Ausgabe 
23.1.1926
 
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fianLene Gewinne schnell zu realisieren. Aus diesen Erwägungen heraus ist der Verlauf der letzten Vörsentage, wo oft innerhalb weniger Minuten Lendenz um schwänge eintraten, zu ver­stehen. Die Grundtendenz bleibt aber nach wie vor recht zuversichtlich, und wahrend man noch vor kurzem mit ungünstigen Gerüchten operierte, um eine Bewegung zu inszenieren, arbeitet man zur Zeit mit Erfolg mit günstigen Meldungen, die die Tendenz an der Stirn tragen. So hat man es verstanden, einen Bummel in Canada- Aktien zu machen, lediglich aus dem Grunde, weil in Canada eine Partei die Mehrheit er­halten hat, der man eine wohlvollendete Haltung gegenüber der Freigabefrage zuspricht. Auch schei­nen gewisse Kreise bereits den Moment für ge­kommen zu halten, um rein spekulative Vorstöße zu machen. Dies dürfte in gewissem Grade bei Aord-Llohd-Aktien der Fall sein. Daß unter diesen Llmständen auch übertriebene Dividenden­gerüchte einzelner Gesellschaften eine Rolle spie­len bedarf kaum der Erwähnung. So darf man gegenüber der Dividendenschätzung für Harpener doch wohl allergrößte Vorsicht anraten. Es er­scheint sehr zweifelhaft, ob ein reines Kohlenwerk, wie die Harpener Gesellschaft es ist, bei dem notorischen Verlustgeschäft in Kohle am Reben­produkt so viel herausgewirtschaftet hat, daß nicht nur dieser Verlust gedeckt, sondern auch noch darüber hinaus ein ausschüttbarer Gewinn erzielt ist.

Die Flüssigkeit des Geldmarkts bleibt in unverminderter Kraft bestehen, und man wird damit rechnen dürfen, daß schließlich doch ein Teil des flüssigen Kapitals in Ermangelung kurz­fristiger Verwendung dem langfristigen Markte zugeführt wird. Es ist jedenfalls eine außer­ordentlich bedauerliche Erscheinung, daß bei der notorischen Kapitalnot in Deutschland kurzfristige Gelder, da sie in Deutschland keine Verwen­dung finden, im Ausland Unterkunft suchen. Obwohl im Laufe der Woche am Privatdiskont- markt zweimal Ermäßigungen des Zinssatzes statt- gesunden haben, sind auch zu diesem ermäßigten Zinsfüße kaum Privatdiskonten erhältlich. Be­sonders charakteristisch für die Geldmarktlage ist, daß heute bankgirierte Warenwechsel mit I Proz. gesucht sind, während sie noch vor wenigen Wochen kaum mit 9 Proz. untergebracht werden konnten. Die Ermäßigung des Reichsbankdiskonts hat bisher nicht die vielfach gefürchtete Folge einer stärkeren Anspannung der Reichsbank ge­habt. 3m Gegenteil, der letzte Ausweis zeigt Rückflüsse in recht erheblichem Maße. Bedauer­lich ist, daß die Reichsbank sich nicht entschlossen hat, die Spanne zwischen Diskontsatz und Lom- bardzinsfuh aus das frühere Maß von 1 Proz. herabzusetzen. Sollte sie sich vielleicht bei dieser Hinterlassung von Rücksichten auf die Privat­banken, für die bekanntlich der Lombardzinsfuß der Maßstab für die Kontokorrentkredite ist, haben leiten lassen? *

* Interessengemeinschaft Far­be n-industrie A.G., Frankfurt a. M. Die an der Interessengemeinschaft Farbenindustrie A. G. Frankfurt a. M. beteiligten Danken bean­tragen die Zulassung von 465,60 Mill. Rin. neuer Stammaktien der Interessengemeinschaft Farben- industrie A. G. in Frankfurt a. M. zur Frank­furter Börse.

* Fried. Krupp A.G., Essen. Wie der DHD. von Verwaltungsseite erfährt, sieht sich die Firma Krupp gezwungen, in den Lokomotiv- und Waggonbauabteilungen sowie Last- und Krastwagenbau ca. 1000 Arbeiter und 200 Ange­stellte zu entlassen, so daß die Belegschaft dieser Abteilungen nur noch ca. 300 bis 400 Mann beträgt. Bekanntlich ist auf der anderen Seite die Abteilung für Maschinenbau besonders für größere Maschinen sehr befriedigend beschäftigt.

* Das Ende der Deutschen Werke A. G. Der A.-R. der Deutschen Werke A. G. hat in einer dieser Tage stattgefundenen Sitzung ein Angebot der Viag angenommen, das gesamte Vermögen der Deutschen Werke QI. <3. mit allen Rechten und Verbindlichkeiten zu übernehmen und der Deutsche Weicke A.G. nach Ablauf des Sperrjahres diejenigen Mittel zur Verfügung zu stellen, die zur Einlösung der ausstehenden Aktien der Gesellschaft zu pari notwendig sind. Be­kanntlich hat die Gesellschaft ihre Produktions­stätten durchweg in eigene örtliche Unternehmun­gen umgewandelt, so daß sie nicht mehr als eine Holding-Gesellschaft geblieben wäre, und das auch nur bis zur Liquidation, die sich über einige Jahre hingezogen hätte. Der Abschluß für 1924/25, der gleichseitig vorgelegt wird, ergibt einen Reingewinn von 469 405 Rm., der vorgetragen wird

Frankfurter Börse.

(Eigener Drahtberich! des(Siebener Anzeigers".)

Frankfurt a. M., 23. Ian. Tendenz: Anentschieden, später erneut fest. Rach der gestrigen scharfen Aufwärtsbewegung eröffnete die Börse bei Wochenschluß in unsicherer Stimmung bei uneinheitlicher Kursgestaltung. Es kam zu einem allgemeinen Spitzenaus­gleich. Weitere namhafte Kurssteigerungen wurden auf keinem Gebiete erzielt. Auch die Umsatz tätigtest hielt sich zunächst bei großer Zurückhaltung in engen Grenzen. Gegenüber den gestrigen Abendkursen betrugen die Veränderun­gen am Montan markt, soweit die Kurse nicht behauptet lagen, 0,25 bis 0,50 Proz. Von Kaliaktien schwächten sich Aschersleben um 1 Proz. ab, Westeregeln minus 0,5. Chemiewerte hielten sich im allgemeinen auf dem gestrigen Stande, nur Holzverkohlung, die im Kurse etwas zurückgeblieben waren, hatten eine Steigerung »wn 0,75 Proz. aufzuweisen. Die Kurse des Elektrvmarktes blieben zumeist gehalten. Clektr. Lieferungen plus 2 Proz., Licht und Kraft minus 2,5 Prozent. Der Dankenmarkt lag ruhig und kaum verändert, nur Reichsbankanteile erlitten eine Einbuße von 1,75 Prozent. Für Schiffahrtswerte zeigte sich nur geringes Interesse, die Kurse lagen etwas unter ihrem gestrigen Stande. A u t o a k t i e n waren leicht gebessert. Zellstoffaktien behauptet. Bau- st o f s a k t i e n angeboten und niedriger, beson­ders Heidelberger Zement. Auch Zucker­aktien zeigten eine rückläufige Tendenz. Die Werte des Einheitsmarktes lagen unregel­mäßig, doch waren auch hier nur unwesentliche Veränderungen zu verzeichnen. Der heimische Anleihemarkt wies keine Veränderungen auf. Von Auslandrenten blieben Ungarn gefragt und wurden höher, Türken lagen ruhig aber fest. Der Freiverkehr bot das übliche stille Bild. Api 0,4, Beckerstahl 44,5 Prozent, Beckerkohle 49 Prozent, Venz 32 Prozent, Drown-Boveri 55 Prozent. Entreprise 10,5, Gro- wag 48 Proz., Krügershall 84 Droz.. Ufa 52 Proz. Afra 58 Proz. Im Verlaufe" trat größeres

Interesse für die führenden Werte des Mon­tan- und Elektromarktes hervor. Besonders ge­sucht waren Harpener. Phönix und Rheinstahl, ferner A. E. G., Schuckert. Elektr. Lieferungen usw. Auch für Schiffahrtswerte wurde die Rach- fragc etwas lebhafter, und das Geschäft nahm wieder einen größeren Aufschwung. Die Kurse zogen um 1 bis 2 Proz. an. Da hiervon auch die anderen Märkte günstig beeinflußt wurden, konnte die Börse in fester Haltung schließen. Der Geldmarkt ist weiter leicht. Tägliches Geld war bei 6 Proz. kaum gefragt, Monats­geld zu 7 bis 7l/2 Proz. für erste Adressen angeboten, für zweite Adressen 9 bis 9'/z Proz. Jibustrie-Akzepte 7'/r Proz. Bankdiskonten 6/< Proz. Der Devis enverkehr zeigte keine Veränderungen. London notierte gegen Kabel fest mit 4,861/4. Paris gegen London horte man mit 129,86. Die Reichsmark notierte gegen Kabel 4,2006.

Börsenkurse.

. Berlin

Frankfurt a.M.

5% Deutsche Reichsanletbe 4% Deutsche Reichsanlcihe . Bl/«% Deutsche Reichsanlcihe 3% Deutsche Reichsanlcihe - Deutsche Cvarpramienanicihe 4% Preußische Ronsolö . . .

4° o Hessen .... . . ..

3Wn Hessen..........

3% Hessen

Deutsche Werth. Dollar-Anl. dto. Doll.-'Schatz-Anlreifng.')

*°/o Boatürtcn........

5% Goldmcrikaner ... .

Berliner Handelsgesellschaft Commerz- und Pnvat-Bank Darmst. und Naiionalbank Deutsche Bank.........

Deutsche Beretnödank .... Disconto Comnumdil .. . Metallbank..........

Mitteldeutsche Kreditbank. Oesterreichische Creditanstalt. Weltbank . .......

Bochumer Gllß » . BuderuS . ......

Taro ............

Deutsch-Luxemburg .....

Gelsenkirchener Bergwerke.

Harpener Bergbau ..... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln .... Laurahütte .

Oberbedarf. ........

Phönix Bergbau ......

Rheiuftahl

Riebe,k Montan .......

Tellus Bergbau. .....

Hamburg-Amerika Paket. . , Norddeutscher Llovd . . .

Eheramische Werte AlbM . . Zementwerk Heidelberg . . Philipp Holzmann......

Anglo-Cout-Guan o Chemische Mayer Alapin . .

I. G- Farbenindustrie, A.-G. Goldschmidt..........

Holzverkohlung Rütgerswerke ...

Scheidcanstalt

Alla. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann . . ...... Mainkrailwerke ...... Schuckert . Siemens & Halske .....

Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren..... .

HeyligeuKaedt ...... '"ieauin.....

Motorenwerke Mannheim .

Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . .

Metallgcscllchost Frankfurt -

Pct. Union A--G Schuhlabrik Herz . . Sichel . .......

Zellstoff Waldhof...... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . .

Sdjluj» Kurs

bUfct- Kur«

^chiub-IÄniang Kur» 1 'hi-'.

Datum:

22.1

23 I.

22.1 | 23 V

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57 75

57

48

47,25

-

-

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

Tel egraphifche Auszahlung.

Banknoten.

22 Jan.

23. Jan.

Amtliche Noti rung

Amtliche Notierung

Meld

Brief

Geld

Brief

'2imit.«yton

168.54

168,1)6

168,51

168,93

Buen.-Aircs

1,735

1,740

1,735

1.739

Brss.-Antw

19 06

19,1 >

19,06

19.10

Chrissiania.

85,29

85,51

85,34

85,56

Kopenhagen

103.97

104,23

103,8?

104,13

Stockholm

112,24

112,54

112,20

112,48

Helssngfors

10,545

10.585

10,54,1

10,585

Statten. .

16 93

16,97

16 935

16,975

London. .

20.397

20,446

20,395

20,447

Neuyork . .

4.195

4,205

4,195

4,205

Paris. . .

15 695

15.735

15,695»

15,735

Schweiz . .

81 03

81,20

80.99

81,19

Spanien.

59.35

59,49

59,40

59,54

1,8.5

Japan . . .

1.882

1,886

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'Hio de Jan

Wien in D--

0 633

1.635

0,632

0.634

Oest. abgest

59,06

59,2 > 12,456

59,05

69,19

Prag ...

12.416

12.416

12,456

Belgrad . .

7,42

7,44

7,42

7,44

Budapest. . Bulgarien

5.873

i,893

5,87

3.89

2,885

2,8'5

2.905

2,915

Lissabon

21 225

21,275

21,225

21,275

Danzig. .

80 88

81,08

60.89

81.09

Konstantin.

2,213

2,22.

2,215

2,225

Alben

5 79

5.81

4,198

5.74

576

Canada. . .

4 188

4.188

4,198

Uruguay

4,325

4.335

4,325

4,335

Berlin, 52 Jan

Geld

Brief

Amerikanische Note» .....

4.117

4.217

Belgische Noten .......

19 00

19 10

Dänische Noren .......

103,14

101,26

Englische Noten........

20,357

20,457

Französische Noten ......

15,78

L» 86

Holländische Noten ......

168,22

169.0'i

Italienische Noten......

16 94

17,02

Norwegische Noten . ...

85,09

85 51

Deutsch-^esterr., a 100 Kronen

58.97

59,27

Rumänische Noten......

Schwedische Noten.....

111.97

112.53

Schweizer Noten.......

SO,955

81 35 i

Spanische Noten .......

59,15

59 45

Tschechoslowakische Noten . .

12.398

12,458

Ungarische Noten ......

5.83

5.87 _

Berliner Börse.

/Eigener Drahtberichi des .,Gießener Anzeigers".)

Berlin, 23. Jan. Die gestrige Abend-Hausse in Frankfurt und der sehr feste Verlauf des heutigen Frühgeschäftes ließen für den amtlichen Mittagsver- tehr umfangreiche neue Kurssteigerungen erwarten. Der Beginn war in dieser Einsicht jedoch eine Ent­täuschung, wahrscheinlich deshalb, weil durch den um eine Stunde früheren Beginn des Samstags­verkehrs die Kundenorders noch nicht vorlagen. In­folgedessen lagen die beiden augenblicklich führenden Gebiete, der Montan- und Elektromarkt, gegenüber dem Bortagsnioeau anfangs zwar be­hauptet, nicht aber wesentlich höher. Nur AEG., Siemens und einige weitere Elektropapiere eröff­neten 1 bis 2 Proz. höher, trotzdem aber unter den heute früh erreichten Sätzen. Die Grundstimmung war jedoch durchaus fest, und man erwartet für den weiteren Verlauf noch größere Schwankungen. Leb­hafte Umsatztätigkeit entwickelt sich nach Festsetzung der ersten Kurse in einzelnen Schiffahrtswerten, na­mentlich in Hansa-Dampfschiffahrt. Es werden von der Börse noch weitere Transaktionen

im deutschen Reedereigewerbe erwartet. Ferner wurden ausländische Renten und Pfandbriefe reger umgesetzt. Tägliches Geld 6 bis 8 Prozent. Monatsgeld 8| bis Prozent. Der Devisenverkehr war sehr still, nen­nenswerte Veränderungen lagen nicht vor.

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 22. Ian. Trotz flauer Preismel­dungen aus dem Ausland zeigte Beginn des amtlichen Miltagsverkehrs der Berliner Pro­duktenhandel ziemliche Widerstandsfähigkeit. Die Nachfrage seitens der Exporteure wie auch der Mühlen stand hier nur in geringem Umfange dem Markte gegenüber, da das um eine Mark ermäßigte Angebot schwer Deckung finden konnte. Im Lieferungsgeschäft war nur Märzweizen bei Beginn unverändert, während Mailieferung um eine Mark zurückging. Roggen per März eine Mark schwächer. Mailieserung stellt sich auf 1351/2. Hafer unverändert, Gerste hatte kaum Umsätze zu verzeichnen, Futterartikel lagen ohne wesentliche Veränderung. Es notierten für je 1030 Kilo: Weizen, märk. 244 bis 250, do. Pommern 244 bis 250, do. März 266, do. Mai 272, Roggen, märk. 144 bis 151, do. Pommern 144 bis 151, do. März 174, do. Mai 186,5 bis 186, Gerste, märk. 178 bis 205, Futtergerste 145 . bis 163, Hafer, märk. 159 bis 170, do. März 182,5, do. Mai 180, Raps 340 bis 345; für je 100 Kilo: Weizenmehl 32,5 bis 36, Roggenmehl 22 bis 24, Weizenkleie 11,25 bis 11,5, Roggenkleie 9,75 bis 10,25, Viktoriaerbsen 26 bis 36, kleine Speise- erbfen 22 bis 25, Futtererbsen 20 bis 22, Pe­luschken 20 bis 21, Ackerbohnen 20 bis 21, Wicken 21 bis 23, Lupinen, blau 12 bis 12,5, do. gelb 14 bis 15, Serradelle 18,5 bis 19,5, Rapskuchen 15,25, Leinkuchen 23,5 bis 23,6, Trockenfchnitzel 8 bis 8,10, Torfmelasse 8.2 bis 8,5, Kartoffel­flocken 14,7 bis 15,2, Soya-Schrot 20,2 bis 20,3.

Buntes Allerlei.

Der Riesenmagen der Menschheit

Ueber die ungeheuren Mengen, die die Menschheit in einem Jahre verzehrt, plaudert Dr. Emil Carchaus in einem Aufsatz in Rr. 16 desDaheim". Man sieht sich die Bilder an und ist erschüttert: die Cheopspyramide mit ihrer Höhe von 148 Mir. verschwindet gegen die 678 Mtr. hohe Kartoffelpyramide, die den Iahresweltverbrauch darstellt; aus dem jährlich verbrauchten Zucker läßt sich eine Säule auf­bauen. die zehnmal höher ist als der Eiffelturm, schüttete man die jährliche Weizenernte auf einen Haufen, so liehen sich etwa 100 Peters- kirchen in ihm begraben, rund ebensoviel Kölner Dome bedeckt die Mais-, ebensoviel Reichs­tagsgebäude die Reisernte. Wir ziehen noch einige Zahlen aus dem Aufsatz heran. Jährlicher Reisverbrauch 80 bis 95 Millionen Tonnen, Weizenverbrauch 106 Millionen Tonnen, Mais­verbrauch 105 Millionen Tonnen, Roggen nur 47 Millionen Tonnen, Kartoffeln 150 Millionen Tonnen, Zucker 24,5 Mittionen Tonnen. Beim Vieh ist der Verbrauch schwer festzustellen. Von rund 550 Mittionen Weltbestand an Schweinen werden etwa 180 Mittionen jährlich geschlachtet, 450 Mittionen Stück Rindvieh und 550 Mil­lionen Schafe gibt es auf der Erdkugel. Lieber Geflügel läßt sich nur sagen, daß 1912 in Deutschland allein 80 Millionen Stück Federvieh gezüchtet wurden. Zu diesen Mengen kommt noch der Verbrauch an Obst (Deutschland allein hat 170 Mittionen tragende Obstbäume), Wild, Fischen usw. Es ist kaum glaublich, welche Massen den Riesenmagen der Menschheit passieren.

Große Helrumfunde in Kanada.

Helium, das leichteste und seltenste aller Gase, hat in neuester Zeit verschiedene praktische Verwendungen gesunden, besonders zur Füllung von Luftballons. Während bisher dieses Gas in großen Mengen fast nur in den Vereinigten Staaten gefunden wurde, ist jetzt ein bedeuten­des Heliumvorkommen zu Jnglewood, wenige Kilometer von Toronto entfernt, in Kanada ent­deckt worden. Im Jahre 1917 gab es nur 200 Kubikfuh Helium auf der ganzen Welt, und der Kubikfuß war 1500 Dollar wert. Jetzt ist der Wert von 1000 Kubikfuß etwa 70 Dollar; aber auch bei diesem Preise sind die neuen Helium­funde sehr gewinnbringend, denn die Quellen von Jnglewood werden mindestens 100 000 Ku- bikfuß im Jahre liefern.

Was ist Sago?

Viele wissen keine Antwort darauf. Sago besteht ebenso wie das Getreidemehl aus Stärke, also aus mikroskopisch kleinen Körnchen eines Kohlehydrats (aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff), und ist wie jenes ein vorzügliches Nahrungsmittel. Wie alle Stärke stammt auch der Sago aus Pflanzen, aber nicht wie das Mehl, Gries, Graupen usw. aus den Körner­früchten der Getreidearten, sondern aus Palmen, und zwar aus den Zetten des Marks der Stämme, die also zur Gewinnung geopfert wer­den müssen. Dasselbe wird dabei zerrieben (ähn­lich wie die Kartoffeln, um Kartoffelstärke zu erhalten) und mit Wasser geschlemmt. Die Stärke setzt sich dann als feines Pulver ab. Ist die Massehalb trocken, so läßt man sie durch ein Sieb auf eine heiße Melallplatte fallen. Dadurch entstehen Körner, die oberflächlich ver­kleistert sind. In dieser Form, die also eine künstt.che ist, kommen sie in den Handel. Dem­gegenüber sind sie ähnlich den Reiskörnern, den nattirlich gewachsenen Fruchtkörnern der Reispslanze. Der echte Sago stammt von der Sagopalme Ostindiens und der Molukken. Dort bilden Kuchen aus Sago die Hauptnahrung des ärmeren Volkes. Ein Daum soll 5 Zentner Sago liefern. Schon Marco Polo brachte den Sago nach Venedig; aber in Deutschland kennt man ihn erst seit 1744. Richt so gut ist der Sago des Palmfarns (Cycas). jener unseren Radelhölzern näher stehenden Pfanze Ostasiens, deren Wedel bei uns als Zeichen der Trauer Särge und Tvtenkränze schmücken.

Spielkarten-Moden.

Überall auf der Welt gibt es heutzutage Spielkarten, und das Kartenspiel hat sich im Lause weniger Jahrhunderte eine immer größere Beliebtheit errungen. Trotzdem ist dieses Spiel, mit anderen LInterhaltungen der Menschheit ver­glichen, verhältnismäßig jung. Zwar sotten die Chinesen schon 1120 v. Ehr. Spielkarten gehabt haben, und die Chroniken erzählen von einem Kaiser, der das Kartenspiel erfand, um die Damen seines Hofes, die sich langwettten, zu unterhalten. Aber wie so viele chinesische Rach­richten aus grauer Vergangenheit steht auch diese auf schwachen Füßen. Das älteste Spiel

Karten das sich noch erhalten hat. soll sich im Museum der Londoner Asiatischen Gesell­schaft befinden, es wird behauptet, daß diese Karten 1000 Jahre alt seien, aber der neueste Historiker des Kartenspiels. A. Proctor, meint, sie seien sehr viel jüngeren Datums. Jedenfalls hat das Altertum, soweit uns be­kannt ist, keine Karten gekannt, und auch in Europa dürften sie bis ins 14. Jahrhundert nicht in Brauch gewesen sein, denn Petrarca er­wähnt sie nicht in seinem Dialog über die Spiele, in dem er doch sonst alle damals üblichen, Formen der Unterhaltung aufführt. Die erste authentische Erwähnung der Spielkarten in Europa findet fick in Frankreich im Jahre 1392. Unter den Rechnungen von Charbot Pou­part, dem Schatzmeister Karls VL, sindet sich eine Eintragung über eine Bezahlung für die Bemalung von Spielkarten. Damals müffen also die Karten schon erfunden gewesen sein, und man kann danach diese Erfindung in die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts setzen. Die Her­stellung der Karten war damals sehr kostspielig, und erst als mit dem Holzschnitt und der Radie­rung brauchbare Reproduktionsverfahren auf­traten, bürgerten sich auch die Kartenspiele mehr ein. Wir besitzen herrliche Beispiele für die künst­lerische Ausstattung der Spielkarten in den frü­hesten Erzeugnissen der deutschen Graphik. Die Zahl der Karten, die zu einem Spiel gehören, hat im Laufe der Jahrhunderte gewechselt; erst waren es 21 Stück, dann wurden 78 Karten für ein Spiel verlangt. Zuerst waren König, Köni­gin, Ritter und Diener unter den Figuren ver­treten; dann verschwand der Ritter, und aus dem Diener wurde der Bube.

Der gereizte Hungerkünstler.

Ein neuerSport", der den Vorzug hat. keine großen Unkosten zu verursachen, scheint in Frankreich populär zu werden. Seit einiger Zeit treten in verschiedenen Teilen des Lan­des Hungerkünstler auf, die den Ehrgeiz ha­ben, einen neuen Hungerrekord aufzustellen. In einer lothringischen Ortschaft soll vor kurzem ein junger Mensch 28 Tage lang hungergekün- stelt haben. Diese Leistung hat einen anderen Künstler in Paris, namens Volly, nicht schlafen lassen. Er lieh sich in der Empfangshalle einer Pariser Zeitung in einen Glaskäfig einsperren. der unter feierlichen Zeremonien versiegelt wurde, und in dem Volly sich seit 11 Tagen und 11 Rächten mit Hungern beschäftigte. Ge­gen ein Eintrittsgeld von einem Franken konnte man den Hungeickünstler bei seiner Tätigkeit be­obachten. Das Geschäft ging glänzend; Tag und Rächt strömte daskunstbegeisterte" Publikum an dem gläsernen Käfig vorüber und bewun­derte Volly, der in Frack und weißer Binde auf seinem Sofa lag. Seiber soll es dabei nicht an schlechten Schmerzen gefehlt haben, und beson­ders in den Nachtstunden machten sich herzlose Besucher ein Vergnügen daraus, vor den Augen des Hungerkünstlers riesige Schinkenbröte zu verzehren. So wurde Volly allmählich nervös, bekam plötzlich einen Wutanfgll und zertrüm­merte mit ein paar Fußtritten den ganzen Glaskäfig. Der Künstler wurde schleunigst ins Krankenhaus gebracht, wo er sich unter dem Einfluß vorsichtiger Ernährung bald wieder er­holte. Den Hungerrekord hatte er nicht ge­brochen; aber wenn auch sein künstlerischer Ehr­geiz unerfüllt bleibt, so haben ihm die 11 Tage Qualen doch immerhin 40 000 Franken Ein­trittsgeld eingebracht ,die er nun dazu ver­wenden kann, sich von feinem Hunger zu er­holen.

Rundfunk-Programm

des Frankfurter Senders.

(Aus derRadio-Umschau".)

Sonntag, 24. Januar.

8.30 bis 9.30 Uhr: Morgenfeier veranstaltet vorn Wartburgverein Frankfurt a. M. 12 bis 1 Uhr: Mittagsständchen des Hausorchesters. 4 bis 5 Uhr: Die Stunde der Jugend. 5 bis 6 Uhr: Nachmittagskonzert, veranstaltet von dem Zithervirtuosen Wilhelm Zorbach. 6 bis 7 Uhr: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung:Klang der Landschaft in gespro­chener Dichtung", Vortrag mit vortragstttnstle- rischen Demonstrationen von Friedrich Karl Roe- demeyer, Lektor an der Universität. 7 bis 7.30 Uhr: Große Erzieher: Aus den Werken von Lohe. 2. Vortrag. 8.30 bis 9.30 Uhr: Aus neuerer fran­zösischer Dichtung. 9.30 bis 10.30 Uhr: Über­tragung von Kassel: Unterhaltungsmusik. An­schließend bis 12 Uhr: Übertragung von Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle.

Montag, 25. Januar. '

3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 6 Uhr: Nachmittagskonzert des Hausorche­sters: Schlagcr-Revue. 6 bis 6.30 Uhr: Die Lese­stunde. 6.30 bis 7 Uhr:Theater Film Funk", ein Vortragszyklus von Dr. Martin Ku- nath: erster Vortrag. 7 bis 7.30 Uhr: Funkhoch­schule Frankfurt (Abt. Völkerkunde):Die Grund­lagen der chinesischen Kultur III, Vortrag von Prof. Wilhelm. 7.30 Uhr: Übertragung aus dem großen Saal des Saalbaues: Siebentes Montags- konzert des Frankfurter Orchestervereins.________

Sonntagsdienst d.Aerzte «.Apotheken am24.1.26 Pros. Dr. Honigmann. Dr W. Klein. Hirschapotheke. ___________Zahnarzt: Dr Kockerbeck_________ Ncuaportolrfcbe «Gemeinde, Ederstraße 13.

(tzottcsdrculle: Sonntag nachm. 3l/2, abdS. 8VS U6r, Mittwoch abb.8Ubr. - Gäste herzt, willkommen. GlD

MerZSMiMN Wmf summen die 166000 Gewinne und 2 Prämien, die tn der Hauvt und Sckllukklasse der 2G./252. Preukisch-Lüd- deutschen Klassenlottc ie zur Ausspielung kommen. Das ufelbegcbrteGroße LoS" beträgt 500 000 N Äk. und bei seinem Zusammenfall mtt Der Prämie von 500000NM. entsteht der größte Gewinn im günstigsten Falle von 1 'Million NM., der sogar auf 2 Millionen NM. anwachsen kann, wenn der Zufall eS fügen sollte, daß der glückliche Gewinner die tn Betracht kommende 'Nummer in den beiden Abteilungen H und 11) spielt. Außer dem Großen Los von 2 X 500000 NM. werden u. a. noch ausgespielt 2 X 300000 NM., 2 X 200000 NM., 2X100000 NM., ferner an Mittelgeminnen, die bekanntlich sehr be­liebt sind, 120 X 5000 NM., 350x8000 NM., 600 X 2000 NM., 1250 x 1000 RM. In Verbindung damit wird darauf hingewiesen, dan die Lottertegewtnne nach dem neuesten Neichseinkommensteuergesetz frei von der Einkommensteuer sind.

Nur wer das Los 5. Klasse besitzt und vor Be­ginn der Ziehung bezahlt hat, hat nach den be* stehenden Bestimmungen tat ( wwmnsalle Anspruch ans den Gewinn, yiiemanb versäume daher, fein Los zu der großen Haupt- und Schlußziehung recht­zeitig zu erneuern oder zn bezahlen.

Die Erneuerungsfrist läuft am Mittwoch, dem 27. Januar, abends 6 Uhr, ab Die Ziehung beginnt an, 3. Februar und endigt am 27. Februar. Tie Gewinnlisten erscheinen et nm am 12. März. 182id