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Nr. 05 Zweites Blatt

Samstag, 24. April 1926

Gießener Anzeiger tSeneral-Anzeiger tut Gberheffeiii

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Lin Jahr ReichrprSsidentschaft Hindenburgs.

Don Oberbürgermeister Dr. Jarres, Duisburg.

Am 26. April jährt sich Aum ersten Male der lag, an welchen das deutsche Volk mit ein­drucksvoller Mehrheit den Ersten und Geach- testen unter allen Deutschen zum Reichspräsi­denten wählte. Mit dieser Wahl ehrte sich das deutsche Volk selbst und zeigte der ganzen Welt, daß in seiner Mitte noch Sinn und Ach­tung vor dem Außergewöhnlichen, vor einer großen Persönlichkeit lebt. Rückblickend auf das ereignisvolle und an das Oberhaupt des Rei- ches fast übermenschliche Anforderungen stel- lende erste Amtsjahr, richten sich an dem Ge­denktage aus allen Gebieten des Vaterlandes, allen Parteien und Berufen die Gefühle tiefen Dankes und herzlicher Ver­ehrung zu dem Manne, der nach einem Leben voller Arbeit und Verantwortung mit der Uebernahme der Reichspräsidentschaft das letzte und schwer sie Opfer seinem Volke brachte.

Pater patriae,Jo hat ihn vor kurzem bei seinem 60jährigen Mtlitärjubiläum ein hoher Kirchenfürst genannt. Und fürwahr, vor Volk und Welt steht er da als der treusorgende VaterdesDaterlandes,dermit Güte und Milde, mit Gerechtigkeit und Frömmigkeit, mit Lebenskluaheit und doch festem Willen dem deutschen Hause vorsteht. Aufgewachsen in Ueberlieferungen und Anschauungen, die in so mancher Hinsicht mit der heute herrschenden Meinung nichts gemein haben, einer der we­nigen Ueberlcbenden, denen es vergönnt war, Vreußens Aufstieg bis zur Reichseinheit zu er­kämpfen, der Führer des deutschen Schwertes im gigantischen Daseinskämpfe, hat er s i ch selb st überwunden und auch im tiefsten Elend seines Vaterlandes seine Person in die Bresche gestellt. An seinen Ueberzeugungen hat er dabei sicherlich nichts aufgegeben, und die wunderbare Harmonie seiner Persönlichkeit wird dadurch in keiner Weise getrübt. Man weiß und fühlt es instinktiv, daß dieser in sich abgeschlossenen Persönlichkeit manche Zustim­mung und manche Entschließung ungeheuer schwer, ja bitter gewesen sein muß. Dafür dankt ihm das deutsche Volk, namentlich die­jenigen Kreise, welche die Vergangenheit nicht in den Staub ziehen lassen wollen, mit beson­derer Wärme. Zeder, der ihn in seiner wich­tigen Schlichtheit handeln und auf das Volk wirken sieht, hat die wohltuende und seltene Gewißheit, daß in diesem Manne sich das Aeußere der Gestalt und das Innere des We­sens und Wollens vollkommen decken. Wer die ungemachte, echter Pietät und tiefer Verehrung entspringende Begeisterung mit erlebt hat, mit welcher Hindenburg überall, wo es sich in deut­schen Gauen zeigte, vom Volk empfangen wurde, der behält das in teurer Erinnerung, auch als einen Beweis dafür, daß das wirklich Große im Menschen auch heute noch den Deut­schen in bezwingendem Banne hält.

Da haben namentlich wir Rheinländer bei seinem zweimaligen Besuche im Westen emp­funden, welche zu wirklichen deutschen Beken- nungstagen am Rhein wurden. Als er von der Freitreppe des Duisburger Stadttheaters Tau­enden und Abertausenden vernehmbar, die Worte sprach:Der Rhein ist unser Schicksals­strom. Er gehörte uns, wenn wir einig waren, und wir verloren ihn, sobald wir uneinig waren; darum sei der Rhein uns immer eine Mahnung zur Einigkeit", traf er den Augen­blick und packte die Volksseele. Möge sein Ruf zur E i n h e i t, den er überall als ein ceterum censeo ertönen läßt, nicht nur Augenblicksein­druck hinterlassen.

Keiner hat so das Recht zu mahnen und zu warnen wie er. Ueber Flaggenstreit und Formenfehde droht das deutsche Volk sich zu zerfleischen und das Wesentliche zu ver- gesien. Das Wesentliche aber ist, aufbaucnd auf der Vergangenheit, deren wir uns nicht zu schämen brauchen, und glaubend an das Recht und die Zukunft des deutschen Volkes, das bedrohte Leben der Ration zu retten. Dank dem Geschick, daß es uns in dieser Notzeit einen Mentor gab, dem alle ver­trauen dürfen. Zn Liebe und Dankbarkeit gilt am heutigen Tage ihm unser verehrungsooller Gruß. Möge dem schwergeprüften Vaterlande der Himmel noch lange diesen Vater erhalten!

Hygiene und Weltanschauung.

Don Wolfgang Eberhard Schütz.

Der Kampf mit der Rot ist die Signatur un­serer Zeit. Wenn Emil Gott, der badische Dich­ter, sagte: Die vierte Ditte de« Vaterunser mühte besser lautenUntere tägliche Rot gib unS heute", so mochte das Wort bei einer allzu ästhetischen Lebenseinstellung des DorkriegSmen- schen berechtigt gewesen sein. Die Zeiten haben sich gewandelt. Heute ist uns diese« Wort inner­lich fremd, ja unerträglich geworden.

Unsere DolkSkraft ist in jeder Beziehung durch Krieg und RachkriegSzeit geschwächt wor­den: nicht nur politisch und wirtschaftlich, son­dern ebenso sehr gesundheitlich. Die Reichs- gesundheitSwoche zur hygienischen DolkSbelehrung wendet sich an alle Kreise unseres Volke«, vor allem auch an die Jugend, daß sie die Bedeutung

eines gesunden Leibes und eines gesunden Geistes schätzen lerne. Was wir brauchen, sind Leuten mit festen Knochen, straffen Muskeln, mit einem kräftigen Herzen, mit einem gesunden, Hellen Auge für alles Große und Schöne, einen tapferen Sinn, einen starken Willen tict im Herzen tragend. Es war eine gewaltige Kund­gebung, als am Sonntag im Lustgarten in Ber­lin die Sport- und Turnvereine aufmarschierten. Diese Kundgebung war ein einzig lauter Wille zur Erstarkung und Ertüchtigung unserer körper­lichen Kraft. Die Berichte der Schulärzte, die Statistik der Reichsversicherungsämter, die Er­fahrungen der Wohlfahrtsämter und der Jugend­fürsorge sind erschütternd. Sie zeige:: eine un­geheuere Abnahme unserer Vollkraft. Der lei­tende Grundsatz der Reichsgesundheitswoche war mit Recht von Anfang, alles Abschreckende und

letzten Fasern des Lebens blohlegt. nut allzu sichtbar. Unser Volk ist vielleicht darum mit am Weltkrieg zerbrochen, weil ihm feine Weltan­schauung. schon durch die Krisis des modernen Denkens in Stücke zerschlagen, nunmehr völlig zerbrach. Wir brauchen eine neu-idealistiiche Weltanschauung, die ebenso sicher in der vollen Wirklichkeit steht, als sie sich gründet in der Idee der Pflicht, der Volksgemeinschaft und Verant­wortung am Volk. Die die Verantwortung jedes einzelnen an seinem Volk betont und von daher dem Triebleben, dem eignen Willen, der Iso­lierung de« einzelnen, der radikalen Selbstsucht stärkste Hemmungen entgegensetzt. Die als Welt­anschauung Kräfte bildend ist und sich verbündet mit dem. was an lebendigen Kräften in der Kul­tur unsres Volkes vorhairden ist. Träger eines solchen ReuidealiSmus muh Schule und Kirche.

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Häßliche zu vermeiden und mehr das Schöne, Kraftvolle zu betonen. Aber man soll sich auch da« Furchtbare und Erschütternde, das aus die­sen Zahlen spricht, vor Augen halten, damit man die Rot sieht, die über uns gekommen ist. Tu­berkulose, Syphilis, Rervenkrankheiten zehren am Mark unseres Volke« und verzehren es. Zum Wiederaufbau des Volles gehört, wa- nur allzu oft im politischen und wirtschaftlichen Kampf übersehen wird, der Wiederaufbau der Volks­gesundheit.

Aber es heiht, Symptome heilen, wenn man nur die Muskeln stählt, kranke Lungen heilt, Erholungsheime schafft. Sport und Spiel pflegt, statt den Schäden an die Wurzel zu greifen. Der Krieg liegt hinter uns. ein Schicksal, das über uns gekommen ist, nicht mehr zu ändern. Aber zu ändern sind die Verhältnisse, aus denen fortzeugend die Schwächung unserer Volkskraft kommt. Gewih, die Industrialisierung unseres Volkes, das Anwachsen der Städte und der Grohstadt mit ihrer Zusammenpferchung von Menschen und Verbrauch an Volkskraft, mit ihrer Wohnungsnot und der Zerstörung des Fa- mlliensirms, mit der Hetze des Leben- und dem Raub an innerer Sammlung und innerer Kraft, diese ganze Art, heute zu leben, sind die tief­sten Wurzeln der Vernichtung unserer Volls- kraft. Die Hygiene weist mit Recht zur Be­seitigung dieser Mißstände hin auf Reform des Wohnungswesens, des Städtebauwesens, auf die Forderungen der Bodenreform, auf den Kampf gegen den Alkohol, die Aenderung des unge­heuren Mißverhältnisses zwischen Arbeitsforde­rung und Arbeitskraft heute in einem neuen Arbeit« recht.

Aber noch tiefere, letzte Hintergründe unsrer geschwächten Volksgesundheit werden deutlich. Das Bild des Lebens ist komplizierter, als eS gemeinhin scheint. Erschreckend hat die Geburten­ziffer abgenommen. Richt nur die Geschlechts­krankheiten sprechen hier mit. sondern ebenso sehr die Unlust zum Kind, begründet in Wohnungsnot, wirtschaftlichem Kampf, in Weltanschauung. Unsere Ehen zerfallen. Auch hier spricht die Statistll der Ehescheidungen gerade in der Groß­stadt eine ernste Sprache. Und wer das Leben kennt, weih es auch, ohne dah die Statisttk zu ihm spricht. Der letzte Halt fehlt: die Verpflich­tung vor einander und für einander, da« Pflicht­gefühl gegen die Kinder. Eine Weltanschauungs- not wird offenbar, besonders auf dem Gebiet nervöser Krankheit. Heute ist längst der Rerven- arzt zum Psychotheraputen geworden: mit Brom, Chinin. Erholungskuren ist es nicht allein getan. Die Sprechstunde des Arztes ersetzt vielfach den Beichtstuhl der Kirche. Der moderne Mensch muh erschüttert fühlen, dah körperliche Ruhe. Abwechslung, Vergnügen kein Ersatz für Freude, für den Halt der Weltanschauung ist.

Der Zusammenhang zwischen Volksgesund­heit und Weltanschauung wird, wenn man die

Universität und Volkshochschule werden. Träger dieser Kräfte muh die Familie, vor allem die Frau sein. Es ist keine Frage, vom Aufbau der Familie und der Pflege des Familiensinnes hängt ein gutes Stück unsrer Volkskraft ab. Die leben­digen Kräfte, die von Person zu Person sich entfalten, sind wichtiger als die arohen Worte und die Gebärde der Intellektuellen.

Die Antike hat wunderbar den harmonischen Menschen gepflegt; sie hat im Leiblichen und Seelischen m eins gesehen. Erst die Moderne hat zerrissen, was zusammengehört: Leibliches und Seelisches. Vergessen wir über de 1 materiel­len Bedingungen des Lebens nicht den deutschen Idealismus als die grohe. volksbildende und volkserhaltende Kraft. Es gilt auch für unsre Zeit und wird immer stärker feine Geltung er­weisen. was Schiller kündet:Es ist der Geist, der sich den Körper baut."

Kirche und Schule.

Lutherische Tagung in Metzen.

Zweiter Tag.

hr. Giehen, 21. April. Der zweite Tag der lutherischen Konferenz begann mit einer Morgenandacht um 8.30 Uhr im ©aal der Jo- hanneSlirche, die von Superintendent Landau- Marburg gehalten wurde, der übet Eph. 2, 810 und den evangelischen Gnabenbegriff sprach.

Rach Gesang und Gebet erhielt Professor D. Paul Alkhaus - Erlangen das Wort zu seinem Vortrag über:Die Kirche als Ge­meinschaft (nach Luther)". Er ging da­von au«, dah namentlich durch die Jugendbe­wegung unseres Volles eine neue starke Sehn­sucht nach Gemeinde gehe. Ferner, daß die alte Kirche auf die Selbstbesinnung als Kirche ge­wiesen werde und ein neues Regen des Ver­antwortungsgefühl«, ein Sehnen nach Gemeinde sich zeige. Er knüpste daran die Synthese: Die alte Kirche und die junge Sehnsucht nach Kirche sollten sich finden in der neuen Kirche. In einem historisch gewandten ersten Teil zeigte er das Verhältnis von Wort und Gemeinschaft, die Lehre von der Kirche: nach der Confessio Au­gustana ruht die Kirche auf der Gegenwart Christi im Wort und im Sakrament. Die Ortho­doxie weih wohl von der Kirche zu reden, nicht aber von der Gemeinde. Es fehlt völlig das wichttge Moment, dah die Kirche handelnde, letbenbe, kämpfende und kreuz trag ende Gemein­schaft < Luther) ist. Umgekehrt versteht der Pie­tismus von der Gemeinde, nicht aber von bet Kirche zu reden. Daher ist im Pietismus vieles fentimentaliflert, besonders deutlich zu sehen an den Kirchenliebem, denen doch die volle Gröhe der Kirche abgeht. 3m 19. Jahrhundert hören wir wieder nichts von der Gemeinschaft. In diese Theologie ging der Gedanke bet Gemein­

schaft nicht ein. Während bei Luther beide«, Wort und Gemeinschaft, in innigster Durchdrin­gung stand, können sich beide in der nachlutheri- chen Zeit nicht mehr finden. Von der Kirche aber kann man erst reden, wenn man das Wort und die Gemeinschaft zusammen verbindet. Der zweite Teil ging zunächst auf die Frage ein: Was ist Gemeinschaft? Die Einheit in Glau­ben. Gebet unb im Werk, die Fülle, die die Einheit umschlicht, und da« Mit- und Füreinan­der bet verschiedenen Erscheinungen.bickWoIke der Zeugen" Das Wort aber muh so verstanden werben, daß eS den GemeinschaftSgebanken ein- fchließt und umgekehrt. Man darf aber nicht die Kirche des Wort« mit der Kirche der Worts verwechseln. Wenn wir die Kirche des Worts nennen, so bedeutet das nur, daß wo Gott uns begegnet, wir immer im Gewissen angefprochen sind. Die Kirche darf sich nicht dabei beruhigen, bah daS ®mngelium de« Wort« verkün­digt werbe, bas Wort muh selbst Aus­druck des Gemeinschaftswillen- fein. Wie z. D. die Verkündigung des Apostel- Pau­lus zusammenhängt mit einer ganz konkreten praktischen Haltung, ober wie bei dem Missionar die mächtigste Predigt immer die ist. bah er freiwillig in ein srembeS Land zieht, belfen Sprache er lernt und bort seine Wohnung nimmt, so sollen auch bie Christen stets lebendige Zeu­gen des Wortes sein. Zu der Predigtlirche muß noch bie bedeutende Ausgabe hinzutreten, die in den Weihnachtsberichten der Hamburger Stadt­mission und von Berlin-Ost 1925 al#Schwei­gende Tat der Kirche" bezeichnet worden ist, b. h. die Christen müssen die Fleischwerdung Gotte« leben. Wir braueben ein Minoritentum derer, die zu den Verbitterten Mitverbitterte werden und zu den Kämpfenden Mitkämpfende, wir brauchen eine gleichnishafte Fleischwerdung. Die lutherische Kirche muh selbst da« Wort sein, sie darf nicht nur an da« Kreuz glauben, son­dern muh selbst bas Kreuz sein So soll denn auch in der AbenbmahlSseier dieser Gedanke zum AuSbruck kommen. Sie muh auch Weihe zu der von uns geforderten Haltung des Worte« sein.

An der Di-kusfion beteiligte sich neben ver­schiedenen Theologen auch ein Laie. Professor Althaus ergriff noch zweimal das Wort zur Richtigstellung und zur Antwort.

Rach 11.30 Uhr schloß der Leiter der Ver­sammlung, Superintendent Landau, die Kon- seren- mit Dank und Wunsch ab. Alm 12 Uhr fand ein gemeinsames Mittagessen im Hotel Hindenburg statt, dann trafen sich noch eine Reihe von Teilnehmern, um den Schisfenberg zu besichtigen.

Preußen.

Dillkrcis.

WSR. Dillenburg. 23. April. 3m be­nachbarten Mandeln find in letzter Zeit Be­strebungen im Gange, die Silber - und Blei­erzgrubeKamerun" wieder in Betrieb zu fetzen. Die Grube ist In den 90er Jahren wegen Unrentabilität stillgelegt worden. Die Kure be­finden sich durchweg in Händen von Kkeinbe- fitzern. Ein auswärtige« Konsortium hat nun in letzter Zeit versucht, die KurenmehrhÄt an sich zu bringen. Dem Vernehmen nach soll es ihm auch gelungen sein, einen großen Teil der Kure zu erwerben. Da sich das Konsortium einen Er­folg von der Jnoetriebnahme verspricht, dürfte in absehbarer Zeit damit zu rechnen fein.

bl. Dillenburg. 23. April. Die Stadt­verordnetenversammlung beschäftigte sich in ihrer jüngsten Sitzung u. a. mit dem Mieten in städtischen Wohnhäusern. S« wurden folgende Sähe beschlossen. 900 Mk. 1. Etage. 800 Mk. Erdgeschoß und 700 Mk. 2. Stock. Einstimmig wurde eine Entschließung an­genommen, in der da« Ministerium gebeten wird, so bald al« möglich das Seminargebäude freizustellen, um der Wohnungsnot weiter ent­gegenwirken zu können. Mit der Ausführung des Bebauung-plane- der Stadt Dil­lenburg wurde begonnen. Vorerst werden die Strahenzüge errichtet werden. Das Projett wird zum großen Teil im Wege der produktiven Er- werbSlosenfürforge gefördert.

bl. Herborn, 23. April. Im Wester- to d Iber Braunkohlenbergbau ver­schlechtern sich die Verhältnisse andauernd. War in früheren Jahren die Braunkohle br« West er - Waldes eine gesuchte Ware, so ist der Absatz heute äußerst gering. Die meisten Werke stehen still. Rur einige kleine Betriebe halten sich noch einigermaßen über Wasser. Die Ursache des Rückganges mag in dem überaus starken Angebot in rheinischen resp. englischen Kohlen und Briketts liegen.

bl. Driedorf, 23. April. Die Autobus­linie von hier nach Weilburg wird in ständig steigendem Mähe benutzt. Jetzt erst tonn man sich ein Bild von der Rotwendigkeit bet Einrichtung machen. Die Bevölkerung ist seht erfreut über bie praktische Derbinbung mit dem Lahntal.

Driedorf, 23. April. Auf her Haupt­straße Hachenburg Herborn bi Hohen- r 01h fuhr ein Auto in einer K iroe gegen einen Daum. Der Anprall war so stark, daß der Führer des Autos durch das Verdeck der Limousine auf die Strohe geschleu­dert wurde und besinnungslos liegen blieb. Fuhrleute brachten den Verletzten nach Hohen­roth, von wo er von dem herbeigerufenen Arzt ins Krankenhaus nach Herborn gebracht wurde. Den Verletzten hofft man In einigen Tagen wieder hergestellt zu haben. ES soll ein Generalvertreter der Farbwerke fein, her sich auf der Fahrt nach Berlin befand. .. _

XX Von der unteren Dill, 23. Apml. DaS überaus günstige Wetter der letzten Wochen hat die Frühjahrsarbeiten auf den Feldern sehr gefördert. D'.e junge Saat sproßt mächtig empor, man sucht.vielfach durch künst­liche Düngemittel auch bei dem Klee nachzuhel­fen. Jetzt sind die Landleute fleißig mit dem

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Ohne Ock/acke, ohne