Vereine
Edevaar bracht«" Aairaaen
Donnerstag, 2|. (Mtober 1926
(Siebener Anzeiger ^General-Anzeiger für Oberhessen)
Nr. 247 Zweites Blatt
ar,i,d48^S"M"n9-| Set MWMiA MmW UWKS
,eia2r I Die Tagung der internationalen Handelskammer.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".)
hielt
Nach Schlich der Sitzung wurde ein
K 0 m
sitzende bte Reichslandbundes, Graf Kalck -- r e u t h ihre Stellung zur gegenwärtigen Wirtschaftslage und zum Wirtschaftsmanifest. Minister
lot
Wirt-
Europa genug gelitten haben, fein öffnen und das Gefängnis feiner fchaftsfchranken verlassen?
fangs dieses Jahres im Hebergang aus der Krise in dem Stadium der wirtschaftlichen Depression. Die Erscheinungen des akuten Absturzes sind Erscheinungen eines stationären Zustandes gewichen, der für beide Teile der Wirtschaft an sich zunächst in seinen Wirkungen grobe Aehn- lichkeit mit dem Zustand der Krise hat. Die Zahl der Arbeitslosen blieb in Deutschland monatelang dieselbe. Erst in den letzten
wie Mussolini fein Volk zur Unterbindung der übermäßigen Weizeneinfuhr auffordert, so muffen mir unser Volk zu einem großen Feldzug der Arbeit führen. Voraussetzung für diesen Feldzug sei die Sicherung der Rentabilität der Landwirtschaft, da die größten Arbeitsmöglich- kelten in der Intensivierung derselben lägen.
am 15? August abgeschlossenen Handelsabkommen zu verhandeln. Dieser Nachtrag ist besonders dazu bestimmt, das Zollregime für die zwischen Deutschland und dem Saargebiet im Rahmen des internationalen Stahlkartells und der zusätzlichen Privatabkommen, über die gegenwärtig verhandelt wird, ausgetauschten metallurgischen Produfte zu regeln.
ch a f t im Wege der Intensivierung komme ür den Wiederaufbau der Wirtschaft in Frage. Dies
a. D. Schiele führte in seinem Referat über die wirtschaftspolitische Lage und die deutsche Landwirtschaft u. a. aus, daß die deutsche Politik sich gegenwärftg zu stark nach außen hm richte. Die Zusammenhänge zwischen der Politik von Thorry und dem Dawesabkommen, dem Transfersystem und damit auch unserer Wahrung seien zu ernster Natur, als, daß sie nicht eine allersorgfältigste Prüfung verlangten. Die unter allen Umständen zu erstrebende Gesamt- lösung der Reparationsfragen dürfe nicht durch eine lediglich den Interessen Frankreichs dienende Teillösung gefährdet werden. Die an Deutschland gegebenen Auslandskredite erweckten fälschlich den Anschein, als ob mit ihrer Hilfe das Traiisfersystem durchführbar wäre. Tatsächlich ginge aber durch sie eine immer stärkere 11 e b e r frem du ng unserer
Wirtschaft nur mit sich selbst tätigen. De Wirtschaftsblüte in Amerika sei zurückzu- führen auf die stabile Währung und auf das Fehlen jeder inneren Schranken, während Europa ausgeteilt sei in 28 Gebiete, die zum Teil vosn der Inflation zerfetzt seien. Der Bericht beschäftigt sich alsdann mit der Lage in Griechenland, in Frankreich, in Italien und in Belgien und geht schließlich auf Deutschland über. Aus der der Internationalen Handelskammer zugegangenen interessanten Darstellung des Gesundungsprozesses nach der Inflation ergebe sich, daß der Kranke leide, aber daß es ihm besser gehe. Der englische Kohlenstreik habe einigen Geschäftszweigen in Deutschland Belebung gebracht. Kohlen und Eisen waren gut beschäftigt. aber es ist nicht genug Arbeitsgelegenheit vorhanden.
es ist nicht genug Arbeitsgelegenheit vorhanden.
sind. Der Kohlenpreis ist auf dem Weltmarkt unter die Gestehungskosten herab- gedrückt worden durch eine Konkurrenz, die nur durch die Inflation möglich war. Sir Allan Anderson schloß mit folgender Konklusion:
Wir sehen aus diesen Berichten zwei große Gebiete diesseits und jenseits des Ozeans einander gegenüberstehen. Rach Größe, Bevölkerung, Produktionsfläche und Klima, nach Unternehmungsgeist und Betriebsamkeit hat keines von beiden Anlaß, aus das andere neidisch z» sein. Das eine Hot stabile Währung und keine inneren wirtschaftlichen Schranken, das andere hat viele Währungen, die nicht alle stabil sind und 28 Zollschranken, die immer weiter wachsen, während die bestellten Artikel in Arbeit sind, welches dieser beiden Gebiete kann gedeihen? Welches gedeiht tatsächlich? Ich las einmal die Geschichte eines Mannes, der in einem sinsleren Keller und dort ohne Wasser und Brot gehalten wurde. Durch seine Qual angetrieben, sprengte er die Kellertür aus und trat hinaus. Wann, frage ich mich, wird
UNlMk'
währleisten.
Das deulsch-franzöfischeHandels- abkommen.
Paris, 20. Oft. (WD.) Wie Havas berichtet, ist Ministerialdirektor Serruhs vom Handelsministerium in Begleitung des franzosl- schen Konsuls A r u a l als Vertreter des Außen- Ministeriums nach Berlin abgereist, um mit der deutschen Regierung über einen N a 4 trag zu dem zwischen Deutschland und Frankreich
Deutschlands Entwaffnung Die Forderung der Botfchaftcrkonfcreuz.
Paris, 20. Oft. (havas.) Die Votschafterkonfe- renz nahm eine Anzahl von Berichten über die Entwaffnung Deutschlands zur Kenntnis. In den Berichten handelt es sich um gewisse Punkte, in denen die Kontrollkommission weiterhin der Ansicht sei, daß sie noch nicht von der deutschen Regierung Genugtuung erhalten habe. Es handelt sich insbesondere um die Organisation des Oberkommandos, um die Fabrikation und um den Export von Kriegsmaterial, die Organisation der Polizei, die Veräußerung gewisser militärischer Gebäude, die B e f e st i g u n g von Königsberg sowie um die sog. Sport- verbände, die militärische Ziele verfolgten. Erst, wenn die Kontrollkommission der Botschafterkonserenz mitgekeilt haben werde, daß sie Genugtuung in allen diesen Punkten erhalten habe, werde die Botschafterkonserenz den Völkerbund ersuchen können, die Aufgabe der Militärkontrolle in Deutschland zu übernehmen. 3m übrigen wird betont, daß nach französischer Auffassung seit dem Abgang des Generals v. Seeckt eine Erleichterung in den Verhandlungen eingetreten fei. Die Frage der Teilnahme des Sohnes des Kronprinzen an den deutschen Manövern sei noch nicht abschließend behandelt worden. Die Frage einer Neuregelung der polnisch - litauischen Grenze, die aus Wunsch Litauens der Botschaf- terkopferen; zur Beratung vorlag, kam auch zur Sprache. Wie verlautet, soll der Standpunkt der Botschafterkonferenz ein ablehnender sein. Es wird darauf verwiesen, daß Litauen das Abkommen vom November 1922 anerkannt habe und demselben von England, Italien, Frankreich und Japan zugestlmmt wurde, daß daher andern statas q u o nichts zu ändern sei.
Raum s WerkMi ob aaer, 'Me d- ten,
■ 1 denz gezeigt, so daß die Zahl derjenigen, die - Arbeitslosenunterstützung erhalten und die im haben Ianuar-Februar mehr als zwei Millionen be» jKuiei zuuiuyiiie trug, Ende August auf 1,55 Millionen zu rück-
Diese ist aber dafür gegangen ist. Trotz dieser rückläufigen ^en- ..... 1 1 denz beträgt die Zahl der Arbeitslosen und der
w
AL. bsirv 30 gi
Marlen °-50 an und ls Mk. 0.25 chA *• Telephon 1257,
Das hessische Volksbegehren im Landtag.
(Don unserer Darmstädter Redaktion.)
D a r m st a d t, 20. Oft. Heute vormittag trat der Hessische Landtag zusammen, um über das Volksbegehren auf Auflösung des Landtags Beschluß zu fassen Das Volksbegehren steht als erster Punkt auf der heutigen Tagesordnung. Außerdem enthält diese noch 50 Beratungsgegenstände, so daß mehrere Sitzungen zur Erledigung der Tagesordnung erforderlich sein werden. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um IQi j plhr.
Abg. Heinstadt verliest eine Anftage über die Tätigkeit der Deutschen Dau- und Siedlungsgemeinschaft (Sih in Darmstadt): die Anfrage besteht in einer Reihe von) Cinzelfragen über das Geschäftsgebahren der Gesellschaft. Der Minister für Arbeit und Wirtschaft verliest hierzu eine Erklärung, die gegenüber dem Unternehmen zur Vorsicht mahnt. Der Minister unterstreicht diese Mahnung bei der Verlesung seiner Antwort.
Abg. Widmann fragt wegen der Aufwertung von Sparkas sengut habeni an. Ministerialdirektor Spanier erwidert darauf, daß die Destimmunegn über diese Aufwertung demnächst bekanntgegeben werden.
Cs wird hierauf in die Tagesordnung eingetreten und das Volksbegehren auf Auflösung des Landtags beraten.
Abg. Kaul (Soz.) gibt als Berichterstatter einen ausführlichen Bericht über den bisherigen Verlauf der Beratungen innerhalb des Landesabstimmungsausschusses und des Gesetzgebungsausschusses (worüber bereite in der Presse arte» sührlich berichtet worden ist). Er verteidigt u. a. die Regierungsparteien gegen den Vorwurf der Verschleppung und bezieht sich int wesentlichen auf den Bericht des Landesabstimmungsleiters, namentlich in bezug auf das Zahlenmaterial. Es gelte zu entscheiden, so meinte der Redner, ob den gesetzlichen Erfordernissen deSVolksbegehrens Genüge geschehen fei, oder ob nicht wegen der großen Zahl von ungültigen Stimmen mancherlei Art das Volksbegehren abzulehnen sei. Zum Schluß seiner Darlegungen teilt der Redner den Beschluß des Ausschusses mit, daß den gesetzlichen Erfordernissen des Volksbegehrens Genüge geschehen sei. Dieser Beschluß wird zur Annahme empfohlen.
Qlbg. Widmann (Soz.) bezeichnet dieses Volksbegehren als eine Verfälschung des Volks- Willens (Lebhafter Widerspruch rechts). Er wendet sich gegen die Llniversitätsprosessoren als Sachverständige. Wenn die Sozialdemokratie ein Begehren in dieser Form vor den Landtag gebracht hätte, so wäre dieses, bei anderer Zusammensetzung des Landtags, wohl abgelehnt worden. Der Redner beschäftigt sich längere Zeit mit den Unregelmäßigkeiten in den Listen, insbesondere mit den Doppeleintragungen, die eigentlich straftechtlich verfolgt werden mühten, was leider nicht geschehe. Weiter wendet sich der Redner gegen den Wirtschafts- und Ordnungsblock. Es kommt bei dieser Gelegenheit zu lebhaften Zwischenrufen. Eine Redeblüte „Honig aus dem Staub getaugt" erregt im ganzen Hause Heiteickeit. Die Schlußworte, die sich gegen den Wirtschafts- und Ordnungsblock richten, entfesselten lebhaften Beifall uni) Gegenftrndgebun- gen. Der Präsident bittet wiederholt um mehr Ruhe.
Abg. Reiber (Dem.) erklärt im Namen seiner Fraktion, daß sie dem Beschluß des Ausschusses ihre Zustimmung erteile, damit erkenne sie aber nicht die Methoden an, wie das Volksbegehren zustande kam. Früher hätten die Landtagsperioden nicht lang genug jein können, jetzt dauerten sie den Parteien des Wirtschafts- und Ordnungsblocks schon mit drei Jahren zu lange. Der Redner meint u. a., die Verbreiterung der Regierungskoalition, wie sie von dem Abg. Dingeldei; erstrebt werde, könne durch das Volksbegehren nicht erreicht werden. (Leb-
n.’llti 'Msi. w
munique ausgegeben, in dem erklärt wird, daß Beschlüsse von sehr großer Bedeutung für das Kapital, die Arbeit und die einzelnen Interessenten einstimmig vom Ausschuß für Han- delshindernissc und dem Verwaltungsrat der Internationalen Handelskammer gefaßt worden seien. Diese Beschlüsse seien in einem Bericht zusammengefaßt, der von Sir Arthur Balfour der Internationalen Wirtschaftkonferenz des Völkerbundes unterbreitet werden würde. Die Beschlüsse legten die Heilmittel dar, die in den Augen der Geschäftswelt notwendig seien, wenn man einen wahren wirtschaftlichen Umsturz vermeiden wolle.
Es wird gefordert, daß die obligatorische Visierung der Pässe abgeschafft wird, da sie die Reisen der Industriellen und Kaufleute behindere und die unsichtbare Ausfuhr verhindere, indem sie den Touristenverkehr beschränke. Die Ausländer müßten überall die gleichen Rechte haben, wie die Bürger der betreffenden Nation, vollkommene Bewegungsfreiheit, Wohnrecht und die Möglichkeit, sich niederzulassen. Man fordert für die Eisenbahn die Standardisierung des rollenden Materials, die allgemeine Annahme des 24-Stunden- Tages, Vereinfachung und Vereinheitlichung des Reglements und der Formalitäten.
Der Ausschuß für Handelsbeschränkungen fordert die Freiheit des Handels mit R 0 hst 0 ffen. Man soll frei Rohstoffe kaufen können, ohne besondere Abgaben zu zahlen und ohne Ausfuhrzölle imb Beschränkungen für die Ausfuhr. Dagegen müßte den Rohstoffe einführenden Ländern eine Meistbegünstigung und vergünstigte Zolltarife den Waren derjenigen Länder gewährt werden, die Rohstoffe ansführten und ebenso den Waren, die aus diesen Rohstoffen hergestellt würden. Die Äunögebung betont weiter den Emst der Lage, der geschaffen wird, durch die Zahl und Höhe der Zollgrenzen, die soviele Länder umgeben und die eine ernste Beeinträchtigung des intemationalen Handels bedeuten. Weiter wird der Z o 11 ad v a Io r em verurteilt, der schwierig zu bewerten sei und dessen heikle Konzessionen und Vorrechte für gewisse Länder zu Praktiken führt, deren Wirkung die ist, bis ins Unendliche die legalen Zollsätze zu erhöhen.
Paris, 20. Olt. (WTB.) Zu Beginn der heutigen Sitzung des Verwaltunasrats der I n - ternationalen Handelskammer hielt der geschästsführende Vorsitzende Sir Allan Anderson eine Rede, in der er den Rechenschaftsbericht aus den Mitteilungen der einzelnen Ländergruppen erstattete. Er erklärte, er nehme für den Handelsverkehr unter den Völkern in Anspruch, daß er der herrschende Faktor ist, das Los der Menschheit zu bes'ern und nicht verdiene, ausgesperrt zu werden, wie er das heute ist. Das erste aller Handelshindernisse ist das Fehlen eines stabilen Zahlungsmittels und das nächst Bedeutungsvollste ist die Rivalität der Staaten untereinander, die die
Wie- IMitt LllatzrLr.A Haltungigegel. M Herdtetlen, '-ufenfler, ®fn, >• Instrumenten Kntz'Portieren-
MV llanbtohteiobn, ‘ isthre, lud» joiott Stellung als
Kutscher
6. ttMtttt !u erst in der Äc- M'Mellr d. M Geigers. |072 5 End. Mädchen flotten burttouß ihren, baß Itton besserem HMe im w. W LtUuuft k ubw, iti) Mi Stobtvn. M Aimb. unirr iMa.d.G.Aincrb.
Mädchen
18 Jahre, sucht stellt, uw er sich iud) noch elmaS Im lochen ausbllden am Schnitl. Hn- leboie unter w» 1 d. erb. Verschieden^
.....................
MM Wlli« werd, iachgemab u, prctSroeti gestimmt u. revar.
MS MUMM!
rcleolM M \ Inianlflbr.filn»
SS»
® erlin , 21 Oft. Die Mitteilungen der „Boss. 3tg." aus dem Referentenentwurf eines Ausfüh- rungsgejetzes zum Artikel 48 der Reichsverfassung haben in Berliner politischen Kreisen beträchtliches Aufsehen erregt. In Regierungskreisen scheint man sogar einigermaßen bestiirzt zu sein und hat m aller Erle dann sich bemüht, von der Veröffentlichung der ,.Bosf. 3tg." vernehmlich abzurücken. Die Sachlage ist folgende: Der Artikel 48 der Re.chsver- fajfung ermächtigt den Reichspräsidenten zu besonderen Maßnahmen zur Siche- rnng ober Wiederher st ellung der öffentlichen Ordnung im Reiche^ erforder- tichen Falles mit Hilfe der bewaffneten Macht. Eine Reihe von Verfassungsbestimmungen darf der Reichspräsident zu diesem Zwecke, soweit es ihm notwendig erscheint, außer Kraft setze n.^Auch den Ländern gegenüber hat er in besonderen Hätten ähnliche Machtbefugnisse. Eingeschränkt sind diese Verfassungsbeftimmungen nur durch die Verpflichtung des Reichspräsidenten, dem Reichstag von feinen Maßnahmen unverzüglich Kenntnis zu geben. Auf Verlangen des Reichstages find die getroffenen Maßnahmen außer Kraft zu fetzen. Das nähere zu bestimmen, ist in der Verfassung einem besonderen Reichsgesetz vorbehalten geblieben. Der Reichsinnenrnrnister Dr. Külz hat sich nun seit dem Frühjahr d. I. bald nach seinem Amtsantritt mit diesem delikaten Problem der Diktaturgewalt des Reichspräsidenten beschäftigt und, mehr als sieben Jahre seit den Tagen von Weimar, in seinem Ministerium einen sog. Referenten - lichen politischen Zündstoff in sich birgt, dessen der, soviel'war bereits bekannt geworden, demnächst dem Reichskabinett zugehen sollte. Der Inhalt dieses , - - - ...
Entwurfes, sofern man die Mitteilungen der „Voss. Wahrend des »werten ^ach^es der WrrksanÄert Ztq." als im wesentlichen richtig annehmen will, des DawesplaneS, Oluguft 1926 endete,
bißet bereits heute in der Oeffentlidjfeit den Gegen- habe Deutschland 1176 Millionen Mark an den
stand lebhaftester Kritik. Besonders sozialdemokra- Reparationsagenten bezahlt davon 455 MiUio-
tische Kreise stehen dabei an der Spitze. In ein- nen (35 Prozent) m fremder Wahrung. Dieses
idnen Punkten des Entwurfes sicht man nämlich Bartransfer war nur möglich durch den, Z u-
ein erhebliches Hinausgehen über die Bestimmnn- farninen ström von auslandi sch en K re-
gen des Artikels 48 der Reichsverfassung. So enthält d it en. Die Wirtschaftslage befand sich ^n»
> B. der § 8 den Passus, daß das Verlangen des 1 mtä her
Reichstages auf Außerkraftsetzung einer auf Grund des Artikels 48 der Reichsverfasfung getroffenen Maßnahme nur hinsichtlich der allgemeinen Anordnungen als zulässig angesehen und eine Aufhebung mit rückwirkender Kraft überhaupt ausgeschlossen wird. Dabei wird nicht gesagt, welche Anordnungen etwa unter die „allgemeinen" fallen.
Der Konftiktsstoff liegt aber nun weniger darin, , ------- __
bah an dem Entwurf in der linksgerichteten Presse Monaten haben sich Zeichen einer surl-enden —en- b es anders scharfe Kritik aeübt wird, sondern ist vor 1 ?v>rr<nMnOTT hl1
ö,Ucm darin begründet, daß dieser Entwurf v e r - faffungsänbernben Charakter 1, dürfte, im Reichstag daher zu seiner Annahme einer Zweidrittelmehrheit bedarf. T' \ nicht zu haben. Das Reichsinnenministerium wird . „ --------- - - » -
deshalb voraussichtlich entweder den Entwurf so Kurzarbeiter mehr als 8 Millionen, wenn man abändern müssen, daß er eine ausreichende parla- die Familienangehörigen ernbezreht. Die f^age mcntarifdic Basis finden kann, oder aber es wird der Arbeitslosigkeit ist 'wtur^m^fürdas Berch ihn vorläufig zurückstellen müssen. Vielleicht ließe auch vom Standpunkt des Budgets von großer sich einige Zeit später ein Ausführungsgesetz zum Bedeutung.
Artikel 48 im Sinne des Reichsinnenministers Qmglano,
leichter durch die parlamentarischen Klippen ein anderer Patient, der zur Genesung im verbringen. gangenen Iahre glücklich einige Fortschritte ge-
Roch ein anderes Gesttz ist im Reichsinnen- macht hatte, schien zu Beginn dieses Iahres die
Ministerium in Vorbereitung, das ebenfalls erheb- Stabilität der Preise erreicht und die Konkurrenz-
lichen politischen Zündstoff in sich birgt, dessen I sähigkeit auf dem Weltmarkt zurückgewvnnen zu
Schaffung aber vielleicht noch dringender ist, als haben. Alle Anzeichen deuteten sichtlich auf Desse-
bic des Äusführungsgesetzes zum Artikel 48. Es I rung. Leider haben der Kohlen streik, der noch
handelt sich um die gesetzliche Festlegung, welche andauert und ein Generalstreik, der rasch von der
Gesetzentwürfe Verfassungsändern- öffentlichen Meinung unterdrückt wurde, ernste
den Charakter haben. Auch über diesen Plan Verluste zur Folge gehabt. Ich konnte hinzu-
bes Herrn Külz ist bereits einiges in die Oefsent- fügen, daß die Schwierigkeiten der englischen
lichkeit gedrungen. Eine Regelung dieser Frage wird Kohlenwirtschaft zu einem erheblichen Teil auf die
von Regierungsseite deshalb sehr bald erstrebt, weil nicht stabilen Währungen zurückzuführen
nahezu bei jedem wichtigeren Gesetz, bas über- \ ______ _
Haupt einen Zweifel zuläßt, die Frage nach dem -----------------—---—-------------—------
oerfassungsändernden Charakter des Entwurfes auf- Industrie vor sich. Wir entfernten uns also geworfen wurde. Die Entscheidung darüber hatte DOn fem Ziele aufbauender nationaler
stets etwas Gezwungenes, und es wäre deshalb sehr Wirtschaftspolitik. Eine Nachprüfung der Arzu begrüßen, wenn durch Gesetz eine u berge- beitelosenzifsern ergebe eine Höhe von ungefähr ordnete Instanz geschaffen wurde, die, unbe- Millionen Arbeitskräften, die brach lägen, einslußt von politischen Gesichtspunkten, wie es sie amtliche Statistik verschleiere dies. Parlament und Regierung niemals sind, die Eni- ' scheidung darüber treffen kann, ob ein Entwurf mit den Bestimmungen der Reichsverfasfung in Einklang steht ober nicht. In bic Hanbhabung bes Verfassungsrechtes, wie überhaupt be$ ganzen öffentlichen Rechtes, würde nur eine solche Institution die so notwendige größere Rechtssicherheit bringen können. In den bevorstehenden Monaten sind de- , kanntlich eine ganze Reihe wichtiger Gesetze zu er- Deutschland müsse ein dem eigenen nationalen lebigen, bei benen mehr als einmal die Verfassungs- Machtbereich angeglichener Agrar-Jndustrie- mäßigkeik angezweifelt werden wird. Richt zuletzt Staat werden und sich allen Versuckzen entgegen^ bei einem Ausführungsgesetz zum Artikel 48 der stellen, wenn man es entgegen seinen eigenen Jn- Reichsversassung. Es ist sehr leicht möglich, daß der teressen für den Weltmarkt ausnutzen wolle. Dar- Reichslnnenminlster sich, abgesehen von den ange- auf nahm Gras Kalckreuth zu dem 1 r t = beuteten politischen Gesichtspunkten, schon aus bie- schaftsmanifest Stellung. Er erklärte daß die fern Grunde, entschließt, den Entwurf zurückzustellen, Landwirtschaft volles Verständnis dafür habe wenn bis die Institution zur Beurteilung der Verfassungs- die Wirtschaft die Zollfesseln zu erleichtern wünsche, Mäßigkeit eines Gesetzentwurfes geschaffen ist. jedoch nur unter der Voraussetzung, daß die landwirtschaftlichen Schutzzölle nicht Pnnh-mi'rfErhnff angegriffen würden. Wenn die Industrie einer
-^VlIlVlVeL internationalen Vertrustung zustrebe und auf der
lltlh Grundlage der landwirtschaftlichen Zollsreiheit ihre
UHU punUfu/V Arbeiter billiger zu ernähren hoffe, so befinde sie
Minister Schiele und 6)rnf Kalchreuth sich °us einem Srrmege roeil dies nur zur Ve r■ r-*.- . zx V. . s. niditunq des landwirtchaftlichen z> e -
zur Intensivierung der ^nndtvirtschaft. sjtzes führe. Für den deutschen Konsumenten Halle 20. Ott. (2.11) Auf der Tagung würde also nichts erreicht werden, weil dieser dann des Landbundes der Provinz Sachsen präzisierten restlos von der vertrusteten internatio- Reichsminister^a. D. Schiele und der Vor- | n a ( c n Ernährungsprobuktion a b - hängen würde. Einzig die Wiederherstellung der Rentabilität der Landwirt-
hafter Beifall linfsj
Abg. Galm (Komm.) stellt Betrachtungen an über die Parteikonstellation im Reich und in Preußen; es ergebe sich daraus, daß die Koalitionsparteien nur ihre Absicht im Parlament verschleiern, später mit der Opposition über den Eintritt in die Regierung zu verhandeln. Die kommunistische Fraktion werde für bie Auflösung des Landtags stimmen. Der Redner verliest hierzu eine längere Erklärung, in der diese Beschlußfassung begründet wird.
Abg. Dingeldey (D. Dp.) führt etwa aus; Der Abg. Widmann hat von den Verhandlungen des Landesabstimmungsausschusses als von einer Tragödie gesprochen; es fehlt aber noch der Schlußakt. Ich muß das Verfahren des Lanbesabftim- mungsausfchusses als eine Satire bezeichnen auf das, was der Gesetzgeber gewollt hat. Der wesentlichste Punkt, daß genügendUnterschris- ten für das Volksbegehren vorhanden find, war für jeden, der sich nicht die Ohren verstopft hak, längst bekannt. Selbst bei der allerböswilligsten Auslegung hätte die Zahl der Unterschriften genügt; was will dagegen sagen, daß monatelang „geschnüffelt" wurde, um Unredlichkeiten ober Fälschungen festzustellen. Die Behauptung des Aba. Kaul, daß eine große Zahl von Unterschriften nicht eigenhändig ist, hat sich bei näherer Prüfung bereits als falsch erwiesen. Wenn man einmal das Sammlungssystem der Unterschriften hat, muß man fehlerhafte Unterschriften mit in Kauf nehmen. Bei dem Volksbegehren über die Fürstenabfindung sind in den Listen auf den Bürgermeistereien viele Unregelmäßigkeiten vorgekommen. Die Demokraten mußten sich bei der Prüfung des hessischen Volksbegehrens von dem demokratischen Staatsrechtslehrer Anschütz-Heidelberg in einem Gutachten sagen lassen, daß man den Volkswillen in weitestem Sinne anerkennen müsse und ihm keine bureaukrati scheu Fesseln auferlegen dürfe Die sozialdemokratische Presse hat es so hingestellt, als seien vom Wirtschafts- und Ordnungsblock Fälschungen geduldet oder mit dessen Wissen durchgeführt worden. Wenn Fälschungen vorgekommen sind, so treffen sie nicht die Parteien, die das Dolksoegehren eingeleitet haben; eher sind Provokateure In den Reihen der Gegner zu suchen. Der Kernpunkt ist und bleibt, daß eine g e • , nügenbe Anzahl von Bürgern ihren Willen ausgesprochen hat; den polemischen Ausführungen ber Vorreoner werden wir nicht folgen. Es ist eine Phantasie des Reichstagsabgeordneten Ko« 1 rell, wenn er im Berliner Tageblatt behauptet, Dr, > Strefemann habe mir Ratschläge wegen der hessischen Politik zukommen lasten. Es ist das ein
ei jedoch nicht als Wunsch bevorzugter Behandlung aufzufassen, sondern dadurch bedingt, daß die Landwirtschaft ihre nationale Aufgabe zu erfüllen wünsche, nämlich die Ernährung des deutschen Volkes auf eigenem Boden zu ge-


