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Der Gießener Voranschlag für 1926/27

seine Arbeiten zu

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Dr. A. Oetker, Bielefeld

Geschäften nur in Ori] Verlangen Sie eben«

gen sind also ohne Mitwirkung des sozialdemokrati­schen Vertreters erfolgt. Aus dem Sechserausschuß ist nunmehr ein Fünferausschuß geworden und als solcher besteht er noch fort

Eine eingehendere Beleuchtung des Vor­anschlags behalten wir uns vor.

Er wirkte bisher an der Volksschule zu Harheim bei Vilbel.

h. Bad-Salzhausen. 20. April. 3n unserer Zeit wird stets auf möglichst intensiix> Bewirtschaftung des Bodens hingewiesen. Da ist es um so auffallender, daß in unserer Gemar­kung ein G ut von etwa 25 Morgen b is jetzt noch völlig unbewirtschaftet liegt, in einer GegeÄ> mit gutem Klima und fruchtbarem Boden. Der auswärts wohnende Be­sitzer hatte seither das Gut verpachtet. Der Pächter hat nach Ablauf der Pachtdauer vor einiger Zeit die Hofreite geräumt. Run fleht diese leer. Schlimmer aber ist es. daß die Aecker noch nicht gepflügt sind und darauf sich das llrt» kraut ausbreitet zum Schaden der Anlieger. Es ist die höchste Zeit, daß in dieser Hinsicht Abhilfe erfolgt. Aeberall werden hier eifrig Vor­bereitungen getroffen, daß bei der am 1. Mai beginnenden Badekur den ankommenden Kur­fremden der Aufenthalt so angenehm wie mög­lich gemacht wird. Der neue und bedeutend ver­größerte Gradierbau wird in den nächsten Tagen vollendet sein.

Unter-Schmitten, 20. April. Lehrer Sames wurde von Obcr-Schmitten an unsere Schn le versetzt, weil seine Stelle, die er 16 Jahre lang zur vollsten Zufriedenheit der Gemeinde verwaltete, eingegangen ist. Schulverwalter Döpp kam von hier nach Unter-Widdcrsheim.

le. Blei ch e nbach. 19. April. In unserem Dorfe besteht seit anderthalb Jahren ein R a i f f- eisen-Spar- und Darlehenskassen- verein e.G. m.u.H. Er hat sich in kurzer Zeit gut entwickelt und zählt heute 83 Mitglieder. Leicht erlangte Äce'i.e der Deutschen Raiffeisen- Bank halfen über den schweren Anfang hinweg. Eine vorn Verein eingerichtete KleinVer­la u f s st e l l e. eine Schulsparkasse, sowie die trotz aller widrigen Verhältnisse wieder er­wachte Spartätigkeit von Mitgliedern und Richt­mitgliedern machten die Mittel flüssig zu einer Befriedigung des Kreditbedürfnisses vieler Ge- nassen. So hat sich der Verein in der kurzen Zeit seines Bestehens für manchen als Rot­he lf e r erwiesen und in der Gemeinde volks­tümlich gemacht. Das bewies auch seine Frühjahrsgeneralversammlung am Samstag. Rach rascher Erledigung des geschäft­lichen Teiles, in dessen Mittelpunkt eine auf- klarende und anregende Rede des Verbandssekre­tärs Beck aus Frankfurt überwirtschaftliche und sittliche Ausgaben der Raiffeisenvereine" stand, folgte ein beifällig aufgenommener Unter-

EinJlcc^enuß für rv>entg 9eld

ist in des Wortes wahrster Einfach und leicht mit

Bedeutung ein delikater Milch, Butter, Zucker u.

nach Belieben mit einem Ei hergestellt, kostet der fertige Pudding nur ca. 33 Pfennig und ist ausreichend für 36 Personen. Angerichtet mit Himbeersaft oder mit frischen oder eingemachten Früchten ist ein OCtkf**PudClllig eine wertwolle Ergänzung jedes Mittag- oder Abendtisches, so daß leicht an anderer Stelle gespart werden kann.

Die Stadtverwaltung hat soeben den städti­schen Voranschlag für das Rechnungs­jahr 1 926 (1. April 1926 bis 31. März 1927) herausgebracht. Er schließt in Einnahme und Ausgabe mit 5 208 322,71 Mk. gegen 6 238 436,68 Mark ab. Davon entfallen auf die Betriebs­rechnung 4120 767,71 Mk. (1925: 3 986 670.68 Mk.), auf die Dermögensrechnung 1 087 555 Mk. (1925: 2 251 766 Mk.). 2m Einzelnen ist über die wich­tigsten Titel folgendes zu berichten:

Gebäude: Einnahme 187 487,20 Mk., Aus­gabe 129 783 Mk., Ueberschuh 57 707,20 Mk.

Grund st ücke: Einnahme 77012,91 Mk., Ausgabe 53 058 50 Mk., Ueberfchuh 23 954,41 Mk.

Waldungen: Einnahme 162845 Mk., Ausgabe 90 370 Mk., Ueberschuß 72 475 Mk.

Vom Elektrizitätswerk werden 125 000 Mk.. vom Gaswerk 150 000 Mk.. vom Wasserwerk 50 000 Mk. Beitrag für die Stadtverwaltung erwartet.

Friedhöfe: Einnahme 35 192,90 Mk., Ausgabe 46 948 Mk.. Zuschuß 11 755,10 Mk.

Volks- und Fortbildungsschule, Stadtschulamt und Horte: Einnahme 8560 Mk., Ausgabe 115 337,50 Mk.. Zuschuß 106 777,50 Mk.

Lyzeum und Studienanstalt i. G.: Keine Einnahme, Ausgabe 63 309 Mk. als Zu­schuß.

Gymnasium. Realgymnasium und Oberrealschure: Einnahme 370 Mk., Aus­gabe 165 470,80 Mk., Zuschuß 165 100,80 Mk.

Stadttheater: Einnahme 260 830 Mk.. Ausgabe 315 803. Mk., Zuschuß 54 978 Mk.

Gemeinnützige Zwecke: Einnahme 300 Ml.. Ausgabe 20 302 Mik.. Zuschuß 20 002 Mk.

S t r a ßenunter Haltung: Einnahme 16 400 Mk., Ausgabe 214 129 Mk., Zuschuß 197 729 Mark.

Straßenreinigung und Müllab­fuhr: Einnahme 81 250 Mk., Ausgabe 105 340 Mark, Zuschuß 24 093 Mk.

Die Straßenbeleuchtung erfordert eine Ausgabe von 60 000 Mk.

Oes fentliche Anlagen: Einnahme 700 Mk., Ausgabe 30 038 Mk., Zuschuß 29 338 Mk.

Für die elektrische Straßenbah n ist ein Zuschuß von 35 729 M. vorgesehen.

Feuerlöschan sta. ten: Ei ahm: 24 000 Mark, Ausgaoe 47 722 Qlt... Zuschuß 23 i22 Mk.

Wohlfahrtspflege: Einnahme 1444 Mark. Ausgabe 945 580 Mk., Zuschuß 944 136 Mk.

Reichsgesehliche Versicherung: Einnahme 3i . 4 > Mk., Abgabe 74 403 MI., Zu­schuß 39 458 Mk

Gewecbegericht. Kaufmannsge­richt. Arbeitsgericht usw.: Einnahme 1230 Mark, Au-gabe 18 963 Mr., Zuschuß 17 733 Mk.

Polrz ei und öffentliche Sicher- Helt. Einnahme 403 Mk., Ausgabe 123 250 Mk.. Zuschuß 122 850 Mk.

Der Arbeitsnachweis erfordert eine Aufwendung oon 30 766 Mk.

Wohnungsamt usw.: Einnahme 5935 Mark, Ausgabe 24 260 Mk., Zuschuß 18 325 Mk.

Haltungsabend. Zwei gut gespielte Bühnenstück, und verschiedene Gedich isvortrage. durch den Ver­ein verbilligter Rheinwein und wohlfeiles G«. back hielten fast dre halbe Gemeinde lange zu­sammen.

/ Ortenberg, 19. April. Die gestrige Wohltätigkeits - Veranstaltung zum Besten der hiesigen Kleinkinderschule hatte erfreulicherweise eine große Anziehungskraft aus- geübt. Die Besucher aus Ortenberg und den um­liegenden Gemeinden füllten den großen Mauer­gartensaal bis zum letzten Plätzchen und verfolgten mit steigendem Interesse das über die Bühn« gehende SchauspielAlt Heidelberg". Der lebhafte Beifall für die Darsteller war wohlverdient. Ein ansehnlicher Reinertrag konnte der um ihr Fortbe. stehen ringenden Kinderschule zuaewielen werden.

II Hirzenhain, 20. April. Die Eisen­werke Buderus konnten den ganzen Winter hindurch voll schaffen, da genügend Aufträge Vorlagen. Dies war der hauptsächlichste Grund, daß der Kreis Büdingen nicht unter größerer Arbeitslosigkeit zu leiden hatte, da die Werke die meisten Arbeiter aus tem Kreise Büdingen, beschäftigen. Wie nunmehr bekannt wurde, ist in den nächsten Wochen zum mindesten mit einer

geworden ist, so daß der sozialdemokratische Abg. Kaul aus dem Sechserausschuß aus chied. Dieser brachte dann in zwei weiteren Sitzungen seine Arbeiten zu einem vorläufigen Abschluß. D e letzten Abstimmun-

zu 50 Proz. der Blüten durch Frost vernichtet. Den- noch wird auch hier die Ernte voraussichtlich noch gut. Stachel, und Johannisbeeren hoben sehr ungleichmäßig angesetzt. Sträucher mit gutem Behang wechseln mit fast leeren Sträuchern ab. Die ersten Erdbeerblüten sind erfroren. Die Erdbeerernte verspricht dennoch gut zu wer­den. Das trockene Wetter oer letzten Tage begün­stigte die Frühjahrsbestellung so. daß nun auch Zuckerrüben und Dickwurz gelegt und die Kartoffeln gesteckt sind. Die späten Aussaaten von Sommergetreide entwickeln sich recht gut

Kreis Büdingen.

!! Büdingen, 20. April. Die hiesige B e i» geordnetenwahl am Sonntag, zu der drei Kandidaten aufgestellt waren, hatte folgendes Ergebnis: Rektor Pebler (Sozialdemokrat) 684 Stimmen, Schreinermeister Heinrich Schwarz (Demokrat) 534 Stimmen und Installateur Ma? Müller (Parteilos) 40 Stimmen. Damit ist Rektor Pebler als Beigeordneter gewählt. Die Wahlbeteiligung war sehr lau, was sich durch die häufigen Wahlen, die Büdingen in den letzten Monaten, gerade in kommuno lpolitischer Hinscht, über sich ergehen lassen mußte, erklären läßt. 6 Stimmen waren zersplittert, 21 Stimmen un­gültig. Die bei Büdingen gelegenen größeren Steinbruchbetriebe Zipf & Söhne und Leimbach & Co. sind in den letzten Monaten wieder bedeutend vergrößert worden. Der Basalt aus diesen Brüchen wird überall wegen seiner besonderen Güte und Haltbarkeit gepriesen. In einzelnen Betrieben der In - dustriewerke Stockheim ist nunmehr die Arbeit wieder ausgenommen worden: nur in der Schlohabteilung ist auch in den nächsten Wochen wegen Fehlens von Aufträgen noch nicht mit der Wiederaufnahme der Arbeit zu rechnen.

nd. Ribda, 20. April. Gestern fand an der hiesigen Realschule die Aufnahmeprü­fung statt. 19 Schüler wurden ausgenommen. Zu Ostern verließen 15 Schüler, die die ilnter- Sekunda mit Erfolg besucht hatten, die Anstalt. Lehramtsassessor Schott, der ein Jahr lang an der Realschule unterrichtete, fiel dem Abbau zum Opfer. Allgemein bedauert man den Weg­gang dieses tüchtigen und beliebten Lehrers. Zu seinem Rachfolger wurde Lehramtsassessor Wirth von Bingen hierher versetzt. In die Volksschule wurden 63 Kinder ausgenommen. Auch hier wurde Schulverwalter Daatsch abge­baut und durch Schulverwalter Thaler ersetzt.

Oberhessen.

Landkreis Gießen.

ck. Heuchelheim. 20. April. Das von dem Orchester-Verein Gießen am Sonntag in der Turnhalle gegebene Konzert war be- dauerlichorwcise schlecht besucht. Eines um so grö­ßeren Besuches hatte sich das Abendkonzert zu erfreuen. Die Leistungen des Vereins fanden reichen Beifall. Hoffentlich hat man noch öfter Gelegenheit, derartig gute Konzerte hier hören zu können.

is. Steinbach, 20. April. Unsere seither vierklassige Volksschule wird im neuen Schul- jahr in eine dreiklafsige eingeteilt, so daß nun­mehr wieder für jede Klasse ein Schulsaal zur Ver­fügung steht. Der von der vierten Klasse benutzte Rathaussaal wird ferner nur noch für die Mäd­chenfortbildungsschule dienen. Auch soll die vom Gemeinderat beschloßene K o ch s ch u l e ab 1. November hier untergebracht werden.

t Grünberg, 20. April. In die hiesige Volksschule sind 46 Abcschühen einge­treten. davon sind 23 Knaben und 23 Mädchen. Außerdem sind auf Wunsch der Eltern 5 Kinder, die etwas schwach entwickelt sind, auf ein Jahr freigegeben worden. Die Volksschule wird ge­genwärtig von 195 Schülern besucht, die in 5 Klassen eingeteilt sind, deren jede eine Stärke von 39 Schülern hat. Die hiesige SchulfPar­ka s s e ist nach dem Markensystem Reinircken aus Essen aufgebaut und der hiesigen Bezirks-Spar­kasse ang<schlossen. Die Anzahl der Sparer be­trug im Schuljahr 1925/26 155 mit einer Spar­summe von 1365 Mark. Hiervon wurden an entlassene Schüler zirka 153 Mark ausgezahlt. Die ausgezahlte Summe wird jedenfalls bei der Konfirmation recht dienlich gewesen fein. Das Kolonialgeschäft deS Herrn Dörr am Markt­platz ist rn die Hände des Kaufmanns Fischer aus Riedernhaulen (Taunus) übergegangen.

* LIch, 21. April. Am nächsten Sonntagnach­mittag findet hier auf den Wiesen an der Straße LichBessingen ein Flugtag statt. Kunst- und Sturzflüge, Lustspiele und ein Fallschirmabsprung sollen gezeigt werden. Veranstalter sind die Hessen- flicgcr.

!l L i ch, 20. April. Zur Zeit schwebt wieder die Gefahr der Auflösung des Amtsge­richts über unserer Stadt. Die Stadtver­waltung hat bei verschiedenen Gelegenheiten sich warm fürbie Erhaltung des Amts­gerichts ausgesprrchen. Das Amtsgericht ist heute die einzige Behörde, die noch in Lich ihren Sih hat, nachdem im Laufe der Jahre die frühere Präparandenanstalt und das Steueramt wegge­kommen find.

Kreis Friedberg

Bad-Nauheim, 20. April. Am Freitag, 23. April, findet im Großen Haus ein Gastspiel des Frankfurter Sinfonie-Orchesters statt. Dieses erste Sinfoniekonzert in der neuen Kürzest steht unter der Leitung von Kapellmeister Willy Naue. Bei der Durchführung des Programms wir­ken als Solospieler mit: der Geiger Konzertmeister Anton Witek und die Harfenistin Rose Stein.

WSR. Dad-Rauheim, 20. April. Im geflrigen Vormittags gottesdienst der Dcmkes- kirche wurde Oberpfarrer Knodt aus Schlitz, bem kürzlich die erste Pfarrstelle der evangelischen Gemeinde Dad-Rauheim übertragen worden ist, durch den Superintendenten der Provinz Ober­hessen, Oberkirchenrat Wagner, feierlich in fein Amt eingeführt.

Butzbach. 20. April. Die Samm­lung für die neu zu beschaffende große Glocke in der St. MarkuSkirche hat einen Betrag von über 5000 Mark ergeben. Die Glocke wird demnächst an eine Glockengießerei in Auftrag gegeben werden, die Gesamtkosten wer­den auf 7000 Mark geschätzt. ihn dem altehr­würdigen Marktbrunnen auf dem großen Marktplatz wieder daS frühere historische Aus­sehen verleihen zu können, ist die Veranstaltung einer Marktbrunnen-Lotterie in Aus­sicht genommen. Die Erneuerung würde im Ver­ein mit dem farbenfreudigen Anstrich der Häuser und besonders der schmucken Fachwerkbauten sehr zur Verschönerung deS Stadtbildes, besonders des Marktplatzes, beitragen.

h- Wölfersheim. 20. April. In der jüngsten Sitzung des Gemetnderats. der zu­nächst mit dem Gesamtschulvorstande gemeinsam beriet, wurde beschlossen, den ilnterricht in der Fortbildungsschule bis 1. Rovember für Knaben und Mädchen ausfallen zu lassen und von ba biS 1. April in der vorgeschrie­benen Stundenzahl (120) zu unterrichten, da die weitaus größte Zahl der Schulpflichtig m dauernd in der Landwirtschaft beschäftigt ist und die Zahl der übrigen, Knaben wie Mädchen, unter 12 beträgt. Der dritte oder älteste Jahrgang der Mädchen soll jetzt entlassen und somit die Mäd­chen- Fortbildungsschule zweikursig werden. Die Gemeindeehrentafel mit den Bildern der im Weltkriege Gefallenen soll eingerahmt und an einem geeigneten .noch zu bestimmenden Platz aufgehängt werden.

CO Aus der südlichen Wetterau, 20. April. Die Ob st bäume zeigen allgemein sehr reichen Blütenansatz. Steinobst und Birnen sind schon am Verblühen, Aepfel kommen nun zur Ent- faltung. Die leichten Nachtfröste haben nur an Räumen in freier Lage den Blüten etwas geschadet, besonders an empfindlichen Steinobstsorten sind bis

Allgemeine Verwaltung: Em.ahme 65 940 Mc.. Ausgabe 396 811,50 Mk., Zuschuß 330 871,50 Mk.

Ruhegehalte usw.: Einnahme 3503 Mk., Ausgabe 112 446,50 Mk.. Zuschuß 108 916 53 Mk.

Für Kapitalzinsen sind 182 870 Mk. aufzuwenden.

Der Landes-Universität werden 12 330 Mk. überwiesen.

An den Reservefonds sollen 102 702,92 Mark abgeführt werden.

Die Steuereinnahmen sind wie folgt veranschlagt: Anteil an der Reichseinkommen- und Körperschaftssteuer 345 000 Mk.. Reichs- umsatzsteuer-Anteil 100 000 Mk., Grunderwerb- fteuer £8 200 Mk., Vergnügungssteuer 40 000 Mk., Hundesteuer 24 170 Mk.. Ausgleichsmittel 525 000 Mark, Gebäude-, G.und-, Gewerbe- und städtische Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz 1 100 000 Mark.

Aus der Vermogensrechnung sind folgende Zuschuß Veranschlagungen zu er­wähnen: An- und Verkauf von Gebäuden und Grundstücken 26 000 Mk., Erbauung gemeinheit- licher Gebäude 14 500 Mk., HrnfteUung des Straßenreinigungsbetr ebs 62 000 Mk., Erbauung von Straßen, Wegen und Anlagen 216 000 Mk., Kanal- und Wasserbauten 52 000 Mk.

Ein amtlicher Äommcniar.

Die Stadtverwaltung hat dem Vor­anschlag ein Vorwort mitgegeben, in dem ge­sagt wird: Der Voranschlag für das Rj. 1926 ist nach dem Grundsatz unerbittlicher Sparsamkeit ausgestellt. Hierzu zwang vor allem die Rotwendigkeit, eine im H.nblick auf die herrschende Wirtschaftskrise nicht zu verant­wortende Erhöhung der Steuern z u ver­meiden. Charakterist.sch für den gegenwärtigen Voranschlag ist der erhebliche Rückgang der Einnahmen. Die Verminderung des A i= teils an der Reich7einkommen- und Kör erscha,ts- fteuer um 225 000 Mk. und der A ssall der Ge- tränkesteuer von 100 000 Mk. bedingen allein einen Einnahmeverlust von 325000 Mk. Zieht man andererseits die Mehrausgabe von 105 000 Mk. in Betracht, die der Staat als Bei­trag zu den P o l i z e i k o st e n der Stadt auf­erlegt hat, so ergeben diese drei Posten allein eine Verschlechterung des Voran­schlags von 430000 Mk. Wenn trotzdem die Gesamtausgabe sich nur um 134 097 Mk. und der Betrag der zur Ausgleichung des Voran­schlags nötigen Ausgleichsmittel sich nur um 225 000 Mk. erhöht hat, so wird hie.aus vollends deutlich wie sehr die Stadtverwaltung bemüht war, die Ausgabe b l s zum äußersten z u beschränken, und zwar so stark, daß weitere Beschränkungen ohne Gefährdung des Gemeinwesens nicht vertretbar erscheinen. Im übrigen sind die Abweichungen der Ansätze des diesjährigen Voranschlags gegenüber denjenigen deS vorhergehenden so geringfügig, daß sie einer näheren Erläuterung nicht bedürfen.

nicht sogar einzelne Abteilungen vorübergehend stillgelegt werden müssen.

Kreis Schotte»u.

=.= Gedern, 20. April. (Aus dem G e- meindera 1.) Der Voranschlag für 1926 wurde genehmigt. Die Gemeinde beschloß den korpo- ratioen Beitritt zum W aldbesitzerver. band, der sich gebildet hat zur Wahrung der 3n» teressen der privaten und kommunalen Waldbesitzer. Man beschloß ferner, das Schulgeld für orts­fremde Schüler der gewerblichen Abteilung der Fortbildungsschule nach der jeweiligen Anzahl der auswärtigen Besucher oon Fall zu Fall festzusetzen. Der Rinderzuchtoe rein war zwecks Errichtung einer Jungoiehweide in der sog. Nachtweide vorstellig geworden. Der Ge­meinderat erklärte sich im Prinzip mit der Errich­tung einer Jungoiehweide einverstanden. Näher« Besprechungen hierüber sollen noch stattsinden.

-s- Gedern, 20 April. An der hiesigen Eisenbahn st recke sollen nicht weniger oenn 5 Eisenbahnbeamte abgebaut werden. Es handelt sich um Lokomotivführer und Heizer, also um Beamte, die im Fahrdienst tätig sind. Die Züge werden jetzt durchgehend oon Frankfurter Personal gefahren.

-s- Herchenhain, 20. April. In der jüng­sten Gemeinderatssitzung stand als letzter Punkt der Tagesordnung der Antrag, die G e - hälter der Gemeindebeamten herab- äusetzen bzw. die Frauen- und Kinderzulagen zu streichen, zur Verhandlung. Nach kurzer Beratung wurde der Antrag mit großer Stimmenmehrheit abgelehnt, wobei zum Ausdruck gebracht wurde, daß die bedeutend vermehrte Arbeit wohl auch die höhere Bezahlung gegenüber der Vorkriegs, zeit rechtfertige. Daß es auch noch uneigennützig« Menschen im Interesse des Allgemeinwohls gibt, bewies ein Gemeinderatsmitglied dadurch, indem es im Protokoll schriftlich festlegen lieh, daß es zur Uebernahme des Gemeinderechneramtes auf ein Jahr ohne jegliche Vergütung bereit sei.

-s- Kaulstoß, 20. April. Der Land- und Gastwirt L. Appel verunglückte mit dem Rad auf dem Wege nach Gedern. Unterhalb Burkhards brach ihm an einer abschüssigen Stelle die Vorder- gabel, und er stürzte mit voller Wucht topf- über auf bie Straße. Ein vorübersahrender Landwirt fand den Mann besinnungslos auf. Er mußte nach Gedern ins Krankenhaus verbracht werden, da er außer einer Gehirnerschütterung noch beträchtliche Verletzungen im Gesicht und am Kör­per erlitten hatte. Trotz der ziemlich schweren Der- rounbung befindet er sich außer Lebensgefahr. Der Landwlrtschaftskammerausschuß für die Pro- oinz Oberhefsen hielt durch feinen Dbftbauinfpeftor Wiesner- Gießen für die Orte Kaulstoß, Burk- Hards und Sichenhausen einen dreitägigen Ob ft» bau-Deredelungskursus ab. Die Teil­nehmer, 12 an der Zahl, waren in der Hauptsache Fortbildungsschüler.

Kreis Alsfeld.

z. Brauerschwend, 20. April. Gestern fand in unserem Orte die erste diesjähriae FeHer­rn e h r ü b u n g statt. Die über 100 Mann starke Wehr wurde neu eingeteilt. Schon seit länger als 20 Jahren brauchte die hiesige Feuer­wehr nicht in Anspruch genommen zu werden. Bei einem Brand in Obersorg im Jahre 1903 leistete sie zum letzten Male Hilfe.

Starkenburg.

* Darmstadt, 20. April. Ministerialrat und Geheimer Baurat Professor Dr. h. c. Karl Hof­mann, der Leiter des hessischen staatlichen Bau- wesens, feierte heute feinen 7 0. Geburtstag. Sein Name ist der Oeffentlichkeit besonders bekannt geworden als Erhalter des Wormser Doms. Karl Hofmann stammt aus Herborn in Hessen- Nassau. Jin Jahre 1897 wurde Hofmann nach Darmstadt als Professor an die Technische Hochschule berufen. Zahlreiche öffentliche Bauten sind von ihm entworfen oder in ihrer Gestaltung beeinflußt.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

3 Wehlar, 20. April. Die Beratungen über den städtischen Haushalt, die be­kanntlich durch den Beschluß der bürgerlichen Parteien um drei Wochen vertagt wurden, sind bis heute noch nicht wieder ausgenommen worden. Wie wir hören, sind die bürgerlichen Parteien noch mit der Prüfung und Durchsicht des Etats beschäftigt. Auch die Vertreter von Handel und