Ausgabe 
22.10.1926
 
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die

Turnen, Sport und Spiel

Was der Sonntag bringt

ugend-Mann

und

tz. Nachdem V. f. B. Gießen durch seinen

t

außerordentlichem Beifall ausgenommen wurde.

mit

Eine settsame Rechnung

die

2,46

2,10

3,19

0,65

Summa 26,50

Dienstag, 26. Oktober

Uhr

0,95

1,50

Sonntag, 24. Oktober von 11 1

Montag, 25. Oktober und 3-7

in in

1,40

1,25

1,40 1,25 0,12

2,30

Die 10 Gebote geändert, das 6. Gebot gefirnißt Dem Schächer am Kreuz eine Nase gedreht Pontius und Pilatus abgeputzt, vorne und

aus» aus» Kr.

2,24

1,30

Dem Engel Gabriel neue Flügel gemacht Die Töchter des Hohepricsters überstrichen Dem hl. Petrus einen neuen Zahn eingesetzt Den Himmel erweitert und neue Sterne zu­gefügt

Die vollkommen verdorbene hl. Magdalene verbessert

Dem Gesicht von Moses mehr Ausdruck ge­geben und seinen Bruder Aron in Ordnung gebracht

Der keuschen Susanne das Haar neu gefärbt Das Note Meer vom Fiiegenschmutz gesäubert Potiphars Frau in Ordnung gebracht

Das Höllenfeuer verbessert und dem Teufel ein grausigeres Gesicht gemacht

Die 30 Silberlinge des Judas versilbert

Das Ende der Welt verlängert, weil es zu kurz war

400-Iahrfeier der Synode von Homberg. WSN. Homberg, 21. Okt. Die Hessische

Gsricl)tsfaal.

verurteilter Totschläger.

WSN. Mainz, 21. Oft Der 35jährige Ar­beiter Joh. Gg. G ö t t el aus Wörrstadt, der im Mai nach vorhergegangeuem Streit den Schmied

hinten lackiert und neues Pelzwerk auf Mütze gesetzt

Wann gegrniva

Hintermannschaft durch einen schnellen, tatkräf­tigen Spieler verstärkt. Jedoch muh es auch dem Gießener Torwart zur Pflicht gemacht werden, sein Heiligtum besser und mit mehr Sorgfalt zu hüten, ohne dabei den sportlichen Anstand außer Acht zu lassen. Die Läuferreihe steht wie im letzten Spiel, wo sie sich sehr gut anlieh. 3m Sturm werden diesmal junge Kräfte mit heran- gezogen werden. Dringen diese etwas Schuh- freudigkeit mit, so wird das Spiel ganz bestimmt gewonnen.

Die Ligareferde hat die gleiche Mann­schaft vom Sportklub Wehlar-Aieder- girmes zu Gast, und wird sich bei ihrer der­zeitigen Spielstärke den Sieg wohl nicht" nehmen lassen. Die 3 a (Lehrmannscha f t) spielt auf dem Waldsportplah gegen die 3b des Ver­eins für Bewegungsspiele Gießen. Dieses Spiel Muhte auf des Gegners Platz ver­legt werden, da zu gleicher Zeit Spielvereinigung 1900 3b»Mannschaft gegen die 2. vom Ballspiel-Klub 1 92 0 Giehen auf eige­nem Platz die Punkte gewinnen will. Die 1. Jugend reist nach Frankfurt a. M. zum Spiel gegen die 1. Jugend der Sportgemeinde E i n t r a ch t". Komplettes Antreten und nur

Hessisches Landestheater.

Das Hessische Landestheater brachte diesen Tagen ShakespearesMacbeth" einer szenisch und darstellerisch bemerkens-

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Altmeister Kurhessen Kassel durch einen glatten und überlegenen 2:0-Sieg in dec Süd­gruppe über Hessen 09 Kassel. Man hatte von den Hessen mehr Widerstand erwartet. Ihr zusammenhangloser Sturm hatte aber auch keine Tore verdient. In der Nordgruppe steht Tura Kassel nunmehr durch seinen 3:l°Sieg in Göttingen gegen die dortigen 05er ein- jvandfrei an der Spitze. Der Neuling Tura zeigte eine beachtenswerte Leistung, wenn auch

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5: 3-Sieg über die Vereinigten D. f. B. K u r - ^- Hessen Marburg diese an das Tabellen ende verwiesen hatte, setzte sich gleichzeitig der

den Erscheinungen im üblichen Sinne erzieht er zum Mut.

Die Bezirksliga in Hessen - Hannover.

Göttingen etwas unglücklich kämpfte. Mit dem gleichen Ergebnis wie ihr Ortsrivale ver­lor die S.Vg. Göttingen in Kassel gegen den S. C. 0 3. S p i e l v. Kassel hatte keine Mühe, der S. Vg. Hellas Münden mit 2:1 Herr zu werden. Die Mündener werden in den Bezirksspielen nur eine bescheidene Nolle spielen.

Jrn Tabellenstand hat der Altmeister Kur­hessen Kassel als Spitzenführer der Südgruppe

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werden erstere gegen die Borussen nicht auf­kommen können. In Kassel steigt der Lotal- karnpf K u r h e s s e n gegen H e r in a n n i a. Der Sieger dieses Tcesfens übernimmt die Führung in der Südtabelle. Auf eigenem Platz emp­fängt V. f. B. Marburg Hessen 09 und da­mit einen ungefähr gleichstarken Gegner. Nord- gruppe: Der MeisterSport" Kassel hat den F. D. Einbeck bei sich zu Gaste. Sport gewinnt, aber nicht leicht. Einen ungleich interessanten Kampf wird mit dem Spiel S. C. 0 3 Kassel gegen Göttingen 05 in Kassel ge­boten, den die Kasseler Rothosen wenn, dann nur knapp gewinnen können.

Aus dem Arbeiter-Turn- und Sporrbund.

£ Im Vordergrund der turnsportlichen Ver­anstaltungen am nächsten Sonntag steht der Be­zirk s-H e r b st w a l d l a u f, der der Freien Turnerschaft Launsbach zur Vorbereitung übertragen wurde. In den Mittel- und Lang­strecken sind recht interessante Läufe zu erwarten, daneben finden noch eine Reihe Läufe für Ju­gendliche und Turnerinnen, sowie Mannschasts- läufe statt.

Die Schüler treffen sich am Sonntag­vormittag zu einer Bezirksübungsstunde in Giehen, am Nachmittag zu gleichem Zweck die Schülerinnen. Sing- und andere Spiele, sowie die gemeinsamen Freiübungen für die nächstjährigen Veranstaltungen werden den Hauptübungsstoff abgeben.

Die Fußballer scheinen nach den an­strengenden Derbandsspielen eine Ruhepause ein­gelegt zu haben. 3n der zweiten' Klasse finden Programmgemäß zwei Derbandsspiele statt, die beide von der Freien Turnerschaft Gie­ßen bestritten werden. Die Ila-Mannschast hat gegen die Erste Fronhausens anzutreten, wo ihr der Sieg wohl werden wird. Tritt Fron- hausen komplett an, wird es ihr möglich werden, eine hohe Niederlage zu vermeiden. Auf eige­nem Platz spielt die IIK°Mannschaft gegen die Erste Leuns. Hier wird s zu einem Siege Wohl schwerlich langen, die Neuner werden die Punkte mitnehmen.

Landeskirche beginn heute das Gedächtnis der vor 400 Jahren hier stattgefundenen Horn­berger Synode, durch die Landgraf Phi» lipp der Großmütige die Reformation in den hessischen Landen einführte. Der feierliche F e st g o t t e s d i e n st wurde von Pfarrer Möl-

Punkte 11

7 7

6 5

4 4

4 3

3

Germania Marburg B. C. Wetzlar Frankenberg Herborn Ockershausen Gladenbach Gießen 1900 Nieder-Girmes Dillenburg Butzbach

Spiele

6

5

6

6

5

5

4

6

6

6

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untereinander aus. da sie beide in einer Klasse spielen. Der Ausgang ist vollständig offen.

Lahnkreisliga.

tz. Am 24. Oktober treffen im Lahnkreis nur in einem Spiel zwei gleichwertige Gegner auf­einander. Das sind In Marburg: Ockers- hausen gegen B. C. Wetzlar. Beide Ver­eine sind gleich stark. Der Ausgang des Kampfes ist offen. 1 9 0 0 Gießen ist Platzverein gegen Hessen Frankenberg und wird sich die Punkte nicht nehmen lassen, ebensowenig wie Germania Marburg in Gladenbach und Herborn gegen Niedergirmes auf eigenem Platz, trotzdem letztere mit ihrer starken Hintermannschaft das Spiel so leicht nicht ver­loren geben werden.

Bezirksligavorschau für He ^n-Hannover.

tz. Südgruppe: V. f.B. Gießen muß nach Fulda fahren, um gegen Borussia anzu­treten. Trotz des Gießener Sieges über Marburg

Das beste Torverhältnis hat Marburg mit 28:6 Toren, das bescheidenste Ockershausen mit 4:5, das schlechteste Nieder-Girmes mit 12:23 Toren. tz.

Große MaMs Ausstellung Gießen SÄffiS

ganz überragende Leistungen können hier für die Mannschaft Erfolge bringen. Vor dem Ligaspiel tragen die 2a- und 2 b - 3

schäften des Plahvereins ihr D i p l o m s p i e l

Zahn begann mit einem Gedicht, mit den schönen, beruhigten, klingenden Versen vom 3ugendland, die gleichsam musikalisch, vorspiel- mäßig zum dichter'.schen Herzstück, zum kraft­vollsten, nachhallenden Eindruck des Abends überleiteten, dec NovelleDie Schneeflocke". Dies ist ein edel geformtes, meisterlich erzähltes Pros-a- stück, gestaltetes Menschenschicksal vor dem brand­roten Hintergründe des Dreißigjährigen Krieges. Die Eingangsszene erinnert an eine ergreifende Schilderung imWehrwolf" von Löns, der wilde, schmerzliche Ausklang an jene Else von der Tanne, das Glück Ehrn Friedemann Leuten­bachers, Pfarrers zu Wal rode im Glend, bei Wilhelm Raabe. Doch sind dies flüchtige An­klänge, die der Erzählung nichts nehmen von der ganz eigengeprägten, schlichten Kunst, mit der hier von Seligkeit und Untergang zweier Menschenkinder berichtet wird: des Landsknechtes Heinz Portmann und seiner am Wege gefun­denen Liebsten.

Nach der Parse: eine kleine Skizze zuerst, Das selige Ende". Ein Stückchen menschlicher Komödie tut sich auf, wenn man vom letzten Stündlein eines grau gewordenen, armen Sün­ders vernimmt, das verklärt wird durch die visionäre Wiederkehr einer vergessenen 3ugenö- liebe, um derentwillen er damals den ersten Schritt auf dem schlimmen Weg getan hat, fast ohne daß sein Herz etwas davon wußte.

Drei Gedichte danach: Zwischen einem herz­haften Bekenntnis zum deutschen Dichter des Tell" und einer rhythmisch bewegten Ballade, die ein Winkelried-Opfer besingt, die schönsten

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für bot die sehr anregende Aussprache noch man­ches Beispiel.

Nach einer Mittagspause führte Pfarrer N a u » mann- Melbach inDie kirchliche Wohl­fahrtspflege in Hessen und ihr Aus» bau" ein und zeigte besonders die Organisation des Eogl. Kreiswohlfahrtsdienstes im Kreis Fried­berg auf. Der Eogl. Kreiswohlfahrtsdienst will dem Staat, den kirchlichen Verbänden und den Pfarrern bzw. der Kirche dienen, er will zusammenfassen, was da ist. Neues und Notwendiges anregen und die Vertretung der evangelischen Belange übernehmen. Der Vortrag war Anlatz zu einer regen und noch manche Fragen klärenden Aussprache.

Am Abend lief im vollbesetzten Saal des Feier­abend für die Teilnehmer des Lehrgangs und Ge­meindeglieder Darmstadts der FilmSprechende Hände", der einen interessanten Einblick in die Ar­beit der christlichen Nächstenliebe an den Taubsium- menblinden bot, wie solche im Oberlin-Haus in Nowawes bei Berlin an 40 Taubstummblinden in hingebender Geduld und Opferbereitschaft getan wird. Der Abend wurde durch eine in diese Arbeit einführende Ansprache von Direktor Dr. D r e o e s eröffnet, durch musikalische Darbietungen umrahmt, und hinterließ bei allen sichtlich einen tiefen Ein­druck von dem Segen evangelischen Wohlfahrts» dienstes an Leib und Seele.

Unzulänglichkeit tief durchdrungen war, und dem dieses Gefühl schon im Frieden bei dem Gedenken an einen Krieg den Stoßseufzer entlockt hatte: Viele Hunde find des Hasen Tod." Daß aber viele Hunde noch lange nicht des Löwen Tod zu sein brauchen, dieser Gedanke ist dem General v. Moltke nicht gekommen.

In dem Kirchenarchio einer alten Kathedrale In Finnland entdeckte man in einer Rechnung, die augenscheinlich von einem Handwerksmeister geschrieben war, der die Kathedrale um 1618 oesserte, folgende Posten:

Verse dieses Abends,Fügend", ein lyrisches Stück von solcher Reife, daß sich wiederum der Name aufdrängt, von dem schon die Rede war.

Drei heitere, wohlpointierte Anekdoten in gebundener Rede machten den fröhlichen De- chluß einer wertvollen und ernsthaften Abend­eier, von der man dankbar und nachdenklich heimging.y

l e r - Kassel abgehalten. Als Vertreter des Ober­präsidenten ergriff Vizepräsident V o l k h a r d t das Wort. Er überbrachte die Grüße der Staatsregie­rung. Im Namen der benachbarten Landeskirchen von Nassau, Darmstadt, Frankfurt a. M. und Waldeck sprachen Prälat D. Dr. Diehl -Darmstadt und Landeshauptmann v. Gehren. Prälat D. Dr. Diehl betonte den Segen der Reformation durch die evangelische Liebestätigkeit, insbesondere durch Gründung der Heilanstalten Haina und Merxhau­sen. Als Vertreter der hessischen Ritterschaft sprach Staatsminister a. D. v. Trott zu Solz. Hier­auf ergriff als Vertreter der Universität Marburg Prof. Dr. Busch das Wort und wies darauf hin, daß Marburg die erste deutsche Universität ist, die, ohne päpstlichen Segen ins Leben gerufen sei. Der Vertreter des Dekans der theologischen Fakultät der Universität Marburg promovierte Metropolitan D i t t m a r - Kassel, Vorsitzenden des Landeskirchen­rates, und den Präsidenten des Landeskirchenamtes, Karl Stamm er, zum Dr. theol. h. c. Zn Ehrendoktoren der theologischen Fakultät der Universität Gießen, die durch Geh. Kirchen­rat Prof. D. Dr. Krüger (als Vertreter des Rek- tors) und durch den Prodekan Prof. D. Hans Schmidt vertreten war, wurden ernannt: Frau Oberstudienrat Hedwig I a n o ° Marburg, der Kir- chenvorsteher und Leiter der Frankfurter Stadt­bibliothek, E b r a d , und der Vizepräsident der hessischen Kirchenregierung, Dr. jur. Wilh. Bern- deck. Anläßlich des Jubiläums wurde vor aus­verkauftem Haus ein FestspielDem Evange­lium Bahn" aufgeführt: ferner fand ein Kirchen­konzert statt, bei dem eine Komposition i ber den 150. Psalm des Seminaroberlehrers Heinrich

V. f. B.

(=) Einen rechtschweren" Gang tritt die Liga mit ihrer Fahrt nach Fulda an, um mit der dor­tigenBorussia" um die Punkte zu kämpfen. Daß dieBorussen" etwas können, haben sie durch ihre letzten Resultate bewiesen. Sie waren es, die dem SpitzenfüyrerKurhefsen" Kassel die einzige Niederlage beibrachten. Andererseits vermochten sie gegen die vom V. f. B. geschlagenen Marburger nur ein Unentschieden zu erzielen, sa daß für die Gie­ßener Mannschaft durchaus die Möglichkeit eines Sieges über die Fuldaer besteht.

Die Ligareserve tritt in Wetzlar gegen die gleiche von B. C. an und wird sich strecken müssen, wenn sie gegen den harten Gegner gewin­nen will.

Die Dritte hat sich der E r st e n L o l l a r s zu einem Gesellschaftsspiel verpflichtet.

Aus eigenem Platz tritt die nun lediglich aus jüngeren Spielern zusammengestellte 4. Mann­schaft der Dritten (Lehrmannschaft) der Spielvereinigung entgegen und wird eine unvermeidliche Niederlage hinnehmen müssen.

Nach dem günstigen Resultat der 2. Jugend gegen Butzbachs 1. zu urteilen, dürfte es ber 1. Iugendmannfchaft auf eigenem Platze nicht schwer fallen, das Diplomspiel gegen Butzbach zu gewinnen.

Auch die 2. Iugendmannschaft kann ihr Diplomspiel gegen Daubringen, wenn auch auf dessen Platz, für sich entscheiden.

Die 1. Schülermannschaft hat sich die L o l l a r e r Schüler nach hier eingeladen, um die 2:1-Niederlage vom Vorsonntag wieder wettzu­machen. Die Kleinsten fahren nach L i ch.

Spielvsreinigung 1900 Giehen.

ö. Am nächstem Sonntag tritt ein neuer Gegner aus d-er KreiSliga, der Fuhballver- ein Frankenberg der L i g a ma n n s cha s t ber Spielvereinigung 1 9 0 0 auf dem Sportplatz an ber Liebigshöhe entgegen. Für die Einheimischen gilt es, die Scharte vom Dor­sonntag auszuwehen. Die Gäste sind, ihren letzt­hin erzielten Resultaten nach, als sehr spielstark anzusprechen. Sie verfügen in erster Linie über eine gusgezcichnete, körperlich starke Verteidi­gung, die zu überwinden für den wenig schuß­sicheren 1900er Sturm wieder eine schwere Auf­gabe werden wird. Der Spielausschuß des Plah­vereins hat aus dem Fiasko in LNarburg am vorigen Sonntag seine Lehre gezogen und die

werten Anführung heraus. Zwar war diese nicht gleichmäßig, denn der zweite Teil vermochte bis auf den Schluß wenig zu fesseln, aber im ganzen war die Arbeit der Inszenierung und die Lei­stung der Schauspieler sehr anzuerkennen. Nicht glücklich war die Wahl des Schlegel-Tieckschen Textes, dessen Szenenteilung man vielfach folgte, doch wurden die Höhepunkte der Tragödie stark betont und sie verfehlten auch ihre Wirkung nicht. Die bekannte 'Berliner Schauspielerin Maria Fein wird im Landestheaier in einer Reihe von Rollen gastieren-, die Lady Macbeth war hier ihr erstes Auftreten. Anfänglich zeigte sie Befangenheit, ging aber in der Festmahlsszene starker aus sich heraus und besiegelte so den Erfolg, wenn sie auch später diese Höhe nicht mehr erreichte. Der Macbeth von Rudolf W i 11 - gen war namentlich in den entscheidenden Schluß­szenen sehr eindrucksvoll, wo er durch starke Leidenschaft der Rolle Leben verlieh. E. B.

Lehrgang für die eogl. Kreis- wohlsahrlsd enste.

)( D a r m ft a b t, 20. Okt. Auch ber zweite Tag wurde mit einer Anbacht bes Leiters, Direktor Dr. Dreoes - Darmstadt, eröffnet. Alsdann hielt Re­gierungsrat Dr. Krebs- Darmstadt ein Referat überDie öffentliche Wohlfahrts- pflege in Hessen und ihre gesetzliche Grundlage". Nach einer Erörterung ber hessi­schen Ausführungsbestimmungen zu den einzelnen Wohlfahrtsgesetzen zeigte ber Redner die Stellen auf, an benen eine Mithilfe ber freien Wohlfahrts­pflege, insbefonbere auch ber Eogl. Kreiswohlfoh'ts- vjlege, nicht nur möglich, fonbern lehr erwünscht ist. (Qugenbfürforge, Jugendgerichtsyllfc, Vormuno- schaftswesen u. a. m.) Wohl finb die Triebkräfte ber öffentlichen unb ber freien Wohlfahrtspflege ver­schieben, aber beibe sinb zur gegenseitigen Grgän* zung berufen. Daß unb wie solche möglich finb, da-

ftungen entsprachen.

Die Spiele finb inzwischen schon so weit fort­geschritten, baß ber Tabellenstanb am besten burch erreichten Zahlen bemonftriert wirb.

Vortragsabend Ernst Zahn.

Als man durch Regen und Winbwehen und die ersten Schneeflocken des Spätjahres hindurch zum Dichterabend bes Goethe-Bundes ging, fürch­tete man im Stillen, es möchte mancher, dev sonst gekommen wäre, lieber daheim im Warmen geblieben fein. Aber am Gnde waren doch mehr Menschen im Saal, als es zuerst scheinen wollte, und wer nicht gekommen ist, dem muß gesagt werden, baß er sich gestern abend um eine feine, besinnliche Stunde gebracht hat.

Es ist eine erstaunliche Fülle an Schaffens­kraft in den vielen Bänden umschloßen, die W:rk und Weg d^ Dichters Ernst Zahn ausmachen. In den reiften von feinen Büchern das war auch gestern sehr deutlich zu empfinden ist ec berufen, die große und erlauchte Tradition weitersühren, die von den Namen des klassischen, eidgenössischen Dreigestivns auSgeht: 3eremias Gotthels, Gottfried Keller, Conrad Ferdinand Meyer. Die klare Gelassenheit und epische Reise dieser Drei scheinen dem Erzählerwerk Ernst Zahns Gevatter gestanden zu haben, und aus den Gedichten klang uns mehr als einmal die geistige Tiefe und geschliffene Formgeschlosscnheit der lyrischen Ernte Conrad Ferdinands entgegen. (Ob geheime und unglückliche Liebe zum Theater um. zur dramatlschen Gestaltung den Dichter Zahn noch tiefer mit Gottfried Keller verbindet das wagt man nicht zu sagen. Rur der Ge­danke flog uns an; aber es hat, nach dem, was man gestern horte und früher las, kaum den Anschein.)

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Erziehung durch Sport zum Mut.

Die Beanspruchung ber moralischen Eigenschaft Mut" bes Sportausübenben burch bie jeweilige Sportart ist sehr verschieben. Vor allem erscheint ber Boxer als ber mutige Sportsmann, unb an ihn werden allerbings u. a. wesentliche Anforberungen hinsichtlich des aufzubringenben Mutes gestellt. Auch in einigen ber Rasenspiele, etwa im Fußball, im Hockey, muß ber Spieler in manchetz Situationen seinen Mut unter Beweis stellen, muß die Hem­mungen, bie in der Furcht vor irgenbwelchen Ge­fahren (Schmerzempfinbungen), vorhanben sinb. mutig überwinden. In ber Mehrzahl der Sportarten sinb leboch von vornherein bie Anforderungen an die EigenschaftMut" ziemlich gering, sicherlich im Ver­hältnis geringer als die Anforderungen an übrige Eigenschaften, seien es solche rein körperlicher, ober auch geistiger Natur. Dabei erforbert bie Leibes­übung als solche kaum irgenbwelchen Mutbeweis, der erst bann einigermaßen wesentlich wirb, wenn bie Leibesübung mit der Tendenz auf Höchstleistung betrieben wird, wenn es sich um den sportlichen Wettkampf handelt.

Dann erst setzt eine Erziehung durch den Sport zum Mut ein, richtiger übrigens eine Entwicklung der Mutanlage. Denn ber Wettkampf, sofern er überhaupt Mutanforderungen stellt, setzt sein Var- hanbensein voraus unb förbert in ber Beanspru­chung nur seine Entwicklung. Wesentlicher 'ur bie Erziehung burch den Sport zum Mut ist jedoch ein anderes Moment, das in der Forderung des be­kannten Physiologen und Psychologen Dr. Sip - o e l zum Ausdruck kommt: Kräftigt die Kin­ser durch Leibesübungen zum Mute! Es liegt in ber letzten Einheitlichkeit des mensch­lichen Organismus begrünbet, baß ein körperlich schwächlicher Mensch mit empsinblichen Nerven sich eher unb mehr fürchtet als ein kräftiger, qefunber, daß ihm die selbstverständliche Zuversicht des zu natürlicher Kraft entwickelten Menschen fehlt. Unb hierin liegt bie wichtige Aufgabe ber verständig be- friebenen Leibesübung, ohne baß Höchstanforderun­gen an die körperliche Leistungsfähigkeiten gestellt zu werden brauchen. Indem der Sport eine gesunde Entwicklung des Körpers zu durchaus normaler Kraft unb bie Stählung ber Nerven fördert, vermin­dert er bie Empfindlichkeit gegenüber furchterregen-

mit vier Spielen und 6 Punkten ein ausgezeich­netes Torverhältnis mit 4- 18 unb 4 Toren. Relativ gleiche Punkt« hat Borussia Fulda mit drei Spielen 4 Punkten nach Herrnannia Kassel vier Spiele 5 Punkte. In der Nordgruppe ist, auch relativ, Tura Kassel einwandfreier Spitzenführer mit vier Spielen und 7 Punkten, 14 zu 6 Toren. Wit vier Spielen und 6 Punkten folgen Spielv., S. C. 03 undSport", der vor­jährige Meister. Alle Kasseler Vereine stehen also, mit Ausnahme von Hes'en 09 (Zweitletzter der Südgruppe), an der Spitze.

Lahnkreisliga.

Die Ergebnisse des Vorsonntags brachten mit ber hohen Niederlage der Spog. Gießen 1900 in Marburg gegen bie bärtigen Germanen ein« gewaltige Ueberraschung, benn man hatte bisher in 1900 ben einzigen Verein gesehen, ber den Ger­manen etwa hätte gleichkommen können. B. E. Wetzlar gewann erwartungsgemäß gegen ben Ortsgegner Nieder-Girmes mit 3:0. Nicht im entferntesten buchte man weiter an eine 1:3-Nie- berlage Herborns auf eigenem Platze gegen Hessen Frankenberg, währenb Butzbach gegen Dillenburg mit 3:3 beiberseits ihren Lei-

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