar.

Das Deutsche Nationaltheater in Weimar hat an den indischen Dichter Rabindranath Tagore eine Einladung ergehen lassen, nach Weimar zu kommen, der er voraussichtlich im Oktober Folge leisten wird. Bei dieser Gelegenheit wird er einer Aufführung seines SchauspielsDas Postamt" bei­wohnen.

Der Papst schreibt feine Memoiren.

Bach einer Meldung des Berliner Tageblattes will Papst Pius XI. feine Memoiren schreiben, bie unter feinem bürgerlichen Namen Achille R a 11 i erscheinen werden.

Der bissig« Windhund.

®a§ Befinden der von ihrem eigenen Hund angefallenen Baronin v. Samap^orn« v^V71' .^urch zahlreiche Bißwunden verletzt worden ist, rft nach wie vor äußerst ernst, wenn auch unmittelbare Lebensgefahr nicht be­steht. Die mikroskopische llnl-ersuchung des Kopfes des getöteten Windhundes hat ergeben daß kern Fall von Tollwut vorliegt.

Schulungswoche zur Bekämpfung der Schuldlüge.

Die dritte Schulungswoche des Deutschen Frauenausschusses zur Bekämpfuna der Schuldlüge findet in Bonn vom 16. bls 18. Oktober statt. 11. a. werden Oberst Schwert- feger, Frau Dr. Gmmh Voigtländer, Herr von Wegerer, Dr. Friedrich Raab und andere das Wort ergreifen. In öffentlichen Vorträgen wer­den u. a. Frau Klara Mende, M. d. R ünd Freiin Dr. von Watter, M. d. L., sprechen.

Wettervoraussage.