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ton. um Rakowski in seinen Bemühungen zu unterstützen. Namentlich auS politische n Gründen wird hier Wert darauf gelegt, daß sich die Verhandlungen nicht zerschlagen, denn man weih in Moskau sehr wohl, Daß gegenwärtig wenigstens wirtschaftlich i n Paris wenig zu erreichen ist. da die Kredit­fähigkeit Frankreichs nicht Mlsreicht, um'Rußland bei der Vergebung seiner Bestellungen annehni» bare Bedingungen machen zu können. Die lei­tenden Politiker Rußlands sehen alles daran, zu Fraickreich in freundschaftliche Beziehungen zu kommen, um den wachsenden Einfluß Eng­lands zu paralysieren. Namentlich jetzt, wo Polen wegen der ihm ungenügend erschienenen Unterstützung in der Besetzung der Genfer Rats- sitze sich englischen Natfchlägen willfährig zu zeigen scheint. Dabei spielt natürlich die finan­zielle Unterstützung Polens durch England eine bedeutsame Rolle. Erhöht wird die Nachgiebigkeit Polens durch die Tatsache, daß Sraiitreid) auf absehbare Zeit außerstande ist. Polen mit einer Anleihe, die es mehr, denn je braucht, zu Hilfe zu kommen. Andere politische Unbequemlichkeiten, so das plötzliche Ab sprin­gen Jugoslawiens und die laue Hal­tung Italiens werden hier gleichfalls auf das Kvitto Englands gesetzt. Aus dem hier Ge­sagten geht hervor, daß Rußland sehr daran ge­legen sein mutz, den englischen Vorstotz durch Anknüpfung freundschaftlicher Beziehungen zu Frankreich auszugleichen.

Zur Richtigstellung.

Von dem Vorstand des Hessischen Be­amtenbundes G. D. wird uns unter obiger Überschrift zu der Kundgebung der Hes­sischen Lehrerschaft folgendes geschrieben:

Sie in verschiedenen Zeitungen erschienene Erklärung des Herrn Landtagsabgeordneten!' Drngeldey kann nicht unwidersprochen blei­ben. Zur Richtigstellung bemerken wir nur fol­gendes :

Es war hier eine Riesenversammlung aus dem ganzen Lande zustande gekommen, tote sie Darmstadt noch selten gesehen hat. Die Er­regung, tote sitz namentlich in den Kreisen der jungen Lehrer und Lehrerinnen herrscht, ist durchaus verständlich. Man bedenke, datz An­träge vorliegen, wonach nicht weniger als 1272 Stellen eingehen sollen. Das bedeutet, dah mehr als 1OOO junge Leure. Anwärter und Lehrer, ohne jegliche Vergütung und Unterstützung auf die Straße gesetzt unD ihrer Existenz beraubt werden, ohne Aussicht zu haben, in absehbarer Zeit eine Verwendung im Staatsdienst, geschweige in der Privatindustrie zu finden. Die stürmische Entrüstung der Junglehrer und der ganzen Ver­sammlung richtete sich lediglich gegen einen etn- 3igeit Abgeordneten, und diese Empörung war umso verständlicher, als dieser Abgeordnete selbst Lehrer und Erzieher eines großen Teils dieser jungen Leute gewesen ist.

Beleidigende Zwischenrufe wurden nach den einstimmigen, ehrenwörtlichen Erklärungen sämt­licher anwesenden Vorstandsmitglieder des Hessin scheu 'Beamtenbundes auf der Bühne nicht ver- nommen, sonst wären sie augenblicklich gerügt worden. Die Entrüstungslundgebungen erreichten längst nid)t die Höhe, wie man sie in den poli- tischen Versammlungen der letzten Zeit in Hessen - erlebt hat. Es lag daher nach einstimmiger An­sicht des Vorstandes keinerlei Veranlassung für die Abgeordneten vor, die Versammlung vor­zeitig zu verlassen. Lärmende Kundgebungen, die . sich hauptsächlich am Ausgange des ©aale-S beim 1 Hinaus gehen der Abgeordneten ereigneten, be- I- dauern wir, sie hätten aber von keiner Dersamm- limgsleitung verhindert werden können. Der Herr t Abgeordnete Heinstadt Lat dem Vorsitzenden gegenüber erklärt, er verlasse den Saal nur, um an einem Vortrag im Landtag, der auf 5 älhr angesetzt war. teilzunehmen. Der Versammlungs­leiter hat wiederholt und rechtzeitig zur Ruhe gemahnt, er hat die Zwischenrufe scharf gerügt und die Ordnung aufrecht erhalten. Die Ver­sammlung nahm im ganzen gesehen als Protest- kimdgebung einen würdigen und imposanten Verlauf.

Der Vorstand spricht dem bewährten Ver­sammlungsleiter einmütig seine uneingeschränkte Anerkennung aus.

Heber Wirbelstürme und Sturmwirbe!.

Von Dr. Em i l C a rtha u s.

Die beiden letzten Jahre waren auffallend reich an ^tastrophen, die durch Wirbelstürme herbeigeführt wurden. Diese ungemein heftigen Dreh-türrne entstehen dort, wo sich Gebiete sehr niedrigen Luftdruckes barometrischer Depres­sionen unmittelbar neben solchen sehr hohen Luft­druckes, wissenschaftlich als barometrische Maxirna bezeichnet bilden. Ist doch jeder Wind nichts anderes als eine so schnelle Verschiebung von Luftmassen, datz sie sich unseren Sinnesorganen sebr deutlich bemerkbar macht. Da Wärme die Moleküle des Gasgemisches der atmosphärischen Luft naturgemäß weiter voneinander abdrängt, ist warme Luft natürlich leichter als kältere und ist so örtlich stärkere Erwärmung im Luft­meere die älrsache deS Entstehens von Gebieten niederen Druckes. Aus den Gebieten höheren Luftdruckes muß nun unbedingt die Luft nach letzteren hinströmen. Sie flieht dann ab wie in eine trichterförmige Vertiefung. Da aber die einer solchen barometrischen Depression zuströmende Luft von dem in dem barometrischen Maximum stets herrschenden Winde in seitliche Bewegung verseht ist und diese bei dem Abfließen in den Lufttrichter wenn dieser Ausdruck ge­stattet ist nicht plötzlich aufgeben kann, so erfolgt ihr Zufluß vorwiegend in exzentrischer Richtung und bamit muh eine spiralförmige Luft- bewegung in jenem hervorgerufen toerben. Die mit zunehmender Schnelligkeit nachstrümenDe Luft folgt diesen ersten Spiralwindungen, weil sie in deren Richtung den kleinsten Widerstand findet, ja, geradezu angefaugt wird. Sv sehr kann sich hierbei die Geschwindigkeit der in Diefc Wirbelbewegung hineingezogenen Luftteilchen steigern, daß sie bei einigen der berüchtigten Tor­nados in den Bereinigten Staaten von Nord­amerika stch auf 150 Meter in der Sekunde be­läuft, die halbe Geschwindigkeit einer aus den früheren preußischen Zündnadelgewehren abge- sch offenen Kugel.

Wo es sich um Luftwirbel geringeren Um­fanges handelt, als bei den genannten, deren

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

ß. Leihgestern, 20.März. Bor einer großen Zuhörerschaft sprach gestern abend in unserer Kirche der Missionar Laut von der Basier Mission über seine Tätigkeit in (5 h i n a. Bas LiedWach auf, du Geist der ersten Zeugen" umrahmte den schönen Vortrag und die prächtigen Bilder, die uns Land und Leute und das Werk der Mission vor Augen führten. Mit einem Schlußwort und Gebet unseres Ortsgeistlichen endete der echte Bolksbildungsabend.

: Beuern, 20. März. Bei der am Don­nerstag hier abgehalte ne g Versteigerung des Nutzholzes aus den hiesigen Gemeinde­waldungen lagen auf schriftlichem Wege nach­stehende Höchstgebote vor. Die Preise gelten für dem Festmeter. Fichten st ä in me, 1. Los: 3. Klasse 20,75 Mk 4. Klasse 20,10 Mk., 5a. Klasse 18,50 Mk., 5b. Klasse 17.50 Ml.. 2. Los: 3. Klasse 23,50 Mk., 4. Klasse 22,70 Mk., 3a. Klasse 21 <0 Mari, 5b. Klasse 19,05 Mk. 3. Los: 3. Klasse 22,55 Mk., 4. Klasse 16,50 Mk., 5a. Klasse 16.15 Mari, 5b. Klasse 15,15 Mk. Für Kiefern- stämma waren die Höchstgebote: 4. Klasse 17 Mari, 5. Klasse 15.50 Mk. Der Zuschlag wurde vorerst nicht erteilt. - Am Donnerstagabend wurde im alten Schulsaal eine öffentliche Versteigerung von Wiesen- und Ackerland Dor genommen. Es gelangten int ganzen 84 Ruten (je 27,5 Quadratmeter) Wiesen, meist guter Qualität und Lage, zum Ausgebot, die einen Gesamtbetrag von 920 Mk. erzielten, so daß also her Morgen (2500 Quadratmeter) auf etwa 1000 Ml. zu flehen tarn. Ackerland mittlerer Qualität galt die Rute rund 8 Mk., guter Qualität und Lage 10 bis 18 Mk., bester Qualität und Lage 21 Mk. Das insgesamt vier hessische Morgen zählende Ackerland, meist guter Qualität und Lage, brachte rund 4300 Mk. ein, so daß rin Morgen auf 1075 Mk. kam. Zu diesen Preisen tonimen noch die nicht unerheblichen Kosten der äleberschrcibung der einzelnen Gründe stücke, die laut Versteigerungsbedingungen von Den Käufern getragen werden.

ck. K e s f e l b a ch , 20. Marz. In den nächsten Tagen verläßt uns unser Lahnhofsausseher Emil Schmitt, um in seinem Geburtsort Salzschlirf seinen Lebensabend zu verbringen. Nahezu dreißig Jahre war er als Beamter hier tätig. Er hat sich durch sein entgegenkommendes, gefälliges Wesen all­gemeine Wertschätzung erworben. Als vor 2 Jahren der aroße Abbau kam, wurde unser Bahnhof ge­schlossen und Schmitt zwangsweise in den Ruhestand versetzt. Der Weggang dieses Mannes wird hier all­gemein bedauert. Die besten Wünsche unserer Ge­meinde begleiten ihn und seine Gattin.

Kreis Friedberg.

n. Wölfersheim, 20. März. Genehmigt wurde poni Gemeinderat die Vergebung fol­gender G e m e i n d e a r b e i t e n aus dem Sub- uiissionswegc auf ein Jahr: Das Halten dreier Bullen zu 1050 Mk.; das Vorfuhren derselben für 500 Mk.: die Haltung von zwei Ebern zu 297 Mk.; das Hüten der Schweine zu 120 Mk.; das Gänse­hüten zu 193 .Mk.; das Halten dreier Ziegenböcke zu 645 Mk.: das Reinigen der drei Schulsäle zu 458 Mk. unb das Reinigen der Straße für 356 Mk. Für das Bereithalten der Pferde zum Spritzen- fahren wurden 15 Mk., für das Fahren der Spritzen bei Ausbruch eines Brandes für die Stunde 1,95 Mk. bewilligt.

Kreis Büdingen.

Nidda, 20. März. Eines der älte­sten Häuser der Bahnhofstraße ist Wohl das Fr. Schmidtsche Anwesen, in dem bis vor Jahresfrist eine Schmiede betrieben wurde. Es sprang als emziaes Haus der Strahe beinahe 2 Meter vor, so daß eS nicht allein die Einh-rit-- lichkeit des Stratzenbildes stark beeinträchttgte, sondern auch dem Verkehr sehr hinderlich war. Durch Todesfall ist nun das Anwesen frei ge­worden unb die Erben haben es der S t a d t zum Kaufe angeboten. Diese wird sich die Ge­legenheit nicht entgehen lassen, ein Verlehrs- hindernis zu beseitigen, das nebenbei nicht zur Verschönerung des Stadtbildes beitrug. Der Kur- und Verkehrsverein Nidda- Bad-Salzhausen, der in früheren Jahren überaus segensreich wirkte, aber auch ein Opfer des Krieges geworden war, soll jetzt wieder ins Leben gerufen werden. Die vorbereiten­den Schritte seitens der Beteiligten wurden be­reits unternommen.

Durchmesser im Mittel noch keine 700 Meter erreicht, findet die ihrer Mitte zuströmende Luft hier keinen Raum mehr und beginnt deshalb unter Beibehaltung der Spiralbewegung, wie­der aufzusteigen. Sie bildet bann eine hoch emporsteigende, mit unheimlicher Schnelligkeit sich drehende Säule, deren Lustteilchen auf den Erdboden eine saugende Wirkung ausüben, und von diesem nicht nut Staub, Erde unb Wasser, sondern selbst Ziegelsteine unb Holzstücke an sich reißen. Damit beladen wirb der Sturmtoirbel auch dem Auge in scharfer Abgrenzung sichtbar, ganz abgesehen von dem Zerftörungswerie, bas er am Erdboden anrichtet. Sieht man doch bei den Tornados nicht leiten, daß sie Menschen und Tiere, ja Blockhäuser 100 Meter unb höher mit sich in die Luft nehmen, weshalb sich auch die Bewohner einiger von diesen Drehstürmen häufiger heim gesuchten Gegenden bei deren An­kündigung hx die »Tornabokeller" flüchten. Wie stark die saugende Wirkung selbst sehr kleiner Luftwirbel sein kann, sehen wir übrigens bei unseren gewöhnlichen Windhosen, die ja nichts anderes als Tornados von nur sehr geringer Ausdehnung sind.

lieber dem Lufttrichter macht sich gleich- zeittg ebenfalls eine saugende Bewegung geltend, und es bildet sich hier unter dem meist über ihm ent sichenden Gewölk ein deutlich hervortretender zweiter Wirbel von der Form eines umgekehrten Kegels. Auch die Spitze dieses Kegels verlängert sich sehr bald zu einem zapfenförmigen Gebilde, von den Amerikanern als .Elefantenrüssel" be­zeichnet, und es dauert nicht lange, bis sich dieses mit der vom Boden aufragenben Luft­säule verbunden hat. Nun entwickelt der Tor­nado seine ganze, verheerende Kraft, die umso unheilvoller wirtt. als seine Drehungsachse kei­neswegs stillstcht. sondern sich in mehr ober minder gerader Linie fortbewagt. Es geschicht das mit einer Geschwindigkeit, welche die eines O-Zuges überfteigen kann, im Mittel aber 60 Kilometer in bet Stunde beträgt. Man kann sich leicht benfen, welche 'Verwüstungen ein so furcht- bar entfesselter Wirbelsturm anrichtet. Rechnet man doch damit, baß die Tornados in bem Ge° biete der nordamerikanischen Union alljährlich einen Sachschaden von mehr als zwölf

. Nidda, 20. März In der jüngsten G e in e i n d e r a t s s i h u n g wurden u. a. fol­gende Beschlüsse gefaßt: 3n dem von der Stabt erworbenen ehemaligen Kraft scheu 03 r eu­ere i g e b ä u b e sollen drei W o h n u n g e n eingerichtet werben. Außerdem wirb dem Einbau von Wohnungen in den Räumlichkeiten über dem Stallgebäube nähergetreten. Das frühere Projekt, wonach das Braucreigebäube vollständig zu Wohnungen umgebaut werben sollte, hat man fallen lassen, weil der vollständige älmbau etwa die dreifachen Kosten erfordert hätte unb die Wohnungen in Zeiten, in denen die Woh­nungsnot überhaupt nicht mehr ober nur noch in geringem Maße bestehl, doch nur als Behelfs­wohnungen angesprochen werden können. -- Das Friedrich Schmidtsche An wesen das der Stabt zum Kaufe angeboten worden ist, soll zu einem angemessenen Preis erworben wer­den. Die Pacht für die gesamte Fischerei in der Nidda für das Pachtjahr 1926 27 wurde, ebenso wie im Vorjahre, auf 172 Mk. festgesetzt. Die Chaussierung des Weges hinter dem Brauhaus und der Straße im 3d- hanniterhof wurde dem Wilhelm Pfann -- müllet für 85 bzw. 75 Pf. für den laufenden Meter fertige Chaussierung unb die Lieferung der Decksteine dem Hermann Drott und Adolf Lupp laut Angebot zum Preise von 8 Mk. pro Kubikmeter frei VerwenDungsstelle übertragen. Wegen der Herstellung von erhöhtem Fußsteig in der oberen Bahnhof­straße entschied sich der ©emeinberat für die Ausführung in Mosaikpflaster, weil nach An­sicht von SachverstänDigen sowohl als auch des Gemeinderats für den Zementplattenbelag die Herstellung einer Betonunterlage unerläßlich ist unb die Ausführung in Mosaikpflaster sich an­nähernd 2000 Mk. billiger stellt. Vor Aus­führung der beschlossenen Kanalisation der Lub- wigstraße soll ein Gesamtkanalisations­projekt ausgearbeitet und vorgelegt werden. Die Gemeinde ist bereit, die Hälfte der Kosten, die der Feldbereinigungsge­sellschaft durch Erhöhung des Niddanfers und Erweiterung des Bachprofils oberhalb der 3ementbrürfc beim Werk Himmelsbach ent­stehen, zu übernehmen. 3m Interesse der Förderung der Neubautätigkeit schloß sich der ©emeinberat der Anordnung des Finanzministers an, wonach die im Kalenderjahr begonnenen Wohnungsbauten von der Grundsteuer für Gemeinde, Kreis unb Pro­vinz auf bie Dauer von sechs Jahren, unb zwar für das zur Zeit der Fertig- stellung laufende und für die nächstfolgenden fünf Rechnungsjahre, befreit sein sollen. Der in einer Eingabe geschilderte Mitzstandber Krötenburg st raße soll durch Anlage von erhöhtem Fußsteig (Shamburger Kant) ab­gestellt werben. Die Eindeckung der Strahe ist Sache des Kreises.

- , Aus Dem Niddertal, 20. März. Das warme Wetter, das vor etwa Drei Wochen herrschte, hat glücklicherweise wieder einer etwas rauheren Witterung Platz gemacht, das die schon to^it vorgeschrittene Vegetation zurückhält. Die Temperaturen der letzten Nächte sanken bis zu 6 Grad R. unter den Ge­frierpunkt. An geschützten Stellen stehen bereits bie Aprikosen unb die Früh- Pfirsiche in voller Blüte. Die Ob ft bäume zeigen einen guten Stand, so daß auch in ihrem Interesse Fortbestehen der jetzigen Witterung zu wünschen ist. Hier und da haben die Blutfinken wieder einen großen Schaden angerichtet. Diese schönen, aber für bas Obst unb die Deeren-- sträncher überaus schädlichen Vögel fressen in kurzer Zeit die Knospen mancher Bäume und Sträucher völlig ab und vernichten so die ganze Ernte. An manchen Orten haben sie in den letzten Jahren sehr überhand genommen, so baß ein Abschießen geboten erscheint. "Die Winter­saat hat, soweit sich bis jetzt urteilen läßt, im allgemeinen gut überwintert, die Feldarbeit nimmt jetzt überall wieder ihren Anfang.

--Ort en berg, 20. Marz. Zur Zeit wer­den mit der Po st Direktion Verhandlungen wegen Erbauung eines neuen Post­amts geführt, das in Verbindung mit dem zu er­bauenden Familienhaus in den Herrngarien zu stehen kommen soll.

)( Orten b erg, 19. März. Nachdem vor acht Tagen der Frauenoerein feine Jahresver­sammlung abgehaltcn hatte, beendete er gestern abend feine diesjährige Winterarbeit mit einem gut-

Millionen Mark im Durchschnitt verursachen. Die Tornados ober Drehstürrne, wie sie die Spanier in Amerika zuerst genannt Haden, stellen nur einen Typus von unglaublich schnell frei» send ei,, aber wenig umfangreichen Gufttoirbcln dar. Einige von diesen, wie unsere Wind-, Sand- und Wasserhosen, wachsen Überhaupt nur zu einem älmkreise von wenigen Metern an, wo­gegen andere, wie die Mauritius-Orkane einen Durchmesser von vielen Kilometern errei­chen können. Solche ausgedehnten Wirbelstürme entstehen vornehmlich über den Meeren und am häufigsten über Denen der höheren geographischen Bretten. Bei ihnen ist Die Luftbewegung nicht so heftig und in ihrer Mitte bildet sich sogar ein fast windstiller Raum. Man hat Wirbel­stürme beobachtet, deren windstilles Inneres einen Durchmesser von mehr als 50 Kilometer be­saß, während Der Sturm- oder Orfangürtel nur eine Breite von etwa 60 Kilometer zeigte. Die Wirbelstürme Der Tropen zeichnen sich bei ge­ringerem Umfange durch größere Heftigkeit aus.

Unter Den mehr bekannten unb gefürchteten Wirbelstürmen besitzen die Tornabos die kleinste horizontale Erstreckung, eine größere aber schon bie Seetornados. Ungewöhnlich starke Wirbel­stürme mit einem Durchmesser von 1000 bis 2500 Kilometer bezeichnet man als Zyklone. Einen Schrecken des Seemanns bilben unter ihnen die Taifune Der ost asiatischen Meere, welche vom Juni bis zum November mit einer Schnelligkeit von 12 bis 40 Kilometer in' der Stunde von den Philippinen bis nach Japan wirbelnd da hin­brausen, ebenso die Zyklone in der Dai von Bengalen und bie Hurricanes der wärmeren amerikanischen Küsten.

Während der beiden letzten Jahre sind auch Lette von Westeuropa wiederholt von verheeren­den Wirbelstünnen heimgesucht worden, unb auch jetzt wieder lassen Die bei uns schon seit 2No- nalen herrschenden völlig abnormalen Tempera­turverhältnisse die Gefahr des Eintretens von solchen gar nicht so fernliegenb erscheinen.

Frankfurter Sfyeater.

Im Schauspielhaus feiert Ferdinand RaimundsBauer als Millionär" seine Auf­erstehung. Man besinnt sich wieder auf das un­

besuchten Vortragsabend, zu dem die Der- banbsfefretärin, FrI. Wahre ndorf- Alsbach, erschienen war. In ihrem Vortrag wies sic zunächst die religiösen, sittlichen und leiblichen Nöte unseres Volkes auf und zeigte bann in praktischer Weise, wie die Frauenvereine berufen seien, diesen Nöten in mannigfacher Weise abzuhelfen. Line Aus­sprache schoß sich an den Vortrag an. Am Mitt woch hielt der K i r ch e n g e f a n g u c r e i n seine diesjährige Generalversammlung ab. Der bisherige Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt. Die Abhaltung eines größeren Kirchenkon­zertes wurde für den Sommer beschlossen. An dem Berbandssest am U. Mai wird sich der Verein beteiligen.

ärreis Schotten.

X Schotten. 18.März. Heute ging die dies­jährige A b s ch l u ß p r ü f u n g an der Hessi­schen Försterschule zu Ende. Die mündliche Prüfung fand unter dem Vorsitz des Oberforstrats U rsta dt stat!. Sämtliche Prüflinge haben die Prü­fung bestanden. Zu Beginn des Schuljahres 1925 traten 23 junge Leute in die Anstalt, ein, von denen einer im Laufe des Jahres gestorben ist. Von den 22 Bewerbern sind elf Anwärter färben hessischen Staatsdienst, die anderen elf sind zum Teil Anhal­tiner, zum Teil Anwärter in standesherrlichen Diensten.

Eichelsachsen, 20. März. Die beiden in vergangener Woche hier abgehaltenen Holz­versteigerungen des Forstamts Schotten ließen ein leichtes Nachlassen der Preise ernennen. Buchenscheiter 1. Kl. kamen zu Beginn .Der Versteigerung auf 12 bis 13 Mk. pro Rm., gegen Ende wurde Der Preis auf 15 bis 16 Mk. hvnausgeboten. Während die Holzvorräte des Auerbergs in Der Hauptsache von Käufern aus Dem NidDa- unb Cicheltal begehrt waren, traten für Den Distrikt Kärschberg viele Interessenten! aus Glashütten auf. Die Eisenwerke tn Hirzenhain haben tn ben letzten Wochen begonnen, Arbeiter zu entlassen. In Der Hauptsache dreht es sich um solche, die tn Den letz­ten Jahren bei vorübergehender Hochkonjunktur neu eingestellt waren. Auch unser Dors, sowie anbetc in Der Umgebung, werben durch diese Entlassungen in Mttletdenschast gezogen. Leider läßt bie Inbetriebnahme unseres Da sa l t ft e t n- bruchs noch immer auf sich warten, so baß Ent­lassene Dort nicht eingestellt werben föitnen.

Kreis Alsfeld.

Alsfeld, 20. März. Am Donnerstag hielt hier Frau Pfarrer Strauch von Gießen in der Turnhalle, bie bis auf Den letzten Platz besetzt war, auf Veranlassung des Gustav-Adolf- Frauenvevrins und des Zweigverrins Alsfeld des Evangelischen Bundes einen Vortrag übet bas Vaterunser nach Luthers Erklä­rung vom Jahre 15 19. Die Vortragende, die über recht gute 'Vortragsfähigkeiten verfügt, verstand bie aus Dem tiefen gläubigen Herzen des großen Reformators kommenden Erklärungen des Vaterunsers allen Zuhörern menschlich nähe zu bringen, was die gespannte Aufmerksamkrit, mit welcher die anregenden Ausführungen von allen Zuhörern verfolgt wurden, bewies. Die Frier wurde durch bie Mitwirkung des Evange­lischen Kirchengesangvereins, der zwei Lieber vor- trug, verschönt. Am Freitagabend fand auf Einladung Der hiesigen, unter Leitung von Stu­dienrat Graeber sehr rührigen Dürer-Gesell-' schäft im Physiksaale Der Ober-Realschule ein Vortrag von Pros. Dr. H u n t e m ü 11 e r von der Universität Gießen über Bererbungs - fragen statt. Der sehr volkstümlich-belehrend gehaltene Vortrag ging von der Lehre Darwins aus unb zeigte die Grundbegriffe Der Lehre vom Zellenstaat mit seiner Zelleittrilüng und Entwickelung von ben einzelligen Protisten bis zu dem höchsten Lebenswesen, dem Menschen, hinauf, wobei er an Der Hand von wissenschaft­lichen Tafeln bie einzelnen Stadien Der Entwicke­lung der Zellen vorführte. Besonders interessant waren bie Beispiele aus der Menbelschen Ver­erbungslehre unter Anwendung auf ben Men­schen. Eine Reihe sehr guter Lichtbilder, bie auf ben neuesten biologischen Forschungen beruhten, gaben dem Vortrag eine recht gute Veranschau­lichung. Die mit großer Aufmerksamkeit folgen­den zahlreichen Zuhörer dankten Dem Vortragen­den am Schlüsse durch reichlichen Beifall für den sehr anregenden und auch für Laien sehr inter­essanten Vorttag.

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problematische Theater, auf bas Theater einer Zeit, da man noch nicht Bronnen- oder Brechtsche dra­matische Sentenzen kannte und das Publikum sein Mißfallen noch nicht durch Werfen von Stink­bomben kundtat. Jenes gemütliche, volkstümliche, romantisch-sentimentale Theater einstiger Zeit ist in diesemBauer als Millionär" enthalten, wie über­haupt alle Theaterstücke Raimunds einen ganz typischen Abschnitt in der Geschichte der Theater­literatur bedeuten und ebensowenig wie die Possen Nestroys von dem Künstler jener Zeit, Gi­rardi, zu trennen sind. Es war ein künstlerisches Experiment, diese Ausgrabungen in unseren heutigen Tagen zu wagen, da Zeit und Menschheit sich ge­waltig geändert haben. Man muß jedoch zugeben, schon der Theaterzettel bringt uns in Stimmung, wenn wir von der Fee Lacrimosa lesen, dem Fortu- natus Wurzel und all den übrigen Feen und Geistern. Man hat das wohlige Gefühl der Span­nung, was wird nun alles kommen? Die Musik von Jos. Drechsler unterstützt diese Stimmung aufs beste, und bann beginnt das Spiel. In bunten, märchenhaften Bildern zieht die Geschichte vom Bauern Fortunalus, feinem Reichtum und seiner Ziehtochrer Lotte an uns vorüber. Szenen, wie die mit bemBruderlein fein . . ." werden wohl nie an Wirksamkeit einbüßen, aber im übrigen ist manches noch ein bißchen verstaubt, und cs mag auch am Publikum liegen, das nicht mehr mit der rechten Begeisterung diesem Stampf der Geister um das Kind der Fee Lacrimosa zu folgen versteht und zu sehr anschärfere Sachen" gewöhnt ist. Heinz Hilpert gab sich als Regisseur alle er­denkliche Muhe, das Stück so schmackhaft wie irgend möglich zu servieren, aber es gelang ihm nicht, eine innere Geschlossenheit in die Aufführung zu bringen. G°"^.vorzügli.ch war Fritz Ode mar als Bauer, der Künstler überrascht immer wieder durch seine Vielseitigkeit. Lieb und naiv war auch Hertha Schwarz als Lottchen, Norbert Schiller ein äußerst gut gelaunter ungarischer Zauberer, ergänzt durch Theodor Daneggers schwäbischen Zauber- Vetter. Am Schluß knauserte das Publikum keines- wegs mit Beifall, dennoch spürte man, daß diesmal der rechte Kontakt zwischen Bühne und Zuschauer- raunt nicht hergestellt war, vielleicht lag auf beiden Seiten etwas Schuld. L. W.

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