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geschicktes Schriftstück bezeichnen und in bei­derseitigem Interesse dagegen Verwahrung ein­legen.

Truppentransporte vom Rhein.

Berlin, 23. Sept. Wie den Ifiorgenblättem aus dem befehlen Gebiet gemeldet wird, haben dort in den letzten Tagen die Abtransporte der französischen Truppen begonnen. Bach, dem Ende August eine halbe französische Jäger- brioade in einer Stärke von 700 Mann deutsches Gebiet verlassen hat, bandelt es sich jetzt um Be- sahungsoerminderung, die vor den Genfer Verhand­lungen zwischen Briand und dem deutschen Bot­schafter in Paris, Herrn von hoesch, besprochen worden ist. Bei diesen Besprechungen hatte Briand im Auftrage der französischen Regierung erklärt, dah im Laufe des Monats September eine Ver­minderung der französischen Truppen im Rhein- lande in höhe von 56000 Mann erfolgen solle.

PoincarS wird sprechen.

Paris, 22. Sept. (TU.) Ministerpräsident P o i n c a r e wird morgen in Saint-Germain bei dem Bankett der Kciegsinvaliden- und Sriegsteil- nehmeroerbände eine grafte politische Rede halten, in der er u. a. auch auf die Besprechung B r i a n d s mit dem Reichsauftenminister Br. Strefetnann eingeheu wird.

Vie Eisenbahnobligationen.

Eupen-Malmsdy. Ein Vorschlag Sauerweins.

(Berlin, 23.Sept. (Läl.) Wie demLok.-Anz." von einem Gewährsmann, der mit belgischen 'Bantfreifen in enger Fühlung steht, aus Brüssel berichtet wird, bietet die Frage der Ablösung ves belgi schen Anspruchs auf Eupen- Malmädh durch finanzielle Leistun- gen Deutschlands gute Aussichten zu einem Erfolg zu führen. Man will in belgischen Dank- freifen wissen, daß der Reparationsagent Parker Gilbert dieser Lösung zustimmend gegen- überstehe, da er die hierdurch für Deutschland entstehende finanzielle Mehrbelastung für nicht erheblich hält. Dagegen sei Parker Gilbert der Auffassung, daß die Mobilisierung der Eisenbahnobligationen finanziell zur Zeit nicht tragbar wäre. 3n dieser Frage fänden naturgemäß seit längerer Zeit Verhandlungen mit maßgebenden französischen Stellen statt, die aber nicht recht vom Fleck kämen. Berliner Blätter erinnern an den Tatbestand des Dawesabkommens. Von den 26 Milliarden Kapi­talwert der Reichsbahn seien 13 Milliarden als Stammaktien im Besitze der Reichsbahn geblieben und zwei Milliarden als Vorzugsaktien aus­gegeben worden. Die übrigen 11 Milliarden habe man alsObligationsschuldin die Hand eines Treuhänders gegeben. Die Stamm­aktien feien von der Verwertung ganz ausge­schlossen. Falls die Vorzugsaktien verkauft wür­den, würden dreiviertel des Erlöses der Reichs­bahn und das restliche Viertel dem Reiche zu­fallen. Es verstehe sich von selbst, daß der Anteil der Reichsbahn für Reparationszwecke überhaupt nicht in Frage komme. Auf den 11-Milliarden- Obligationen, die von vornherein für die Re­parationen bestimmt seien, ruhe das Besitzrecht der Entschädigungsgläubiger. Die Obligationen stellten augenblicklich eine Schuld zwischen dem Reich und den Gläu­bigerstaaten dar. Falls ein Teil der Pa­piere verkauft werde, trete an Stelle des Staats- gläubiger« der Privatgläubiger. Das sei der einzige Llnterschied. Auch in diesem Falle würden die Zinszahlungen unter dem

1 Tran sferschuh bleiben, d. h.» der General- _ <igent sei jederzeit in der Lage, die Zinszahlung ' zu verhindern, wenn dadurch die deutsche

Währung gefährdet würde. Die Blätter weisen mit allem Rachdruck darauf hin, daß unter feinen Umständen von deutscher Seite Ver­pflichtungen übernommen werden tonnten, die über die vom Dawesplan festgesetzte Grenze der Jahresleistungen hinausgehen.

Der Chefredakteur desMatin", Jules Sauer­wein, untersucht die Frage, in welcher Weise die Verwertung dieser deutschen Eisenbahnobliga­tionen für Frankreich in Frage komme. Nach Unterredungen mit Finanzleuten und Spezialisten für Reparationsfragen kommt Sauerwein zu dem Schluß, daß ohne die Mitwirkung Arne- ri kas die ganze Reparation reine Phantasie bleibe. Frankreich werde keine nennenswerten Summen erhalten, wenn das Abkommen mit Deutschland nicht die Zustimmung Washingtons finde. Sobald aber Frankreich das Sch u l d e n a b - kommen ratifiziert haben würde, würden die Amerikaner bereit fein, ihre Kapitalien in Frankreich anzulegen. Ebenso würden dann die ins Ausland gewanderten französischen Kapitalien zu­rückkehren und einen stabilen Kurs des Franken herbeiführen. In diesem Augenblick müsse sich Frankreich an Deutschland wenden. Frankreich habe dann nicht mehr nötig, die finan­zielle Mitwirkung Deutschlands zu fördern, die illu- sorisch sei, da Deutschland nur Geld geben könne, das es von Amerika gefordert habe, aber Frank­reich schließe nunmehr auf dem Fuße absoluter Gleichheit ein politisches Abkommen mit Deutschland, das sich auch auf die brennenden europäischen Fragen erstrecke.

Pariser Pressestimmen.

Paris, 22. Sept. (WTB.) Zu dem gestri­gen Ministerrat äußert sich derTemps", ein Hauptpunkt sei jetzt in der Politik der deutsch- französischen Annäherung erreicht. Das Kommu­nique des Ministerrats erkläre, daß die Regie­rung hinsichtlich der Wichtigkeit dieser Bespre­chungen und der Rotwendigkeit, sie fortzuseyen, einer Ansicht sei. Diese Einmütigkeit fei wertvoll nicht nur vom Standpunkt der inneren Politik und der Konsolidierung des Ministe­riums der republikanischen Einheit, das die große Aufgabe Übernommen habe, die Sanierung der französischen Währung durchzuführen, sondern auch in gleicher Weise vom Standpunkt der Entwicklung der in Gens und Thoirtz eingeleiteten Politik, die, wie bereits vom ersten Tage ab betont, nur bann beachtenswerte Resultate er­geben könne, wenn sie außerhalb jeden Mißver­ständnisses und jeder Zweideutigkeit wirklich in dem Sinne eines realen Ausgleiches der Interessen beider Länder sich auswirke.

Der3ntranfigeant äußert sich außer ordentlich skeptisch. Er schreibt: Was wir durch den Rebel der augenblicklichen Krise hindurch erblicken, ist, daß die Unterhaltung von Thoirtz ziemlich freimütig gewesen ist. Die deutsch»

Freimütigkeit hat sich gewisser angeblicher Erklä­rungen des französischen Ministers bedient, um daraus Vorteile zu ziehen. Rach Paris zu- rückgekehrt, hat Briand angesichts der Erregung, die sich der öffentlichen Meinung bei dem Ge­danken bemächtigt hat, daß man das opfern müsse, was noch von den Garantien des Friedens- Vertrages übrig bleibe, seine Kollegen über die relative Bedeutung des Tages von Thoiry be­ruhigen zu wollen. Am letzten Sonntag hat einer der militärischen Führer, General Sieb en et), erklärt: Roch neun Jahre bieten uns die Verträge das Recht, das linke Rheinufer besetzt zu halten. Diese Zeit müssen wir ausnühen. Der General, so fährt das Blatt fort, ist nicht der einzige dieser Ansicht. Aber eine Politik der Wachsamkeit schließe nicht notwendigerweise eine Wirtschaftspolitik aus. Wir können unsere Pfänder nur gegen (Realitäten aufgeben. Aber bis jetzt ist uns kein wirklicher Vorteil, keinerlei Sicherheit angeboten worden.

England verstärkt seine Ostasien- Flotte.

London, 23. Sept. (TU.) Die im M i 11 e l- m e e r stationierte dritte Torpedobootsflotille hat Befehl erhalten, sofort zur Verstärkung der China st ation in See zu gehen. Der Befehl war so dringend, daß die Flotille ohne! Ergänzung der Munitionsvorräte das Mittelmeer verlieh, nachdem der Flottenchef zwei Boote nach Malta detachiert hatte, die die Ausrüstung für die Flotille nachbringen sollen.

Belgien und der internationale Stahltrust.

Paris, 22. Sept. (WTB.) Der Korrespon­dent desMalin" in Brüssel bestätigt, daß gestern abend die belgischen Schwerindustriellen es ab - gelehnt hätten, auf die von ihnen geforderten 290 000 Tonnen, die von den Delegierten der übrigen Länder, die an dem Stahltrustabkommen interessiert seien, nicht bewilligt worden seien, zu verzichten. Sie hätten sich auch nicht durch Ratschläge der offiziellen Kreise überzeugen lassen, die befürchteten, daß das Stahlkartell a u ch o h n e Belgien zustandekomme.

Die Lage der Reichsbahn.

Eine Tagung des Verwaltungsrats.

Berlin, 22. Sept. (WTB.) Dom 20. bis 22. September hielt der Verwaltungsrat der Deut­schen Reichsbahngesellschaft in Berlin seine lausende Tagung ab. Die V e r k e h r s e n t w i ck l u n g, zu­mal in letzter Zeit, hat die finanzielle Lage der Reichsbahn etwas entspannt. Die Einnahmen aus dem Güterverkehr sind besonders infolge des starken Kohlenverkehrs gestiegen, ohne freilich die vorjährige Höhe zu erreichen. Die Einnahmen aus dem Personenverkehr sind nach wie vor unbefriedigend und bleiben erheblich hinter dem Boranschlag zurück. Der Verwültungsrat nahm den Bericht über das Eisenbahnunglück bei Leiferde entgegen. Er brachte seinen Dank und seine Anerkennung ollen denen zum Ausdruck, die an der Aufklärung des Verbrechens mitgewirkt baden. Die Untersuchung wurde leider dadurch er­schwert, daß die Zurückführung des Unglücks auf ein Attentat angezweifelt und dadurch so die Mit­arbeit der Bevölkerung bei der Auffindung der Täter ertötet wurde. Die weitere Folge war, daß eine unberechtigte Unruhe über die Be­triebssicherheit der Reichsbahn im 3n- unb Auslande entstand und sich ungünstig auf den Reiseverkehr in und nach Deutschland auswirkte. Der Verwaltungsrat hat die ihm vorgelegten Unter­lagen über die Eisenbahnunfälle und ihre Folgen geprüft und die vorläufigen mündlichen Berichte von Vertretern besonderer Kommissionen zur Prü­fung der Betriebssicherheit entgegengenommen. Aus den Berichten ging hervor, daß die Betriebssicher­heit ebenso günstig ist, als in der Vorkriegszeit und daß der Vergleich mit den ausländischen Bahnen in keiner Weise zu scheuen ist. Zur Bekämpfung von Anschlägen soll der Streif- und Heber« wachungsdienst der Reichsbahn, der unver­mutet auf tritt, noch weiter ausgebaut wer­den. Die Elektrisierung der Berliner Stadt-- und Vorortbahnen ist in Angriff genommen und wird beschleunigt durchgeführt. Eine Reihe von Tarifermäßigungen auf Einzelgebieten wurde genehmigt. Um den Verwaltungsbehörden der durch Wetterschäden und Ueberschwemmun- gen betroffenen Landesteile eine Zuwendung von Frachterftattungen an besonders schwer betroffene Personen zu ermöglichen, wurden dem Reichsver- kehrsminister 150 000 Mark zur Verfügung gestellt.

Aus aller Welt.

Schwere Tornado-Katastrophe in Paraanay.

Reber die Stadl Encarnacion in Paraguay egte ein Tornado, der die Stadl nahezu völlig nJ ch? e * e- Aast alle Häuser wurden zerstört, 150 Personen getötet. Der Schaden wird auf mehrere Millionen Dollar geschätzt.

Die neue Transatlantik-Luftschifflinie. , .Zum Abschluß der in Madrid notwendig werdenden Verhandlungen über die Organisation des transatlantischen Luftverkehrs wird sich Dr Eckener in Kürze nach Madrid begeben um dort für die Zeppelin-Gesellschaft die not- wendigen Unterschriften zu vollziehen. Gleich- zeitig wird sich auch eine Expedition nach Spanien begeben um dort die für die Errichtung ber euen Luftlinie Berlin-Sevilla notwendig werdenden Vorarbeiten zu erledigen. Die Länge lm Vau befindlichen Ver- uchs lüft sch iffes soll 230 Meter, die Breite 31 und die Hohe 35 Meter betragen. An der Spitze des Schiffes liegt wiederum die tropfen- für die Schiffsführung.

Das Schiff wird von sieben Motoren von ins­gesamt 2940 P. S. getrieben.

Die Typhuserkrankungcn in Hannover

23-Sept, (WTB. Funkspruch.) Die Zahl her an Tyvhus Erkrankten betrug am Donnerstagvormittag 1713, die der Toten 1049 3ur Errichtung eines Bismarck-National-Denkmals dem Sih in Köln ist ein Verein zur Errichtung eines Bismarck-Rational-Denkmals gegründet worden, dessen Vorstand u a angek Horen: Reichsminister des Aeuneren Dr Stre- emann. Reichskanzler a. D Dr. Luther ^Hsminister a D. Dr. 3arres, Reichstags- abgeor^neter Fürst Bismarck Geheimer Bergrat Dr.-Jng. Hllgerund ©e^mer KW

rat Dr. P o r s ch, Vizepräsident des Preußischen Landtags. Am 16. und 17. Oktober d. I. ver­anstaltet der Verein in Hannover einen ersten deutschen Dismarcktag.

Amerikanische Matrosen in Berlin.

Mittwoch nachmittag trafen im Berliner Hotel Adlon der Admiral Robert Wells und der Kommandeur D e l a n a u vom amerikanischen KreuzerMemphis" von Kiel kommend, ein. Hundert Matrosen der amerikanischen Be­suchsflotte kommen als Gäste der Stadt Berlin zu mehrtägigem Aufenthalt nach der Reichs- Hauptstadt.

Froitzheim Polizeipräsident von Wiesbaden?

Der Regierungsdirektor am Berliner Polizei­präsidium, Froitzheim, der bekannte Ten- nismeister, ist nach Wiesbaden delegiert wor­den, um dort Verhandlungen über die Neuerrichtung der staatlichen Polizeiverwaltung zu führen. Die Vossische Zeitung" nimmt an, daß Froitzheim Polizeipräsident von Wiesbaden werden soll.

RevMonsanlrag im Schräder-Prozeft.

Der Verteidiger des Magdeburger Raub­mörders Schröder. Rechtsanwalt Zaeper in Magdeburg, hat Revision gegen das Todesurteil eingelegt. Gründe sind dem Revisionsantrage noch nicht beigegeben worden. Das wird erst ge­schehen, wenn der Verteidigung das Todesurteil schriftlich zugestettt fein wird. Der eingereichte Aevisionsantrag ist also lediglich erfolgt, um die Frist zu wahren.

von einem Hunde zerfleischt.

Die in Berlin wohnende Baronin v. Carnav- Bornheim wurde von ihrem eigenen hunoe, einem russischen Windspiel, angefallen. Als der gerufene Schutzpolizist das Zimmer betrat, ließ der Hund von seiner Herrin ab und stürzte sich auf ihn. Der Beamte streckte den Hund mit einem Schuß nieder. An dem Auskommen der Baronin wird ge­zweifelt.

Deutsche Konsulate in Frankreich.

In Ausführung des deutsch-französischen HandelsProvisoriums steht die Schaffung von deutschen Generalkonsulaten in Marseille, Bordeaux, Le Havre, Lyon und Al­gier in der nächsten Zeit bevor. Vorgesehen sind ferner Generalkonsulate in Tunis und Beirut. Hierüber wird jedoch zur Zeit noch verhandelt.

Der Einsturz der Oderbrücke.

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Gartz hat am 21. dS. Mts. den Beschluß, das Vermögen der Allgemeinen Dau-Aktiengesell- schast zu beschlagnahmen, einst imniig wieder auf­gehoben. Ein Verschulden der Daufirma konnte nicht festgestellt werden. Heber die Ursache des DrückeneinsturzeS nimmt man an, daß der Ein­sturz durch wandernde Moore verursacht worden ist. Auch rechnet man mit der Möglichkeit von Bodenverwerfungen durch Hochwasserein­flüsse.

Au§ der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 23. September 1926.

Gießener Stadlparlament.

(Schluß des Sitzungsberichts.)

Die Gießener Stadtverordnetenversammlung beschäfttgte sich in ihrer Sitzung vorn Dienstag noch mit folgenden Angelegenheiten:

Einem neuen Entwurf der Vergnü­gungssteuer wurde zugestimmt. Die neue Steuerordnung soll am 1. Oktober in Kraft treten.

Dem Aliceschulverein wurde zur Deckung des Fehlbetrags seiner Rechnung für 1925 ein weiterer Zuschuß von 1634,83 Mark be­willigt.

Der Unterschied zwischen der Sollmiete und der tragbaren Miete für die von der B a uge- nossenschaft 1 894 Am Äugel berg er­stellten 16 Wohnungen ' von etwa 270 Mark pro Wohnung und Jahr wird von der Stadt übernommen.

Für die Erhebung von Straften- kostenbeiträgeu für @ d ft auf er wurden neue Grundsätze beschlossen. Danach ist bei der Errichtung von Wohn Häusern als Eckhaus zweier Straften jeweils der höchste auf das Grundstück entfallende Straßenkostenbeitrag einer Strafte zu erheben. Der geringere Straften« kostenbeitrag der zweiten Strafte ist niederzu­schlagen. _ Bei einem Umbau von Wohnräumen zu Geschäftsräumen ist auch der einstweilen nicht zur Erhebung gelangende Straßenkostenbeitrag nachträglich zu zahlen. Die Vergünstigung für die Eckhausbesitzer erhält bis zum 1. 3anuar 1924 rückwirkende Kraft.

Den Daugesuchen von Hans UiftLein für die Grünbergerstraße, Prof. Dr. Aubin für die Friedrichstraße und Peter Rau für die Lahn- strafte 21 wurde antragsgemäft stattgegeben.

Die Lieferung und das Verlegen von Flur- und Wandplatten für die Be^irksschule an der Westanlage wurde Den Firmen Sack & Iughardt bzw. Dem & Co. für 1887,50 Mark bzw. 2356,25 Mark übertragen.

Die Erdarbeiten für zwei weitere Tennis­plätze hinter dem Schühenhaus wird der Unter­nehmer Ernst Wagner ausführen.

Die Asphaltarbeiten für die Fahr­bahn in der Bahnhof strafte zwischen Schanzenstrafte und Westanlage wurden an Kon­rad (Hübfamen in Gießen zum Angebots­preis von 7500 Mark vergeben.

Der freihändigen Beschaffung von zwei Elektrokarren nebst Ladevorrichtung bei der mindestfordernden Allg. Elektr.-Gef., Riederlas- fung Gieften, wurde zugestimmt.

Für eine Reklame auf der von der Luft­hansa herausgegebenen Street enfarte stellte das Haus 100 Mark zur Verfügung.

Zur Befestigung eines Flutgrabens in der Gemarkung Quedborn im Grundstück des Wasserwerks wurde ein Kredit von 4000 Mk. bewilligt.

Für Gas- und Wasserrohrverle­gungen wurden die vorcmschlagsmäftigen Kre­dite von 10 000 Mark auf 20 000 Mark bzw von 20 000 Mark auf 25 000 Mark erhöht.

3m städtischen Stein bruch soll an Stelle der Dampflokomobile ein Dieselmotor aufgestellt werden. Zu diesem Zweck wurde der Kredit für die Verlegung der Brecheranlage von 20 000 Mark auf 30 000 Mark erhöht

Für den Anschluß der Straften Am Kugel­berg, der verlängerten Wilhelmstrafte und der neuen Straße zwischen Georg-Philipp°Gail-Straße und Landmannstrafte an das elektrische Str o m v e rfo rg ungsneh wurde ein Kredit von 25 000 Mark zur Verfügung gestellt.

Der Errichtung eines Dienstwohn- gebaudes für den Direktor der städt. Slek.rizitätSwerke stimmte das Haus im

Prinzip zu. Es konnte sich aber nicht entschließen, die hierfür angeforderten 50 000 Mark zu bewilli­gen. Man gedenkt etwa bis zu 40 000 Mark zu gehen. Wegen der Kostenfrage wurde die Vorlage an den Dauausschuß zurückverwiesen. Die jetzige Wohnung des Direktors soll zum gröftten Teil au Bureauzwecken verwendet werden, da die Bureaus sehr beengt sind, im übrigen tollt man aus dem Rest der jetzigen Wohnung noch eins Kleinwohnung machen.

Die Kosten des Kinderfestes am 15. September in der Volksballe wurden in Höhe von 750 Mark bewilligt.

Dem Erlaß einer neuen P o l i z e i v e r o r d- nung über b i e Abhaltung her Früh­jahrs- und Herb st Märkte (Messeorbnung) würbe zugestimmt. Danach barf bie Messe nur noch auf Oswalbsgarten ftattfinben, nicht mehr auf ber Westanlage. Die Verkaufszeit ist Sonntags auf bie Stunben von 2 Uhr nachmittags bis 7 Uhr abenbs 3U beschränken, für werktags gilt bie Zeit von 7 Uhr morgens bis 7 Uhr abenbs.

. Für bie Erweiterung ber elektrischen L > cht- unb Kraftanlage für die Frühjahrs- unb Herbstmärkte auf Oswalbsgarten würbe ein Krebit von 622,95 Mark bewilligt.

Schließlich würben noch einftwS ch a n k - erlaubnisgesuche antragsgemäß erledigt.

Gießener Wochenmarktpreise.

. , kostete auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 190 bis 200 Pfennig, Matte 35, Käse (10 Stück) 60 bis 100, Wirsing 8 Weiß­kraut 5 bis 8. Rotkraut 10 bis 15, gelbe' Rüben 10, rote Rüben 10, Spinat 20 bis 25, Römisch­kohl 7 bis 10, Bohnen (grüne) 12 bis 20, Bohnen (gelbe) 20, Unterkohlrabi 8, Tomaten 10 bis 25 Zwiebeln 12 bis 15, Meerrettich 40 bis 80, Kür­bis 10, Kartoffeln 4, Frühäpfel 15 bis 25, Fall­apfel 8 bis 10, Birnen 10 bis 15, Zwetfchen 18 bis 25, junge Hahnen 90 bis 100, Suppenhühner 100 bis 110; das Stück: Vier 15, Blumenkohl 10 bis 100, Salat 5 bis 10, Salatgurken 10 bis 30, Einmachgurken 3 bis 5, Endivien 10 bis 20, Ober­kohlrabi 5 bis 12, Lauch 10, Rettich 10 bis 20. Sellerie 20 bis 50; das Bund: Radieschen 10 bis 12 Pfennig.

Bornotizen.

(Eagesfalenber für Donnerstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Goldrausch". Astoria-Lichtspiele:Auf Welle 1000". Pa. last-Lichtspiele:Der Flug um den Erdball".

Einen LichtbildervortragSchlacht und Grauen" veranstaltet ber Jungbeutsche Orden am kommenden Samstagabend in den Palastlicht­spielen. Näheres in ber heutigen Anzeige.

Ein 350jähriges R i esenkrokodil soll auf der Gießener Messe vom 26. September bis 3. Oktober gezeigt werben. (Siehe heutige Anzeige.)

Wettervoraussage.

Bei schwacher westlicher Luftbewegung wech­selnde Bewölkung, kühl und trocken.

Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 19,9. Mrnimum 8,4 Grad Celsius. Heutige Morgen - temperatur: 10 Grad Celsius.

** Die Rückkehr unserer Garnison aus dem Manöver vollzog sich gestern abend in der gewohnten Weise. Eine gewalttge Men­schenmenge erwartete die Truppe schon bet ihrer Ankunft am Güterbahnhof; die Anfahrtstraße zu der Verladerampe und die Eisenbahnbrücke im Zuge der Klinikstraße waren dicht gedrängt voll Menschen. Pünktlich um 6.45 Uhr bzw. 7.24 Alftr liefen die Transportzüge ein; bei der Aickunft des zweiten Zuges war der erste bereits aus- geladen. Rachdem auch der zweite Zug sehr rasch entladen war, folgte der Einmarsch des Batail­lons in die Stadt, und dabei zeigte sich wieder einmal, welch herzliches Verhältnis zwischen der Bürgerschaft und der Garnison besteht. Eine sehr große Masse Männlein und Weiblein, zu Fuß und zu Rad, zog der Truppe voran, oder flankierte sie zu beiden Seiten, in flottem Schritt mitmarschierend nach den schneidigen Weisen der Dataillonsmusik und der Trommler und Pfeifer. Der Marsch ging durch die Frankfurter Straße. Südanlage, Ostanlage zu den Kasernen. Auch unterwegs hatten sich noch sehr viele Freunde und Freundinnen unserer 15er ausgestellt, um Siefen dadurch ihr Interesse zu bekunden.

" Das oberhessische Schwurge- r r ch t wird am Montag und Dienstag nächster Woche Sitzungen halten. Am Montag, 27. Sept., wird gegen den Wilh. Faßbender aus Ober- Seemen wegen Totschlagsversuchs und Wilderei verhandelt. Die Anklage bertritt Staatsanwalt Knauß, die Verteidigung führt Iustizrat Hamburger. Am Dienstag, 28. Sept., steht die Anklage gegen den Albert Heftrich von Ober-Eschbach zur Verhandlung. Vertreter der Anklagebehörde ist Staatsanwalt Dr. Eckert, der Verteidiger ist bis jetzt noch nicht bestimmt.' ** Aus bem Gießener Stanbesamts- r eg ist er. Es verstorben in ber Zeit vom 1. bis 15. September: 1. September: Lubwig Walter, Sicher Straße 74, 59 3. alt. 2. September: Elisa­beth Walther, Lubwigstraße 35, 69 I.lt; Karl August Müller, Liedigstraße 78, 73 3. alt; Karl Dort, Kaiserallee 26, 82 I. alt. 6. September: Wilhelm Abolar Bertrams, Licher Straße 74, 55 3. alt. 10. September: Reinhold Bräuning, Roonstroße 24, 29 3. alt. 12. September: Marie Döring, Licher Straße 74, 74 3. alt. 14. September: Susanne Maser, Norbanlage 18, 63 3. alt.

" Lauskursus für Damen unter sportärztlicher Leitung. Wie wir hören, wird Dr. Heiß vom Institut für Körperkultur, ber erst kürzlich mit sehr gutem Erfolg einen Laufkursus für die besten Läufer der Gießener Sport- und Turnvereine abgehalten hat, nun­mehr auch einen achtstündigen unentgeltlichen Laufkurfus für Damen abhalten. Der Zweck dieses Kurses ist, in der Gießener Damenwelt Freude an den leichtathletischen Hebungen zu wecken und zugleich zu zeigen, daß auch die Frau auf diesem Gebiete in geeigneten Grenzen etwas leisten kann. Der Kursus beginnt morgen um 6.15 ilftr abends auf dem Universitäts-Sportplatz.

Kreisstraßensperre. Die Kreis- trafte GrünbergQueckborn ist wegen Kanal­arbeiten in Queckborn bis auf weiteres gesperrt worden. Der Verkehr wird über die Strecke QueckbornGießen geleitet.

Brückensperre. Wegen Crneuerungs- arbeiten am Bohlenbelag und an den Hnterlaft» trägem wird die Brücke über die Lahn im Zuge der Kreisstraße HeuchelheimAllendorf vom 27. September bis einschließlich 9. Qftober für jeglichen Verkehr gesperrt.

8 Ein V o g e l s b e r g,-F i l m. Die Lehr- unb Kunstsilm Gesellschaft in Eiesboben beabsich­tigt, einen Vogelsberg-Film herzustellen, um bie Kenntnis von Lanb unb Leuten bes Vogelsbergs weiteren Kreisen bes beutschen Volkes zu über-