keine Vorräte erzeugen. Sie kann Preise fest- sehen, vermag aber keine Kaufkraft zu schaffen. Sie kann Preiszuschläge in Form von Versprechungen verordnen, aber sie vermag kein Geschäft zu befähigen, auf eigenen Füßen zu stehen. Gesetzgeberische Maßnahmen gewähren höchstens mangelhaften Einrichtungen Schutz und hallen diese am Leben.
Außenpolitische Umschau.
Von Prof. Dr. Otto Hoetzsch, M. d. D.
Mit dem Wiederbeginn der parlamentarischen Arbeiten in Deutschland beginnt nun natürlich, was auch notwendig ist, eine schärfere und ein- dringendere außenpolitische Debatte. Es ist die Schuld der Regierung, wenn dabei vor dem großen Komplex, der mit den Schlagwörtern: Thoiry, Wirtschaftsmanifest und dergleichen bezeichnet ist, immer noch die Militärkontrolle steht. Unablässig haben wir gefordert, daß diese Fragen bereinigt sein müßten, ehe Deutschland in den Völkerbund einträte. Aber diese Chance ist nicht genutzt worden I Man glaubte darüber hinwcggleiten zu können, und schleppt jetzt diese Schwierigkeiten weiter. Immer noch sind die bekannten Streitfragen nicht erledigt. Immer noch existiert die interalliierte Militärkommission. Immer noch existiert sogar die Botschafterkonferenz in Paris! Denn wir hören, daß sie einen Bericht der interalliierten Kontrollkommission entgegengenommen habe, der über die bekannten Streitfragen spricht: Oberbefehl, Königsberger Festungswerke, Herstellung und Ausfuhr von Kriegsmaterial, angeblich ungesetzliche Einstellung von Soldaten und die Frage der sogenannten Wehrverbände. Und es scheint sich jetzt Nun, nachdem über die erst genannten Fragen die Einigung wenigstens vorbereitet ist, die Auseinandersetzung auf den letzten Punkt zuzuspitzen, auf die Forderung Frankreichs, diese Verbände a u f z u l ö s e n. Wir zweifeln nicht daran, daß dieser erneute Vorstoß sich ganz in erster Linie gegen die Verbände auf der rechten Seite, gegen die nationalen und vaterländischen Wehrverbände richtet, und auch der Außenminister wird wissen, daß er da der Forderung der anderen Seite nicht entgegenkommen darf.
Thoiry: Der Gedanke also dieses Zwiegespräches vom 17. September war „eine Gesa m t l ö s u n g" der zwischen Deutschland und Frankreich schwebenden Streitfragen in Angriff zu nehmen und dafür gegebenenfalls deutsche finanzielle Opfer in Aussicht zu stellen. Daß damit ein schwieriges Kapitel begonnen wurde, haben vielleicht die beiden Staatsmänner in Thoiry in der ganzen Genfer Hochstimmung sich selber nicht ganz klar gemacht. Iedenfalls ist bis heute irgend ein wirklicher Fortschritt in den Erörterungen nicht erreicht worden, dafür sind die Schwierigkeiten und Llnklarheiten dieses Problems erst recht hervorgetreten.
Beginnen wir mit der deutschen Seite dabei. Das Wort „Gesamtlosung" der deutsch- französischen Differenzen ist insofern gefährlich, weil auch eine deutsch-französische Gesamtlösung im großen weltpolitischen und weltwirtschaftlichen -Zusammenhang nureine „Teillösung" sein kann. Die Frage ist aber sehr ernst und gewichtig, ob eine Teillösung dieser Art im wirklich verstandenen Interesse Deutschlands auf lange Sicht hinaus liegt. Die Idee von Thoiry, durch Mobilisierung eines Teiles der deutschen Ersenbahnobligationen der französischen Währung zu Hilfe zu kommen und dafür französische Zugeständnisse am Rhein und an der Saar einzulauschen, ist und bleibt durchaus abhängig von der Bereitwilligkeit Nordamerikas, dies Geldgeschäft zu unterstützen, indem es die Obligationen aufnimmt. Eine amerikanische Bereitwilligkeit aber wird zwingend abhängig gemacht von der Bereinigung der französischen Schulden an Nordamerika. Man k^nnt und begreift die amerikanische Politik zu dieser Frage einfach nicht, wenn man glaubt, es Y toür’be gewissermaßen am Schuldenabkommen . Frankreichs mit der Union vorbei eine Art 5:.Bvrlösung" gelingen. Wir bekämpfen diese Unklarheit nachdrücklich, weil sie gefährlich ist, "'Illusionen erweckt und geradezu gegen Deutschlands wahres Interesse geht. Denn damit wird an Vorteile und Interessen gerührt, die wir nun einmal aus dem Verhältnis zu Nordamerika und insonderheit aus der Transferordnung für uns haben, und unter keinen Umständen aus der Hand geben dürfen. Umgekehrt aber: ratifiziert Frankreich sein Schuldenabkommen mit Nordamerika, dann wird ja für es die Bahn zu einer Anleihe in Nordamerika an sich frei, und fragt es sich dann, wozu einen solchen Gang noch mit Zugeständnissen an Deutschland erkaufen? Es liegt gerade im deutschen Interesse, diese Kernpunkte so scharf wie möglich herauszuheben und darauf hinzuweifen, daß in unserem Interesse die große Gesamtlösung der Repara- tivns- und Schuldenfrag« in einem ist, auf die letztlich die nordamerikanische Finanz und Politik zielbewußt hinarbeitet.
Von französischer Seite betrachtet, liegen die Dinge so, daß man offenbar einen Anlauf nahm, Amerikas Zustimmung zu dem Obligationengeschäft, das Frankreich über augenblickliche Schwierigkeiten hinweggeholfen hätte, einzuholen. daß man aber schließlich diese Sondierung in Washington nicht unternommen hat. Man erkannte, daß dort eben ohne Ratifikation der Schulden nichts zu machen sei, und fand die Unterstützung der Engländer und Belgier für diesen Vorstoß nicht. So war man wieder am alten Fleck, und die Idee von Thoiry kam so darum mithin nicht weiter. Dafür wuchs die Neigung, in bezug auf etwaige Zugeständnisse Deutschland noch mehr zu belasten. In dieser Be
ziehung hat sich Herr de Iouvenel besonders hervorgetan, wohl in der Absicht, vergessen zu machen, wie elend seine syrische Mission gescheitert ist. Iouvenel war es, der vor allem in die Erörterung die O st f r a g e n hereingezogen hat. Für Franlreich liegt der Gesichtspunkt ja auch nahe, daß dem Sicherheitspakt im Westen ein Sicherheitspakt im Osten folge, daß mithin Deutschland auch die polnischen Grenzen anerkenne, damit den Grund zu einer deutschpolnischen Verständigung lege, und so Frankreich die Sache leicht macht. Es liegt auf der Hand, wie eine derartige Verbindung von Ost- und Westfragen die Fortführung des Thoirygesprä- cyes belasten, erschweren, besser gesagt, unmöglich machen würde. Aber diese Winke aus Frankreich haben vielleicht das Gute, in Deutschland den Blick wieder etwas nach dem O st e n zu lenken und darauf hinzuweisen, daß man ungestraft aus die Dauer die enge Verbindung nicht vernachlässigen darf, mit der gerade für Deutschland die Ost- und W e st a n g e - legenheiten miteinander stehen. Wir sind vielmehr überzeugt, daß wir in den nächsten Wochen und- Monaten sehr viel Veranlassung haben werden, über die Ostprobleme und ihr Verhältnis zu Deutschland zu svrechen, besonders, weil sie ja nun auch im Rahmen der Mlker- bundsarbeit Deutschlands zu behandeln sind.
Während dieser Auseinandersetzungen ist, vorbereitet nicht nur durch den Stahlpakt und die englisch-deutsche Industriellenbesprechung, sondern ganz besonders durch die bekannten auffälligen Zusammenkünfte der großen Bauherren an der Riviera, das Manifest der Wirtschaft zustandegekommen, eine Erklärung von führenden Wirtschaftlern, insonderheit Bankiers zu den Kernfragen des wirtschaftlichen Wiederaufbaues. An sich enthalten diese Forderungen nichts besonderes Neues. Neu und bedeutsam ist, daß sich darin Angehörige von über einem Dutzend verschiedener Nationen einschließlich Nordamerikas und zwar Männer von sehr weitreichendem Einfluß zusammengefunden haben. Und das ganze ist eine Art Ultimatum, eine Art Formulierung der Bedingungen, unter denen die ganzen großen wirtschaftlichen, Industrie- und Dankkreise ihre Hilfe den danach verlangenden Staaten Europas zur Verfügung stellen wollen.
Man kann sich dabei mancherlei interessanten und recht ernsthaften Gedanken über das Verhältnis von Staat und Wirtschaft hingeben. Praktisch ist das wesentliche, daß dergleichen Stimmen laut wurden. Stimmen von solcher Bedeutung und solchem Willen. Praktisch ist jedenfalls der Fortschritt zu begrüßen, den auf diese Weise die Bewegung auf den Zusammenschluß und den Ausgleich in Europa macht. Wenn man sich den Weg von der Brüsseler Sachverständigenkonferenz 1920 bis zu diesem Wirt- schafts manifest überlegt, sieht man. daß immerhin ein Fortschritt so zu verzeichnen ist. Aber das war auch allerhöchste Zeit dazu, daß man begann, zu begreifen, wie Europa unweigerlich in den Abgrund stürzen muß, wenn es sich nicht allmählich zusammenfindet und zusammenfinde weiterhin mit der großen Wirtschaftskraft Nordamerika.
Daß damit noch keine Lösung gegeben ist, ist klar. Die Forderung erhebt sich leicht, die Zollschranken möchten niedergelegt werden. Aber es dreht sich bei der Zollpolitik nicht nur um einen sinnlosen und überspannten, schikanösen Protektionismus von Kleinstaaten, die durchaus eine eigene Industrie aufziehen wollen. Es handelt sich bei den Entscheidungen über Zoll- und Handelspolitik letztlich zugleich auch um große Entscheidungen des Staatswillens, der staatlichen Selbständigkeit,' der wirtschaftlichen Selbstgenügsamkeit eines Staates. Wir brauchen nur an die Notwendigkeiten der deutschen Schutzzollpolitik dabei zu denken, um sofort zu sehen, wo dann in Konkretem die Schwierigkeiten für die Wege, die jenes Wirtschaftsmanifest weisen will, liegen. Aber ganz im allgemeinen gesprochen, ist zu begrüßen, daß die Stimmung und der Wille zum Zusammenschluß, zum Ausgleich in den Dingen, die nun einmal Europas Gesamtschicksal sind, in den letzten Monaten so mächtig angeschwollen sind. Und Deutschland, das Land der Mitte, von all diesen Ueberlegungen, Schwierigkeiten und Vorschlägen in erster Linie berührt, kann gar nicht anders, als dabei Mitarbeiten. Mitzuarbeiten aber nur vom festen Boden seiner Lebensinteressen und seiner Lebensnotwendigkeiten aus, als ein Staat, der unter allen Umständen zur dollenUnabhängigkeit und Gleichberechtigung wieder emporstrebt!
Spielplan ver Frankfurter Theater.
Opernhaus. Sonntag, 24. Oktober, 5.30 bis 10.30 Uhr: Der Ring der Nibelungen (3. Tag) „Götterdämmerung". Montag, 25., 7.30 bis 10.30: „Der Opernball". Dienstag, 26., 7 bis 10: „Figaros Hochzeit". Mittwoch, 27., 6.30 bis 10: „Mamvn". Donnerstag, 28., 7 bis 10.30: „Carmen". Freitag, 29., 8 bis 10: Einmaliges Tanzgastspiel Clotilde und Alexander Sacharoff. Samstag, 30., 7.30 bis 10.15: „Intermezzo". Sonntag, 31., 7 bis 10.30: „Mamon".
Schauspielhaus. Sonntag, 24. Oktober, 7.30 bis 10 Uhr: „Prinz Friedrich von Homburg". Montag, 25., 7.30 bis 9.45: „Alles um Geld". Dienstag, 26., 7.30 bis 10: „Prinz Friedrich von Homburg". Mittwoch, 27., 7.30 bis 9.45: „Alles um Geld". Donnerstag, 28., 7.30 bis 9.30: „Das Spiel vom Schmetterlingstraum", hieraus: „De rgespaltene Sarg". Freitag, 29.. 7 bis 10.15: „Nibelungen, 1. Teil". Samstag, 30.. 8 bis 10: „Der Revisor". Sonntag, 31., 7.30 bis 9.45: „Alles um Geld".
Oberhessen.
Landkreis Gieren.
!—! Mainzlar, 22. Oft. Ani Sonntag fand das diesjährige A b t u r n e n unseres Turnvereins statt. Das Turnen bestand aus einem Gerüte-Neunkampf und einem Vierkampf in volkstümlichen Uebungen. Sieger wurden: Oberstufe. Neunkamps: 1. Ludwig Becker ll., 2. Ludwig Zecher, 3. Wilhelm K l i n g e l h ö f e r. 4. Otto Sommer, 5. Heinrich Spuck. Diertamps: 1. Wilhelm K l i n g e l h ö f e r, 2. Otto Sommer, 3. L. Becker if.. 4. Heinrich Spuck, 5. Ludwig Zecher. Unterstufe, Neunkampf: 1. Carl Rühl, 2. Friedrich Spuck, 3. Hans Pauly, 4. August Kern, 5. Heinr. Pfeiffer. Vierkampf: 1. August Kern, 2. Wilhelm Vogel, 3. Ludwig Grölz, 4. Hans Pauly. 5. Carl R ü h l. Der Nachmittag wurde durch vorzüglich ausgeführte Geräteübungen der Werberiege des Turnvereins Lollar ausgefüllt.
X Allendorf a. d. Lahn, 22. Oft. Nachdem die Ucbergabe der neuen Grundstücke aus der Feldbereiuigung erfolgt ist, beginnen jetzt die Landwirte mit der Urbarmachung des Landes. Es ist vielfach eine mühselige Arbeit, da alte Wegestücke, Reine und Gräben in die neuen Besitzungen fallen. Das neue Wegenetz wird jetzt ebenfalls ausgebaut, wobei viele Erwerbslose Beschäftigung finden.
t Grünberg, 22. Okt. Die hiesige landwirtschaftliche Schule eröffnet am Montag, 8. November, vormittags 9 Uhr, ihr 6. Winterhalbjahr in den Räumen des Landwirtschaftsamts Grünberg, lieber die Bedeutung und den Wert einer guten Fachausbildung ist sich heute wohl jeder alte und junge Landwirt klar, und jeder weiß, wie wichtig deshalb der Besuch einer landwirtschaftlichen Schule für unsere Heranwachsenden Zungbnuern ist. Die Unterrichtszeiten sind auch in diesem Jabre wieder so gelegt, daß der Unterricht mit guter Zugverbindung von allen Richtungen an sechs Wochenvor- mittagen und zwei Wochennachmittagen stattfinden kann. Man beachte die Anzeige in dieser Ausgabe.
iGrünberg, 22. Okt. Aus derGemeinberat s s i tz u n g: Der in der vorigen Sitzung des Gemeinderates beschlossene Saiz für die Gewerbesteuer von 1,30 und für die S o n d e r st e u e r (63 Prozent) ist vom Kreisamt wiederum nicht genehmigt worden. Infolgedessen hat der Gemeinderat den Steuersatz für Gewerbesteuer auf 1,30 belassen, dagegen den Satz für die Sondersteuer auf 537/10 festgesetzt. Der voraussichtliche Steuerausfall soll durch Abstriche an verschiedenen Boränschlagspositionen gedeckt werden. — Einige Bauplätze wurden in der Gartenstraße zu 1,50 Mark je Quadratmeter abgegeben. Im Laufe dieses Winters soll diese Straße durchgebaut werden. — Im übrigen beschäftigte sich der Gemeinderat mit kleineren Vorlagen.
' W i r b e r p. 22. Okt. Reiseprediger Wie - mer von Neudietendorf hielt in Beltershain. Lumda und R e i n h a r d s h a i n Lichtbildervorträge über das Werk der Mission der Brüdergemeinde in Surinam und im Himalaja. Trotz der Herbstarbeiten — in Beltershain sind die Bauern durch die Feldbereinigung noch im Rückstand mit der Saat und in Reinhardshain ist noch die Dreschmaschine im Gang — waren beide Vorträge gut besucht.
K e s s e l b a ch, 22. Okt. Zu der Weihe des hiesigen Denkmals für die Gefallenen ist noch zu berichten: Das Ehrenmal steht auf einem Platze am Eingänge des Dorfes an der Kreisstraße nach Geilshausen, der in würdiger Weise hergestellt, mit einer Bruchsteinmauer und einem geschmiedeten Tor versehen wurde. Eine den Platz im Halbkreis umziehende Hecke wurde beschnitten und ergänzt, sowie zwei Blaufichten innerhalb der Gedenkstätte angepflanzt. Die hinter dem Denkmal stehende stattliche Linde wird nach Auswirkung des vorgenommenen Baumschntttes bald ihre Zweige schützend über den ganzen Platz ausbreiten. Dem vorhandenen schlichten Denkstein von 1870/71 aus heimischem Lungstein hat Architekt G. Schmidt, Gießen, zwei Flügelsteine, ebenfalls aus Lungstein, mit erhabener Beschriftung und einfacher Bildhauerarbeit angefügt und den Sockel um eine weitere Stufe erhöht. Der Gedanke, das vorhandene Denkmal mit dem Gedenkzeichen für die Gefallenen des Weltkrieges zu vereinen, ist ansprechend und in diesem Falle in geschmackvoller Weife zur Ausführung gekommen. Dank der Opferwilligkeit der Gemeinde und der namhaften Spende eines angesehenen Ortseinwohners konnte die Verwirklichung des Planes in kurzer Zeit erfolgen. Die Arbeiten sind durchweg von Kesselbacher Handwerkern ausgeführt worden, so die Stein- und Bildhauerarbeit von Groß ha us, die Schmiedearbeit von Kaufmann und Schaaf, die Schrei- nerorbeit von W i e ß n e r, die Maurerarbeit von Peter S ch ö n w e i ß, die gärtnerische Anlage von Zeiger mann. Das Kreisamt Gießen hat in dankenswerter Weise die Stellung der Mauer auf ein dem Kreisamt gehöriges Gelände, ferner die Entfernung eines Apfelbaumes gestattet.
* Birklar, 22. Okt. Der hiesige Schutzen- verein beendete am Sonntag sein Preisschie - ß e n. Trotzdem der Verein erst in diesem Fahr gegründet wurde, haben die Mitglieder beim Schießen recht gute Resultate erzielt. Es wurden geschossen von zwei Schützen je 35 Ringe, vier Schützen je 34 Ringe, sechs Schützen je 33 Ringe, fünf Schützen je 32 Ringe, drei Schützen je 31 Ringe, und mir 29 Ringe fiel der 30. Preis.
Kreis Friedberg.
B. Ober-Rosbach, 22. Okt. Der schon lang geplante und oft erörterte Bau einer Wasser lei tun 9 beschäftigt in letzter Zeit erneut das öffentliche Interesse, nachdem die Ausführung des Plans mit Rücksicht auf den Gesundheitszustaw der Bevölkerung und die wirtschaftlichen Forderm: gen der Zeit sich nachgerade als unabweisbar ge zeigt hat. Zum Zwecke einer alsbaldigen Verwirklichung des Vorhabens fanden sich hier die Bürger
meister von Ober, und Nieder-Rosbach, Rodhekm v. d. i). und Holzhausen zu einer Besprechung mit den Vertretern bes Kreisamts Friedberg zusammen. Don der Entscheidung der einzelnen Gemeinderäke wird es nun abhängen, ob das quellenreiche Ober- Rosbach das Wasser liefern soll und mit dem sofortigen Bau der Leitung einem Wunsche weiter Kreise der beteiligten Gemeinden entsprochen werden kann.
B. Holzhausen v. d. Höhe, 22. Okt. Auf Veranlassung der evangelischen Geistlichen der s ü d- westlichen Ecke des Kreises Friedberg fand dieser Tage bei der evangelischen Einwohnerschaft von Rodheim v. d. H., Holzhausen, Ober- und Nieder-Rosbach, Petterweil, Rieder- und Ober-Eschbach und Rieder-Erlenbach durch evangelische Schwestern eine Lebensmittelsammlung für die Anstalt für Fallsüchtige in Rieder- Rnmstadt statt. Das Ergebnis der Sammlung wurde in zwei Waggons nach der Anstatt abgeschickt.
Kreis Büdingen.
-t. Ridda, 22. Okt. Für die Erneuerung unserer Stadtkirche gingen am Sonntag beim kirchlichen Erntedankfest in der Kollekte rund 100 M k. ein, gewiß ein sehr beachtenswertes Ergebnis.
Nidda, 22.Okt. Die Turnhallenbau-Lotterie, die im Frühjahr ausgeschrieben wurde, teilt das Schicksal so mancher anderen, deren Lose nicht genügend Absatz fanden. Man hatte sich der Hoffnung hingegeben, daß die ebenfalls zum Turngav. gehörenden Städte Marburg und Wetzlar als Abnehmer mit in Frage kämen. MiKY erteilte Preußen keine Genehmigung zur Vertreibung der.Lose. Hm ungeduldige Loseabnehmer nicht länger warten zu lassen, entschloß sich nun der Turnverein, die Zahl der Lose auf 13 200, die Höhe der Gewinne auf insgesamt 4000 Mk. herabzusehen, so daß die Ziehung am 31. Oktober stattfinden kann.
v Bad Salzhausen, 22. Okt. In der Villa des Bankdirektors Deutsch, hier, wurde ein schwerer Diebstahl ausgeführt. Ein großer Koffer, der wertvolle Kleidungs- und Wäschestücke enthielt, wurde aus dem Hause gestohlen, ohne daß der Diebstahl bemern worden war. Ein Landwirt fand am Waldesrand in einiger Entfernung von der Straße nach Nidda mehrere Kleidungsstücke, ebenso wurden auf der Altenburg Wäschestücke gesunden, die von dem Diebstahl herrührten. Obgleich die Polizei heute mit einem Spürhunde Nochsorschungen vornahm, fehlt bis jetzt noch jede Spur von den Dieben.
th. Leidhecken, 22. Okt. Nachdem voriges Jahr das Dach unserer Kirche teilweise neu geschiesert wurde, ist jetzt auch die andere Sette neu hergestellt worden. Ferner wurde die seitherige W a s s e r n o t dadurch behoben, daß in der Wasserleitung Staden-Leidhecken selbsttätige Luftventile eingebaut wurden.
)( Orfenberg, 22. Okt. Am Sonntag wurde im Erntedankfestgottesdienst eine Kollekte für die hiesige Schwesternstation, die Epileptische Anstalt und andere wohltätige Zwecke Vvrgenommen. Der Ertrag belief sich aus 72 Mark.
# Aus dem Niddertal, 22. Oll. Daß in den nächsten Tagen der bekannte „Kalte Markt" in Ortenberg abgehalten wird, macht sich schon seit einigen Wochen in unserer Gegend bemerkbar. Denn ganze Scharen Zigeuner, meist Pferdehändler, durchziehen, wie alljährlich in der Zeit vor dem „halten Markt", die Dörfer des Niddertales und der weiteren Umgebung. Es ist keine Seltenheit, daß sechs bis acht Wagen dieser Gesellen vor dem Dorfäusgang ausgestellt sind.
Kreis Schotten.
Gedern, 22. Okt. Auf dem Wege von hcer nach Merkensritz gingen einem älteren Manne aus Neuhof die Pferde durch. Der Mann geriet unter den Wagen und wurde derart schwer verletzt, daß er blutüberströmt liegen blieb. In diesem Zustande fand ihn ein vorüberfahrender Fuhrmann und brachte ihn zum hiesigen Krankenhause. Kurz vor dem Krankenhause st a r b jedoch der Bedauernswerte.
Ober-Schmitten. 22. Okt. Der im Vorjahre verstorbene Deutsch-Amerikaner Karl Braun, der, wie bereits berichtet, der Kirche zu Eichelsdorf 300Dollar testamentarisch zuwies, hat auch seiner Heimatgemeinde O b e r - Schmitten die gleiche Summe über- wiesen. Ihr Verwendungszweck steht noch nicht fest. Den hier lebenden nahen Verwandten des
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