Ausgabe 
23.2.1926
 
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Worum glaubt man nur bei bet Forstverwal- tuna auf den Stand von 1879 zurückgchcn zu müssen?

2. Die im Voranschlag wie seither emgestell- ten 27 Hilfskräfte (Oberförster o. R. und Forstassessoren) will der Fmanzaus'chuß um 10 vermindern. Der Abstrich von 10 Hckfsbeamten bedeutet, daß 143 000 Hektar Staats- und Ge­meindewald in Hessen weiterhin ohne Forst- e i n r i ch t u n g bleiben soll. 3m Staatswald muh dann eine Wirtschaft getrieben werden, die weder über Vorräte noch über Abnutzung Rechenschaft geben kann. Die Gemeinden aber haben im Hinblick auf die in Hessen bestehende staatliche Veförsteruna einen rechtlichen Anspruch dar­auf, das; ihr wertvolles, in ihren Waldungen angelegtes Vermögen nicht einer derartigen plan­losen Wirtschaft ausgeliefert wird.

3. Die Fahrkosten im Gesamtbeträge von 77 400 Mark für alle hessischen ForstLinter sind das Allermindeste, um die Leitung und Kontrolle des äußeren Dienstes aufrechtzuerhalten. 3m Rahmen der von der Forstverwaltung getätigten Gesamtumsätze betragen sie nur 0.4 Pro;.! Welcher privatwirtschaftliche Betrieb arbeitet derartig sparsam?

4. Der Dien st aufwand, den der Finanz­ausschuß völlig streichen will, stellt die Ver­gütung für den Mehraufwand bei auswärtigen Dicnstgeschäften dar. Er ist die pauschale Abgel­tung für die Bezirkstagegelder. Warum erfolgt vieler Abstrich einseitig nur bei den Forstver- waltungsbeamten?

5. Der Revierverwalter kann den Außen­dienst nur dann pflichtgemäß ausführen und Höchsterträge erzielen, wenn für ausreichende und gut vorgebildete Schreibkräfte Sorge ge­tragen ist. 3eder Abstrich an Schreibkräften bürdet dem bereits überlasteten Revierverwalter Schreibarbeiten auf, die ebensogut von billigeren Kräften ausgesührt werden können, und ent­zieht ihn her produktiven Tätigkeit im Walde."

Parlamentarisches aus Hessen.

Die Deutsche L o l k s p a r t e i hat im Land- t a g beantragt: Der Landtag wolle beschließen, die Negierung zu ersuchen, bei der Reichsregierung darauf hinzuwirken, daß in dem geplanten A r - beitslosenverficherungsgeseh d i e Pflicht der Erwerbslosen zu einer b e - st i m m t e n A r b e i t s l e i st u n g gemeinnütziger Natur nicht nur nicht beseitigt, sondern zwin­gend fe st gelegt wird. Die Tatsache, daß die nach den jetzigen gesetzlichen Bestimmungen von jedem Erwerbslosen zu leistende Pflichtarbeit viel­fach nicht gefordert wird, hat bei der Bevölkerung, nicht zuletzt bei dem nicht erwerbslosen Teil der Arbeiterschaft, berechtigte Mißstimmung hervorgerusen. Um so mehr muß es befremden, daß in dem Entwurf des Ar- beitslosenversicherungsgesetzes die Pflichtarbeit praktisch beseitigt wird. Der Einwand, daß die Pflichtarbeit mit dem Wesen einer Versicherung nicht vereinbar sei, kann nicht durchschlagen, wenn man bedenkt, daß öffentliche Mittel auch nach Erlaß des Versicherungsgesetzes in erheb­lichem Umfange beansprucht werden, und wenn man berücksichtigt, daß wir in einer Not- ze i t leben, in der jeder Gesunde und Arbeits- sähige sein Teil dazu beitragen muß, Aufgaben gemeinnütziger Natur lösen zu helfen.

Auf den Antrag des Abg. Dr. Werner unb Genossen, die Stellung der Regierung zu einem Mehrheitsbeschluß deS Landtags in der FortbildungSschulfrage, hat das Lan­desamt für das Dildungswesen folgende Antwort erteilt:

Dem vom Landtage am 10. 3uli mit Mehr­heit angenommenen Antrag Dr. Werner, Dr. Keller und Dr. von Helmolt kann nicht, wie im Anträge gesagt ist, durch eine Abänderung der Ausführungsbestimmungen entsprochen werden. Art. 23 des Volksschulgesetzes bestimmt eindeutig, daß Schüler und Schülerinnen, die nus der seither besuchten Lehranstalt' im 10. Schuljahre auStreten, bis zum Abschluß des 11. Schuljahres zum Besuche der Fortbildungsschule verflichtet sind. Hieraus ergibt sich, daß die Durchführung des Antrages eine Gesetzes­änderung zur Voraussetzung hat. Rach Art. 71 V. Sch. Ges. mit der Ausführung des Dolks- schulgesetzes beauftragt, habe ich für die Aus­führung des Gesetzes die volle Verantwortung zu tragen. 3ch habe deshalb die größten Be­denken, den in Frage stehenden Beschluß des Landtags ohne vorausgegangene Gesetzesände­rung durchzuführen.

3ch bin jedoch bereit, in weitestgehender Aus­legung des Art. 23, Satz 4V. Sch. Gef. die Schüler und Schülerinnen mit Obersetundareife vom Besuche der Fortbildungsschule allgemein über­all da zu befreien, wo eine di e gestei­gerte Allgemeinbildung der Schüler berücksichtigende Fortbildungsschulklasse oder eine ihrem Berufe entsprechende Fachklafse nicht vorhanden ist.

Der deutschnationale Landtagsabgeordnete Dr. Werner bittet uns zur Ergänzung seines Antrags im Finanzausschuß mitzuteilen, daß er beantragte, den Gemeinden die Volksschullasten unter Zuweisung von entsprechenden Steuern zu überlassen.

2lus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 23. Februar 1926.

Unser neuer Roman,

mit dessen Abdruck wir morgen beginnen, ist ein Werk, das für den gesamten Kreis unserer Lese­rinnen und Leser interessantester Anziehungspunkt und eine von Tag zu Tag mit gesteigerter Span­nung erwartete und verfolgte Lektüre werden durste:

Die tolle Herzogin"

von Ernst klein

ein moderner Abenteuerroman, der, in einem un­gemein zwingenden und tatsächlichen Stil geschrie­ben, von den Lebensschicksalen eines Offiziers er­zählt, den der große Krieg aus der vorgeschriebenen Bahn geworfen und in die weite Welt verschlagen hat, mitten hinein in die Schauplätze und wechseln­den Stationen einer überaus fesselnden, verdichteten und verschlungenen Handlung: Alexandrien London Ostende. Die große Gesellschaft, die große Liebe, die große Politik, Spielerglück und Verbrecherjaad das sind die Elemente, die unsere neue Geschichte bewegen. Ihre Menschen haben bei aller Romantik und Abenteuerlichkeit ein seltsam wirkliches Gesicht, ihre Begebenheiten den mitfüh- renden, schwingenden Rhythmus einer stürmischen Zeit.

Der fröhliche Weinberg.

Zur Aufführung des Lustspiels am Gießener Stadttheater.

Aus dem Stadttheaterbureau geht uns die nach­folgende Zuschrift zu.

Habent sua fala libelli. Aber nicht nur Bücher, auch Theaterstücke erleben manchmal eigenartige Schicksale: jedenfalls kann man dies von Karl Zuck- mayers LustspielDer fröhliche Weinberg" be­haupten.

Bevor es noch über die Bretter gegangen war, wurde es viel besprochen, da ihm der diesjährige Klelftpreis zuerteilt worden war. Diese Entscheidung wurde von verschiedenen Seiten bekrittelt, aber cs ist wohl zu begreifen, daß nach Ueberwindung von Symbolismus, Expressionismus und anderen Is­men, nachdem auch die jüngstenDichter" mit ihren Werken voll erotischen Gestammels und snobistischer Konstruktionsdramatik sich nicht als die Retter des deutschen Theaters erwiesen hatten, man auf ein­mal eine ganz andere Richtung ermuntern wollte.

Zuckmayer nennt sein Stück einLustspiel": er hat damit einen Irrtum begangen und überflüssige Vorurteile hervorgerusen. DennDer fröhliche Weinberg" ist keinLustspiel" in der hergebrachten Bedeutung des Wortes, er trägt vielmehr Züge, bringt Figuren, die sehr an den Schwank, ja an die Posse alten Stils gemahnen. Aber Zuckmayer bringt in seinem Werk, besonders in den beiden ersten Akten, so viel bodenständige Unmittelbarkeit, so viel ed)t empfundenen rheinischen Humor auf die Bühne, daß fein Erfolg wohl zu begreifen ist.

Gewisse Derbheiten und Keckheiten im Dialog und Situation, wie sie die Buchausgabe enthält, sind vom Dichter selber nicht für die Bühne gedacht und für die Aufführung von Intendant und Spiel­leiter, die sich übrigens Dorstellungen des Werkes an andern Bühnen angesehen haben, gemildert ober ganz gestrichen werden.

Der fröhliche Weinberg" präsentiert sich also in Wirklichkeit als luftige Milieuschilderung aus dem rheinhessischen Volkslebens im Gewände eines derben Volksstückes, und wenn er auch kein Tum­melplatz für Kinder ist, so kann sich der vorurteils­freie Erwachsene doch recht gut einige Stunden an seinen Trauben erlaben.

Es dürften hier einige Bemerkungen interessieren, die Zuckmayer, der Mainzer ist, in einem in den Mainzer Zeitungen veröffentlichten offenen Brief gemacht hat, als vor einiger Zeit ein Kampf um Die Aufführung desfröhlichen Weinberg" am Mainzer Stadttheater tobte. Zuckmayer schreibt da u. a.:Ich habe mein Stück geschrieben, um ein­fachen. unverbildeten, vorurteilslosen Menschen Freude zu machen, um das einfache starke Lebens­gefühl, die Lust an primitiven, natürlichen Empfin­dungen zu wecken und zu beleben. ... In einem Augenblick, in dem ich über 70 Annahmen in ganz Deutschland, in der Schweiz, Oesterreich, Holland, Skandinavien erreicht habe, fommt es mir nicht darauf an, den Mainzern mein Stück aufzudrängen, wenn sie es nicht wollen."

Unter den 70 Bühnen, an denenDer fröhliche Weinberg" angenommen ober bereits aufgeführt worden ist, befinden sich die städtischen Bühnen zu Frankfurt a. M., das Landestheater Darmstadt, das Staatstheater Wiesbaden und das Stadttheater Mainz. Wenn das hiesige Stadttheater das Werk nun auch gibt, bleibt es nur seiner Tradition treu, interessante Werke als eine der ersten Bühnen her­auszubringen.

Auch in Stuttgart hatte man ursprünglich Be­denken gegen die Aufführung des Stückes. Ueber den Erfolg der am 7. Februar stattgehabten Erst­aufführung schreibt dasStuttgarter Tageblatt": Der fröhliche Weinberg" wurde bei der Erstaus­führung mit wachsender Heiterkeit ausgenommen und am Schlüsse von stürmischem, völlig unwider- sprochenem Beifall umjubelt." Hier im Hessenlande dürfte cs ähnlich kommen, zumal die Einstudierung des Werkes in sorgfältigster Weise geschieht und in den Händen eines bewährten, zudem dialektkundigen Spielleiters liegt. H. St.

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Wietzener Wochcnmarktpreise.

Es kostete auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 150 bis 170 Pfennig, Matte 25 bis 35. Käse 65 bis 140. Wirsing 25, Weiß, traut 15 bis 25. Rotkraut 30, gelbe Rüben 25. rote Rüben 20, Spinat 40, Unlerkohlrabi 10 bis 15, Grünkohl 30 bis 35. Rosenkohl 70. Feld­salat 120 bis 150, Endivien 100, Zwiebeln 20, Meerrettich 50 bis 70. Schwarzwurzeln 60 bis 70, Kartoffeln 4 bis 5, Aepfel 15 bis 25, Rüsse 60, junge Hahnen 120, Suppenhühner 120; pro Stück: Eier 10 bis 12, Blumenkohl 60 bis 180, Salat 40, Oberkohlrabi 10 bis 15, Lauch 10 bis 20, Sellerie 20 bis 60 Pfennig.

Vornotizen.

Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 7.30 UhrSakuntala" (Ende gegen 10 Uhr). V. D. A.: 8.15 Uhr, Reue Aula der Universität. Lichtbildervortrag. Gewerkschasts- haus: 8 Uhr, Lichtbildervortrag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Freies Volk".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Auf die heutige erste Wiederholung des indischen MärchendramasS a k u n t a l a", das bei der Erstaufführung durch Darstellung unb Aus­stattung einen außerordentlich tiefen Eindruck her­vorgerufen hat, sei auch an dieser Stelle aufmerk­sam gemacht. Herr Julius B a st e, der im zweiten Jahre unserem Theater angehört, ist ab September d. I. an bas Mainzer Stadttheater für fein Fach engagiert worden.

V. D. A. Vortrag von Ferd. W e ck e r l i n g über bas Thema,, Auf der Donau zu den Do- brudschadeutschen" 8.15 Uhr in der Reuen Aula der Universität.

Eine Ausstellung niederdeut­scher H a n d w e b e r e i e n ist am Mittwoch und Donnerstag im Ausstellungssaal der Buchhandlung Keißner zu sehen. Näheres im heutigen Anzeigenteil.

Pfarrer Korell spricht am Donnerstag­abend im Katholischen Bereinshaus überAmerika und Deutschland". Näheres in der heutigen Anzeige.

Frauenbund. Mittwoch und Donnerstag 4 und 8 Uhr im Hotel Prinz Carl Servierkursus. Näheres im gestrigen Anzeigenteil.

Zweigverein vom Roten Kreuz. Kommenden Donnerstag, 2.5. Februar, nachmittags 5 Uhr, Landgerichtsgebäuise, Saal 52, Mitglieder­versammlung.

** Oef f ent liche Radioanlagen sind st e m p e l p f l i cht i g. Rach einer Ver­ordnung der hessischen Regierung unterliegen Radioapparate, die in Wirtschaften der Unter­haltung der Gäste dienen, der Stempelsteuer- Pflicht. Erlaubniskarten erteilt das zuständige Kreisamt.

** Die Entrichtung staat 1 icher G e - iu erbe ft euer betrifft eine Bekannttnachung in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die wir hiermit besonders aufmerksam machen.

** Die Kurzarbeiterfürforge. Der Reichsrat genehmigte eine Verordnung über Kurz­arbeiterfürsorge. Danach erhalten Arbeitnehmer eines geweblichen Betriebes, in dem regelmäßig bundestens zehn Arbeitnehmer beschäftigt sind, aus Mitteln der Erwerbslosenfürsorge Kurzarbeiterunter­stützung, wenn in einer Kalenderwoche drei, vier ober fünf volle Arbeitstage ausfallen. Die Unter­stützungen bürfen in jeder Kalenderwoche beim Aus- fall von drei Arbeitstagen einen Tagessatz, von vier Arbeitstagen zwei Tagessätze und von fünf Arbeitstagen drei Tagessätze der Erwerbslosenunter­stützung nicht übersteigen. Die Unterstützung wird höchstens für die Dauer von sechs aufeinanderfol­genden Kalenderwochen gewährt. Sie ist zu ver­sagen oder zu entziehen, wenn dem Kurzarbeiter anderweitige Arbeit nachgewiesen werden kann. Die Verordnung tritt am 1. März in Kraft.

** Keine deutschen Kriegsgefange­nen mehr in Frankreich. In mehreren deut­schen Blättern sind in der letzten Zeit wieder Nach­richten aiisgetaucht, wonach in Cayenne und in Französisch-Marokko noch ehemalige deutsche Kriegs­gefangene festgehalten werden. Diese Meldungen entbehren jeder Grundlage. Die französische Re­gierung hat wiederholt erklärt, daß außer einem wegen Mordes zu lebenslänglicher Freiheitsstrafe verurteilten Kriegsgefangenen sich weitere Kriegs­gefangene in Frankreich oder feinen Kolonien nicht mehr befinden. An der Richtigkeit dieser Angaben zu zweifeln besteht kein Anlaß. Vielmehr haben sich die immer wieder austauchenden Gerüchte über zurückgehaltene Kriegsgefangene bei näherer Nach­prüfung stets als unbegründet erwiesen. Mittei­lungen der oben erwähnten Art sind nur geeignet, die Angehörigen vermißter Kriegsteilnehmer zu beunruhigen unb Hoffnungen zu erwecken, bie sich nachher als trügerisch erweisen müssen.

Wichtig für Kriegsbeschädigte. Die Kriegerkameradschasl Hassia teilt mit: Kriegs­beschädigte, die auf Grund der Novelle vom 30. Juni 1923 aus der Rentenversorgung ausgeschieden sind (20 Proz.), erhalten eine einmalige Abfindung von 50 Mk., wenn ihr durchschnittliches Monatseinkom­men 200 Mark nicht übersteigt. (Steuer, Kranken- faffenbeiträge usw. abgerechnet). Anträge sind um­gehend an das Dersorgungsamt einzureichen, weil mit dem 28. Februar 1926 die Frist für diese An­träge abläuft.. Auch läuft an diesem Tage die An­tragsfrist für die einmalige Entschädigung von 1000 Mark gegen Rückgabe des Beamtenscheines (Versorgungsscheines) ab, wenn die Besitzer infolge schwerer Leiden den Schein nicht ausnugen konnten.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Gießen. Stadtkirche. Mittwoch, 24. Februar. Abends 6 Ahr: Passionsgottesdienst. Psarrassistent Hertel.

** Briefsendungen nach dem Aus­land richtig freimachen! Trotz wiederholter Hinweise werden immer noch in großer Zahl Briei fenbungen nach bem Ausland von den Absendern unzureichend freigemacht. Volle Freimachung der Sendungen Regt im eigenen Vorteil der Absender, da sie den Empfängern auf diese Weise die Be Zahlung von Nachgebühren sparen, die in der Regel in doppelter Höhe des Fehlbetrags bei der Aushändigung der Sendung erhoben werden. Außerdem laufen die Absender nicht Gesabr, baß die Annahme der Sendungen von den Empfängern wegen der Belastung mit Nachgebühren verweigert wird, und daß die Nachgebühren dann von ihnen eingezogen werden.

** Von der Bezirks sparkasse Gie- ß c n. In her außerordentlichen Mitgliederversamm­lung wurde der seit 20 Jahren bei der «Sparkasse als Beamter tätige Kasseninspektor Heinrich Frick aus Gießen zum Kontrolleur und weiteren Vor­standsmitglied gewählt. Nachdem am 16. d. M. seine Verpflichtung durch die Aufsichtsbehörde, das Kreis­amt Gießen, ftattgefunben, hat der neuernannte Kontrolleur ferne Dienftgefchäfte nunmehr über­nommen. Die Versammluna stimmte dem vom Auf­sichtsrat der Sparkasse beschlossenen Ankauf eines kleineren Wohnhauses zwecks Unterbringung eines Mieters des Sparkassengebäudes zu, nachdem sich eine andere Lösung zur Beseitigung des emvsind- lichen Raummangels der Geschäftsräume, erhöhter Kosten halber, als nicht gangbar erwiesen hatte. Im Laufe des Spätfrühjahres wird ein Teil des inter­nen Geschäftsverkehrs, wie Buchhaltung, Registra­tur usw. in den ersten Stock des Svarkassengeoäu- bes verlegt werben, währenb der Geschäftsverkehr mit bem Publikum sich nach wie vor in ben seit herigen Räumen des Erdgeschosses abwickeln wird.

L Vom Tierschutz-Verein für Hes- s e n werden auch in diesem Jahre wieder Prämien an solche Dienstboten und sonstige Personen ver­liehen, die sich durch gute Behandlung und gewissen­hafte Pflege der ihnen anoertrauten Tiere ausge­zeichnet Haden. Meldungen dieser Art müssen an die Ortsvertreter des Vereins gerichtet werden, die sie dann dem Vorstand in Darmstadt einreichen. Für besonders rührige Werbung und den erfreu­lichen Erfolg hat der Hauptoorstand u. a. den Orts Vertretern Rektor E r b in Lich, Rektor Dr. R e i n in Wiefeck, Lehrer Bommersheim in Bad Nauheick und Lehrer Vergott in Nidda Aner­kennung und herzlichen Dank in der Vereinszeit­schrift ausgesprochen.

* Evangelische Volksgemeinschaft. Aus der Kreisversammlung derEvangelischen Volksgemeinschaft" imHindenburg" berichtete der Schriftleiter derEvangelischen Warte", Pfarrer Hamburger, Staden, über den 1. Rednerkursus in Ober-Lais, der einen guten Fortschritt für die junge Bewegung bedeute. Bürgermeister Völker, Lich, verbreitete sich über die Wahl des Provinzial ausschusses: die von ihm dabei eingenommene Stellung erfuhr allseitige Billigung. An Stelle des verhinderten Landwirts Seum, Fauerbach, sprach Pfarrer Weidner, Ober-Lais, über die unge­rechte Steuer- und Kreditverteilung in der Land wirtschaft. Der Kreisoorstand Gießen wurde in folgender Weise gebildet, wobei Zuwahl gestattet ist: Vorsitzender Bürgermeister Schäfer,' Watzenborn-Steinberg: Stellvertreter Pfarrer

Sattler, Wieseck; Schriftführer Oberbahnhos Vorsteher i. R. Wahl, Lich: Beisitzer: Landwirt Theodor Schlag, Hausen, Bürgermeister Schmidt, Lollar, Kreiskassebirektor Kauß, Gie ßen, Studienassessor Kurz, Gießen. Abends be­leuchtetenWesen und Ziele der Evangelischen Volksgemeinschatt" Bürgermeister Völker unb Pfarrer Weidner: dieser konnte als Reichs­geschäftsführer Erfreuliches über den Stand der Be­wegung im Reich berichten. In sehr temperament- vvller Weise sprach Pfarrer Ide, Höchst a. M. Unter Voranstellung der konfessionellen Gründe zeigte er, wie in seiner Jndustriegemeinbe die Gründung der E. V. gerade von der Arbeiterschaft begrüßt wurde.

i,1;" Goethe-Bund. Der literarische Abend am letzten Sonntag brachte eine Fortsetzung des seinerzeit beifällig aufgenommenen Abends jüngster deutscher Dichtung. Standen damals Wilhelm von Scholz unb Will Vesper im Mittelpunkt, so kamen biesmal Wilhelm Schäfer, Felix Braun und Otto Stoessl mit erlesenen Anekdoten unb Novellen, Hans Friedrich Blunck mit einem Märchen von der Nie­derelbe zu Wort. In den Vortrag hatten sich bet Bundeswart unb Fräulein Gretel Auer geteilt: besonders sein vermittelte bie zarte Kunst von Frl. Auer bie Schönheiten bes dichterischen Werkes.

** Eine parlamentarische Seron* staltung der hessischen Gemeinde- beamten. Morgen. Mittwoch, findet in Darm­stadt ein parlamentarischer Abend der hessischen Ge- meinbebeamtenschaft statt. Eingeladen sind außer dem Präsidium des Landtags sämtliche hessischen Landtagsabgeorbneten und die Presse. Direktor Zschech (Offenbach) wird einen Vortrag über die derzeitigen Rechtsverhältnisse der hessischen Land gemeinbebeamten halten. Ein zweites Referat wirb als Vertreter der hessischen Lanbburgermeister Bürgermeister H a i n z aus Dietesheim erstatten.

Arbeitsvevgebung.

Die zum Abbruch unb der Neuauffüh­rung der baufäUtgen Kirchshossmaucr in Rödgen erforderlichen Erb- unb Maurer­arbeiten sollen öffentlich vergeben wer­det;. 1699C

Angebotsvordrucke sind bei uns (Zim­mer Nr. 18) gegen Erstattung der Selbstkosten erhältlich, woselbst auch die Bedingungen eingesehen werden können.

Die Angebote sind verfchlosfen zu bem am Dienstag, bem 2. März d. vor­mittags 10 Uhr, ftattfinbenben Er oft nungstermin einzureichen.

Zuschlagsfrist 14 Tage.

Gießen, 22. Februar 1926.

__________Kreisba'iverwaltung.

Bekanntmachung

Der Voranschlag der Gemeinde Stock. Haufen liegt vom 23. I. Mts. an eine Woche lang auf unserem Bureau zur Einsicht offen. Es ist bie Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ans. märker beizutragen haben. KOtD Stockhausen, 21. Februar 1926.

Bürgermeisterei Stockhausen, Jochim.

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/Achtung!

Sietzenervogelhaur

Wolkengasse 17.

Gebe bis zürn Camötaa. dem 27. Febr., bei jedem Kanarienhabn einen Bergsinken ober Dompfaffen gratis. Grosze Auswahl in erotischen Bügeln.

Sehr btütfl. 01260

Bin unter 01252

Nr. 850

an das hiesige Fernsprechnetz angeschlosien. Ernst Müller A jk Kohlen-, Koks-, Brikett- * % und Holzhandlmig Crednerstrahe 14.

Brennholzoersteigerung.

Bei der am Freitag, bem 26. Februar 1926, vormittags 9' Uhr, ftattfinbenben Versteigerung im Stabtwald, Bezirk des Försters Arft, kommt außer den bereits verönentlichten Mengen noch folgenbes Brennholz aus Abteilung 98 zum «er­kauf: 16988

3050 Wellen Cichen-Stammreisig,

990 Wellen Hainouchen-Stammreisig,

250 Wellen Erlen-Stammreisig,

100 Wellen Kiefern-Stammreisig,

430 Wellen Fichten-Stammreisig,

720 Wellen Weiden- u. Aspen-Stamm- reiftg,

50 Wellen Linben-Stammreisig,

1,1 rm Erlenknüppel.

Zusammenkunft: Kreuzung Licher Str. 8. Schneise.

Gießen, 22. Februar 1926.

Der Oberbürgermeister.

I. B ' Dr. Rosenberg.

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