Ärcis Biedenkopf.
T Waldgirmes, 22. Hot). Glück im Unglück hatte ein Anstreicher von hier. Ser Wann war mit dem Anstreichen der Dachrinne an der Zigarrenfabrik von Rinn & LlooS beschäftigt, als in etwa 12 Meter Höhe die Leiter brach. Der Mann stürzte ab, tarn aber auf dem untersten Stück der Leiter, das bei dem Bruch gegen die Wand gefallen war. an unb blieb heil auf einer Sprosse sitzen.
* Holzhausen b. Gladenbach, 2 2. 11. Zwei Burschen von hier, Söhne ehrbarer Eltern, versuchten heute morgen unbefugterweisc in das , HauS des Händlers R. hier e t n z u d r i n g e n. Sie wurden von der Tochter des Händlers, der verreist ist, überrascht und von äu Hilfe gerufenen Aachbarn verfolgt, die von ihnen mit Steinen beworfen wurden. Ohre Person a4i en konnten > estgestellt werden. Anzeige ist erstattet.
Maingau.
ÄSN. Frankfurt a. M., 22. Nov. Am Samstagnachrnittog wurde im Treppenhouse d«S Hauses Kronprinzenstrahe 5 ein Kind männlichen Geschlechts, das ungefähr 10 Tage alt war, ausgesunden. Das Kind wurde in ein Heim verbracht. Die Mutter konnte noch nicht ermittelt werden. — Ein junger Drogist, der in einem Geschäft des Stadtzentrums tätig ist, wollte dieser Tage eine Kiste öffnen. Dabei spritzte ein Holzsplitter derart ab, daß der Sehnerv des einen Auges getrosten wurde. Eine Operation vermochte leider do. Äuge nichtzu retten.
Landesverband
Hessischer Bürgermeister.
• Darmstadt, 22. Aovember.
Heute vormittag fand im Fürstensaal in Darm- stavt die 20 Hauptversammlung des Landesverbandes Hessischer Bürgermeister unter dem Vorsitz von Bürgermeister Alexander - Gonsenheim statt. Dieser begrüßte die zahlreich besuchte Dersammlung, rns- besondere die Regierungsvertreter, und den Der- rreter der Gewerkschaft Hessischer Gemeindebeamten. Anweseird war auch ein Vertreter des .Kreisamte? Alsfeld: künftig sollen Einladungen an die Kreisämter ergehen.
Ministerialrat Kirnberger dankte im Hainen der hessischen Regierung für die Einladung. Er betonte die Bedeutung der autoritativen Stellung des Bürgermeisters tm heutigen Staatswesen. Die Selbstverwaltmrg gehe einer neuen Blute entgegen; Selbstverwaltung fei nicht Schrankenlosigkeit, sondern sie müsse Rücksicht auf die Rachbarn pnd den Staat nehmen. Der Redner übermittelte Grüße des Ministers des Innern, der am Erscheinen verhindert sei.
Direktor Z e ch - Offenbach, der Vorsitzende der Gewerkschaft Hessischer Gemeindebeamten, wies in einer Begrüßungsansprache auf die vielen gemeinsamen Interessen hin, die seine Organisation mit der der Bürgermeister verbindet.
3n seiner Dankesrede machte der Vorsitzende darauf aufmerksam, daß der Landesverband Hessischer Bürgermeister im Jahre 1927 fein 30jäh- riges Bestehen feiern könne.
Als erster Punkt stand auf der Tagesordnung der
Tätlgkeilsbericht des Vorsitzenden
mit anschließender Aussprache über das neue Wahlgesetz, Vergütungsfragen, Versicherung und Verwaltungsresorm. Bürgermeister Alexander berichtete über die Bemühungen des Vorstandes, die Beschlüsse der letzten Verbands- Versammlung beim Ministerium zur Geltung zu bringen. Diese Bemühungen erstreckten sich hauptsächlich auf Besoldungsfragen, Pensionssicherung und Sicherungen bei einer Hichtwiederwahl. Besonders besprach der Redner die Aufhebung des Sperrgesehes und seine Auswirkungen auf die Bürgermeister. Die Vergütungsfrage zu regeln sei nicht gelungen. Weiter wurden die Bemühungen auf Abänderung des Artikels 96, Abs. 1 des neuen Wahlgesetzes erwähnt. Es wurden ausschließlich neunjährige Wahlperioden verlangt und eine Abänderung der Bestimmung, daß die vor Inkrafttreten des Gesetzes Gewählten nur eine Amtsdauer von sechs Jahren hätten. Wenn die Wünsche der Bürgermeister durch die Verwaltungsreform nicht erfüllt würden, so werde man sich an den Landtag wenden. Der Redner besprach dann verschiedene Versicherungsfragen. Im ganzen, so bemerkte der Vorsitzende, hätten die Bemühungen des Verbandes noch nicht das erwünschte Ergebnis gehabt. Regierung und Landtag müßten mehr entgegen« fomtnen zeigen. Hur in gemeinsamer Arbeit der Bürgermeister könne etwas erreicht werden; das Wirken der Bürgermeister stehe im Dienste der Allgemeinheit.
Bürgermeister Albrecht, Düdelsheim, dankte dem Vorsitzenden für die Geschäftsführung und wandte sich dann gegen die Bestimmung des Wahlgesetzes, daß die vor Inkrafttreten dieses Gesetzes Gewählten nur eine Amtsdauer von sechs Jahren haben. Es sei unverständlich, daß die Regierungsparteien der Aushebung der Richtlinien für die Besoldung der Gemeindebeamten hätten zustimmen können; es zeige sich hier, daß diese Parteien den Parteiegoismus allem anderen voranstellen.
Ministerialrat Weber meinte, es sollte nach Aufhebung der Richtlinien eine mehr individuelle Festsetzung der Vergütungen Platz greifen. So wie die Verhältnisse jetzt sind, mühten die Verwaltungsgerichte die einzelnen Fälle entscheiden: diese suchten nach einer einheitlichen Rechtsprechung zu urteilen. Die früheren Richtlinien wären nur eine Derwaltungsmahnahme gewesen, an die sich die Verwaltungsgerichte nicht zu halten brauchten, weil sie keine rechtliche Unterlage hatten. Es sei wesentlicher, so meinte der Redner, als einige Prozent mehr Vergütung zu erhalten, daß dafür Rechtsgrundlagen geschaffen würden. (Zustimmung.) An der ®urd)- führung der Wahlbestimmung, daß gewisse Bürgermeister nur _ auf 6 Jahre gewählt wurden, seien die Kreisämter unschuldig, denn man habe damals die Verhältnisse noch nicht übersehen können.
Em anderer Redner sprach für Wiedereinführung der Richtlinien^ der Vorsitzende hält diesen Vorschlag nicht für zweckmäßig, sondern eher wäre eine Beschleunigung der Derwaltungs- reform zu erstreben.
Bürgermeister H a i n z - Dietesheim wandte sich gegen den Landtag, insbesondere gegen die Regierungsparteien. Im Ausschuß für die Her» wallungsreform wäre kein ehrenamtlicher Bürgermeister vertreten, obwohl in Hessen mehr als 1000 vorhanden seien. Die Regierung tollte
auch auf deren Interessen bei der Verwaltungs- reform Rücksicht nehmen.
Der Vorsitzende schlug vor. eine kleine Kommission oder einen Vertreter zu wählen, um mit der Regierung zu verhandeln.
Ministerialrat K i,r n berget schilderte die Zusammensetzung und di: Arbeitsweise der Haupt- und der Untertommiffion für die Dermal tungs- reform. Die Regierung werde einen Antrag in dem erwähnten Sinne unterstützen, doch sei die Unterkommission selbständig in ihren Entschließungen.
Aus Vorschlag der 'Versammlung wurde Bürgermeister Hain; gewählt.
Regierungsrat Dr. Krebs vom Ministerium des Innern hielt hierauf einen Vortrag über Probleme der modernen verkehrswlrsichast.
Er erinnerte an den Erfolg der Düsseldorfer Ausstellung (Gesolei): was man hier gesehen habe, die.wirtschaftliche Belebung und die För- derung des Verkehrs, könne man in jeder Gemeinde bei Cängcrfeften. Jahrmärkten usw. wahrnehmen. Die Derkehrsverbesserungen einer Gemeinde könnten sich in allerlei Ziffern auswirken. z. B. bei Krankenkassen und bei anderen Einrichtungen. Der Redner machte verschiedene Zahlenangaben über den Verkehr. In Hessen gibt eS rund 5000 Kilometer Landstraßen und 1550 Kilometer Bahnlinien: die jetzt bestehenden 50 Kraftfahrlinien befahren heute schon 800 Kilometer Landstraße, d. t etwa die Hälfte des Dahnverkehrs. Die Bahn stemmt sich der Entwickelung entgegen, weil sie Reparationslasten zu tragen hat und Ueberschüsse dafür heraus- wirtschaften muh. Außer durch die regelmäßigen Kraftwagenverbindungen wird der Straßenverkehr in Hessen noch durch den allgemeinen Krast-
wagenoertehr. namentlich durch den Lasrwagen- verkehr, ungemein stark beansprucht. Automobil, straßen liegen nicht im Reiche der Utopie: die Strecke Hamburg—Mailand wird sich allein durch die geringere Abnutzung verzinsen Der Redner schloß mit der Forderung, daß die Verkehrs- mittelfragc nur durch einen Ausgleich der verschiedenen Interessen geregelt wird, sowohl die Interessen der Bahn. wie di: deS Automobil- Verkehrs.
Die Versammlung beschloß, daß Der Vorstand die Frage des Beitritts zu den Deutschen Volks - erholungSheimen prüfen soll. Der Beitritt zum Deutschen Dürgermeisterbund wurde abgelehnt, weil hessische Belange von diesem Verband nicht wahrgenommen werden. — Die Frage der
Errichtung eines Unterstühungsfondv entfesselte eine lebhafte Debatte. Regierungsrat Dr. A h l legte bei dieser Gelegenheit die Bestimmungen über die Dersicherungspflicht der Bürgermeister dar. der die meisten unterworfen sind. Die Gemeinden sollten in erster Linie' für die bedürftigen, nicht versicherten Bürgermeister eintreten, denn sie hätten die Beiträge gespart. Die Angelegenheit wurde nach längerer Aussprache, in Der zahlreiche Versicherungs- fragen erörtert wurden, schließlich dem Vor- stand alS Material überwiesen. Auf Vorschlag von Bürgermeister H a i n z (Dietesheim) wurden 50 Prozent des Ueberschusses auS der Rechnung dieses JahreS dem Fonds überwiesen.
Rach weiterer Aussprache wurde am Schluß der Tagung beschlossen, die nächste Hauptversammlung in Friedberg abzuhalten. Es soll damit die Feier deS 30jährigen Bestehens des Verbandes verbunden sein.
Turnen, Sport und Spiel.
der Schiedsrichter das Spiel wegen cingetretener Dunkelheit abbrach, stand die Partie 2:0 für Born-
Aus dem Turngau Hessen,
vezirksvorturnerstunde des 2. Bezirks.
O Zur ersten planmäßigen Dorturnerübungs- stunde hatte der Bezirksturnwart Paul Schüler (Wetzlar) am Sonntag nach Gießen eingeladen. Von den 26 Vereinen des Bezirkes (Giehen- Wehlar-Grünberg) waren 37 Turnwarte anwesend. Die Freiübungen für die Gau- und Kreisveranstaltungen des kommenden Jahres wurden eingehend durchgearbeitet. Die Hebungen für das Wintergerätewetturnen in den einzelnen Bezirken wurden bekanntgegeben und praktisch durchgeübt. Die Besprechung Der Dereinsturn- toarte, Die sich anschloß, brachte manchen wertvollen Wink. Rachdem Bezirksturnwart Schüler Die Vereine zur Uebemahme des Geräte- wetturnens und des Bezirksturnfestes aufgefordert hatte, konnte er die anregend verlaufene Tagung schließen.
Wetzlarer Sport.
h. Das Hauplspiel des Sonntags endete F. E. Wetzlar Liga gegen Dillenburg Liga mit 3.0. Die Wetzlarer zeigten gegenüber dem Dor- fonntag eine wesentlich verbesserte Form. Gleichwohl hatte Dillenburg besonders in der ersten Hälfte nicht weniger Chancen zum Erfolg, trat diese aber ständig ins Aus. Wetzlar führte beim Wechsel bereits mit 2:0. Rach Seitenwechsel Drängte Dillenburg zunächst, konnte aber das Tor nicht finden, während Wetzlar einen Elfmeter mit wuchtigem Schuh verwandelte. Das Spiel endete mit einer starken Belagerung des Dillenburger Tores.
F. C. 11 gegen Aßlar I 6:3. Hier zeigte die Reserve des Fußball-Clubs, daß schnelles Spiel und Lausen seine Wirkung nicht verfehlt. Hur durch stürmisches, entschlossenes Drängen des Wetzlarer Angriffs gewann dieser. Aßlar zeigte sich von Der besten Seite und gab einen gleichwertigen Gegner ab, dem allerdings noch der nötige Zusammenhang fehlt.
Die Kreismeisterschaftsspiele im Arbeiter-Turn- und Sportbund.
Gießen I. gegen Bornheim I.
£ Zum dritten Kreismeisterschaftsspiel trafen sich am Sonntag auf den Riedewaldwiesen in Frankfurt die Bezirksmeister des 2. und 3. Bezirks. Das Spiel litt infolge des Überaus schlüpfrigen Bodens. Bornheim stellte sich komplett, Gieften mit Ersatz im Sturm. Der Anstoß Gießens glückte, der Sturm fompiniertc sich durch und konnte sofort den gegnerischen Tormann beschäftigen. Die Bornheimer zeigten ein flüssiges Kombinationsspiel, das besonders in einem aufs raffinierteste durchgeführten Stellungsspiel seinen Ausdruck fand. Gießen hielt mit sehr viel Eifer das Spiel offen und konnte dem Bornheimer Tor recht oft gefährlich werden; dies hätte auch zahlenmäßig seinen Ausdruck gefunden, wenn der Sturm nicht reichlich nervös gespielt und sich dem Stellungsspiel der Bornheimer Verteidigung angepaßt hätte. In der 14. und 19. Minute i'hoffen Die Bornheimer zwei Ecken hinter das Tor. Im Anschluß an die letzte Ecke konnten die Gießener nach blitzschnellem Angriff in glänzender Weise un- haltbar einsenden. Gießen führte 1:0. Aber nach zwei Minuten bereits erzielte Bornheim seine dritte Ecke, und nach kurzem Geplänkel mußte der Gießener Tormann den Ball aus dem Netz holen. Der Ausgleich war da. Die Ueberlegenheit der Bornheimer nahm nun immer fühlbarere Formen an, bis zur Pause konnten sie ein Eckenoer- hätnis von 8:0 Herstellen, Torerfolge blieben jedoch aus. Stand bei Halbzeit 1:1. Nach dem Wechsel lag das Angriffsfeld der Bornheimer auf der etwas trockenen Hälfte, diesen Vorteil verstand die Mannschaft sehr geschickt auszunutzen. Bornheim zeigte ein glanzendes Spiel, Gießen wurde mehr und mehr zum reinen Defensivspiel gezwungen. Trotzdem gelang es den Bornheimern erst in der 17. Minute, die Führung zu übernehmen. Einige Minuten später folgte die 10. Ecke, in der 25. Minute die 11., die zum 3. Erfolg für Bornheim führte. Gießen stellte nun um und verstärkte die Verteidigung (nicht zahlenmäßig!): damit verhinderten sie zwar weitere Erfolge der Bornheimer, schwächten aber ihre Angriffe, die alle verpufften. Bis zum Schlußpfiff wurde an dem Resultat nichts geändert, nur Bornheim konnte die Zahl der Ecken auf 12 erhöhen. Das ganze Spiel wurde mit vorbildlicher Ruhe und Disziplin durch- geiührt, die in nichts an ein Punktspiel erinnerte. Dank ihrer überragenden Spielweise erzielten die Bornheimer einen 3:1-Sieg.
Im Anschluß spielten die Iugendmann- schäften beider Vereine. Auch hier trafen sich zwei Bezirksmeister, die sich ein flottes und ansprechendes Spiel lieferten. Gießen hatte im aUge» meinen mehr vom Spiel, vergaß aber das Tor- f(fließen, was die Bornheimer besser konnten. Als
heim. Bei regulärer Spielzeit hätte es wohl anders gelautet.
Mörfelden und Hanau spielen unentschieden.
Bei sehr unfreunDkichem Wetter trafen sich obige Gegner in MörfelDen. Hach Den gezeigten Leistungen ist anzunehmen, Daß Die Hanauer Mannschaft stark im Kommen ist. Mörfelden übernahm Die Führung, Der nach wenigen Minuten Hanau nicht nur Den Ausgleich folgen ließ, sondern nach weiteren 10 Minuten das Resultat auf 3:1 stellte. Jetzt erst bewertete Mörfelden seinen Gegner ernsthafter und konnte bis Halbzeit den Ausgleich Herstellen. Rach dem Seitenwechsel blieben für beide Mannschaften weitere Erfolge aus. Genau so unfreundlich wie das Wetter war der Verlaus des ganzen Spiels.
Friedberg sichert sich das labcUenenbe.
In Wiesbaden sand das Spiel Der F. T. FrieDberg gegen den V. f. R. Wiesbaden statt, das stark unter den ungünstigen Bodenverhält- nisfen litt. Trotzdem die Friedberger während Des ganzen Spiels mehr im Angriff lagen, blieben ihnen Erfolge versagt. Dies war auf Den hervorragenden Wiesbadener Tormann zurückzuführen. Den Einheimischen gelang es, bis zur Pause ein l:0°Resultat herzustellen, kurz vor Beendigung glückte ihnen Der zweite Treffer. Einige Friedberger Spieler verloren hierdurch die Verven und verliehen vorzeittg Das Spielfeld.
Die Spiele tm 3. Bezirk der Arbeitersporller.
£ In Wetzlar trafen sich am Sonntag die ersten Mannschaften Butzbachs und Wetzlars. Butzbach als Heuling muhte sich zwar den spielerfahreneren Wetzlarern 5:2 beugen, überraschte aber Durch seine angenehme und faire Spielweise. Halbzeit 3:1.
Im Spiel H a u n b e im I gegen Lollar! überraschte das niedrige Resultat 2:1 für Raunheim, hatte man doch mit einem höheren Ergebnis für Den Sieger gerechnet. Raunheim zeigte ein merkbares Plus im Stellungsspiel, konnte die- aber nicht am Ergebnis ausdrücken.
Dau bringen! (2. Klasse) brachte das Kunststück fertig, gegen Wieseckl (1. Klasse) ein unentschiedenes 0:0-Ergebnis herauszuholen. Dies ist ein starker Achtungserfolg. Trotzdem Wieseck bessere Technik zeigte, wäre doch ein Sieg Daubringens bald fertig gewesen.
Heuchelheiml trat gegen die recht spielstarke erste Mannschaft Praunheims an, und hat sicher von Der hohen RieDerlage am Vor- fonntag viel gelernt. In Der ersten DiertelstunDe führte Heuchelheim bereits 2:0, es konnte das Resultat ois zur Pause halten. Rach dem Wechsel nahmen die Praunheimer das Spiel recht ernst und erzielten in kurzen Zwischenpausen drei Tore. Heuchelheim gelangen nur noch vereinzelte ungefährliche Durchbrüche.
Giehener Schwimmverein.
Die am Sonntag im Offenbacher Hallenschwirnrn- « bad veranstalteten flau offenen Wettkämpfe des Offenbacher S. V. v. 1 896 bedeuteten für den veranstaltenden Verein in jeder Hinsicht einen guten Erfolg. Das Abschneiden des G. S. V. bestätigte im großen und ganzen die gehegten Erwartungen, lediglich in der Herrenlagenstaffel kam es anders, als man dachte. Die Ergebnisse der Wettkämpfe, an denen der G. S. V. beteiligt war, sind folgende (Bahnlänge 14 Meter, Startsprung, Drehwende):
Knabenlagen st affel 3 mal 4 Bahnen: 1. Offenbach 96 2 Min. 13,8 Sek., 2. Gießener S. D. 2 Min. 18,5 Sek. Der Offenbacher Brustschwimmer gewann einen erheblichen Vorsprung, der nicht mehr avfgeholt werden konnte.
Damen - Iuniorbru st schwimmen acht Bahnen: 1. A. Heck, Offenbach 96 1,49 Min., 2. Mar- grit Jäger, Gießener S. V. 1 Min 53,4 Sek., 3. A. Hach, 1. Hanauer S. V. 1 Min. 57,7 Sek., Sri. Jäger bewährte sich bei ihrem ersten Start sehr gut, abgesehen von der unklaren Wende.
Herren - Iuniorbru st schwimm en acht Bahnen: 1. Fuhr, Moenus-Offenbach 1 Min. 30,2 Set., 2. 3t Kraft, Gießener S. V., 1 Min. 37 Sek., 3. Deppner, 1. Frankfurter S. C Dieses Rennen war Fuhr von vornherein sicher.
Knaben - S r e i ft i l ft a f f e I 3 mal 4 Bahnen: 1. Gießener S. V. (Mannschaft: Hartmann, Lesch, Herbert) 2 Min. 2,8 Sek. 2. „Rot-Weiß"-Darmstadl 2 Min. 10 Sek. Die Offenbacher 96er, die in diesem .Rennen mit etwa 1 Meter Vorsprung anschlugen, wurden wegen Frühstarts distanziert (Zeit 2 Min. 1 Set.). Die Gießener Knaben schwammen durchweg ein schönes Rennen und sind den bisher selten
gkschtagen.u .ciiouujeiu in oieier Staffel gleichwertige Gegner geworden.
111. Senior- Lagenstaffel 3 mal 8 Bahnen: 1. 1. Frantfurtcr S. E. 4 Min. 26 Set.. 2. Jungdeutschland-Darmstadt 4 Min. 29,4 Set., 3. Gießener S. V. 4 Min. 35,2 Sek. Iungdcutschland und 1 Frankfurter S. C. brachten unerwartet gute Mannschaften an den Start, während Rolf Kraft, Gießener S. V., nicht aut disponiert zu sein schien. Immerhin gelang es. Den Frankfurter S. V. und Offenbacher 96 auf die letzten Plätze zu verweisen.
Schwimmabteilung des Turn-Vereins von 1846.
Die Schwimmabteilung Des Gießener T. D. v. 1846 übt jetzt an zwei Abenden in Der Woche im städtischen Dolksbad. Wie Das Schwimmen in Der D. T. DauemD an Ausdehnung gewinnt unD innerhalb der Vereine immer neue Schwimmriegen gegründet werben, so hat auch Die Schwimmabteilung Des Tum-Vereins von 1846 in Diesem Jahre einen Dauernden Zugang von Mitgliedem zu verzeichnen. Während im vorigen Jahre in Den Schwimmstunden nur etwa 25 Teilnehmer übten. sinD es in Diesem Jahre Durchschnittlich in jeder Stunde 45 Turner oder Turnerinnen. Diesen Zugang hat Die Abteilung Der zielbewuhten Arbeit ihrer Schwimmwarte zu verdanken. Außer Dem Lehrgang für Richtschwimmer unD Dem reinen Sportschwimmen unD Springen bildet Die Schwimmabteilung ihre Mitglieder auch zu Lebensrettern aus. Innerhalb Der D. T. finDen im Winter kaum Schwimmwett- kämpfe statt: Die Abteilungen verschiedener Vereine halten Deshalb Vereinswettlämpse ab. So wirk» auch die Schwimmabteilung des T. V. 1846 Anfang nächsten Jahre« Die Abteilung Des Turn- Vereins Wetzlar in einem Vereinswettkanrpf zu Gast haben. H.
Buntes Allerlei.
Der freundliche hoi.
Die allgemeine Anschauung, daß Der Haifisch ein stets hungriges und gieriges Raubtter ist, das den Menschen anfällt, wird von Dem bekannten amerikanischen Zoologen und Direktor des Reuyorker Zoo. Prof. William V e c b e. nicht geteilt. Er hat vielmehr die Erfahrung gemacht, daß die Haifische dem Menschen, i>cr im Badelostüm und Tgucherhelm auf Dem Meeresboden herumspaziert, nicht das geringste tun. In seinem neuen Buch „Das Arcturus- Abenteuer", das Die Ergebnisse seiner ozeanographischen Expedition mit Dem Schiff „Qlrc- turus" bei Den Kokos- und GalapagoS-Jnseln erzählt, schildert er die angenehmen Begegnungen, die er mit Haifischen gehabt Hal. ..Mehrere Mitglieder unserer Gesellschaft," schreibt er, „darunter auch Ruth Rose und ich, stiegen in Dadekostümen und Taucherhelmen zum Meeresboden herab, um hier die interessante Tierwelt zu studieren. Dabei waren wir beständig von großen Haifischen umgeben, die über und unD um uns herumschwammen, hie und da einen Fisch erschnappten, uns selbst aber nur mit einer freundlichen Reugierde betrachteten. Zwei tarnen einmal langsam auf mich zu. Sie richteten ihre gelben, katzenähnlichen Augen auf mich, aber in diesen Blicken war nichts Schlimmes zu lesen, fonbern eher ein gewisses Wohlwollen, und sie schwammen dann friedlich weiter. Was Tiger- Haie anbelangt, die eine Länge von 30 Fuß erreichen, so möchte ich mich für ihre Gutmütigkeit nicht verbürgen. Wir hatten nur mit mittelgroßen Exemplaren von etwa 6 Fuß zu tun. Die uns gegenüber keine beunruhigenden Zeichen erkennen ließen."
Stabte unter Jrauentjerrfdjaft.
In Belgien sind kürzlich einige Städte durch den Ausfall der Wahlen ganz unter die Gewalt von Frauen geraten Da ist z. B. die Stadt Henck in der Provinz Limburg, wo alle Magistratsstellen vom Bürgermeister bis zum Laternenanzünder von den Frauen vergeben werden. Die Damen haben sich alle guten und einflußreichen Posten gesichert, und nur die Aemter, an denen ihnen nichts liegt, werden dem männlichen Geschlecht überlassen. So bleiben die Schutzleute in ihren Stellungen, aber das Amt des Polizeikommissars hat sich eine Frau angeeignet. Aehnlich ist es in der Stadt Wäret bei Lüttich, wo bei den Magistratswahlen ebenfalls die Frauen einen entscheidenden Sieg davongetragen haben. In belgischen Blättern wird den Männern „sträfliche Gleichgültigkeit" vorgeworfen, und man erwartet, daß sie durch das Frauenregiment dazu bekehrt werden, eifrigen und zahlreicher zur Wahlurne zu schreiten.
Schwarze Spihnamen.
Die Reger haben wie alle Raturvölker eine sehr anschauliche und bilderreiche Ausdrucksweise, unD bei ihrem Sinn für Humor sind sie groß im Verleihen von Spitznamen. Don solchen „schwarzen Spitznamen", Die er im Horden von Rigeria gehört hat, erzählt Der britische Filmregisseur Josfreh Varkas, Der kürzlich in dieser Gegend einen Film gedreht hat. „Ein Mann mit einem sehr lebhaften Temperament wurde von ihnen „Ruan safi“ oder „heißes Wasser" getauft. Einen sehr groben Menschen nannten sie „Dogo“ oder „Luftikus". Die weihen Mitglieder unserer Filmgesellschaft wurden zunächst mit dem Hamen ihrer Diener bezeichnet. So hieß ich „Baturin Owdu“, D. h. „Baturins weißer Mann", eine Adoptierung, durch die ich mich etwas getränkt fühlte. Als sie uns näher kannten, gaben sie uns alle sehr treffende Spitznamen. Der Kameramann hieß nur noch „Maidoro", d. h. „Besitzer des Buckels". Tatsächlich hatte Der Mann durch das jahrelange Sichbücken beim Ausnehmen Der DilDer hohe Schultern bekommen. Der Filmstar empfing den Titel: „Der Faule, Der unter Den Bäumen liegt". Wir fanden zuerst dafür keine Erklärung, aber dann bekamen wir heraus, daß er aus Furcht, seine Schminke möchte in der tropischen Hitze schmelzen, jede Gelegenheit benutzte, um sich unter die schattigen Bäume zurückzuziehen, bis er wieder zu spielen hatte. Ich besah Drei Hamen. Da ich zu Anfang alles anordnete und in einer etwas auffälligen Kleidung herumlief, taufte man mich „Maiyanga" oder „Prahlhans". Später hieß ich, .weil die anderen meinen Anordnungen folgten, „König der Arbeit", und schließlich, als ich wegen Der Schwierigkeiten oft mit einem kummervollen Gesicht herumging, nannte man mich „Sha wiya“, D. h. „Der, der Sorgen trinkt". Fragte man sie nach Der Bedeutung Der Hamen, so waren sie meist höflich genug, zu schweigen. Wer aber heftiger in sie drang, der konnte allerlei erleben. So erfuhr eines unserer Mitglieder auf seine häufigen Fragen nach der Bedeutung seines Spitznamens. dah er überall unter dem Titel bekannt war: „Der der geht wie eine Ente".


