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Kleine politische Nachrichten.
Der Reichspräsident nahm den Vortrag des Reichskanzlers Dr. Marx entgegen und empfing später den zur Zeit in Berlin weilenden deutschen Botschafter in Konstantinopel, Radolnh. sowie den deutschen Gesandten in Sofia, Dr. Rümelin, der sich auf Urlaub in Berlin befindet.
21 b b e l Krim wird Fez am 28. 2lugust verlassen, um seine Verbannung auf der Insel Reunion anzutreten. Die Reise wird vermutlich von Casablanca aus stattsinden, wohin 2lbd el Krim in einem verschlossenen Waggon geschafft werden soll.
Wie eine Korrespondenz meldet, ist die Voruntersuchung gegen Iustizrat Claas wegen Hochverrats abgeschlossen und die Akten sind der Reichsanwaltschaft zur Prüfung und Beschlußfassung zugeleitet worden. Ursprünglich erstreckten sich die Ermittlungen auch auf Major a. D. v. Sodenstern,- Oberst a.D. v. Lux und Oberst a. D. Knauer. Im Qkr- laufe des Verfahrens wurde aber die Ermittlung gegen alle Beteiligten mit Ausnahme des Iustizrats Clah e i n g e st e l l t.
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I Zuckerrohrplantage. Zwischen Managua und Co« rinto sprengten die Aufständischen einen Eisenbahnzug mit Regierungstruppen in die Lust. Glücklicherweise wurden nur wenige Soldaten verletzt.
Der Kulturkamps in Mexiko.
Präsident Calles antwortet den Bischöfen. — ZBlutige usammenftößc.
Mexiko City, 20. Aug. (Wolff.) Präsident Calles hat auf das Schreiben des mexikanischen Episkopots, in welchem die vorläufige Außerkraftsetzung der Religionsdekrete bis zur Entscheidung durch den mexikanischen Kongreß vorgeschlagen worden war, nunmehr eine Antwort erteilt. Calles erklärte, die Aufhebung der Dekrete durch ihn sei nicht möglich, da er die Verfassung nicht ändern könne. Auf Grund seiner politischen Anschauungen könne er zudem dem Kongreß einen Antrag betreffend Aenderung der Religionsgesehgebung nicht einbringen. Die vom mexikanischen Klerus geforderten Freiheiten seien im übrigen von der Verfassung garantiert.
Gestern kam es in der Stadt Mexiko nach einem scharfen Wortwechsel im Kongreß auf der Straße zu einem Kampfe zwischen zwanzig Abgeordneten, wobei ein 2lbgeordneter getötet und zwei weitere, darunter ein ehemaliger Gouverneuer, schwer verwundet wurden. Außerdem wurde ein Zeitungshändler getötet und viele Passanten schwer verletzt. Infolge seiner antikirchlichen Maßnahmen wurde der Bürgermeister von San Iuan von der Qllenge gelyncht.
Sternensinn ist auch die Offenbarung deiner Sehnsucht. Er zeigt, daß du Religion hast, lebendige Gottverbundenheit!
Dieser Sternensinn klammert sich nicht an den Buchstaben, sieht nicht den Nächsten scheel an, weil er einen anderen Weg zu Gott geht! O. dieser Sternensinn hebt ins große Verstehen, und er freut sich des Echten. Dem Hnechten aber ist er kraftvoller Feind.
Sternensinn weiß die Stille zu erfassen in ihrem schöpferischen Werte fürs Dasein. Er ist Sammlung, inneres Sichaufschliehen den verborgenen, ewig webenden Mächten gegenüber.
Der sternensinnige Mensch geht im 2ldel echter Menschengesinnung. QIH-ßiebe floß ihm ins Herz und wandelt sich zur liebenden Tat gegen den Rächsten.
Gr schaut durch den 2llltag hindurch, den Menschen und Dingen auf den Grund; er sieht das Wunder des Lebens trotz aller Verzerrungen durch die Menschen, lebt aus dem Wunderbaren, und vielen ist sein Leben ein Wunder, dessen Schönstes die Liebe ist!
Gießener Wochenmarktpreise.
Es kostete auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 190 Pfennig, Matte 30 bis 35. Käse (10 Stück) 60 bis 80, Wirsing 10 bis 15, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 10, Spinat 25, Römischkohl 10, Bohnen (grüne) 12 bis 18. Bohnen (gelbe) 15 bis 20, Hnterkohlrabi 6, Tomaten 20 bis 40, Zwiebeln 15 bis 20, Meerrettich 80, Rhabarber 20, Kartoffeln 5, Falläpfel 8, Frühäpfel 20 bis 25, Birnen 10 bis 25, Preiselbeeren 60, Zwetschen 20 bis 35, Mirabellen 30 bis 45. Honig 35, junge Hahnen 100, Suppenhühner 100 bis 120; pro Stück: Eier 13 bis 14, Blumenkohl 50 bis 120, Salat 5 bis 10, Salat-
Wettervoranssage.
Zumeist wolkig, mäßig warm, zeitweise kurze Regenfälle, ziemlich imbeständig.
Ein storter nordwestlicher Wirbel hat sich unter Vertiefung ostwärts bewegt und dabei an feiner Südseite unerwartet schnell Ausläufer entwickelt, die den hohen Druck über Deutschland verdrängt haben und Regenfälle herbeiführen. Der Einfluß des Wirbels gestaltet die Wetterlage weiterhin unbeständig.
Gestrige TageSteinperaturcn: Marunum 22,4 Grad, Mimmum 16,0 Grad. Heutige Morgen- temperatur 16,6 Grad Celsius.
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Der König und der Kronprinz von Spanien besichtigten im Hasen von Santander das deutsche Rotvrschiff .Barbara", das während ihres Aufenthaltes an Bord mehrere Manöver ausführte.
Wie der amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der Oberpräsident der Provinz Sachsen, H ö r s i n g, das Erscheinen der Zeitschrift „Der Stahlhelm" auf Grund der Bestimmungen des Republikschutzgesehes auf die Dauer von sechs Wochen verboten.
Bei itrovamiie
Sternensinn, das ist: schweigende Höhe den in der Welt. Er ist die Offenbarung Kraft, daß man sich noch lösen kann von ____
Fesseln des Alltags und auch von den anderen, die uns oft wie Klötze anhängen, die und einspinnen wollen mit ihrer allzu irdischen, gleißne- rischen Art!
Bund der Kolonialfreuude: 8.30 Uhr, Karlsruhe, Kolonialer Abend. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ich gab dich zum Pfände". — Astoria-Lichtspiele: „Das Abenteuer im Nachtexpreß".
— Tageskalender für Sonntag:
Aus der Provinzialhauptstadk.
Gießen, den 21. August 1926.
Sternenstnn.
Von Reinhold V r a u n.
Was für ein Sinn beherrscht heute die meisten Menschen? Ist es nicht das, was wir mit dem Rainen belegen können: Großstadtsinn, Gassen- und Taumelfinn, rücksichtsloser Erdsinn! Aufs äußere Genießen und auss Erraffen ist alles gestellt!
Sie kommen nicht von der Erde und dem Fleische los! Soviel Maulwurfsungeist und so wenig Adlergeisti —
Sternensinn tut not!
Sternensinn, was ist das?
Das Grelle starb, die wilden Geräusche des Tages verstummten, hohe Rächt ist ausgesternt; offen ist die feierliche Seele. In einem Strome stiller, reiner Wohligkeit schwingt der ganze Mensch dahin, Ergriffenheit trägt ihn, hebt ihn im Gemüte empor. Ewigkeitsnähe fühlt fein Herz.
ilnö wie er denkt und empfindet, wie wird alles so klein, was die laute dbetL am Tage als groß anpries und in den Himmel, "^Tl ihren Himmel, hob!
Was ist das Gezänk derer, die da meinen, sie müßten sich gegen den anderen werfen mit marktschreierischem Wesen, sonst hörte sie feiner!
Was ist alles Akrobatentum, alle Seiltänzerei auf dem Gebiete des reinen Verstandes gegen die Hoheit des Sternenfirmaments! Was alles das gegen die Seligkeit des gottbewegten Herzens, der ewigkeitsfühlenden Seele!
Sternensinn!
„Seht den Toren!" so höhnt die Welt und weiß nicht, daß sie ihre schreckensvvlle Armut damit hinaushöhnt! —
Es ist so schön, einmal trunken zu sein vom Himmel und feinem unendlichen Glanze, . trunken zu sein in Gemeinschaft, sei's Liebe, set'S Freundschaft! Die heilige Trunkenheit ist Reichtum. tiefstes Gefühl, ein Mensch mit einer Seele zu sein!
Die Tangerfrage.
Die Stellung Spaniens.
Madrid. 20. Aug. (TH.) Von amtlicher spanischer Seite wird erklärt, daß die Agitation, die sich unter Bevölkerung von Tanger bemerlbar mache, zwar mit der Wiederaufnahme der Diskussion über die Tangerfrage in den internationalen Verhandlungen zeitlich zusammen f a 11 e, eS müsse aber unbedingt jeder Anschein vermieden werden, als habe Spanien bei dieser QIgitation die Hand im Spiele. Obwohl eine Aenderung des Regimes in der Tangerzone notwendig sei und die Bewegung in Tanger möglicherweise darauf hindeute, daß die Form der Verwaltung vereinfacht werden mühte, so läge dennoch Spanien eine Methode, wie die eben angedeutete, völlig fern. Bei der Abtretung Tangers an Spanien handele es sich um eine nationale Forderung, beruhend auf politischer und rechtlicher Grundlage, damit die Zonen des spanischen Protektorats nicht in gefährlicher Weise beschränkt würden.
Der spanische Botschafter Quinones d e Leon hat dem französischen Außenminister Briand die Fardernungen des Generals Primo de Rivera zur Tangerfrage nunmehr offiziell vorgelegt. Quinones de Leon soll dabei betont haben, daß feine Regierung weit davon entfernt fei, die Souveränität des Sultans von Marokko über die internationale Zone zu beeinträchtigen; sie werde sich darauf beschränken, zwecks Erleichterung ihres Vorgehens im Rifgebiet, eine vorherrschende Stellung bei der Verteilung des Hafens und der umliegenben Gebiete zu fordern. Der spanische Botschafter fügte hinzu, der Chef des Direktoriums beabsichtige, in vollem Ein- Verständnis mit der französischen und englischen Regierung zu handeln.
Ruhe in Tanger.
Tanger, 20. Aug. (Havas.) Hier ist man über die in der europäischen Presse verbreiteten alarmierenden Rachrichten_ü d e r r a s ch t. In Wirklichkeit ist die Ruhe in der Stadt sowie die Ordnung niemals ernstlich gestört worden. Der Vertreter des Sultans von Marokko, der sog. M e n d u b , hat die einflußreichsten Marokkaner zusammengerufen, um mit ihrer Unterstützung die geplante Demonstration gegen die Polizei und die Frauengesetze zu o e r h i n d e r n. Ausrufer werden durch die Stadt gesandt, die die Kaufleute auffordern, ihre Geschäfte offen zu halten und erklärten, daß alle Beschwerden in Kürze berücksichtigt würden. Die Zugänge zur Stadt werden be- wacht und nur mit Ausweisen versehene Kaufleute können zum Markt gelangen. Der Tag ist ruhig ver- laufen.
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Aus dieser Torheit keimt bann die Weisheit empor, und oft ist sie nichts anderes als
uchlungs-Flugzeuge. 61 Torpedoabwurs- und Aufklärungsflugzeuge und 74 Schulflugzeuge. Die neuen Flugzeugtypen werden auf Grund eines Ausschaltungswettbewerbs festgesetzt werden,
24 Fabrikanten teilnehmen werden.
Die Wahrheit marschiert. •
Haag, 21. Aug. (Wolff.) Die südafrikanischen Blätter teilen aus Windhuk mit, daß die gesetzgebende Versammlung des südwestafrikanischen Territoriums (ehemals Deutsch-Südwest- asrika) einen Antrag des Abgeordneten Slaukh angenommen hat, wonach daS Blaubuch über Mißhandlungen von deutschen Eingeborenen, das 1918 erschien, in allen Archiven und öffentlichen Büchereien zu vernichten sei, da das Buch zur Kriegspropaganda gehörte. Die Annahme des Antrages erfolgte einstimmig.
Der Kommandant des Flaggschiffes „Schleswig-Holstein", Kapitän zur See Hansen, rückt im Herbst dieses Iahres in eine Admiralstelle als Inspekteur der Marineartillerie ein.
^Kopfschmerz;1
Migräne . Neuralgie Zahnschmerz
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[ rineflugzeuge ausgeworfen werden. Die Luft- rüftung der Vereinigten Staaten zur See soll um 282 Flugzeuge vermehrt werden, und zwar um 100 Kampfflugzeuge, 47 Deob°
Aus aller Wett.
Räuberischer Reberfall in einem Eifenbahnzuge.
Donnerstag wurde in dein um 12 Uhr nachts ab Düffelborfjiad) Köln fahrenden Zuge im Frauenab- teil eine Frau aus Ruhrort von einem 19jährigen Arbeitsburschen aus Bochum überfallen. Unter Vorhalten eines Revolvers verlangte er von der Frau die Barschaft und die Wertsachen. Die Frau händigte ihre Barschaft von 16 Mk. aus, weigerte sich aber, die goldene Armbanduhr abzugeben. Rur durch ihr energisches Verhalten verhinderte die UeberfaUene das Vorhaben des Täters, sie mittels eines Strickes zu fesseln und sic in das Klosett ein- zuschließen. Bei der Einfahrt des Zuges in Köln konnte der Täter mit Hilfe der Frau festgenom - men werden.
Fohrtkosken bei Dienstreisen.
Der Ferienstrafsenat des Reichsgerichts verhandelte als Revisionsinstanz gegen den Landesschulrat Dr. S t ö l z e l (Braunschweig), der, weil er bei einer Dienstreise die F a h r t k o st e u 2. K I a s s e angerechnet hatte, aber 3. Klasse gesa hren war, wegen Vergehens im Amte vom Landgericht Braunschweig als Berufungsinstanz zu einem Monat Gefängnis verurteilt worden war. Der Verteidiger führte aus, daß ein strafrechtliches Vorgehen nicht oorliege und zeigte an Hand verschiedener anderer Fälle, daß das gleiche Verfahren vielfach von den Beamten angewendet würde. Der Reichsanwalt beantragic, die Revision als unbegründet zu verwerfen. Das Gericht beschloß nach längerer Beratung in diesem Sinne und bestätigte somit das Urteil der Vorinstanz.
Schwimm- und Rudersport-Werbetag: 3.30 Uhr bet den Bootshäusern. — Bund der Kolonialfreunde: 3 Uhr nachmittags, Karlsruhe, Koloniales Kinderfest. — Arbeiter-Turn- und Sportbund: 8 Uhr vormittags, Sportplatz der Spvg. 1900 Trieb, Dorkämpfe, 2 Uhr nachmittags Cntscheidungskämpfe. — Bund für Haus und Schule: 3 Uhr Freilichtbühne, Sommerfest. — Lichtspielhäuser im* Samstag.
— Wartburg-Verein. Am Sonntag- nachmittag macht der Wartburg-Verein wie alljährlich einen Familienspaziergang nach Annerod (Wirtschaft Engelhardt) und hofft bei seinem Abmarsch um 2 ilbr (Schützenhaus) auf recht starke Beteiligung. Für reiche Abwechslung bei der dortigen Feier im Saal und ©arten ist gesorgt. (Siehe gestrige Anzeige.)
— Landwirtschaftsfest in ©laden- b a ch. Am 5. und 6. September d. Is. findet in Gladenbach ein Landwirtschaftliches Fest größeren Stiles statt, veranstaltet vom 1. Landwirtschaftlichen Bezirksverein des Kreises Dieden- kopf. Der Kulminationspunkt des ganzen Festes ist wohl der am Sonntag aufzustellende große historische Festzug. Dieser dürfte ganz besonders interessant werden durch die originellen Trachten- oruppen des Amtes Blankenstein. Der Montag ist hauptsächlich der Viehausstellung gewidmet. Iedem ernsthasten Züchter ist Gelegenheit gc- SonntaaSdicnst d. Slcrztc tu Ülpotbcke» am 22.8.26 Dr. Stuhl. Dr. W. Klein. Engelavoiheke.
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Poincator Sparprogramm.
Paris, 20. Aug. (TU.) Die neuen Maßnahme, der Regierung werden nach der heutigen Ministcr- ratssitzung in einer Reihe von Verordnungen ihren Ausdruck finden. Es verlautet, daß die Regierung die Einfuhr einer großen Anzahl von Lebensrnitteln verbieten wird, die die Währung ungünstig beeinflussen. Ferner sind weitgehende Maßnahmen zur Her a'b setz ung des Brotpreises vorgesehen. Zur Regelungder Lebens Mittelpreise sollen die Polizeipräfekten weitgehende Vollmachten erhalten, um gegen willkürliche Preiserhöhungen und Mißbräuche einschreiten zu können. Ferner soll, um eine Sanierung der Preise der wichtigsten Lebensmittel zu erreichen, eine bessere Verteilung derselben vorgenommen werden. Die Genossenschaften und die großen Le- bensmittelhäuser sollen mit der Verteilung der Lebensmittel beauftragt werden. Ferner hat der Präsident eine Reihe von Verordnungen des Landwirtschaftsministers unterzeichnet, die eine Schätzung der gesamten bestellten Ackerfläche und der Ernte, sowie die Kontrolle der Getreidepreise und Mehlprodukte oorsieht.
Für die Herabsetzung der budgetmäßigen Ausgaben ist ein allgemeiner Plan zur Vereinfachung des Verwaltungsdienstes ausgearbeitet worden. Innenminister Sarraut hat dem gesamten Verwaltungsdienst Instruktionen erteilt, die eine methodische Durchführung von Sparmaßnahmen erfordern. Auf Vorschlag des Innenministers ist eine besondere Heber- wachungSkommission für die Preise gebildet worden, die sich aus Vertretern dec Polizei, deS Handels, der Verbraucher, der Vertreter einzelner Familien, sowie ehemaliger Kriegsteilnehmer zusammensehen wird. Die Kommission, die weitgehende Vollmachten hat, wird die Ausgabe haben, überall Hntersuchungen und Preisregulierungen vorzunehmen. Ferner wird ein weitgehender HeberwachungSdienst durch die Polizei und durch die Gerichte in den Markthallen und auf den Märkten durchgeführt werden. Iede Preisüberschreitung und jeder Mißbrauch werden streng bestraft werden.
Hm eine bessere Versorgung der unteren Klassen der Bevölkerung durchzuführen, wurde die Schaffung von Speisehallen vorgesehen, denen besondere Scleichterungen und weitgehende Hnterstühung durch den Staat gewährt werden soll. Die Regierung beabsichtigt, dem heute durchzuberatenden Programm weitereMaß- nahmen folgen zu lassen, die etne Organisation zur Produktion und besseren Rutzbarmachung der natürlichen Reichtümer des Landes und der Kolonien vorsehen. Außerdem werden folgende Maßnahmen zur Bekämpfung der Teuerung und zur Einschränkung des Verbrauches anaekündigt: 1. Allgemeine Einführung des Verbrauchs von altbackenem Brot. 2. Ausdehnung der schon in Paris bestehenden Verpflichtung zur Auszeichnung der zum Verknus gestellten Bedarfsartikel auf das ganze Land, 3. zur Einschränkung des Verbrauches von Lebensmitteln insbesondere in vornehmlich von Ausländ ern besuchten Restaurants sollen die Mahlzeiten nur aus zwei Gerichten bestehen dürfen, 4. Heber» toadjung der Vorräte bei den Großhändlern sowie in den Lagerhäusern. Zum Schluß wird daraus hingewiesen, daß diese Maßnahmen nur den ersten und dringlichsten Teil der geplanten Beschlüsse bilden. Ein Programm über die Organisation der Produktien solle folgen, durch das eine bessere Ausnützung der Hilfsquellen und der natürlichen Reichtümer des Mutterlandes und der Kolonien herbeigeführt werden soll.
Abbröckeln des englischen Bergarbeilerstreiks?
London, 20. Aug. (WB.) Der Generalrat des Kongresses der Gewerkschaften und derDerg- arbeiterverband veröffentlichen zusammen einen Aufruf für ©eldsammlungen zur Hnterstühung der streikenden Bergarbeiter. Tausende von Arbeitern haben heute in den Zechen Mittel-Englands die Arbeit wieder ausgenom- m e n. So sand in Mansfield, in der Grafschaft Rottinghamshirc, eine Konferenz zwischen den Direktoren mehrerer Grubengesellschaften und etwa 100 Bergarbeiterdelegierten statt, die mit der Annahme eines Vorschlages für einen 71/?* Stundentag mit den vor dem Streik gültige n Lohnen durch die (Bergarbeiter- Vertreter endete. Die an dem Abkommen beteiligten ©rubengesellschaften beschäftigen 12 bis 14 000 Arbeiter. Auch aus anderen Bergbaubezirken wird berichtet, daß kleinere Gruppen von (Bergarbeitern ohne Wissen ihrer Gewerkschaften selbständig, und in einer Reihe von Füllen auch mit Erfolg verhandelt haben.
Die Meldung der „Chicago Tribüne", wonach der Gesundheitszustand des ehemaligen Kaisers Wilhelm ernst sei und sein Gesundheitszustand die Hebersiedelung in ein milderes Klima nötig machen könnte, entbehrt jeder Grundlage. In der vorigen Woche hatte sich der ehemalige deutsche Kaiser eine leichte Erkältung zugezogen. Er ist jedoch wieder völlig hergestellt.
Zal itfll tellui Me jur di jebun ;iehui Verb ölu qartti stabt Slurni m obill ihr- L gimfl 4 gen in' Lettin? der in
Engländer fetzten jedoch zuerst den Beschluß durch, daß bei der Bewertung der Zivilluftfahrtapparate dieeinzelnenTypenin Betracht gezogen werden sollen. Dann erreichten die Angelsachsen den Zusatz, daß durch die militärische Bewertung die zivile Fliegerei nicht eingeschränkt werden dürfe. Schließlich wurde der im wesentlichen englische Antrag durchgesetzt, daß die zivile Luftfahrt militärischen Hilfswert habe, lieber das genaue Ausmaß der Bewertung kam noch keine Feststellung zustande. Eine bemerkenswerte Annäherung wurde am Freitag zwischen Deutschland und Frankreich in der Frage des Flieger- Personals erzielt. Ursprünglich hatten die Franzosen das Zivilpersonal als dem militärischen gleichwertig bzw. für wertvoller als das militärische Personal angeseh . wissen wollen. Der deutsche Antrag legt den Zivilfliegern einen sehr geringen militärischen Wert bei. Am Freitag schlossen fidi die Franzosen der deutschen Auffassung nahezu a ., so daß den Zioilfliegern nur ein militärischer Hilfs- wert zuerkannt wurde, wenn sie feine militärische Ausbildung genossen haben. Wegen derErsatzbe - st a n d t e i l e wurde erklärt, es wäre zwar wün- schenswert, auch sie anzurechnen, doch bestehe kaum die Möglichkeit, sie zu erfassen und vor allem sie besonders zu bewerten.
Amerikanische Initiative in der Abrnstungsfrage.
Reu York, 20. Aug. (WTB.) Das (Blatt „Rewyork World" bringt einen Spezialbericht ihres in Paul Smith weilenden Berichterstatters, welcher meldet, daß der Präsident die Absicht habe, in der Frage der Festsetzung der ©ec- beto aff nung vorzugehen, gleichgültig, ob die Verhandlungen beim Völkerbund erfolgreich sein würden oder nicht. Coolidge halte fein eigenes Entwaffn un gsprva ramm in Bereitschaft. da» er zu veröffentlichen beabsichtige, wenn der Völkerbund zu keinem Entschluß kommen sollte. Diese zweite Zusamnrenkunft der auf cer Washingtoner Konferenz vertreten gewesenen Mächte solle besonders im Hinblick auf die Einschränkung der Tonnage der nicht in die Bestimmungen der letzten Washingtoner Konferenz ein- bezogenen Fahrzeuge einberufen werden
Verstärkung der amerikanischen Lustrüstung.
Washington, 21. Aug. (WTB Funkspruch.) Wie der Leiter des Marine-LuftwesenS mitteilte, werden tm Lause deS Rüstungsjahree. 2 Millionen Dollar für den Ankauf neuer Ma-
gurken 10 bis 50. Cinmachgurken divien 15, Oberkohlrabi 5 bis 10, 10 Pfennig.
Bornotizen
— Tageskalender für
Die Lu trüstungen.
Genf, 21. Aug. (TU.) Der Unterausschuß Luftfahrt der Abrüstungskommisfion beendete Freitag die Beratung der Fragen 6a und 6b des Fragebogens. (Feststellung des militärischen Wertes
der Zivilluftfahrt und der Erfatzbestandteile.) Die Franzosen hatten ursprünglich die völlige militärische Gleichsetzung der zivilen undmilitärischen Fliegerei gefordert. Die
Der osteuropäische Sicherheitspakt.
Lettland zu Verhandlungen mit Moskau bereit.
Riga, 20. Aug. (Letiländische Telegraphen- Agentur.) In Anbetracht der entschiedenen Weigerung Rußlands, den Vorschlag der baltischen Staaten anzunehmen, wonach für die Ausarbeitung eines Nichtangriffspaktes zwischen den baltischen Staaten und Rußland eine vorbereitende Kommission geschaffen werden sollte, in der Bevollmächtigte aller unmittelbar interessierten Staaten vertreten sein sollten, teilte d i e lettische Regierung dem Sowjetgesandten in Riga mit, daß sie auch zu direkten Verhandlungen mit der Moskauer Regierung bereit fei, denn obwohl Lettland bei feiner Ansicht verharre, daß eine vorbereitende Kommission zur Erörterung der vorliegenden Fragen am geeignetsten sei, wünsche die lettische Regierung nicht, daß die Frage des Verfahrens zu einem Hindernis für die Lösung des Hauptproblems werde. Ilm jeglichem Mißverständnis vorzubeugen, erklärte die lettische Regierung, sie behalte sich Handlungsfreiheit bezüglich ihrer Fühlungnahme mit den übrigen interessierten Staaten vor.
Der Aufstand in Nicaragua.
Managua (Hiearagua), 29. Qlug. (WTB.) Die Ausständischen haben San Antonio angegriffen. Sie t ö t e t e n den Direktor sowie meh- 1 rcrc Arbeiter und Angestellte einer großen


