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Grohfeuer im Taunus.

WSW Ufingen, 20. April. Im benach­barten Dorfe Hasselbach brach in der Rächt zum Montag Grohfeuer auS, daS einen ge­waltigen Umfang annahm. Als die Feuerwehr auf der Brandstelle anlangte, stand daS Haus des Gemeinderechners 3 e cf in Hellen Flammen und daS Feuer hatte bereits auf vier Rachbargehöfte übergegriffen. Droh der Bemühungen von vier Wehren aus den Nachbarorten gelang eS nicht, dem Feuer Einhalt zu tun. Während daS Han­des Gemeindcrechners bis auf die Grundmauern niederbrannte, wurden die übrigen bis auf den Parterrestock vernichtet. Leider befand sich unter den niedergebrannten Häusern auch ein aus dem Dreihigjährigen Kriege stammende« HauS mit reichem Fachwerk. daS unter Denkmalschutz steht. Der Schaden ist sehr groß. Sieben Familien ver­loren ihre ganze Habe und wurden obdachlos.

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Polizeibericht meldet. Gestern mittag gegen 12 Uhr ging eine ältere Frau in selbstmörderischer Absicht in der Nähe des Bootshauses Hassia in die Lahn. Die Frau wurde kurz darauf gelandet, der Tod war jedoch bereits eingetreten. Es han­delt sich um eine Frau von etwa 5560 3ahren. Ihrer Kleidung entsprechend dürste sie aus der hiesigen Gegend sein. Sie trug nachstehende Klei­dungsstücke: schwarz-graumeliertes Kleid, dun­kelbraunen Unterrock, sowie noch zwei weitere dunkle Unterröcke, schwarze Strumpfe, schwarze Strumpfbänder, bläulich wollene Kniewärmer, schwarze Schnürschuhe, an dem Sohlenrand auhen mit Rägeln versehen, baumwollene Unterjacke,

gehilsenverbandes veranstaltete am Frei­tag abend im Kaufmännischen Bereinshaus einen Vortragsabend, bei dem der Gewerkschafissührer des christlich-nationalen Deutschen Gewcrkschasts- bundes, Bro st- Berlin, überSteuer-, Zoll- und Wirtschaftsfragen" sprach. Der Redner erläuterte zunächst die Ursache der ungünstigen wirtschaftlichen Lage, die in der Hauptsache auf den Mangel an billigem De- triebskavital und die verminderte Kaufkraft zu- rückzuführen sei. Zur Besserung der Verhält­nisse seien eine Reihe von Maßnahmen durch­geführt und In Aussicht genommen, wie Fre machung von Krediten, Exportversicherung, Wohnungsbauförderung, Abbau der Säuernusw. Inwieweit diese Maßnahmen sich aus die wirt­schaftliche Lage günstig auswirken würden, sei augenblicklich nicht vorauSzus-ehen. Wenn sich auch schon eine kleine Besserung in den wirtschaft­lichen Verhältnissen gezeigt habe, so dürfe man sich doch nicht allzu großen Hoffnungen hinyeben, denn es sei kaum zu erwarten, daß in nächster Zeit ein wesentlicher Rückgang der Zahl der Arbeitslosen eintreten werde. Die politische Schwäche unseres Volkes wirke sich auch auf unser Wirtschaftsleben ungünstig aus. Eine Haupt- ursoche unserer ungünstigen Wirtschaftslage sei aber die Ueberlndustrialisierung der Welt, die gesunkene Valuta in Frankreich und Belgien usw. Die Lage des Kohlenbergbaues sei durch die bil-

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Die Dorgefragen en Forschungsergebnisse werden an Lichtbildern erläutert, und die Entwicklung der mehrzelligen vom Ei bis Embryo vorgesührt.

Auch der zweite Tag der Reichsgesundheitswoche bedeutete einen vollen Erfolg für die Veranstalter.

Bornotizcn.

Tageskalender für Mittwoch. Reichsgesundheitswoche 815 Uhr. Reue Aula der Universi.ät, Dortrag von Pros. Dr. v. Iaschke ..Ueber den gegenwärtigen Stand der Be­kämpfung des Gebärmutterkiebses"; 9.15 Uhr: Prof. Dr. KoeppeGesundhei.spslege des Kin» deS" (mit Lichtbildern). - Stadttheater: 7.30 UhrUeber unsere Kraft" (Ende nach 10 Uhr). Lichtspielhaus Bahnhofstraße:Das Mädel von Ponlecuculi". Astoria-Lichtspiele:Der Sturm auf den Goldexpreh".

Die D e u t f ch n a t i o n a l e VolkS- partei veranstaltet am nächsten Freitag im .Postkeller" einen Vortragsabend, bei dem Rcichs- und Landtagsabgeordneter Prof. Dr. Werner sprechen wird über: .Wie lange noch Betrug am deutschen Dolle?" (Siehe Anzeige!)

K. 7/1925.

Freitag, den 23. April 1926, vor­mittags 10 Uhr, wird am diesigen Amts­gericht. Zivilsihungssaal 101, 1. Ober­geschoß. das im Grundbuche von Giehen den Fredrich Reuling Eheleuten zu je '/, zugefchriebene Anwesen Drand- gaffe 7

Flur 1, 381 «= 279 qm Hofrerte zwangsweise versteigert

Die awtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht öffentlich auSgehängt. 26558

Giehen, den 10. März 1926.

I. A- des Heff. Amtsgerichts.

Leo, Ortsgerichtsvorsteher.

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Erste Hilfe bei Unglücksfällen. Während der Rri.','kgesund7'eitstooche wird das hiesige Rote Kreuz in den Palastlichtsvielen den Film .Erste Hilfe bei Unglücks allen "verführen. Der Mlm zeigt in sehr anschaulicher Weise, wie man sich bei Unglücks ä'.len zu verha'ten hat. um deren Folgen einzuschränken und die mit vielen Unfällen unmÜteLbar verbundene Lebensgefahr zu bannen. Der Besuch ist sehr zu empfehlen, zumal der Eintrittspreis niedrig gehalten ist, um den Zweck der DorführungVolks aufllärung tm Rahmen der GesundheitZwoche" zu erreichen. Räheres in drr heutigen Arzeize.

Wieder 50 Prozent Iugend- Fahrpreis-Grmäßigung? Die Wieder­einführung der Ermäßigung vrn 50 Pro-.e.U bei Iugend°Reichsbahn ährten q gen tig be­trägt sie nur 331/, Prozent soll, toi dir )aupt- wander-Auslunstsstelle erfährt, u.im.t..i ar be­vorstehen, wenn auch in Verbindung mit einer verschärften Kontrolle (Einführung eines Licht­bild- Führerausweises)

* Der Derwaltungsausschuß des Arbeitsnachweises ist zu bilden. Die Dor­schlagelisten sind bis zum I.Mai einzureichen. Näheres in der heutigen Bekanntmachung.

* Sommer-Ädonnementskonzerte beabsichtigt unsere Militärkapelle auch für die be­vorstehende Sommerzeit. Die Einladung zur Beteili­gung an den beliebten Veranstaltungen enthält der heutige Anzeigenteil.

* Die Wohlfahrtsvorstellung im Stadt t h e a t e r, die morgen abend 7 30 Uhr zugunsten bedürftiger Mitglieder der Genossen­schaft deutscher Dühnenangehöriger statt indet, sei nochmals in Erinnerung gebracht. Zur Auf­führung kommt bekanntlich Wildenbruchs Schau­spiel .Die Haubenlerche".

* Landung einer unbekannten

figt englische Kohle außerordentlich schwierig. Zur Gesundung unserer Wirtschaft fei ein ent­sprechender AusscheidunaSprozeß unvermeidlich, dieser mache sich zur Zelt schon durch die zahl­reichen Konkurse entsprechend bemerkbar. Viel­fach werde über zu hohe Löhne und Soziallasten geklagt. Eine weitere Reduzierung der Löhne werde die Kaufkraft noch mehr schwächen. Ein Abbau der Sozialversicherung sei bedenklich, da­gegen müsse auf Ermäßigung der Bankzinsen und Speien h ngewirkt werden. Auch sei notwendig, daß wieder mehr der Grundsatzgroher Umsatz, kle.ner Ruhen' Platz greife. Werte Kreise un­sere- Volkes feien der Meinung, alles Heil hänge vom Srport ab. Der innere Markt sei entschei­dend für unsere Wirtschaftslage. Eine wefent- liche Besserung sei durch Förderung der Kaufkraft der Arbeitnehmer zu erzielen, der Landwirtschaft mühten für ihre Erzeugnisse angemessene Preise gezahlt werden, die Spanne zwischen Erzeuger und Verbraucher sei zu groh. Auch der Export dürfe nicht zu gering eingeschäht werden, denn wir seien auf Au-landware angewiesen, für die wir unsere Erzeugnisse liefern muhten. Zum Schluh machte der Redner noch sehr interessante Ausführungen über die Bestrebungen. Europa in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht zu zen­tralisieren, die allerdings mit Vorsicht aufzunch- men seien. k.

" Bund deutscher Iuaendvereine. Die beiden Gießener Gruppen des Bundes Deutscher Jugendvereine (B. D. I.) veranstalteten am Sonn­tagabend einen Lichtbilderoorirag über die W e st e r- bürg im Westerwald, die Jugendburg des Bundes. Den Rahmen für diesen Abend gaben gesangliche Darbietungen von altem, schönem fßolreoul ab, das besonderer Pflege gerade der Iuaendbünde wert ist. Dann gab Pfarrer Hertel Aufschluß über das Werden und den Zweck des Bundes. Hierauf sah man im Lichtbild die Burg von allen Selten und in allen ihren Räumen, sah all das frohe und mun­tere Treiben dort und sah. wie doch aller Freude ein heiliger Ernst zugrunde liegt. In einem Schluß- wort wies Pfarrer Hertel darauf hin, daß gerade aum Eingang der Reichsgesundheitswoche dieser Abend seine besondere Bedeutung habe, denn auf solcher Iugendburg wächst ein gefundes, starkes Geschlecht heran, und es zeigt sich, daß es falsch ist, sich um die Kranken mehr zu kümmern als um die Gesunden. Wir müssen vielmehr alle Krankheitsstoffe Im Keim ersticken und müssen vorbeugende Maß- nahmen ergreifen, um die Krankenbehandlung über­flüssig zu machen. In der Rückkehr zur Natur und zum Natürlichen liegt ein besonders beachtliches Mo­ment zur Gesundung unseres Volkes beschlossen. Auf der Westerburg soll der gesunde Mensch zu Hause sein. Mit einem Abendlied schloß der Abend, dem man einen besseren Besuch hätte wünschen dürfen.

Kem. Bel her Zellteilung teilt sich zuerst Im Kern das <,entralkörpera.e.!, ta auf d e inzwischen aufgetretenen Eromosomen, bandartige Gebilde, die Träger der Erbmasse. Aachdem sich die Tochterkerne gebildet haben, schnürt sich auch das Protoplasma durch und die Io entstandenen Tochterzellen wachsen wieder zu der Gröhe der Mutterzelle heran.

Diese ungeschlechtliche Vermehrung kann viele Generationen fortdauern, unter bestimmten Be­dingungen kommt es aber zu BefruchtungSvor- gängen, bei denen eS zu einem Austausch her Kernsubstanz zweier Zellen (einer männlichen und einer weiblichen) kommt. Diese Zellen sind oft schon bei den niederen Lebewesen deutlich verschieden. In diesem Fal e tritt der männliche Kern in den weiblichen Eikern ein, nachdem kurz vorher eine Reifete.lung stattgefunden hat, bei der die Eromosomen auf die Hälfte beschränkt wurden. Die Zahl der Eromosomen ist für jede Tierart bestimmt, bei Menschen finden sich 24.

Die Geschlechtszellen werden bei den mehrzelligen Wesen, die einen Zellstatt bilden, von der 7. Teilung ob abgesondert und gehen wie die anderen Körper- zellen keine Differenzierung mehr ein, sie werden vielmehr von ©enenration äu Generation in un­unterbrochener Linie fortgeführt. Während alle übri­gen Zellen (nach WeißmannDas Soma) nur ge- wissermaßen ein zeitweiliges Anhängsel des Erb- plasma bilden und zugrunde gehen können, wenn fein Fortbestand in der Nachkommenschaft sicherge- stellt ist.

Diese biologischen Forschungsergebnisse, die hauptsächlich durch Booeri im letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts gemacht wurden, stimmen nun ganz mit dem vom Augustineroater Gregor Mendel um bie'Tlitte des vorigen Jahrhunderts bei feinen Bastardierungsversuchen an Pflanzen gefundenen Vererbungsgesetz überein, das erst um Die Wende dieses Jahrhunderts wieder neu entdeckt wurde. Die Mendelschen Versuche werden an der Hand einer Tafel erklärt und gezeigt, wie se die Hälfte der An­lagen von der Mutter und vom Vater Herkommen. Ob diese Erbanlagen voll zur Entwicklung gelan­gen, hängt von den Einflüssen der Umwelt, Sonne, Ernährung. Boden, Klima (Gebirge, Tropen) ab. Eine Vererbung erworbener Eigenschaften findet nicht statt. Es werden auch keine Eigenschaften, son- bern nur Anlagen vererbt, die erst geweckt und durch richtige Hebung zur vollen Entwicklung gebracht werden müssen. Nicht geübte Organe verkümmern.

Ansteckende Krankheiten werden nicht vererbt, sondern die Anstcck ing wird von den Eltern auf das Kind übertragen. Bei der Syvhilis kann die Heber- tragung schon im Mutterieibe erfolgen, bei der Gonorrhöe während der Geburt. Tuberkulose wird auch nicht vererbt, doch wenn die Eltern oder nahen Angehörigen an offener Tuberkulose leiden, leicht im frühen Alter übertragen.

Die vererbbaren Krankheiten sind durch die (Erb­anlage bedingt. Dabei braucht die Krankheit nicht immer bei den Eltern zum Ausbruch zu kommen, (andern sie kann, wie man sagt, rezessiv überdeckt ein, und tritt erst in Erscheinung, wenn sie von mütterlicher und väterlicher Seite zugleich vererbt wird (Gefahr der Verwandtenehe).

Reimgifte, die auf die Erbanlage einwirken, sind Alkohol, Morphium, Kokain, Blei, Quecksilber, Phosphor usw. Die durch sie hervorgerufenen Schädigungen der Erbmasse werden also auch auf die Nachkommen übertragen.

Wichtig ist daher die Eheberatung durch auf diesem Gebiete vorgeblldete Aerzte. Die Gattenaus­wahl muß nach biologischen und nicht nach mate- rialistischen Gesichtspunkten erfolgen.

Die Rassenhygiene bezweckt weiterhin den Aus- schluß körperlich, geistig und moralisch Minderwer­tiger von der Fortpflanzung, um dem Erbgut des Volkes nur gute Erbanlagen zuzuführen.

blaue- Wesichen, toeihleineneS Hemd, oben mit weißem Knopf, schwarzes Kopftuch und eben­solchen Schal. Sie hat graues Haar, am Halse xeigt (ich die Schilddrüse vergrößert (Kropf), sie hat im Oberkiefer oben rechts einen großen Zahn, während die sonstigen Zähne fehlen. In der Tasche hatte sie ein weißes Taschentuch mit dem Buchstaben B auS totem Zwirn gestickt und führte eine geflochtene Basttasche mit zwei Ledergriffen und mit zwei gelben Lederriemen umgeben bei sich. Die Leich? wurde nach dem neuen Friedhof in Gießen verbracht. Personen, die über die Verstorbene Auskunft geben können, bezw. die Angehörigen werden ersucht, sich mit der Kriminalpolizei Gießen ins Benehmen zu setzen, evtl, telephonisch (Ar. 1023).

Die tolle Herzogin- im Film. Der gegenwärtig in unseren Spalten lausende Roman Die tolle Herzogin" wird von morgen ab als Film im Lichtspielhaus in der Bahnhof- st r a ß e gezeigt. Erste Kräfte wirken in diesem Ellen-Richier-Film der Ufa mit, der außerdem reich sein wird an schönen Naturaufnahmen. Näheres in der heutigen Anzeige.

8 iS ; n t g u n g in b » r deutschen Ju­gendbewegung. Im Herbst vorigen Jahres haben sich zwei Bunde, der Bund deutscher Ringpsadsinder und der Bund deutscher Heu- Pfadfinder, geeinigt; sie bilden seitdem den Groh- deutschen Psadfinde-bund. Die er Grohkeutsche Pfads.nderbund hat sih jetzt mit dem Altwander­vogel und dem W .ndervogel, Deutscher Jungen- bund, zusammengeschlossen,überzrugt von der Rotwend.gleit eines umfassenden Bundes deut­scher Jugend, im Gefühl ihrer Zusammenge­hörigkeit und beseelt von dem Willen, damit der deutschen Jugend und dem ganzen Volke zu dienen". Wer auf die Geschichte der deutschen Jugendbewegung zurückschaut, der we h. welch unglückselige Rolle in ihr der Spaltpilz ge­spielt bat: besonders unter den Einwirkungen des Kr egeS spaltete sich fast jeder Band, durch­weg ans nneren Gründen, in Teile; waS Wunder in einer Zeit, wo die Uneinigfeit an der Tages­ordnung ist! Um so mehr ist es zu begrüßen, daß jetzt in der deutschen Jugendbewegung manche Eigenart geopfert wird und man den Weg zu­einander und miteinander findet.

D i e Ortsgruppe Gießen des

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