Ausgabe 
22.10.1926
 
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Missionsoortrag. Man schreibt uns: Daß der Beitrag, den wir Deutschen zur Erziehung Afrikas zu liefern haben, sehr wertvoll ist, zeigte sich bei Der im September in L e Zonte (Bel­gien) adgehaltenen internationalen Afrikakonferenz, zu welcher Missionsinspektor Fehle (Stuttgart) als einer der deutschen Vertreter delegiert wurde. Er wird von dort Interessantes zu er-ählen wissen, woran man merkt, daß es ohne die Deutschen doch nicht gut geht, und daß ihre Art Die richtige war. (Siehe heutige Anzeige.)

Das Konzert des Ocfangher­ein 8 .Heiterkeit« am nächsten Sonntag nachmittag in der Neuen 2lula der llnU>er,itat findet in breiten Kreisen der Bürgerschaft leb­haftes Interesse. Neben ixm Chor werden Frau- le'.n H. Ningenwald (Sopran) und Herr F. Schneider (Cello), sowie Fräulein Ni. Eck­hardt (am Flügel) Mitwirken. S^e Vortrags- foiac sieht die Wiedergabe von Kompositionen vvr die zu den Perlen des Männerchorgesanges ael-örcn ferner Lieber und Cellostücke von Kom­ponisten höchster Geltung. Näheres in der gest­rigen Anzeige. ,

" Der erste Schnee! Seit gestern nach­mittag sind dieQuartiermacker" des Winters im Land: die ersten weißen Flocken tanzten zur Erde hernieder, wo sie Im Flach­land allerdings schnell zu Was.er wurden, wäh- rend sie im Gebirge eine recht anständige Schnee­decke bildeten. In unserer Stadt ging der heftige Aegen, der seit gestern nachmittag fiel, in den Abendstunden zunächst teilweise, dann vorüber­gehend völlig in Schnee über, um später wieder zu plätscherndem Liegen zu werden. Dagegen hat es seit gestern nachmittag 2 Uhr im Vogelsberg kräftig geschneit, und auch die Nacht über hielt der Schnee,all an. Dom Hoherodskopf wird uns heule morgen eine Schneedecke in Höhe von 12 Zentimeter bei 2 Grad Kälte gemeldet. Ob diese Herrlichkeit lange andauern wird, steht natürlich dahin, immerhin werden aber die Stt- sPortier gut tun, ihre Bretter bereitzumachen.

* Die Volkshochschule bittet uns, noch­mals auf die am kommenden Sonntaa, abends 8 Uhr, im Großen Hörsaal der Universität statt- findende Eröffnungsfeier hinzuweisen. (Näheres siehe gestrige Anzeige.)

** Die Eisenbahnbrücke an der Eder­st r a ß e ist jetzt im Gleis GießenLollar fertig- gestellt. Seit heute früh wird der Brückenteil des Gleises LollarGießen umgestaltet. Voraussichtlich wird der Dahnoerkehr in der normalen Fahr­geschwindigkeit von Anfang nächster Woche ab wieder durchgeführt werden können.

d. Städtische Grundstücksverpach­tung. Bei der gestrigen Grabstückoerpachtung wurden im Durchschnitt für 100 Quadratmeter ge­boten: In der Stephansmark 2 Mk., Auf der Weiß­erde 2 50 bis 3 Mk., Leihgefterner Weg und Schöne Aussicht 2 Mk., An den Kläranlagen 2 bis 3 Mk.

" Verhaftung. Auf Anordnung des Untersuchungsrichters wurde dieser Tage dec frü­here Studienrat H. von hier, der sich deS Kredit­betrugs schuldig gemacht hat, verhaftet. H. lieh sich von geldsuchenden Lewen Pfandbriefe aus­händigen, die er verkaufte, worauf er allerdings vergaß", seinen Auftraggebern das Geld ab- zulie^rn. Die Untersuchung in dieser Sache schwebte schon seit längerer Zeit. Ein anderer in diese Affäre verwickelter Mann wurde schon früher in Haft genommen.

" Vorsichtl ImFrankfurter General­anzeiger" lesen wir: Wir haben dieser Tage davor gewarnt, auf Insera.e noch so verlockenden Inhalts Geld vorauszusenden oder Nachnahmen einzulösen. Heute haben wir Veranlassung, auf einen speziellen Fall aufmerksam zu machen, der auf Täuschung des Publikums berechnet ist. 3n vielen Zeitungen erscheint ein Inserat der ,.Po- füll-Compagnie" in Berlin, in dem ein Füllfeder­halter als Gratisgabe angeboten wird. Nichts an dem Inserat verrät zunächst die Täuschung, im Gegenteil, ds wird ausdrücklich darin gesagt: Falls Sie. einen solchen Federhalter haben wollen, geLtn Sie Ihre Adresse an, es ver­pflichtet Sie zu nichts." Ein Leser schrieb darauf­hin an die Pofüll-Firma und erhielt eine Nachnahmesendung von 3,30 Mark. Darin war eine Serie Ansichtskarten oderKunstblätter" und als Beigabe der Federhalter. Der Empfänger ließ die Sendung natürlich zurückgehen, viele andere aber werden sie wohl angenommen haben und damit ist für die Firma das Geschäft gemacht. Zunächst denkt man dabei natürlich an einen glatten Betrug, bis man bei näherem Zusehen in dem Inserat die Eingangsworte findet:Wir geben bis auf weiteres an unsere Kunden gratis usw." An unsere Kunden, das soll heißen: an diejenigen, di« von uns Kunstblätter oder dergleichen kaufen. Man sieht, wie geschickt hier die Täuschung zuwege gebracht wird. Selbstver­ständlich haben wir nach dieser Erfahrung die weitere Ausnahme der Anzeige abgelehnt, wir verbinden damit aber immer wieder die alte Mahnung: Taschen zu. Zu verschenken hat heute keiner etwas. Da diese Anzeige auch in un­serem Blatte Eingang gefunden hatte, halten wir es für richtig, die Mitteilung desFranks. Generalanz." unseren Lesern zur Kenntnis zu bringen.

Die Schwerverletzten des Flie­ge ru n s'a l l s bei Beuern. Don den In­sassen des am 8. Oktober bei Beuern verun­glückten Flugzeuges D463 befindet sich noch einer in der hiesigen djirurg. »^ren Klinik. Es ist dies der Norweger, Direktor Stole aus Oslo. In­folge seiner schweren Verletzung, eines kmrplc- zierten älnterschenkelbruches, ist er vorerst noch einige Wochen auf Kl.nikpllsige angewiesen. Der andere Schwerverletzte, Kaufmann Zechmeher aus Nürnberg, der bekanntlich am Kopf schwer verletzt war, wurde vor einigen Tagen als ge­heilt aus der Klinik entlassen. Nachdem er erst noch einmal den Schauplatz des Unfalles bei Beuern besichtigt und auch seinen Helfern Persön­lich Dank abgestattet hakte, fuhr er mit der Eisenbahn nach Frankfurt (Main) und'flog von dort nul dem Flugzeug kn seine Heimat Nürnberg zurück.

* Fichtendeckreiser. Die Stadtverwaltung hat gestern in einer Bekanntmachung darauf auf- merksam gemacht, daß Bestellungen auf sichten- dcckreiser bis spätestens zum 25. d. M. bei ihr an­genommen werden. Interessenten seien auf diese Bekanntmachung besonders hingewiesen.

Oberhessen.

Lattdkrcis Gießen.

v Grünberg, 21. Okt. Die Bautätigkeit in diesem Jahre in unserer Stadt hat sich im Lause des Sommers und Herbstes recht bedeutsam ent­faltet. In vier Haupt- und drei Nebenstraßen ist recht fleißig gebaut worden. Bis jetzt sind 5 Wohn Häuser, darunter ein Doppel-Familienhaus, fertig- gestellt und bezogen worden, im Rohbau stehen 5 Lauten darunter ein Doppel-Familienhaus fertig da, weitere 7 Bauten, von denen man hofft, daß auch davon die meisten noch 'm Rohbau voll­endet werden, befinden sich noch in Arbeit. Wenn die Witterung es ermöglicht, sollen noch zwet wei­tere Wohnhausbauten in Angriff genommen wer­den. Zu diesen Bauarbeiten kommen noch hinzu der Bau des Hochbehälters, der Anbau zur Ober­realschule, mit dem jetzt begonnen wird, die baulichen Aenderungen an der Landwirtschaftlichen Winter- schule, ein größerer Fabrikanbau und andere von bet Gemeinde ausgeführte Arbeiten, wie Kanali­sation, Legung von Wasserleitungen in den Stra­ßen und nach dem Hochbehälter. Wegebauten usw. Hieraus ist ersichtlich, daß eine Menge Arbeit vor­handen war, und daß auch die Stadtverwaltung ihr möglichstes getan hat, um den Erwerbslosen Arbeit und Verdienst zu schaffen.

0 Neinharoshain, 21. Okt. Schulver- tixdtcr Allendörser, der m.t der Verwal­tung der hiesigen Schulstelle beauftragt war, wurde nach Göbelnrod versetzt. In der ver­hältnismäßig kurzen Zeit seines hiesigen Wirkens hatte er sich das Vertrauen der Einwohnerschaft erworben, und er erfreute sich aus diesem G.unde großer Beliebtheit in der ganzen Gemeinde. Sein Weggang wurde allgemein bedauert. Als vorläufiger Nachfolger wurde Schulverwalter Menges (Darmstadt) ernannt, iln'erc Schul­stelle ist nunmehr zur definitiven Be­setzung ausgeschrieben. Insgesamt haben sich acht Lehrkräfte beworben, von denen in der letzten Gemeinderatssitzung Herr Allendörser vor- geschlagen wurde.

is. Steinbach, 21. Okt. Nachdem unser Ort bisher von der Maul- und Klauen­seuche verschont geblieben war, ist diese nun­mehr in zwei Gehöften amtlich fest gestellt wor­den. In jedem Gehöft fiel bereits ein Stück Vieh der Seuche zum Opfer. Die Gehöftsperre wurde für sämtliches Klauenvieh angeordnet, jeder ist gezwungen, sein Vieh besichtigen zu lassen, um die Bestellung der Felder nicht hin­auszuziehen.

* Birklar, 21. Okt. Das Ehrenzeichen für 25jährige Feuerwehr-Dienstzeit wurde am Montag Otto Neidel, Mitglied der hiesigen freiwilligen Feuerwehr, im Auftrage des Ministers des Innern durch Negierungsrat Wolf aus Gießen überreicht.

:!: Trais-Horloff, 21. Okt. Am Sonn­tag fand hier die Einweihung des neuen Pfarrhauses statt, das von den drei Kirchen­gemeinden Trais, Inheiden und Utphe erbaut ist. Der stattliche Dau ist nach den Plänen des Ne° gierungsbaumeisters Schneider unmittelbar neben der Kirche vor dem alten Pfarrhaus er­richtet worden. Die Maurerarbeiten führte Bau­unternehmer und Bürgermeister Dietz, Utphe, aus, die Schreinerarbeiten die beiden Sch reiner- meister Schmidt, Trais, und Krämer, Langsdorf, während die Weihbinderarbeiten von Weißbindermeister Döring, Reiskirchen, aus­geführt wurden, da sein Gebot beträchtlich hinter der Forderung einheimischer Meister zurückblieb Mit dem Neubau ist auch ein sehr geräumiger neuer Konfirmandensaal verbunden. Alles in allem bedeutet die Errichtung des Baues eine finanzielle Leistung für die drei wenig be­güterten Gemeinden, so daß wohl die Ausführung eines anderen sehr dringlichen Projektes, die Innenausbesserung unserer Kirche, noch eine Zeitlang wird zurückgestellt werden müssen. Vor einiger Zeit sand ein Nund- gang durch die bei Inheiden gelegene Gemar­kung Feldheim statt, um die Entschädi­gungsansprüche derjenigen Landwirte sestzustellen, durch deren 'Grundstücke die neue Rohr­leitung vom Provinzialwasserwerk nach Lan gsdorf verlegt wurde.

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Kreis Friedberg.

sf. Friedberg, 21. Okt. 3mDeutschen Hause" fand gestern abend eine Versammlung der hiesigen Ortsgruppe der Deutschen Volks- partei statt, zu der als Redner Parteisekretär iD e i ß e r aus Gießen erschienen war. Die Ver­sammlung wurde durch den stellvertretenden Vor­sitzenden, Lehrer Dickler, mit einem warmen Nachruf für das vor kurzem verstorbene langjährige Vorstandsmitglied Pros. Ed. Dolp eröffnet. 3n einem frischen und lebensvollen Vortrag berichtete sodann der Redner des Abends über den großen Parteitag in Köln. 3n der Aussprache nahmen der Ehrenvorsitzende Geh. Zustizrat SBinbeder und die Vorsitzende der Frauengruvpe. Frau Pros. Kloos, das Wort. Da der settherige 1. Vor­sitzende, Pros. Kloos, nach Darmstadt versetzt worden ist, muß demnächst eine Neuwahl Jtatt- sinden. Der stellvertretende Vorsitzende sprach in seinem Schlußwort dem ausgeschiedenen Vorsitzen­den den Dank für (ein erfolgreiches Wirken aus.

a. Vilbel, 21. Okt. Gestern ereignete sich auf der Landstraße VilbelKronau ein Motorrad- unfall. Ein beim liefbauamt Friedberg bediensteter Beamter rannte in einer Kurve gegen eine Telegraphen st ange. Das Motorrad wurde beschädigt, der Fahrer selbst trug einen schlimmen Bluterguß im Knie und Haut­abschürfungen davon. Nachdem er fast zwei Stunden auf der Slraße gelegen hatte, fand ihn ein Flurschütz von Vilbel. Dieser benachrichtigte die Vilbeler Sanitätskolonne, Die den Verunglückten nach Vilbel brachte, von wo er später nach seinem Wohnort Nieder-Florstadt überführt wurde.

Kreis Büdingen.

I! Büdingen, 21. Okt. Aus Veranlassung deS Denkmalausschusses der ehe­maligen Artillerie-Regimenter 25 und 61 in Darmstadt war an die in der Um­gegend von Büdingen wohnenden ehemali­gen hessischen Artilleristen eine Ein­ladung zu einer Tagung in Büdingen ergangen. Eine große Anzahl ehemaliger Kameraden hatte diesem Ru e Folge geleistet. Kreisdireltor Dr. Gaßner h ett die Begrüßungsansprache an die Versammlung. 3m Anschluß hieran sprach Hauptmann Bickel über die Ziele der Ver­einigung ehemaliger hessischer Ar­tilleristen, und reg, die Gründung einer Kreisgruppe Büdingen" an. Diese An­regung sand allgemein Zustimmung. Oberstleut­nant Lennä sprach dann über das Denkmal der 25er und 61er in Darmstadt. Die anschlie­ßende Sammlung ergab fast 400 Ml. Hieraus schritt inan zur Wahl des Vorstandes der neu- gegründeten Kreisgruppe. Zum Vor­sitzenden wurde einstimmig Kreisdirektor Dr. Gaßner, Büdingen, gewählt. Den Vertrauens­leuten der umliegenden Ortschaften wurde aus- gegeben, zu werben und evtl. Ortsgruppen zu gründen. Ein gemütliches Beisammensein schloß die denkwürdigen Stunden.

X. Nidda, 21. DEL Die Ortsgruppe Nidda der Deutschen Bollspartei hielt Dienstag abend im GasthausZur Krone'" dahier eine Ver­sammlung ab, zu der sich eine größere Zahl Mit­glieder und Freunde der Partei eingefunden hatten. Geschäftsführer Weißer, Gießen, berichtete über den Reichsparteitag in Köln und über wichtige poli­tische und wirtschaftliche Fragen. Seine Ausführungen fanden den Beifall der Zuhörer und lösten eine längere, aufklärende Aussprache aus.

A Nidda, 21. Oft. Gestern weilte Ministerial­direktor Hebel, Vorstand der Abteilung für Er­nährung und Landwirtschaft im hessischen Ministe­rium, in unserer Stadt, um über die in Kürze hier zu eröffnende landwirtschaftliche Schule Verhandlungen zu pflegen. Die Vorstände der übrigen landwirtschaftlichen Schulen in Oderhessen waren ebenfalls anwesend, um üie Einteilung der Gemeinden zu den betreffenden Schulbezirken vnr- zunehmen. Die neuen Schulräume für die hiesige Schule sind in der Gewerbeschule geschaffen worden.

Kreis Alsfeld.

-er. Homberg a. d. Ohm, 21. Okt. Vom schön­sten Herbstwetter begünstigt, fand am gestrigen Mittwoch der weit und breit bekannte Kalte Markt statt. Leider mußte der für diesen Tag zuerst angesetzte Schweine marki wegen der in der Umgegend herrschenden Maul- und K'auen- seuche a u s f a 11 e n. Gegen Mittag tarnen aus den Dörfern der Umgegend alt und jung, groß und klein, um sich das Marktleben anzusehen, einzukausen oder ihrem Vergnügen nachzugeyen. Alle Besucher kamen dabei auf ihre Rechnung. Denn in vielen Ständen aller Art boten die Kaufleute der verschiedensten Branchen, sowohl einheimische, wie auswärtige, ihre Waren [eil. Bekleidungsstücke, Haushaltungsgegen­stände, Zucker- und Spielsachen waren in großen Mengen ausgestellt. Der eigentliche Marktplatz er­wies sich an diesem Taae als zu klein. Eine dichte Menschenmenge schob sich nur mit größter An­strengung vorwärts. Der 3uxplatz war ebenfalls gut beschickt. Vor der Stadthalle standen u. a. drei große Hallen, in denen allerlei Sehenswürdigkeiten gezeigt wurden. Für Tanzlustige war in der ge­räumigen Stadthalle und im Saale des Frank­furter HofesJazzmusik". Werden aber wohl alle Kaufleute mit dem Gange des Geschäftsauf dem Kalten Markt" zufrieden fein? Dem stillen Beobach, ter dürfte doch die Tatsache nicht entgangen sein, daß das fehlende Geld bei dem ganzen Tun und Treiben doch stark in Erscheinung trat.

- A KreiS Schotten.

Michelbach, 21. Ott. Unsere ..Wasser­leitung, die auf dem »Lugrain". auf der Nord­seile unseres Dorfes, angelegt ist. hatte in den letzten Fahren nicht mehr ge«rügend Wasser ge­liefert. Fetzt hat man eine neue Pumpstat on an­gelegt, die von der südlich gelegenen Anhöhe au» gespeist wird. ES ist gute Aussicht vorhanden, daß damit das Bedürfnis unserer Geme.nde befriedigt wird. Der Kreis-Urkunde n- Pfleger Prof. D r. Roeschen hat unsere Gemeindearchivalien, die auf dem Boden unserer Kirche in einem Schranke aufbewahrtl werden, durchforscht und verzeichnet. W.e wir hören, hat er darunter e ne Pergament­urkunde vom Iahre 1495 gefunden, wo­nach 4 Männer vom Landgrafen Ludwig von Hessen die .W üftung Micheln - b a ch" ncbst allen Aeckern. Wiesen. Waid.We den erb- und cigmtüml ch versieben b kommen. I doch sollen sie alljährlich 30 Achtel Ha'er und 30 rheinische Gilden Frankfurter Währung auf Martinstag abl'.efern. (Ein Achtel = 2 Zentner.) Ebenso sollen sie dem Amt Schotten gegenüber ihre Pflichten als getreue Untertanen erfüllen. Es geht die Sage, daß jen? 4 Männer die Eichen tauf dem ..Lugrain" gepflanzt und die 4 ge­waltigen Steine auf der Nordseite der Kirche gesetzt haben.

Kirche und Schule.

Einsichtnahme in den evangelischen Religions­unterricht der Schulen.

* Die lauge umstrittene Frage, wer zur Einsichtnahme in ben evangelischen Re­ligionsunterricht der Schulen be­rechtigt sei, nur die Schulbehörde oder auch Superintendenten und Del me als Vertreter der Landeskirche, hat nun ihre Lösung gefunden. Gelegentlich der K.rchenv sitationen besuchen die Superintendenten die Schulen des K r^' splels, um Einsicht in den von der Schule erteilten Reli­gionsunterricht zu nehmen. Der zur KirHen- visitation kommende Dekan ist nur zur Einsicht­nahme in den Religionsunterricht der Schulen be­rechtigt, wenn er dazu als Vertreter des Superintendenten von der Landeskirchen- regierung ernannt ist. Vor kurzem wurden folgende Herren bestimmt, die als Vertreter der drei Superintendenten die Sch ilen besuchen, wenn im Kirchspiele eine Kirchenvisitation durch den Dekan stattsindet: Dekan Lehn- Offenbach..nl Weißger ber - Messel, Dekan Dernbcck- Hirschhorn, Pfarrer Dr. Müller- Rüsselsheim, Dekan Guhmann -K'rchberg, Pfarrer Gerste n- maier- Friedberg, Pfarrer Köhler- Nidda, Dekan Dr. Unv erzogt- Alsfeld, Dekan Lic. Iakob - Mainz. Pfarrer Dcrnbeck- Worms, Dekan Mahr- Eppelsheim.

Bücherlich.

Don Otto Renner erschienen im Verlage Adolf Bonz & Co. in Stuttgart zwei neue Büchen Heimkehr", ein Roman, lindGedanke und Gedicht", taaebuchariiae Auszeichnungen. Der Roman enthält die einfache Fabel des Mannes, der auf der Höhe des Lebens in die kleinstädtische Heimat zurückkehrt, und erzählt, wie dort auf Schritt und Tritt die Jugend wieder aufsteht, und die Erlebnisse in tragischer Verkettung wie eine La­wine anwachsen und ihn verschlingen. Alle Gestal­ten, insbesondere auch die Frau des Helden, treten lebensvoll aus dem Rahmen der Bilder heraus. lieber das BuchGedanke und Gedicht" schreibt Renner dessen Dramen und besten Lyrik übrigens von Hanns Martin Elster sehr empfohlen werden selbst folgendes:Auch ein Dichter kann nicht umhin, manchmal zu denken oder doch wenig­stens über dies und das sich Gedanken zu machen! Das möge dieses kleine Buch entschuldigen. Es find Auszüge aus Tagebüchern, die aus sehr verschiede­nen Zeiten stammen. Ich wollte diese kleine Samm­lung schon vor zehn Jahren herausgeben, was die Zeitumstände aber nicht zuließen. Wenn ich auch in manchem jetzt anders denken mag, so wollte ich doch nichts daran ändern: solche Dinge haben nur Wert, wenigstens für den Urheber, wenn sie Ausdruck besten find was er zu den und jenen Zeiten feines Lebens fühlte und dachte. Sie möchten dem und jenem, der sich für den Dichter interessiert, dessen Persönlichkeit, sein Werden und Denken etwas näher bringen." 533 34

Sie versunkene Flotte. Roman von Helmut Loronz. 386 6. 8°. Verlag Martin Warneck, Berlin W. 9, 1926. Ein fceutfdxr Marineroman. (Sine blutvolle, lebendige Schil­derung unserer Fiottenae chichte vom Kriegsaus­bruch bis zum bitteren Ende vop Seapa Flow: in der Form, in der man dies alles heute wohl am leichtesten und ehesten noch einmal an sich vorüberziehen läßt: in Form eines äußerst ge­schickt geschriebenen, gut komponierten, spannen­den Romans. Hier erzählt einer, der das Ganze miterlebt hat, der mit warmem Herzen dabei war und noch ist. Ein schönes und nationales Buch, das einer verständigen Kritik durchaus nicht ermangelt und vielleicht gerade deswegen auch heute noch und heute wieder aktuell erscheint. Wan soll wenigstens den Versuch machen, aus der Geschichte zu lernen: wenn es sich auch nur uni einen historischen Roman handelt. Man kann dem Buch mit gutem Gewissen eine recht weite Verbreitung wünschen. 520

Sind Hämorrhoiden heilbar?

3a und nein! Wenn ein Hämorrhoidenkranker dieses wirklich ernste Leiden vernachlässigt, wird es ihm immer größere Qualen be­reiten. Die anfangs unbedeutenden Knoten am Darm wachsen; sie wandern in den Darm hinein und platzen schließlich auf. Dann besteht die Gefahr, daß Blutgerinnsel in die Blutbahnen kommen und dort zu sehr gefährlichen Verstopfungen führen. Es kommt hinzu, daß die Schmerzen, das Brennen und das Zucken der erkrankten Teile immer unerträglicher werden und den Kranken körperlich und

gründe richten. Schließlich bleibt dem verzweifelten Patienten nur noch übrig, sich auf dem Wege der Operation unsichere Heilung zu verschaffen.

Muß das sein? 3n den meisten Fällen: Nein! denn Hämorrhoiden, rechtzeitig als solche erkannt und sachgemäß behandelt, können mit großer Aussicht auf Erfolg auch ohne Operation beseitigt werden. Neben peinlicher Sauberkeit muh eine geeignete Salbe zur Anwen­dung kommen, die die Knoten zur Schrumpfung bringt, die Schmerzen lindert, die Entzündungen beseitigt. Die bewährte Humidon - Salbe verbindet alle diese Eigenschaften in hervorragendem Maße. Schon nach ganz kurzer Anwendung läßt das Jucken und Brennen nach. Damit ift schon viel gewonnen, denn fällt der Juckreiz fort, so verringert sich auch die Gefahr roeitergetragener Infektionen. Nun erst kann der Heilungsprozeß beginnen. Die Humidon-Salbe wird seit

Fahren auch in verzweifelten Fällen gebraucht, und unzählige Kranke bezeugen, daß sie fast Wunderdienste geleistet hat

Aber die Humidon-Kur ist keine Wunderkur, sondern das Resultat einer wissenschaftlich wohldurchdachten Arbeit. 3n dieser Salbe sind alle Stoffe vereint, die diese tückische Krankheit erfolgreich zu bekämp­fen geeignet find. Die Humidon-Gesellschaft will überzeugen und nicht überreden. Sie schickt deshalb jedem umsonst eine ausreichende Probe Humidon nebst ärztlicher Aufklärungsschrift über Hämorrhoiden- leiden. Diesen kostenlosen Versuch ist jeder seiner Gesundheit schuldig, und die Humidon-Gesellschaft ift überzeugt davon, daß jeder Versuch ein voller Erfolg wird. Also schreiben Sie sofort, ehe Sie es vergessen, nach Probe und Broschüre an die Humidon-Gesellschaft m. b. $)., Berlin W 8, Block 331.

Versand erfolgt durch die ApothekeZum weißen Kreuz". (8646D