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ihren Führern aufgezogen wurde, so liegt in der Anerkennung für die Polizei auch eine solche für die Polizeileitung. Es gilt, die Wirtschaftslage der Be­amten zu verbessern. Dereinigungsfreiheit sei sei­tens des Innenministeriums nach jeder Richtung hin anerkannt, und es unterliege keinem Zweifel, daß

eingeschlagen. Verschiedentlich wurden Lleberschwemmungen durch den Segen gerufen. Die Berliner Feuerwehr mußte schiedenen Fallen eingreifen. Besonders schwer wurden die Außenbezirke Berlins von dem Hn- wetter heimgesucht. Glücklicherweise sind Men­schenleben nicht zuschaden gekommen.

Direktor Deku gelang, alsbald die Ausreiseerlaubnis zu erhalten, wurden Professor Eberhardt und der Ballonmeister interniert. Der BallonDarmstadt" wurde beschlagnahmt. Es wurden die notwen­digen Schritte eingeleitet, um die Freigabe des Bal­lons und der Internierten zu erreichen. Sowohl das Auswärtige Amt wie die deutsche Gesandtschaft in der Tschechoslowakei hatten die Angelegenheit in -Händen.

Hiefenfeuet in einer russischen Oelfabrit.

In Stalingrad ist vor einigen Tagen die zweitgrößte Teerölsabrik der Sowjetunion nic-der- gebrannt, die Leningrad und das ganze Donez- gebiet mit Teerölen versorgte. Große Benzin-, Oel- und Petroleumvorräte sind ein Raub der Flammen geworden. Der Schaden beträgt mehrere Millionen Rubel.

Schweres Flugzeugunglück bei lNeuyork.

lieber dem Reuhorker Flugplatz geriet ein Flugzeug in Brand und stürzte ab. Die Insassen, zwei Offiziere, wurden bis zur Unkennt­lichkeit verbrannt aufgefunden.

Explosion in einer Seetfabrif.

Aus Köln wird gemeldet: In der Chemi­schen Fabrik C. I. Beer Söhne in Kalscheuren ist Feuer ausgebrochen, das in den großen Lager-- beständen an Teer und Dachpappe reiche Rahrung sand. Die Teerfabrik ist völlig niedergebrannt, während die Lackfabrik unbeschädigt blieb. Die Ursache des Schadenfeuers wird auf die C?» plosion einer Teerblase zurückgeführt. Ein Sjeiser, der die Teerblase angebla'en hatte, ist bis jetzt noch nicht aufgefunden worden. Er hat wahr­scheinlich den Tod in den Flammen gefunden. Außerdem wurden noch drei weitere Arbeiter getötet und einer schwer verletzt.

kommunistische Unruhen in Sagan.

Eine Rotte des Roten Fronttämpferbundes versuchte einen im Gefängnis in Sagan sitzenden Genossen zu befreien. Sie zog vor das Amts-, gerichtsgebäude und verlangte die Befreiung des wegen eines tätlichen Angriffs auf einen Polizei­beamten inhaftierten Genossen. Die Polizei trieb die Menge mit Gummiknüppeln auseinander. Da die Roten Fronttämpfer in Sagan einen Terror ausüben, wurden Polizeimahnahmen angeordnet. Gegen weitere Ausschreitungen soll mit aller Entschiedenheit vorgegangen werden.

Großes Hagelwetter in Oberfranken.

Wie aus Bamberg gemeldet wird, ist über das Dorf Effeltrich ein katastrophales Hagelunwetter niedergegangen, das an den Obstkulturen einen Schaden von mindestens 200 000 Mk. verursachte. Die Bäume stehen teilweise gänzlich kahl und die Bäumchen in den zahlreichen Baumschulen zerschlitzt da. In llttenreut wurden durch einen Wirbelsturm erhebliche Beschädigungen an Dächern verursacht. Weiter wurden Zäune umgeworfen und Obstbäume entwurzelt. Das Unwetter dauerte kaum ein paar Minuten.

Unwetter über Berlin.

Bei einem Gewitter, das am Die,rstag mit

Antrag Tremmel (Zentr.), nach dem zunächst V erläge zum M i e t e r sch u tz g e s e tz zweiten Beratung kommen soll.

Abg. Lipinski (Soz.) wendet sich gegen

Tagesordnung im Hammelsprung mit 166 gegen 14!i Stimmen abgelehnt. Angenommen wird

die verfassungsmäßigen Rechte der Polizeibeamten nach jeder Richtung hin gewahrt und beachtet wer­det müßten. Auf der anderen Seite läßt sich aber mit diesen Rechten nicht alles vereinbaren. Mit aller Deutlichkeit erkläre ich, daß öffentliche Protestver­sammlungen der Polizeibeamten nach Ansicht des Ministeriums durchaus unzweckmäßig find. Wenn seitens bestimmter Redner die Gelegenheit benutzt wird, die gesamte Beamtenschost zu erregen, so ist das zu bedauern. Es ist von dem gesunden Sinn der Beamtenschaft zu erwarten, daß sie diese Worte auf das rechte Maß zurückzuführen versteht. Berech­tigten Klagen wird abgeholfen werden. Der Vorwurf der einseitigen Haltung der Polizei hat auch nicht die Spur eines Anhalts für sich. Es wird dafür ge­sorgt, daß die Polizei unparteiisch ihres Amtes waltet und die Interessen der Bevölkerung wahrt. Das aber kann immer wieder betont werden: eine Polizei bedarf einer strammen Zucht und Disziplin. Deshalb braucht noch fern militärischer Drill zu entstehen. Militärische Hebungen sind verboten. (Gelächter bei den Kommunisten.)

Abg. ® i ef der (Völk.) empfiehlt den An­trag seiner Fraktion, der von den Deutschnatio­nalen unterstützt wird und das Staatsministerium ersucht, bei der Reichsregierung darauf hinzu- wirken. daß alle Mittel angewandt werden, um die zu Kowno aus politischen Gründen einge- kerlerten jungen Deutschen zu befreien.

Abg. Rave (Dem.) trägt Cinzelwünsche der Assistenten und Sekretäre vor und verlangt, daß die Aufsichtsbeamten für die Landiägerei aus dieser selbst entnommen werden.

Abg. Krelle (Dis.-Hannov.). Eine freudige Mitarbeit der Polizei ist notwendig. Deshalb muß man ihr auch die notwendigen Existenz­mittel geben. Damit schließt die Aussprache. Die Llbstimmungen finde, t später statt. Um 5.45 Uhr oertagi sich das .Haus auf Mittwoch 12 Uhr. Hauszinssteuer, kleinere Vorlagen.

ParrQmeKtarisches aus

Dar m st ad t, 22. 3uni. Die Abg Fen­chel. Heraus. Schott und Balser haben im Landtag nachstehende Anfrage eingebracht: Durch Kauf vom 12. Juli 1921 hat der hessische

Vorlage. Das Ziel der Vorlage sei der allmähliche Uebctcang zur freien Wohnungswirtschaft, bei der die Hausbesitzer die Mieten in den alten Wohnun- I gen denen in den Neubauten anpassen sollen. Die iölieten in den Neubauten seien aber für die Masse der roertfefgen Bevölkerung unerschwinglich. Rich­tiger wäre es, den Stand der Mieten in den alten Wohnungen zu senken. Der Redner wendet sich wei­ter gegen die Absicht, die gewerblichen Räume aus dem Mieterschutz herauszunehmen.

Um 6 Uhr wird die Weiterberatung auf Mitt­woch 2 Uhr vertagt. Außerdem stehen auf der Tagesordnung der deutsch-schwedische und der deutsch-dänische Vertrag, das Volksentscheidgesetz, das Aufwertungsgesetz und kleinere Gesetze.

Preußischer Landtag.

Berlin. 22. 3uni. Auf der Tagesordnung der crficn Sitzung steht nach der Volksentscheids­pause als einziger Punkt die zweite Bera- I tung des Polizeietats.

Die kommunistische große Anfrage, die unter Bezugnahme auf die Zusmnmenstöhe beim Volks­entscheid das Staatsministerium fragt, was es in Zukunft zu unternehmen gedenke, um dem die Arbeiterschaft schwer bedrohenden Terror der monarchistischen Ver­bände (!) wirkungsvoll entgegenzutreten und deren Entwaffnung durchzuführen, wird mit der ^Beratung verbunden.

Mg. Bartel- Krefeld (Komm.) empfiehlt als Ausschutzberichterstatter die Annahme eines Antrags. Danach soll auf die Reichsregierung ! dahin eingewirkt werden, daß sie Schritte unter­nimmt. damit sämtliche deutsche politischen Ge­fangenen, die von den Desatzungsgerichten ab­geurteilt wurden, aus der Strafhaft entlassen werden.

3n der allgemeinen Besprechung äußert Abg. Marckwald (Soz.) namens der Sozialdemo­kraten herzliche Wünsche für die Wiedergesundung Sevenngs.

Abg. Borck (Dn.) verlangt eine präzise Aus­kunft über die Städte, in denen eine Verstaatlichung der Polizeiverwaltung vorgesehen sei. Die Sozial­demokraten wollten Schluß machen mit dem Be­rufsbeamtentum, um politisch mißliebige Beamte einfach entlassen zu können. Das sei die Bankrott­erklärung der Demokratie. (Sehr wahr rechts. Gelächter links.) Seine Partei fordere eine Garantie in dem kommenden Gesetz, daß solche Entfernungen aus politischen Gründen nicht möglich sind. Die Unterbringung der Polizei spotte teilweise jeder Beschreibung.

Abg. Stiel er (Z.) fordert eine einheitliche Ausbildung der Polizei. Die Beamten der Schutzpolizei, die so schweren Dienst zu leisten hätten, mühten durch auskömmliche Bezüge und durch eine gute Diensteinteilung Erleichterungen erhallen. Die Regierung habe dafür zu sorgen, dah staatsfeindliche Organisationen in der Polizei keine Propaganda treiben. Das gelte besonders von den Kommunisten. (Zurufe bei den Kommu­nisten: Scharfmacher!) Leute, die den gewaltsamen Ülmsturz auf ihre Fahne geschrieben hatten, hätten in der Polizei nicht zu agitieren.

Abg. Metzentyin (D. Dp.) erklärt: 3n dem Etat sind zwar nicht alle Wünsche erfüllt, aber er hat eine ganze Reihe von Höherstufungen. Die Polizei muh von aller Parteipolitik fernge­halten werden. Me Polizei muh sich an Ver­fassung und Gesetze halten. Das ist aber in der letzten Zeit nicht geschehen. Die Staatspolizei­ordnung schreibt z. B. vor. dah die Durchsicht von Papieren, die bei Haussuchungen vvrgefun-

Aus der ProvinzialhauptftM.

Gießen, den 23. Juni 1926.

Die Einkommensteuerbescheide.

Die Finanzämter sind angewiesen worden, die Einkommensteuerbescheide (Kör- perschaftssteuerbescheide) möglichst bis zum Zulivorauszahlungstermin zuzu- stellen. Rach Empfang des Steuerbescheides haben die Pflichtigen die Vorauszahlungen auf die Ein» kommensteuer IKörperschaf tssteuer) nicht mehr selbst zu berechnen. Auch die Abgabe der Vor­anmeldungen für die Einkommensteuer (Körper­schaftssteuer) fällt weg. Die Vorauszahlun­gen sind nach dem Steuerbescheid zu ent­richten. .Um Zweifel darüber auszuschlietzen, ob dies auch für Steuerpflichtige gilt, die den Steuerbescheid in der Zeit vom 10. bis 17. 3uli, also innerhalb der Schonfrist erhalten, ist die Schon fr ist allgemein b i s zum 2 4.3 uni verlängert worden. Wer bis zum 17. Juli (einschließlich) den Steuerbescheid erhalten hat, hat die Vorauszahlungen auf die - Einkommensteuer (Körperschaftssteuer) ebenfalls ngd) dem Steuer­bescheid zu entrichten. Steuerpflichtige, die bis zum 17. Juli den Einkommensteuerbescheid (Kör­perschaftssteuerbescheid) noch nicht erhalten haben, müssen die Vorauszahlungen nach der Zweiten Steuernotverordnung und dem Steuerüberlei- tungsgeseh, in der Regel also nach den Betriebs­einnahmen (Umsatz) oder dem Vermoge^-leisten. Hierbei gelten die bisherigen Anordnungen weiter. So können insbesondere buchführende Gewerbetreibende, denen bis zum 17. Zull der Steuerbescheid noch nicht zugestellt ist, die für den 10. 3uh zu leistende Vorauszahlung vor- läufig in Höbe eines Viertels des Betrages entrichten, der sich nach der beim Finanzamt ab­gegebenen Steuererklärung als Steuerschuld er- gibt. Führt die Veranlagung zu einer höheren Steuerschuld, so ist der Unterichiedsbetrag zwi- scheu der geleisteten Vorauszahlung und der sich nach dem Steuerbescheid ergebenden Voraus­zahlung innerhalb eines Monats nach Zustellung des Steuerbescheids nachzuzahlen. Die Verlängc- rung der Schonsrist gilt im Interesse der Steuer­pflichtigen diesmal ausnahmsweise auch für die Umsatzsteuer.

8v Ishre Metzener Turnverein von 1846.

Der Turnverein von 18 46 Gießen kann jetzt auf sein 80-jähriges Bestehen zurückblicken. Diesem bedeutsamen Ereignis will der Verein mit einer größeren turneri­schen Werbeveranstaltung gerecht wer­den, die am 7. und 8. August stattfinden soll.

Am 7. August wird die Schwimmabteilung mit einem größeren Schaufchwimmen die Feier des Jubeljahres eröffnen. Arn Abend des gleichen Tages findet in der Turnhalle (Stein­straße) der eigentliche Festakt statt. Am 8. August, vormittags, werden die Spieler und Volksturner auf grünem Rasen im friedlichen Kampfe ihre Kräfte messen, während am Rach­mittag in der Volkshalle sämtliche Abteilungen, vom Schüler bis zum Altersturner auf den Plan treten werden. Erwähnt sei, daß am Rachmittag ein Umzug des gesamten Vereins durch die Stadt nach der Volkshalle erfolgt. Zu den Veranstal­tungen haben verschiedene erste Kräfte des 9. Mittelrheinkreises ihre Zusage gegeben, die nur mit turnerischen Höchstleistungen aufwarten werden.

Der Jubelvecein hat sich in den acht Jahr­zehnten seines Bestehens dank der Tatkraft der jeweiligen Vorstände, dank der Opferwilligkeit und des turnerischen Strebens seiner Mitglieder iräftig entwickelt, so dah er heute mit seinen 250 Mitgliedern zu den größten Vereinen der Stadt Gießen, sowie innerhalb des Gaues Hessen dec D.T. zählt.

Verletzung der TreupMcht des AngefteKLen.

Ein höherer Angestellter, der bei einer Firma eine bis zu einem bis zu einem bestimmten Termin unkündbare Stellung bekleidete, sollte auf Grund beiderseitigen gütlichen Uebereinkommens schon ein halbes Jahr vorher ausscheiden und dafür eine be­stimmte Abfindungssumme erhalten. Bevor es aber dazu kam, gab der Angestellte einer anderen Firma gegenüber, mit der sein Prinzipal im Prozeß lag, zu dessen Ungunften unter Mißbrauch der in seinem Dienstverhältnis gewonnenen Kenntnisse eine eides­stattliche Erklärung ab, was den Prinzipal, als et hiervon Kenntnis erhielt, veranlaßte, den 2lngefteil­ten ohne Zahlung der versprochenen Abfindung so­fort zu entlaffen. Der Entlassene aber wollte aus diese nicht verzichten und klagte auf Zahlung. Sein Anspruch wurde jedoch abgewiescn. Das Reichs­gericht, das sich als Berufungsinstanz mit dem Fall zu befassen hatte, führte u. a. aus:

Der Kläger hat die eidesstattliche Versicherung durch die er seinen beklagten früheren Prinzipal bewußt einem schweren Vermögensschaden aussetzte, abgegeben, kurz bevor ihm eine Abfindung gezahl! werden sollte. Wenn er jetzt durch Einleitung eines Rechtsstreites, in dem er sein Verhalten offen zuk Schau stellt, den erheblichen Vorteil in Sicherheil bringen will, so ist das ein Verhalten, das fid| als eine Verletzung des das ganze Rechtsleben, namentlich aber das Angestelltenverhält- nis beherrschenden Grundsatzes von Treu uno Glauben darstellt, so daß der Beklag» durchdringen muß.

Der KrastwagenfÄhrer darf nicht schLafen!

3m Gegensatz zum 1. Strafsenat des Reichs­gerichts, der 6en Schlaf eines Schöffen oder Richters erst dann als beachtlichen Revisions- gründ bezeichnet, wenn er über das Einniae» und alsbaldige Wieder aufwachen hinausgÄht. Hai der 3. ©troffenat für den Schlaf des Kraft- Wagenführers einen strengeren Maßstab an­gelegt. Der betr. Angeklagte ist wegen fahr­lässiger Tötung und Körperverletzung verurteilt worden. In den reichsgerichtlicher Cntscheidungsgrunden hierzu wird ausgesührtr Das Landgericht hat nicht angenommen, daß dec Angeklagte vom Schlafübermannt worden fet- , Es hat vielmehr für erwiesen erachtet, daß der Angeklagte spätestens in der ersten Kurve vor dem Dorfe bemerkt habe, daß seine Achtsamkeit I nachließ und ereinnickte. Damit ist der

Vision der Boden entzogen. Wie vom Reichs gericht bereits dargelegt ist. kommt es nick

Vor der Schlußabsttmmung erklärt Abg. Dr. I Molden Hauer (D. Dp.), der in der zweiten Beratung angenommene und jetzt bestätigte sozial- demokrattsche Antrag, wonach in der Verwaltung die Arbeitgeber nur V der Vertreter stellen sollen, habe bei einem Teil seiner Freunde so starke Bedenken erregt, daß sie gegen die Vorlage stimmen würden.

Abg. Iauschek (Soz.) erklärt, seine Freunde würden trotz starker Bedenken gegen viele Bestim­mungen der Vorlage dem Gesetzentwurf zustimmen.

Abg. Schwan (Komm.) gibt die gleiche Erklä­rung für die kommunistische Partei ab.

In der namentlichen Abstimmung wird die No­velle zum Reichsknappschaftsgesetz mit 3 20 gegen 58 Stimmen, bei 8 Enthal- | hingen, angenommen. :

Präsident Löbe dankt unter allgemeinem Bei­fall dem Sozialpolitischem Ausschuß für die reiche Arbeit, die er auf dieses Gesetz verwendet hat.

Eine Entschließung des Abg. Leopold (Dn.) wünscht die Lieferung vierteljährlicher Abrechnungen durch die Sozialversicherungen.

Reichsarbeitsminister Brauns erklärt die Be­reitwilligkeit zu möglichst erschöpfender Rechnungs­legung, hält aber die vierteljährliche Lieferung sol­cher Berichte für undurchführbar.

Abg. Leopold (Dn.) erklärt sich damit einver­standen, daß die Abrechnungen halbjährlich gegeben werden.

Abg. Hoch (Soz.) führt Beschwerde gegen den zu foäten Eingang der Abrechnungen.

Die Abg. T h i e l (D. V.) und Z i e g l e r (Dem.) schließen sich den Ausführungen des Reichsarbeits­ministers an.

Nach weiterer Aussprache wird die Entschließung Leopold (Dn.) a b g e l e h n t, ebenso eine Entschlie­ßung Thiel (D. D.), die jährliche Berichte verlangt.

Auf der Tagesordnung steht dann ein Gesetz­entwurf, durch den ein Vol ksent schei d für Aufwertungsfragen als unzulässig er­klärt werden soll.

Abg. Dr. R i e h e r (D. Dp.) beantragt die Absetzung dieses Gegenstandes von der Tages­ordnung.

Abg. Tremmel (Zentr.) beantragt, vor der Vollsentscheidsfrage die weiter auf der Ta­gesordnung stehende Novelle zum Mieterschutz- geseh zu behandeln.

Abg. Keil (Soz.) fragt die Regierung, ob sie tatsächlich wie behauptet werde über ihre Stellungnahme zu dem Gesetz noch nicht einig sei.

Reichsinnenminister Dr. Külz: Die Regie­rung hat sich natürlich schon früher mit der Dor­lage befaßt. Die Erfahrungen mit dem Volks­entscheid zur Fürstenabfindung hatten aber eine erneute Prüfung der Frage notwendig gemacht, die noch heute abend erfolgen soll. Dar­um wird auch die Regierung eine Absetzung der Vorlage von der Tagesordnung empfehlen.

Mit den Stimmen der Sozialdemokraten, Kom­munisten, Völkischen und eines Teils der Deutsch- nationalen wird die Absetzung der Vorlage von der

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Staat den gefamten Besitz des Grasen Altleinin­gen-Westerburg in Ilbenstadt erworben. Aus­drücklich find irt dem Kaufvertrag die mit der Herrschaft Ilbmr stabt verbundenen kirchlichen Rechte und Lasten aus den Staat übergegaiqen. Als Lasten werden bezeichnet: 1. Zur Pfarrbefol- dung Assenheim jährlich 22,86 Hektoliter Körn. 2. Zur Psarrbesoldung Bönstadt jährlich 17,92 Hektoliter Korn. 3. Die Bau- und ülnterhallungs- pflicht an der Pfarrhofreite zu Södel. 4. Des­gleichen an der Pfarrhosreite Mendel. Die Lei­stungen zu i und 2 werben ohne Angabe von Gründen seit 1923 trotz Mahnung nicht erfüllt und die Dauverpslichtungen zu 3 und 4 werden nur unter Vorbehalt und ohne eine Verpflichtung anzuerkennen, erfüllt. Hierüber ist in den er­wähnten Kirchengemeinden eine Beunruhigung eingetreten und sie werben auf den Rechtsweg gegenüber dem Staat gedrängt. Seit vielen Jahr­hunderten bestehen diese Verpflichtungen. Weder das ehemalige Kloster Ilbenstadt, noch dessen Rechtsnachfolger, der Graf Llltlein'mgen-Wester- bürg haben jemals die Leistungen bestritten oder ihre Erfüllung verweigert. Der hessische Staat tut dies. Wir fragen die Regierung, was sie zu tun gedenkt, um diesen Beschwerden abzuhelfen.

Kunst und Wissenschaft.

Hochschulnachcichlen.

WEN. Marburg, 22.Iuni. Zum Nachfolger des Professors G. Kaßner aus dem Lehrstuhl der pharmazeutischen Chemie an der Universität Mün­ster ist Dr. pnil. Friedrich von Bruchhausen, Privatdozent und Assistent am Pharmazeutischen Institut der hiesigen Umversität ausersehen.

Aus aller Welt.

Ein Darmstädter hochschulprafessor in der Tscheche» interniert

Professor Eberhardt von der Technischen Hochschule in D a r m st a d t nahm mit dem Frei­ballonDarmstadt" als Führer und dem Ballon- meister Butler und Direktor Deku (Darmstadt) als Passagier an dem internationalen Freiballonwett­flug in Münster teil. Der BallonDarmstadt" stieg als erster auf unb mußte nach etwa 14ftünbiger Fahrt landen. Infolge dichten Nebels war dem Führer eine genaue Orientierung nicht möglich. Die Landung erfolgte etwa 30 Kilometer von der Grenze | bei Saaz in der Tschechoslowakei. Während es

den werden, nur Sache der Gerichte sei. Der Redner richtet die Frage an die Regierung, ob die Beamten bei den Haussuchungen nach dieser Bestimmung gehandelt haben. Die Regierung möge darauf antworten und die Beamten, die sich vergangen haben, zur Verantwortung ziehen. Der Redner schließt mit der Erklärmrg: So sehr wir die Arbeit der Polizei anerkennen, so wenig Zutrauen können wir zu ihrer politischen Füh­rung haben, lBravo rechts. Zuruse auf der Rechten: Die Regierung schweigt!)

Abg. Jasper (Komm.): 3m vorliegenden Etat erfolgt keine Sicherstellung der Deamten- rechte der preußischen Polizei. Vielmehr wird die Unsicherheit nur noch ausgedehnt auf die Landjägerei. Wir warnen die Polizeibeamten vor der Zustimmuirg zu den sog. Reuerungen. Wir erheben ferner Einspruch gegen die Auf­rechterhaltung der Kasernierung der Polizeibeam­ten und gegen die unsinnig ausgedehnten Feld- bienftÜbungen. Zum Schlüsse verlangt der Red­ner, dah die Besoldung der Schupobeamten sofort bei Dienstantritt erfolge.

Abg. Bartels (Dem.) weist den Vorwurf zurück, daß die Kriminalpolizei bei den jüngsten Haussuchungen ihre Befugnisse Überschritten habe, denn wenn auch nur der Verdacht hochverräte­rischer Handlungen vorliege, stehe der Kriminal- Polizei das Recht zu, einzuschreiten. (Sehr wahr! links.) Es sei eigenartig, daß ein preußischer Richter es fertig bekommen habe, die beschlag­nahmten Papiere wieder freizugeben, obwohl, er wußte, dah das Verfahren bereits vom Reichs­gericht eingeleitet worden war.

Abg. Schwenk- Oberhausen (W. Vgg.) unter­stützt die Beamtenwünsche. Die Polizei hat heitte einen viel schwereren Dienst als früher, der allein schon durch die gesunkene Volksmoral bedingt ist.

Ministerialdirektor A b e g g : Der herben Kritik an der Leistung der Polizei kann ich nicht zustim­men, denn wenn die Polizei gut ist, die doch von

einem wollcnbruchartigen Regen über Derlin niederging, hat der Blitz an zahlreichen Stellen eingefchlagen. Verschiedentlich wurden große

Schwere Gewitter in Dresden.

3m Lause des Dienstags sind über Dresden mehrere Gewitter niedergegangen, die von hef­tigen Regengüssen begleitet waren. Der Blitz schlug in der Reustadt in die Oberleitung der Straßenbahn, so daß der Verkehr fast zwei Stun­den unterbrochen werden muhte. Das Hoch­wasser der Elbe ist im Abflauen begriffen- ihr Pegelsiand betrug am Abend 3,90 Meter.

Erdrutsch im Schwarzwald.

3n der Rähe des Dorfes Zizenhausen (Amt Stockach) sind als Folge der großen Rieder- schlage der letzten Woche umfangreiche Erbmassen ins Rutschen gekommen, die sich langsam zu Tale schieben. Zwei Gebäude, die rechtzeitig geräumt werden Formten, wurden verschüttet.

Schwerer Anfall.

3m Spessartdorfe Habichtsthal hatte ein 25 Jahre alter Monteur gerade feine Arbeit am T ra > iss orrnat or en Hous beendet, als der Vlih in die Hochspannungsleitung schlug. Der junge Mann stürzte aus vier Meter Höhe ab und» wurde mit schweren Brandwunden und Rippen- brüchen geborgen. Die Entladung war so stark, daß zwei Burschen, die sich nahe des Turnres auf­hielten, an Ohren und Händen Brandwunden er­litten.

Aus dem Zuge gestürzt.

Aiis Wiesbaden wird gemeldet: Am Sonntagnachmittag ist ein" 21jähriges junges Mädchen aus Oberlibbach zwischen den Stationen Eiserne Hand und Hahn-Wehen aus dem Zuge gestürzt. Dabei wurde ihm der rechte Arm glatt abgefahren.

Selbstmord auf dem Friedhöfe.

3n Heidelberg hat sich auf dem Becgfriedhos der 30jährige Lokomotivführer Emst Schmidt aus Lebeiisuberdmß am Grabe seiner ersten Frau erschossen. Zwistigkeiten mit seiner zweiten Frau sollen den Unglücklichen zu der Tat getrieben haben.

Beim Restausheben tödlich verunglückt.

Aus Bonn wird gemeldet: Der zwölfjährige Sohn einer Familie iit Kamp erkletterte einen Mast der Starkstromleitung um ein Vogelnest auszunehmen. Der 3ungc kam mit dem Stark­strom in Berührung und fiel tot zur Erde. Ein anderer Knabe, der ebenfalls den Mast bis zur Hälfte erklettert hatte, kam ohne Verletzungen davon.

Versteigerung geschmuggelter Teppiche.

Von Wiesbadener Zollbeamten wurden kürzlich 37 echte Perserteppiche beschlagnahmt, die aus Bel­gien in dos besetzte Gebiet hineingeschmuggelt wor­den waren und dort veräußert werden sollten. Diese Teppiche sind nun in Wiesbaden auf Anordnung des Haupizollamtes öffentlich verfwigert worden, und zwar unter für dieKäufer außerordentlich günstigen Umständen, da diese zu sehr günsttgen Preisen ab­gingen. Auch in Mainz sind seinerzeit 31 Teppiche beschlagnahmt worden, die demnächst ebenfalls zur Auktion gelangen werden. Der gesamte Wert der Teppiche dürfte sich auf rund 60 000 Mk. belaufen.

WettervorarLHMge.

Wolkig bis heiter, tagsüber warm, sonst kühl, noch Neigung zu Regenschauern, aber in der Haupt­sache trocken.

Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 23,4 Grad Celsius, Minimum 7 Grad Celsius. Heutige Morgentemperattir 13,5 Grad Celsius.