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Nr. 299 Drittes Blatt

Siebener AnzeigersGeneral-Anzeiger für Gberhefsen)

Mittwoch, 22. Dejember (926

Aus dem Aeiche der Krau

Diener fein.

K. G.

liche Anerkennung

auch mal eine kleine

fie könnte Gustav oder Friedchen nutzen. waS haben alle diese Aufmerksamkeiten: kalesfenkörbe. Dlumenspenden, Eektslalchen mit der heiligen Liebe zu tun, die uns am der Erinnerung an die Geburt der ewigen

Aber Dell- usw.

Tage Liebe

ersten bunten dessen.

Abschnitt-fette malte lch außerdem mit

-Einten recht deutlich den vollen älamtit

inS Erden leben da s Die Geschenke für

der aus des SU ge-

neS geworden und werden auch meistens in Geld ausge-ahlt ein unzweideutiges Verfahren, das meinen« zu größerer Zufriedenheit führt, als die Auswahl unerwünsch'er Gaben, unter deren Verantwortung die wohlmeinende , Hausfrau Schweißtropfen der Annst vergoß. Dettn kannte kannte man den Geschmack von Minna oder Anna und kannte man ihn wollte man ihm willfahren? Ich weih von einem jungen

Mädchen, das durch ihre schlechte Laune Familie den Heiligabend verdarb, weil sie ihrem Platze einen gu'en Wintermantel statt erwünschten weißen Tüllkleides sand, das tragen ihr Leben ihr niemals Gelegenheit

Herz erfüllen sollte?

die Hausangestellten find längst zu einem festbestimmten Teil ihres Loh-

Gaben oder Liebe.

Don Gabriele Reuter.

DaS WeitznachlSsest ist bei unS in Deutschland von der Gefahr beschattet, ein reineS ..Gaben­fest" zu werden nein, es ist es bereits längst geworden. UnD soll doch ein Fest der Liebe sein! Schließt denn eins das andere aus? Sind die WeihnachtSgaben, mit denen wir uns gegen- fettig zu erfreuen trachten, nicht ein Ausfluß unserer Liebe? Seien wir doch ehrlich: längst ist der Ärei» der Weihnachrsgeichenke rings um die Menschen zu einer harten Derpflichtungs- mauer angewachsen, mit vielen spitzen Ecken und Türmen und Kanten, an denen man sich wund stoßen kann, und auch mit manchem Hintertürchen, die zu allerlei Gcschäsiemacherei führen. Wie du mir, so ich dir... Ach diese oder jene Beziehung müßte ausrecht erhalten werden

Die Weihnachtsnuß und ihre Geschichte.

Bon Arthur I g e r.

ES ist seltsam, ein echtes deutsches Weih- nachtSsest kann man sich schwerlich ofyne Aepfel und Rüsse denken. Aber während der Apfel für uns eine Frucht ist, die wir fast das ganze Iahr hindurch genießen, taucht die Ruh erst in den weihnachtlichen Tagen bei uns auf, um dann mit dem »bunten Teller" wieder bis zum nächsten Christfest im Orkus der Vergessenheit zu verschwinden. Gewiß verwendet man sie in geringer Menge auch in anderer Zeit als Zutat zu Torten oder anderem feinen Gebäck, aber Der Bedarf dafür steht in gar keinem Verhältnis zum Konsum anderer Früchte.

Richt immer hat sich die Ruß mit der Rolle Der weihnachtlichen »Eintagsfliege" bescheiden müssen. In vorgeschichtlicher Zeit war der Ruß- baurn bereits im westlichen Mittelmeergebiet ver­breitet, und die f»genannte »welsche Ruh" aus welchem Rainen später die Bezeichnung »Walnuß" entstand wurde schon in frühester Zeit in Europa und Asien angebaut, da der Baum nicht nur wegen seiner Frucht, sondern auch wegen seines Holzes inti> des Oelertrages von den Alten sehr geschätzt wurde. Wit dem Fortschritt des Strahenbaues ging man beson­ders in Frankreich und Italien auch dazu über, die Alleen mit Rußbaumkulturen einzurahmen.

ihre Freuden uni) iVuuuncrr.uk Wir Haden uns ja lieb, wir brauchen es doch nicht erst öu zeigen das ist nicht gute, sondern böse deutsche Art, oft aus einer feinen Scham her­vorgehend, viel öfter aus einer schlimmen Be­quemlichkeit des Herzens!

Liebe Leute strengt doch eure Phantasie einmal etwas an: wie ihr euch gegenseitig er­freuen könnt auch ohne kostbare Geschenke. Freilich ist es zehnmal leichter, in letzter Stunde zum Kaufmann zu lau'en und ein Irgendwas -u erstehen, was die Verkäuferin -..ich gerade tn die Hand steckt, als ernsthaft und wiederholt Darüber nachzudenken, wie der Ehemann seine Frau und diese ihn, wie Die CI.em ihre Kinder und Die Geschwister untereinander sich zu den Chrtstfeierlagen durch seelische Au.merk- sa^m keilen einmal so recht froh und zufrieden machen könnten! Seelische Aufmerk'amke ten worin die bestehen, das kann ich euch nicht sagen, darauf müht ihr schon selber verfallen! Bald werden sie in einer häuslichen Hilfeleistung des Mannes für die müde Hausfrau sich aus­wirken bald in einer hingestreck en Hand, Die bedeutetLassen wir Vergangenes vergangen -sein, laß uns beide neu beginren!

Es gibt Blicke, kleine Zärtlichkeiten, freunD-

viert worden und bildete einen großen Handels­artikel. Die Stadt Aoellino war ein Haupt stapel- Plah der Heinen, wohlschmeckenden Frucht, die von da aus in ganzen Schiffsladungen in alle Welt ging. Ss wurden verschiedene Arte'n ange­baut, die je nach dem Geschmack der Bevölkerung auch verschieden eingeschätzt wurden. So gibt eS den Goldhasel, Schlitzhafel, LambettShasel, Blut­hasel und noch etliche andere Varietäten. Schon die alten Römer knabberten gern die »nuces ponticae", diePontifche Haselnuß', und auch in Konstantinopel bildete fi? eine stets gern ge­kaufte Marktware. Eine Riesenhasel wurde tat Franken im vorigen Jahrhundert gezüchtet. Die beim Kloster Zell kultivierten berühmten »Zeller Rüsse" erreichten die doppelte Gröhe der nor­malen Haselnuß.

Obgleich auch die Haselnuß bei uns tn der Hauptfach« zu Weihnachten in Erscheinung tritt, ist sie doch das ganze Iahr hindurch tn aller Welt ein beliebter Handelsartikel. Große Kul­turen von ihr befinden sich besonders in Spanien und in der Tschechoslowakei. Wieviel dieser Eleinen Früchte konsumiert, kann man daran ermessen, daß schon vor etwa dreißig Jahren allein von Spanien runö hunderttausend Zentner im Jahre ins britisch« Reich eingeführt wurden.

Man sieht, für manche Länder ist die Hasel­nuß durchaus kein »bitterböser Baum". Auch für unsere Äleinen nicht, wenn sie die runben Kügel­chen aufknacken und sich denguten Kern" ein* verleiben. Es müßte Denn gerade fein, daß fie dabei »des Guten zuviel" tun.

boten hätte. Aber ich denke auch der alten Köchin, Die mit spärlichen Gaben beDadjt. doch mit Tränen erklärte, noch nie ein so herrliches Weihnachtsfest gefeiert zu haben, Denn in ihren langen D'enstjahren habe sie niemals im Pimmer an Der richtigen ..Bescherung" teilrebmen Dürfen. UnD man hatte ihren Jungen für die Feier­tage einrefaben ...!

Der Krieg hctt. wie mit manchem Mißbrauch allzu üpvlger Zei'en, auch mit der ..Gabenüber­schwemmung" zum Ebristfest gehörig aufgeräumt. Wobl jede Familie hat Die Liste ihrer Gaben - emp'änaer nach Möglichkeit eingeschränkt leider hat dadurch ja auch mancher arme Verwandte zu leiden, Dem Die LebensmittelsenDuna zur Rot- v-endiakeit geworden war. Gerade über solche ..Abstriche" muß Die heilig« Menschenliebe aus- sondernD walten!

Ts ist jetzt eher das Gegenteil von früher einge'reten. Die herrlichen Dinge, die man schen­ken könnte, sind zwar alle wieder in buntester Pracht und Fülle vorhanden doch es fehlt oft das Geld, sie zu erwerben und das ist viel­leicht ein bet) rüden Derer Zustand, als wären sie gar nicht vorhanden. Das verbittert so vielen Haussrauen und zärtlichen Vätern das Gemüt und verdirbt ihnen das letzte, das höchste und köstlichste Geschenk, was ihnen zu geben doch übrig blieb sich selbst zu schenken, ihre Liebe. Güte, Herzlichkeit. Die feinste Blüte ihres WelenS zufammenzurasfen und sie auszugießen über Die Familie.

Um Gotteswillen laßt nicht Die Silage laut wer Den: Wie war es sonst, wie groß Der Christ­baum, wie üppig Die Bäckereien. Vorüber ist vorüber neu muß das Leben aufgebaut wer­den, nur so wird es gesund, wenn Weihnachten nicht zu einer Katastrophe für den Geldbeutel und zu einem Zankfest zwischen Mann u.ti) Frau auSartet, sondern wieder zu einem Fest des Geistes und des Gemütes werden soll.

Aber ich rede zu solchen, Denen Die Weih* nacht-geschickte nur noch eine Legende versunkener Zetten ist: Vertieft euch Doch einmal in Den wun­dervollen Sinn dieser heiligsten Erzählung, laßt euer Herz von den Strömen der Einfalt, der Klarheit und Reinheit durchfluten, Die von ihr auSgeht und ihr werdet sehen, wie vor diesem Frieden, Der aus Den Worten Der Heiligen Schrift quillt, all Die fürchterliche Geschäfts-, Haushalts-, Welt- unD Sorgenunruhe, Die euch quält, gestillt wirt). So daß ihr nun erst so ihr guten Willen- seid, zu Dem Wissen über Die wertvollsten Gaben gelangt. Die ihr zum Fest euren Angehörigen aufbescheren könnt: den Menschen ein Wohlgefallen nämlich den Men­schen eures engsten Hauskreises ein Wohlgefallen an euch an eurer guten Laune, eurer Herz­lichkeit, eurem Eingehen auf ihre Interessen.

Schmeichelei... Zeichen der Liebe, Heine, fröh­liche, gütige Vorboten Des Christfestes.

Weihnachtsschmuck.

Es naht nun wieder das Weihnachtsfest mit seinem Lichterglanz und seinem Kerzenschimmer, ungeduldig ersehnt nicht nur von Den Klllnen, die tausend Wünsche und Hoffnungen an sein Erscheinen knüpfen, sondern auch freudig begrüßt von allen Erwachsenen. Dringt es doch auch ihnen Licht und Freude, ein lur,^s Aufatmen und Entspannen in das tägliche arbeitsreiche Leben, für viele ein frohes Wiedersehen mit fernen Angehörigen und für alle neue Hoffnung. Hoffnung auf die Wiederkehr des Lia-tes. aus längere, hellere Tage, auf den Frühling. Für die Hausfrau bringt das Fest allerdings auch vermehrte Arbeit mit sich, zumal sie doch ihren Ehrgeiz darin setzt, ihre Häuslichkeit von der allerbesten Sette zu zeigen. Denn wenn bei uns das Fest auch nicht, wie in anderen Ländern, vorwiegend in der Darbietung auserlesener kuli­narischer Genüsse besteht, so ist es doch lelbft- verständlich, daß der Tisch besser beschickt wird, als in gewöhnlichen Zeiten. Sind es doch nun einmal die Mahlzeiten, Die alle Familienmit­glieder, liebe Gäste, Freunde und Verwandte zusammenführen. Sie sollten daher, besonders in Den Feiertagen, so festlich wie möglich ge­staltet werden und dazu gehört neben der Dar­reichung der bekannten und beliebten Weih­nachtsgerichte auch eine festlich geschmückte Tafel.

Es ist selbstverständlich, daß an solchen Fest­tagen Die schönsten Dachen, Die die Schränke bergen, zu Ehren kommen müssen. Doch tut die Hausfrau gut. beizeiten nachzusehen, ob ihr bestes Gedeck, das sie auflegen will, auch in tadel­loser Verfassung ist. Richts ist ärgerlicher, als wenn im Augenblick des Deckens, toeim kaum noch etwas zu änDem ist, häßliche Kniffe und Falten an unrichtiger Stelle den Eindruck stören: denn Haupterfordernis eines festlichen Eindrucks ist nun einmal peinlichste Ordnung und strah­lende Sauberkeit. Erst danach kommt Die übrige Ausschmückung Der Festtafel zu ihrem Recht

Auf Blumenschmuck wird man bei Der Weih­nachtstafel meistens verzichten. Weihnachten bat sein eigenes Recht. In diesen Tagen herrscht die Tanne, herrschen Die anderen wintergrünen Gewächse der Heimat, und an Stelle farbiger Blumen verwenden wir bunte Beeren, Die uns Die Ratur auch jetzt noch reichlich bietet, z. B. Die leuchtend roten Beeren des Ilex, Die matten, weißen Perlen der Mistel und noch manches andere. Die farbige Rote, Die Durch diese Beeren, durch gelbe und rote Aepfel und anderes Obst In den Tafelschmuck kommt, genügt vollauf; Denn alles wird doch überstrahlt von der Kerze, der in der Weihnachtszeit durchaus Der Vorrang ge­bührt. Sie ist uns das Symbol Des Lichts, Das in der Finsternis leuchtet und wie sie am Christbaum strahlt und am schönsten strahlt, wenn alle anderen Lichtquellen erloschen sind, so sollte fie auch beim Tasellchmuck noch mehr Verwen. Dung finden; ja, Die Beleuchtung Des Weihnachts­tisches sollte eigentlich nur von Kerzen ausgehen.

Mit anM festlichsten' wirkt über dem Eßtisch zweifellos eine sogenannte Weihnachtskrone, die man sich aus einem Reifen dreht und mit Bind­faden und reichlich Tannengrün leicht selbst Her­stellen kann. Man bringt sie um die Hänge­lampe herum an und schmückt sie wie den Christ-

Weihnachtsküche.

Maronen. 'Die .Kastanien oder Marone« loerDen geschält, gebrüh!, enthäutet, in Zucker­wasser nur halbwc,ch gelocht. Auf 1 Pfund Frucht l , Pfund Zucker, starker Zusatz von Vanill.n. cm kleines Gläschen Portwein oder Tokayer. In dieser aromatischen Sauce Die Maronen ziehen lassen, sehr aufpassen. daß sie nicht zerfallen.

Schwarzwild-Ragout mit roten Rüben. Brust und Schultern eines Frifchlinas werden abgettemU, sauber gewaschen, in passende Stückchen zerlegt, dann in einer Kasserolle mit Zwiebeln, Sellerie, Lorbeerblatt, zerdrückten Wacholderbeeren, Pfefferkörnern, Zitronenscheiben und drei roten Rüben mit dem nötigen Salz in halb Essig, halb Wasser und 1 ... Flasche Rotwein weich gelocht. UnterDeffen verrührt man eine gute Mehlschwitze, gießt die Fleischbrühe durch ein Haarsieb wenn Die Fleischstücke gar find, verkocht Die Brühe mit Dem Schüntzmehl zu einer glatten Tunke, gibt da- Ragoutsleisch hinein, läßt alleS zusammen nochmals aufkochen und tischt es zu Salzkartosfeln auf.

Gebratene Ente oder Gans in Marinade. Man kocht von zwei Liter Wasser, dem nötigen Suppengrün, */, Pfuird Ochlen- lleisch imD zwei Kalbfüyen eine klare Brühe, fügt, nachdem sie durch ein Sieb gegoffen ist, zwei Glas Weißwein und ein GlaS Weinessig hinzu, läßt dieS zum Kochen kommen, gibt eine mit zwei Relken gespickte Zwiebel, ein Lorbeerblatt, etwas Estragon, Thymian mrd Basilikum hinzu unD schäumt den Sud, nachdem er zehn Minuten zur Seite des Feuers gezogen hat, gut aus Man fügt alsdann noch einen halben Teelöffel Liebig- Extrakt an Die Marinade, verrührt sie sehr gut. legt Enten- oder Gänsebratenreste (auf diese Flüssigkeit eine halbe Gans oder eine Ente), die man in zierliche Stück geschnitten hat, in eins Schale, nimmt das Fett von der Marinadenbrühe, seiht sie durch ein Tuch über das Geflügel und läßt sie zu Gelee erstarren. Will man das Ge­flügelgelee längere Zeit aufbewahren, fo gibt man eS in einen Steintops, übergießt es mit Rinds­fett und bindet Den Topf Arc. Dieselbe QEarinaDe schmeckt vortrefflich, wenn sie über gebraten« Schweinskotelettv gegeben wird imD zu Gelee erstarrt. Man rechnet auf sechs Koteletts ein Liter Wasser unD alle obigen Zutaten zur Hälfte.

Hase im Topf. Man zerlegt einen Hasen, sowie ein Pfund Durchwachsenes Schweinefleisch in mittlere Würfel, reibt einen Suppenkelle^ voll Schwarzbrot und schneidet drei große Zwie- beln in Würfel. Auf Den Boden eine« Schmor­topfes gibt man zuerst eine Lage Brot, Dann von Dem gewürfelten Fleisch würzt mit Salz, gestoßenem Pfeffer, Lorbeerblatt und ein wenig Relkenpfesfer. Dann kommt wieder eine Schicht Brot, Fleisch usw. Ist der Topf gefüllt, g.etzt man eine Flasche Rotwein Darüber, verklebt Den Topf mit Mehlteig, kocht ihn zuerst auf dem Herd an und dämpft ihn dann noch reichlich -wer Stun­den im Bratofen. Dcmach gibt man das Gericht im selben Topf zu Tisch.

Sier auf Husaren-Art. Die nötige Anzahl genügend großer, in Butter geröstete« Scheiben englifchen Kastenbrots wird auf einer Schüssel geordnet, mit einer in Butter erwärmten dicken Tomatenscheibe wird jedes Semmelstück belegt, mit etwas Haschee von magerem ge­kochten Schinken unD Champignons, das mit ein wenig kräftiger Fleischbrühe angemacht wor­den ist. überfüllt und mit verlorenen Eiern be­legt. die mit etwas holländischer Sauce über­zogen werden.

A p f e l - P i e. x/t Pfund roheS Rierensett wird gehäutet und mit 200 Gramm Mehl fein gehackt, etwas Salz, ein Si, eine Heine Tasse Wasser dazu geknetet und der Teig ausgervllt. Man schneidet zuerst den Deckel für öie mit Teig zu belegende Pieform und dann Den Rand und Boden Man füllt rohe Apfelscheiben, die mit Zucker bestreut werden, in die Form unD schließt sie mit dem Deckel, den man an den

wohingegen sich der chankbare Schatten- und Fruchtspender er kann es bei gutem Boden auf ein Alter von 100 Iahren und mehr bringen In Baden, Franken, Schwaben, Schweiz und Tirol meist in Gärten und Obstpslanzungen findet.

Untere weihnachtliche Ruh ist, wie man sieht, zum Teik auch deutscher Abkunft. 2Iber Der Be­darf des Ruhknackers ist um die Weihnachtszeit ein so großer, dah seine Brechzange bald tatenlos in die Tischlade gelegt werden mühte, kämen Die Ausländer" nicht zu Hilfe. Da erfreut sich feit Jahr und Tag besonderer Wertschätzung die fran­zösische Ruh wegen ihrer feinen, appetitlich aus- sehenden Schale und ihres wohlschmeckenden Kernes. Das Dollswort sagt zwar, dah »in mancher rauhen Schale doch ein guter Kern" ist, doch ist Die Welt nun einmal Darauf eingestellt, auch auf dasangenehme Exterieur" zu sehen. Spielt doch in der Tat bei allem, was wir essen, neben Gaumen und Magen auch das Auge eine gewichtige Rolle.

Don dieser »welschen" Ruh wird aber der Weihnachtsmann diesmal nicht viele Stücke in feinen Sack packen können- Frankreich hat nämlich Heuer eine Mißernte in Rüssen und so muh er eine Anleihe tn Rumänien machen. Da kriegt er sogar die gleiche Menge zum halben Preis. Ob freilich diesebillige Schwester". Die Moldau- nuh. Der nüsseknackenden Mitwelt zum Feste so munden wird, wie die zarteWelsche", muh erst die Zukunst ergeben.

3m übrigen ist die Ruh eine Weltbürgerin erster Klasse. Sie gedeiht an den lieblichen Hän­

gen unserer Bergstraße ebenso wie in den Pyre­näen und im Alpengebiet, in der Niederung wie auf Berglehnen unD, Anhöhen. Sie ist zum Teil sogar eine »Hochgeborene". In den Schweizer Alpen llettert fie bis 1100 Meter hoch und trägt Früchte von köstlichem Wohlgeschmack. In Rordamerika ist sie schließlich eine hochgeschätzte Butterlieferantin". Der Dort wachsende »Butter- nuhbaum" auch »schwarzer Walnuhbaum" ge­nannt liefert ein Oel, das zu feinster Kunst­butter verarbeitet wird.

Es wäre, wenn man von der Weihnachtsnuh spricht, ungerecht, wollte man der Reineren be­scheidenen Schwester der Wal nutz, nämlich der Haselnuß, nicht auch Erwähnung tun. Wenn sie auch nicht den Vorzug genieht, gold- und silber­verbrämt am Christbaum hängen zu Dürfen, so wird sie doch in ihrer niedlichen Rundlichkeit auf jedem Weih nachts teller in zahlreichen Exem­plaren vertreten fein.

»O Haselnuh, o Haselnuh. du bttterböser Baum", heißt es in einem Liede von Oscar Strauß. »Bitterböse" darum, veil die Lieben­den, die unter ihm sitzen, angeblich so schnell »ins Küssen hineinkommen". Ihm, ob da die .Hasel" gefabrbrobenDcr ist als etwa Der Flieder zur Blütezeit, bleibe dahingestellt. Sicher ist es aber, dah in unserer Zone die Pärchen höchstens unter einem Haselstrauch sitzen können, nicht unter einem Daum. Im Himalaja allerdings gibt es einen Hasel bäum, den sog. »türkischen Daum- hasel", der eine Höhe von 20 Metern erreicht.

Die Haselnuh ist schon im Altertum füllt-

bauut mit Ltchtern, Baumschmuck und Lametta, dis in langen Fäden zur Tafel berunterbängi. 2kus dieser selbst herrscht natürlich auch DaS dunkle Grün vor. das man guirlanDenartig auf Dem Tisch verteilt Dazwischen werden überall Weihnachtskerzcn. Die man in ausgehödtte. recht rotbackige Aepfel steckt, ausgestellt. Wirkungsvoll ist auch als Tafeldekoratton ein mit hübschen Tannenzapfen oer ierter Kran,;, aus dessen Dunf- lern Grün vier Kerzen hervorleuchten, entspre­chend Den vier Advents Wochen. Man kann sich auch auf Die zwölf heiligen Rächt» beziehen unD ein Dutzend Kerzen nehmen. Wollen wir aber als Mittelstück Der Tafel eine Obstschale ver­wenden, in der ausgesucht schöne Aepfel liegen, so hüllen wir DaS Körbchen oder die Schale in Tanncngrün ein und lassen von Dein ebenfalls mit Grün umwundenen Henkel goldene unD sil­berne Rüsse auf die Aepfel herabhängen. Die Kerzen befestigen wir am Rande ober stellen sie im KreiS um Die Schale herum aus.

Roch auf mancherlei Arten lassen sich Tanne und Wachslicht auf Der Tafel sinnvoll anbringen. 2ln schöngcformten Leuchtern befestigen wir mit leuchtend roter Landschleife Tannenzweige und Lametta Brennende Wachskerzen und würziger Duft der Tannennadeln, beide zusammen erst zaubern Die rechte Weihnachtsstimmung hervor.

Eine willkommene Weihnachtsgabe.

Du hast mit Deinem so prakl scheu Geschenk, das nur Liebe und Interesse erdenken konnte, bei Grvßmuttchen den Vogel abg.schoisen. UnD das Merkbüchlein, das Du für sie eingerichtet, gleicht ja auch wirklich Dem Ei des Colum­bus. Eine so einfache Sache! Wieso ist man früher nie Darauf gekommen?" So schrieb mir meine Freundin nach dem vorigen We.hnachtsfeste. Ja, warum ist man früher nie auf diese Idee ge­kommen, Die doch so natürlich und selbstverständlich erscheint? J'ch war im Herbst bei meiner gütigen mütterlichen Freundin für mehrereWochon zu Gast und freute mich täglich über die Rüstig­keit und außerordentliche Fr.sche der alten Dame. Rur über eins jammerte und klagte sie oft: Mein Gedächtnis, mein Gedächtnis! 3a. ja. damit ist's vorbei! Uni) daß ich doch immer gerade das Hauptsächlichste vergesse!" Häufig war sie gerade nach dem Besuch guter Freunde tief niedergeschlagen, weil ihr da Die Gedächtnis­schwäche besonders fühlbar wurde. Sie. die ihr Haus fast nie mehr verlieh, lebte um so inten­siver das Leben ihrer Angehörigen, ihrer Freunde und Bekaimten mit, hatte für alles, was diese betraf, das regste Interesse und dachte bei so manchem, was sie horte oder las, daß es mög­licherweise von Wert für diesen oder jenen fein konnte, und nahm sich fest vor, bei dem nächsten Wiedersehen davon zu berichten. Aber, v Jam­mer! sie dachte immer erst daran, wenn Die Be­treffenden längst wieder fortgegangen waren. Richt anders erging es der Guten bei Den Visiten ihres Hausarztes. All Der kleinen Leiden, Die sie mal hier und da zwickten und zwackten und über Die sie einmal mit dem Doktor reden wollte, wurde bei der gemütlichen Unterhaltung mit Dem guten alten Santtätsrat mcht gedacht. War er dann fort, so erinnerte sie sich ärgerlich, daß sie wieder das Wichtigste, sich Rat zu erbitten, vergessen hatte. Einige Damen, denen die gütige Frau stets eine kluge Beraterin und Helferin toar,_ stellten sich gern zur Erledigung besonderer Einkäufe und solcher Angelegenheiten zur Ver­fügung, denen das einfache Mädchen, das Die alte Dame betreute, nicht gewachsen, war. Oft erwartete sie schon sehnsüchtig eine ihrer freundlichen Helfe­rinnen, weil eine dringende Besorgung vorlag. Kam dann eine der ungeduldig Erwarteten, so erzählte die Gute angeregt von tausend anderen Dingen, aber der so dringende Wunsch fiel ihr erst wieder ein, als sie allein sah. UnD dann war sie ärgerlich über sich selbst und verstimmt über die große Vergeßlichkeit.

Da kam ich denn auf die Idee, ein praktisches Merlbüchlein für sie herzustellen, das sich zu meiner Freude nun auch wirklich bewährt. Da Weihnachten, das Fest der großen und kleinen Geschenke, vor der Tür steht, ist es vielleicht der einen oder andern meiner Schwestern willkommen, wenn ich es kurz beschreibe. Ich nahm also ein nicht zu kleines, ziemlich dickes Rotizbuch, das ich in acht Abschnitte teilte. Ich schnitt die einzelnen Teile an den offenen Langseiten in Der Weise ein, wie es bei den allbekannten Adressen-Merk­büchlein der Fall ist. Bei dem Beginn eines jeden Teiles malte ich. jedesmal in anderer Farbe, den Anfangsbuchstaben des RamenZ desjenigen, für den die Rotizen bestimmt sind. An Den Kopf jeder

gewünschten Teils noch mehr zu etl.ichtern. erh.elt außerdem jeder Aoschnitt ein verschieden bunleS Band als Lesezeichen, das zwischen den Seiten cingezogen unD befestigt wurde, v.' in gestickter Einbano bebt das Au-sehen. Daö Büchlein ist seit einem Iahte der unzertrenn ich' B gleitet meiner lieben alten Freundin. Ke a Besuch t Dem eine Rubrik gewidmet ist. verläßt daS Haus, ehe DaS geschriebene Gedächtnis befragt wurde. Vielle cht könnte ein solche Buch auch andern ein treuer

Dem Der betreffende Teil gewidmet cft. Um das Auseina"derhalten und Auffinden Dei