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durchaus keine günstigen Anzeichen für h i c Verhandlungen, die demnächst über die Herabsetzung der Stärke der Besayungstruppen, ?ic tionirollc der deutschen Bewaffnung und den Eintritt Deutschlands in den Vöölkerbund begin­nen werden. DasJournal des Dcbats" schreibt, das zweite Kabinett Luther sei dem An- 'cheine nach lil>eraler und republikanischer als ras erste. GS wäre aber vermessen, wenn man behaupten wollte, es biete Frankreich mehr Ga- lantien. Man müsse in Frankreich immer be- denken, daß, trenn auch die Bildung eine- Mini­steriums für die inneren Angelegenheiten für Deutschland von Dichtigkeit sei, es für Frankreich inic von mittelmäßiger Bedeutung sei, denn alle Parteien, einschließlich der Sozialdemokraten, hätten außenpolitisch dasselbe Pro­gramm. nämlich Revision der Verträge, An­schluß Oesterreichs. Berichtigung der Ostgrenzen und Räumung der Rheinlande. Rur die Metho­den feien verschieden.

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Thomas Mann in Paris.

Paris, 20. Ian. (WB.) In der Carnegie Stiftung für den internationalen Frieden hielt vor einem geladenen Kreise Intellektueller T h o - m a 5 'Jlinn n einen Bonrag über die geistigen Tendenzen des neuen Deutschlands. Professor Henry Lichtenberger von der Sorbonne stellte Tho­mas Mann vor als die deutsche Literaturpersönlich-- teit, die in sich das alte lind das neue Deutschland vereint, das neue nur nach Westen orientierte Deutschland, das geeignet sei, viel für eine aufrich­tige und fruchtbare geistige Annäherung zu tun, namentlich aber für ein besseres Verstehen Frank­reichs und Deutschlands einzutreten. Thomas Monn, der feinen Vortrag in deutscher Sprache hielt, entwickelte, daß Nietzsche der große Prophet des neuen Geistes sei. Cr führt die Schuld am Kriege auf rein philosophische Meinungsverschieden. Heiken zurück und stellt den Grundsatz auf, daß durch den rauhen Kontakt der leßten Jahre die Sehnsucht nach relativer Einigung der Völker unter­einander gewachsen sei. Europa als Ganzes stehe l'.nd falle, und in diesem Europa müßten Frankreich und Deutschland die Säulen der Verständigling werden.

Die Ausführungen Thomas Manns, die einen starken Beifall auslösten, wurden von Professor Lichtenberg ins Französische übertragen. Schließlich wurden an den deutschen Dichter einige Fragen ge­stellt, die sämtlich in dem Gedanken gipfelten: ..Will Deutschland sich in den europäischen Gesamtkörper eingliedern, und ist das junge Dichtergeschlecht ge­willt, für diese Gemeinschaft zu kämpfen und zu ftreiten?" Thomas Mann beantwortete diese Fra­gen optimistisch, inbrrn er keinen Zweifel ließ, daß die Entwicklung in Deutschland schließlich von der Entwicklung im gesamten Europa abhängen werde. Anläßlich der Anwesenheit Thomas Manns in Paris hat Botschafter v. f) o c f d) ein Abend­essen gegeben, an dem außer Thomas Mann und dem 'Berliner Kritiker Alfred Änrr u.a. der fran­zösische Unterrichtsminister D a 1 a d i e r , Kriegs­minister Painleo 6 , der Minister für öffent­liche Arbeiten, der ehemalige Marineminister B o rel und der Generalsekretär im Ministerium für auswärtige Angelegenheiten Berthe 1 ot teil- nahmen.

Der Locarnovertrag in der belgischen Kammer.

Brüssel, 20. Ian. (Belgische Telegraphen- . agentur.) Die Kammer beriet ben Gesetzentwurf über die Ratifizierung des Abkommens von ßo* Y carno. Außenminister Vandervelde stellte mit Freude fest, daß die ganze Kammer dem F Abschluß des Vertrages z u st i m m t e. Der Ver­trag von Locarno, so führte er weiter aus, ent- » hält keine geheime Klausel. Alle Verträge Bel­giens weisen einen defensiven Charakter auf. Belgien habe für ben Fall eines Angriffs die Garantie Frankreichs besessen. Jetzt besitze es auch die britische und deutsche Garantie. Es sei aber nicht notwendig, von einer Herabsetzung der Heeresbestände zu sprechen, denn man müsse jnit allen Kriegsmöglichkeiten rechnen. Der Mi­nister sagte zum Schluß, er rechne auf den guten Willen aller und aus Den Willen der Arbeiter, um den Frieden zu verwirklichen.

Regierung und Mcherskandal. Bcthlen billigt die (Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsaus- schnsses.

Budapest, 20. Jan. (£41.) Zwischen der Regierung und der Linksopposition ist heute um 6 Ähr nachmittags eine Einigung hinsicht­lich des weiteren Vorgehens zur Aufdeckung des politischen Hintergrundes der Frankenfälscher- Affaire zustande gefommen. Cs wird ein mit auherordentlichenVoll machten a u s- gestatteter 25gliehtiger parlamantarischer Untersuchungsausschuß eingesetzt, dem noch vor der Gerichtsverhandlung über die Frankenfälschungen, aber erst nach Beendigung der Voruntersuchung das ganze Tlntersuchungs- material zur Verfügung gestellt und das Recht zugestanden wird, nach Belieben Verhöre vor­zunehmen. Der Ministerpräsident hat die Ga­rantie übernommen, daß dem Ausschuß von feiten der Behörden alle Erleichterungen gewährt wer­den. Der Ausschuß» wird geheim verhandeln, doch nach Abschluß seiner Arbeiten dem Plenum Bericht erstatten. Der Ministerpräsident hat im allgemeinen die Wunsche der Linksopposition be­rücksichtigt, ohne Rücksicht auf den Protest des rechten Flügels seiner eigenen Partei. Hierin sieht man einen neuen Beweis für den festen Willen des Ministerpräsidenten, das Politische der Frantenfälscher-Affaire restlos zu Hären. Die Folge dieser Klärung kam: naturgemäß nur ein gründlicher Systemwechsel sein. In Kreisen der Regierungspartei wurde schon heute angekündigt, daß Bthlen in absehbarer Zeit sein Kabinett von den extremen konservativen Mi- niftern befreien wolle.

Neue Verhaftungen.

Budapest, 20. Jan. iWTB.) Im Zu- fammenhang mit der Frankenfälschungsangelegen- heil hat die Polizei heute den Ingenieur Johann Stitz festgenommen unter dem Verdacht, von den Fälschungen bereits vor Monaten Kenntnis ge­habt und mit den Fälschern in Verbindung ge standen zu haben. Die französischen Polizeibeain- ten wollen zwei weitere Teilnehmer an der Frantenfälschungsangelegenheit, einen ge« r.iffen Rado und einen gewissen Ja ratz, mim- haft gemacht haben. Auch sollen sic angegeben Haden daß nicht wie bisher angegeben wurde,

25 000 Stück, sondern 125 000 Fälschst licke Der Tausendsranknoten im Kartographischen Institut erzeugt worden find. Wie die Polizei ermittelte, sind Die ungarischen Pässe für Ianko» wies. Dr. Schweiz, Iaratz und Rado im Juni vom P a ß a ni t der Budapester P olizei ausgestellt worden. Der Leiter des Paßamtes erklärte, daß er seinerzeit die Pässe auf Wei­sung RabossyS ausgestellt habe.

Die russische Wirtschaftspolitik.

M o s t n u, 21. Ian. (WTB. Funkspruch.) Der Borsitzende des Obersten Volkswirtschaftsrates der Sowjetunion, Dzerschinski, beauftragte die Sonderkommission zur Wiederherstellung des Grundkapitals der I n h u ft r i c, bei der Ausarbeitung der Pläne zur Entwicklung der Industrie von folgenden Richtlinien auszugehen: Der wirtschaftliche Aufbau ist unter dem Gesichts­punkte zu venvirklichen. daß die Sowjetunion aus einem Lande, das Maschinen und industrielle Ein­richtungen e i n s ü h r t , allmählich in ein Land ver­wandelt wird, das Maschinen und industrielle Ein­richtungen h e r ft e 111. Insbesondere beauftragt Dzerschinski die Kommission mit einer Revision der Pläne für die Entwicklung der Metallindu­strie gemäß den gegebenen Grundsätzen, damit ein allmählicher llcbergang zur vollen Unabhängig­keit von den ausländischen Staaten, die die indu­strielle Einrichtung schaffen, gewährleistet werde.

KreuzerBerlin" in Argentinien

Buenos Aires, 20. Ian. (WD.) Der deutsche KreuzerBerlin" ist am 16. Januar in Mar-bel» Plato, dem vornehmsten See- bade Argentiniens eingetroffen. Der Komman­dant stattete zunächst dem deutschen Gesand­ten einen Besuch ab und wurde später vom Präsiden len der Republik empfangen. Präsident de Alvear machte in Begleitung des Marineministers einen Gegenbesuch an Bord dcs Kreuzers, wobei er besonders herzliche Worte für Deutschland, für die in Argentinien ansässigen Deutschen sowie für den KreuzerBer­lin" selbst sand. Während des Aufenthaltes des Kreuzers wurden die Offiziere und Mann­schaften des Schiffes von sämtlichen Klubs ge­feiert. Alle in Mar-dcl-Plata anwesenden argen­tinischen Minister nahmen an den Festlichkeiten teil.

Die Lage in China.

Ein persönlicher Appell des chinesischen Außen­ministers l^ang an die fremden Pressevertreter gibt offen einen Zusammenbruch Chinas durch die Mißwirtschaft der Marschälle und die Nichtachtung der Gesetze zu. Er erkennt die sreundliche Haltung aller Mächte an, sichert die vollkommenste Inne­haltung aller Verträge zu und die Wiederaufrich­tung der Gesetze für die Regierung und bittet um Vertrauen und Unterstützung der öffentlichen Mei­nung der nichtchinesischen Völker. Nachdem der Fi­nanzminister Ehen-Chih-Tao, einer der besten chine­sischen Finanzsachverständigen. Peking verlassen bat, weil ihm die für das neue Jahr erforderlichen Mit­tel fehlen, hat der Premierminister Hsu-Ehi-Wng die Führung des Finanzministeriums übernommen.

Haushaltsdebatte im Reichstag.

Die nervöse Stimmung am Königsplah. die in den letzten Wochen herrschte und die Ar­beiten im Plenum stark beeinträchtigte, Ist einer allgemeinen Zufriedenheit gewichen, nach­dem es nunmehr endlich gelungen ist, eine Regie­rung auf die Deine zu stellen. Ursprünglich war der Mittwoch dieser Woche für die Abgabe der Regierungserklärung anse^ehen, der Aettestenrat hat jedoch mit Rücksicht auf das eben erst zustande gekommene Kabinett beschlossen, den kommenden Dienstag für die Verlesung des Regierungsprogramms freizuhalten. Infolge­dessen beschäftigte sich das Haus vorerst mit kleineren Angelegenheiten, um dann später in die dritte Beratung des Reichshaus- Haltsplanes f ü r 1 92 5 einzutreten. Gleich zu Beginn der Beratungen kam es zu stürmischen Heiterkeitsausbrüchen, als der Reichstagspräsi­dent ein Schreiben des Reichsminister deS Innern verlas, der die Genehmigung des Reichstages zur Einleitung eines Privatklageverfah­rens gegen den Abg. Külz, den neuen Reichs­innenminister, erbat. Ebenso mußte der Reichs- tagspräfident unter großer Heiterkeit des Hauses mitteilen, daß er vom Reichspräsidenten noch nicht offiziell darüber unterrichtet sei, daß eine neue Regierung gebildet worden ist. Endgültig verab­schiedet wurde der Gesetzentwurf über Aende » rungen i m patentamtlichen Verfah­ren. An den Haushaltsausschuß ging der Gesetz­entwurf über die Versorgung der Poli­zeibeamten beim Reichswafserschutz urib end­gültig angenommen wurde auch der Gesetzentwurf zur Äenderung des Hypothekenbant- gesetzes. Eine kurze Disiufston ries die Be­ratung des Desetzeniwurfes über Abänderung deS zweiten Buches der Reichsver­sicherungsordnung hervor.

Damit war der erste Teil der Tagesordnung erledigt und das Plenum ging an die Beratung des Reichshaushallsplanes für 1925 heran. Mit Rücksicht darauf, daß bereits der Haushaltsplan für 1926 vorliegt, und der Etat auch aus dem Grunde endlich einmal verabschiedet werden müsse, weil man sich schon im zehnten M o - n a t des EtatSjahres befinde, machte her Reichstagspräsident darauf aufmerksam, daß der Aeltestenrat zur Abkürzung der Beratung eine Redezeit von fünfzehn Minuten beschlossen habe. Iusolgedessen ging die Durchberatung deS .Haus­haltsplanes sehr flott vor sich, her Etat des Aus- roärtigen Amtes wurde genehmigt, ebenso her Etat des Reichspräsidenten. Beim Haushalt des Innenministeriums beklagte sich der Kommunist Buchmann über die Behandlung der Kommu­nisten in Bayern, ebenso beschwerte sich der Sozialdemolrat Saenger darüber, daß auch die republikanischen Organisationen in Bayern verfolgt würden. Darauf wurde her Haushalt des Innenministeriums genehmigt, ferner her Haushalt für die besetzten Gebiete Ohne große Debatte gingen auch die Etats des Wirtschaft^ Ministeriums und des Reichsverkehrsministeriums über die Bühne, worauf sich das Haus dann auf Donnerstag vertagte.

Der Volksentscheid über die Ent­eignung der Fürstenvermögen.

Berlin, 20. Ian. Zu dem gestrigen Be°> | 1 chluß des sozialdemokratischen P a r- I t e j a u s Ich u s s e s Aber die Einleitung einer 1 Aktion für Volksbegehren und Volksent­

scheid teilt derVorwärts" noch mit, daß der Allgemeine Deutsche G e w e r i s ch a f t s- b u n d ersucht werden soll, als vermittelnde In- stanz einzugreifen, um zu erreichen, daß von Sozialdemokraten und Kommunisten nur ein Gesetzentwurf eingebracht wird. Auch die Rote Fahne" bezeichnet cs als Pflicht deS ADD., sich für die Herstellung einer gemeinsamen Front in der Frage des Voltsentscheids einzusetzen. Der Vorstand des Afabnndes hat sich bereit erklärt, den republikanischen Parteien im Falle eines Volksentscheids den Organisationsapparat des Afabundes zur Verfügung zu stellen.

Eine Erklärung

des Iungdeutschen Ordens.

Berlin, 20. Jan. lDäl.) Der Iungdeutsche Orden erläßt folgende Erklärung-In Rr. 14 desIungdeutschen" schrieb ein Redakteur unserer Zeitung in einem Artikel unter' her ÜberschriftEin Vierteljahr Krise" folgenden Sah:

Der Reichspräsident hat ausdrück­lich ausgesprochen, daß Sonderwünsche der Par­teien rücksichtslos zurückzuweisen sind, und daß er den festen Willen hat, im Rotsalle einem entschlossenen Kanzler hie ihm durch die Ver­fassung zur Hand gestellte Peitsche zu über­reichen."

Dieser in Ar. 15 desIungdeutschen" bereits berichtigte Satz ist von einem Teil der Presse aufgegriffen und dahin kommentiert worden, daß der Herr Reichspräsident anläßlich des Empfanges der Ordensleitung am vierten Januar eine entsprechende Aeußerung uns gegenüber getan habe. Von feiten der Ordensleitung ist bisher keine Erklärung über den Inhalt ihrer Unterredung mit dem Herrn Reichspräsidenten gegeben worden. Sie hat bis jetzt lediglich erklärt, daß sie v o n 1 h r c n Verhandlungen mit Ausländern den Herrn Reichspräsidenten unterrichtet habe. Wir stellen insbesondere fest, daß der Herr Reichspräsident die fragliche Aeußerung oder eine ähnliche her Ordensleitung gegenüber nicht getan bat. Der betreffende Redakteur hat in seinen Ausführungen sich lediglich auf die von der Presse wiedergcgeb?ne angebliche Aeußerung des Herrn Reichspräsidenten gegen­über dem demokratischen Reichstagsabgeordneten Koch gestützt.

gez.: Otto Borneman r. Ordenskanzler, gez.: Artur Mahr nun. Hochmeister.

Parlamentarisches aus Hessen.

Darmstadt, 20. Ian. Der Finanzaus­schuß des Landtags trat gestern zu seinen etwa drei Wochen dauernden Beratungen des Staatsvoranschlags für 1926 unter dem Vorsitz des Abgeordireten Delp zusammen. Zu­nächst wurden die Verhandlungen bei Kapitel 1 l Forst- und Äameralgüter) aufgenommen. Bei dieser Gelegenheit teilte ein Abgeordneter des Bauernbundes mit, daß seine Partei eine Reihe von Ersparung San tragen stellen werde. Es sollen mehrere Forstämter (Worms, Sarmftaht, Wimpfen und die Forstaußenstells Lauterbach) aufgehoben werden. Außerdem könnten noch Hilfskräfte int Forstdienst gespart werden. Don bauernbündlerischer Seite wurde auch bemängelt, daß die Beiträge her Wald be­sitzenden Gemeinden an den Staat zu hoch sind. Aach längerer Geschäftsordnungsdebatte wurde beschlossen, den Sechserausschuß au ersuchen, seine Anträge zum Voranschlag so bald als mög­lich vorzulegen.

Kleine politische Nachrichten.

DieDossische Zeitung" will erfaßten haben, daß zu den Verhandlungen der A b r ü st u n g s - konserenz des Völkerbundes das Mitglied der demokratischen Reichstagsfraktion Graf Bernstorfs, der frühere deutsch: Botschafter in Washington, entsandt werden soll.

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Mit dem 31. Januar scheidet der General- Icutnant von Horn, Kommandeur der 3. Divi­sion und Befehlshaber des Wehrkreises III aus dem Heeresdienst aus. An seine Stelle tritt der Ches des Truppenamtes, Generalmajor Hasse, der durch den bisherigen Inspekteur der Aachrichtmtruppen, Generalmajor Wetzell, er­setzt wird.

Die Königin der Aiederlande empfing Mitt­woch nachmittag im Beisein der Königin- Mutter und des Prinzgemahls das di­plomatische Korps zu dem f. Zt. wegen der Hochwasserkatastrophe ausgesetzten AeujahrSemp- sang.

Kunst und Wissenschaft.

Professor James Fränkel f.

Berlin. 20. Ian. lPrivatmeldung.» Gestern verschied nach kurzem Krankenlager her Leiter her rlhopädischen Abteilung der Berliner Chir­urgischen Universitätsklinik, Prof. James Fränkel, im Alter von 52 Jahren.

Amundsens neuer Polflug.

Moskau, 21. Ian. <WTB. Funkspruch.) Der Marine-Attache der italienischen Gesandt­schaft bei her Sowjet-Regierung, Kapitän Conte Miraglia, führt in Leningrad z. Z. Unter­handlungen wegen den Vorbereitungen zu einem unter Umständen geplanten Besuche des italienischen, für A in u n d s e n be­stimmten Luftschiffes in Leningrad. Das Luftschiff würde vor dem Polfluge Ämund- sens in Leningrad Station machen.

Aus aller Wett.

Schwere Brandtatastrophe.

In einem einsam im Walde liegenden G e - Höft eineS F o r st w a r t e s bei Schönwald im badischen Schwarzwald, brach, als sich die Be­wohner zur Ruhe gelegt hatten, Feuer aus, das so schnell um sich griff, daß die Insassen nur mit dem Hemd bekleidet in den tiefen Schnee hinausspringen mußten. Die schwer kranke Frau des Forstwarles konnte gleichfalls ge­rettet werden, während der Forstwart selbst, als er noch einmal in das brennende Haus zu­rückeilte, um eine kleine Barschaft zu retten, unter hem ein stützen den Haufe be­graben tourbc. Infolge des heftigen Schnee sturmes konnte die Feuerwehr, die unterwegs ihre Löschgeräte zurücklH'sen mußte, am Brand­platz erst eintreffen, als das Gehöft bereits völlig n i c h e r g e b r a n n t war.

Ein Säuglingsheim ntedergedrannt.

In Teterow (Mecklenburg) ist das Saug- lingsheim, in dem ungefähr 40 Kinder unter- gebracht sind, am Dienstag abend ein Raub her flammen geworden. Die im Heim un­tergebrachten Kinder konnten gerettet wer­den. Vermutlich ist das Feuer in einer Plättstubs ausgebrochen.

Die Kälte in Oberitalien.

In Oberitalien dauert die Kälte nach wie vor an. In Turin sank die Temperatur bis zu 14 Grad.. In Mailand wurden wegen der Kälte die Schulen geschlossen. In Mailand sind zwei, in Turin eine Person erfroren. Der Ver­kehr zwischen Riva und Rovereko mußte infolge eines kräftigen Schneesturmes auf mehrere Stunden unterbrochen werden. In Istrien ha­ben Wölfe mehrere Maultiere und Hunde zer­rissen. Bei Santa Croce wurde ein Auto von Wölfen überfallen. Es gelang dem Führer, durch Revolverschüsse zwei Wölfe zu töten und die übrigen zu verscheuchen.

Ein Polizeibeamter in den Rheingeworfen.

Mn nn hei m, 20. Jan. Am eönntagabcnb zwischen 9 und 10 Uhr setzte eine Abteilung des Reckarauer Vereins für Leibesübungen von Altrip mit der Fähre über den Rhein. Dabei tarn es zu Streitigkeiten mit dem Fähr­mann, in dessen Verlaus ihm damit gedroht wurde, daß er in den Rhein geworfen werde. Dieser rief dann den Sicherheitskom­missar Schneider von Altrip zu Hilfe, der die aufgeregten Leute zu beruhigen versuchte. Als dis Fähre sich her badischen Landestelle näherte, wurde der Polizeibeamte angegriffen und zu Boden geworfen. Einer der Leute, ein junger Mann aus Reckarau, packte Schneider von hinten und stieß ihn bei einer Wassertiefe von 6 bis - 8 Meter in den Rhein. Während Schneider dahintrieb, wurde er von dem Rohling noch mit Steinen beworfen. Rur mit An­strengung aller seiner Kräfte und durch den Ein­griff des Bürgermeisters Jacob aus Altrip, der mehrere Revolverschüsse nach dem Täter abgab, konnte er sich noch retten. Schneider liegt infolge der Ueberanftrengungen zur Zeit schwer krank und dienstunfähig hamieher. Der Haupttäter ist inzwischen von der Mannheimer Polizei ver­haltet und ins Gefängnis crngeliefert worden^

Wetterrwrmrc-iakc.

Wechselnde, hauptsächlich südliche bis westliche Winde, weitere Niederschläge, zunächst Tempera­turen unter Null, später weitere Frostabnahme.

Während im Osten und Rordosten Deutsch­lands die Temperaturen noch tief unter Rulk liegen « Königsberg i. Pr. minus 17 Gr. C.), sind die Kaltlustmassen über Mittel- und Rordwest- deutschland durch die an her Südseite es britischen Wirbels einströmende kalte Lust stark zurück- gedrängt worden, so daß das Marimum am Be­obachtungsort über Rull liegt. Durch das. Vor­dringen einzelner Störungen auf den Kontinent gestaltet sich der Witterungscharakter sehr wechsel­haft, jedoch bleibt die Tendenz auf eine weitere Milderung bestehen.

Gestrige, Tagestemperaturen: Maximum 1,0 Grad, Minimum: minus 2.4 Grad Celsius. Niederschlage 1,6 Millimeter. Heutige Morgen­temperatur. minus 0,5 Grad Celsius.

Aus -erprovinzialhauptsta-t.

Gießen, den 21. Januar 1926. ,

Unser neuer Noman

mit dessen Abdruck wir in dieser Rümmer be­ginnen, ist bestimmt, die gestern beendete Er­zählung von Liesbet Dill abzulösen. Wir glau­ben zuversichtlich, daß auch das neue Werk sich einen großen und geneigten Freundeskreis unter unfern Lesern und Leserinnen schaffen wird:

Lei» oder Nichtsein", ein Kriminalroman von der Wasserkante von Moritz Schäfer, eine reichbewegte Schilde­rung aus kaum hinter uns liegender, von jedem Einzelnen eindringlich miterlebter Zeit, ein Ge­genwartsbild, dessen Gestalten scharf umrisfen und mit dramatischem Schwung gegeneinander« gestellt sind, und dessen Ereignisse, vielfältig verschlungen, von immer wieder verdichteter Spannung getragen, sich ganz zuletzt im glück­haften, zukunftsgewissen, befreienden Ausklang lösen.

Amerika

in den Kriegsjahren.

Der Oberhessische Geschichtsverein gab gestern abend unserer Einwohnerschast Gelegenheit, der Erzählung sesselnder Kriegserinnerungen eines amerikanischen Journalisten deutscher Abstam­mung zu lauschen. Der Vortragende ist ein Mann, der durch feine Familie, die aus Duden- Hosen bei Darmstadt stammt, in besonders engen! Beziehungen zu unserem Hessenlande steht: Ge­orge Seibel, der Schriftleiter desDeutschen Volksblatt und Freiheitsfreund" in Pittsburgh. Der Redner hob hervor, daß es sich nicht um ein sozialistisches, sondern um ein stramm republikani­sches Blatt handle. Er erzählte schlicht und ohne irgendwelche unfreundliche, oder gar gehässige Note über äll das, was in den Jahren des Welt­krieges dort drüben der brutschen Sachs und ihre-n Verfechtern von der ganz p-ro-engliich und pro- französisch orientierten Mehrheit des Volkes an­getan wurde, und er gab habet so tiefe Einblicke in die Psyche hc5 amerikanischen Volkes uni) neue Schlaglichter auf die dortigen Verhältnisse, daß diese Kriegserinnerungen etwas überaus An­ziehendes erhielten. Wir bekamen einen eindrucks­vollen Begriff von dem schweren Ankämpsen un­terer deutsch-amerikanischen Brüder gegen die Verlogenheit der englisch-französischen Propa­ganda, die mit hem Zeitpunkt des Kciegsbeginns schlagartig einsehte und in der großen, englisch geschriebenen Presse Amerikas offene Spalten fand, während der deutschen Abwehr grundsätzlich und systemalisch das Wort verweigert wurde. Die Wallstrecl hat dabei maßgebend die Hand im Spiele gehabt. Das außerordentlich erfolgreiche Wirken der feindlichen Haßpropaganda in Ame­rika erklärte der Redner mit der weitverbreiteten, ja allgemeinen Unwissenheit und Voreingenom­menheit derhundertprozentigen" Aineri- kaner, soweit die Deutschen in Betracht ka­men. Ferner zeigte er an zahlreichen Beispielen, mit welcher Rigorosität die Polizei- qetoalt in dieserfreien Demokratie" auftrat, sobald nu etwas Deutsches herankam; alles Deutsche war in Acht und Bann getan, mochten es nun deutsch-amerikanische Bürger, ober das deutsche Sauerkraut, die Benennung her Königs­berger Klops, oder Meisterwerke der deutschen Musik sein. Wilson tintrhe von dem Rednep