Nr. 168 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Mittwoch, 21. Zuli 1926
Aus Natur und Technik.
Flügel
Leitwerk -
Schwimmer
in einem solchen Flugzeug die un- Betriebsstoffmengen nicht mitführen
fernungen weil man geheuren
schraube
vor sich: Der Empfänger nimmt der ankommenden Hochfrequenzwelle die niederfrequente Stromschwingung ab. Das Telephon formt diese für uns hörbar um. Wir müssen uns heute auf diese kurze Skizzierung beschränken und können nicht näher auf den Empfang eingehen.
Dagegen wollen wir die Aufnahme der Ton- schwingungen im Sender noch etwas näher verfolgen. Don der gewöhnlichen Telephonie sind uns die Mikrophone für die Aufnahme der Sprache und ihre Umwandlung in elektrische Schwingungen bekannt. Das hier gebräuchliche Kohlekörner-Mikrophon eignet sich jedoch für die Rundfunkaufnahme höchstens unvollkommen für die älebertragung von kurzen Mitteilungen, weil es hier unter Umständen zur Verständigung ge-
Vild 1.
Einer der vier großen mittleren Schwimmer von der Seite gesehen. Flügel ausgeschnitten.
Bild 2.
Einer der kleinen seitlichen Schwimmer von der Seite gesehen, Flügel ausgeschnitten.
dem Rückwege, damit man den Wind aus nutzen kann, da sich die in der Luft zurückzulegende Strecke beim Fliegen entgegen der Windrichtung verlängert. 3m allgemeinen urirb man auf dem Hinflug südlicher fliegen als auf dem Rückflug, da die Windrichtung in den nördlicheren Breiten mehr nach Europa zu. in den südlicheren mehr nach Amerika zu gerichtet ist.
Der Vortrag schloß mit den Worten: „Dom Kanalfllrg Dleriots im 3ahre 1909 bis zum ersten gelungenen lleberseeflug Europa—Amerika, bei dem mehr als hundert Menschen gleichzeitig befördert werden können, ist scheinbar ein langer Weg — tatsächlich aber nur ein Schr tt in der gesamten Entwicklung der Flugtechnik. Diele Köpfe in allen Kulturstaaten arbeiten an der
slugzeuge
mit unbegrenzten Spannweiten
Don Max Fischer
GangK Motor Fluggastabteil- Schwimmer
Wenn man mit dem Flugzeug den Ozean überqueren und so die Reisezeit von Europa nad> Rord- und Südamerika aus einen Bruchteil der jetzigen verkürzen will — und danach strebt man selbstverständlich —. fo ist das natür- lich mit den verhältnismäßig kleinen Flugzeugen nicht möglich die wir für unsere Landlinien durch Deutschland und selbst auf größere Ent- benuhen, schon aus dem Grunde nicht,
Schwimmer
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Motor Gang
Flugzeug von oben gesehen. Einsicht in die innere Einrichtung des Flügels.
kann, die für solche Strecken gebraucht werden. Run könnte man daran denken, die bisherigen Flugzeuge einfach zu vergrößern, intern man sie doppelt, dreimal oder viermal so lang machte und ihnen die doppelte, dreifache oder vierfache Flügelspannweite gäbe. Leiter führt dieser Weg nicht zum Fiel, da die Gewichte der Träger, iirSbefondere für die Flügel, bei so großen Abmessungen zu hoch würden, so daß ebensalls zu wenig Auftrieb zur Mitsührung des Betriebsstoffes und der Ruhlast übrig bliebe.
Run hat Herr Dr.-Ing. Rumpler aus der 15. ordentlichen Mitgliederversammlung der Wissenschaftlichen Gesellschast für Luftfahrt in Düsseldorf einen Vortrag gehalten, in dem er einen ganz eigenartigen Vorschlag für den Bau gewaltiger Flugzeuge gemacht hat, die er Flugzeuge mit unbegrenzten Spannweiten nennt, ilm zu verstehen, was er damit meint, denke man sich beispielsweise einmal sechs Flugzeuge so nebeneinander gestellt, daß sich die Flügelspltzen berühren: dann denke man sich die Flügel der nebeneinander stehenden Flugzeuge starr verbunden: So bekommt man ein Großflugzeug, bei dem die Last nicht mehr in der Mitte ver- einigt, sondern in weitgehendem Maße verteilt ist. Infolgedessen kann der Flügel, der aus der Vereinigung der Einzelflügel zustande gekommen ist, viel leichter gebaut werten.
Das von Dr. Rumpler im Modell vorgeführte Flugzeug von 94 Meter Spannweite ruht auf 6 Schwimmern, die je 10 Meter seitlichen Abstand votteinander und ungefähr Fischform haben: sie enthalten die Detriebsstoffbehälter. Die beiten äußeren Schwinnner sind kürzer als die vier mittleren, die nach hinten auf eine Gesamtlänge von 39,3 Meter verlängert sind und auf ihrem Hinteren Ende das Leitwerk, die Höhen- und Seitensteuerung, tragen.
Die sechssitzigen Abteile für die 130 Fluggäste befinden sich vorn im Flügel, haben Oberlicht imd einen Ausblick nach vorn. Einige Abteile nahe der Mitte sind breiter und dienen als Luxusaufenthaltsräume 1. Klasse. Die mittleren Räume gehören dem Kapitän, den Ofsi- zieren und den Flugzeugführern. Hinter diesen ab teilen zieht sich ein Gang von 1,90 Meter Höhe und 95 Zentimeter Breite durch den ganzen Flügel, also quer zur Flugrichtung. Dahinter sind die Motorenräume und zwischen ihnen die Räume für die Mannschaft, für Gepäck, Fracht und Post augeqrdnet. Das Gesamtgewicht des Flugzeugs beträgt 115 000 Kilogramm — 2300 Zentner, die Ruhlas- ist mit 20 000 Kilogramm — 400 Zentner angesetzt. Die Besahung soll 25 Köpfe zählen.
Angetrieben wird das Flugzeug von zehn Motoren, von denen jeder eine Luftschraube treibt. Die Luftschrauben sitzen an der Hinterkante des „Flügels, je zwei über dem Zwischenraum zwischen zwei Schwimmern. Jeder Motor leistet 1000 Pferdestärken, so daß die Gesamtantriebskraft 10 000 Pferdestärken beträgt — das ist soviel wie die von fünf der größten Schnellzugslokomo- tiven. Die größte Geschwindigkeit des Flugzeugs soll im Mittel 275 Kilometer in ter Stunde betragen — gegen Ende des Flugs infolge der Entlastung durch den verbrauchten Brennstoff etwas mehr —; beim Sparflug sollen 200 Kilometer in ter Stunde zurückgelegt werden. Die größte Flugstrecke mißt bei Volleistung etwa 4400 Kilometer, die dabei in 16 Stunden zurück- gelegt werden, beim Sparflug 5400 Kilometer in 27 Stunden. Die Flugzeit für die 3900 Kilometer lange Strecke Azoren—Reuyvrk beträgt bei Volleistung etwa 141 _> Stunden, im Sparflug etwa 19i/2 Stunden, wenn Windstille herrscht.
Beim Fluge wird man auf dem Wege nach Amerika einen anderen Weg einschlagen als auf
großen Aufgabe. Es wäre eine Ruhmestat in ter Geschichte ter deutschen Flugtechnik, wenn es gelänge, dieses gigantische Werk einer Flugbrücke zwischen Europa und Amerika in Deutschland erstehen zu lassen."
Das wäre es in ter Tat!
Wie arbeitet ein Rundfunksender?
Don Tipl.-Ing. Mangold, Duisburg.
(Rachdruck verboten.)
Die Rundfunkdarbietungen der zur Zeit ungefähr 20 deutschen Rundfunksender, zerfallen in einen Unterhaltung^- und Wirtschaftsteil. Ersterer wird hauptsächlich in den Rachmittag- und Abendstunden hinausgesendet und umfaßt neben Musikstücken noch Vorträge jeder Art und für alle Kreise ter Zuhörer. Der Wirtschaftsrundfunk gibt vom Sender Königswusterhausen zu bestimmten Zeiten während des ganzen Tages wirtschaftliche Meldungen von besonderer Dringlichkeit. welche von Banken, wirtschaftlichen Verbänden, Instituten und Konzernen usw. aufgenommen werten. Hierzu kommt noch neuerdings der Gemeinderundfunk, welcher über Königs- Wusterhausen belehrende, das ganze Reich interessierende, Darbietungen gibt. Außerdem besteht noch ein Presserundfunk.
Aus dieser Aufzählung, welche bei weitem noch nicht vollständig ist, kann man ersehen, wie der Rundfunk heute schon in unser WirtschaftS- und Kulturleben eingreift. Die an ihn zu stellenden Anforderungen sind verschieden, je nachdem es sich um die Uebertragung gesprochener Worte oder um die Uebermittlung von Musik handelt, wo auf reinste und teste Wiedergabe ter allergrößte Wert zu legen ist.
Wenn der Vortragende im Aufnahmeraum des Rundfunksenders in den Aufnahmeappavat spricht oder der Chor den tiefsten Bah ober den höchsten Ton singt oder Orchester ihre in physikalischer Hinsicht oft schwierigen Tongemälde erzeugen, immer haben wir es mit Schallwellen zu tun. deren Schwingungsgeschwindigkeiten je nach ter Lage ter Töne in der musikalischen Tonleiter ganz verschiedene sind, wenn auch die Schwingungszahl ter Grund töne sich etwa von 16 bis 5000 in der Sekunde bewegt, so gehen doch die Oberschwingungen wie Zischlaute und Fisteltöne. welche die Klangfärbung der einzelnen Musikinstrumente und den Charakter einer Sprache kennzeichnen, bis zu 20 000 Schwingungen in ter Sekunde. Diese Schallwellen können nun nicht direkt übertragen werten, ba$u ist ihre Geschwindigkeit nur 330 Meter in ter Sekunde und ihre Reichweite zu gering. Dem Rundfunksender fällt nun die Aufgabe zu, dieses breite, niederfrequente Tonband aufzunehmen, durch den Aether mittels der elektrischen Wellen in hoher Frequenz zu übertragen, und im Empfänger auf niedrige Schwingungen zu verwandeln und so dem Ohr wieder hörbar zu machen. 3m einzelnen ist ter Vorgang wie folgt: Die Schallschwingungen werten in niederfrequente elektische Schwingungen umgetoantelt, welche ein genaues Abbild der Tonschwingungen sind. Durch diese werden die erzeugten Hochfrequenzschwingungen beeinflußt. Diese beeinflußten Hochfrequenzwellen, welche wieder ein getreues Abbild ter Tonschwingungen darstellen, verbreiten sich nun mit der ungeheueren Geschwindigkeit von 300 000 Kilometer in der Sekunde von der Antenne des Senders durch den Raum, äleberall stehen nun hunderte und tausende von Empfangsaptaraten, welche sich auf die ankommenden Wellen abstimmen und diese durch ihre Antennen aufnehmen können. Run geht ter umgekehrte Weg
nügt, wenn nur die Grundtöne einigermaßen richtig übertragen werten. Das menschliche Ohr ist dann in der Lage, sich die übrigen Zischlaute und Fisteltöne, welche erst die Feinheiten der Sprache und Musik ausmachen, selbst hinzu- zudenken. So ist also das Mikrophon, welches wegen seiner viel zu trägen Membran nur die Tonschwingungen bis zu 3000 übertragen kann und eine sehr störende Verzerrung ter höheren Töne zur Folge hat. nur als ein Behelf anzu- sehen. Cs kommen deshalb heute für die Aufnahme der Töne und ihre Umwandlung in elektrische Energie bessere Vorrichtungen in Frage. 3n erster Linie sind hier das Bändchen-Mikro- phon, das Kathodophon und das Reissche Mikrophon zu nennen.
Das Bändchen-Mikrophon besitzt im Felde eines starken Elektromagneten ein sehr dünnes, l Zentimeter breites und 10 Zentimeter langes Aluminiumbändchen, welches zwecks Erhalt einer gewissen Steifigkeit mit einer Quer- riefelung versehen ist. Cs wird im Aufnahmeraum des Rundfunksenders so aufgestettt, daß es von allen Schallschwingungen möglichst günstig getroffen wird. Die Schallfchwingungen setzen
Bändchen-Mikrophon.
das Bändchen in Schwingungen, welche sowohl in Frequenz als auch in Aufeinanderfolge den erzeugenden Schallschwingungen genau entsprechen. Hierdurch wird in ihm ein elektrischer Strom induziert, welcher nach der bekannten linken Handregel flieht und in seinem Rhythmus wieder den Schallschwingungen vollständig entspricht. Da die Eigenschwingung des Bändchens sehr tief ist und nicht in Frage kommt, und auch die hohen Frequenzen wegen ter geringen Trägheit des Bändchens gut übertragen werden, so gibt das Bändchen-Mikrophon bereits bedeutend bessere Resultate als wie das Kohlekörnermikrophon. Hauptsächlich wird es zur Aufnahme von Musik benutzt und gibt diese gut wieder.
Wenn beim Bändchen Mikrophon auch die Masse gegenüber dem Kohlekörnermikrophon schon bedeutend herabgesetzt Ist, so ist doch an}u(treten, einen Son auf nehmet zu besitzen, dessen schwingender Teil überhaupt mahelos ist. Dies wurde im Kathodophon erreicht, welches ursprünglich für die sprechenden Filme geschaffen und von
Schema Kathodophon.
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E. Lorenz A.-G. für den Rundfunk durchgebildet wurde. Hier wird die Eigenschaft ter Luft aus- genützt, in der Rähe stark glühender Körper für die Elektrizität leitend zu werten. Ein mit Kal- ziumoxyten überzogener Stift wird durch eine m die Oxydmafse eingelegte Platinspirale durch
eine Heizbatterie auf hohe Temperatur gebracht Dem Stift steht am Ente des Aufnabmetrichters eine metallene Düse gegenüber. An beiten liegt eine hohe Spannung in der Art. daß der Stift den negativen Pol bittet. 3m Betrieb verhält sich nun diese Anordnung ähnlich wie die ®lct- tronenröhre. Durch den Stift werden negativ geladene Elektronen abgeftohen, die sich mit den Luftmolekülen zu 3onen verbinden und von ter positiven Düse angezogen werten, so daß ein dauernd fliehender elektrischer 3onenström entsteht. Diesem werden die im Aufnahmeraum entstehenden Schallschwingungen durch den Trichter zugeführt, welche eine Steuerung des 3onen- stromeS bewirken, da dessen Stärke von den Luftströmungen zwischen Düse und Stift abhängig ist. Die Steuerung des IonenstromeS entspricht nun genau den aufzunehmenden Schall- schwingungen. und das Ergebnis ist ein. den feinsten Teilen ter Schallschwingungen entsprechender Strom. Der Ionenstrom. die schwingende Materie des Kathodophon. ist vollkommen rnaßc- los und kann den schnellsten Schallschwingungen mühelos folgen. Mit einer Mikrometerschraube kann ter Luftspalt zwischen Stift und Düse genau eingestellt werten.
Bei dem Reisschen Mikrophon, das in letzter Zeit viel zur Aufnahme verwendet wird, ist das schwingende Organ ein Kristallpulver, das zur Vermeidung aller Eigenschwingungen in Marmor eingeschlossen ist. Cs liegt in ter Strom- bahn und sein Widerstand wird d^ch die auftretenden Schallfchwingungen in deren Rhythmus geändert, so daß der Hindurchfließente Strom ein genaues Abbild ter Schallfchwingungen gibt.
Die Schwankungen des elektrischen Stromes, welche durch die Besprechung ter Tonaufnehmer entstehen, sind sehr schwach und reichen nicht aus, um den elektrischen Schwingungen ter Antenne genügend starke Schwankungen aufzudrük- Fen. Deshalb müssen die aus der Besprechung entstehenden niederfrequenten Ströme zunächst erheblich verstärkt werten, ehe man sie dem eigentlichen Sender zuführt. Hierzu dienen Elektronenröhren und Derstärkeranordnungen, welche denen der Empfangsapparate ganz ähnlich sind, nur sind sie für bedeutend größere Energien eingerichtet.
Da die Möglichkeit für viele Senter mit jeweils verschiedenen Wellenlängen bei Verwendung Furzer Wellen am günstigsten ist, so kommen im Rundfunk überwiegend Wellen von 200 bis 700 Meter zur Anwendung, welche durch vier Senderkonstruktionen ausgestrahlt werden können.
Reben dem Schmidtschen Maschinensenter, dürfen wohl ausschließlich heute Röhrensender im Rundfunk Verwendung finden. Cs gibt solche nach ter Telefunkenschaltung (Gittergleichstrom- Besprechung), nach ter Huth-Kühnschaltung (Modulation durch Parallelröhren) und nach der Lorenz-Schaltung (Taktsenter mit ModulationS-
«SA
Schema des Telefunken-Telefoniesenders.
Steuerdrossel nach Pungs). Der 2elefuntenf<#iter, welcher einer ter verbreitetsten Sender ist. arbeitet mit einer Hauptröhre in der bekannten Dreipunktschaltung. Um Schwingungen sicher zu vermeiden, besitzt er einen Zwischenkreis. Die Modulation d. h. die Ueterlagerung der hochfrequenten Schwingungen durch die Tonschwingungen. geschieht durch eine zweite, wesentlich kleiner gehaltene Röhre, deren Strecke Anode-Kathode zwischen Gitter und Kathode ter Senderöhre gelegen ist. Der Strecke Gitter-Kathode dieser zweiten kleineren Modulationsröhre werden die dem Vorverstärker entnommenen Sprach- ober Ton- ftröme zugeführt. Aus ter Schaltung ergibt sich, daß die Modulationsröhre als Widerstand wirkt, dessen Größe durch die Sprechströme in terem Rhythmus ständig geändert wird. Damit ist eine gleichzeitige Aenderung ter Gitterspannung in der Senderöhre und damit auch in ter Anodenenergie verbunden. Weil aber von letzterer die von ter Antenne ausgestrahlte Schwrngungs- energie direkt abhängig ist. so werten damit die hochfrequenten Wellen im Rhythmus von Sprache und Töne moduliert.
Wenn wir zum Schluß noch einen Blick in den Aufnahmerauin eines Senders werfen, so ist zu beachten, daß Wände, Decke und Fußboden dick mit Teppichen belegt sind, um möglichst allen Schall von den Wänden aufzufangen und keine refkektierten Schallwellen in den Auf- nahmeapparat zu bekommen, da diese ter Aufnahme einen verschwommenen und verwischten Charakter geben würden.
Das Saxophon.
Don Ingenieur Karl Skowronnek.
mf. Mancher, ter sein tanzendes Gebein nach den aufwühlenden Klängen des in seiner Gestalt an eine große Tabakspfeife erinnernden Saxophons geschwungen oder sich fein Quaken auch nur im Rundfunk angehört hat, wird glauben, es sei eine ganz neue Erfindung, weil er es eben in früheren Jahren nie gehört hatte. Tatsächlich ist es schon recht alt. Wie Kurt Sachs in seinem Reallexikon der Musikinstrumente erwähnt, hat schon ein Londoner namens Lazarus den Klari- nettenschnabel mit einer kegelförmigen Röhre verbunden. Desfontenelles in Lisieux gab seiner Klarinette bereits im Jahre 1807 eine dem Saxophon ähnliche Form mit zurückgelegtem Schnabel und auf gebogenem Schallstück. Dieses Instrument wird im Pariser Conservaloire aufbewahrt.
Der eigentliche Erfinder des Saxophons ist der belgische Instrumentenbauer Josephe Antoine (genannt Adolphe) Sax. nach dem es seinen Romen hat. Er ließ es im Jahre 1846 in Paris patentieren, so daß es nun bereits über 80 Jahre


