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soften im Laufe einiger Jahre wieter einsparen offen. Aach kurzer Debatte beschloß die Ver- ommlung. die Anlage zunächst mietweise -mzuführen: bei guter Bewährung soll dann yäter dem Gigentumserwerb nähergetreten werten.
00 Weid en Hausen. 21. Juli. Gemcindevor- rcher Arno l d von hier ist durch das Amtsgericht Wetzlar zum Ortsgerichts mann des Orte* j «nichts Bolpertshaufen ernannt worden.
• '> Dornholzhausen. 21. Juli. Die Hlmbeerernte in ter zu dem Hose ..Strauch" lchörigen Waldfläche ist in diesem Jahre n i ch t ■) ertragreich, wie in früheren Jahren, früher konnte jedermann Himbeeren im »-«rauche" pflücken, fo viel er wollte Seit iitiflcn Jahren macht der Drsitzer dis Beeren- '>'lücken von seiner schriftlichen Erlaubnis gegen
irren Punkt ter Tagesordnung bildete die Beschaffung einer automatischen Fern- lprechanlaae für das Rathaus. Die kosten dafür find auf 35 000 Mk. veranschlagt. Die der Vorsitzende bemerkt, sollen sich diese
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I-jahiung eines Entgeltes abhängig. In guten Himbeerjahren finden sich Bcerensucher aus allen Orten ter näheren und weiteren Umgebung, bis aus der Vtetttrau ein. — Der Ausbau des Verbindungsweges von hier nach Lang- gons macht gute Fortschritte. Unter- icfjmcr Weimer (Waldgirmes), dem ein Teil des Wegebaues übertragen ist. hat dieser Tage । ach die Arbeit ausgenommen Der von dem Internchmer Schäfer hicrselbst in Angriff .> enommenc Dau einer neuen Brücke über Sen Klee'bach muhte infolge des hohen Dafscrs. das der Kleebach durch die starken SRcgcnfällc der letzten Zeit führt, vorübergehend 'ingestellt werden. Die Arbeiten an dem Wegebau selbst 4inb in vollem Gange. Auch die beiden »Kleebachdurchstiche *linb bereits in Angriff genommen Bei den Arbeiten sind 2 5 Erwerbslese beschäftigt Die Fertigstellung soll bis tum Monat September erfolgen
* Braunfels. 21. Juli. Am nächsten Sonntag findet in der Lindenallee des hiesigen Schlohgartens das Brunnenfest statt, das roch den getroffenen Vorbereitungen sehr ab» ä nxchslungsreich werden dürfte. Eine Kapelle wird konzertieren, der hiesige Männer-Gesangverein lvird gesangliche Darbietungen zu Gehör bringen. Die Turner und Turnerinnen werden das Fest mit turnerischen Ausführungen, darunter Volks- ichnze, bereichern. Bei genügender Beteiligung l»Ifcn Kraftpostwagen von Wetzlar und non W c°. l b u r g hierher- und zurückfahren.
Kreis Marburg.
WSR Marburg, 21. Juli Am Montagabend muhte das Schulflugzeug D 6 9 0 hon der Aero-Lloyd Frankfurt a. M in der Rähe pon Ebsdorf lKr Marburg) wegen Mo- ivrdefektes notlandcn. Das Flugzeug, bas mit zwei Piloten besetzt war, wollte nach erfolgter Reparatur seinen Weg nach Frankfurt a M. sartsetzen Westlich von Hachborn an der alten Straße nach Staufenberg geriet das »Flugzeug aber ins Schwanken. Dor dem Walte mußte es abermals landen. Der Erdboden wurde glücklich erreicht, jedoch beim lieberqueren drr Straße überschlug sich das Flügen g an der Böschung und wurde vollstän- ■big zertrümmert. Die Piloten blieben un- »verletzt
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Muingau.
WS21. Frankfurt a. M., 21. Juli. Der Dragist rat hat beschlossen, das Amt für Wissen- Ilcyast, Kunst und Volksbildung zu beauftragen, ■ein engeres Preisausschreiben zur »Gewinnung von Entwürfen für eine neue ‘■»tf hrenplakette der Stadt zu erlassen.
Heute nacht gegen 1 <2 Uhr wurde der Her- MauSgeber ter .uttioiuil-sozialistischen Zeitung Ficiheitssahne für Recht, Rasse und Reinheit", Anton H a s I e l m a h e r. vor seiner Wohnung Min der Kantstraßc von unbekannten Tätern $u berfallen und durch Messerstiche im Rücken Mlchwer verletzt. Rach Anlegung eines Rot- Pcrbandcs wurde Hasselmayer nach dem Kran- lerihaus verbracht. - Zwei junge Leute wurden hier fc ft genommen. die seit längerer 3 et t in den Wanderherbergen Reise- gesährten um ihre wenige Habe b e st o h l e n haben. — Heute morgen gegen 3 Uhr fuhr ein Motorradfahrer gegen die geschlossene ! i L chranke der Eisenbahn in der Jnsel- strahe. Die Schranke wurde stark beschädigt und tne auf dem Soziussitz sitzende Da mesoschwer verletzt, daß sie ins Krankenhaus eingeliefert
Die Gefahren, zu kurzer Badekuren.
Von Dr. mcd. Franz Cohn.
Die Idee der Mittelstands- und Pauschal- hiien, die jetzt eine große Anzahl deutscher Bäder nUgcgrifien haben, und die darin gipfelt, Kuren ja einem mäßigen fixen Pauschalsahe für einen jeHlmmten Kuraufenthalt festzusetzen und anzu- :i«ien, hat von neuem die Aufmerksamkeit der 'ir die Badekuren verantwortlichen Kreise auf die Sing# gelenkt, wie lange eine Erfolg versprechende Kur dauern soll und muh. Diese Bewegung ent- l'tang der Initiative der Balneologischen Ge- '(Llschast und bezweckte, dem wirtschaftlich ge- chDächten, andererseits aber auch in seiner Gesundheit erheblich geschädigten Mittelstände die vköglichkeit zu geben, mit erschwinglichen Mitteln lud) eine Badekur, die Arbeitskraft zu erhalten vbcr die eingebüfotc Gesundheit wieder zu er- lingen.
Hand in Hand mit der Durchführung dieser "Cecil hochstehenden Grundidee sei aber auf die befahr hingewiesen, die darin besteht, für den Mittelstand aus Sparsamkeitsrücksichten zu kurze Suren festzusehen.
Ich habe mich bemüht, gelegentlich des All- jetjicincn Deutschen Bäderlages im Jahre 1924 in encin Vortrage die Gefahren zu kurzer Kuren rngehend zu erörtern und möchte sie noch einmal lurz in breiterer OÖffentlichkeit anschneiden.
In dem bereits erwähnten Aufsatz habe ich tarzulegen versucht, wie sich der Ablauf einer Kur im Bade gestaltet, der im wesentlichen in vier Abschnitte zerfällt: Den ersten Abschnitt bildet des Stadium anfänglicher Erschlaffung (in den trften fünf Tagen), das zweite Stadium bildet die trfte — vermeintliche — Besserung (6. bis 12. Tag), das dritte Stadium die Reaktion der
Blech- und Eisenwaren beladener Wagen, der mittels eines Aufzuges hochgezogen wurde, rollte oben, da die Schutzvorrichtung versagte, über ein Dach das er durchschlug Dem in. dem darunter befindlichen Raume arbeitenden Manne wurde ter Schädel gespaltet.
Kreis Weftcrbltr^.
00 Westerburg, 20. Juli. Ein schweres Unwetter zog gestern über die hiesige Gegend und wirkte sich hauptsächlich im südlichen Teil unseres Kreises aus. In der Gegend von Willmenrod. Gemünten, Langendembach, Rennerod und den südlich davon liegenden Ortschaften kamen schwere Hagelwolken zum Rieter- schlaa. Der vorhergehende Sturm knickte viele, z u m Teil alte Bäume. In Willmenrod fegte er im Ru die dort anläßlich des Jugendtages ausgestellte Ehrenpforte hinweg. Westerburg und die nördlicher gelegenen Orte blieben von dem Hagelwetter verschont. Aber auch hier bat der Sturm Kastanienbäume von >.. Meter Durchmesser in zwei Meter Höhe abgedreht. Der darauf folgende Regen schadete neben dem auf den Wiesen liegenden Heu hauptsächlich den G e r ft e n f c f b e r n. Sie find zum Leidwesen ter Landwirte zum größten Teil niedergelegt. Das Wetter hatte in 15 Minuten diesen Schaden angerichtet und zog dann, in Richtung nach ter Lahn ab. Dem gestrigen Gewitterregen folgen heute zahlreiche heftige Regengüsse, die auf das Einbringen und Die Qualität des Heues sehr nachteilig wirken.
7. Nassauischer Bauerntag.
bl. Herborn, 20. Juli.
Der vierte und zugleich letzte Festtag des Rassau ischen Bauerntages wurde heute früh mit der 21 u 6 ft e II u n g des Pferde- zuchtverbandes. des W e st e r w ä l d e r und Vogelsberger Züchter Vereins und des Ziegenzuchtvereins begonnen. Der Direktor der Landwirtschaftskammer sprach bei der Eröffnung kurz über die einzelnen Rassen und lobte die guten Viehbestände Hieran schloß sich eine Besichtigung der einzelnen Vieharten. Der Austrieb war recht stark.
Rachmittags tourte die Preisvertei- lung vorgenommen. Damit war ter ' Rass. Bauerntag für 1926 beendet. Für das Publikum blieb bis zu später 2lachtstunde noch Gelegenheit zu Belustigungen aller Art. Die Tage werden allen Besuchern eine bleibende Erinnerung fein.
Amtsgericht Gießen.
Gießen, 19. Juli. Beleidigungen anläßlich eines Streites wegen eines Zaunes führten einen Bäckermeister St. und einen Bahnarbeiter H. aus Großen-Linden vor das Gericht. Beide sind Rach- barn. Als St. im letzten Herbst einen zwischen den beiderseitigen Gärten besindlichen alten, morschen Zaun entfernte, behauptete H.. der Zaun fei gemeinschaftliches Eigentum, und sprach von Diebstahl. Später wiederholte er diesen Vorwurf und ließ weitere Beleidigungen ähnlichen Inhalts fallen. Heute wurde einwandfrei fest- gestellt, daß der Vater des St. vor nahezu 30 Jahren den Zaun hat anfertigen lassen und ihn auch bezahlt hat. H. nahm daraus die gefallenen Beleidigungen mit Bedauern zurück und erklärte, er habe sich davon überzeugt, daß der Zaun Eigentum des Privatkläaers St. sei. Jeder Teil übernahm vergleichsweise die aus seiner Seite erwachsenen Kosten und die Hälfte der Gerichtskosten.
Gerichtssaak.
* Darmstadt, 21. Juli. Während des letzten Winters ereignete sich in Schonberg bei Bensheim beim Auftauen eines Autoinobil- motors eine Explosion, wobei der 15jährige Sohn des Maurermeisters und Leiters der Feuerwehr Phil. W i e n o l d ums Leben kam und zahlreiche Personen, die in dem Autoschutzpen. zugegen waren, durch Brandwunden schwer verletzt wurden. Das Bezirksschösfengericht hatte vor einigen Monaten den Eigentümer des Autos, den Mühlenbesitzer Heinr. Spahn, wegen fahrlässiger Tötung zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Die Ferienstraskammer als Berufungsinstanz sprach ihn gestern frei. Rach Feststellungen von Sachverständigen, die den Vergaser genau untersuchten, ist die Explosion nicht auf die beim Austauen benutzte Lötlampe, sondern auf eine elektrische Zündung zurückzuführen.
Lin D-3ug-Dieb.
WSR. Wiesbaden. 21. Juli. Rach dem Gedränge während des Aussteigens aus Dein O-Zug Frankfurt — Köln vermißte ein Zivilfranzose seine Brieftasche. Er ver-
Schach-Ecke.
Bearbeitet von W. Orbacfc
Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „GiehenEr Anzeigers".
Problem Nr. 71.
Don 3. Kvlatz und C Kvckekkvrn.
Schwarz, ab c d e f c h
a b c d e t g h Weiß.
8
8
6
6
5
Wt/Z/Z . ,
Weiß zieht und seht in drei Zügen matt.
Weiß: 3 Steine Kel; Dg5; Lf8.
Schwarz: 1 Steiß Ka4.
Endspiel Nr. 17.
8
6
5
4
3
2
1
a
8
6
5
7
o
1
Weiß.
Don 3. 3espersen in Ebendbvrg.
4
3
2____h
Schwarz, b c d e
Weiß zieht und macht remis.
Weiß: 5 Steine Kal; Dg7; Lei; Se3; Bb2. Schwarz: 12 Steine Kcl; Db7; Th2, 114; Ldl; Sc7; Ba5, b4, c2, e2, 13, f6.+
Lvsung te- Problems Rr. 69.
Don 3. Trum.
LDi2-a7!, c3xd2;2.Da7-f?+Ke2-dl; 3.Df2x d2 matt.
1..... Kc2-dl ober el; 2. Da7-al4-, Kdl-c2
ober, e2 3. Dal -bl ober fl matt.
Aus der Schachivclt.
Das Budapester Schachturnier, welches vorige Woche zu Ende ging, endete mit dem Siege der Meister Grünseld und Monticelli, welche den 1. bis 2. Preis teilten Kmoch sowie Rubinstein errangen den 3. bis 4. Preis.
Die Narrenkappe.
Splitter und Sparren vom RedakttonStisch.
Dor dem Kampf.
Zwei Spanier hatten einen Ehrenhandel auszutragen und beschlossen, in einem Vorort von Madrid das Duell auszufechten. Zufällig trafen sie auf dem Bahnhof am Fahrkartenschalter zusammen. Der erste nahm ?ine Rückfahrkarte, der andere nur eine einzelne.
„(Saramba.“ sagte der erste, „Öie erwarten gar nicht zurückzutommen, Herr! Ich nehme immer ein Retourbillet."
„Ich niemals,'' sagte der andere, „ich benutze dann für die Rückfahrt immer die Karte meine« Gegners."
Zustande.
— „Was kostet das Auto?"
— „Bei 5000 Mark Anzahlung und Monats- raten von je 2000 Mark insgesamt 24 000 Mark."
— „Und wenn ich gleich bezahle?"
— „Dann, mein Herr, bei 8000 Mark Anzahlung, betragen die Monatsraten 2500 Mark."
— „Sie verstehen noch immer nicht. Ich will sofort bat bezahlen!"
— Der Verkäufer wendet sich bleich ins Reben- gelaß und ruft die Kriminalpolizei an.
Der Krake hier.
Der bekannte Rezitator F. veranstaltet einen Vortragsabend, der sich eines sehr regen Besuches erfreut. Der Beifall nach jedem Vortragsstück ist groß, nut ein junger Mann in der teilten Parkettreihe bekundet fein Mißvergnügen durch Zischen und laute Zwischenbemerkungen. Das Publikum gebietet dem Störenfried Ruhe und klatscht jetzt demonstrativ Beifall.
Als im zweiten Teil der Widersacher immer wieder Störungsversuche unternimmt, und laut: „Schluß, Schluß!" ruft, da reiht dem Vortragenden endlich der Geduldsfaden.
„Wenn's ihnen nicht paßt, mein Herr", ruft er, „dann lasten Sie sich ihr Geld an der Kaste zurückgeben und entfernen Sie sich schleunigst."
Der unzufriedene Gast verläßt ohne weiteres den Zuschauerraum, der Dorttagende folgt ihm, läßt sich die Karte geben und sagt zum Kassierer:
„Zahlen Sie dem Herrn seine drei Mark heraus."
Als nach glücklich beendetem Vortrag der Rezitator mit dem Kassierer abrechnen will, sieht dieser sich die Eintrittskarte des Skandalmachers genau an.
„Himmeldonnerwetter!" ruft der Kassierer auS. „Der Kerl hatte ja ’ne Freikarte."
ftänbigte die Polizei, und diese verhaftete zwei von ihm bezeichnete Personen, bei denen das vermißte Wertstück jedoch nicht gefunden
wurde. Gegen Kaution wurden beide auf freien Fuß gesetzt. Als trotzdem Anklage erhoben wurde, erschienen beide nicht und die Kautionen verfielen. Durch Zufall, machte die Polizei beide wieder ausfindig, die sich als zwei polnische Juden entpuppten. Da nur einem der beiden, dem Hutmacher Moses Kuropatwa aus Warschau, der übrigens aus der polnischen Armee ausge- kniffen uiü) nach Deutschland geflüchtet war, die Tat nachgewiesen werden konnte, erkannte das Gericht gegen diesen auf eine Gefängnisstrafe von neun Monaten.
Die vielfach übereignete Sicherheit.
WER. Frankfurt a. M.. 21. Juli. Der hiesige Photograph Philipp Ortwein leistete sich geschäftlich höchst unfaire Dinge. Ursprünglich betrieb er in ter Schillersttaße ein Photographengeschäft. Gegen Liebereignung des Inventars nahm er ein Darlehen auf und verkaufte später das Lokal, wozu er keine Berechtigung hatte. Bald darauf nahm er ein zweites Darlehen, nämlich 1500 Mk., aus. wobei er die erste Ue&ereignung verschwieg. „Sicherheitshal
ber" übereignete er Mitte Dezember an ein und demselben Tag die gleiche Einrichtung an zwei Darlehensgeber für 3100 bzw. 2500 Mk. Keiner der Darletensgeber sah natürlich sein Geld wieder. Wegen Bettugs in drei Fällen wurde Ortwein zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt. Die Zahl'der Geschädigten dürste sich jedoch noch etwas hoher belaufen, da mehrere Hereingelegte es vorzogen, auf eine Anzeige zu verzichten.
NundfunktProgramm
des frankfurter Senders.
(Aus der „Radio-Umschau".)
Freitag, 23. 3uli.
3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde ter Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr:^Hausfrauennachmittag. Programm u. a.: „Die Frau als Schöpferin ter Wohnung", ein Frauengespräch von Stadtbaurat Architekt Bruno Laut-Berlin. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lesestunte. 1 bis 7.30 Uhr: Deamtenfortbil- dungstursus, „Wesen und Bedeutung ter Sozialpolitik", Vortrag von Dr. F. Reumark. 8 Uhr: ilebertragung aus Wiesbaden: Konzert des Kur- orchesters.
Kur (13. bis 22. Tag) und das vierte Stadium die zunehmende Besserung und Heilung.
Cs würde zu weit sühren, diese einzelnen Stadien eingehend zu schildern: es sei hier nur auf das dritte, das unangenehmste, Stadium hin- getoiefen, das sich in überwiegender Mehrzahl aller Fälle am Uebergang der zweiten zur dritten Kurwoche bemerkbar macht. In diesem Stadium fühlen sich die Patienten nicht ,nur subjettiv meist schlechter als im Anfang der Kur, sondern sie zeigen auch objektiv Crregungs- und Erschlas- sungszustänte oft recht hohen Grades, nach deren Ueberwinduna erst von einem wirklichen Kurerfolg gesprochen werden kann. Wird also die Kur in diesem Stadium abgebrochen, so ist die ganze Kur zumeist vergeblich gewesen. Der dann physisch erschlaffte Patient muß die anstrengende Heimreise antreten, sich reatflimatifieren und kehrt — vom Körperlichen ganz abgesehen, über den Mißerfolg enttäuscht — psychisch schwer geschädigt heim. Das gesamte Ergebnis der Reise ist ein negatives: .der Patient fühlt sich schlecht, oft schlechter als zuvor und hat mit ter Annahme nicht ganz unrecht, das oft mühsam ersparte Geld nutzlos vertan zu haben. Erfolg: Dem Kranken ist nicht genützt, die Badereise war angeblich erfolglos und das Bad gerät in Mißkredit
Prüft man nun die Frage, ob sich denn wirklich die Kur nicht hätte bis zum normalen Ende — also Mindestens bis Ende der 4. Woche — austehnen lassen, so findet man in den meisten Fällen, teil’ diese Möglichkeit sehr wohl bestanden hat. Hätten sich nur die Patienten, als der Hausarzt von einer Badekur sprach, beizeiten über die Kostenfrage informiert und durch rechtzeitiges Sparen die Mittel bereitgestellt, unnötige Anschaffungen für Toilette usw. vermieden. durch eine Anfrage sich ein ihrem Geldbeutel passendes Logis im Kurort gesichert, sich im Bade alsbald mit dem Kurarzt offen über diese Frage ausgesprochen und auch im Bade alle unnötigen Ausgaben vermieten, so hätten
die Mittel in einer großen Mehrzahl der Fälle zu einer vollen Kur ausgereicht, die dann auch meist vollen Erfolg gebracht hätte. Leider wird diese Umsicht in der Aufstellung und Durchführung tes Badereiseetats meistens außer acht gelassen: Es wird vorher darauflos eingekauft, mit unzureichenden Mitteln abgefahren, ein viel zu teures Logis gewählt und im Kurort Geld für allerhand überflüssige Dinge ausgegeben, so daß nach drei Wochen, mitunter auch schon früher die Mittel erschöpft sind und nichts anderes als schleuniger und plötzlicher Abbruch der Kur übrig bleibt, ter bann zwingend zu dem geschilderten. Mißerfolg führt. Leider wird auch von haus- ärzilicher Seite der Frage nicht immer die nötige Aufmerksamkeit gewidmet, die sie unbedingt erfordert. Hausarzt und Patient muffen sich Zeit und Mühe nehmen, sich eingehend über diese Frage zu verständigen und sich eine Information im Kurort selbst verschaffen, am besten durch eine schriftliche Anfrage bei einem vom Hausarzt empfohlenen Kurarzt selbst.
Für reine Erholungs- und Luftkuren im Gebirge oder an der See. vielleicht auch für eine reine Brunnentrinkkur mag hier und da eine Dauer von 2 bis 3 Wochen ausreichend sein: sowie es sich aber um eine ernsthafte Kur die ja zumeist mit einer größeren Anzahl von Bädern verbunden ist, handelt. — die nicht, um eine schematische Bäderzahl zu absolvieren, in überhasteter Weise genommen werden dürfen — gehören mindestens vier Wochen zu einer Erfolg versprechenden Kur: Kuren von kürzerer Dauer sind zwecklos, ja sogar gefährlich. Gerade die Erfahrungen der Träger der Sozialversicherung, der Reichs- und der Landesversicherungsanstalten, der Knappschaften oder Krankenkassen lehren uns. daß in vier bis fünf Wochen Kurzeit, selbst bei dem sehr elenden Patientenmaterial dieser Dolks- freife der Erfolg fast nie ausbleibt
Ter Versuch der Patienten mit kürzeren Mit- telstandskuren ift daher vom ärztlichen Stand
punkt aus zu verurteilen. Jeder Patient, ter in ein Bad reifen will, muß sich daher zu rechter Zeit und in rechter Weise mit dieser Frage beschäftigen. Wir Badeärzte sind bestrebt, vorher, wie im Kurort selbst, die Patienten über diese Dinge aufzuklären und in jeder Weise zu raten und zu Helsen: wir bedürfen aber dringend der Einsicht und der Mitarbeit der Hausärzte und vor allem ter Patienten selbst, um deren Wohl und Wehe es ja hier allein geht,
Abendbild
nach dem Gewitterregen.
Don Karl Semmel.
Schwefelgelb breitet sich die Abendsonne hinter dem Berggipfel.
Die Felder haben sich vom Regen sattgetrunken. Schwarz sind die liefern Fromm in die Wolken geschnitten.
Die Wiesen voll Tau.
So still ist das Land. Der schläfrige Modergraben ist flink geworden und ist für Stunden ein Flüßchen
Die Aehrenhockerr lassen die Garben zur Erde nicken.
Letzte Vogel fliegen durch den Abend.
Voll RachdenNichkeit zieht sich ter Feldweg in der Ebene.
Die braunroten Giebeldächer vom Dorf sind wie von unsichtbaren Händen blank gescheuert.
Still und leer die Gassen.
Am Abendhimmel Windwolken gleich wunderzartem Flor.
Das Land jubelt wie Befreiung von des Tages Hitze.
Ein Ausatmen zu Tausenden.
So klar das 2Ibenbläuten vom Dorftirch- turm: erstirbt in fernen Wäldern zwischen Abendtau und Dämmerung.
Und die Dämmerung kommt mit weit gebreitetem Schleier in Rachtgrau . , .


