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Fernruf 1367
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Beigeordneter Winbecker
Bekannrinachnng.
Die Stadtoerordneten-Versammlung hat in ihrer Sitzung vom 8. Juli 1926 die
am Friedhöfe sollen die Miet-Preise als zu hoch um 15 Prozent herabgesetzt werden. Gin Antrag -Jakvb um Herabsetzung von 2 0 Prozent wurde nach längerer Debatte angenommen. — Für die immer dringender werdende Erweiterung des Dürgerhospi- tals liegen zwei Vorschläge vor. Der eine (40 000 Mk.) sieht nur die dringendsten Reparaturen vor, der andere (190 000 Mk.) den Anbau eines Flügels nach Süden. Es wurde einstimmig die Annahme des größeren Projektes beschlossen. — Der stäbtische Voranschlag, der kürzlich beraten wurde, schließt mit einem Fehlbetrag von 62000 Ml., davon ca. 30 000 Ml. durch Ablehnung der vorgesehenen Getrnnkesteucr Imn Ausgleich dieses Fehlbetrages schlug der Bärgermeistrr eine Erhöhung der Grund-, Gebäude- und Gewerbesteuer vor, die ungefähr 25 000 Ml. bringen solle, ferner die Aufhebung des Veschlusses über den Wegfall der Getränkesteuer. Die sozialdemokratische Fraktion erllärte, daß sie unter keinen Umständen: ihre ablehnende Haltung gegen die Getränkesteuer ändern würde. Don anderer Seite wurde die Erhöhung der Steuern bekämpft. Beigeord- neter Windecker beantragte, die Sache an den Finanzausschuß zu überweisen. Rachdem dieser Antrag abgelehnt war, ergab die nunmehr folgende Abstimmung einstimmige Ablehnung der 'Vorschläge des Bürger -
Gießen, den 21. Juli 1926. Der Oberbürgermeister. I. 23.: Dr. S) a m m.
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Kreis Friedberg
sf. Friedberg, 23. Juli. Die gestrige S t ad t ve rv r dn e 1 e ns i tzu n g befaßte sich zunächst mit der Gewährung von Fre i b'ä d e r n an Schüler der Dvllss ch u l e. Der Antrag wurde genehmigt und die entstehenden Kosten von ca. 1000 Ml. bewilligt! dagegen wurden die an- gesorderten Kosten für die Einführung des obligatorischen Schwimmunterrichts an höheren Schulen abgelehnt. — In der Augustinerschule, in der zum größten Teil noch Gasbeleuchtung ist, soll elektrische Beleuchtung eingeführt werden. Die Kosten belaufen sich aus ungefähr 4500 Mk., die auf vier Etagen verteilt werden sollen: die erste Rate von 1500 Mk. für den Südbau wurde einstimmig bewilligt. — Der Bürgermeister teilte den Voranschlag d er Auaustinerschule mit. Die Ausgaben für Gehälter betragen 236 000 Mk., die Einnahmen von Schulgeld 76 000 Mk. Die Schülerzahl betrug am 15. Mai ds. Js. 527. Der -Zuschuß der Stadt beläuft sich auf 84 855 Ml. Beigeordneter Dr. L e u ch t g e n s beantragte, bei den 14 000 Mk. betragenden sachlichen Ausgaben die Rubrik „Lehrmittel usw.", für die 6000 Mk. ausgeworsen sind, um 3000 Mk. zu kürzen. Der Antrag wurde abgelehnt. Bei der Beratung des Voranschlags der Schillerschule (Höhere Dkädchenschule) teilte der Bürgermeister mit, daß der städtische Zuschuß 39416 Mk. beträgt. Stadtv. Beutel (Kommunist) stellte den Antrag, die Schillerschule ganz aufzuheben, da eine derartige Schule überflüssig und die Stadt nicht in der Lage sei, die Zuschüsse für zwei höhere Schulen zu leisten. Stadtv. I h l ist für Erhöhung des Schulgeldes. Der Bürgermeister teilte mit, daß er sich in dieser Hinsicht schon bemüht habe, das; aber für alle höheren Schulen gleiche Bedingungen herrschen. Der Antrag Deutel wurde mit allen gegen eine Stimme abgelehnt, in gleicher Weise wurde der Voranschlag genehmigt. — Bei der Beratung eines Antrages der Erwerbslosen um Bewilligung von Raturalien (Brand, Milch usw.) wurde von verschiedenen Seiten festgestellt, daß eine Erhöhung der vom Reiche festgestellten Sätze nicht erlaubt und deshalb eine generelle Unterstützung nicht zulässig sei, doch soll in einzelnen, besonders dringenden Fällen eine Ausnahme gemacht, auch soll von selten der Stadt nach Möglichkeit für Arbeitsgelegenheit gesorgt werden. — In dem städtischen Gebäude
Bahnhofstr. 65 B Gießen
Der zweite Teil der Straße wird toegen eventueller Erweitereng des Bahnhofes vorläufig Hurückgestellt.
stellte eine Anfrage über die immer unhaltbarer werdenden Zustände der Verseuch ungder Ufa durch- die Rachbargemeinde Bad°Rauheim. Der Bürgermeister teilte mit, daß nach Mitteilungen des Kreisdirektors von Seiten R a u h e i m s bereits -ein Projekt ausgearbeitet sei und daß im Frühjahre mit der Ausführung begonnen werde: der Staat werde dazu einen Zuschuß gewähren. Beigeordneter Dr. Leuchtgens ist der Ansicht, daß man diese Arbeiten mehr beschleunigen und schon im Herbste mit der Ausführung beginnen könne, damit sich der Zustand nicht noch bis in den nächsten Sommer hrnzöge.
Kreis Schotten.
)—( Ruppertsburg, 22. Juli. Unter Führung des Direktors Trautmann vom L a n dw i r t s ch af t s-a m t Grünberg fand am Samstag ein R u n d g a n g durch verschiedene Teile unserer Gemarkung statt, an dem sich 20 Personen beteiligten. Der Sachverständige verstand es, den Teilnehmern den Gang zu einem Erlebnis zu machen, durch das sie viel lernen konnten. Wenn der Stand sowohl bei Getreide, als auch bei Hackfrüchten durchweg als ein guter, stellenweise sogar als ein sehr guter bezeichnet werden konnte, so war doch Gelegenheit geboten, auf verschiedene Pflanzen- krankheiten und Schädlinge, sowie Mängel und Fehler bei der Bestellung hinzuweisen. An Pilzen, die das Wachstum der Pflanzen teilweise ganz erheblich stören, wurde festgestellt bei 'Wei- §en der Rost, bei Kartoffeln die Schwarzbeinigkeit und Phytophtera und bei den Kohlarten die Kohlhernie. Gerade die 3 letzteren haben ganz empfindlichen Schaden angerichtet. Diele Roggenähren waren vom Getreideblasenfuß angefressen. Bei Kraut und Runkelrüben tritt die Herzfäule zum Teil in starkem Maße als eine Folge einer Wachstumsstörung auf Wenn auch infolge verschiedenartiger Bodenbeschaffenheit, Bearbeitung und Düngung nicht für alle Grundstücke dieselbe ©aatgutmenge pro Morgen vorgeschrieben werden kann, so ergab doch der Augenschein die Tatsache, daß manche Landwirte noch viel zu dick säen! Anschließend an diesen Rundgang wurde unter Leitung des Ackerbautechnikers Bügler von der Landwirtschaftskammer das Gerstensortenanbaufeld des Pächters Müller (Henriettenhof) besichtigt. Unter den 9 verschiedenen Sorten zeigte Krafts „Starkenburger Landgerste" den besten Stand. Ob sie auch im Ertrag an erster Stelle stehen wird, bleibt abzuwarten. Abends versammelten sich die Teilnehmer, um zu hören, was Direktor Traut mann ihnen über Bekämpfung der beobachteten Krankheiten und Schädlinge, rationelle Düngung und richtige Saat zu sagen hatte. In klarer Weise behandelte er dann auch noch einige Fragen der Tierzucht, insbesondere die Bekämpfung des Scheidekatarrhs
— •= Gedern, 23. Juli. (Aus der ® e • meinderatssitzu ng.) Der Bürgermeister gab zwei Schreiben der Bau- und Siedlungsgemeinschaft bett. Erwerb zweier Grundstücke und Gewährung eines lurzfristigen Darlehens bekannt. Es wurde beschlossen, daß die Gemeinde die Derhandlungen über den Ankauf der in Frage stehenden Grundstücke übernehmen soll. Die Ausführung eines Doppelhauses auf dem Bauplatz von Fay wurde gutgeheißen. Die Mitglieder der Baugenossenschaft haben Bürgschaft zu leisten bis zur völligen Bezahlung des Grundstückes. Tlm die Erbauung zweier Häuser durch die Baugenossenschaft noch im Spätsommer zu ermöglichen, wurde das beantragte kurzfristige Darlehen gewährt. — Der Bürgermeister teilte mit, daß der Kreis die 11m- gehungsstraße von der Ober-Seemer Straße über die „Breite Wiese" zum Brühl genehmigt hat. Zunächst kommt jedoch nur der Ausbau der Straße bis zur Weningser Straße in Betracht.
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Für den Neubau eines Reichs-Beamten- Wohnhauses in Gießen, Wilhelmstraße, werden öffentlich in getrennten Lofen vergeben : 6109V
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Die Verdingungsunterlagen liegen auf unterzeichnetem Amte aus. Angebotsvordrucke sind gegen Selbst kosten, dort zu hoben.
Die Angebote müssen verschlossen, mit enrsprechender Aufschrift versehen, postfrei zum öcrbingungstcrmm am 2. Aug. 1926 zu Nr. 1 um 10 Uhr vormittags, zu Nr. 2 um 104 Uhr vormittags, zu Nr. Z um 11 Uhr vormittags, zu Nr. 4 um 11 ■: Uhr vormittags
dem Amte vorliegen, wo sie in Gegenwart der Bieter geöffnet werden.
Gießen, den 24. Juli 1926.
Baugruppe des Landesfinanzamts (Neubauleitung Gießen), Landgras-Philipp-Platz 4, Wachtgebände, Zeughauskaserne.
SMMgsversteigerMg.
Freitag, den 10. September 1926, vormittags 10 Uhr, wird durch das hiesige Amtsgericht im Sitzungssaal Nr. 101 (1. Obergeschoß) das im Grundbuche von Gießen dem Friedrich Karl Sack in Heuchelheim zugeschriebene Grundstück
Flur 36 Nr. 140 = 1271 qm Acker, auf der Hardt, über den Gärten versteigert.
Oie amtsgerichtliche Berfiigung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt. 6105B
Gießen, den 21. Juli 1926.
3. A. des Amtsgerichts Gießen. Leo, Ortsgeriebtsvorsteher.
haben bisher also nur zweimal die Stimme des Hessischen Derkehrsoerbandes für Oberhessen vernommen, häufiger aber für den Odenwald, der feinem Sitz ja auch viel näher liegt. Wie die Dinge stehen, halten wir es für zweckmäßig und allein richtig, daß die oberhesfischen Städte und Kreise sich zu einem f e I b ft ä n t) i g e n Verkehrsbund Oberhessen zusammenschließen. Wenn man auch in unserer Provinz nach dein Sprichwort: „Das Hemd ist mir näher als der Nock", verfährt, menn man also die Vertretung der oberhessischen Ver- fvbdurch eine eigene, alle G e - m e i n ro c f c n der Provinz umschlin - u c :: P e X) r g a iiifati o n bei den maßgebenden Stecken kraftvoller als bisher wahrnehmen wird, dann dürften wohl auch die Berkehrszuftände in unserer Provinz allmählich wieder günstiger werden. Zer- svlitterung schwächt, in der Geschlossenheit liegt Kraft; gerade heutzutage gilt mehr als je nur der Starke. Wir sind weil davon entfernt, etwa eine An Vereinsmeierei begünstigen zu wollen, aber wir glauben, daß unj^r Vorschlag einer Notwendigkeit gerecht wird. Erforderlich wäre es natürlich, daß diesem oberhessischen Verkehrsbund — man kann den Zusammenschluß natürlich auch anders nennen, denn der Name tut ja nichts zur Sache — nicht nur die Verkehrsvereine, soweit solche in unserer Provinz überhaupt schon bestehen, beitreten, sondern auch die Stadtverwaltungen, die Kreise, die Provinz, die Industrie- und Handelskammern, die örtlichen Organisationen von Handel, Handwerk und Gewerbe, der V. H. E., die Badeverwaltungen usw. Mitglieder und Förderer würden, denn hier geht es ja um das gemeinfame Ganze. Dieser Verkehrsbund müßte sich in erster Linie selbstverständlich den gemeinsamen Interessen widmen; daneben könnte er aber aud) noch Unterkommissionen bilden, die sich der besonderen Wünsche bestimmter Gegenden, Städte oder Gruppen (Bäder) anzunehmen, die entsprechenden Vorschläge, Eingaben und dgl. auszuarbeiten und dem Gesamtvorstand zur Weiterleitung und Vertretung zu übergeben hätten. Wir sind überzeugt, daß eine solche Zentralstelle im friedlichen Benehmen mit den zuständigen Stellen der Reichsbahn nur segensreich für unsere Provinz arbeiten würde. Aus nahellegenden Zweckmäßigkeitsgründen dürfte es sich empfehlen, den S i tz dieser Organisation nach Gießen zu legen; unabhängig von diesem Platz der Geschäftsstelle könnten u. E. Vorstands- ober Ausschutzsitzungen abwechselnd in den verschiedensten Städten der Provinz ftattfinben. Wir glauben, daß der Verkehrsverein Gießen wohl gerne bereit fein dürfte, in seinem Bureau der Geschäftsstelle der Provinzorganisation Raum zu geben bzw. die Miterledigung dieser Arbeiten zu übernehmen.
Ein Derkehrsbund Obrrhessca könnte aber nicht allem auf dem Gebiete des Eiscnlmhnver- kehrswesen fruchtbringende Arbeit leisten, er könnte darüber hinaus im Reiche durch Propaganda für den Dogelsberg und Die vielen, hervorragenden Sehenswürdigkeiten unserer Städte Besucher und schließlich ständige Freunde herbeisühren die hier Erholung des Körpers und Erquickung des Gemüts finden könnten, auf der anderen Seite aber dem vielgestaltigen Wirtschaftsleben in uuferen Städten sehr förderlich würden. Wer, wie wir, alltäglich einige Dutzend Zeitungen durchsieht, unter denen sich alle großen und maügebenben Blätter befinden, wem der regelmäßige Einblick in viele Zeitschriften — darunter auch Reisezeitschriften — gestattet ist, der wird überall die bedauerliche Feststellung machen können, daß nirgendwo von unserem herrlichen Vogelsberg und seinen schönen Städten die Rede ist. Das deutsche Voll über Hessen und seine unmittelbare Nachbarschaft hinaus weih anscheinend überhaupt nichts vom. Vogelsberg. Das ist natürlich nur eine Folge der bisherigen Untätigfeit in der Derkehrswer- bung. Der große Strom der Reisenden und Touristen geht an uns vorbei nach den Städten und Landschaften, die sich draußen in der Welt bekannt machen. Die sog. „olnberührtheit der Landschaft" mag für einzelne eiwas schwärmerisch veranlagte Zeitgenossen höchst wertvoll sein, davon erfährt aber das Wirtschaftsleben in unseren Städten, Sommerfrischen und Bädern keinen Auftrieb, der doch überall sehr notwendig ist. Die Erfolge der Verlehrswerbung für den Taunus, den Odenwald, den Spessart, die Rhön usw. sollten uns Vorbild sein zu gleicher reger Werbearbeit. Diese Tätigkeit kann ein einzelnes kleines Städtchen, wie wir sie in unserer Provinz haben, nicht leisten, hier heißt es gemeinfam sich regen, uni) das kann nur durch eine Organisation geleistet werden, der geistige und natürllch auch materielle Kräfte von allen Seiten her ständig zuströmen. Sine solche gemeinsame Arbeitsstätte oberhessischer Verkehrswerbung wäre cm allumfassender Verlehrsbund, dessen Schaffung wir also auch aus diesen Gesichtspunkten heraus empfehlen.
Hoffentlich finden sich tatkräfttge Männer in Gießen und in allen Teilen der Provinz Ober- Hessen, die recht bald das Werk schaffen, das wir hier anregen, damit es mit seiner Tätigkeit schon vom nächsten Jahre ab gute Früchte für unsere Provinz bringen kann
Oberhessen.
Landkreis Gießen.
8 W i r s e d, 23. Juli. Unser Mandoline n- v e r e i n, der unter der sachkundigen Leitung von Karl Pfeiffer steht, beteiligte sich an einem P r e i s w c 11 s p ie l in Gernsdorf (Kr. Siegen). Unter starker Konkurrenz gelang es den Wieseckern — es spielten im ganzen 15 Vereine — die ersten Preise in der ersten Klasse zu holen. Sie erhielten den 1., den 1. Ehrenpreis sowie den Hauptehrenpreis. Mit dieser vorzüglichen Leistung, die Spieler und Spielleiter ehrt, wurde der Lahnhöhenbund im Sieger» land würdig vertreten.
* Lollar, 23. Juli. Der hiesige Orts- gewerbeverein bereitete feinem allseitig beliebten Mitglied Schreinermeister Heinrich Arnold anläßlich keines 50 jährigen Weifterjubiläums eine wohlverdiente Ehrung. Der Dereinsvorfitzende, Spenglermeister Georg Fuchs, beglückwünschte den Jubilar im Romen des Vereins und überreichte ein geschmackvoll angefertigtes Diplom. Die Glückwünsche der Handwerkskammer überbrachte Syndikus Röhr, Gießen, der dem verdionten Handwerksmeister gleichzeitig den Ehrenmeister» b r i c f der Handwerkskammer übergab. Im Romen des Dezirksverbandes der Handwerker- ncremigungen sprach Direktor Dr. Bünnings, Gießen, die Wünsche des Gießener Ortsgewerbe- vereins brachte Gewerbelehrer Hoggen- müller zum Ausdruck. Der Jubilar war durch die reichen Ehrungen ftchtlich bewegt und dankte in herzlichen Worten.
t ® r ün be rg, 23. Juli. Das Landwirt- schoftskammergut Wart Hof hat die Heuernte beendet. Der Ertrag hat d.ie stärksten Hoffnungen weit übertroffen. Die Weide- flächen waren dermaßen reich mit Gros bestanden, daß das Weidevieh die riesigen Vorräte nicht verzehren konnte. Die Getreide- und die Kartoffelernte versprechen recht gut zu werden: besonders ist dos von der Gerste zu berichten. — Dieser Tage wurde hier ein kindlicher Reit- und Fahrverein gegründet. Sein Ziel ist, die Jugend im Reiten, Fohren und in der Pferdepflege ouszubilden und dadurch mit beigutragen zur Hebung des Gallus- mar k t e s. Bis jetzt sind etwa 30 Personen dem Verein beige treten. In einer demnächst stottsindenden Versammlung soll der Vorstand gewählt werden.
4- L i ch , 23. Juki. Das neue st ä d t i s ch e G e b ä u b c in der Ringstraße, am „Schwanensee" gelegen, das im vorigen Jahre begonnen wurde, kann in den nächsten Tagen bezogen werden. Es enthält vier Wohnungen zu je zwei Zimmer und Küche. Die monatliche Miete für eine Wohnung beträgt 25 Ml.
a4ugust58rster
Wirtschaft.
Börse und Geldmarkt.
Wit der Bamenhausse in der vorigen Woche dürfte zunächst die Hausse st immung an der Börse ihren Abschluß gefunden haben. 'Von den Bankaktien waren schließlich besonders diejenigen bevorzugt, die bei der vorhergehenden Hausse zurückgeblieben waren, so daß hierdurch ein gewisser Ausgleich, stattgefunden hot. Sicherlich dürsten die Banken mit ihrem Gewinn auch im Effektengeschäft im ersten Halbjahre recht zufrieden fein, und die Höherbewertung Der Bankaktien ist daher wohl verstä'.rdlich, toerui auch nichi vergessen werden darf, daß auf der anderen Sette infolge der Ermäßigung des Zinsfußes die Gewinne im Kontokorrentgeschäft sicherlich start zurückgegangen sind. Die Tatsache aber, daß die Danken der allgemeinen Stimmung Rech - nung getragen und die Spanne zwischen Soll- und Habenzinsen verringert hoben, läßt daraus schließen, daß sie in der erhöhten Tätigkeit aus dem Effektengebiete ein volles 2t?o«4i?a(enl gesunden haben. Es herrscht zur Zeit Ferien- stimmung an der Börse, und die briteferite Hitze in den Börsensälen hat viele Besucher verjagt. Die Glattstellungen, bie^ hiermit naturgemäß verbunden waren, haben eine gewisse Reinigung des Marktes gebracht, so daß die schwebenden Engagements außerordentlich em- geschrumpft sind. Beigetragen hierzu mag auch ein erneuter Warnungsruf der Deutschen Bank haben, die insbesondere auf die übermäßige Ausdehnung des Termingeschäftes hinweisl und der Auffassung Ausdruck gibt, daß die Zukunftschaneen der Ergebnisse bei vielen Werten in den gesteigerten Kursen bereits reichlich zum Ausdruck kommen. Eigentliche Faktoren, die geeignet wären, eine Depression an bet Dors, auszuüben, sind nicht eingetreten, wenn man von dem neuerlichen Sturz der lateinischen Voluten absieht. Daß die deutsche Industrie bei fallendem Frankkurs steigend unter dem Dumping unserer westlichen Rachbarn leidet, liegt auf der Hand. Auf der anderen Sette wirkt aber wahrscheinlich bet starke Kurssturz auf die maßgebenden Instanzen im Sinne einer Beschleunigung der Stabilisierungs- maßnahmen, so daß also jetzt bessere Aussatz dafür ist, daß unsere Exportindustrie in absehbarer Zeit von dem Druck aus dem Westen befreit wird. Im einzelnen hielten Gerüchte über weitere bevorstehende Finanzmaßnahmen der I. G. F a r b e n i n d u st r i e die Spekulation in Atem, so daß sich dieses Papier vorübergehend recht kräftig erholen konnte. Die Mitteilungen der Verwaltung über die Aufsichtsrats-Sitzung haben aber einstweilen diesen Gerüchten ein Ende gemacht, denn weder die erwartete Kombination mit der Deutschen Erdöl-Gesellschaft, noch die große Kapitalerhöhung, die wochenlang Gesprächsstoff an der Börse bildete, sind jetzt zur Tatsache geworden. Immerhin läßt das Kommunique darauf schließen, daß die Expansivnsbe- ftrebungen dieser Gesellschafl ihr Ende noch nicht erreicht haben, und somit wird auch die Farbenindustrie noch für geraume Zeit Objekt der Börsenpbantasie bleiben. Die nunmehr dicht bevorstehende Einführung der Aktien der Vereinigten Stahlwerke halt den Kurs her Muttergesellfchaften verhältnismäßig hoch. Auch hier zeigt die Uebemahme der Aktten der Bismarckhütte, daß noch alles in Fluß ist. Augenscheinlich beurteilt die Verwaltung der Vereinigten Stahlwerke den Stand der Handelsvertragsverhandlungen zwischen Polen und Deutschland recht günstig. Auch die Verhandlungen nach der anderen Seite, die nach einer Verständigung im internationalen Eiftngeschäft streben, scheinen neuerdings an Aussicht ge-
'21bänberung des bestehenden Bebauungsplanes für das Gebiet zwischen Ciebig- strahe — Wilhelmstraße — Iheringstrahe — Aulweg beschlossen. Der Entwurf des Abänderungsplanes liegt in der Zeit vom 26. Juli bis 10. August 1926 bei dem Stadtbauamt zur Einsicht offen. 6V1B Einwendungen gegen den Plan find innerhalb der gleichen Zeit bei Vermeidung des Ausschlusses bei mir bringen.
Beschluß
Im Konkursverfahren über das Vermögen des Schuhmachers lind Schuh- warenhändlers Heinrich Müller I. in Gießen wird zur Anhörung der Gläubigerversammlung über Einstellung des Konkursverfahrens mangels einer den Kosten des Verfahrens entsprechenden Konkursmasse, Termin auf 6099B
Donnerstag, den 12. August 1926 vormittags 10 Ahr
— Zimmer 112 — anberaumt. Gleichzeitig werden in dem Termin die noch angemeldeten unb noch nicht rechtskräftig festgestellten Forderungen geprüft.
Gießen, den 19. Juli 1926.
Hessisches Amtsgericht.
Eder-Verkauf.
Die Gemeinde Rüddingshausen versteigert am Dienstag, dem 27. Juli, nachmittags 3 Uhr, im Hofe des Halters Heinrich Seipp I. wegen Inzucht einen kräftigen, gut genährten Eber.
Kaufliebhaber werden hierzu höflichst eingeladen. 61120
Wegen Ankaufs eines jungen sprung- -sähigen Eders erbitten wir von Besitzern gcfl. Offerten.
Bürgermeisterei Rüddingshausen (Post Londorf).
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