ausländischen gelegen hätten Diese Differenz wäre ober schon ausgeglichen gewesen durch die erhöhten Transportkosten. Diesen Einwand lässt aber die Reichsbahn nicht gelten, da sie die Transportspesen als Träger des Lransportwe-- sens zu den Selbstkosten eindeckt. Tatsache sei, dass bei der diesjährigen Deckung das Inland völlig ausgefallen sei und für seine am ßaget befindlichen Schwellen jetzt keinen Absatz habe. Auch wird bestritten, dass das Inland nicht in der Lage sei, den gesamten Bedarf der Reichsbahn an Schwellen zu decken.
Die Bankzinsen und Provisio- n e n. Wie die Berliner Blätter hören, hatte Reichswirtschaftsminister Dr. Curttus gestern in Gegenwart des Reichsministers der Finanzen und des Reichsbankpräsidenten eine Besprechung mit den Vertretern der Banken über die Frage der Entwicklung der Dankzinsen und Provisionen. Der Reichsminister gab seiner Befriedigung darüber Ausdruck, dass in den letzten Tagen bereits die Berliner Stempelvereinigung i>en Beschluss gefasst habe, die Debetzinsen uni 1 Proz., also auch 1 Proz. über Reichsbanksah herabzusetzen. Qlad) dem Verlaufe der Besprechung ist bestimmt zu erwarten, dass auch die übrigen deutschen Banken sich diesem Beschluss anschliehen. Der Reichsbankpräsident hat auch bei diesem Anlass die baldige Herabsetzung des Lombardsatzes auf 1 Proz. Über Reichsbanksah in Aussicht gestellt.
* Besserung der Einnahmen der Reichsbahn. Verschiedene Berliner Blätter enthalten die Mitteilung, daß die bisherigen Februareinnahmen der Reichsbahn gegenüber einem Tagesdurchschnitt von 13,5 Millionen Mark Bruttoeinnahmen im Januar eine leichte Besserung aufweisen.
' Endgültiger Abschluss der deutschen Kommunalanleihe in Amerika. Von der Deutschen Girozentrale wird mitgeteilt: Die Anleiheverhandlungen zwischen dem deutschen Sparkassen- und Giroverband und dem Reuyorker Bankhaus Harrys Forbes & Co. sind am Samstag abend zum formellen Abschluss gelangt, und zwar zunächst über die erste Rate in Höhe von 15 Mill. Dollar zu den bekannten Bedingungen. Die Anleihe wird voraussichtlich in den nächsten Tagen in Reuhork aufgelegt werden.
* Zeichnungserfolg der deutschen K o m m u n a l a n l e i h e. Die gestern in Reu - york zur öffentlichen Zeichnung aufgelegte Gerneinschaftsanleihe für die deutschen Kommunalverbände wurde fofort überzeichnet.
■ ö-Millivnen-Anleihe der Stadt Halle genehmigt. Die Regierung genehmigte die Aufnahme einer 5-Millionen°Anleihe durch die Stadt Sjalle. Ein Betrag von 275 000 Rkark, der dem Ausbau des Zoologischen Gartens dienen sollte, wurde beanstandet; er soll jetzt zum Wohnungsbau verwendet werden. 2 Millionen Mark der Anleihe sind für Grunderwerb und 650 000 Mär'! für die Anlage eines neuen Flugplatzes bestimmt.
Berliner Börse.
Berlin, 24. Febr. Das wichtigste Ereignis der Börse war heute eine scharfe Befestigung des französischen Frankenkurses. Schon gestern fanden an der Reuyorker Börse große Jnter- ventionskäufe statt, die anscheinend heute an den europäischen Deoisenplätzen fortgesetzt wurden. Der Kurs konnte sich daher auf 132,50 gegen London erholen (am Vortag noch 135,50). Auf die Tendenz der Aktienmärkte blieb diese Bewegung auffallenderweise zunächst ohne jeden Einfluß. Das Geschäft verlief vielmehr genau so wie bisher. D i e Grundtendenz war freundlich, doch stellten sich infolge der geringen Umsatztätigkeit nennenswerte Kursveränderungen nicht ein. Infolge der großen Zurückhaltung der Börse, die mit dem bevorstehenden Ultimo in Zusammenhang gebracht wird, blieb die erneut leichtere Tendenz des Geldmarktes, wo weitere Zinsermäßigungen bevorstehen dürften, und der große Erfolg bei der Auflegung der deutschen Städtearrleibe in Amerika ohne Beachtung. Insgesamt verlief somit die erste Börsenstunde bei stillem Geschäft in freundlicher Grundstimmung. Am Devisenmarkt lenkte die Frankenbewegung die Aufmerksamkeit auf sich, so daß andere wesentliche Kursoeränderungen aus* blieben. Am Börsengeldmarkt hörte man für tägliches Geld einen Satz von 41 bis 6 Prozent. Die rückläufige Bewegung des Privatdiskontsatzes dürfte vorläufig ihren Abschluß erreicht haben, da
Die tolle Herzogin.
Roman von Ernst Klein.
Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin.
(Nachdruck verboten.)
1. Kapitel.
Wie sagt Jean-Jacques Rousseau?
„Ja, ich begreife, daß ein Mensch zum Spiele geht, aber nur bann, wenn er zwischen sich und dem Tode nichts mehr sieht als sein letztes Goldstück."
Goldstück?
James Wood drehte lächelnd die Pfundnote, die dieses letzte Goldstück repräsentierte, in den Fingern hin und her. Früher war's wenigstens ein Goldstück! Aber jetzt so ein schmutziger, abgegriffener Fetzen Papier? Der war die Barriere vor dem großen Nichts--. Pfui Teufel! Gold mar Ro
mantik! Es glänzte, gleißte — tröstete. Der Fetzen da war nüchterne Realität. Poesielos, unbarmherzig — wirklich ein trostloses Ende. Lächerlich beinahe —
Draußen im Osthafen von Alexandrien flammten auf den Fischerbarten die Lichter auf. Vom Fort Kait-Bei dröhnte der Siebenuhr-Schuß herüber--
Es war Zeit, Toilette zu machen.
lieber eine halbe Stunde dauerte dieses wichtige Werk. Das letzte weiße Hemd---! James
Wood lachte. Vielleicht wurde es fein Totenhemd. Dazu paßten die schwarzen Beinknöpfchen, die er in die Brust drückte. Zwei schwarze Punkte auf der tadellosen Weiße.
James Wood hatte wieder eine sentimentale Anwandlung. Beinknöpfe! Die Perlen, die Manschettenknöpfe mit den Brillanten — die Krawatten- nabel *• W Ringe---? Alles die Weiber, die
Karten — — —
Unb jetzt «ne schmutzige, abgegriffene Pfundnote!
Sorgfältig knüpfte er die kleine schwarze Schleife vor dem Spiegel. Ein Gedicht wurde daraus. Nur ein Gentleman kann sich seine Abendkrawatte so binden. James Wood nickte seinem Spiegelbild wohlgefällig zu--Wäre eigentlich
schade um mich--—
Aber ein Pfund! Er nahm den Browning aus der Handtasche und sah ihn nach.
Ein Pfund und dann noch sechs Kugeln!
man nun abwarten will, ob zu den weiterhin ermäßigten Sätzen etwas mehr Material an den Markt kommt.
Dörlenwrle.
Frankfurt a.M.
Berlin
Schluß
l.Ubr.
Schluß
Anfang
Aura
Aura
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Datum: |
23.2. |
24. :.
23. 2
24. 2
5% Deutsche Reichöan leih« ■ 4% Deutsche Reichsan leihe .
'>.360
0.361
0.345
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0,365 0,36)
S'/?/» Deutsche Reichsanleihe 3% Deutsche ReichSanleib« . Deutsche Svarprämienan leih«
0,350
—
0 3325
0,355
0.49J
0 191
_
0, 19
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4«/o Preußische KonsolS • . .
'1.91(1
0,34
0.335
0,3625
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0,310
—
—
—
31/»*/» Hessen . • .....
3% Hessen ......... •
Deutsche Werth. Dollar-Snl.
—
_
0.35
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91
-
91
dto. Doll.-Schav-Aulreisog.')
99,1
99,3
—
<•/» Zolltürken.........
11,25
11,12
--
5e/0 (Aoldmettkaner ... .
39.5
—
—
Berliner Handelsgesellschaft. tomunerj= und Privat-Bank
146.2* 108'
-
146.2*
109’
108.5*
Darmst. und Natioualdank .
12?.2*
128'
128,5*
Deutsche Bank.........
125.5
126,5*
127,5*
Deutsche BereinSbank ....
72.5
—
—
DiSconto Commandit . .
119.75
121*
121,2'
Metallbank..........
8-1
86
—
—
Mitteldeutsche Creditbank. .
100.2*
101*
101.5
101'
Ocsterreichische Credttanftalt
‘ .85
7
6,75
—
Weltbank .......
0,033
0,033
—
—
Lochumer Guß . .......
86
—
87
87,5'
45,25
BuderuS .........
44
44,62
43
Caro .......... .
43 25
—
44,73
45,13'
Deutsch-Luremburg......
Gelsenkirchener Bergwerk. .
90*
91
90 25'
90’
99.75*
90*
90.9*
Harpener Bergbau . . ...
Kaliwerke Aschersleben....
109
109
107.2*
108.5'
113.25
—
113,5'
115'
Kaliwerk Westeregeln.....
117,5
—
115,62
118.5
fanrahütte ■ .......
54
—
33.62
35.75
Oberbedarf ..........
Phönix Bergbau .......
Rheinstahl...........
i4
47,25'
48'
77 25'
77,25'
76.75'
77,5'
81.5'
82*
81*
81.<5*
Riebest Montan........
82.fi
81
82,75
81,75
Tellus Bergbau. ......
55
Hamburg-Amerika Paket. . .
Norddeutscher Llovd . . .
133 2*
131*
132.5*
130,7*
133,2'
130,2*
132 9*
130.9*
Cheramische Werke Albin . .
—
_
-
Zementwerk Heidelberg . . .
76 5
77,25
_
Philipp Holzmaun .....
66.5
66,75
—
Anglo-Cont.-Guano.....
—
—
84.75
—
Chemische Mäher Alapin . .
—
—
9 G Farbenindustrie, Ä.-G. Goldschmidt..........
127*
126 9*
123,9*
127'
67.35
—
66,5
Holzverkohlung........
57 5
——
—
Rntgerswerke.........
74
—
74.75
74.9
Schcideanstalt ........
90,5
90 5
—
«—
Allg. EleltrizitätS-Gesellschaft
95*
—-
96*
96 5*
Bergmann .........
—
82,25*
82,75'
Mamkraftwerke ........
85*
___
Schustert...........
Siemens 4 Halske ......
S2*
82
81.5'
82.5*
100,5
100,5'
99,9*
100,5*
Adlerwerte Kicher ......
39.75
—
39
34 4
Daimler Motoren. ......
*
—
34
Hehligenstacdt.........
22.5
—
—
-—
Meguin. . . ........
29
30
——
Motorenwerke Mannheim .
—
—
37,5
—
Frankfurter Armaturen . .
20
—
—
—
Konservenfabrik Braun . . .
41
—
—
——
MetaNgcscllHast Frankfurt.
Pet. Union A.-G.....
95
—
—
—•
61,5
61.5
63.2)
—
Schuhfabrik Herz ...
27.5
27 25
27,5
—
Sichel. ..........
Zellstoff Waldhof......
Zuckerfabrik Frankenthal . .
5 12
5
5 5
103
104 5
102,75
102,75
40 15
41.25
—
—
Zuckerfabrik Waabäustt . . .
4'
42 5
42
—
Kranksurter Börse.
Frankfurt a. M., 24. Febr. Tendenz unsicher. — In der Dörsenhaltung ist eine wesentliche Aenderung nicht eingetreten. Das Geschäft, das unter dem Zeichen einer allgemeinen, Lustlosigkeit steht, leidet unter dem Mangel an Aufträgen und dem Fehlen jeglicher Anregung. Die Stimmung war anfangs nicht unfreundlich, doch vermochten die ersten Rotierun- gen über den gestrigen Stand nicht hinauszu- gehen, da die Mehrzahl der Effekten sich bei Beginn knapp behaupten konnte. Etwas Interesse wandte sich schliesslich einigen Spezialwerten zu, die etwas reger umgesetzt wurden. Im allgemeinen herrschte aber grosse Zurückhaltung. Man hat den Eindruck, daß das Geschäft wieder in die Dahnen der Hmfahlofigkeit, die man als überwunden ansehen zu können glaubte, zurückfallen wolle. Am Montanmarkt stellten sich geringe Kursbesserungen bis zu 0,5 Prozent ein. Farbwerte gaben etwa 0,13 Prozent nach. E l e k t r o a k t i e n eröffneten auf dem gestrigen Stande. Am Banken- markt wurden Barmer Bankverein um 1 Prozent höher, während sich Reichsbankanteile um 0,5 Prozent abschwächten. Schiffahrtswerte bröckelten ab. Hapag minus 1 Prozent, Rord- llohd minus 0,25 Prozent. Am Einheits- markt der Industriepapiere war die Tendenz farblos. Etwas fester wurden Zement Heidelberg (plus 0,75 Prozent) und Wahss u. Freitag (plus 0,75 Prozent). Einen stärkeren Gewinn erzielten Zellstoff Waldhvf mit plus 1,5
Prozent. Zuckeraktien lagen leicht erhöht. Eine Reihe anderer Werte neigte dagegen mässig zum Rachgeben. Am deutschen Renten- markt hatten Schutzge bie t a n l ei hen eine neue Steigerung auf 7,85 aufzuweisen. Kriegsanleihe waren kaum verändert (0,361). Ausländische Renten waren überwiegend leicht abgeschwächt. Im Freiverkehr waren die Umsätze etwas lebhafter. Api 0,4, Deckerstahl 45 Proz., Deckerkohle 55 Proz., Denz 40 Proz., Drown-Doveri 70 Proz., Entreprise 10, Growag 56 Proz., Hansabank 75, Krügers- Hall 86 Proz., Petroleum 70 Proz., Kabel Rheydt 102,5 Proz., Ufa 55 Proz., Hfta 70,25 Proz. Die Dörse behielt auch im weiteren Verlaufe ein unsicheres und schwankendes Aussehen. Die Kurse begannen allgemein abzubröckeln. Rur im Terminhandel kam es zu einigen neuen Einsätzen. Am Geldmarkt hat sich das Angebot weiter verstärkt. Der Privatdiskontsah ermässigte sich auf 5 Proz. Tagesgeld war zu 5 bis 5,5 Proz kaum anzubringen. Monatsgeld je nach Adresse 6,13 bis 8,5 Proz. Industrie-Atzepte stellten sich auf 6,5 bis 6,75 Proz. Im Devisenverkehr zeigte der Pariser Franken eine wesentliche Desse- rung auf 133,90 gegen London. Die übrigen Valuten sind nicht nennenswert verändert.
Devisenmartt Berlin—Frankfurt a. M.
Telegraphische Auszahlung.
23. Febr.
24. Febr.
Amtliche Geld
stoti rung Brief
Amtliche Notierung
(Seid
Brief
Slmst.-rston.
168.04
168,46
168.05
168,47
Buen-Aires
1,712
1,714
1.709
1,713
Brff.-Antw
19,07
19,11
19 07
19,11
Christiania.
91,34
91,56
91,37
91,56
Kopenhagen
109,24
109,52
109,01
109.49
Stockholm .
112,23
112,51
112,23
112,61
HMngforS
10.651
10,591
10.551
10,59i
Italien. .
16.83
16,8/
16.87
16,11
London. .
20,400
20,453
20,397
20,449
Neuhork - -
4,195
4,2)5
15,155
4,195
4,20:
Paris. - .
15,115
15,125
15,165
Schweiz .
80,72
54,16
80,92
80.73
80,93
Spanien -
59,24
59.18
. 59,32
Japan . . -
.928
1,932
1,923
1,91
Rio de Jan- Wien in D--
1.619
0.621
0.618
1.620
Oest. abgest.
59.10
59.24
59,11
59,20
Prag ....
12,416
12,456
12,416
12,456
Belgrad . .
7.37
7,39
7,37
7,39
Budapest. .
5,873
5,893
5,87!
6,893
Bulgarien
3,1’45
3,046
31,295
3,045
3,055
Lissabon
21,245
21 24..
21,255
Danzig. . .
80,t8
81,08
80 89
81,09
Konstantin-
4,1'
2,19
2,178
2,188
Athen.
5.94
5.16
5 94
5.96
Canada. .
1.178
1.188
4.179
4,189
Uruguav
4.325
4,335
4.325
4.335
Banknoten.
Berlin, 23 Febr
Geld
Brief
Amerikanische Note» .....
1,137
4.207
Belgische Noten .......
19.02
19,12
Dänische Noten .......
109,08
109,62
Englische Noten........
20,365
20,465
Franzönsche Noten......
15.21
15 29
Holländische Noten ......
167,73
168,."
Italienische Noten......
16 84
16,92
Norwegische Noten ......
91,27
91 73
Deutsch-Oesterr., ä 100 Kronen
58.98
59,28
Rumänische Noten......
—-
—
Schwedische Noten ......
Schweizer Noten .......
111,92
80,69
112,48
81,00
Sp.nifchc gitfrn ......
59.02
59,32
Tschechoslowakische Noten . .
12.392
12,452
Ungarische Noten......
5,84
5,88
frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 24. Febr. Es würben notiert: Weizen, Wetterauer 26,25 bis 26,50, Roggen, inlänbischer 17, Sommergerste für Brauzwecke 20 bis 22, Hafer, inlänbischer 18,50 bis 21,50, Mais, gelb 18,50, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0 40 vis 40,50, Roggenmehl 25,25 bis 25,75, Weizenkleie 9,50, Roggenkleie 9,75. Tendenz: Stetig.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 23. Febr. Am Produttenmarkt wurden notiert für 1000 Kilo: Weizen, märk. 246 bis 250, do. pomm. 245 bis 248, do. März 260,50, do. Mai 266, Roggen, märk. 142 bis 147, do. pomm. 140 bis 144, do. März 159 bis 158,50 bis 159, do. Mai 140,50 bis 141, Gerste, märk. 164 bis 188, Futtergerste 136 bis 152, Hafer, mark. 150 bis 160, Raps 340; für 100 Kilo: Weizenmehl 32,75 bis 35,50, Roggenmehl 21,25 bis 23, Weizenkleie 10 bis 10,20, Roggenkleie 9 bis 9,20, Diktoriaerbsen 26 bis 33, kleine Speiseerbsen 23 bis 25, Futtererbsen 21 bis 23, Peluschken 20,50 bis 21,50, Ackerbohnen 19,50 bis 20,50, Wicken 22 bis 24, Lupinen, blau 11,75 bis 12,50, do. gelb 13,75 bis 14,50, Serradelle 22,50 bis 24, Rapskuchen 14,20 bis 14,75, Leinkuchen 19,50 bis 20.
Buntes Allerlei.
Tibetanische Reinlichkeit.
Im Verbrauch von Seife soll man den Kulturstand eines Volkes messen können. Ländlich, sittlich, es gibt auch Gegenden der Erde, wo Reinlichkeit durchaus nicht zum guten Ton gehört. In Tibet, den Deutschen wohlbekannt durch Sven Hebins Reisewerke, fällt es keinem Menschen ein, einen Schmutzfinken schief anzusehen, denn dort ist jeder ein Schmutzfink. Captain Finch, einer der hervorragendsten Teilnehmer an der letzten Mount-Everest-Expedition, gibt deshalb in seinem bisher nur in deutscher Sprache soeben bei Drockhaus erschienenen Werk „Der Kampf um den Everest" den guten Rat, sich stets auf der Windseite zu halten, toerm man mit einem Tibeter spricht, denn diese haben in den Rasen des Europäers eine böse Eigenart, die allerdings durch die rauhen klimatischen Verhältnisse begreiflich und entschuldbar ist. Ein Tibeter von altem Adel erklärt Captain Finch einmal voll Stolz, dass er in feinem Leben zweimal gebadet habe. Einmal am Tage seiner Geburt und das zweite Mal am Sage seiner Hochzeit. „Ich bin noch heute der Heberzeugung," fährt in seiner Erzählung fort, „der Mann hat mit seinen Badeerlebnisfen ausgeschnitten, so penetrant war sein Parfüm." Finch sah nur ein einziges Mal einen Tibeter baden. Im seichten Wasser eines Teiches unweit Schikardsong sprang ein splitternackter Junge herum. Die Sache schien so interessant, dass man ihr auf den Grund ging. Es stellte sich heraus, dass der Badende der — Dorftrottel war. Er wusste nicht, waS er tat.
Bekenntnisse eines Menschenfressers.
Ein Prozess wegen Menschenfresserei, der in die düsteren Gebräuche des dunkelsten Afrika hineinleuchtete, wurde kürzlich in Rhassaland verhandelt. Ein Mann und eine Frau wurden toe- . gen Mords und Menschenfressers zum Tode verurteilt, und in dieses Verbrechen war auch ein alter Medizinmann namens Chiesa verwickelt, dem man zwar keine Beteiligung an dem Verbrechen nachweisen konnte, der aber in der selbstverständlichsten Weise von der Menschenfresserei erzählte. Er bekannte, dass er schon als Kind mit Menschenfleisch genährt worden sei; sein Vater hätte ihm die Speise gereicht, und seitdem fei die Begierde nach Menschenfleifch immer mehr in ihm gewachsen. Der alte Zauberdoktvr, der jetzt 64 Jahre alt ist, meinte, es gäbe nicht Besseres und Heilsameres als diese schauerliche Rahrung. | Die Menschenfresserei ist im Rhassaland verhältnismässig selten; sie wird aber manc^nal von den Medizinmännern empfohlen, weil sie behaupten, dass gewisse vorzügliche Eigenschaften von einem Verstorbenen auf den übergehen, der von seinem Fleisch isst. Die offenherzigen Bekenntnisse des Medizinmannes wurden ihm von den Eingeborenen sehr verübelt; gegen tausend Männer und Frauen hatten sich in der Rahe des Gerichtshofes versammelt, darunter drei Häuptlinge, und auf der Heimkehr in sein Dors wurde Chiesa zu Tode gesteinigt.
Aus dem Amtsverkündigungsblatt.
* Das Amtsverkündigungsblatt R r. 16 vom 23. Febr. enthält: Depüten der Wiesen. — Massnahmen zur ilnterbrücfung der seuche in Allendorf a. d. Lda., Beuern, Ober- Hörgern und Leihgestern. — Kennzeichnung und Steuerpflicht für Kleinkrafträder. — Befreiung vom Besuche der Pflichtfortbildungsschule. — Feldbereinigungen Klein-Linden und Grossen- Linden. — Dienstnachrichten.
Rundfunk-Programm
deS Frankfurter Senders.
(Aus der „Radio-Hinschau".)
Donnerstag, 25. Februar.
3.30—4 Ahr: Die Stunde der Jugend. 4.15 bis 5.45 Hhr: Konzert des Hausorchesters: Chopin. 5.45—6.15 Hyr: Die Lesestunde. 6.15 bis 6.45 Hhr: .Hebertragung von Cassel: Dr. Hessling, Abt.-Leiter der Landwirtschaftskammer Cassel, spricht über .Die Verwendung der Milch im Haushalt". 6.45-7.15 Hhr: „Flock, Anekdoten aus dem Leben eines Hündchens", vorgetragen Dom Vers. Ed. Reinacher. 8.15—9.15 Hhr: Hebet- tragung von Cassel: Kammermusikabend Borodin. 9.15 Hhr: Cembalo-Konzert Alice Ehlers. Anschliessend bis 12 Hhr: Hebertragung aus Berlin: Tanzmusik der Kapelle Rapöe.
Gelassen setzte er den Strohhut auf, hing sich den Ueberzieher auf den Arm unb verließ bas Zimmer. „Ich bin der Graf von Luxemburg" pfiff er vor sich hin.
Stolz schritt er in der Halle des vornehmsten Hotels der großen ägyptischen Hafen- unb Handelsstadt an den weit geöffneten Türen des in hellem Licht erstrahlenden Restaurants vorüber. Das Diner hatte noch Zeit. Entweder die Pfundnote erwies sich als der Retter in der Not — na, dann konnte man sich ja etwas Fulminantes leisten. Oder — — bann langte das Silber- und Nickelgeld in der Hosentasche just noch zu einem Ab- fchieds-Cocktail---
«Wo kann man sich amüsieren?" fragte er den Portier.
Der äugte ihn über seine Brille weg an.
„Weiber?"
James Wood zog eine Grimasse.
„Spielen?"
„So etwas ähnliches."
Der Portier wurde sichtlich interessiert.
„Da weiß ich etwas fehr Feines. Maifon Astarte, in der Rue Cherif-Pascha. Erstklassig! Soll ich dem Herrn einen Dragoman mitgeben?"
Dragoman? Eine beinahe unmögliche finanzielle Belastung.
„Nicht nötig. Die paar Schritte werde ich schon allein hinfinden."
„Sehr wohl, mein Herr. Es ist Nr. 26 — gleich neben der International Agency?
„Schön. Werde schon finden. Danke."
Vor dem Tore stürzten sich die Dragomane auf James Wood. Er schob die schmierigen, schreienden und gestikulierenden Kerle beiseite. Einer von ihnen ließ sich nicht abweifen. War ein langer, hagerer Gesell mit einem von der Augenkrankheit ausgefressenen Auge.
„Ich heiße Hassan! Ich ehrliche Mann!" lockte er. „Ich führen Mylord zu feinste Haus in Alexandrien. Maison Astarte. Khedive selbst Immer hingehen. Ich heiße Hassan--!"
„Mach, daß du weiterkommst!"
„Ich — nix Schwindler. Ich Kopte — nix schmutzige Araber — — Ich Christ — ich ehrliche Mann —"
„Fahr ab!"
Da tauchte die dunkle Gestalt des riesigen Suda
nesen in der Polizeiuniform auf. Mit scharfem Blick sah das Auge des Gesetzes auf Hassan, den ehrlichen — —. Wie Windhauch verzog sich der — innerlich alle Flüche der Levante heraufbeschwörend auf den Filz von einem Franken, der sich nicht prellen lassen wollte--.
James Wood bog in die Chsrif-Pascha. Nummer 26 war eines jener modernen Häuser Alexandriens, die so recht die verunglückte Kreuzung orientalischer unb okzibentalischer Geschmacklosigkeit darstellen — halb maurisch, halb Rokoko. Gott versenke solche Architekten in den Orkus, dort, wo er am tiefsten ist!
Dem Mann mit der letzten Pfundnote war's aber egal, wie das Haus von außen aussah. Auf Fassaden gibt man nichts in solcher Situation. Er läutete.
Ein üppig gatonierter Neger öffnete. Machte einen feierlichen Salaam unb ließ ben Gast ein- treten.
Der riß ein paar erstaunte Augen auf. Fabelhaft, dieser Luxus, diese Pracht. Das Kasino in Monte Carlo eine armselige Bretterbude gegen dieses Treppenhaus mit fernen rosa Marmorstufen, seiner vergoldeten Ballustrade, seinen wundervollen Teppichen. Das Ganze zwar etwas barbarisch. Levante — aber doch verblüffend in seinem ersten Gesamteindruck.
„Bitte um Verzeihung," sagte der Neger in auffallend gutem Englisch. „Der Herr muß eine Eintrittskarte lösen."
„Selbstverständlich."
Und James Wood griff in die Hosentasche, in der ein paar Piaster mit zwei, drei Schillingen ein armseliges Dasein fristeten.
Der Neger eilte hinter sein Pult, nahm ein elfenbeinfarbiges Kärtchen, ergriff eine Feder und fragte:
„Den Namen, bitte? Wir sind hier an gewisse Vorschriften gebunden."
„James Wood."
Mit großen, beinahe kalligraphisch schonen Buchstaben wurde der Name aufgeschrieben. Der Schwarze war ja ein Weltwunder. Stolz über seine Leistung reichte er James Wood die Karte.
„Was habe ich zu zahlen?" fragte der und klimperte mit dem Silber.
„Ein Pfund. Ohne Trinkgeld."
Ein Pfund!
Um ein Haar hätte James Wood laut herausgelacht. Der Neger glaubte, er machte sich über ihn luftig.
„Oh, ich schreibe ganz richtig. Ich bin fein bummer Nigger, mein Herr, denn ich habe die deutsche Schule in Sansibar besucht."
„Ich lache nicht üoer dich, schwarzer Schrift- gelehrter, sondern über mich. Denn schau, wenn ich dir das Pfund bezahle, bleibt mir nichts zum Spielen. Ich habe nur noch dieses einzige Pfund, mit dem ich da oben ein Vermögen gewinnen will — verstehst du?"
Der Neger sah ihn mißtrauisch an. Der Mann da war doch zweifellos ein Gentleman. Er konnte Leute schon einschätzen--. Wollte der sich einen
Witz mit ihm machen? Er kam hinter seinem Pult hervor und olickte den lächelnd vor ihm Stehenden drohend von unten bis oben an. War ein Prachtexemplar aus dem Sudan, sechs und einen halben Schuh hoch und mit Schultern, die so breit waren, daß sie plötzlich die ganze Vorhalle auszu- fullen schienen. Höchstwahrscheinlich hatte er nicht nur das Amt, die Leute hereinzulassen, sondern im Notfall auch hinauszuexpedieren.
„Wenn Sie nicht zahlen können, dann muß ich Sie bitten, das Haus zu verlassen."
„Ich denke nicht daran", sagte James Wood lächelnd.
Der Neger sah aber in der Situation absolut nichts Humoristisches. Er legte seine breite Pranke auf die Türklinke und machte mit der anderen eine nicht mißzuverstehende Geste der Hinausladung. Unzweifelhaft war er ein gebildeter Mann, der sich Mühe gab, seine gute Erziehung selbst dem provokatorischen Benehmen dieses Kunden gegenüber nicht zu vergessen.
„Wie heißt du, mein Freund?" fragte James Wood.
Der Neger war so verblüfft, daß er gehorsam antwortete:
„Ibrahim ibn Abdullah."
„Gut, Ibrahim! Jetzt können wir uns besser unterhalten. Ich will dir ein Geschäft vorschlagen. Aber, lieber Ibrahim, hör' mich doch erst einmal an! Du bist ein kluger und verständiger Mann, ein Gentleman, trotz deiner schwarzen Haut, viel weißer als die ganze Gesellschaft, die du durch diese Tür hereinläßt —" (Foilsehung folgt.)


