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Fernruf 1367

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Beigeordneter Winbecker

Bekannrinachnng.

Die Stadtoerordneten-Versammlung hat in ihrer Sitzung vom 8. Juli 1926 die

am Friedhöfe sollen die Miet-Preise als zu hoch um 15 Prozent herabgesetzt werden. Gin Antrag -Jakvb um Herabsetzung von 2 0 Prozent wurde nach längerer Debatte an­genommen. Für die immer dringender wer­dende Erweiterung des Dürgerhospi- tals liegen zwei Vorschläge vor. Der eine (40 000 Mk.) sieht nur die dringendsten Repa­raturen vor, der andere (190 000 Mk.) den An­bau eines Flügels nach Süden. Es wurde ein­stimmig die Annahme des größeren Pro­jektes beschlossen. Der stäbtische Vor­anschlag, der kürzlich beraten wurde, schließt mit einem Fehlbetrag von 62000 Ml., davon ca. 30 000 Ml. durch Ablehnung der vor­gesehenen Getrnnkesteucr Imn Ausgleich dieses Fehlbetrages schlug der Bärgermeistrr eine Er­höhung der Grund-, Gebäude- und Gewerbesteuer vor, die ungefähr 25 000 Ml. bringen solle, ferner die Aufhebung des Veschlusses über den Wegfall der Getränkesteuer. Die sozialdemokratische Frak­tion erllärte, daß sie unter keinen Umständen: ihre ablehnende Haltung gegen die Getränke­steuer ändern würde. Don anderer Seite wurde die Erhöhung der Steuern bekämpft. Beigeord- neter Windecker beantragte, die Sache an den Finanzausschuß zu überweisen. Rachdem die­ser Antrag abgelehnt war, ergab die nunmehr folgende Abstimmung einstimmige Ableh­nung der 'Vorschläge des Bürger -

Gießen, den 21. Juli 1926. Der Oberbürgermeister. I. 23.: Dr. S) a m m.

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Kreis Friedberg

sf. Friedberg, 23. Juli. Die gestrige S t ad t ve rv r dn e 1 e ns i tzu n g befaßte sich zunächst mit der Gewährung von Fre i b'ä d e r n an Schüler der Dvllss ch u l e. Der Antrag wurde genehmigt und die entstehenden Kosten von ca. 1000 Ml. bewilligt! dagegen wurden die an- gesorderten Kosten für die Einführung des obli­gatorischen Schwimmunterrichts an höheren Schulen abgelehnt. In der Augustinerschule, in der zum größten Teil noch Gasbeleuchtung ist, soll elektrische Be­leuchtung eingeführt werden. Die Kosten be­laufen sich aus ungefähr 4500 Mk., die auf vier Etagen verteilt werden sollen: die erste Rate von 1500 Mk. für den Südbau wurde einstimmig bewilligt. Der Bürgermeister teilte den Vor­anschlag d er Auaustinerschule mit. Die Ausgaben für Gehälter betragen 236 000 Mk., die Einnahmen von Schulgeld 76 000 Mk. Die Schülerzahl betrug am 15. Mai ds. Js. 527. Der -Zuschuß der Stadt beläuft sich auf 84 855 Ml. Beigeordneter Dr. L e u ch t g e n s beantragte, bei den 14 000 Mk. betragenden sachlichen Ausgaben die RubrikLehrmittel usw.", für die 6000 Mk. ausgeworsen sind, um 3000 Mk. zu kürzen. Der Antrag wurde abgelehnt. Bei der Beratung des Voranschlags der Schillerschule (Höhere Dkädchenschule) teilte der Bürgermeister mit, daß der städtische Zuschuß 39416 Mk. be­trägt. Stadtv. Beutel (Kommunist) stellte den Antrag, die Schillerschule ganz aufzuheben, da eine derartige Schule überflüssig und die Stadt nicht in der Lage sei, die Zuschüsse für zwei höhere Schulen zu leisten. Stadtv. I h l ist für Erhöhung des Schulgeldes. Der Bürgermeister teilte mit, daß er sich in dieser Hinsicht schon bemüht habe, das; aber für alle höheren Schulen gleiche Bedingungen herrschen. Der Antrag Deu­tel wurde mit allen gegen eine Stimme abgelehnt, in gleicher Weise wurde der Voranschlag ge­nehmigt. Bei der Beratung eines An­trages der Erwerbslosen um Bewilli­gung von Raturalien (Brand, Milch usw.) wurde von verschiedenen Seiten festgestellt, daß eine Erhöhung der vom Reiche festgestellten Sätze nicht erlaubt und deshalb eine generelle Unter­stützung nicht zulässig sei, doch soll in einzelnen, besonders dringenden Fällen eine Ausnahme ge­macht, auch soll von selten der Stadt nach Mög­lichkeit für Arbeitsgelegenheit gesorgt werden. In dem städtischen Gebäude

Bahnhofstr. 65 B Gießen

Der zweite Teil der Straße wird toegen even­tueller Erweitereng des Bahnhofes vorläufig Hurückgestellt.

stellte eine Anfrage über die immer unhalt­barer werdenden Zustände der Ver­seuch ungder Ufa durch- die Rachbargemeinde Bad°Rauheim. Der Bürgermeister teilte mit, daß nach Mitteilungen des Kreisdirektors von Seiten R a u h e i m s bereits -ein Projekt aus­gearbeitet sei und daß im Frühjahre mit der Ausführung begonnen werde: der Staat werde dazu einen Zuschuß gewähren. Beigeord­neter Dr. Leuchtgens ist der Ansicht, daß man diese Arbeiten mehr beschleunigen und schon im Herbste mit der Ausführung beginnen könne, damit sich der Zustand nicht noch bis in den nächsten Sommer hrnzöge.

Kreis Schotten.

)( Ruppertsburg, 22. Juli. Unter Führung des Direktors Trautmann vom L a n dw i r t s ch af t s-a m t Grünberg fand am Samstag ein R u n d g a n g durch verschie­dene Teile unserer Gemarkung statt, an dem sich 20 Personen beteiligten. Der Sachver­ständige verstand es, den Teilnehmern den Gang zu einem Erlebnis zu machen, durch das sie viel lernen konnten. Wenn der Stand sowohl bei Getreide, als auch bei Hackfrüchten durchweg als ein guter, stellenweise sogar als ein sehr guter bezeichnet werden konnte, so war doch Ge­legenheit geboten, auf verschiedene Pflanzen- krankheiten und Schädlinge, sowie Mängel und Fehler bei der Bestellung hinzuweisen. An Pil­zen, die das Wachstum der Pflanzen teilweise ganz erheblich stören, wurde festgestellt bei 'Wei- §en der Rost, bei Kartoffeln die Schwarzbeinig­keit und Phytophtera und bei den Kohlarten die Kohlhernie. Gerade die 3 letzteren haben ganz empfindlichen Schaden angerichtet. Diele Roggenähren waren vom Getreideblasenfuß an­gefressen. Bei Kraut und Runkelrüben tritt die Herzfäule zum Teil in starkem Maße als eine Folge einer Wachstumsstörung auf Wenn auch infolge verschiedenartiger Bodenbeschaffenheit, Bearbeitung und Düngung nicht für alle Grund­stücke dieselbe ©aatgutmenge pro Morgen vor­geschrieben werden kann, so ergab doch der Au­genschein die Tatsache, daß manche Land­wirte noch viel zu dick säen! Anschließend an diesen Rundgang wurde unter Leitung des Acker­bautechnikers Bügler von der Landwirtschafts­kammer das Gerstensortenanbaufeld des Päch­ters Müller (Henriettenhof) besichtigt. Unter den 9 verschiedenen Sorten zeigte KraftsStar­kenburger Landgerste" den besten Stand. Ob sie auch im Ertrag an erster Stelle stehen wird, bleibt abzuwarten. Abends versammelten sich die Teilnehmer, um zu hören, was Direktor Traut mann ihnen über Bekämpfung der beobachteten Krankheiten und Schädlinge, ratio­nelle Düngung und richtige Saat zu sagen hatte. In klarer Weise behandelte er dann auch noch einige Fragen der Tierzucht, insbesondere die Bekämpfung des Scheidekatarrhs

= Gedern, 23. Juli. (Aus der ® e meinderatssitzu ng.) Der Bürgermeister gab zwei Schreiben der Bau- und Siedlungs­gemeinschaft bett. Erwerb zweier Grund­stücke und Gewährung eines lurzfristigen Dar­lehens bekannt. Es wurde beschlossen, daß die Gemeinde die Derhandlungen über den Ankauf der in Frage stehenden Grundstücke übernehmen soll. Die Ausführung eines Doppelhauses auf dem Bauplatz von Fay wurde gutgeheißen. Die Mitglieder der Baugenossenschaft haben Bürgschaft zu leisten bis zur völligen Bezahlung des Grundstückes. Tlm die Erbauung zweier Häuser durch die Baugenossenschaft noch im Spätsommer zu ermöglichen, wurde das beantragte kurzfristige Darlehen gewährt. Der Bürgermeister teilte mit, daß der Kreis die 11m- gehungsstraße von der Ober-Seemer Straße über dieBreite Wiese" zum Brühl genehmigt hat. Zunächst kommt jedoch nur der Ausbau der Straße bis zur Weningser Straße in Betracht.

Arbeitsvergeblmg

Für den Neubau eines Reichs-Beamten- Wohnhauses in Gießen, Wilhelmstraße, werden öffentlich in getrennten Lofen ver­geben : 6109V

1. Erd-, Maurer, Asphalt-, Beton- und Eisenbetonarbeiten usw.,

2. 3inrmcrarbeiter,

3. Dachdeckerarbeiten,

4. 3pcnt)Ierarbcifc'n.

Die Verdingungsunterlagen liegen auf unterzeichnetem Amte aus. Angebotsvor­drucke sind gegen Selbst kosten, dort zu hoben.

Die Angebote müssen verschlossen, mit enrsprechender Aufschrift versehen, postfrei zum öcrbingungstcrmm am 2. Aug. 1926 zu Nr. 1 um 10 Uhr vormittags, zu Nr. 2 um 104 Uhr vormittags, zu Nr. Z um 11 Uhr vormittags, zu Nr. 4 um 11: Uhr vormittags

dem Amte vorliegen, wo sie in Gegenwart der Bieter geöffnet werden.

Gießen, den 24. Juli 1926.

Baugruppe des Landesfinanzamts (Neubauleitung Gießen), Landgras-Philipp-Platz 4, Wachtgebände, Zeughauskaserne.

SMMgsversteigerMg.

Freitag, den 10. September 1926, vor­mittags 10 Uhr, wird durch das hiesige Amtsgericht im Sitzungssaal Nr. 101 (1. Obergeschoß) das im Grundbuche von Gießen dem Friedrich Karl Sack in Heu­chelheim zugeschriebene Grundstück

Flur 36 Nr. 140 = 1271 qm Acker, auf der Hardt, über den Gärten ver­steigert.

Oie amtsgerichtliche Berfiigung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt. 6105B

Gießen, den 21. Juli 1926.

3. A. des Amtsgerichts Gießen. Leo, Ortsgeriebtsvorsteher.

haben bisher also nur zweimal die Stimme des Hessischen Derkehrsoerbandes für Oberhessen ver­nommen, häufiger aber für den Odenwald, der fei­nem Sitz ja auch viel näher liegt. Wie die Dinge stehen, halten wir es für zweckmäßig und allein richtig, daß die oberhesfischen Städte und Kreise sich zu einem f e I b ft ä n t) i g e n Verkehrsbund Oberhessen zusammenschließen. Wenn man auch in unserer Provinz nach dein Sprichwort:Das Hemd ist mir näher als der Nock", verfährt, menn man also die Vertretung der oberhessischen Ver- fvbdurch eine eigene, alle G e - m e i n ro c f c n der Provinz umschlin - u c :: P e X) r g a iiifati o n bei den maßgebenden Stecken kraftvoller als bisher wahrnehmen wird, dann dürften wohl auch die Berkehrszuftände in unserer Provinz allmählich wieder günstiger werden. Zer- svlitterung schwächt, in der Geschlossenheit liegt Kraft; gerade heutzutage gilt mehr als je nur der Starke. Wir sind weil davon entfernt, etwa eine An Vereinsmeierei begünstigen zu wollen, aber wir glauben, daß unj^r Vorschlag einer Notwendig­keit gerecht wird. Erforderlich wäre es natürlich, daß diesem oberhessischen Verkehrsbund man kann den Zusammenschluß natürlich auch anders nennen, denn der Name tut ja nichts zur Sache nicht nur die Verkehrsvereine, soweit solche in un­serer Provinz überhaupt schon bestehen, beitreten, sondern auch die Stadtverwaltungen, die Kreise, die Provinz, die Industrie- und Handelskammern, die örtlichen Organisationen von Handel, Handwerk und Gewerbe, der V. H. E., die Badeverwaltungen usw. Mitglieder und Förderer würden, denn hier geht es ja um das gemeinfame Ganze. Dieser Verkehrs­bund müßte sich in erster Linie selbstverständlich den gemeinsamen Interessen widmen; daneben könnte er aber aud) noch Unterkommissionen bilden, die sich der besonderen Wünsche bestimmter Gegen­den, Städte oder Gruppen (Bäder) anzunehmen, die entsprechenden Vorschläge, Eingaben und dgl. aus­zuarbeiten und dem Gesamtvorstand zur Weiterlei­tung und Vertretung zu übergeben hätten. Wir sind überzeugt, daß eine solche Zentralstelle im fried­lichen Benehmen mit den zuständigen Stellen der Reichsbahn nur segensreich für unsere Provinz ar­beiten würde. Aus nahellegenden Zweckmäßigkeits­gründen dürfte es sich empfehlen, den S i tz dieser Organisation nach Gießen zu legen; unabhängig von diesem Platz der Geschäftsstelle könnten u. E. Vorstands- ober Ausschutzsitzungen abwechselnd in den verschiedensten Städten der Provinz ftattfinben. Wir glauben, daß der Verkehrsverein Gießen wohl gerne bereit fein dürfte, in seinem Bureau der Ge­schäftsstelle der Provinzorganisation Raum zu geben bzw. die Miterledigung dieser Arbeiten zu übernehmen.

Ein Derkehrsbund Obrrhessca könnte aber nicht allem auf dem Gebiete des Eiscnlmhnver- kehrswesen fruchtbringende Arbeit leisten, er könnte darüber hinaus im Reiche durch Pro­paganda für den Dogelsberg und Die vielen, hervorragenden Sehenswürdigkeiten un­serer Städte Besucher und schließlich ständige Freunde herbeisühren die hier Erholung des Körpers und Erquickung des Gemüts finden könnten, auf der anderen Seite aber dem viel­gestaltigen Wirtschaftsleben in uuferen Städten sehr förderlich würden. Wer, wie wir, alltäg­lich einige Dutzend Zeitungen durchsieht, unter denen sich alle großen und maügebenben Blätter befinden, wem der regelmäßige Einblick in viele Zeitschriften darunter auch Reisezeitschriften gestattet ist, der wird überall die bedauerliche Feststellung machen können, daß nirgendwo von unserem herrlichen Vogelsberg und seinen schönen Städten die Rede ist. Das deutsche Voll über Hessen und seine unmittelbare Nachbarschaft hinaus weih anscheinend überhaupt nichts vom. Vogelsberg. Das ist natürlich nur eine Folge der bisherigen Untätigfeit in der Derkehrswer- bung. Der große Strom der Reisenden und Touristen geht an uns vorbei nach den Städten und Landschaften, die sich draußen in der Welt bekannt machen. Die sog.olnberührtheit der Landschaft" mag für einzelne eiwas schwärme­risch veranlagte Zeitgenossen höchst wertvoll sein, davon erfährt aber das Wirtschaftsleben in un­seren Städten, Sommerfrischen und Bädern keinen Auftrieb, der doch überall sehr notwendig ist. Die Erfolge der Verlehrswerbung für den Tau­nus, den Odenwald, den Spessart, die Rhön usw. sollten uns Vorbild sein zu gleicher reger Werbe­arbeit. Diese Tätigkeit kann ein einzelnes kleines Städtchen, wie wir sie in unserer Provinz haben, nicht leisten, hier heißt es gemeinfam sich regen, uni) das kann nur durch eine Organisation ge­leistet werden, der geistige und natürllch auch materielle Kräfte von allen Seiten her ständig zuströmen. Sine solche gemeinsame Arbeitsstätte oberhessischer Verkehrswerbung wäre cm all­umfassender Verlehrsbund, dessen Schaffung wir also auch aus diesen Gesichtspunkten heraus empfehlen.

Hoffentlich finden sich tatkräfttge Männer in Gießen und in allen Teilen der Provinz Ober- Hessen, die recht bald das Werk schaffen, das wir hier anregen, damit es mit seiner Tätigkeit schon vom nächsten Jahre ab gute Früchte für unsere Provinz bringen kann

Oberhessen.

Landkreis Gießen.

8 W i r s e d, 23. Juli. Unser Mandoline n- v e r e i n, der unter der sachkundigen Leitung von Karl Pfeiffer steht, beteiligte sich an einem P r e i s w c 11 s p ie l in Gernsdorf (Kr. Siegen). Unter starker Konkurrenz gelang es den Wieseckern es spielten im ganzen 15 Ver­eine die ersten Preise in der ersten Klasse zu holen. Sie erhielten den 1., den 1. Ehren­preis sowie den Hauptehrenpreis. Mit dieser vor­züglichen Leistung, die Spieler und Spielleiter ehrt, wurde der Lahnhöhenbund im Sieger» land würdig vertreten.

* Lollar, 23. Juli. Der hiesige Orts- gewerbeverein bereitete feinem allseitig be­liebten Mitglied Schreinermeister Heinrich Arnold anläßlich keines 50 jährigen Weifterjubiläums eine wohlverdiente Ehrung. Der Dereinsvorfitzende, Spenglermeister Georg Fuchs, beglückwünschte den Jubilar im Romen des Vereins und überreichte ein ge­schmackvoll angefertigtes Diplom. Die Glück­wünsche der Handwerkskammer überbrachte Syn­dikus Röhr, Gießen, der dem verdionten Hand­werksmeister gleichzeitig den Ehrenmeister» b r i c f der Handwerkskammer übergab. Im Romen des Dezirksverbandes der Handwerker- ncremigungen sprach Direktor Dr. Bünnings, Gießen, die Wünsche des Gießener Ortsgewerbe- vereins brachte Gewerbelehrer Hoggen- müller zum Ausdruck. Der Jubilar war durch die reichen Ehrungen ftchtlich bewegt und dankte in herzlichen Worten.

t ® r ün be rg, 23. Juli. Das Landwirt- schoftskammergut Wart Hof hat die Heu­ernte beendet. Der Ertrag hat d.ie stärksten Hoffnungen weit übertroffen. Die Weide- flächen waren dermaßen reich mit Gros be­standen, daß das Weidevieh die riesigen Vorräte nicht verzehren konnte. Die Getreide- und die Kartoffelernte versprechen recht gut zu werden: besonders ist dos von der Gerste zu berichten. Dieser Tage wurde hier ein kind­licher Reit- und Fahrverein gegründet. Sein Ziel ist, die Jugend im Reiten, Fohren und in der Pferdepflege ouszubilden und dadurch mit beigutragen zur Hebung des Gallus- mar k t e s. Bis jetzt sind etwa 30 Personen dem Verein beige treten. In einer demnächst stottsindenden Versammlung soll der Vorstand gewählt werden.

4- L i ch , 23. Juki. Das neue st ä d t i s ch e G e b ä u b c in der Ringstraße, amSchwanensee" ge­legen, das im vorigen Jahre begonnen wurde, kann in den nächsten Tagen bezogen werden. Es enthält vier Wohnungen zu je zwei Zimmer und Küche. Die monatliche Miete für eine Wohnung beträgt 25 Ml.

a4ugust58rster

Wirtschaft.

Börse und Geldmarkt.

Wit der Bamenhausse in der vorigen Woche dürfte zunächst die Hausse st immung an der Börse ihren Abschluß gefunden haben. 'Von den Bankaktien waren schließlich besonders diejenigen bevorzugt, die bei der vorhergehenden Hausse zurückgeblieben waren, so daß hierdurch ein gewisser Ausgleich, stattgefunden hot. Sicher­lich dürsten die Banken mit ihrem Gewinn auch im Effektengeschäft im ersten Halbjahre recht zu­frieden fein, und die Höherbewertung Der Bankaktien ist daher wohl verstä'.rdlich, toerui auch nichi vergessen werden darf, daß auf der anderen Sette infolge der Ermäßigung des Zins­fußes die Gewinne im Kontokorrentgeschäft sicher­lich start zurückgegangen sind. Die Tatsache aber, daß die Danken der allgemeinen Stimmung Rech - nung getragen und die Spanne zwischen Soll- und Habenzinsen verringert hoben, läßt daraus schließen, daß sie in der erhöhten Tätigkeit aus dem Effektengebiete ein volles 2t?o«4i?a(enl ge­sunden haben. Es herrscht zur Zeit Ferien- stimmung an der Börse, und die briteferite Hitze in den Börsensälen hat viele Besucher ver­jagt. Die Glattstellungen, bie^ hiermit natur­gemäß verbunden waren, haben eine gewisse Reinigung des Marktes gebracht, so daß die schwebenden Engagements außerordentlich em- geschrumpft sind. Beigetragen hierzu mag auch ein erneuter Warnungsruf der Deut­schen Bank haben, die insbesondere auf die übermäßige Ausdehnung des Termingeschäftes hinweisl und der Auffassung Ausdruck gibt, daß die Zukunftschaneen der Ergebnisse bei vielen Werten in den gesteigerten Kursen bereits reich­lich zum Ausdruck kommen. Eigentliche Faktoren, die geeignet wären, eine Depression an bet Dors, auszuüben, sind nicht eingetreten, wenn man von dem neuerlichen Sturz der lateinischen Vo­luten absieht. Daß die deutsche Indu­strie bei fallendem Frankkurs steigend unter dem Dumping unserer westlichen Rach­barn leidet, liegt auf der Hand. Auf der an­deren Sette wirkt aber wahrscheinlich bet starke Kurssturz auf die maßgebenden Instanzen im Sinne einer Beschleunigung der Stabilisierungs- maßnahmen, so daß also jetzt bessere Aussatz dafür ist, daß unsere Exportindustrie in abseh­barer Zeit von dem Druck aus dem Westen be­freit wird. Im einzelnen hielten Gerüchte über weitere bevorstehende Finanzmaßnahmen der I. G. F a r b e n i n d u st r i e die Spekulation in Atem, so daß sich dieses Papier vorübergehend recht kräftig erholen konnte. Die Mitteilungen der Verwaltung über die Aufsichtsrats-Sitzung haben aber einstweilen diesen Gerüchten ein Ende gemacht, denn weder die erwartete Kombination mit der Deutschen Erdöl-Gesellschaft, noch die große Kapitalerhöhung, die wochenlang Gesprächs­stoff an der Börse bildete, sind jetzt zur Tat­sache geworden. Immerhin läßt das Kommunique darauf schließen, daß die Expansivnsbe- ftrebungen dieser Gesellschafl ihr Ende noch nicht erreicht haben, und somit wird auch die Farbenindustrie noch für geraume Zeit Objekt der Börsenpbantasie bleiben. Die nunmehr dicht bevorstehende Einführung der Aktien der Vereinigten Stahlwerke halt den Kurs her Muttergesellfchaften verhältnis­mäßig hoch. Auch hier zeigt die Uebemahme der Aktten der Bismarckhütte, daß noch alles in Fluß ist. Augenscheinlich beurteilt die Ver­waltung der Vereinigten Stahlwerke den Stand der Handelsvertragsverhandlungen zwischen Po­len und Deutschland recht günstig. Auch die Ver­handlungen nach der anderen Seite, die nach einer Verständigung im internationalen Eiftngeschäft streben, scheinen neuerdings an Aussicht ge-

'21bänberung des bestehenden Bebauungs­planes für das Gebiet zwischen Ciebig- strahe Wilhelmstraße Iheringstrahe Aulweg beschlossen. Der Entwurf des Abänderungsplanes liegt in der Zeit vom 26. Juli bis 10. August 1926 bei dem Stadtbauamt zur Einsicht offen. 6V1B Einwendungen gegen den Plan find innerhalb der gleichen Zeit bei Vermei­dung des Ausschlusses bei mir bringen.

Beschluß

Im Konkursverfahren über das Ver­mögen des Schuhmachers lind Schuh- warenhändlers Heinrich Müller I. in Gießen wird zur Anhörung der Gläu­bigerversammlung über Einstellung des Konkursverfahrens mangels einer den Kosten des Verfahrens entsprechenden Konkursmasse, Termin auf 6099B

Donnerstag, den 12. August 1926 vormittags 10 Ahr

Zimmer 112 anberaumt. Gleich­zeitig werden in dem Termin die noch angemeldeten unb noch nicht rechtskräftig festgestellten Forderungen geprüft.

Gießen, den 19. Juli 1926.

Hessisches Amtsgericht.

Eder-Verkauf.

Die Gemeinde Rüddingshausen verstei­gert am Dienstag, dem 27. Juli, nach­mittags 3 Uhr, im Hofe des Halters Hein­rich Seipp I. wegen Inzucht einen kräf­tigen, gut genährten Eber.

Kaufliebhaber werden hierzu höflichst eingeladen. 61120

Wegen Ankaufs eines jungen sprung- -sähigen Eders erbitten wir von Besitzern gcfl. Offerten.

Bürgermeisterei Rüddingshausen (Post Londorf).

____ ff i g.

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