fianLene Gewinne schnell zu realisieren. Aus diesen Erwägungen heraus ist der Verlauf der letzten Vörsentage, wo oft innerhalb weniger Minuten Lendenz um schwänge eintraten, zu verstehen. Die Grundtendenz bleibt aber nach wie vor recht zuversichtlich, und wahrend man noch vor kurzem mit ungünstigen Gerüchten operierte, um eine Bewegung zu inszenieren, arbeitet man zur Zeit mit Erfolg mit günstigen Meldungen, die die Tendenz an der Stirn tragen. So hat man es verstanden, einen Bummel in Canada- Aktien zu machen, lediglich aus dem Grunde, weil in Canada eine Partei die Mehrheit erhalten hat, der man eine wohlvollendete Haltung gegenüber der Freigabefrage zuspricht. Auch scheinen gewisse Kreise bereits den Moment für gekommen zu halten, um rein spekulative Vorstöße zu machen. Dies dürfte in gewissem Grade bei Aord-Llohd-Aktien der Fall sein. Daß unter diesen Llmständen auch übertriebene Dividendengerüchte einzelner Gesellschaften eine Rolle spielen bedarf kaum der Erwähnung. So darf man gegenüber der Dividendenschätzung für Harpener doch wohl allergrößte Vorsicht anraten. Es erscheint sehr zweifelhaft, ob ein reines Kohlenwerk, wie die Harpener Gesellschaft es ist, bei dem notorischen Verlustgeschäft in Kohle am Rebenprodukt so viel herausgewirtschaftet hat, daß nicht nur dieser Verlust gedeckt, sondern auch noch darüber hinaus ein ausschüttbarer Gewinn erzielt ist.
Die Flüssigkeit des Geldmarkts bleibt in unverminderter Kraft bestehen, und man wird damit rechnen dürfen, daß schließlich doch ein Teil des flüssigen Kapitals in Ermangelung kurzfristiger Verwendung dem langfristigen Markte zugeführt wird. Es ist jedenfalls eine außerordentlich bedauerliche Erscheinung, daß bei der notorischen Kapitalnot in Deutschland kurzfristige Gelder, da sie in Deutschland keine Verwendung finden, im Ausland Unterkunft suchen. Obwohl im Laufe der Woche am Privatdiskont- markt zweimal Ermäßigungen des Zinssatzes statt- gesunden haben, sind auch zu diesem ermäßigten Zinsfüße kaum Privatdiskonten erhältlich. Besonders charakteristisch für die Geldmarktlage ist, daß heute bankgirierte Warenwechsel mit I Proz. gesucht sind, während sie noch vor wenigen Wochen kaum mit 9 Proz. untergebracht werden konnten. Die Ermäßigung des Reichsbankdiskonts hat bisher nicht die vielfach gefürchtete Folge einer stärkeren Anspannung der Reichsbank gehabt. 3m Gegenteil, der letzte Ausweis zeigt Rückflüsse in recht erheblichem Maße. Bedauerlich ist, daß die Reichsbank sich nicht entschlossen hat, die Spanne zwischen Diskontsatz und Lom- bardzinsfuh aus das frühere Maß von 1 Proz. herabzusetzen. Sollte sie sich vielleicht bei dieser Hinterlassung von Rücksichten auf die Privatbanken, für die bekanntlich der Lombardzinsfuß der Maßstab für die Kontokorrentkredite ist, haben leiten lassen? *
* Interessengemeinschaft Farbe n-industrie A.G., Frankfurt a. M. Die an der Interessengemeinschaft Farbenindustrie A. G. Frankfurt a. M. beteiligten Danken beantragen die Zulassung von 465,60 Mill. Rin. neuer Stammaktien der Interessengemeinschaft Farben- industrie A. G. in Frankfurt a. M. zur Frankfurter Börse.
* Fried. Krupp A.G., Essen. Wie der DHD. von Verwaltungsseite erfährt, sieht sich die Firma Krupp gezwungen, in den Lokomotiv- und Waggonbauabteilungen sowie Last- und Krastwagenbau ca. 1000 Arbeiter und 200 Angestellte zu entlassen, so daß die Belegschaft dieser Abteilungen nur noch ca. 300 bis 400 Mann beträgt. Bekanntlich ist auf der anderen Seite die Abteilung für Maschinenbau besonders für größere Maschinen sehr befriedigend beschäftigt.
* Das Ende der Deutschen Werke A. G. Der A.-R. der Deutschen Werke A. G. hat in einer dieser Tage stattgefundenen Sitzung ein Angebot der Viag angenommen, das gesamte Vermögen der Deutschen Werke QI. <3. mit allen Rechten und Verbindlichkeiten zu übernehmen und der Deutsche Weicke A.G. nach Ablauf des Sperrjahres diejenigen Mittel zur Verfügung zu stellen, die zur Einlösung der ausstehenden Aktien der Gesellschaft zu pari notwendig sind. Bekanntlich hat die Gesellschaft ihre Produktionsstätten durchweg in eigene örtliche Unternehmungen umgewandelt, so daß sie nicht mehr als eine Holding-Gesellschaft geblieben wäre, und das auch nur bis zur Liquidation, die sich über einige Jahre hingezogen hätte. Der Abschluß für 1924/25, der gleichseitig vorgelegt wird, ergibt einen Reingewinn von 469 405 Rm., der vorgetragen wird
Frankfurter Börse.
(Eigener Drahtberich! des „(Siebener Anzeigers".)
Frankfurt a. M., 23. Ian. Tendenz: Anentschieden, später erneut fest. — Rach der gestrigen scharfen Aufwärtsbewegung eröffnete die Börse bei Wochenschluß in unsicherer Stimmung bei uneinheitlicher Kursgestaltung. Es kam zu einem allgemeinen Spitzenausgleich. Weitere namhafte Kurssteigerungen wurden auf keinem Gebiete erzielt. Auch die Umsatz tätigtest hielt sich zunächst bei großer Zurückhaltung in engen Grenzen. Gegenüber den gestrigen Abendkursen betrugen die Veränderungen am Montan markt, soweit die Kurse nicht behauptet lagen, 0,25 bis 0,50 Proz. Von Kaliaktien schwächten sich Aschersleben um 1 Proz. ab, Westeregeln minus 0,5. Chemiewerte hielten sich im allgemeinen auf dem gestrigen Stande, nur Holzverkohlung, die im Kurse etwas zurückgeblieben waren, hatten eine Steigerung »wn 0,75 Proz. aufzuweisen. Die Kurse des Elektrvmarktes blieben zumeist gehalten. Clektr. Lieferungen plus 2 Proz., Licht und Kraft minus 2,5 Prozent. Der Dankenmarkt lag ruhig und kaum verändert, nur Reichsbankanteile erlitten eine Einbuße von 1,75 Prozent. Für Schiffahrtswerte zeigte sich nur geringes Interesse, die Kurse lagen etwas unter ihrem gestrigen Stande. A u t o a k t i e n waren leicht gebessert. Zellstoffaktien behauptet. Bau- st o f s a k t i e n angeboten und niedriger, besonders Heidelberger Zement. Auch Zuckeraktien zeigten eine rückläufige Tendenz. Die Werte des Einheitsmarktes lagen unregelmäßig, doch waren auch hier nur unwesentliche Veränderungen zu verzeichnen. Der heimische Anleihemarkt wies keine Veränderungen auf. Von Auslandrenten blieben Ungarn gefragt und wurden höher, Türken lagen ruhig aber fest. Der Freiverkehr bot das übliche stille Bild. Api 0,4, Beckerstahl 44,5 Prozent, Beckerkohle 49 Prozent, Venz 32 Prozent, Drown-Boveri 55 Prozent. Entreprise 10,5, Gro- wag 48 Proz., Krügershall 84 Droz.. Ufa 52 Proz. Afra 58 Proz. Im Verlaufe" trat größeres
Interesse für die führenden Werte des Montan- und Elektromarktes hervor. Besonders gesucht waren Harpener. Phönix und Rheinstahl, ferner A. E. G., Schuckert. Elektr. Lieferungen usw. Auch für Schiffahrtswerte wurde die Rach- fragc etwas lebhafter, und das Geschäft nahm wieder einen größeren Aufschwung. Die Kurse zogen um 1 bis 2 Proz. an. Da hiervon auch die anderen Märkte günstig beeinflußt wurden, konnte die Börse in fester Haltung schließen. Der Geldmarkt ist weiter leicht. Tägliches Geld war bei 6 Proz. kaum gefragt, Monatsgeld zu 7 bis 7l/2 Proz. für erste Adressen angeboten, für zweite Adressen 9 bis 9'/z Proz. Jibustrie-Akzepte 7'/r Proz. Bankdiskonten 6‘/< Proz. Der Devis enverkehr zeigte keine Veränderungen. London notierte gegen Kabel fest mit 4,861/4. Paris gegen London horte man mit 129,86. Die Reichsmark notierte gegen Kabel 4,2006.
Börsenkurse.
. Berlin
Frankfurt a.M.
5% Deutsche Reichsanletbe 4% Deutsche Reichsanlcihe . Bl/«% Deutsche Reichsanlcihe 3% Deutsche Reichsanlcihe - Deutsche Cvarpramienanicihe 4% Preußische Ronsolö . . .
4° o Hessen .... . . ..
3Wn Hessen..........
3% Hessen
Deutsche Werth. Dollar-Anl. dto. Doll.-'Schatz-Anlreifng.')
*°/o Boatürtcn........
5% Goldmcrikaner ... .
Berliner Handelsgesellschaft • Commerz- und Pnvat-Bank Darmst. und Naiionalbank ■ Deutsche Bank.........
Deutsche Beretnödank .... Disconto Comnumdil .. . Metallbank..........
Mitteldeutsche Kreditbank. • Oesterreichische Creditanstalt. Weltbank . .......
Bochumer Gllß » . BuderuS • ■ . ......
Taro ............
Deutsch-Luxemburg .....
Gelsenkirchener Bergwerke.
Harpener Bergbau ..... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln .... Laurahütte • • .
Oberbedarf. ........
Phönix Bergbau ......
Rheiuftahl
Riebe,k Montan .......
Tellus Bergbau. .....
Hamburg-Amerika Paket. . , Norddeutscher Llovd . . .
Eheramische Werte AlbM . . Zementwerk Heidelberg . . Philipp Holzmann......
Anglo-Cout-Guan o Chemische Mayer Alapin . .
I. G- Farbenindustrie, A.-G. Goldschmidt..........
Holzverkohlung Rütgerswerke ...
Scheidcanstalt
Alla. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann . . ...... Mainkrailwerke ...... Schuckert . Siemens & Halske .....
Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren..... .
HeyligeuKaedt ...... '"ieauin.....
Motorenwerke Mannheim .
Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . .
Metallgcscllchost Frankfurt -
Pct. Union A--G Schuhlabrik Herz . . Sichel • . .......
Zellstoff Waldhof...... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . .
Sdjluj» Kurs
bUfct- Kur«
^chiub-IÄniang Kur» 1 'hi-'.
Datum:
22.1
23 I.
22.1 | 23 V
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0.235
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48
47,25
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—-
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
Tel egraphifche Auszahlung.
Banknoten.
22 Jan.
23. Jan.
Amtliche Noti rung
Amtliche Notierung
Meld
Brief
Geld
Brief
'2imit.«yton
168.54
168,1)6
168,51
168,93
Buen.-Aircs
1,735
1,740
1,735
1.739
Brss.-Antw
19 06
19,1 >
19,06
19.10
Chrissiania.
85,29
85,51
85,34
85,56
Kopenhagen
103.97
104,23
103,8?
104,13
Stockholm
112,24
112,54
112,20
112,48
Helssngfors
10,545
10.585
10,54,1
10,585
Statten. .
16 93
16,97
16 935
16,975
London. .
20.397
20,446
20,395
20,447
Neuyork . .
4.195
4,205
4,195
4,205
Paris. . .
15 695
15.735
15,695»
15,735
Schweiz . .
81 03
81,20
80.99
81,19
Spanien.
59.35
59,49
59,40
59,54
1,8.5
Japan . . .
1.882
1,886
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0 633
1.635
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12.416
12.416
12,456
Belgrad . .
7,42
7,44
7,42
7,44
Budapest. . Bulgarien
5.873
i,893
5,87
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2,885
2,8'5
2.905
2,915
Lissabon
21 225
21,275
21,225
21,275
Danzig. .
80 88
81,08
60.89
81.09
Konstantin.
2,213
2,22.
2,215
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Alben
5 79
5.81
4,198
5.74
576
Canada. . .
4 188
4.188
4,198
Uruguay
4,325
4.335
4,325
4,335
Berlin, 52 Jan
Geld
Brief
Amerikanische Note» .....
4.117
4.217
Belgische Noten .......
19 00
19 10
Dänische Noren .......
103,14
101,26
Englische Noten........
20,357
20,457
Französische Noten ......
15,78
L» 86
Holländische Noten ......
168,22
169.0'i
Italienische Noten......
16 94
17,02
Norwegische Noten . ...
85,09
85 51
Deutsch-^esterr., a 100 Kronen
58.97
59,27
Rumänische Noten......
—
Schwedische Noten.....
111.97
112.53
Schweizer Noten.......
SO,955
81 35 i
Spanische Noten .......
59,15
59 45
Tschechoslowakische Noten . .
12.398
12,458
Ungarische Noten ......
5.83
5.87 _
Berliner Börse.
/Eigener Drahtberichi des .,Gießener Anzeigers".)
Berlin, 23. Jan. Die gestrige Abend-Hausse in Frankfurt und der sehr feste Verlauf des heutigen Frühgeschäftes ließen für den amtlichen Mittagsver- tehr umfangreiche neue Kurssteigerungen erwarten. Der Beginn war in dieser Einsicht jedoch eine Enttäuschung, wahrscheinlich deshalb, weil durch den um eine Stunde früheren Beginn des Samstagsverkehrs die Kundenorders noch nicht vorlagen. Infolgedessen lagen die beiden augenblicklich führenden Gebiete, der Montan- und Elektromarkt, gegenüber dem Bortagsnioeau anfangs zwar behauptet, nicht aber wesentlich höher. Nur AEG., Siemens und einige weitere Elektropapiere eröffneten 1 bis 2 Proz. höher, trotzdem aber unter den heute früh erreichten Sätzen. Die Grundstimmung war jedoch durchaus fest, und man erwartet für den weiteren Verlauf noch größere Schwankungen. Lebhafte Umsatztätigkeit entwickelt sich nach Festsetzung der ersten Kurse in einzelnen Schiffahrtswerten, namentlich in Hansa-Dampfschiffahrt. Es werden von der Börse noch weitere Transaktionen
im deutschen Reedereigewerbe erwartet. Ferner wurden ausländische Renten und Pfandbriefe reger umgesetzt. Tägliches Geld 6 bis 8 Prozent. Monatsgeld 8| bis Prozent. Der Devisenverkehr war sehr still, nennenswerte Veränderungen lagen nicht vor.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 22. Ian. Trotz flauer Preismeldungen aus dem Ausland zeigte Beginn des amtlichen Miltagsverkehrs der Berliner Produktenhandel ziemliche Widerstandsfähigkeit. Die Nachfrage seitens der Exporteure wie auch der Mühlen stand hier nur in geringem Umfange dem Markte gegenüber, da das um eine Mark ermäßigte Angebot schwer Deckung finden konnte. Im Lieferungsgeschäft war nur Märzweizen bei Beginn unverändert, während Mailieferung um eine Mark zurückging. Roggen per März eine Mark schwächer. Mailieserung stellt sich auf 1351/2. Hafer unverändert, Gerste hatte kaum Umsätze zu verzeichnen, Futterartikel lagen ohne wesentliche Veränderung. Es notierten für je 1030 Kilo: Weizen, märk. 244 bis 250, do. Pommern 244 bis 250, do. März 266, do. Mai 272, Roggen, märk. 144 bis 151, do. Pommern 144 bis 151, do. März 174, do. Mai 186,5 bis 186, Gerste, märk. 178 bis 205, Futtergerste 145 . bis 163, Hafer, märk. 159 bis 170, do. März 182,5, do. Mai 180, Raps 340 bis 345; für je 100 Kilo: Weizenmehl 32,5 bis 36, Roggenmehl 22 bis 24, Weizenkleie 11,25 bis 11,5, Roggenkleie 9,75 bis 10,25, Viktoriaerbsen 26 bis 36, kleine Speise- erbfen 22 bis 25, Futtererbsen 20 bis 22, Peluschken 20 bis 21, Ackerbohnen 20 bis 21, Wicken 21 bis 23, Lupinen, blau 12 bis 12,5, do. gelb 14 bis 15, Serradelle 18,5 bis 19,5, Rapskuchen 15,25, Leinkuchen 23,5 bis 23,6, Trockenfchnitzel 8 bis 8,10, Torfmelasse 8.2 bis 8,5, Kartoffelflocken 14,7 bis 15,2, Soya-Schrot 20,2 bis 20,3.
Buntes Allerlei.
Der Riesenmagen der Menschheit
Ueber die ungeheuren Mengen, die die Menschheit in einem Jahre verzehrt, plaudert Dr. Emil Carchaus in einem Aufsatz in Rr. 16 des „Daheim". Man sieht sich die Bilder an und ist erschüttert: die Cheopspyramide mit ihrer Höhe von 148 Mir. verschwindet gegen die 678 Mtr. hohe Kartoffelpyramide, die den Iahresweltverbrauch darstellt; aus dem jährlich verbrauchten Zucker läßt sich eine Säule aufbauen. die zehnmal höher ist als der Eiffelturm, schüttete man die jährliche Weizenernte auf einen Haufen, so liehen sich etwa 100 Peters- kirchen in ihm begraben, rund ebensoviel Kölner Dome bedeckt die Mais-, ebensoviel Reichstagsgebäude die Reisernte. Wir ziehen noch einige Zahlen aus dem Aufsatz heran. Jährlicher Reisverbrauch 80 bis 95 Millionen Tonnen, Weizenverbrauch 106 Millionen Tonnen, Maisverbrauch 105 Millionen Tonnen, Roggen nur 47 Millionen Tonnen, Kartoffeln 150 Millionen Tonnen, Zucker 24,5 Mittionen Tonnen. Beim Vieh ist der Verbrauch schwer festzustellen. Von rund 550 Mittionen Weltbestand an Schweinen werden etwa 180 Mittionen jährlich geschlachtet, 450 Mittionen Stück Rindvieh und 550 Millionen Schafe gibt es auf der Erdkugel. Lieber Geflügel läßt sich nur sagen, daß 1912 in Deutschland allein 80 Millionen Stück Federvieh gezüchtet wurden. Zu diesen Mengen kommt noch der Verbrauch an Obst (Deutschland allein hat 170 Mittionen tragende Obstbäume), Wild, Fischen usw. — Es ist kaum glaublich, welche Massen den Riesenmagen der Menschheit passieren.
Große Helrumfunde in Kanada.
Helium, das leichteste und seltenste aller Gase, hat in neuester Zeit verschiedene praktische Verwendungen gesunden, besonders zur Füllung von Luftballons. Während bisher dieses Gas in großen Mengen fast nur in den Vereinigten Staaten gefunden wurde, ist jetzt ein bedeutendes Heliumvorkommen zu Jnglewood, wenige Kilometer von Toronto entfernt, in Kanada entdeckt worden. Im Jahre 1917 gab es nur 200 Kubikfuh Helium auf der ganzen Welt, und der Kubikfuß war 1500 Dollar wert. Jetzt ist der Wert von 1000 Kubikfuß etwa 70 Dollar; aber auch bei diesem Preise sind die neuen Heliumfunde sehr gewinnbringend, denn die Quellen von Jnglewood werden mindestens 100 000 Ku- bikfuß im Jahre liefern.
Was ist Sago?
Viele wissen keine Antwort darauf. Sago besteht ebenso wie das Getreidemehl aus Stärke, also aus mikroskopisch kleinen Körnchen eines Kohlehydrats (aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff), und ist wie jenes ein vorzügliches Nahrungsmittel. Wie alle Stärke stammt auch der Sago aus Pflanzen, aber nicht wie das Mehl, Gries, Graupen usw. aus den Körnerfrüchten der Getreidearten, sondern aus Palmen, und zwar aus den Zetten des Marks der Stämme, die also zur Gewinnung geopfert werden müssen. Dasselbe wird dabei zerrieben (ähnlich wie die Kartoffeln, um Kartoffelstärke zu erhalten) und mit Wasser geschlemmt. Die Stärke setzt sich dann als feines Pulver ab. Ist die Massehalb trocken, so läßt man sie durch ein Sieb auf eine heiße Melallplatte fallen. Dadurch entstehen Körner, die oberflächlich verkleistert sind. In dieser Form, die also eine künstt.che ist, kommen sie in den Handel. Demgegenüber sind sie ähnlich den Reiskörnern, den nattirlich gewachsenen Fruchtkörnern der Reispslanze. Der echte Sago stammt von der Sagopalme Ostindiens und der Molukken. Dort bilden Kuchen aus Sago die Hauptnahrung des ärmeren Volkes. Ein Daum soll 5 Zentner Sago liefern. Schon Marco Polo brachte den Sago nach Venedig; aber in Deutschland kennt man ihn erst seit 1744. Richt so gut ist der Sago des Palmfarns (Cycas). jener unseren Radelhölzern näher stehenden Pfanze Ostasiens, deren Wedel bei uns als Zeichen der Trauer Särge und Tvtenkränze schmücken.
Spielkarten-Moden.
Überall auf der Welt gibt es heutzutage Spielkarten, und das Kartenspiel hat sich im Lause weniger Jahrhunderte eine immer größere Beliebtheit errungen. Trotzdem ist dieses Spiel, mit anderen LInterhaltungen der Menschheit verglichen, verhältnismäßig jung. Zwar sotten die Chinesen schon 1120 v. Ehr. Spielkarten gehabt haben, und die Chroniken erzählen von einem Kaiser, der das Kartenspiel erfand, um die Damen seines Hofes, die sich langwettten, zu unterhalten. Aber wie so viele chinesische Rachrichten aus grauer Vergangenheit steht auch diese auf schwachen Füßen. Das älteste Spiel
Karten das sich noch erhalten hat. soll sich im Museum der Londoner Asiatischen Gesellschaft befinden, es wird behauptet, daß diese Karten 1000 Jahre alt seien, aber der neueste Historiker des Kartenspiels. A. Proctor, meint, sie seien sehr viel jüngeren Datums. Jedenfalls hat das Altertum, soweit uns bekannt ist, keine Karten gekannt, und auch in Europa dürften sie bis ins 14. Jahrhundert nicht in Brauch gewesen sein, denn Petrarca erwähnt sie nicht in seinem Dialog über die Spiele, in dem er doch sonst alle damals üblichen, Formen der Unterhaltung aufführt. Die erste authentische Erwähnung der Spielkarten in Europa findet fick in Frankreich im Jahre 1392. Unter den Rechnungen von Charbot Poupart, dem Schatzmeister Karls VL, sindet sich eine Eintragung über eine Bezahlung für die Bemalung von Spielkarten. Damals müffen also die Karten schon erfunden gewesen sein, und man kann danach diese Erfindung in die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts setzen. Die Herstellung der Karten war damals sehr kostspielig, und erst als mit dem Holzschnitt und der Radierung brauchbare Reproduktionsverfahren auftraten, bürgerten sich auch die Kartenspiele mehr ein. Wir besitzen herrliche Beispiele für die künstlerische Ausstattung der Spielkarten in den frühesten Erzeugnissen der deutschen Graphik. Die Zahl der Karten, die zu einem Spiel gehören, hat im Laufe der Jahrhunderte gewechselt; erst waren es 21 Stück, dann wurden 78 Karten für ein Spiel verlangt. Zuerst waren König, Königin, Ritter und Diener unter den Figuren vertreten; dann verschwand der Ritter, und aus dem Diener wurde der Bube.
Der gereizte Hungerkünstler.
Ein neuer „Sport", der den Vorzug hat. keine großen Unkosten zu verursachen, scheint in Frankreich populär zu werden. Seit einiger Zeit treten in verschiedenen Teilen des Landes Hungerkünstler auf, die den Ehrgeiz haben, einen neuen Hungerrekord aufzustellen. In einer lothringischen Ortschaft soll vor kurzem ein junger Mensch 28 Tage lang hungergekün- stelt haben. Diese Leistung hat einen anderen Künstler in Paris, namens Volly, nicht schlafen lassen. Er lieh sich in der Empfangshalle einer Pariser Zeitung in einen Glaskäfig einsperren. der unter feierlichen Zeremonien versiegelt wurde, und in dem Volly sich seit 11 Tagen und 11 Rächten mit Hungern beschäftigte. Gegen ein Eintrittsgeld von einem Franken konnte man den Hungeickünstler bei seiner Tätigkeit beobachten. Das Geschäft ging glänzend; Tag und Rächt strömte das „kunstbegeisterte" Publikum an dem gläsernen Käfig vorüber und bewunderte Volly, der in Frack und weißer Binde auf seinem Sofa lag. Seiber soll es dabei nicht an schlechten Schmerzen gefehlt haben, und besonders in den Nachtstunden machten sich herzlose Besucher ein Vergnügen daraus, vor den Augen des Hungerkünstlers riesige Schinkenbröte zu verzehren. So wurde Volly allmählich nervös, bekam plötzlich einen Wutanfgll und zertrümmerte mit ein paar Fußtritten den ganzen Glaskäfig. Der Künstler wurde schleunigst ins Krankenhaus gebracht, wo er sich unter dem Einfluß vorsichtiger Ernährung bald wieder erholte. Den Hungerrekord hatte er nicht gebrochen; aber wenn auch sein künstlerischer Ehrgeiz unerfüllt bleibt, so haben ihm die 11 Tage Qualen doch immerhin 40 000 Franken Eintrittsgeld eingebracht ,die er nun dazu verwenden kann, sich von feinem Hunger zu erholen.
Rundfunk-Programm
des Frankfurter Senders.
(Aus der „Radio-Umschau".)
Sonntag, 24. Januar.
8.30 bis 9.30 Uhr: Morgenfeier veranstaltet vorn Wartburgverein Frankfurt a. M. 12 bis 1 Uhr: Mittagsständchen des Hausorchesters. 4 bis 5 Uhr: Die Stunde der Jugend. 5 bis 6 Uhr: Nachmittagskonzert, veranstaltet von dem Zithervirtuosen Wilhelm Zorbach. 6 bis 7 Uhr: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung: „Klang der Landschaft in gesprochener Dichtung", Vortrag mit vortragstttnstle- rischen Demonstrationen von Friedrich Karl Roe- demeyer, Lektor an der Universität. 7 bis 7.30 Uhr: Große Erzieher: Aus den Werken von Lohe. 2. Vortrag. 8.30 bis 9.30 Uhr: Aus neuerer französischer Dichtung. 9.30 bis 10.30 Uhr: Übertragung von Kassel: Unterhaltungsmusik. Anschließend bis 12 Uhr: Übertragung von Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle.
Montag, 25. Januar. '
3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 6 Uhr: Nachmittagskonzert des Hausorchesters: Schlagcr-Revue. 6 bis 6.30 Uhr: Die Lesestunde. 6.30 bis 7 Uhr: „Theater — Film — Funk", ein Vortragszyklus von Dr. Martin Ku- nath: erster Vortrag. 7 bis 7.30 Uhr: Funkhochschule Frankfurt (Abt. Völkerkunde): „Die Grundlagen der chinesischen Kultur III“, Vortrag von Prof. Wilhelm. 7.30 Uhr: Übertragung aus dem großen Saal des Saalbaues: Siebentes Montags- konzert des Frankfurter Orchestervereins.________
Sonntagsdienst d.Aerzte «.Apotheken am24.1.26 Pros. Dr. Honigmann. Dr W. Klein. Hirschapotheke. ___________Zahnarzt: Dr Kockerbeck_________ Ncuaportolrfcbe «Gemeinde, Ederstraße 13.
(tzottcsdrculle: Sonntag nachm. 3l/2, abdS. 8VS U6r, Mittwoch abb.8Ubr. - Gäste herzt, willkommen. GlD
MerZSMiMN Wmf summen die 166000 Gewinne und 2 Prämien, die tn der Hauvt und Sckllukklasse der 2G./252. Preukisch-Lüd- deutschen Klassenlottc ie zur Ausspielung kommen. Das ufelbegcbrte „Große LoS" beträgt 500 000 N Äk. und bei seinem Zusammenfall mtt Der Prämie von 500000NM. entsteht der größte Gewinn im günstigsten Falle von 1 'Million NM., der sogar auf 2 Millionen NM. anwachsen kann, wenn der Zufall eS fügen sollte, daß der glückliche Gewinner die tn Betracht kommende 'Nummer in den beiden Abteilungen H und 11) spielt. Außer dem Großen Los von 2 X 500000 NM. werden u. a. noch ausgespielt 2 X 300000 NM., 2 X 200000 NM., 2X100000 NM., ferner an Mittelgeminnen, die bekanntlich sehr beliebt sind, 120 X 5000 NM., 350x8000 NM., 600 X 2000 NM., 1250 x 1000 RM. In Verbindung damit wird darauf hingewiesen, dan die Lottertegewtnne nach dem neuesten Neichseinkommensteuergesetz frei von der Einkommensteuer sind.
Nur wer das Los 5. Klasse besitzt und vor Beginn der Ziehung bezahlt hat, hat nach den be* stehenden Bestimmungen tat ( wwmnsalle Anspruch ans den Gewinn, yiiemanb versäume eß daher, fein Los zu der großen Haupt- und Schlußziehung rechtzeitig zu erneuern oder zn bezahlen.
Die Erneuerungsfrist läuft am Mittwoch, dem 27. Januar, abends 6 Uhr, ab Die Ziehung beginnt an, 3. Februar und endigt am 27. Februar. Tie Gewinnlisten erscheinen et nm am 12. März. 182id


