Worum glaubt man nur bei bet Forstverwal- tuna auf den Stand von 1879 zurückgchcn zu müssen?
2. Die im Voranschlag wie seither emgestell- ten 27 Hilfskräfte (Oberförster o. R. und Forstassessoren) will der Fmanzaus'chuß um 10 vermindern. Der Abstrich von 10 Hckfsbeamten bedeutet, daß 143 000 Hektar Staats- und Gemeindewald in Hessen weiterhin ohne Forst- e i n r i ch t u n g bleiben soll. 3m Staatswald muh dann eine Wirtschaft getrieben werden, die weder über Vorräte noch über Abnutzung Rechenschaft geben kann. Die Gemeinden aber haben im Hinblick auf die in Hessen bestehende staatliche Veförsteruna einen rechtlichen Anspruch darauf, das; ihr wertvolles, in ihren Waldungen angelegtes Vermögen nicht einer derartigen planlosen Wirtschaft ausgeliefert wird.
3. Die Fahrkosten im Gesamtbeträge von 77 400 Mark für alle hessischen ForstLinter sind das Allermindeste, um die Leitung und Kontrolle des äußeren Dienstes aufrechtzuerhalten. 3m Rahmen der von der Forstverwaltung getätigten Gesamtumsätze betragen sie nur 0.4 Pro;.! Welcher privatwirtschaftliche Betrieb arbeitet derartig sparsam?
4. Der Dien st aufwand, den der Finanzausschuß völlig streichen will, stellt die Vergütung für den Mehraufwand bei auswärtigen Dicnstgeschäften dar. Er ist die pauschale Abgeltung für die Bezirkstagegelder. Warum erfolgt vieler Abstrich einseitig nur bei den Forstver- waltungsbeamten?
5. Der Revierverwalter kann den Außendienst nur dann pflichtgemäß ausführen und Höchsterträge erzielen, wenn für ausreichende und gut vorgebildete Schreibkräfte Sorge getragen ist. 3eder Abstrich an Schreibkräften bürdet dem bereits überlasteten Revierverwalter Schreibarbeiten auf, die ebensogut von billigeren Kräften ausgesührt werden können, und entzieht ihn her produktiven Tätigkeit im Walde."
Parlamentarisches aus Hessen.
Die Deutsche L o l k s p a r t e i hat im Land- t a g beantragt: Der Landtag wolle beschließen, die Negierung zu ersuchen, bei der Reichsregierung darauf hinzuwirken, daß in dem geplanten A r - beitslosenverficherungsgeseh d i e Pflicht der Erwerbslosen zu einer b e - st i m m t e n A r b e i t s l e i st u n g gemeinnütziger Natur nicht nur nicht beseitigt, sondern zwingend fe st gelegt wird. — Die Tatsache, daß die nach den jetzigen gesetzlichen Bestimmungen von jedem Erwerbslosen zu leistende Pflichtarbeit vielfach nicht gefordert wird, hat bei der Bevölkerung, nicht zuletzt bei dem nicht erwerbslosen Teil der Arbeiterschaft, berechtigte Mißstimmung hervorgerusen. Um so mehr muß es befremden, daß in dem Entwurf des Ar- beitslosenversicherungsgesetzes die Pflichtarbeit praktisch beseitigt wird. Der Einwand, daß die Pflichtarbeit mit dem Wesen einer Versicherung nicht vereinbar sei, kann nicht durchschlagen, wenn man bedenkt, daß öffentliche Mittel auch nach Erlaß des Versicherungsgesetzes in erheblichem Umfange beansprucht werden, und wenn man berücksichtigt, daß wir in einer Not- ze i t leben, in der jeder Gesunde und Arbeits- sähige sein Teil dazu beitragen muß, Aufgaben gemeinnütziger Natur lösen zu helfen.
Auf den Antrag des Abg. Dr. Werner unb Genossen, die Stellung der Regierung zu einem Mehrheitsbeschluß deS Landtags in der FortbildungSschulfrage, hat das Landesamt für das Dildungswesen folgende Antwort erteilt:
Dem vom Landtage am 10. 3uli mit Mehrheit angenommenen Antrag Dr. Werner, Dr. Keller und Dr. von Helmolt kann nicht, wie im Anträge gesagt ist, durch eine Abänderung der Ausführungsbestimmungen entsprochen werden. Art. 23 des Volksschulgesetzes bestimmt eindeutig, daß Schüler und Schülerinnen, die nus der seither besuchten Lehranstalt' im 10. Schuljahre auStreten, bis zum Abschluß des 11. Schuljahres zum Besuche der Fortbildungsschule verflichtet sind. Hieraus ergibt sich, daß die Durchführung des Antrages eine Gesetzesänderung zur Voraussetzung hat. Rach Art. 71 V. Sch. Ges. mit der Ausführung des Dolks- schulgesetzes beauftragt, habe ich für die Ausführung des Gesetzes die volle Verantwortung zu tragen. 3ch habe deshalb die größten Bedenken, den in Frage stehenden Beschluß des Landtags ohne vorausgegangene Gesetzesänderung durchzuführen.
3ch bin jedoch bereit, in weitestgehender Auslegung des Art. 23, Satz 4V. Sch. Gef. die Schüler und Schülerinnen mit Obersetundareife vom Besuche der Fortbildungsschule allgemein überall da zu befreien, wo eine di e gesteigerte Allgemeinbildung der Schüler berücksichtigende Fortbildungsschulklasse oder eine ihrem Berufe entsprechende Fachklafse nicht vorhanden ist.
Der deutschnationale Landtagsabgeordnete Dr. Werner bittet uns zur Ergänzung seines Antrags im Finanzausschuß mitzuteilen, daß er beantragte, den Gemeinden die Volksschullasten unter Zuweisung von entsprechenden Steuern zu überlassen.
2lus der Provinzialhauptstadt.
Gießen, den 23. Februar 1926.
Unser neuer Roman,
mit dessen Abdruck wir morgen beginnen, ist ein Werk, das für den gesamten Kreis unserer Leserinnen und Leser interessantester Anziehungspunkt und eine von Tag zu Tag mit gesteigerter Spannung erwartete und verfolgte Lektüre werden durste:
„Die tolle Herzogin"
von Ernst klein
ein moderner Abenteuerroman, der, in einem ungemein zwingenden und tatsächlichen Stil geschrieben, von den Lebensschicksalen eines Offiziers erzählt, den der große Krieg aus der vorgeschriebenen Bahn geworfen und in die weite Welt verschlagen hat, mitten hinein in die Schauplätze und wechselnden Stationen einer überaus fesselnden, verdichteten und verschlungenen Handlung: Alexandrien — London — Ostende. Die große Gesellschaft, die große Liebe, die große Politik, Spielerglück und Verbrecherjaad — das sind die Elemente, die unsere neue Geschichte bewegen. Ihre Menschen haben bei aller Romantik und Abenteuerlichkeit ein seltsam wirkliches Gesicht, ihre Begebenheiten den mitfüh- renden, schwingenden Rhythmus einer stürmischen Zeit.
Der fröhliche Weinberg.
Zur Aufführung des Lustspiels am Gießener Stadttheater.
Aus dem Stadttheaterbureau geht uns die nachfolgende Zuschrift zu.
Habent sua fala libelli. Aber nicht nur Bücher, auch Theaterstücke erleben manchmal eigenartige Schicksale: jedenfalls kann man dies von Karl Zuck- mayers Lustspiel „Der fröhliche Weinberg" behaupten.
Bevor es noch über die Bretter gegangen war, wurde es viel besprochen, da ihm der diesjährige Klelftpreis zuerteilt worden war. Diese Entscheidung wurde von verschiedenen Seiten bekrittelt, aber cs ist wohl zu begreifen, daß nach Ueberwindung von Symbolismus, Expressionismus und anderen Ismen, nachdem auch die jüngsten „Dichter" mit ihren Werken voll erotischen Gestammels und snobistischer Konstruktionsdramatik sich nicht als die Retter des deutschen Theaters erwiesen hatten, man auf einmal eine ganz andere Richtung ermuntern wollte.
Zuckmayer nennt sein Stück ein „Lustspiel": er hat damit einen Irrtum begangen und überflüssige Vorurteile hervorgerusen. Denn „Der fröhliche Weinberg" ist kein „Lustspiel" in der hergebrachten Bedeutung des Wortes, er trägt vielmehr Züge, bringt Figuren, die sehr an den Schwank, ja an die Posse alten Stils gemahnen. Aber Zuckmayer bringt in seinem Werk, besonders in den beiden ersten Akten, so viel bodenständige Unmittelbarkeit, so viel ed)t empfundenen rheinischen Humor auf die Bühne, daß fein Erfolg wohl zu begreifen ist.
Gewisse Derbheiten und Keckheiten im Dialog und Situation, wie sie die Buchausgabe enthält, sind vom Dichter selber nicht für die Bühne gedacht und für die Aufführung von Intendant und Spielleiter, die sich übrigens Dorstellungen des Werkes an andern Bühnen angesehen haben, gemildert ober ganz gestrichen werden.
„Der fröhliche Weinberg" präsentiert sich also in Wirklichkeit als luftige Milieuschilderung aus dem rheinhessischen Volkslebens im Gewände eines derben Volksstückes, und wenn er auch kein Tummelplatz für Kinder ist, so kann sich der vorurteilsfreie Erwachsene doch recht gut einige Stunden an seinen Trauben erlaben.
Es dürften hier einige Bemerkungen interessieren, die Zuckmayer, der Mainzer ist, in einem in den Mainzer Zeitungen veröffentlichten offenen Brief gemacht hat, als vor einiger Zeit ein Kampf um Die Aufführung des „fröhlichen Weinberg" am Mainzer Stadttheater tobte. Zuckmayer schreibt da u. a.: „Ich habe mein Stück geschrieben, um einfachen. unverbildeten, vorurteilslosen Menschen Freude zu machen, um das einfache starke Lebensgefühl, die Lust an primitiven, natürlichen Empfindungen zu wecken und zu beleben. ... In einem Augenblick, in dem ich über 70 Annahmen in ganz Deutschland, in der Schweiz, Oesterreich, Holland, Skandinavien erreicht habe, fommt es mir nicht darauf an, den Mainzern mein Stück aufzudrängen, wenn sie es nicht wollen."
Unter den 70 Bühnen, an denen „Der fröhliche Weinberg" angenommen ober bereits aufgeführt worden ist, befinden sich die städtischen Bühnen zu Frankfurt a. M., das Landestheater Darmstadt, das Staatstheater Wiesbaden und das Stadttheater Mainz. Wenn das hiesige Stadttheater das Werk nun auch gibt, bleibt es nur seiner Tradition treu, interessante Werke als eine der ersten Bühnen herauszubringen.
Auch in Stuttgart hatte man ursprünglich Bedenken gegen die Aufführung des Stückes. Ueber den Erfolg der am 7. Februar stattgehabten Erstaufführung schreibt das „Stuttgarter Tageblatt": „Der fröhliche Weinberg" wurde bei der Erstausführung mit wachsender Heiterkeit ausgenommen und am Schlüsse von stürmischem, völlig unwider- sprochenem Beifall umjubelt." Hier im Hessenlande dürfte cs ähnlich kommen, zumal die Einstudierung des Werkes in sorgfältigster Weise geschieht und in den Händen eines bewährten, zudem dialektkundigen Spielleiters liegt. H. St.
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Wietzener Wochcnmarktpreise.
Es kostete auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 150 bis 170 Pfennig, Matte 25 bis 35. Käse 65 bis 140. Wirsing 25, Weiß, traut 15 bis 25. Rotkraut 30, gelbe Rüben 25. rote Rüben 20, Spinat 40, Unlerkohlrabi 10 bis 15, Grünkohl 30 bis 35. Rosenkohl 70. Feldsalat 120 bis 150, Endivien 100, Zwiebeln 20, Meerrettich 50 bis 70. Schwarzwurzeln 60 bis 70, Kartoffeln 4 bis 5, Aepfel 15 bis 25, Rüsse 60, junge Hahnen 120, Suppenhühner 120; pro Stück: Eier 10 bis 12, Blumenkohl 60 bis 180, Salat 40, Oberkohlrabi 10 bis 15, Lauch 10 bis 20, Sellerie 20 bis 60 Pfennig.
Vornotizen.
— Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 7.30 Uhr „Sakuntala" (Ende gegen 10 Uhr). — V. D. A.: 8.15 Uhr, Reue Aula der Universität. Lichtbildervortrag. — Gewerkschasts- haus: 8 Uhr, Lichtbildervortrag. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Freies Volk".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Auf die heutige erste Wiederholung des indischen Märchendramas „S a k u n t a l a", das bei der Erstaufführung durch Darstellung unb Ausstattung einen außerordentlich tiefen Eindruck hervorgerufen hat, sei auch an dieser Stelle aufmerksam gemacht. — Herr Julius B a st e, der im zweiten Jahre unserem Theater angehört, ist ab September d. I. an bas Mainzer Stadttheater für fein Fach engagiert worden.
— V. D. A. Vortrag von Ferd. W e ck e r l i n g über bas Thema,, Auf der Donau zu den Do- brudschadeutschen" 8.15 Uhr in der Reuen Aula der Universität.
— Eine Ausstellung niederdeutscher H a n d w e b e r e i e n ist am Mittwoch und Donnerstag im Ausstellungssaal der Buchhandlung Keißner zu sehen. Näheres im heutigen Anzeigenteil.
— Pfarrer Korell spricht am Donnerstagabend im Katholischen Bereinshaus über „Amerika und Deutschland". Näheres in der heutigen Anzeige.
— Frauenbund. Mittwoch und Donnerstag 4 und 8 Uhr im Hotel Prinz Carl Servierkursus. Näheres im gestrigen Anzeigenteil.
— Zweigverein vom Roten Kreuz. Kommenden Donnerstag, 2.5. Februar, nachmittags 5 Uhr, Landgerichtsgebäuise, Saal 52, Mitgliederversammlung.
** Oef f ent liche Radioanlagen sind st e m p e l p f l i cht i g. Rach einer Verordnung der hessischen Regierung unterliegen Radioapparate, die in Wirtschaften der Unterhaltung der Gäste dienen, der Stempelsteuer- Pflicht. Erlaubniskarten erteilt das zuständige Kreisamt.
** Die Entrichtung staat 1 icher G e - iu erbe ft euer betrifft eine Bekannttnachung in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die wir hiermit besonders aufmerksam machen.
** Die Kurzarbeiterfürforge. Der Reichsrat genehmigte eine Verordnung über Kurzarbeiterfürsorge. Danach erhalten Arbeitnehmer eines geweblichen Betriebes, in dem regelmäßig bundestens zehn Arbeitnehmer beschäftigt sind, aus Mitteln der Erwerbslosenfürsorge Kurzarbeiterunterstützung, wenn in einer Kalenderwoche drei, vier ober fünf volle Arbeitstage ausfallen. Die Unterstützungen bürfen in jeder Kalenderwoche beim Aus- fall von drei Arbeitstagen einen Tagessatz, von vier Arbeitstagen zwei Tagessätze und von fünf Arbeitstagen drei Tagessätze der Erwerbslosenunterstützung nicht übersteigen. Die Unterstützung wird höchstens für die Dauer von sechs aufeinanderfolgenden Kalenderwochen gewährt. Sie ist zu versagen oder zu entziehen, wenn dem Kurzarbeiter anderweitige Arbeit nachgewiesen werden kann. Die Verordnung tritt am 1. März in Kraft.
** Keine deutschen Kriegsgefangenen mehr in Frankreich. In mehreren deutschen Blättern sind in der letzten Zeit wieder Nachrichten aiisgetaucht, wonach in Cayenne und in Französisch-Marokko noch ehemalige deutsche Kriegsgefangene festgehalten werden. Diese Meldungen entbehren jeder Grundlage. Die französische Regierung hat wiederholt erklärt, daß außer einem wegen Mordes zu lebenslänglicher Freiheitsstrafe verurteilten Kriegsgefangenen sich weitere Kriegsgefangene in Frankreich oder feinen Kolonien nicht mehr befinden. An der Richtigkeit dieser Angaben zu zweifeln besteht kein Anlaß. Vielmehr haben sich die immer wieder austauchenden Gerüchte über zurückgehaltene Kriegsgefangene bei näherer Nachprüfung stets als unbegründet erwiesen. Mitteilungen der oben erwähnten Art sind nur geeignet, die Angehörigen vermißter Kriegsteilnehmer zu beunruhigen unb Hoffnungen zu erwecken, bie sich nachher als trügerisch erweisen müssen.
Wichtig für Kriegsbeschädigte. Die Kriegerkameradschasl Hassia teilt mit: Kriegsbeschädigte, die auf Grund der Novelle vom 30. Juni 1923 aus der Rentenversorgung ausgeschieden sind (20 Proz.), erhalten eine einmalige Abfindung von 50 Mk., wenn ihr durchschnittliches Monatseinkommen 200 Mark nicht übersteigt. (Steuer, Kranken- faffenbeiträge usw. abgerechnet). Anträge sind umgehend an das Dersorgungsamt einzureichen, weil mit dem 28. Februar 1926 die Frist für diese Anträge abläuft.. Auch läuft an diesem Tage die Antragsfrist für die einmalige Entschädigung von 1000 Mark gegen Rückgabe des Beamtenscheines (Versorgungsscheines) ab, wenn die Besitzer infolge schwerer Leiden den Schein nicht ausnugen konnten.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinden.
Gießen. Stadtkirche. Mittwoch, 24. Februar. Abends 6 Ahr: Passionsgottesdienst. Psarrassistent Hertel.
** Briefsendungen nach dem Ausland richtig freimachen! Trotz wiederholter Hinweise werden immer noch in großer Zahl Briei fenbungen nach bem Ausland von den Absendern unzureichend freigemacht. Volle Freimachung der Sendungen Regt im eigenen Vorteil der Absender, da sie den Empfängern auf diese Weise die Be Zahlung von Nachgebühren sparen, die in der Regel in doppelter Höhe des Fehlbetrags bei der Aushändigung der Sendung erhoben werden. Außerdem laufen die Absender nicht Gesabr, baß die Annahme der Sendungen von den Empfängern wegen der Belastung mit Nachgebühren verweigert wird, und daß die Nachgebühren dann von ihnen eingezogen werden.
** Von der Bezirks sparkasse Gie- ß c n. In her außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde der seit 20 Jahren bei der «Sparkasse als Beamter tätige Kasseninspektor Heinrich Frick aus Gießen zum Kontrolleur und weiteren Vorstandsmitglied gewählt. Nachdem am 16. d. M. seine Verpflichtung durch die Aufsichtsbehörde, das Kreisamt Gießen, ftattgefunben, hat der neuernannte Kontrolleur ferne Dienftgefchäfte nunmehr übernommen. Die Versammluna stimmte dem vom Aufsichtsrat der Sparkasse beschlossenen Ankauf eines kleineren Wohnhauses zwecks Unterbringung eines Mieters des Sparkassengebäudes zu, nachdem sich eine andere Lösung zur Beseitigung des emvsind- lichen Raummangels der Geschäftsräume, erhöhter Kosten halber, als nicht gangbar erwiesen hatte. Im Laufe des Spätfrühjahres wird ein Teil des internen Geschäftsverkehrs, wie Buchhaltung, Registratur usw. in den ersten Stock des Svarkassengeoäu- bes verlegt werben, währenb der Geschäftsverkehr mit bem Publikum sich nach wie vor in ben seit herigen Räumen des Erdgeschosses abwickeln wird.
L Vom Tierschutz-Verein für Hes- s e n werden auch in diesem Jahre wieder Prämien an solche Dienstboten und sonstige Personen verliehen, die sich durch gute Behandlung und gewissenhafte Pflege der ihnen anoertrauten Tiere ausgezeichnet Haden. Meldungen dieser Art müssen an die Ortsvertreter des Vereins gerichtet werden, die sie dann dem Vorstand in Darmstadt einreichen. Für besonders rührige Werbung und den erfreulichen Erfolg hat der Hauptoorstand u. a. den Orts Vertretern Rektor E r b in Lich, Rektor Dr. R e i n in Wiefeck, Lehrer Bommersheim in Bad Nauheick und Lehrer Vergott in Nidda Anerkennung und herzlichen Dank in der Vereinszeitschrift ausgesprochen.
* Evangelische Volksgemeinschaft. Aus der Kreisversammlung der „Evangelischen Volksgemeinschaft" im „Hindenburg" berichtete der Schriftleiter der „Evangelischen Warte", Pfarrer Hamburger, Staden, über den 1. Rednerkursus in Ober-Lais, der einen guten Fortschritt für die junge Bewegung bedeute. Bürgermeister Völker, Lich, verbreitete sich über die Wahl des Provinzial ausschusses: die von ihm dabei eingenommene Stellung erfuhr allseitige Billigung. An Stelle des verhinderten Landwirts Seum, Fauerbach, sprach Pfarrer Weidner, Ober-Lais, über die ungerechte Steuer- und Kreditverteilung in der Land wirtschaft. Der Kreisoorstand Gießen wurde in folgender Weise gebildet, wobei Zuwahl gestattet ist: Vorsitzender Bürgermeister Schäfer,' Watzenborn-Steinberg: Stellvertreter Pfarrer
Sattler, Wieseck; Schriftführer Oberbahnhos Vorsteher i. R. Wahl, Lich: Beisitzer: Landwirt Theodor Schlag, Hausen, Bürgermeister Schmidt, Lollar, Kreiskassebirektor Kauß, Gie ßen, Studienassessor Kurz, Gießen. Abends beleuchteten „Wesen und Ziele der Evangelischen Volksgemeinschatt" Bürgermeister Völker unb Pfarrer Weidner: dieser konnte als Reichsgeschäftsführer Erfreuliches über den Stand der Bewegung im Reich berichten. In sehr temperament- vvller Weise sprach Pfarrer Ide, Höchst a. M. Unter Voranstellung der konfessionellen Gründe zeigte er, wie in seiner Jndustriegemeinbe die Gründung der E. V. gerade von der Arbeiterschaft begrüßt wurde.
i,1;" Goethe-Bund. Der literarische Abend am letzten Sonntag brachte eine Fortsetzung des seinerzeit beifällig aufgenommenen Abends jüngster deutscher Dichtung. Standen damals Wilhelm von Scholz unb Will Vesper im Mittelpunkt, so kamen biesmal Wilhelm Schäfer, Felix Braun und Otto Stoessl mit erlesenen Anekdoten unb Novellen, Hans Friedrich Blunck mit einem Märchen von der Niederelbe zu Wort. In den Vortrag hatten sich bet Bundeswart unb Fräulein Gretel Auer geteilt: besonders sein vermittelte bie zarte Kunst von Frl. Auer bie Schönheiten bes dichterischen Werkes.
** Eine parlamentarische Seron* staltung der hessischen Gemeinde- beamten. Morgen. Mittwoch, findet in Darmstadt ein parlamentarischer Abend der hessischen Ge- meinbebeamtenschaft statt. Eingeladen sind außer dem Präsidium des Landtags sämtliche hessischen Landtagsabgeorbneten und die Presse. Direktor Zschech (Offenbach) wird einen Vortrag über die derzeitigen Rechtsverhältnisse der hessischen Land gemeinbebeamten halten. Ein zweites Referat wirb als Vertreter der hessischen Lanbburgermeister Bürgermeister H a i n z aus Dietesheim erstatten.
Arbeitsvevgebung.
Die zum Abbruch unb der Neuaufführung der baufäUtgen Kirchshossmaucr in Rödgen erforderlichen Erb- unb Maurerarbeiten sollen öffentlich vergeben werdet;. 1699C
Angebotsvordrucke sind bei uns (Zimmer Nr. 18) gegen Erstattung der Selbstkosten erhältlich, woselbst auch die Bedingungen eingesehen werden können.
Die Angebote sind verfchlosfen zu bem am Dienstag, bem 2. März d. vormittags 10 Uhr, ftattfinbenben Er oft nungstermin einzureichen.
Zuschlagsfrist 14 Tage.
Gießen, 22. Februar 1926.
__________Kreisba'iverwaltung.
Bekanntmachung
Der Voranschlag der Gemeinde Stock. Haufen liegt vom 23. I. Mts. an eine Woche lang auf unserem Bureau zur Einsicht offen. Es ist bie Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ans. märker beizutragen haben. KOtD Stockhausen, 21. Februar 1926.
Bürgermeisterei Stockhausen, Jochim.
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/Achtung!
Sietzenervogelhaur
Wolkengasse 17.
Gebe bis zürn Camötaa. dem 27. Febr., bei jedem Kanarienhabn einen Bergsinken ober Dompfaffen gratis. Grosze Auswahl in erotischen Bügeln.
Sehr btütfl. 01260
Bin unter 01252
Nr. 850
an das hiesige Fernsprechnetz angeschlosien. Ernst Müller A jk Kohlen-, Koks-, Brikett- * % und Holzhandlmig Crednerstrahe 14.
Brennholzoersteigerung.
Bei der am Freitag, bem 26. Februar 1926, vormittags 9' Uhr, ftattfinbenben Versteigerung im Stabtwald, Bezirk des Försters Arft, kommt außer den bereits verönentlichten Mengen noch folgenbes Brennholz aus Abteilung 98 zum «erkauf: 16988
3050 Wellen Cichen-Stammreisig,
990 Wellen Hainouchen-Stammreisig,
250 Wellen Erlen-Stammreisig,
100 Wellen Kiefern-Stammreisig,
430 Wellen Fichten-Stammreisig,
720 Wellen Weiden- u. Aspen-Stamm- reiftg,
50 Wellen Linben-Stammreisig,
1,1 rm Erlenknüppel.
Zusammenkunft: Kreuzung Licher Str. — 8. Schneise.
Gießen, 22. Februar 1926.
Der Oberbürgermeister.
I. B ' Dr. Rosenberg.
RMWMAtt ^emtiDWn Ausstottiiüg Mein u. preiswert öle BrUhi fthe liniD.-Biutferei. H. fange. Gietzen, SttiuHtr. 7.
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