Ur. 297 Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gdethesfen)
Aioittag. 20. Dezember (926
Für den Weihnachtsbüchertisch
Neue Bücher zur Kunst
mit Heiratsangeboten. Hinrichtungs-
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sein soll.
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mitt.
847
die Brüder Schnack, Scholz, Unruh. Werfel unb
Zuckmayer. 704
— Dürer-Kalender für Kunst und
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Mbildungen. G. Groteschc Verlangsbuchhand- lung. Berlin. — Der Grotesche WeihnachtS- 2llmanach 1926 wird wegen seines reichen und wertvollen Inhalts und der schönen Ausstattung allen Freunden des Verlages Freude bereiten. Das Büchlein enthält u. a- die meerfrische Skizze .Gesa segelt" von Gustap Frensfen, die dem neuen grossen Roman des Dichters .Otto Baben, diel" entnommen ist, ferner von Heinrich Federer die hübsche Plauderei .Bei den Orgelpfeifen" auS seinen demnächst erscheinenden Jugenderin- nerunaen. ein köstliches Geburtstagsgedicht von Rudolf Herzog auf Joseph von Laufs, den Siebzigjährigen. den .Besuch beim Kirchenpatron" aus LauffS neuem humorvollem Roman .Der Prediger von Aldekerk" einen Rachruf von Otto
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Almanache.
— Grotescher Almanach Weihnach-
1 92 6. 46. Jahrgang. 96 Seiten 8°. Mit
'chüttelt, mit HeiratSangeboten, Hinrichtungs- Methoden und Verjüngungsmitteln — so läßt Sinn für Humor auch die freundlichen Seiten der Reise zur Geltung kommen.
Kultur. HerauSgegeben von Karl Maußner Dürer-Verlag Berlia-Zehlendor' Jedem, der die früheren Jahrgänge des Dürer-Kalen- derS kennt unb als täglichen Begleiter ichätzeir gelernt hat, wird auch dhr neue Ausgabe auf das Jahr 1927 mit Freuden begruben Schon nach slüchtigeni Durchblättern merkt man, das) der Kalender der alte geblieben ist imch Inhalt, Form und äuherer Ausstattung: eine Menge vortrefflicher Gaben in Wort und Bild aus alter-und neuer Zeit füllen die Seiten und sichern dem Werk seinen Wert auch über den eigentlichen und nächstliegenden Zweck eines Kalenders hinaus. Wer seine Blätter nicht achtlos in den Papierkorb fallen labt, der kann hier auf leichte Weise Schätze sammeln, die nicht von Motten und Rost gefressen werden. Don den bildenden Meistern, die man vertreten findet, seien unten vielen genannt: Cranach, Dürer, Holbein, Lio- nardo, 'Raffael. Böcklin. Feuerbach, Maröes. Liebermann, DHoma, Schönleber. Orlik und Frank. Im Tertteil liest man u a.: Goethe, Schiller, Kleist. Eichendorfs, Dehmei, Hesse, Zahn, Flex und Haringer. Man lann also auch den neuen Jahrgang mit gutem Gewissen in viele Hände und auf viele Weihnachtstische wünschen.
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Ludwig Richter A b r e i fr ka l e n- bet 1 92 7. 13. Jahrgang. Umfang 320 S mit über 160 Bildern und mehrfarbigem Umschlag- bild. Preis All. 2,50. Verlag von Georg Wigand. Leipzig C L Auch der neue Jahrgang ist reich mit Seltenheiten des Richterschen Griffels ausgestattet, die der Allgemeinheit kaum noch bekannt sind, die aber dem Beschauer immer wieder offenbaren ein wie Unvergleichlicher der liebe Alte war, und daß er eS wie keiner vor ihm und nach thm verstand, dem allen gerade Ausdruck im Bilde zu geben, was deutsches Empfinden heißt. Der „Richter" ist ein ? Zierde für jedes Haus, und sicherlich eine für alt und jung willkommene Gabe auf dem Weihnachtstifch. 327 - .Der Gartenlaube^Kalender 1 92 7", Verlag Ernst Kells Rachfolger lAugust Scherl) G. m, b. H., Berlin SW 68. Grüner Ganz- leinenband mit Goldpressung 2 Mk. 240 Seiten. - Das ist nicht mehr der Kalender im alten Stil mit seiner versonnenen unb gemütlichen Romantik, seiner wohlgemeinten und etwas zu aus- backenen Lehrhaftigkeit, sondern ein Jahrbuch der Gegenwart, bas etwas von der Welt weiß und etwas von der Well zu erzählen hat. Ein Unter- haltungSbuch, dessen reichhaltige Beiträge aus allen Gebieten der Literatur, der Kunst und deS Wissens gleichsam ein P ogramm der vorn.-hmen BildungSoestrebungen ci r Zeitschrift darstellen, die seit 70 Jahren iu» lullurelle Leben des deutschen Bürgertums spiegelt. Beste Erzählungskunst sind z. B. Beiträge wie „Mutter Lehmann" von A. E. Weihrauch, „Die Heumahd", von Gertrud Lent, „Grell", eine hübsche Tiernovellc von C .v. Dombrowsli und die kostbare Koboldge- schichte vom „Wirtshaus zur goldenen Lisbeth" von Hermann Schönkopf. Unb es sind wirklich - Leute von Kopf und Feder, die hier über Interessantes aus Kunst und Wissen berichten. Da fällt eine von Heimatliebe durchwehte, prachtvolle Schilderung „Eifelbilder" von Clara Diebig, ein von feinem Kunstverständnis zeugender Aussatz „Schloß Paretz" von Heinz Amelung auf, unb in einem tempera mentvollen Reisebild läßt C. Am« inon Landschaft und VolkKtum Brasilieirs in lebendiger Umnittelbacleit vor unserem Äugt erstehen. Der Kalender ist reichhaltig Ulustriert und gut auSgestattet. 717
— Der Deutsche Kalender 1 927. HerauSgegeben von der Reichszentrale für Deutsche Verlehrswerbung, ist. soeben im 6. Jahrgang erschtenen. Dieser Abreißkalender ist für- jung unb alt, für Schule und Haus ein vortreffliches Anschauung»- und Bildungsmittel, ein nationales Bilderbuch im fchönstcn Sinne des Wortes. Eindringlicher als langwierige Beschreibungen sprechen die zum erstenmal zur Veröffentlichung kommenden forgfällig ausgewählten 122 Bilder, erinnern an all das Schöne unb Bedeutende, was Deutschland seist eigen nennt, unb mahnen den Beschauer, die Heimat immer mehr tennenzulernen. Der Kalender erscheint im Deutschen Werbeverlag Carl Gerber, St.-®., München: Preis 2.60 Mk. (620 — Friberieus-Kalender 1 927. Herausgeber Hans Golttewsli. Verlage Deutsche Sa Ile, Leipzig. 96 Seiten, farbiges Umschlag- bilö, 4 Kunftdruckbtä.ter, zahlreiche Illustrationen. Preis 1.— Marl. — Mit diesem Kalender ist ein Jahrbuch geschaffen worden, das allen Deutschgesinnten willkommen fein w rd. Ein neuer Geist weht uns aus dem Inhalt entgegen, zu dem Deutschlands bekannteste Schriftsteller und Dichter beigetragen haben. Hamen wie Börries von Münchhausen, Walter Bloem. Werner Jansen, Wilhelm Schäfer sprechen für den literarischen Wert deS Kalenders Im ganzen ist der Fridericus-Kalender ein glühendes Bekenntnis zu einem starken deutschen Vaterland«, das wieder zu erreichen unb in der Gesinnung unserer Generation vorzubereiten, der Kalender bestimmt
— Heimatkalender für den Taunus auf das Jahr 1927. Verlag von C. Ebner, Hachenburg — Ein nach Gehalt und Ausstattung
sohn, Orlik, Schicstl, Sleoogt, Stuck unb Unold. Unter den Dichtern, die ein Scherflein geistigen Gutes beiftcuertcn, wären aufzufuhren: Äinding, Bpnsels, Däubler, Enlenbcrg, Frank, George. Hauptmann, S)effe, Hosmannstdal, Huch, SUabunb, Rilke, die Brüder Schnack, 5d)i
— Jagberlednisse in Rorwegen. Von W. v. Kopp y. (Verlag von 3. Reumann. Reudamm. gcbd. 6 Mk.) — Der in Jägerkreisen bestens bekannte 'Verlag hat hier ein Buch herausgebracht, das dem Jägersmann, wie auch dem Rordland-Reisetiden gleich interessant i unb wertvoll sein wird. Dieses Buch erzählt k fesselnd, belehrt aber auch zugleich. Man kann ihm eine gute Empfehlung mit auf den Weg geben. 664
Memoirenliteratur.
— Georg Friedrich Knappe Aus der Jugend eines deutschen Gelehrten. Mtt einem Vorwort von Glly Heuß- Knapp. 188 Seiten 8° mit 3 Bilderm In Ballon- leinen gebunden 5 Mk. Deutsche Verlags-Anstalt. Stuttgart — Georg Friedrich Knapp, der als Lehrer der Rationalökonomie durch Jahrzehnte an der Straßburger Universität gewirll hat und im Frühjahr 1926 in hohem Alter gestorben ist, hat seine Jugenderinirerungen hinterlassen. Wer die großen Werke Knapps kennt, weih, daß dieser Gelehrte auch ein Künstler des Wortes, ein Schriftsteller von höchstem Range war. so schlicht alS anmutig, so klar als häftig — jenes Vermögen, Menschen mit wenigen sicheren Strichen in ihrem eigentümlichen Wesen unb Wert zu zeichnen, das so viele Bewunderer gefunden hat gibt diesen Erinnerungen ihren Charakter. Der ganze Reiz der seltenen Persönlichkeit spricht aus ihnen. Es ist ein menschliches Buch, voll Farbe und 'Bewegtheit ein Spiegelbild des deutschen Geistes- und Kulturlebens um die Mitte des vorigen Jahrhunderts, reich an vielfältigem Menschentum: München, Berlin, Leipzig, neben Gießen unb Göttingen, der Schauplatz der Begebenheiten. Das eigentlich Schöne unb Bedeutende ist jene ruhige Entfaltung eines betrachtenden und forschenden Menschen, einer im tiefsten Sinne humanistischen Persönlichkeit Das kleine Buch, mit einer feinsinnigen Charakteristik Knapps durch seine Tochter eingeleitet, wird sich überall Freunde werben, wo der Geist feiner Besinnlichkeit noch nicht perlorengegangen ist. Wir befallen uns vor noch auf das Werk zurück- zukommen 842
Kitz AK Ubtr bL 33
Drues auf den jüngst verstorbenen Berthold Litzmann unb vieles andere. Die bedeutenden kunstgeschichtlichen Publikationen des Verlages werden in kurzer, Rarer 'Delle bemäntelt. Der Almanach ist mit acht Bildtafeln geschmückt, darunter beftnden sich Wiedergaben von Zeichnungen DürerS. Grünewalds und Raphaels 833 . — Taschenbuch für Bücherfreunde. Achte Folge, HerauSgegeben von Rudolf Greinz. gebunden L— Mk.: 303 Seiten, 8° mit 20 Orb ginalzeichnungen von Reinhold Pfeiffer-München. L. Staadmann Verlag, Leipzig. Auch der diesjährige, wiederum von Rudolf Greinz her- ausgegcbene volkstümliche mansch präsentiert sich als eine abwechslungsreiche, interessante Jahresschau zeitgenössischen Schrifttums. Dieses schmiegsame Taschenbuch für Bücherfreunde bringt Proben aus dem jüngsten Schaffen bekannter und beliebter deutscher und österreichischer Autoren, wie Rudolf Hans Bartsch, OHat Dreher, Oho Ernst, Emil Ertl. Franz Karl Ginzkey, Rudolf Greinz, Emil Hadina, Rudolf Heubner, Hans Heyck, Robert Hohlbaum. Fritz Müller-Parten^ kirchen, Gustav Renker, Karl Hans Strobl unb Hans Watzlik. Rovellen. Erzählungen. Gedichte und for.ftioc in sich abg sch os ene selbständig' Beiträge wechseln in bunter Folge ab und erhalten durch die flotten, dem $eft beiqegebenen Originalzeichnungen von Reinhold Pfeiffer-München eine besondere Anziehungskraft. 783
Erzählerkunst. Ein Almanach auf das Jahr 1927. 176 Seiten 8° mit 8 Tiefdruckbildern. HerauSgegeben von Hans Reisiger. Paul List Verlag, Leipzig. — Der Almanach, der gewissermaßen eine Musterkarte mit Kostproben aus der jüngfh)ergangenen Tätigkeit des Verlages darstellen soll, erweist sich als eine apart ausgemachte unb gut gedruckte Publikation, durchaus literarisch betont und von angenehmer Vielseitigkeit. Ma« findet etwa Abschnitte aus den neuen Büchern Kiplings, die in individuellen ticbertragungen vorliegen «von Benvenuto, dem Sohne Gerhart Hauptmanns, von Mehrinck, von A. v. Scholtz und — eine Ballade — von Brecht). Mit neuen Ucbsrfetzungen finb weiterhin gewichtig vertreten Flaubert, Dostojewskij. Shakespeare. Ein eleganter Essay von Franz Bley über Thomas Hardh, ein nachdenklicher, sehr geistig behandelter und formal gepflegter Epilog Thomas MaimS zu Goethes „Wahlverwandtschaften". Prachtvolle Episteln Friedrichs des Großen aus den Jahren 1757 bis 1762 saus Freytags „Bildern"), ein erschütternder Bericht von Victor Hugo über Balzacs Tod. Recht schwach dagegen und grobklotzig in der Satire, wiewohl mit einigem dialektischen Geschick die dramatischen Szenen von Hans Rothey auch die amerikanische Prosa von Fabian wird trotz ihrer Riesenaullage nicht jedermanns Geschmack sein. Sehr hübsch plaudert Hagenbeck über wilde Tiere und ihre Dressur. Den Staats- und Wirtschastspolit ker dürften Beiträge von Mussolini und Henry Ford interessieren. Ganz ausgezeichnet und von besonderem Wert sind die bei gegebenen, wenig bekannten Litho- von Dau-
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Reisen und Abenteuer.
— David Recks ch lek. Abenteuerliche Zagd-sahrten im afrikanischen Busch, äüie Afrika meine zweite Heimat wurde. Mit Bildern und Buchschmuck von H. A. Brunner. 196 S.
In Ganzleinen ß Mk. Verlag von Georg Wester- mann, Braunschweig, Hamburg und Berlin. David /ceckschics schildert zahlreiche Jagdabenteuer und Erlebnisse. Bon Begegnungen mit Assen und Leoparden, von feinen gesahr- und mühevollen Cie- santenjagden, von schlangen, Löwen, Krokodilen, rzählt er mit großer Anschaulichkeit und (Einbring, lichkeit. Auch bas Leben der (Eingeborenen, ihre Sitten unb Gebrauche, ihr Aberglaube, ist humor- uoll und anschaulich an ebergegeben. — Ein Pracht nolles Buch, das besonders in unserer Ougenb sicher- lich bas Interesse für unsere verlorenen Kolonien tuss neue erwecken unb beleben wird. Generalmajor n. D. d. Lettow-Dorbeck hat dem hübsch ausgeftai- teten Buch ein Geleitwort vorausgesandt. 855 — A u f neuen Pfaden im Kongo, quer durch daS dunkelste Afrika. Von Hermann Herben. (Verlag F. A. B r o ck h a u S. Leipzig.) — Der Verfasser schildert hier in anschaulicher Sprache feine an Erlebnissen reiche Reise. 34 sauber wiedergegebene Photographien unb 2. Karten erleichtern eS dem Leser, aus dieser Fahrt im Geiste zu folgen. In Wort unb Bud entrollen sich in diesem beinahe 300 Seiten starken Buche Ereignisse und Erfahrungen von hohem Reiz, bei deren geistigem Miterleben das Herz weit unb die Sehnsucht groß wird, derartiges doch auch einmal mit eigenen Augen sehen und selbst erleben au können, ilnb noch ■ein anderes steht oeint Lesen dieses BucheS auf: der Gedanke an unsere oon mißgünstigen Feinden geraubte Kolonien! Gerade wenn wir so wertvolle Bücher, wie bas vorliegende, lesen, empfinden wir das unS von den Weltkrieg- Siegern angetane Kolonial-Unrecht doppelt bitter. Deswegen wollen unb dürfen wir unS aber die Freude nicht trüben lassen an einem Suche, dem man um seiner vielen hohen Vorzüge willen die weiteste Verbreitung in allen iolonialfr»Endlichen Kreisen wünschen darf.
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... Albert von Le Cog, Aus Hellas Spuren in O st t u r f i ft a n. Berichte und Abenteuer ber zweiten und dritten deutschen Turfan-E»peditio>r. Ganzleinen geb. 10 Mark, iVerlag I. E. Hinrichs, Leipzig.) - Wochenlang un Sattel auf unwegsamen Pfaden durch Wüsten- fanb unb ewiges Eis. durch Felsentäler und endlose Steppen. Angestrengteste Arbeit von Sonnenausgang bis -Untergang, unerhörte Sdjtolerigletien unb bis zur Erschöpfung gesteigerte Strapazen, wie fte Klima. Landschaft und primitivste Kultur nur ahnen lassen. Düs tbar das Schiasal der deutschen Turfanexpeditio- nen in Oftiurliftan. die aus gezogen waren, die Zusammenhänge zwischen der hlltenistischen Kultur unb der buddhistischen Ostasiens zu etfor- schkn und die Denkmäler dieser eigenartigen Kunst iin Sicherheit zu bringen, soweit sie der Zeit unb dem Unverstand noch nicht zum Opfer gefallen waren. Gemälde, Hcurbschriften, Plastiken lieferten den untrüglichen Beweis für die höchst überraschende und geradezu epochemachende Ent- ^x'durg. das) in dreiem „Türieillande" bis zur Mllte des 8. Jahrhunderts Völker indogermanischer Zunge gesessen haben, unb daß diese Bewohner des Landes dem fernen Osten mit ber buddhistischen Religion auch die auf ber hellenistischen Sbätantilc beruhende buddhistische Kunst übermittelt haben. Frei von wissenschaftlichem Ballast, als lebendige, oft amüsante Schilderung persönlicher Erlebnisse in jenem fernen, unbekannten, sonnigen, staubigen Lande, mit einer Fülle voil anschaulichen Szenen aus dem Leben eines friedlichen, harmlosen Völkchens, das eifrig bemüht war, sich Sitten unb Gebräuche von Bü°lin anzueignen, unb oft genug ob ber tiefen Barbarei dieses Reiches die weisen Häupter
— Die sechs Bücher ber Kunst. Sechstes Buch: Kunst der Gegenwart Von Dr. Paul Ferdinand Schmid:. Akademische Verlags- gesellschast Athenaion m. b. H.. Wildpark-Potsdam. — 3n ber von Prof. 2. 21. Brinarnann herauSgegebcnen Reihe „Die sechs -Bücher der Kunst" behandelten die elften fünf tzwrils die Kunst des Altertums, des Orients, de» Mittel- alter-, der Renaissance, des Barock unb Rokoko: der vorliegende sechste Band besaßt sich mit der europäischen Kunst der Gegenwart, gibt den Anschluß an die Vorgänger unb führt die angedeutet? Entwicklung zu einem vorläufigen Abschluß. Um es gleich zu sagen, was wir hier vor uns haben, ist die ausgezeichnete Arbeit eines Kenners unb Fachmannes: der Verfasser. Museumsdirektor in Dresden, hat sich u. u. durch sehr gediegene Arbeiten über die Qtomantil und die deutsche •Slebermeicrmatcrei zu ber nicht leichten Ausgabe vortrefflich qualifiziert. Was bas vorliegende Werk betrifft, so sind zwei so- gleich in Die Augen springende Vorzüge von -sondcrer Wichtigkeit: zunächst ist das Ganze nicht etwa „pour Part“ geschrieben, sondern wendet sich durchaus an einen großen Kreis von Lesern. «Es ist gemeinverständlich geschrieben, setzt nicht allzu viel voraus. to<nb?t sich nicht an die Zunft, ober jedenfalls nicht ausschließlich, sondern int Grunde an jeden, der sich mit bildender Kunst überhaupt zu beschäftigen gesonnen ist.) Also an einen weiten Kreis von Lesern — besser gesagt: von Zuschauern: benn das Buch — und dies ist ein zweiter wesentlicher Wertfaktor — wendet sich in erster Linie an das Auge. Damit ist ein grundsätzlich entscheidender Standpunkt bezeichnet: möglichst viele Bilder (die meisten Menschen müssen ia überhaupt zum Sehen erzogen werben) — zuerst die Bilder, dann der Text. Die Bilder sind sehr gut gewählt, sie vermitteln das, woraus es ankommt, und bringen vieles, was man nicht schon in zehn andern Kunstgeschichten ebenso gesehen hat. In den Bildern ist die persönliche Ausfassung des Verfassers klar zu erkennen. Der Text sodann: vor allem: er beschwert nicht, gibt nicht toten Ballast, entbehrt des Apparates". Sondern: er gibt die große Linie, sucht den Anschluß nach rückwärts, die Zufammenhänge, bad Allerwich- tlfljtc. Aach wird der Leser und Betrachter nicht gleich mit Rainen und Zahlen erschlagen, mtt denen er großenteils wenig anfangen kann. Dafür aber rundet auch textlich dieser Schluß- banb sich mit den fünf Vorgängern au einem Ganzen. Die äußere Zusammengehörigkeit ist schon in der gleichen inneren Gliederung der sechs Teile anaedeutet: 1. Kulturhistorische und wirtschaftliche Bedingungen der Kunst. 2. Quellen ber Kunstgeschichte. 3. Der Anteil ber Rationen. 4. Entwicklung der künstlerischen Form. — Zusammengesaßt: Die Darstellung von Schmidt ist sowohl im Rahmen ber ganzen Reihe, wie als felbftänblger Ausschnitt eine sehr gute Reu-
— Die nach dem Kriege gewaltig angeschwol- lene Memoirenliteratur, die nicht nur führende Männer der Politik, sondern mehr und mehr auch Angehörige dec Fürstenhäuser umfaßt, ist durch einen neuen Band bereichert, den Prinzessin Louise von C o b u r g unter dem vielsagenden Titel „Throne, die ich stürzen sah" (Amalthea-Verlag, Leipzig) zur jüngsten Geschichtsepoche beigesteuert hat. Louise von Coburg ist die älteste Tochter deS klugen König Leopolds II. vPi 'Belgien. Ihre Schwester Stefanie heiratete den Kronprinzen Rudolf von Oesterreich. Rudolfs unglückliche Ehe, feine Liebe zu der Vetsera und b'e Tragödie von Mayerling hat Prinzessin Louise in nächster Rähe miterlebt. Ihre eigene Ehe mit ihrem Detter, dem Prinzen Philipp von Coburg-Cohary war nicht viel glücklicher. Der Ehescheidungsskandal der Prinzessin mit allen seinen Folgen ist heute noch bekannt genug. Sie wurde wegen Verschwendung entmündigt unb wegen Geisteskrankheit in ein Sanatrium gesteckt, aus dem sie auf abenteuerlicher Weise mit Hilfe des deutschen fozialdemokratischen Abgeordneten Südekum nach Paris entfloh. Der Protest zwischen ihr unb dem belgischen Staat um das gewaltige Erbe, das König Leopold seinen Töchtern hinterlassen hatte, ist heute noch in aller Erinnerung. Was Prinzessin Louise in diesem Buch niederge'chrieben hat, ist zum großen Teil der Versuch einer Rechtfertigung ihres Verhallens gegenüber ihren Angehörigen und ihres Verhältntsses zum Grafen Mattachich. Mit einem Haß, der bei ihren Lebensschick'alen verständlich wird, schildert sie die fürstlichen Persönlichkeiten, die in irgendeiner Wcise in ihr Leben eingegrif- fen haben. So den alten Kaiser Franz Joseph, ihren Gatten und dessen Bruder, den späteren Zaren Ferdinand von Bulgarien. Aber auch der deutsche Kaller und die Familie Schleswig- Holstein, in die ihre Tochter hineingeheiratet hat, tvmmen schlecht weg. Freundlicher sind ihre Erinnerungen an den Hof der Königin Dilloria von England und an Kaiserin Elisabeth von Oesterreich. Das ganze Buch gibt ber ernsten Forschung nichts. Es versucht nicht einmal, feinen Haß unb seine Einseitigkeit zu verbergen.
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erscheinung, bte angelegentlich empfohlen ©erben kann und übrigens — bei einem angemessenen Preise, 10 Mk. — auch als ein schönes Weihnachtsgeschenk wohlaeeignet ist. 730 — D i e allgemeine Verelnigung für ch r t st i i ch c Kunst sMünchen, Renata- straße vH) bringt in ihrer betannien Mono- graphiensammlung ein gerade zur Weihnachtszeit gewiß aus manchem Gabentisch gern gesehenes Heft „D ie Madonna in der Malerei" mit 63 sehr guten Reproduktionen berühmter Wadonnenbilder aller Zeiten und Völker. Ein weiteres Hest ist dem großen Denkmal deutsche:. Baukunst in ber alten Südostmark des Reiches gewidmet: dem Slephansdom in Wien. An. Hand ausgezeichneter Abbildungen, die auch die Einzelheiten und Feiicheiten des Riesenbaus berücksichtigen, ist eine interessante unb klare Baugeschichte gegeben. 772, 826
- Julius B a b: Die Chronik des deutschen Dramas. Fünfter Teil. Deutschlands dramatische Produktion 1919 bis 1926. 375' Seiten 8°. Oesterheld L Co. Verlag, Brrlin. — Die vier ersten Telle dieser grohangelegte:i Chronik registrieren die drul/che Dramenprobuk- tion von 1900 bis 1918. der vorliegende Band gibt den Anschluß und führt die Entwicklung bis in die itächste Gegenwart hinein, bis Zuckmayer. um einer, markanten Haltepunkt namentlich zu kenitzeichnew Lab ist ein Fachmann, ein Kenner, ein kluger Kopf — gute Eigenschaften. Erfordernisse für einen Lheaterchronisten. Das Wertvollste an dem umfangreichen "Buche ist wohl ebenso wie bei feinen Vorgängern) der erstaunliche lleberblick. die Stoffsammlung, die soweit wir sehen können — erzielte Vollständigkeit und Restlostgkeit des Registers. Das ist wichtig, ist daS bleibend Wertvolle an diesem Buche, wie an der ganzen Sammlung. Darauf kommt es bei einem derartigen Unternehmen an. Weniger bedeutungsvoll ist die persönliche Rote des Buches, fein (klarer) Stil, seine Einzelurteile, seine Schichtung, Zusammenfassung. Grllppierung, aus der sich die ästhetische Gesamteinstellung des Verfassers ableiten läßt. Hierbei wird man — wie ganz natürlich zumal bei einem zeitlich so wenig dtstanzierteit Gegenstände vieles ausgezeichnet gesagt unb gesehen finden, wie etwa die Bemerkungen über Hasenclever, Brecht unb Zuckmayer — anbereti ablehnen oder für bedenklich halten, wie die Auslassungen über Eulenberg, Toller und Max Mohr, ober die (wie unS scheinen möchte, in einer Chronik überflüssigerweise ein- gestreuten) politischen Andeutungen des Verfassers. Aber dies tonn unb sott bei diesem Buche er ft in zweiter Linie bemerkt werden. Sehr zu begrüben ist es als eine vielseitige Ergänzung ähnlicher Arbeiten, etwa von Diebolds „Anarchie im Drama", des großen Abschnitts „Das neue Drama" in Raumanns moderner Literaturgeschichte, oder deS „Deutschen Dramas" von Arnold. 841
Kalender.
— .stllnft und Leben. Ein Aalender mit 53 Original Zeichnungen und Holzschnitten deutscher Äünftler und mit Bersen und Sprüchen deutscher Dichter und Denker. 19. Jahrgang 1927. Verlag Fritz Heyder, Berlin-Zehlendorf. — 'Auch öle neue 'Ausgabe des bekannten Kalenderwertes wird feinen alten Freunden willkommen und stets ein getreuer Begleiter 'ein. Er ist gut unb reichhaltig ausgeftattet und gibt lelncm Besitzer für alle Tage des lammenden Jahres ein schönes Bild, einen herzhaften Gestüt- fpruch, ein paar klingende Verse mit auf den Weg. Äon den bildenden Künstlern, die milgearbeitet haben, seien genannt: Bauer, Diez. Gradl, Kolb, jiollwitz, Kudin, Liebermann, Meid, Meseck, Moder-
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