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Staöt ein lebhaftes Interesse an der Schaffung die­ser Verbindung. Nun hat der Kreis infolge Mangels an Mitteln den Bau einstweilen zurüekgestell:. Wie verlautet, will das Feldbereinigungsamt jefci von der Bereitstellung des Geländes Abstand neh­men, eine Maßnahme, die wenig verständlich wäre, zumal sich bann einem späteren Straßenbau Schwie­rigkeiten in den Weg stellen würden. Was zur Zeit dem Kreise nicht möglich ist, kann vielleicht die Pro- uinj ausführen, die ab 1927 die Wege übernimmt. Die zur Zeit bestehende Gelegenheit der Gelände­bereitstellung sollte nicht versäumt werden, damit einem späteren Wegebau in der bezeichneten Rich­tung freie Bahn geschaffen wird. Forstassessor Bruchhäuser von der hiesigen Fürstlich Stol- bergschen Forstvcrwaltung gelang es, in dem Di- sirikl Schwungstein ein Waldschnepfe zu er­legen.

Mrciö Alsfeld.

Alsfeld, 22. März. Unter der Leitung des Vorsitzenden der D c u t s ch n a t i o n a l e u Volks- .»a r t e i im Kreise Alsfeld, Barons Riedese 1- Zlltenburg, sanden nm Samstag zwei Versammlun­gen statt, in denen der Landesgeschäftsführer Dr. Brehm- Darmstadt überDie politische Lage im Reich und in Hessen" sprach. Am Nachmittag war eine Mitgliederversammlung in Alsfeld, die in ieressante Darlegungen des Referenten über die Fortschritte des Deutschnationalen Arbeiterbundes in Hessen und über die bevorstehende Neubesetzung des Postens des Parteioorsitzenden .in Berlin brachte. Auch das Ergebenis des Volksbegehrens wurde kri­tisch beleuchtet und als keineswegs maßgebend für die endgültige Entscheidung bezeichnet. An der nach­folgenden längeren Aussprache beteiligten sich u. a. die Herren öä) (egelberger und Arntsgerichts- rat Ber ck. Die Abendversammlung in Rain- rod nahm einen sehr anregenden Verlauf. Nach dem Vortrag des Herrn Dr. Brehm suchte ein Redner die deutschnationalen Sparanträge zum Staatshaus­halt, soweit sie die Volksschule betrafen, im Sinne der Linken anzugreifen. Der Referent und Landwirt Karl Steuer nagel wiesen demgegenüber auf die katastrophale Finanzlage in Hessen hin. Sehr inter­essante Auseinandersetzungen galten der Umlegung der allgemeinen und der örllichen Kirchensteuer und der Frage der Aufhebung von staatlichen Ober- förftereien, die von Baron R i e d e s e 1 als finan­ziell unzweckmäßig bezeichnet wurde. Auf Ausfüh­rungen des Lehrers Reul, der sich gegen übertrei­bende Gerüchte über die Höhe der Lehrergehälter wandte, antwortete der Referent zustimmend. Die unteren und mitüeren Beamtengehälter seien keines­wegs zu hoch, wohl aber sei die Zahl der Beamten, besonders in den höchsten Staatsstellen, infolge eines verfehlten Verwaltungsaufbaues nach dem Umsturz viel zu hoch und müsse einigermaßen auf den Vor- triegsstand zurückgefvhrt werden. Die starkbesuchte Versammlung, in der sich auch zahlreiche Steinbruch­arbeiter befanden, folgte allen Ausführungen, vor­nehmlich denjenigen des Referenten über die sozial­politische Einstellung der Deutschnationalen, mit großem Interesse.

Kreis Lauterbach.

6 Lauterbach, 22. März. In dem Lokale zunrJohannesberg" tagte der Kreisrechner­verband. Rechnungsrat Bechtold hielt einen Dortrag über die Geschäftsführung der Gemeinderechner. An Stelle des verstorbenen Ver- bandsvorsihenden Frih-Erainfeld wurde Ge° mcinderechner Wahl- Angersbach gewählt. Der Dorstand, dem außer dem Vorsitzenden die Ge- ineinderechner Gabriel- Ilbeshausen und Kurz-Schadges angehören, wurde um drei Mit­glieder, Stadtrechner Hühn-Schlitz, Schnell- Lauterbach und Leinberger -Herbstein, er­weitert. Die Derbandsbeiträge wurden auf jähr­lich 1,50 bis 3,50 Mk. sestg^eht.

Starkenburg.

WSR. Babenhausen, 22. März. In der hiesigen alten S t a d t k i r ch e, die kürzlich unter Denkmalschutz gestellt wurde, hat man einen äußerst wertvollen runsthistorischen Fund gemacht. Auf Deranlassung des Denk­malspflegers für Starkenburg, Prof. Meißner, wurde eine Untersuchung der Wände vorgenom­men, und zwar mit einem überraschenden Er­gebnis. Fast an allen Wänden kamen unter dem Verputz gut erhaltene Wand­gemälde zum Vorschein, die zum Teil von großem künstlerischen Werte sind. Hoffent­lich werden die Gemälde wieder hergestellt und dem ehrwürdigen Gotteshaus, das auch ein

Die tolle Herzogin.

Roman von Ernst Klein.

Copyright by Carl Sünder, Verlag, Berlin.

23. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Mitten im Satze wandte er sich ab und eilte davon. Eben bog die Frau in Charles Street ein er durfte sie nicht verlieren. Mit raschen, ener­gischen Schritten ging sie über St. James Square, King Street und Sarnes Street auf Piccadilly hin­auf. So ging nur jemand, der ein Ziel vor sich hat. Er mußte wissen, welches dieses Ziel war. Einen Augenblick protestierte der Stolz des englischen Gen­tlemans in ihm gegen dieses Spionieren. Lord Ne­ville verfluchte sich selbst, daß er es tat aber er tat es.

Finster lag Berkeley Square. Finster Deoon- shire House mit seinem Garten. Finster der Park auf dem Platze. Trübe und leblos schimmerten die Laternen durch den dicht herniederströmenden Regen. Die Verfolgte beschleunigte ihre Schritte. Lief letzt beinahe. Bog um den Garten, überquerte die Straße und steuerte aus eines der alten Häuser zu, die auf der anderen Sette standen.

Lord Neville blieb am Gitter des Parkes stehen. Mit verhaltenem Atem blickte er der Frau nach. Kalte Wut kochte in ihm--Sie kannte augen­

scheinlich das Haus, das ihr Ziel war!

Ein Polizist stapfte, in seinen Regenkragen ge­mummt, dröhnend vorbei. Verwunderten Auges sah et den großen, eleganten Mann, der ohne Schirm, ohne auf den infernalifdjen Regen zu achten, sich im Schatten des Parkes hielt und über die Straße spähte. Der Polizist blieb stehen, folgte dem Blick des sichtlich aufgeregten Mannes.--

So fügte fia) ein Glied zum andern. So formte sich die Tragödie. Von der Minute an, ba Lady Grace den ersten koketten Blick mit Las Valdas wechselte, bis zu dem Augenblick, wo der stämmige Policeman aus halb beruflicher, halb menschlicher Neugierde stehen blieb, um den sich so auffällig ge­bärenden Gentleman zu beobachten. Zufall? Alles wirklich nur Zufall? Zum Teufel mit diesem Wort! Mit diesem Begriff, der hohl ist und dem Geschick verweigert, was ihm gebührt. Wie sagte sich Lord Neville, als er das Auto wenden ließ und die Jagd

Altarschnitzwerk ersten Ranges aufweist, zu feinem alten künstlerischen Schmuck verhelfen. Die Kirche ist ein altes gotisches Bauwerk; sie wurde 1472 von Graf Philipp I. von Hanau erbaut, der 1477 in Babenhausen seine Residenz errichtete und die Stadt zu hoher Blüte brachte. In dem Chor der Kirche befindet sich auch die Gruft der Grafen von Hanau mit mehreren Grabsteinen: und Wappen.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

J Wetzlar, 22. März. Außer dem bereits gemeldeten Ankauf des Wohnhauses des Gärt­ners Linsenmeier, das wegen der Verbreite­rung der Wuhlgrabenstr. niedergelegt werden soll, hat die Stadt vor einigen Tagen auch das frühere Groß'sche Haus in der Silhöferstraße für den Preis von 33 000 Mark erworben. Das Haus ist für die Stadt schon deswegen wertvoll, weil "bei einer für später vorgesehenen und un­bedingt erforderlichen Anlegung einer Umge­hungsstraße von der Linierstadt nach der

Langgasse bzw. nad> dein Bahnhof und einer Ucijerßrüdunfl der Lahn im Laufe die­ser Linie die Riederlegung auch dieses Hauses u. 11. in Frage kommt.

O Riederkleen, 22. März. Zu der hiesigen Iagdverpach tung hatten sich, zahl­reiche Pachtlustige, darunter besonders auch von Butzbach, Bad-Rauheim und Frankfurt a. M., eingefunben. Es wurden folgende Gebote ab­gegeben: für den Bezirt 1 (links des Klerbaches) Friedrich Stoll, Bad-Rauhcim 1200 Rm.. Karl Reuter, Riederkleen 1180 Rm.. Ludwig Kreh, Butzbach 1170 Rm.: für den Bezirk 2 lrechts dcs Kleebaches) Karl Reuter, Ricderkleen 350 Rm.. Karl Düringer, Butzbach 340 Rm.. Hotel­besitzer Fricke. Butzbach (Hess. Hof) 330 Rm. Bei der Ausbietung des G es amt bezi r t es betrugen die drei letzten Gebote: Ludwig Kreh, Butzbach 1730 Rm., Karl Reuter. Riederkleen 1720 Rm., Maschinenfabrikant Tröster, Butz­bach 1710 Rm. Die Größe des Bezirk 1 beträgt 264 Hektar Wald und 367 Hektar Feld. Bezirk 2 umfaßt 32 Hektar Wald und 220 Hektar Feld. Die Zuschlagserteilung steht noch aus.

Turnen, Sport und Spiel.

Turnen.

Frauenturnen

im Turngau Hessen (D. T.)

= Gießen, 22. März. Wie aus dem gestrigen Bericht über den Gauturntag heroor- geht, sindet das diesjährige Gau-Frauen­wetturnen des Turngaues Hessen erst nach tnrni Gauturnfest statt, und zwar am 29. August in Grünberg. Die Wettkampfübungen sind jetzt bereits vom Gausrauenturnwart Paul (Gießen) herausgegeben worden. Es wird in vier Stufen geturnt. Für die Turneri nnen-Oberstufe und die Turnerinnen-Llnterstufe ist ein 9- und ein 6-Kampf vorgeschrieben, für die beiden 3u- gendturnerinnen-Stusen ein 9-Kampf. Als volks­tümliche Hebungen für die 9-Kämpfe wurden 75-Meter-Lauf, Hochsprung und Dallweitwurf be­stimmt. Der 6-Kampf seht sich nur aus Geräte­übungen und einer der allgemeinen Freiübungen als Pflichtfreiübung zusammen. Die vier all- gemeinen Freiübungen bevorzugen int ersten Teil schwunghafte und straffe Formen im Wechsel, im zweiten Teil Hüpfübungen. Als Massenvor­führung werden sie ihre Wirkung zweifellos nicht verfehlen. Ausgetragen wird auch ein volks­tümlicher Dierkampf, bestehend aus 75-Meter- Lauf, Hochsprung, Kugelstoßen, 334 Kg., Weit- sprung.

Fußball.

5p. u. 5p. V. Saiger I 5p. V. Seuchelheim 11:4.

Beide Mannschaften sind 8-Meister, Haigcr tx>n der Dill-Gruppe, Heuchelheim von der Gruppe Gießen. Man war daher gespannt auf den Ausgang des Spieles. Doch Haiger ent­täuschte; es war nicht in der Lage, ben Heuchel- heimem ein gleichwertiges Spiel zu liefern. Heuchelheim übernahm von Anfang an die Füh­rung und gewann leicht mit 4:1 Toren. Der Sturm gefiel sehr gut und konnte durch schönes flaches Kombinationsspiel die vier Tore erzielen. Bei Haiger gefielen nur die beiden Verteidiger. Das Spiel fand in Haiger statt und war durchaus fair.

In Heuchelheim spielten V. f. D. Aßlar I Sp. V. Heuchelheim ll 3:1. V. f. D. Aßlar Ju­gend Sp. D. Heuchelheim Jugend 2:1.

Mitteldeutsche Ergebnisse.

In dem Fußballspiel in Leipzig am Sonn­tag errang in einem Freundschaftsspiel der Ver­ein für Bewegungsspiele den haushohen Sieg über Spielvereinigung mit 7:0.

In der Runde der zweiten siegle Olympia- Germania Leipzig über Schwarz-Gelb Weißen­fels 6:0.

Der Meister von Rordwest-Sachsen Fortuna Leipzig kämpfte in Riesa mit dem dortigen Sport­verein uni> siegte mit 4:3, wodurch sich Fortuna Wetter für das Dorendspiel der Mitteldeutschen Meisterschaft qualifiziert hat.

in i in i 11aem

begann? Bestimmung? Das ist es Bestimmung! Wir Menschen sind ja so armselige Narren, olle mit­einander, und um so armseliger und lächerlicher, je größer und mächtiger wir uns dünken!

Lord Neville und zwanzig Schritte hinter ihnt der Schutzmann sahen die Frau in den kleinen Vor­garten des Hauses 26 treten, die zwei Stufen zum Eingang hinaussteigen und läuten. Sie wurde augen­scheinlich erwartet, denn gleich darauf wurde es im Erdgeschoß hell der Schatten eines Mannes er­schien hinter der Mattscheibe der Eingangstür. Diese wurde etwas geöffnet die Frau schlüpfte hinein. Das Licht verlöschte.

Lord Neville stieß einen wilden Fluch durch die Zahne und sprang vorwärts. Der Polizist rückte ihm nach und nahm nun seinen Posten an der Gitterecke ein. Einen Augenblick streifte Lord Neville durch den dämmerigen Lichtkegel seiner Laterne. Verdammt! Der Polizist stutzte--das Gesicht hatte er doch

schon einmal irgendwo gesehen in einer Zeitung oder so--?

16. Kapitel.

Las Valdas selbst war es, der Gloria öffnete. Er batte seinen Diener fortgeschickt soviel Diskretion hatte er wenigstens. Da Gloria einen dichten Schleier trug, konnte er nicht erkennen, daß sie es war.

Bitte einzutreten!" sagte er und zog die Tür zu denr erleuchteten Arbeitszimmer aus, das als zweites zur linken Hand in der kleinen, schmalen Halle lag. Höhnisch war seine Verbeugung: kalt, feindlich seine Stimme. Unwillkürlich griff Gloria nach dem Re­volver, den sie entsichert in der Manteltasche stecken hatte. Ihr war es lieber so.

Sie trat ein und warf einen raschen Blick um ich. Die Einrichtung, üppig, mit vielen Frauenbil- ?ern und -Photographien interessierte sie nicht. Sie ah sich den Platz selbst an. Der Schreibtisch stand zwischen den beiden Fenstern, an der rechten Wand ein großer Rokokoschrank. Vor dem Tische eine breite Ottomane mit vielen hellen Seidenkissen. Ein ara­bischer Rauchtisch davor--Den Fenstern gegen­

über die Tür zum Vorderzimmer, durch einen mäch­tigen Kelim verhängt. In einer Minute hatte sie das alles erfaßt, sich eingeprägt. Sic schlug den Schleier empor--

Las Valdas fuhr zurück.

Sie?"

Leichtathletik.

Leichtathletik-Abteilung der 5pielvereinigung 1900.

Die Leichtathleti kabteilung der Spielvereini­gung 1900 wollte ihr diesjähriges Wintertrai- ning nicht beenden, ohne vorher mit der Vorfüh­rung des Traunngbetriebes an die Öffentlich­keit (wenn auch nur im Rahmen eines Eltern­abends) getreten zu fein. Das geschah durch den in der Turnhalle der Stadtknabenschulc abge­haltenen Halle nabend. Das Dargebotene sollte darauf abzielen, den Zuschauern zu zeigen, welche Arbeit geleistet worden ist, und weiterhin bei ilynen Interesse und Verständnis zu wecken, sowie das Band zwischen Elternschaft und Ver­ein enger zu knüpfen. Das dürfte, wie aus dem reichen Beifall der Zuschauer und aus den Aus- füh.ungen von Prof. H u n t e m ü l l e r am Sck.luh des Abends zu entnehmen war, der Abteilung mehr als gelungen sein. Besonders soll hier ein in den Darlegungen von Prof. Huntemüller enthaltener Gedanke festgelegt werden, der in der ethischen Auswertung des Abends das Haupt- moment bildet: Ein Sportverein darf seine Mis­sion nicht darin erfüllt sehen, nur auf den Spiel­feldern einer mehr oder weniger großen Oeffent- keit gegenüber in die Augen springende Erfolge zu erringen, sondern er muß auch unter Hint- antstellung, seiner eigenen Interessen darauf be­dacht sein, seinen Mitgliedern, insbesondere den Jugendlichen, die körperliche Allgemeinausbildung angedeihen zu lassen, die sie erst zu wahren Sportleuten macht.

Rach einer kurzen Begrüßungsansprache des 1. Vorsitzenden der Sp.-Vgg. 1900, K. Mül - l e r, wurden von der Gesamtabteilung die Haupt-- Übungen der Grundghnmastik vorgesührt, deren Zweck der 1. Trainingsleiter, A. Wallen­fels, in großen Umrissen erläuterte. Es folgte dann die Ghmnasttk an Geräten, wodurch ein­mal eine Ausbildung des ganzen Körpers, an­dererseits eine Stärkung einzelner Körperteile hervorgerufen wird, wie Medizinball-Werfen, Seilspringen, Gewichtreißen usw. Man ging dann zur Zweckgymnastik für Werfen. Stoßen, Sprin­gen und Hürdenlaufen über. Als Kapitel für sich wurde der besonders wichtige Stillauf be­handelt. Es wurde in seinen einzelnen Phasen sowohl den älteren, durchgebildeten Leichtathle­ten, als auch von den jüngeren, noch nicht sehr fortgeschrittenen Mitgliedern der Abteilung ge­zeigt. Richt vergessen wurde die Vorführung der Selbstmassage in ihren verschiedenen Formen, weil sie einen wichtigen Faktor für den Leicht­athleten darstellt.

Aus den gezeigten, von 21. W allenfels in mustergültiger Weise ab gewickelten Darbie­tungen muhte man den Eindruck gewinnen, daß eine Weiterentwicklung auf dieser Grundlage die Leichtathletik-Abteilung der Sp.-Vgg. 1900 in nur günstigem Licht erscheinen lassen wird.

Ja ich. Ich bin im Austrage meiner Schwe­ster hier, um die Briese abzuholen, deren Heraus­gabe Sie ihr versprochen haben."

Der Portugiese zog eine hämische Grimasse. Sein hübsches, dunkles Gesicht wurde für einen Moment durch den Haß entstellt, der aus jeder seiner Mienen hcroorbrach.

Habe ich das?" knirschte er.

Ja, das haben Sie! Ick; will mich nicht weiter damit oufhalten. Ihnen zu sagen, was ich über Sie denke ich verlange die Briefe und das Doku­ment. Ich bin bereit, Ihnen zu zahlen, was Sie ver­langen."

Das Dokument! Ha Sic Närrin!"

Er ließ die Maske fallen. Der elegante, verführe­rische Salonmensch verschwand, die widerliche, heim­tückische Bestie blieb.

Das Dokument! Ja, wenn ich das hätte!" schrie er.

Haben Sie es schon verkauft? Wo kann ich es zurückkaufen?" Aeußerlich war sie ruhig, eisig kalt. Aber in ihr tanzten dis Nerven--

Hüten Sie sich, Frau Herzogin!" Und lauter, greller ward seine Stimme.Ich bin nicht in der Laune, so mit mir sprechen zu lassen! Das Dokument, das mir Ihre schöne, liebenswürdige Schwester aus- geliefert hat, ist mir gestohlen morde n."

Was sagen Sie?" ~

Eine milde Freude sprang in ihr auf. Sollte noch in letzter Minute eine Hoffnung möglich sein? Der Mann mar um den Lohn feiner Schurkentat geprellt morden er sprach die Wahrheit. Das sah sie an seiner sich selbst vergessenden Wut.

Aber wer--? Wer hatte das getan? Grace?

Nein! die hätte sie sonst nicht so abfahren lassen. Aber wer? Wer ?

Sie lachte.Das ist interessant! So sieht demnach ein betrogener Betrüger aus!"

Er stierte sie einen Auaenblick lang an, als wollte er auf sie zuspringen. Seine weißen Zähne tnirsch- ten aneinander, seine Hände ballten sich. Hoch auf­gerichtet stand sie da und wartete--

Doch er bezwang sich. Etwas war in der Hal­tung dieses schönen, stolzen Weibes, das ihm mit einem Male Furcht cinslößte. Trotz seiner blinden Wut sah er, daß sie nur aus einen Angriff wartete. Was hielt sic mit der Hand in der Tasche ihres Man­tels umspannt--?

Radsport.

Radrennen in Frankfurt.

Die Frankfurter Radsaison wurde am Sonn­tag durch ein großes Trainingrennen eröffnet, das iehr gut besucht war. Man sah spannende Kämpfe.

Das. erste Rennen war offen für Fahrer, die noch keinen Preis auf der Rennbahn errun­gen haben. Sieger blieb Rud Heuser, 2 M. Schad.

Rach diesem Rennen sand ein Dreier-Rad- ballspiei statt, und zwar zwischen den Mann- schäften R. V. Wanderlust-Bockenheim und Velo- zipedtlub Franffurt, das die Bockenheimer nach abwechslungsreichem Kampfe mit 1:0 beenden konnten.

Interessant war das Vereins-Rlannschasts- fahren über sechs Bahnrunden. Es starteten drei Mannschaften. Sieger blieb der gut fahrende Velvzipedtlub. 2. Sieger Germania Franfurt.

Die Hauptanziehungskraft bot das 2-Stun- demnannschaftssahren nach Sechstageart. das die Zuschauer von Ansang bis zum Ende in Span­nung hielt. Die Fahrer hielten sich sehr gut Es waren für verschiedene Wertungen und Spurts Preise ausgesetzt und dadurch wurde das Inter" esse der Fahrer wachgehalten. Sieger war in diesem Rennen die Mannschaft Emil Müller und Hch. H e ß m e i e r.

Außer einem gelingen Sturz verliefen di< Rennen ohne Zwischenfälle.

Bereinsstratzenrennen.

Frankfurt o. M., 21. März. Heute morgen ging um 855 Ahr an der Sachserchäufer Warte das Vereinsradrennen des Frankfurter Velozipedklubs vonstatten. Die Rennstrecke führte über 30 Kilometer, und zwar über Isenburg. Langen und zurück zur Warte, die von dem Sieger Gugau in der Zeit 54,5 Minuten be­wältigt wurde. 2. wurde Schwarz.

Eröffnung

der Treptower Rennbahn,

Die Treptower Radrennbahn eröffnete am Sonntag mit einem abwechslungsreichen Pro­gramm die Saison auf offenen Bahnen.

Im Preis vr>n Adlershof. einem Dauer- fahren über 15 Kilometer, siegte Kr upkat in 15.11.3 Minuten vor Feja (60 Meter zurück) und dem Belgier Ruysseveldt.

Im Preis von Gimnau über 20 Kilometer wurde Feja in 19.40,2 vor Krupkat (50 Meter zurück) und Ruysseveldt Sieger.

3m Großen Croffnungspreis über 30 Kilo­meter siegte Feja in 30.90,1 vor Krupkat (30 Meter zurück) und Ruysseveldt (600 Meter zu­rück).

Das Cinleitungsfahren der Amateure über 20 Runden mit Wertung in jeder vierten Runde brachte den Sieg von Oskar Rütt mit 15 Punkten.

Das Berufsfahrer- Fliegerrennen über vier Runden gewann Willy Krüger.

Ringen.

Mannschafts - Ringkampf Paris -Duisburg.

Zur Erneuerung der sportliche Beziehungen, hatte sich zum Sonntag die Athletengesellschaft 90 Duisburg-Hochfeld die Pariser Gaumannschaft zu einem Freundschaftskampf verpflichtet. Die Duisburger siegten mit 17:7 Punkten.

Fechten.

Florettmannsch astskamps West- deuts land -5üdwestdeutschland

In Düsseldorf trug am Sonntag im Florett-- mannschaftskampf der Kreis 9 (Mittelrhein) mit 14 Siegen und 44 Treffern gegen Kreis 8 (Rheinland) mit 2 Siegen und 21 Treffern einen sicheren Sieg davon.

Rudern.

Tagung des Kanu-Verbandes.

WER. Am Samstagvormittag begannen im Frankfurter Hof in Frankfurt a. M. die Bera­tungen des Deutschen Kanu-Berbandes.

Er trat zurück. Ganz hinter seinen Schreibtisch er war feig wie alle solche Kreaturen, feig, boden­los feig.

Verzeihen Sie, Frau Herzogin," sprach er nach einer kleinen Pause,ich habe mich vergessen."

Leicht begreiflich, wenn man sich soV* Sie unterbrach sich.Mich interessiert aber auf jeden Fall, was mit dem Papier geschehen ist."

Ich habe keine Ahnung. Ich--doch, pardon,

wollen Sie sich nicht setzen?"

Nein, ich ziehe es vor, stehen zu bleiben. So viel ich weiß, haben Sie sich von dem Dokument, das Ihnen meine Schwester gab, eine Abschrift gemacht. Diese ist Ihnen abhanden gekommen?"

Ja. Ich schrieb den Vertrag aus eines meiner Briefpapiere ab, und tat das Schriftstück in mein Portefeuille. Als ich hier anlangte, hatte ich ein leeres Blatt in der Tasche."

Wieder lachte Gloria'. Aber wer! Wer? Der Um- taujch mußte doch noch in Burnham Tower ge­schehen sein! Wer? Wer?

Las Valdas tarn wieder hinter seinem Schreib­tische hervor. Hanz verändert war jetzt seine Hal­tung. Höhnisch schlich er auf Gloria zu. Schob sich näher und näher.

Sie lachen, Frau Herzogin?" lächelte er.Ge­statten Sie, daß ich Ihre Heiterkeit etwas deplaciert finde? Sie vergessen, daß ich noch ein wertvolles Material in meinem Besitz habe die Briefe der entzückenden Lady Grace."

Ich vergesse das nicht. Was kosten sie?"

,Hm--" Las Valdas nahm eine wohlwollend

nachdenkliche Miene an.Euer Gnaden, Frau Her­zogin, die Tochter eines der reichsten Männer Eng­lands, werden nicht beurteilen können, wie schwer es für einen mit Glücksgütern nicht übermäßig ge­segneten Mann von Welt ist, sich auf dem Standard of life zu erhalten, den er seinem Namen und seiner Stellung schuldig ist. Wenn man nicht im Hause eines vielfachen "Millionärs zur Welt kommt, muß man eben, wen man Ehrgeiz und Selbstgefühl hat, alle Mittel benutzen, die man von der in anderer Hinsicht nicht freigebigen Natur erhalten hot. Sie müffen mein kleines Plänchen, das nun leider miß­glückt ist, nicht von einem persönlichen, sondern wenn ich so sagen darf mehr fachlich absoluten Standpunkte aus betrachten"

(Fortsetzung folgt;)