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Turnen, Sport und Spiel.

vortreffliches Heimatbuch bringt der Heimat- bucher-Derlag C. Ebner, Hachenburg, unter Mit­wirkung des Gesamt-Launusklub in Frankfurt am Main mit seinen 50 Zweigvereinen, des Homburger Taunusklub sowie des Rhein- und Launusklub in Wiesbaden soeben heraus. Die große Fülle fesselnder Aufsätze von Lahn, Main, Ost- und Westtaunus ist durchweg gesunde Kost. Bedeutende Persönlichkeiten in ihren Beziehungen zum Taunus werden geschildert: Goethe und Dehmel, der Bienenvater L. Fuckel, die Kröfteler Dichterin Kath. Fritz. 3n die Vergangenheit fuhren Äussätze über das Kirchenregiment im Amt Idstein nach dem '30jährigen Kriege, die Begegnung zwischen einem Kardinalinfanten von Spanten und der Gräfin Sophie Hedwig in Diez. Alte Familienfestbräuche von dereinst geben Kunde vom Treiben unserer Voreltern. Das älteste deutsche Pfarrhaus in Rod a. d. Weil, erbaut 1122, gibt einen Begriff aus fernen Zeiten. Den Raturfreund ergötzen Stimmungs­bilder wie vom Taunus im Winterkleid, Streif­zuge durch Taunus und Rheingau usw. Den Landmann unterrichten Artikel über Feld, Hof und Garten usw. Reben Gedichten in Mundart, dem Marktverzeichnis u. a. m. bringt das Buch auch ausführlich das kalendermäßige Rüstzeug. Beachtenswert sind die künstlerischen Heimat­bilder. 695

Der Bahernkalender 1 927, der im 17. Jahrgang in vornehmer Ausstattung er­schienen ist, stellt sich seinen Vorgängern würdig zur Seite. Dieser Abreistkalender, der auf 122 Blättern eine gediegene Sammlung der schön­sten, bisher noch nicht veröffentlichten Bilder des bayerischen Landes, bayerischer Kunst und Städte- kultuc zeigt, wird sich sicher viele neue Freunde gewinnen. Wer Bayern kennt, wird vieles wiederfinden, woran er sich mit Freuden erinnern laßt. Die Bilder sind sorgfältig, geschmackvoll und nach tünstlerischen Gesichtspunkten aus­gewählt und tadellos reproduziert. Der Kalender erscheint im Verlag Carl Gerber, München: der Preis beträgt Mk. 2.50. 622

Deutscher Werkkalender 1927, herausgegeben von der Reichszentrale für Deckt- sche Verkehrswerbung unter Mitwirkung des Reichsverbandes der Deutschen Industrie, ist im 3. Jahrgang im Deutschen Werbeverlag Carl Gerber, München, erschienen. Dieser Abreistkalen­der zeigt auf 122 Blättern auf Kunstdruckpapier in sorgfältig ausgewählten Bildern das schassende Deutschland. Es ersteht die Welt des deutschen Fleißes und der deutschen Arbeit mit ihren stol­zen Leistungen in Industrie und Technik vom gigantischen Hochofen bis zum edelsten kunstge­werblichen Erzeugnis in bunter Reihe und be­achtlicher Vielseitigkeit. Auf die drucktechnische Wiedergabe der Bilder ist besonderer Wert ge­legt worden. Der Preis des Werkkalenders be­trägt 2.50 Mk. 621

Elektro-Kalender 1 927. 64 Blatt auf Kunstdruck, z. T. mehrfarbig. Preis 3 RRc. Franckhsche Verlagshandlung, Stuttgart. Clek- trizitätslehre in Kalenderform möchte der Kalen­der geben. Der Gedanke, in dieser buchstäblich alltäglichen Weise auf die Segnungen der Elek­trizität hinzuweisen, ist originell und geschmack­voll durchgeführt. Die elektrische Kraft in allen Formen in Fabrik, Werkstatt, Haushall und Ratur ist der Gegenstand täglicher Betrachtung, ansprechend unterstützt durch einen klaren, knappen Degleittext. 774

Auerbachs Deutscher Kinder- Kalender 1 927. 45. Jahrgang. Heraus- aegeöen von Dr. Adolf Holst. Mit Plauderecke, Musik- und mehrfarbiger Spielbeilage und aus- gestattet mit vielen bunten und schwarzen Bil­dern. Halbleinen. Preis 2 Mk. Verlag von Auerbachs Deutschem Kinder-Kalender, L. Fer- nau, Leipzig CI.'Auerbachs Iugendkalender bietet auch in diesem Jahre in reicher Fülle und bunter Abwechslung vieles Ernste, Heitere und Belehrende aller Art, das dem Verständnis der Jugend angepastt und geeignet ist, sie zu er­freuen. Erzählungen wechseln mit Theaterstücken, .Märchen. Schnurren, Gedichten und allgemein gehaltenen Aussätzen, und für den Humor sorgt ; in erster Linie das berühmteMätzchen Mohr", der vielerlei Wissenswertes zu berichten weist. 7 822

Abel und Müllers Iugend­kalender 1 9 2 7 für Schule und Haus. Herausgegeben von Hanns G i e f e I e r. Ver­lag Abel & Müller, Leipzig. Für die Jugend ist das Beste gerade gut genug. Unter dieses Motto scheint der Herausgeber seinen Kalender gestellt zu haben. Es ist eine gediegene, gleicher­weise ernsthafte und fröhliche Gabe auf den Weihnachtstisch und für das kommende Jahr. Die in bunter Abwechslung ungeordneten literarischen und künstlerischen Beiträge sind sorgfältig aus- gewähll und gefällig dargeboten. 805

Erzählungen und Romane

. Langens Auswahlbände. Bd. 24: Die schön st en Erzählungen von Jere­mias Gott Helf. Dd. 25: Die schönsten Erzählungen von E. T. A. Hoffmann. Mit den Bildern her Dichter. Preis jedes der Bände in Seinen gebunden 4 Mk. Verlag von Albert Langen in München. Albert Langens BücherreiheDie schönsten Erzählungen" erreicht mit den beiden neuen Bänden 24 und 25 das 400. Tausend. Das zeigt, welchen Anklang Ge­denke und Ausführung dieser Sammlung gefunden haben. Durch hochdeutsche Wiedergabe schwer verständlicher mundartlicher Wendungen, die drucktechnisch geschickt innerhalb des Textes be­werkstelligt wurde, ermöglicht sich ein restloses Verständnis der auch sprachlich von Saft und Kraft strotzenden Bauerngeschichten des trotz Gott­fried Keller grandiosesten Epikers her Schweiz. Bei Hoffmann galt es, die geizige Druct- anordnung her landläufigen Ausgaben aufzu­lockern und den spannendsten Erzähler her Ro­mantik endlich in der lesbaren Gestalt darzu- bieten, die seinen beispiellosen Erfolg in Frank­reich eines Balzac erst verständlich macht. Ein Gotthels, den man frischweg vom Blatte lesen kann, ein Hoffmann, bei dem man sich nicht alle Augenblicke vergewissern must, welche Person gerade spricht, beides fehlle bisher, und beides bieten diese neuen Bände, deren Auswahl vor­trefflich ist, und deren Wert durch die Ein­leitungen der Herausgeber, bet Gotthelf Peter Jerusalem, bei Hoffmann Josef Hofmiller. noch erhöht wird. 851 52

21 ugufte Supper: Muscheln. Reue Erzählungen. In Leinen gebunden 4,50 Mk. lDeutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart.)Mu­scheln," so erklärt die Dichterin selbst den Titel, well all die Geschichten ebenso aufgelesen sind, wie sie mir das Leben herangespült bat. Wer die Eigenart der Dichterin kennt, weih, dah sie

von solchen Muscheln keine ihren Lesern dar- bieten würde, in der sie nicht selbst eine Perle gefunden: hie Perle eines tiefem Sinnes, einer über das Alltägliche. Eigenartige in höhere, einige Zusammenhänge weisenden Bedeutung. Qlber man ist bei Auguste Supper zugleich auch sicher, hast sie solch wertvolle Gaben nicht mit pathetischer Feierlichkeit und priesterlichen Gebärden dar- bietet Es ist gerade das Schlichte. Verhaltene, die fromme Scheu vor den letzhin unaussprech­lichen Dingen, was diesen neuen kleinen Er­zählungen nicht minder als ihren früheren Wer­ken jenen Klang gibt, der im Herzen empfäng­licher Leser noch lange nachzittert. Immer aber verträgt sich mit dem ernsten Drundton ihrer Dichtung so gut das leise, humorvolle Lächeln, das oftmals um die Sippen der Erzählerin spielt, älnh wieder, wie in manchen ihrer alleren Er­zählungen. ist mit dem Trivialen oder Trostlosen der Wirllichkcit Legendenhaftes und Märchen­haftes so verflochten, hast es wie selbstverständ­lich erscheint. Wenn dabei überall durch irdische Geschehnisse und Menschenschicksale eine tiefreli­giöse Weltanschauung durchklingt, so lebt diese Religiosität außerhalb aller konfessionellen Schranken und hat ihr schönes Sinnbild selbst ge­geben in. der kleinen GeschichteInter Confes­siones, die eine der köstlichsten Perlen dieser bescheidenen und doch so wertvollenMuscheln umschließt. 849

Freie Wasser. Roman von Jakob Kinau. (Verlag von M. Glogau jr., Hamburg. Preis 5,50 Mk.) Jakob Kinau, dessen erster RomanDie See ruft ein voller Erfolg war, bringt in seinem neuen Roman von der Rieder­elbe wieder kraftvolle und erdverwurzelte Ge­stalten. Schiffer und Deichbauern, echt nieder­deutsche Frauen und Mädchen. Tiefe Liebe zur Heimat leuchtet aus diesem lebenserfüllten und sturmbewegten Buche hervor, innig ist die Ratur im Wandel der Jahreszeiten immer aufs neue beobachtet und reizvoll dargestellt. Das Buch handelt von Liebe, und die Liebe der Menschen verbindet sich mit der Liebe zur Scholle. Wenn die Leidenschaft diese urechten 'Menschen fest anpackt, läßt sie nicht wieder los. und stürzt sie in leiden­schaftliche Konflikte, die das Buch mit hohem Spannungsreiz erfüllen: bis mit her großen Flut die Entscheidung hereinbricht. Der Roman, dem ein histor scher Hintergrund besondere Färbung gibt, packt d rch seine dramatisch gesteigerte Hand­lung den Leser bis zur letzten Seite. 660

Inseln des Sturms. Roman von Ernst D i d r i n g. (Verlag von Georg Wester- m a n n, Braunschweig, gebd. 7 Mk.) Sturm­wind weht aus diesem Buche dem Leser ent­gegen Kampf ist hie Losung, Kampf des Men­schen gegen Menschen,' Kamps gegen die Ratur- getoalten. Das Geschlecht dieser Inseln des Sturms, das dem Meere nur mühsam das karge Brot abringt und doch mit tiefster Liebe an der Scholle der Väter hängt, ist von dem Dichter mit starker Gestaltungskraft packend geschildert. Wie eine nordische Sage mutet dieser Schären­roman an und ist doch eine Schilderung leben­digster Gegenwart, deren Menschen und Schick­sale mit großer Feinheit dargestellt sind. Diesem Buche gebührt ein bevorzugter Platz im Bücher­schrank, da es sich start erhebt über viele an­dere, ebenfalls wertvolle Reuerscheinungen der schönen Literatur. 713

Aus der Geschichte.

F. Schubart, Von der Flügel­sonne zum Halbmond (Verlag der I. C. Hinrichs'schen Buchhandlung, Leipzig: in Ganz­leinen geb. Mk. 14.). Der gut unterrichtete Verfasser gibt hier in einem außerordent.ich reich­haltig illustrierten Werk Aegyptens Geschichte von hef ältesten Vorzeit bis auf die Gegenwart. In knappstem Rahmen wird eine außerordentliche Spanne der Entwicklung eines Volkes dar- gestellt. das heute mit der langsamen Lösung vom britischen Joch eine neue Epoche seiner einst so stolzen Geschichte beginnt. Dabei sind auch Kultur und Wirtschaftsleben eingehend behandelt, so daß man einen interessanten und vielseitigen UeberMid gewinnt. Die besondere Liebe des Verfassers gehört dem Zeitalter der großen Pharaonenkönige, wie überhaupt die alte ägyp­tische Geschichte bis zur Eroberung durch die Römer fast neun Zehntel des Buches ausmacht, während Mittelalter und Moderne sich leider mit wenigen Kapiteln begnügen müssen. So hätten wir es gerne gesehen, wenn z. B. Moha­med Ali und Ismael Pascha, die großen Dize- könige des 19. Jahrhunderts, eingehender be­handelt worden wären, da ihre Politik auch für die Geschichte des Westens besondere Bedeutung gewonnen hat und die Kenntnis ihrer Epoche für das Verständnis der Gegenwart Voraus­setzung ist. 751

Relson von F r. M Kircheisen (Verlag Julius Hoffmann, Stuttgart mit 15 Ab­bildungen, Leinen band, 8,50 Mk.). Die Persön­lichkeit Relsons. des größten Helden der eng­lischen Seegeschichte, dessen Sieg bei Trafalgar das Reich Napoleons zum ersten Male zittern machte, Pflegt zumeist nur durch die sentimentalen Romane um die Figur Lady Hamiltons bekannt zu sein. Erst jetzt unternimmt es ein deutscher Gelehrter, die grandiose Persönlichkeit Relsons auf Grund ernsthafter historischer Forschung zu zeichnen. Der unerhörte viegeszug des jungen Seeoffiziers, der in 14 Jahren es vom See- lahetlen zum Flottenchef bringt und zehn Jahre später bereits seine Dahn vollendet hat, wird im Rahmen der großen geschichtlichen Ereignisse seiner Epoche behandelt. Ratürlich spielt auch hier die romantische Episode im Leben des Admirals, die Liebe des längst Verheirateten zur Lady Hamilton, der Gattin des britischen Ge­sandten in Reapel, eine große Rolle. Das glän­zend geschriebene 'Werk ist ein ebenso interessanter wie wichtiger Beitrag zur Gründungsgeschichte der britischen Weltmachtstellung. (705)

Des Zaren Untergang. Geschicht­licher Roman von Friedrich Immanuel. (Bete- ranendaick-Verlag Adolf Wegener. Berlin W -18. Ganzen. 5 Alk.) Der Verfasser schildert in Romanform das tragische Schicksal der letzten russischen Zarenfamllie. wobei er sich ganz auf dem Boden der geschichtlichen Tatsachen bewegt. Die Erzählung stellt das grausame Bolschewiken- regiment in Rußland schonungslos vor aller Welt an den Pranger, und zeigt, wie raffiniert und rücksichtslos die neuen russischen Machthaber jedes menschliche Recht mit Füßen treten, weim es nicht nach ihrem Schema ist. Das Werk ist darum als eine eminent Politische Kampfschrift gegen den Bolschewismus anzusprechen. 537

DeutschlandsZchwimmsporlMb

Ein Rückblick.

Die Entwicklung des deutschen Sports hat in den Nachkriegsjahren einen natürlichen Sauf genom­men. Die Beschränkung unseres Heeres auf ein Mi­nimum mußte eine körperliche Betätigung unserer Jugend in anderer Richtung erzeugen. Die logische Folge war ein außergewöhnlich schnelles Anwachsen der Sportbewegung.

Naturgemäß waren die ersten Friedensjahre rein national eingestellt. Sie dienten dem Wiederaufbau, der Entwicklung neuer Ideen und dem friedlichen Kampfe im eigenen Lande. Bald wurden dann die Beziehungen zu Oesterreich und Ungarn aufgenom­men, und wenige Jahre später folgten gegenseitige Besuche mit dem neutralen 'Auslande. Dem ver­flossenen. Jahre war es vorbehalten, den Verkehr, wenn teilweise auch nur auf neutralem Boden, mit linieren ehemaligen Feinden wieder anzubahnen.

Neben den sich alljährlich wiederholenden großen nationalen Ereignissen wies daher der Schwimm­sport im Jahre 1926 auch eine Reihe bedeu­tender internationaler Geschehnisse auf, durch die unser Ansehen im Auslande nicht wenig gestärkt wurde.

Die Schwimmsportler können mit ihren Er­folgen durchaus zufrieden sein. Unser Können be­wegt sich in einer, wenn auch hier und da langsam aufsteigenden Kurve. Nur im Freistilschwim­men scheinen mir so weit zurückgefallen zu sein, daß wir vorerst international nichts zu bestellen haben. Besonders gilt dies von den kürzeren Strecken, mährend es in den längeren Distanzen schon etwas besser aussieht.

Die beiden bedeutendsten internationalen Er­eignisse die Europameisterschaften in Budapest und die Amerikafahrt der Magdeburger geben eine selten günstige Gelegenheit, Vergleiche zu ziehen.

In der B r u ft l a g e haben wir die Führung wie schon vor dem Kriege, das hat Rademacher zur Genüge in beiden Weltteilen bewiesen. Unge­schlagen kehrte er von seiner damals mit großer Spannung verfolgten Fahrt zurück, und auch in Budapest konnte er feinen schärfsten Gegner in Europa, den jungen Belgier Van Parys, ohne da­mals noch in Höchstform zu fein, sicher abfertigen. Vielversprechend ist hier auch Deutschlands Nach­wuchs. Neben bereits bewährten Kräften wie Sommer- Köln, F a u ft - Göppingen, Küm­mert- Magdeburg sinh besonders im verflossenen Jahre junge Talente hervorgetreten, von denen wir bis Amsterdam eine Form Verbesserung mit ziem­licher Sicherheit erwarten können. Hier sind in erster Linie zu nennen: P r a s s e - B r e m e n, der bei den Europameisterschaften Dritter wurde, B u d i g - Köln, Pascoe-Gießen, Sietas- Hamburg und schließlich die beiden Leipziger Herber und Zoege.

Mit gleich guten Aussichten gehen wir den inter­nationalen Kämpfen der nächsten Jahre entgegen, soweit das K u n st s p r i n g e n von federnden Brett tern in Frage kommt. Der deutsche Meister M u n d - Halberstadt und der Zwei^ in der deutschen Meister­schaft, Dr. Le ch n i r - Dresden, konnten auch bei der Europameisterschaft die beiden ersten Plätze belegen. Ihre schärfsten Gegner sind allerdings in den Ver­einigten Staaten zu suchen, die bekanntlich bei den letzten Olympiaden allerdings in Abwesenheit der Deutschen stets in Front endeten. Es bestand die Absicht, schon vor Amsterdam die deutsche mit der amerikanischen Spitzengruppe zusammenzubringen, sei es in Deutschland, fei cs jenseits des Ozeans, aber der vielbesprochene Beschluß der amerikani­schen Sportbehörden hat diese Pläne zunichte ge­macht. So wird die Entscheidung erst in Amsterdam fallen.

Nicht ganz so gut, aber immerhin noch vielver­sprechend, sieht es im T u r m s p r i n g en für uns aus. Hier haben wir in dem Berliner Suber einen Mann von internationaler Klasse, der dann auch die Europameisterschaft an sich bringen konnte. Zwischen ihm und seinen deutschen Gegnern liegt aber ein großer Zwischenraum, den bei den Europameister­schaften Ausländer auszufüllen verstanden. Es ist aber zu hoffen, daß bei der Anpassungsfähigkeit und dem Fleiß unseres Nachwuchses auch hier bis zur Olympiade viel nachgeholt werden kann, zumal die­ser Zweig des Springens für uns noch ziemlich neu ist und uns bis vor wenigen Jahren jegliche Hebungsmöglichkeiten fehlten.

In der Rückenlage haben wir durch die Führer > serer Spitzengruppe den Anschluß an die internationalen Größen noch nicht verloren. Trotz­dem der deutsche Meister Frölich, der sich auch bet den Europameisterschaften allerdings knapp behaupten konnte, auf der Amerikafahrt verschie­dentlich Niederlagen einstecken mußte, bewies er durch rin großes Rennen gegen Säufer in feiner Heimat, das er in beachtenswerter Zeit nur ganz knapp verlor, daß im Rückenschwimmen die Aus­sichten durchaus nicht schlecht sind. Als Frölich fast ebenbürtig haben sich in den letzten Jahren Gün­ter- Göppingen, Boddin- Breslau, Küppers- Vierfen und O h l w e i n - Hamburg erwiesen. Don dem vorzüglichen Nachwuchs sind T r e n s ch e l - Leipzig und S ch u m b u r g - Magdeburg der Mei- sterklasse dicht auf den Fersen.

Recht erfreuliche Fortschritte trotzdem gerade der einzige Länderwettkampf verloren ging hatten wir im D a m e n - S ch w i in m f p 0 r t auf­zuweisen. Junge talentierte Schwimmerinnen wie Reni Erkens-Oberhausen, Luise Bähring- Magdeburg und Erna H u n e u.s - München-Glad­bach lösten bei den deutschen Meisterschaften die Ver­teidigerinnen in den betreffenden Schwimmarten ab. Aber auch mit diesen ist noch zu rechnen, in erster Linie mit Lotte Lehmann- Dresden, die vor einigen Wochen in Wien die deutschen Beslleistun- gen im Freistil über 100 und 400 Nieter ganz er­heblich drückte und international gewertet mit in der Spitzengruppe schwimmt. Im Brustschwimmen verbesserte Erna H u n e u s zweimal die bestehenden Welthöchstleistüngen und rechnet daher ebenfalls zu den besten Brustschwimmerinnen der Welt. Mit Ausnahme des Springens, wo Lini Söhnchen- Bremen unangefochten führt, ist überall reicher Nachwuchs vorhanden, der mit Macht zur Spitze drängt.

Im Wasserballspiel versuchten wir uns zum erstenmal mit einer Nationalmannschaft gegen Holland, Belgien und Schweden. Mit Bedauern ist festzustellen, daß das Ergebnis nicht befriedigend war. Uns fehlt die langjährige Erfahrung in schwe­ren internationalen Spielen. Die Europameister­schaft gewann Ungarn in überlegener Manier gegen Schweden und Deutschland, das Belgien noch auf den vierten Platt verweisen konnte, allerdings waren die Belgier nicht mit ihrer besten Mannschaft zur Stelle. Die beiden Länderspiele gegen Holland wur­

den knapp gewonnen. Nur bei eifrigem Training und mehreren großen internationalen Spielen wird hier eine Besserung eintreten. Die deutsche Meister­schaft gewann zum drittenmal H e 11 a s . M a g d e- bürg mit einer Mannschaft, die auch international eine gewiße Rolle spielt.

Höhepunkte unserer nationalen Ereignisse waren die Deutschen K a m p f s p i e l e in Köln und die Deutschen M e i st e r s ch a f t e n in Düsseldorf. In den Mannschaftswettkäinpfen zeigten beidemal die beiden großen Magdeburger Klubs Hellas und Magdeburg 96, wie schon im Vorjahre, ihre Heber- legenheit. Magdeburg steht unter den erfolgreichen deutschen Städten noch immer an der Spitze. Es folgen dann Leipzig, Berlin, D a r m st a d t, Hal- berstadt, Göppingen, während Köln durch den Heber« tritt der Rhenusrnannschaft zurSparta" den größ­ten Teil des Jahres nicht so wie sonst in die Er­scheinung traten.

Von sonstigen außergewöhnlichen Ereignissen wäre noch zu erwähnen der Besuck der Amerikaner Läufer und Webb, die freundschaftliche Besuche zwischen Schweizer und süddeutschen Klubs einer- seits, zwischen holländischen und westdeutschen an­derseits, die Starts verschiedener österreichischer und ungarischer Mannschaften auf deutschen Festen und schließlich die Wiederaufnahme der Beziehungen mit dem Elsaß. Nicht vergessen wollen wir weiter den Erfolg Luders beim Turmspringen in Kopen- Hagen und schließlich die er st e Kanal-Dur ch- querung eines Deutschen, Kölners Vierkö11er. K. E. B.

Der deutsche Kanufpod 1926.

Drei große Ereignisse standen im Vordergrund des Kanu-Sportjahres 1 9 2 6: Der Ver­bands tag in Frankfurt a. M., das Parlament der Kanufahrer, der im Zeichen der Ausnahme als Stammverband in den Deutschen Reichsaus­schuß für Leibesübungen und damit im Zeichen der Anerkennung durch die Sport- und sonsti­gen Behörden tagte: die Kanu-Regatta anläß­lich der Deutschen Kainpfspiele in Köln, und her Kanutag in Bayern mit den deutschen Mei­sterschaften auf dem Staffelsee bei Murnau, dem Zeltlager auf einer Insel im Staffelsee und der großen Wildwasserregatta auf der Isar mit den deutschen Faltbootmeisterschaften. Die Hauptarbeit des Verbandes konzentrierte sich um seinen größten Sportztoeig, das Wasser­wandern. Die aus dem Verbandstag beschlossene Einrichtung von Wanderheimen und Ferienlager- Plätzen wurde in großzügiger Weise begonnen. Das Wanderheim in Passau, am Zusammenfluß von Donau und Ilz, konnte bereits eingeweiht werden. Das Rügenlager des Verbandes an der Ostsee wurde stark ausgebaut, zwei weitere Heime im Spreewald und an der Edertalsperre sind gesichert, das letztere durch einen größeren behördlichen Zuschuß. Die Arbeiten des Ver­bandes zur Erleichterung des Grenzverkehrs in das Ausland mit Faltbooten konnten einen schö­nen Erfolg verbuchen durch Erzielen des kau- tiönsfreien Durchgangsverkehrs nach Oesterreich. Durch Erleichterung der Aufnahmebedingungen für Einzelmitglieder schlug der Verband eine große Dresche in den starken Heerbann der Nicht­organisierten Paddler. Für den Kanurennsport wurde aus dem Olympiafvnds des R. f. L. ein Betrag von 2500 Mark zur Ausbildung von Rennfahrern zur Amsterdamer Olympiade bereit* gestellt. Diese Ausbildung erfolgte in Lehr- hirfen erstmalig durch die besten deutschen Kajak» Rennspvrtler in Halle a. d. S. Durch Heraus­gabe der Regeln für ein neues Kampfspiel, daS Kanu-Polo, hat sich der Verband ein unver­gleichliches Werbemittel geschaffen, mit dem er im Jahre 1927 zum ersten Male in Erscheinung treten wird. Die Gruppen der Kanusegler be­reiteten sich in aller Stille auf zahlreichen Wett­fahrten vor, und werden ebenfalls im kommen­den Jahr gelegentlich der voraussichtlich in Pots­dam stattfindenden deutschen Meisterschatten zum erftenmale seit längerer Zeit wieder in die große Oeffentlichkeit treten. Schließlich sei noch erwähnt, daß die vorbildliche Ausstellung des Verbände- aus der ..Gesolei mit der goldenen Medaille ausgezeichnet wurde.

Die Fuhballergebnisse vom Sonntag.

Bayer«.

1. F. C. Rürnberg1860 München 0:1. Sp.-Dgg. FürthBayern München 1:1.

Schwaben AugsburgA. S. V. Rürnberg, Wacker MünchenD. f. R. Fürth 3:2.

Württemberg-Baden.

Stuttgarter KickersKarlsruher F. B. 5:2. S. C. FreiburgV. f. B. Stuttgart 2:3. Phönix KarlsruheStuttgarter S. E. 5:1. V. f. R. HeilbronnFreiburger F C. 1:1. Sportfreunde StuttgartUnion Böckingen 2.3.

Rhein.

F. V. Speyer03'Ludwigshafen 2:5.

Phönix LudwigshafenF. C. Pirmasens 3:2. Sp.-Vgg. SandhofenV. f. L. Reckarau 2:3. S. V. Mannheim WaldhofPhönix Mann­heim 8:1

Mainbezirk.

Union RiederradViktoria Aschaffenburg 6:3. F. S. V. FrankfurtGermania Frankfurt 7:1. Eintracht FrankfurtViktoria 94 Hanau 7:0. V. f. S. Reu-VfenburgRot-Weiß Frank­furt 0:1.

F. C. Hanau 93Offenbacher Kickers 3:1. Rheinhessen-Saar.

Saar 05 Saarbrücken l. F. C. Idar 4. L Hassia Bingen Wormatia Worms 1:1. Alemannia Wornrs Eintracht Trier 4:0. F. S. V. 05 Mainz Borussia Reunkir- chen 5:1.

Hessen-Hannover.

Rord:

ö. Dg. Göttingen Tura-Kassel 1:5.

Sport Kassel S. Vg. Münden 12:2. Einbeck 05 Kassel 03 2:5.

Sud: /

Hermania-Kassel Kurhessen 0:7.

V. f. D. Gießen - Hessen-Kassel 2:2.

Die erste Riederlage des 1. J. CE. Rürnberg.

Der im Bayernbezirk bisher ungeschlagene 1. F.C. Rürnberg mußte am gestrigen Somr- tag durch München 1860 seine erste Rieder­lage hinnehmen, und zwar mit 0:1. Bis zur Halbzeit verlief das Öpid torlos, in der Mttte der zweiten Spielhälfte schoß Hvrnauer nach einem Durchbruch das einzige Tor des Spiels.

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