wohl einverstanden sei, wenn es verstanden würde, die Stadt zum Wohle der Bürger zu führen. In der folgenden Diskussion sicherten die Stadtverordneten Trott und Lenz zu, daß alles versucht werden solle, da zu sparen wo es eben ginge. Den Gedanken der Landgemeinde verwarfen beide Redner im Hinblick auf die nicht zu erkennenden Vorteile gänzlich. Einige Bürger forderten auf zu einer völligen Umwandlung der Verwaltung, damit die Steuerlast vermindert werden könne. Vom Stadtverordneten Drott wurde eine Resolution angenommen, in der die Beibehaltung der Stadtrechte beschlossen wurde. Eine weitere Resolution, von dem Ein- berufer verfaßt, verlangt äußerste Sparsamkeit und Herabsetzung der Steuerlasten.
bl. H a i g e r, 23. Aug. Die hiesige Agnesen- Hütte hat kürzlich den Betrieb wieder aufgenommen. Eine Anzahl Arbeiter konnte dadurch 'wieder lohnende Beschäftigung finden.
bl. H i r s ch b e r g (Dillkr.), 23. Aug. Am Sonntagvormittag sand hier eine Hebung der Freiwilligen Feuerwehr Hirschberg statl. Als Brandobjekt war ein Haus im Dorf vorgesehen. Die Wehr, die erst im Jahre 1925 gegründet wurde, führte die Hebung sauber aus und zeigte damit, daß bei Ausbruch eines Brandes tatkräftig eingegriffen werden kann. Regierungsrat Dr. B ü n g c r , Kreis- brandmeifter Röver und Gauvorsteher Henß wohnten dem Brandangriff bei und sprachen sich zum Schluß sehr lobend über die Hebung aus.
' Breitscheid (Dillkreis), 23. August. Vor einigen Tagen meldete sich abends in der Gastwirtschaft und Metzgerei von Schumann hier ein etwa 15- bis 17jähriger Junge und bat inständig, ihn gegen Arbeit in Kost und Logis zu nehmen. Der Junge hatte keinerlei Papiere und gab an, bis jetzt Lehrling bei einer Firma in Wetzlar gewesen zu sein. Er sei Waise. Sch. hatte mit dem Jungen Mitleid und nahm ibn vorerst auf, um sich leinetroegen zu bekümmern, da er meinend angab. daß ihn fein Lehrherr wegen Konkurs des Geschäftes fortgeschickt habe. Die Gaftfreunschast hat der Junge in der Weise gelohnt, daß er nunmehr unter Mitnahme eines f o ft neuen Fahrrades und eines Geldbetrages .'erschwunden ist. Sofortige Nachforschungen erlaben, daß der Junge nicht aus Wetzlar und ein Schwindler ist.
bl. Hbanbcrbad) (Dilltreis). 22. Aug. Die Gemeinde ist z. $. mit dem Bau eines neuen Friedhofes in der Nähe des Dorfes beschäftigt. Der jelüge Friedhof war belegt und kann wegen seiner Lage inmitten des Ortes nicht erweitert werden.
(tzrofr - Wiesbaden.
ToSA. Wiesbaden, 20. Aug. Die diesjährigen Herb st monöver der britischen Besatzung finden in der Umgebung von Hochheim abwärts bis Idstein statt. In den südlichen Orten des Landkreises Wiesbaden hat die Militärbehörde einen Termin zur Abräumung der Felder vom Getreide gesetzt. In den Orten des Landkreises, ipo um diese Zeit die Kirchweih stattfindct, sind nur für den Sonntag die Säle freigegeben
Wirtschaft.
2er deutsche Außenhandel tmJuli 1 9 2 6. Der deutsche Außenhandel ist auch im Juli in nerftärftem Maße passiv gewesen. Der Einfuhrüberschuß im Juli beträgt insgesamt 124 Millionen Reichsmark, und zwar im reinen Warenverkehr 121 Millionen Reichsmark gegen 33 Millionen Reichsmark im Juni. Gegenüber Juni zeigt die reine Wareneinfuhr im Juli eine Zunahme um 150 Millionen Reichsmark, an der hauptsächlich Lebensrnittel mit 124 Millionen Reichsmark und Rohstoffe und halbsertige Waren . mit 25 Millionen Reichsmark beteiligt sind. ^Die stark erhöhte Lebensmitteleinfuhr ist -lum erheblichen Teil als Voreindeckung infolge der ''Zollerhöhungen am 1. August anzusprechen. Auch .die reine Warenausfuhr weist ein beträchtliche Erhöhung um 63 Millionen Reichsmark, voran Rohstoffe und halbfertige Waren mit 32 Millionen Reichsmark und Fertigwaren mit 31 Millionen Reichsmark beteiligt sind, auf, während die Lebens- mittelausfuljr eine leichte Abschwächung um vier Millionen Reichsmark zeigt.
* Die deutsche Kohlenproduktion tm Monat Juli 1 92 6. Aach.den Berechnungen des Statistischen Reichsamts hat die Koh- lenproduktion des Deutschen Reichs im Monat Juli 1926 eine erhebliche Steigerung erfahren. Die Steinkohlenförderung des Deutschen ...... ' ---~nmil II !■! ■WMIIBIIIIUIM I___ sturm in bchmalebeck
Roman von Sophie Kloerss. Copyright 1926 by Aug. Scherl G.m.b.H., Berlin.
4. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
„Wie dir das von der Hand geht, Riekä)en. So mit drei Griffen. Ich wollte, ich könnte wirtschaften wie du."
„Du hast andres. Was die Leute noch lieber mögen." Es klang ein Neid aus den Worten. Rick- chen Jessen konstatierte einfach eine von ihr selbst langst anerkannte Tatsache. Wer so aussah wie Ilse Roltmann und so füß fingen konnte und dazu das reichste Mädchen der Stadt war, — mußte der auch noch derbe Knochen haben?
„Laß doch, Mutter. Heb' doch nicht so schwer. Ich mach' das ganz gut allein." Helene Jessen richtete sich wieder auf, sie hatte nur der Form wegen in den Korb gegriffen. „Was ich wieder für Rücken- lchmerzen hab'. Hub die Beine sind so lahm. Ich weiß gar nicht, was das immer mit mir ist."
Die beiden Mädchen antworteten nicht. Ilse bals ausbreiten und rief den Geschwistern zu, Was- ■ec 3U l™ßcn- Dabei schickte sie einen schnellen Blick in die Weite, sah hinter den Hecken drüben Staub steigen und im Sonnenlicht aus dem Staub eine qol- bene ffiolfe werden, stellte sich ihren Verehrer vor, lichtubergossen, mitten in der goldenen Wolke, und lächelte tn sich hinein. „Zu lachen ist nichts dab-i wenn ich Schmerzen hab'."
„Ich lache doch nicht, Tante Helene."
„Ich sah es doch, verstellen brauchst du dich nicht. Dein Vater lacht auch, wenn ich ihm was klage." Schweres Seufzen. „Diese Nacht hab' ich wieder nicht schlafen können. Nicht eine Minute Und am Tag soll man seine Arbeit machen Hnd immer für alle Leute da sein. Heirat' du mal keinen Prediger, Ilse, der ist nie (ein eigener Herr. Jedermann meint er, er wär' gerade für ihn da, und seine Frau auch."
„Das ist im Hause eines Arztes grade fo, Tante." „Da kommt deine Mutter. Der sieht man das nicht an, daß sie es sauer hat. Gott, ja, sie ist ja auch zehn Jahre jünger als ich. Hnd wenn man alles an sich wenden kann."
Reichs (ohne ©aargebiet) ist von 11 756 386 Tonnen im Bormonat auf 13 074 085 Tonnen gestiegen, die Braunkohlenproduktton von 11 202 486 Tonnen auf 11 481 767 Tonnen. An Koks wurden erzeugt 2 044 575 Tonnen (Vormonat: 1962 558 Tonnen), an Steinkohlenbriketts 457 957 (421 795) Tonnen, an Braunkohlenbriketts 2 942 029 (2 792 663) Tonnen. Die mit 13 074 085 Tonnen angegebene deutsche Juli-Förderung übersteigt die entsprechende Ziffer für 1913 nicht unbeträchtlich. Die Gesamtproduktion für das Deutsche Reich im alten Gebietsumfang belief sich tm Juli 1913 auf 17 198 013 Tonnen, erreichte demnach eine Höhe, die von der jetzt so stark erweiterten deutschen Kohlenproduktirn auch annähernd noch nicht erreicht ist.
Dörsenwrle.
(Ohne Gewähr.)__
Frankfurt a.M
Berlin
Schlug» Kurs
l-Ut)C- nur»
Schlich-1 Anfang
«ur»
Datum:
23. 8.
21 8.
23. 8
24. 8.
5% Deutsche Ncichsanleibe > 4% Deutsche Ncichsanleibe .
U.48
—
0.4*05
0.475 ,0,4275
8Vi°/o 5)cntirf)e NeichSanleilie 3% Deutsche Neichsanleihe .
0.4!
___-
0,4205
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—
0.5105
। 0.505
Deutsche tSt'arDräinicnmtleibe
—
—
0.265
—
<% Preußische KonlolS . .
ii.4!
—
U.43
0,4275
4°, Hessen .....
0,40
—
3'/a°/n Hessen.........
—
—.
-
—
3°/o Heilen..........
0.40
_
0,41
_
Deutsche Wend. Dollar-Anl.
95,6
_
_
dto. Doll.-Schav-Anireii'ng.ck
—
—
—
4% Zollkürkrn.........
13,35
13.5
_
S% Äoldmerikaner ... .
45
46
| 13.7
—
Berliner HandelSqesellschast. fcmnmctj- und Privat-Bank
217.5 14t
139,5*
218,5*
140.5*
209.5*
189,5*
Dann st. und Rakionaldank .
20S-
209*
209*
208.5*
Deutsche Bank. . .......
171'
170*
170*
169*
Deutsche BcreinSbonl ....
!Nl
_
__
_
DiSconio Commanou . .
166,25
164*
165.7*
164*
Metalldank...........
Mitteldeutsche Crcditbank
133.73
134
IW
112*
142,5*
^cstcrrcichiscbe Ürcditanitali
8.85
s.9
8.S
Westbank.........
—
—
—
Bochumer Guy........
—
—
147*
144*
Buderus ......
98.5
99
99.4
97,12
Cara ............
—
81
Deutsch ^uremburg......
1.50'
—
153,2*
_
Gelsenkirchener Bergwerke . .
176.5-
175,5*
177,5
174.7’
Harocncr Bergbau ... . . Kaliwerke Aschersleben....
)59-
157*
158,4
157'
140
143
142.5
Kaliwerk Westeregeln..... Lourabütte.........
Obcrbedars...........
Phönix Bergbau ......
Rveinstahl...........
152
73
149
75.5'
153,75
56
74
149.5
55,12
74
125* 145'
122.5' 144*
123.75
141.5*
122,2'
143.5*
Riebcck Montan........
165
161.5
164
162
TclluS Bergbau. .......
69
Hamburg-Amerika Paket. . .
Norddeutscher Llovd . . .
152,2* 151*
150*
150,5*
151* 150*
151,6'
151,6*
Cheramischc Werte Altnn . .
69
_
Zementwerk Heidelberg . .
Philipp Hottmann......
134 ns
—
119
—
Anglo-Cont.-Guano.....
_
95,75
93
Chemische Mayer Sklavin . .
—
—
ft G. ssarbcnindnstrie. Ä.-G.
’iSS”
289*
288,5*
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Goldschmidt.........
113.5
109,5
111,75
110
Holzverkohlung ........
55,5
57
Nütgerswerke.......
117
—
115,25
Scheideanstalt ........
167
156
—
?IU0- ClcktrizilölS.Gesellschafk
157.5*
157,5*
158,5*
157,2*
Bergmann .........
154*
1.56.5*
154,9-
153,7*
Mainkraitwerkr .......
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111
Schucken...........
136.7*
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134*
Siemen« <t HalSK......
193*
192,5*
192,5*
192,5*
Adlerwerke Meyer......
87.5
85
87
85,75
Daimler Motoren. ......
87.5
87,25
86
Heyligeokaedi.........
Meguin.............
32
48,5
49.75
Motorenwerke Mannheim
—
—
39,5
—1
Frankfurter Armaturen . . .
Konseroensabrik Braun . . .
18 43
—
—
145,5 100.5
145
99
Schuhfabrik Her; . ......
52,25
—
62,5
—
Sichel..............
—
—
—
—
Zeststoii Waldhol......
189
—
187.5
187
Zuckerfabrik Frankenthal . .
19
—
80
__
Zuckerfabrik ÖoobäirfeJ . . .
93
—
—
rankfrrrter Börse.
Franks urta. M., 24. 2Iua. Tendenz. An- fangS lustlos, später lebhaft und fest. Die Einführung der Gtahlwerksaktien an der Berliner Börse hat zunächst eine befestigende Wirkung auf die hiesige QSöxrfc nicht gebracht. Der Qltartt war vielmehr schwach veranlagt und stand im Zeichen groher Lustlosigkeit. Dagegen waren die Aktien der Bereinigten Stahlwerke- A. G. zu Beginn des Derkehrs Gegenstand lebhaften Interesses. Im Freiverkehr wandte sich die Spekulation bei dem Fehlen jeglicher Kundenorders unter Vernachlässigung aller anderen Gebiete diesem neuen Papier zu. das den Markt beherrschte. Der Kurs schwankte zwischen 138 bis 140 Prozent. In der zweiten Börsenstunde kam es infolge Interventionen der Berliner Banken zu einem überraschenden
Hanse Roltmann kam aus dem Garten, und wie sie unter die Hangebirke trat, die neben der Pforte stand, dort, wo Garten und Bleiche zusammen' stießen, wie die tanzenden Schatten der Zweige und die huschenden Sonnenlichter auf ihrem Gesicht und der großen schlanken Gestalt spielten, war sie der verkörperte Sommer. So hell, so froh, so gesund. Blond wie ihre Kusine Helene, von gleicher Größe, wenig voller in der Figur, aber in Gang und Haltung, in Blick und Rede das Gegenspiel.
„Nun, Lene, auch mit deinem Leinen hier? Hat Kempe es gut gemacht? Lauter Lakenbreiten? Willst du dir neue nähen lassen, oder ist es für Riekchen?"
„Ja, das soll für Riekchen fein. Man muß doch einmal daran denken. Wenn es auch hier in Schmalebeck--Hnd Johannes ist auch einer von
den neuen, die darüber lachen, wenn man d>e Aussteuer richtet, eh' der Bräutigam im Hause stehl. Aber es könnte doch einmal sein. Hnd so, wie wir mit jedem Groschen rechnen müssen--"
"3hr habt doch eine ganz gute Einnahme, Lene."
Seufzen. Anklage und Vorwurf im Ton. So ungefähr: Du hast gut reden. Was weißt du von Sorgen? — Aber sie sprach es nicht aus.
„Montag ist der Whistklub bei euch, nicht? Kommt Fräulein Rosen eigentlich noch?"
„Ich glaube, die reift schon übermorgen. Hnd Herr Mampert mit ihr. Hnd Madam Reimers al« Ehrendame. Lene, wenn die absahren, bin ich aus der Post. Kannst dich draus verlasse». Ganz Schmalebeck wird da sein."
„Es ist namenlos unpassend. Johannes sollte dagegen auftreten. Ich sag' es ihm jeden Tag. Es ist doch sein Onkel."
Hanse Rottmann lachte. „Ich finde es jo entzückend. Die zwei alten Leute, die sich in der Jugend nicht haben sollten und die nun auf ihre alten Tage die versäumte Hochzeitsreise als Freunde nach- holen. Hnd doch nicht über Schmalebeck hinaus- rönnen und sich die dicke Reimers als Elefanten mit- nehmen. Damit man doch hinterher kontrollieren kann, was sie zu jeder Stunde getan und gesagt haben. Lene, ob sie wohl im gleichen Hotel wohn«,? Oder ob Onkel Mampert immer in ein anderes mufe? Sicher teilt sie ihr Zimmer mit der Reimers. Obgleich hie fürchterlich schnarchen soll. — Lene daß du darüber nicht lachst! Ich finde es einmal niedlich."
Tendenzumfchwung, aus dem besonders Montanwerte großen Ruhen ziehen konnten. Unter lebhafter Rachfrage konnten die anfangs nur Inapp behaupteten Kurse um 2 bis 3 Proz. anziehen. Im Vordergründe standen dabei Phönix, ManneSmann, Gelsentirchen und Harpener. Von Chemiewerten waren I. G. Farben nm 3 Proz. auf 292 Proz. gesteigert. Elektroaktie v verkehrten unregelmäßig. Während SchuckeN 2 Proz. und Lcihmcyer 1 Proz. nachgaben, konnten sich Bergmann um 2,5 Proz. befestigen. Jin Verlaufe wurde dir Tendenz allgemein fester, so daß die Verluste wieder aufgeholt Serben konnten. Am Bankenmarkt erlitten Berliner Handel eine starke Einbuße von 7 Proz., während Darmstädter 1 Proz. anzogen. Schiffahrtsaktien legen lustlos und im Kurse kaum verändert. Für Dau-, Auto-, Maschinen- und Z c ' l st o f f a f t i c n hat das Interesse erheblich nachgelassen und die Mehrzahl dieser IDertc litt unter Angebot. Wayß u Freytag minus 2 Prozent. Zuckeraktien lagen ruhig. Badischer minus 1,5 Proz., aber Frankenthal plus 1 Prozent. Heimische Anleihen hatten unverändert stilles Geschäft. Bon ausländischen Renten konnten sich Türken weiter leicht befestigen. Im Fr ei verkehr hörte man: Benz 86 Prozent, Entreprise 7,5 Prozent, Growag 60 Prozent, Ufa 43,5 Prozent. Brown Boveri 123. Der weitere Verlauf brachte bei lebhaften ilmfätjen am Montan-, Farben- und Elektromarkt geringprozentige Steigerungen. Ain Geldmarkt war die Lage flüssig. Tagesgeld war angeboten. Für Monatsgeld hörte man einen Sah von 5' 8 bis 7' , Prozent. Im Devisenverkehr toaren die lateinischen Valuten erneut abgeschwächt. Paris gegen London 173.25, Brüssel 179 Mailand 150,90.
Devisenmarkt Derun—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung.
(Ohne Gewähr.)
23 August.
24. August.
Amtliche Notierung Kcld Brief
Amtliche Notierung «'Seid Bricr
Ämst.-Ron. Buen.-AircS Brst.-Antw Christiania. Kopenhagen Stockholm . HclstngforS Italien . . . London. . Reuhork . . Pari». . . Gchwcij . . Spanien . . Japan . . . Rio de Jan. Wien in D-- Ceft abaeft Prag .... Belgrad ■ . Budapest. . Bulgarien IMiabon Dornig. . . Konstantin. Sltheu. . . Kanada. . Uroguav .
168.17 168.59
1,696 1,700
11.4*5 11,645
91,91 92,15
111,47 111,75
112,26 112,52
10.557 10,597
13,49 13,53
20,374 20.426
1,195 4,205
11,93 11,97
80,99 81,19
64,55 64,71
2,015 2,019
0.643 0,647
59,27 59,41
12,418 12,458
7,405 7,425
5,865 5,885
3,035 3,045
21,375 .1,425
81,65 81,85
2,31 2,82
4,74 4,76
4,198 4,208
4.195 4.205
Banknote (Ohne Gewäß
168,06
1,692
11,45 ,
91,87
111,39
112,21
10,55
13,55
20,363
4.193
11,84
80,91
64,47
2,013
0.642
09,25
12,416
7.397
5,87
3,035
21,445
81.65
2.285
4.81
4,198
4.205
n.
r.)
168,is 1,696 11,49 92,09
111,67 112,49
10,59 13,59
20,413 4,203 12,88 81,11 64.6*1 2,017 0.644
59,39 12,456
7,417 6,89
3,045 21,495
81.85 2,295
4,86 4,208 4,215
Berlin, 23. Luga st.
Geld
Brie,
Amerikanische Role» ..... Belgisch« Roten .......
Dänische Roten ....... Englische Sloten ........ Fran,vniche Roten ...... Holländische Roten ...... Atalienische Roten ... . , Norwegische Noten. . ' . . Deuksch.Oesterr„»ioo Aronat Rumänische Noten......
Schwedische Noten.....
Schweizer Noten.......
Spanische Noten..... .
Tschechoslowakische Roten . . ungarische Noten
Berliner
Berlin, 24. Aug. wurden heute von der Bereinigten Stahlwerke Q Der erste offizielle Kurs 137 Prozent, zog dann au 139 Prozent und gab fpä übrigen Montanwerte wur und eröffneten mit weniger Auch sonst hat die Grfchäs Spannung nunmehr gelöst Die Tendenz war ans uneinheitlich, s p ä Deckungskäufe hin
4.182 11,47
111,14
20,835
11,95
168,78 13,87 91,70 59,19
111,92
80,95 64,49 12,37 5.825
Börse.
Im Mont tuliffe die I. G. lebha bewegte sic Deckungskä er auf 137, den stark vc Ausnahme tStätigkeit.
ist, stark n nngs unsi e r wurd reundli
4,200 11,53 111,70 20,435
12,01 168,92 13,93 92,1(1 59,49
112,48 81,35 64,81 12,43 5.865
anmatft Aktien der ft beachtet. ) etwa um ufc bis auj 5 nach. Die rnachlässigt n schwächer, lachdem die achgelassen. cher und e sie auf cher. Das
„Niedlich? Schamlos. — Die könnten ja heiraten. Warum tun sie das nicht?"
.Mit ihren sechzig und fünfundsechzig Jahren? — Das wäre lächerlich. Aber den vierzigjährigen Brautstand mit einer Rheinreise krönen — wenn ich nicht Hanse Rottmann wäre, ich möchte für die nächsten vier Wochen Melanie Rosen sein."
Ein blasses Lächeln auf Helene Jessens Zügen. „Was du für Einfälle hast." Sie wandte sich um nad) den jungen Mädchen, die den letzten Ballen ausgelegt hatten. „Ich geh wieder hinein, Riekchen. Mir ist es hier zu warm. Ich bin schon ganz benommen von der Sonne."
Sie ging mit ziehenden Schritten dem Hause zu, wandte sich noch einmal und sah zurück. Hnd es war Bitterkeit in ihr. Da stand ihr einziges Kind und schwenkte die große Kanne, daß sich das Wasser brausend über die Wäsche ergoß, und trug ein Helles Sommerkleid und die zierlichste Schürze,' die Fräulein Rosen im Geschäft gehabt halte, und sah neben Iste Rottmann aus wie eine Magd. Ja — sie wiederholte cs sich selber mit einer Art Trotz: Wie eine Magd. Keine Schneiderin und kein Tanzlehrer konnten darüber hinwegtäuschen.
lind das Mädchen schien es md)t einmal zu empfinden. Liebte die Cousine und bewunderte sie, und wenn Georg Grützmann nur Augen für die Dvk- torstochter hatte, sagte Riekchen ganz ruhig: „Sann man sich darüber wundern? Gegen Ilse kommt keine andere auf." Hnd die Mutter halte doch Augen im Kopf.
Helene Jessen hatte viel zu leiden
„Tante Hanse," fragte Riekchen, „was ist das eigentlich mit dem alten Fräulein Rosen und Organist Mampert? Mutter sagt, das wäre nichts für lunge Ohren. Was haben die beiden alten netten Leute denn Böses getan?"
„Die? Böses? — Kind, an denen ist Böses bc- gangen morben. Oder vielleicht - Ja, sie haben sich verlobt vor vierzig Jahren, als Mampert in tue stadt gekommen war und den Posten als Kantor und Organist bekommen hatte. Viel zu brechen und zu bergen hatte er nicht, aber darum war es ihr wohl nicht zu tun. Sie hatte ihn lieb. Hnd ihre altern hatten schon immer das Geschäft, und sie hatten ganz leidlich leben können. Sie Alten hatten and) Ja gesagt, und alles sah sich nach Hochzeit an.
Publikum beteiligte sich nun in lehr geringem Maße am Geschäft. Im Deoisenverkehr war das englische Pfund stark gedrückt. London ging gegen Kabel bis auf 4,8559 zurück und erholte sich später mäßig auf 4,8575. Die lateinischen Valuten bewegten sid) weiter nach unten. Paris gab gegen London auf 172,25, Brüssel auf 177,75 und Mailand auf 150 nach. Der Geldmarkt war unverändert flüssig. Tagesgeld war zu 3.5 bis 5,5 Prozent angeboten.
Srnrrksurtcr Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 24. Aug. Es wurden notiert: Weizen. Wetterauer, neuer Ernte, 28,75 M?.; Roggen, inländischer, neuer Ernte, 21 bis 21,75; Sommergerste für Brauzwecke 24 bis 26; Hafer, inländischer, 19,25 bis 20; Hafer, aus- ländischer, 20,50 bis 21,75; Mais, gelb, 18,25; Weizenmehl, inländisches, Spezial 0. 41,75 bis 42,50; Roggenmehl 31,75 bis 32,50; Deizenkleie 8,75; Roggenkleie 10 bis 10,25 Mk.
Büchertisch.
Großherzog Ernst Ludwig von Reffen veröffentlicht im Augustheft Lgn We - stermanns Monatsheften einen prachtvoll illustrierten Aufsatz über die Rosenhöhe bei Darmstadt. Der interessante Beitrag wird für weite Kreise von großem Interesse fein. Bemerkenswert sind in diesem Heft ein paar hervorragende Rovellen: „Aluscha" von Leonhard Schrickel, „Der Dichter und der Knabe" von Grete von Arbanihkh, eine fein beobachtete Tiergeschichte von Egon von Kapherr „Der Bau in der Heide" und eine Rovelle von Georg v. d. Gabelenh; „Die Hochzeit des Steins", die in das Florenz des Lorenzo Medici führt Besonders ergötzlich sind die „Abenteurer am 'preußischen Hofe", von denen Fr. v. Oppeln-Bronikowski erzählt.
Aus dem „Hege r" (Rr. 33, W. S. Korn. Breslau): Berblattete Gelegenheiten. Die Vogelwelt auf Hiddensee. — Die Bedeutung der deutschen Jagd. - Heber Büchsenkaliber.
— In der Rümmer 33 der „Lustigen Blätter" (Verlag Dr. Aysler, Berlin) sind Moszkowski, Mühlen-Schufte und Roellinghoff die humoristischen Hauptartikler. Dazwischen drängt sich Witz an Witz, daß man beinahe vergißt, in einer Zeit zu leben, die keinen Spaß mehr versteht. Auch die farbenfrohen Bilder atmen eine erquickende Frische. Heiligenstaedt und Dely verdienen hervorgehoben zu werden.
Ein erschütterndes Menschenbild, kaum glaublich in unserer Zeit des hemmungslosen Egoismus, ersteht vor unserem Auge aus dem ersten Beitrag des Augustheftes der Zeitwende. (C. Sy Becksche Verlagsbuchhandlung in München.) Ds ist das Bild Casper Rens Gregorys, des großen neutestamentlichen Text- kritikers, der noch als Siebzigjähriger im Weltkrieg Leutnantsdienst tat, der unbedingt Rächsten- liebe übte und am zwecken Ostertag 1917 durch einen Granatsplitter verwundet heimgegangen ist. Hermann Frankfurth erzählt von ihm aus vollem Herzen. Obwohl Gregory von Haus aus Amerikaner war. hat er doch für Deutschland geblutet In das Alltagsleben des Mittelalters, eine bunte, den meisten noch unbekannte Welt, führt der Aufsatz von Hans Tietze über die deutschen Bildteppiche des Mittelalters. Hier wird uns die profane, volkstümliche Sphäre des mittelalterlichen Lebens an Kunstgegenstä nden deutlich, die bis jetzt unbeachtet geblieben sind. — Eine allgemeinverständliche Einführung in die neuen Richtungen in der Biologie der Gegenwart bietet Karl Sapper. Dieser Aufsatz ist wichtig für alle, die noch an ihrer Weltanschauung arbeiten. Der Verfasser geht vom Menschen auS und nicht von einer mechanistischen Raturauffassung. Hermann Horn erzählt in seinem Roman „Die schwere Last" humorig menschlich weiter von den Irrungen und Wirrungen des vom Schicksal niedergedrückten und wieder emporgehobenen Werkstudenten. Auch älmschau und Randbemerkungen sind in diesem Heft besonders mannigfaltig.
Wettcrvor ~r- :■5c.
Meist bis ganz bedeckt, im ganzen Verhältnis, mäßig kühl ohne stärkere Niederschläge.
Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 20,5 ' Grad Celsius, Minimum: 7,2 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur: 11,8 Grad Celsius.
Verantwortlich für den lokalen Teil i. D.: Dr. Hans T h y r i o t.
Da soll mal eine Zigeunerin in der Stabt gebettelt haben und hat den Leuten allerlei prophezeit. Grützmanns soll sie erzählt h^ben, sie kämen zu Geld, und Schlachter Timms am Markt drüben — den alten Timms natürlich — ich hab' es nur er« zählen hören —, sie würden was Liebes verlieren, und zuletzt der Mamsell Rosen, sie würde — wenn sie heiratete — im ersten Kindbett sterben.
Bald darauf hat Grützmann hundert Taler in der Lotterie gewonnen, und dem Schlachter ist ein Pferd gefallen, und da war es eine ausgemachte Sache, oaß die Melanie Rosen dem Tod entgegen ginge. Ihre Mutter soll entsetzlich gebarmt haben. Unö der gute Mampert ist sich wohl schon wie ein zukünftiger Mörder vorgekommen. Und zuletzt haben sie beschlossen, sie wollten mit der Heirat warten, bis man ganz gewiß sein könnte, daß fein Kindersegen mehr eintreffen würde.
Mit fünfzig ist sie ihrer Mutter noch nicht alt genug gewesen, und dann haben sie auch wohl gedacht: Cs hat nicht sollen fein. Ewiger Brautstand in Liebe und Frieden ist besser als eine Ehe mit allerlei Sorgen und Nöten. Da sind sie verlobt geblieben."
„Arme Leute."
„Ich weiß nicht," meinte Ilse, „ich finde das beneidenswert. Nie hat sie seine Strümpfe stopfen müssen. Nie hat er ihr ein brummiges Gesicht gemacht. Ihr Jungfernstübchen ist immer fein ordentlich und sauber geblieben, [einer hat die Gardinen verqualmt. Hnd immer jemand, der galant und aufmerksam ist — und immer noch etwas, worauf man wartet —, so eine letzte, kleine Freude. — Hnd nun diese Rheinreise —
Aber die dicke Reimers hätte ich nicht mitgenommen, und wenn der ganze Whistklub vor Empörung in Ohnmacht gefallen wäre!"
Friederike sah ihn zärtlich an. „Du hast den Mut, zu tun, was du willst."
„Den hab' id) von der Mamme. Nicht, du, Mamme, Liebste?"
„Du sollst nicht immer Mamme sagen. Gräßlich klingt das. Sag' Mutter. Oder sag' c'infad) Hanse, wir sind ja unter uns."
„Ich werd' dich wieder nennen wie als Kind: Sd)atzliebste. Weißt du noch?"
<ForHetznng folgt.)


