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Dr. Ferdinand Goetz zum 100. Geburtstag.

Geb. am 24. Mai 1826, geft. am 13. Oktober 1915. Don Studienrat Max Schwarze -Dresden, Männerturnwart der D. T.

Ein Leipziger Kind, Thomaeschüler, Student der Medizin, Burschenschaftler und Turner, Teilnehmer am Maiaufstand in Dresden 1849 und Strafge­fangener, Arzt in Geithain i. S. und später, von 1855 an, in Lindenau bei Leipzig, Feuerwehrhaupt­mann, Redakteur derTurnzeitung" (18581863), Gründer und Vorsitzender des Männerturnvereins Lindenau, Gauvertreter im Leipziger Schlachtfeld­gau, seit 1861 Ausschußmitglied und Geschäftsführer der Deutschen Turnerschast. seit 1895 erster Vor­sitzender und bei all dem nicht nur Turner, son- dern auch Volksmann und tatkräftiger Helfer, wo die Rot auf die werktätige Menschenliebe wartete, Politiker und Mitglied des Norddeutschen Reichs­tages (1867) und Nationalliberaler Reichstagsabge­ordneter von Leipzig-Land (1887), streitbarer Kämp­fer mit der Feder, Meister des begeisternden Wortes ein Mann, rein wie das lautere Gold, in einem Alter, das nur wenig Sterblichen beschieden ist, noch rüstig wie ein Jüngling und unermüdlich tätig für seine Turnerschaft!

Das ist Goetzens Leben, und kaum wird unseres Volkes Zeugungskraft noch einmal ein solches Schick-

Blausäure Gas, erfahrungsgemäß die Vernichtung des Käfers samt Larven und Eiern herbeiführt. Da Eier und Larven in dem morschen Holzwerk, in Ritzen der Wand und anderen verborgenen Schlupfwinkeln leben, ist nur durch eine intensivere Vergasung Erfolg zu erwarten.

Die Verhältnisse lagen in Büdingen besonders schwierig, da es sich zum Teil um Räume, wie Regi­stratur und Schreibstuben, handelt, die vollgepfropft

Büchsenöffner wurden nun durch einen Mann der Gesellschaft mit sicherem Griff die Büchsen ge­öffnet indem sich der Mann in die Windrichtung stellte und von einem anderen in Empfang ge­nommen, der mit einer Gummikappe rasch die Oeff- nung wieder schloß. Das in Kieselgur-Präparat ge­bundene Gas wird nur langsam frei. Trotzdem konnte man, wenn man in der Nähe stand, in den Atmungsorganen die Wirkung des vom Kriege her bekannten Gases während des Oeffnens der Büchsen

neuerbaute Äreisamt überziehen wollte und nun der Frage stand: Wie kann die Uebertragung Küfer» in den neuen Bau verhütet werden? Stadt als Eigentümerin und der Staat hatten

der Staat wollt«, wie schon gesagt, die Verseuchung seines neuen Hauses verhüten und überhaupt eine weitere Verschleppung des gefährlichen Tieres ver­hindern.

Sofort wurden daher vom Hessischen Staat im Einvernehmen mit der Stadt Büdingen energische Maßregeln zur Vertilgung des Messing- küfers ergriffen. Der von dem Ministerium be­stellte Sachverständige im Zusammenarbeiten mit dem Vertreter der deutschen Gesellschaft für Sck)öd- fingsbefämpfung in Frankfurt a. M. überzeugte sich von dem Vorhandensein des Messingkäfers und der Notwendigkeit seiner Bekämpfung. Das stecknadel- kopfgroße, mefsinggelbschillernde Insekt hat eine solch »he Lebensfähigkeit, daß nur das stärkste Mittel, das ist hier

Steuerzahlers, der daran interessiert ist, Zin­sen für Reparations- und Schuldenverpflichtungen zu erhalten, um die Besteuerung im Jnlande zu er­mäßigen und das nationale Budget zu entlasten und des Fabrikanten und Exporteurs, der das Uebermaß der deutschen Exporte eindämmen möchte, die gerade aus den vorigen Gründen reich­lich fließen sollen. Diese drei Punkte sind nie in einem Zusammenhang betrachtet worden, man hat sie stets einzeln und in verschiedenen Abhandlungen zu verschiedenen Zeiten betrachtet. Wir befinden uns immer noch in dem zweiten Akt des großen Dramas. Bisher traten alle Gegenspieler nur ein­zeln auf, sie waren aber noch nie z u gleicher Zeit auf der Bühne. Daher sehen wir, daß eines Tages der Gläubiger verlangt, daß der Schuldner härter arbeiten müsse, um ihn zu bezahlen, und auf der anderen Seite sehen wir, daß dieselbe Person den Schuldner ersucht, unter keinen Umständen länger zu arbeiten, damit er ihn nicht in feiner Wettbewerbstätigkeit schmälere.

waren. Es wurde daher von den Sachverständigen eine zweimalige Vergasung beschlossen, damit die vollständige Entwesung der Möbel und des Gebäudes gewährleistet würde.

Zweimaliger

Nachdem das Vorhandensein des Messing- fäfers im Büdinger Schloß viel Staub auf­gewirbelt hatte und in allen Zeitungen von der Schädlichkeit des kleinen Insekts gesprochen worden

gleiche Jnteresie an der restlosen Vertilgung Insekts, denn niemand wollte das verseuchte Haus beziehen und sich der Gefahr aussetzen, sich sein Modular von dem Käser zerstören zu laffen, und

sal aus 90 Jahren inneren und äußeren reichen Ge­schehens spinnen.

Das Leben hat ihm seltener die Wange gestrei­chelt als den Stolz gehortet. So ist er durch manch bittere Erfahrung zu sich selbst und zu der beispiel­losen Vollkraft seines Wesens gekommen. Und als sich nach neun Jahrzehnten der Ring seiner Jahre schloß, da hatte ein jedes einen schmückenden Ernte­kranz an fein Leden gehängt.

Der Zuschnitt seines Wesens war so einfach und doch so groß, daß bis in dos hohe Alter hinein Tausend und aber Tausend ihn bewunderten. In der Tiefe seines gesammelten Gemüts loderte immer neben einer glückseligen Gelassenheit die Flamme heißer Leidenschaft. Es hot wenig Menschen von so hochsinnigen Vaterlandsliebe und weitgespannter Zuversicht zum eigenen Volke gegeben. Und wie sorgsam er in allen Stürmen der Geschäft« seines Herzens Stilleben hütete und die Reinheit der Seele und des Gewissens, das empfinden wir heute mehr als es unsere Eltern konnten, weil damals noch nicht so viele mit schmutzigen Seelen, verwil­derten und ausgeplünderten Gesinnungen umher- liefen. Seine Rede war nie unwirklich und ging nie fehl. Viele seiner glänzend geschliffenen Antworten fuhren wie Blitzlichter des Ausdrucks in die Ver­handlungen. Er war ein großer Humorist, der nie wehe tat, weil er die Welt und die Menschen liebte. Sein geschriebenes Wort aber war von einer seltsam ursprünglichen Schönheit. Immer wird man, wenn man seine Bücher lieft, merken, daß er nicht nur mit der Feder, sondern auch mit dem Herzen schrieb.

Dos Werk des Dr. Ferdinand Goetz ist die Deutsche Turnerschaft. In deren Größe spiegelt sich die Größe seiner persönlichen Leistung und seine ganz Unvergleichliche Arbeitskraft und -lüft. Es war kein Wunder, daß dieses Leben ein beständiges Opfern derjenigen Dinge war, mit denen andere ihr Dasein schmücken. Was zum wirklichen Führertum gehört, das hotte Goetz in reichem Maße: die warm­herzige Menschlichkeit, den starken Geist und den Mut zur Einseitigkeit. Und dazu stand er allezeit breitbeinigfest in den Wirklichkeiten des Lebens und war mit allen Fibelweisheiten des Gemeinschafts­lebens vertraut. Goetz war wirklich ein Führer großen Stils wie Jahn, und lachenden Mundes Hot er seinem Geschlechte mehr tiefe und ernste Worte ge­sagt als in allen Büchern stehen. Ja, sein ganzes von ihm gelebtes und vor uns aufgerolltes Turnerlebenim Dienste des Vaterlandes und deut­scher Volkskraft" ist mehr als das beste geschriebene Buch.

Gasangriff.

Da der Käfer sich während der kalten Jahreszeit verkriecht und erst im Frühjahr bei wärmerer Witterung zum Vorschein kommt, wurde als gün­stigster Zeitpunkt für die Vornahme der Vergasung der April vorgesehen. Bis Ende April waren di« Sachverständigengutachten auch soweit fertiggestellt und der Kreisamtsneubou zum Einzug bereit, fo daß mit der Vergasung, die der erwähnten Deutschen Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung übertragen worden war, begonnen werden konnte. In die nicht unerheblichen Kosten werden sich wohl Staat und Stadt teilen.

Am 22. April wurde mit den Vorbereitungen an gefangen. Die Gesamtleitung war dem staatlichen Hochbauamt in Büdingen übertragen. Die Frank­furter Gesellschaft stellte zwei Mann zur Verfügung, unter deren Aufsicht mit 10 Mann Hilfsmannschaft die Vorarbeiten begannen. Dor ollem mußten sämt­liche Akten aufgebunden und auseinandergelegt, Bilder und Regale von den Wänden genommen, Möbel obgerückt und verteilt werden, damit es dem Gas möglich wurde, überall einzudringen. Dann er­folgte die wichtigste vorbereitende Arbeit, das Der- kleven der Fugen an Fenstern, Türen, Enllüftungen, Kaminöffnungen mit Papierstreifen, Dichten des Ziegcldock)» mit Lehm usw. Es kommt auf eine sehr gründliche Vorbereitung in der beschriebenen Art an, damit dos Gas nicht vorzeitig entweichen und die Wirkung illusorisch machen kann. Nach zwei Tagen der Vorbereitung konnte mit der

ersten Vergasung

am 24. April begonnen werden, nachdem sich der Sachverständige des Ministeriums und der Vertreter der Bekämpfungsgesellschaft nochmals von der ein­wandfreien Dichtung überzeugt hatten. Die Kisten mit den etwa 100, einen halben Meter hohen Blech- büchsen, die dos C y k l o n dos ist dos Blausäure­präparat enthielten waren chon zuvor ongekom- men und in sicheren Verwahr genommen. Mit einem

war, entdeckte man gegen Ende des vorigen Jahres auch im alten Tübinger Äreisamt diesen Käfer zuerst im unteren Stock, bann im Obergeschoß und schließlich im ganzen Haus in toten und leben­den Exemplaren. Diese Entdeckung war besonders peinlich, do man zu Anfang dieses Jahres in

hin, daß die sich hieraus ergebenden Jnteresiengegen- sötze letzten Endes vorwiegend zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten ausgetragen werden müßten, und daß die Union das größte Interesse an Deutschlands intensivstem Arbeitswillen, an seiner sparsamen Lebensweise und langen Arbeitszeit hätte, weil die Verschuldung der Alliierten an die Union eine Art kommunizierender Röhre mit der Reparationsfrage bildet. Man hot diese Auffassung in den Vereinig­ten Staaten zunächst mit einem sehr süßsouren Ge­sicht aufgenommen. Amerikas Wirtschaft würde sich der deutschen Reparationsleistungen erfreuen kön­nen, indem es entweder seinen jetzigen Ausfuhr­überschuß in einen Einfuhrüberschuß verwandelt und sozusagen ohne Gegenwert die wirt­schaftliche Arbeit eines ausländischen Schuldners erhält, ober es würde sein Gut­haben, falls es auf den Exportüberschuß nicht ver­zichten will, in Gold erstattet erhalten. Gold aber besitzt die Union bereits in UeberfüCe, und ein neuer Zustrom bietet für das Land keinerlei wirt­schaftlichen Anreiz, do seine Existenz vermittels eines komplizierten Banksystems wieder wirtschaft­lich unwirksam gemacht werden muh. Eine Waren­einfuhr in Amerika ist anderseits nur durch eine Herabsetzung des übermäßig hohen Zolltarifs mög- lich. Falls also die Union überhaupt befriedigt wer­ben will, so muß der amerikanische Zoll­tarif gemildert werden. Meine Auffassung löste damals einen Sturm des Unwillens gegen mich aus. An der Spitze der Bewegung stand sogar Präsident C o o l i d g e selbst. Ich hatte wochenlang die Freude, die beißende Schärfe amerikanischer headlines" kennenzulernen. Eine ähnliche Aeuße- rung des englischen Kanzlers in der gleichen Frage, die vor kurzem erfolgte, wurde schon weit ruhiger ausgenommen, so daß man der Hoffnung leben kann, daß die Einsicht auf dem Morsche ist.

Ein scheinbarer Ausweg aus diesem Dilemma wurde durch den Vorschlag der Auslondinve- ftierungen gefunden. Die Vereinigten Staaten erfreuen sich oder erfreuten sich einer aus­gesprochenen industriellen Hochkonjunktur mit star­kem Jnlandgeschäft und bedeutendem Ausfuhrüber- schuß, was zum Teil wiederum die Folge der In­vestierungen im Auslande, besonders der Anleihen an Deutschland, ist. Diese Entwicklung muß so sogt man im Interesse der amerifanifefjen In­dustrie aufrechterhalten werden. Die amerikanische Jndustriewirtschoft besitzt eine außerordentliche, noch vielfach unbenützt baüegenbe Produktionsfahigkeit, die im nationalen Jnteresie durchaus ousgenutzt werden und deren Ergebnis auf dem Wege des Ex­ports ins Ausland überführt werden muß. Zu gleicher Zeit muh man aber auch die Leistungen der Alliierten aus ihren Schulden Verpflichtungen und die Reparationszahlungen von den amerikani­schen Gestaden fernhalten, indem man fie in ameri- kanische Auslandinvestierungen umwanbelt. Die Union sollte mit anderen Worten der große internationale Kreditgeber werden, der sich besonders im Jnteresie Deutschlands betätigt, das dann der Mühe enchoben ist, einem dem Welt­markt gefährlichen Exportüberschuß herzustellen.

Aber diese drei Fonds (Auslandinvestierungen in dem bisherigen Umfang, das praktische Ergebnis der bisher nickt völlig ausgenutzten Produktions- fähigkett und bte Summen aus Schulden, und Re­parationszahlungen) ergeben eine außerordentlich hohe Gesamtsumme. Auch die Zinszahlungen müßten jo an Amerika jährlich in Form von Waren ober Gold Verschiffungen gehen. Aus den oben an­geführten Gründen sind aber sowohl Waren wie Gold in der Union unerwünscht, so daß auch diese Zinszahlungen im Auslande an­gelegt werden müßten. Rur fo könnte der Export- Überschuß aufrechterhalten werden, ohne daß der Zolltarif gefäyrdst wird. Derartige Attslandinvestie- rangen mit Re-investierangen der Zinseszinsen müß­ten aber nach dem bekannten Schneeballsystem m leinigen Jahren lawinenartig anschwellen und bald ins Phantastische gehen.

7 Sollte Amerika sich also nie der Zinszcchlungen , erfreuen ober sollte es nur freute an den sich ftets ' vergrößernden Summen in seinen Geschäftsbüchern hoben? Sollte Kriegsgewinn zur Chimäre, Reich- tum und zum bloßen geistigen Bewußtsein werden? Es scheint, falls man diese Regelung dieser Fragen nicht big zum jüngsten Tage aufschisben will, man d i e Einfuhr doch eines Tages erlau­ben muß.

- Nun plötzlich sichle« mir von selbst, daß wir jetzt doch lieber auf dem anderen Bein stehen möchten. Weit entfernt davon, uns darüber zu beunruhigen, daß die deutschen Zahlungen der amerikanischen Wirtschaft ober den Exportmärkten der Wett gefähr­lich sind, möchten wir gerne wisien, ob Deutschland diese Zahlungen schnell genug leisten kann, um seinen politischen und privaten Verpflichttrngen nachAukommen. Wo nun ist die Politik der Ausland­investierungen und wo die Forderung, daß der Ex­portüberschuß Amerikas aufrechterhalten werden muß?

Des Rätsels Lösung fft natürlich die, daß e i n dreiseitiger Jnteresfenkonflikt besteht, nämlich ein Kampf zwischen den Interesien bes 3 n - ü e ft o r s , der seine Zinsen für die von ihm irn Ausland investierten Gelder gezahlt haben will, des

spuren. Diekampfbereiten Geschosse" wurden mm in die Zimmer verteilt und dann von dem Hilfs» personal der Gesellschaft unter Anlage der Gas­maske enttappt und ausgeschüttet. Nachdem so der letzte Raum des 4 5 Zimmer enthaltenden (Bebau- des unter Gas gesetzt war, entwich die Hilfsmann­schaft aus der noch offen gelassenen Hintertür und verklebte diese von außen, so bah nun die Einwirkung des Gases auf die im Bau befindlichen Lebewesen beginnen konnte. Es braucht nicht gesagt zu werden, daß auch Mäuse und Rotten die Keller wurden mit vergast, Motten und andere» Ungeziefer hierbei ebenfalls restlos ihren Tod finden. 24 Stunden soll dos Gas wirken. Zur größe­ren Sicherheit wurde der Bau 48 Stunden unter Gas gesetzt. Während dieser Zeit wurde von der Gendarmerie und Polizei das Gebäude um­stellt, damit nicht etwa von Unbefugten Fenster ein­geschlagen ober Türen erbrochen und damit Men­schenleben gefährdet werden konnten. Ein leichter unangenehmer Geruch, der von dem beigemengten sgg. Reizgas herrührt, machte sich in der Nähe des Gebäudes bemerkbar. Nun kam der gefähr­lichste Moment:

das Deinen des Gebäudes.

Am 26. früh drang das Personal der Gesell­schaft lieber mit Gasmaske bewaffnet in den Bau ein und riß während außen-jüngste Be- wachung stattfand Fenster und Türen auf. Bei günstiger, d h. tühler, trockener Witterung entweicht das Gos rasch, bei feucht schwülem Wetter steigt es nur langsam auf. Do hier bas günstige Wetter vor­herrschend war und der Wind nicht noch den Nach­barhäusern zu wehte, ging die Entlüftung rasch und ohne Zwischenfall oonftatten. Die Nachbargebäud« die teilweise nur drei Meter entfernt stehen mußten auf Weisung hin die Fenster und Läden während dieser Zeit geschlossen holten. Welch große Vorsicht und Gewissenhaftigkeit bei all diesen Vor­gängen am Platz ist, zeigt der Umstand, daß

während der Entlüftung an den Fenstern vor­beifliegende Spaßen tot herunterfielen.

Auch eine Menge Bienen, die wohl an den Spa­lierobstblüten genascht hatten, lagen tot zu Füßen der Bäume.

Zwei Tage später tonnte der Bau freigegeben werden, und nun erfolgt« der Auszug des Kreis- amts.

Darauf würden die vorbereitenden Arbeiten für die zweite Vergasung

begonnen, die hauptsächlich im Lockern sämt­lichen H o l z w e r f e s , wie der Türbekleidungen, des Fußsockels, der Fensterbänke und Brüstungen, Abreißen der Tapeten, Entfernen der Bret­terverschläge von zugestellten Fenstern, Aufreihen der ohnedies erneuerungsbedürftigen Fuhboden- bielen usw. bestanden. Denn gerade hinter dem Fuß­sockel hatte man den Käfer in toten und lebendigen Exemplaren gefunden und wollte daher dem Gas dos Eindringen gerade hinter dieses Holzwerk ein­wandfrei ermöglichen. Die Möbel der Wohnungen wurden in freistehende Räume gebracht, damit auch die vorher vollgepfropften Zimmer in leerem Zu­stand nochmals gründlich vergast werden konnten. Nun war der Weg zur zweiten Vergasung geebnet. Diese fand unter denselben Vorbereitungen wie oben beschrieben am 6. und 7. Mai statt und verlief ebenfalls ohne Unfall in der gewünschten Weise.

Dos ganze Kreisamt soll nun nach dem Gut­achten des Sachverständigen ein halbes Jahr geschlossen bleiben, da die Entwicklungszeit des Käfers 126 Tage dauert. Erst wenn sich nach Ab­lauf dieser Zeit feinen Schädling mehr vorfindet, ist mit voller Berechtigung anzunehmen, daß das Haus vollständigt entwest ist. Dies wäre sehr zu wünschen, da Staat und Stadt es an energischem Handeln, Umsicht und pekuniären Opfern nicht haben fehlen lassen. Das Gebäude soll nach gründlicher Wieder­herstellung die staatlichen Vermesiungsämter auf­nehmen. F.

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