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Zeit- und finanziellen Verlust bedeutet.
Kreis Büdingen.
Preußen.
Streik Wetzlar.
XX Kinzenbach, 19. Rov. Unfer Dor gehört zu den waldärmsten Gemeinden des Kreises Wetzlar. Die Feldmark beträgt 462,30 Hektar, worunter 41 Hektar mit Wald bestanden sind. Aeutzerst gering sind daher auch von jeher die Gemeindeeinncihmen; sie stützen sich auf Erträge des Obstbaues und auf das toenige Pachtland: durch die herrliche Lage des Dorfes wird aber der Obstbau besonders beeinflußt, in günstigen Jahren kann hier regelmäßig viel Obst ausgeführt werden. Zur Zeit nimmt die Gemeinde wi.der eine gröhereOb st Pflanzung -am „Ring" vor, dazu werden auch ältere, nicht mehr tragfähige Bäume durch Reupflanzung ergänzt.
CO Münchholzhausen, 19. Noo. Der bei einer Schlägerei unter hiesigen Burschen durch einen Nevolverschuß in den Unterleib getroffene Mechaniker Karl Wahn von hier ist in der Chirurgischen Klinik zu Gießen seinen Verletzungen erlegen. Der Täter befindet sich nach rote vor in Untersuchungshaft.
Wirtschaft.
Börse und Geldmarkt.
Auch in der vergangenen Woche unterlag das Geschäft an der Berliner Börse außerordentlich starken Schwankungen, ein Zeichen dafür, daß eine gewisse Rervosität eingesetzt hat. Die Warnungen, die allerorts vor Uebertreibun» gen laut geworden sind, beginnen doch wirksam zu werden, und die Dankenkundschaft, von der augenblicklich die Tendenz mehr abhangt als von der Spekulation, sucht ihre Gewinne zu sichern. Die Spekulation ist schon feit längerer Zeit bemüht, ihre Engagements so klein wie möglich zu galten, um sich vor unliebsamen äleberraschun- gen zu bewahren. Als Verkäufer tritt aber auch neuerdings das Ausland mehr auf. Insbesondere sind es belgische Kreise, die ihre Positionen lösen, um sich ihrer heimischen Börse zuzuwenden. Aber auch in rheinisch-westfälischen Dankkreisen wird neuerdings stärkere Propaganda für Werte der Brüsseler Dör se gemacht. Dies hat zur Folge, daß sich rheinisch-westfälische Kreise, die Hauptmitträger der Hausse der letzten Monate an der Berliner Börse waren, ebenfalls der Brüsseler Börse zu- toenben, wo sich insbesondere in Eisenwerten bereits Materialmangel bemerkbar macht. Die Bewegung an der Brüsseler Börse ist um so auffälliger, als man nach den bisherigen Erfahrungen glauben müßte, daß die Stabilisierung des belgischen Franken eher eine Abschwächung der dortigen Börsenkurse zur Folge haben mühte. Ob in Berlin die Flaute der letzten Tage bereits einen
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wie Bohnenkaffee und Malzkaffee ist Quieta. Er ergibt stets guten, billigen und dabei selbst Kindern und Kranken bekömmlichen Kaffee.
Gold 120 Pfr.. Gelb 90 Pfg-. R»< 55 P1g. 28 Ml-
gericht Nauheim Einspruch erhoben da eine solche Zuteilung für die Dörfer
Büdingen, 19. Rov. Die Zahl der Erwerbslosen im Kreise Büdingen
Höhe. Ueizkrafc dtbzwäLrfc tSaubej*. Lillii,, allbe.&hrX' tfksits 4
• Die Finanzen der Deutschen^ Reichsbahn. Die Einnahmen der Deutschen Reichsbahn im September betragen für den Personen- und Gepäckverkehr 117 858 003 Mark, für den Güterverkehr 254 833 030 Mark, sonstige Einnahmen 36 849 000 Mark, zusammen 419 537 000 Mark. Bei den Ausgaben betragen die persönlichen Ausgaben (Löhne usw.) 210 323 003 Mark, die sächlichen Ausgaben 125 730 000 Mark, Dienst der Revarationsschuldverschreibungen 44 857 000 Mark, Rückstellung für gesetzliche Ausgleichsrück- lage 8 391 000 Mark. Rückstellung für Dorzugsdividende 3 400 003 Mark, Gesamtsumme der Ausgaben 392 701 003 Mark. Der Gesamtcnit-rverkehr betrug in Tonnen berechnet im August 1926 37,45 Millionen Tonnen gegenüber einem Monatsdurchschnitt von 38,92 Millionen Tonnen im Jahre 1913, in Tornien-Kilometer berechnet 5437 Millionen Tonnen-Kilometer gegenüber einem Monatsdurchschnitt von 4774 im Jahre 1913. Die Anzahl der beförderten Personen betrug im September 1926 155,43 Millionen gegenüber einem Monatsdurchschnitt von 131,42 Millionen im 3ahre 1913. ,
• Der Erzbergbau im Oft^ober. Während des Monats Oktober hat sich eine ge wisse Belebung auf dem Erzmarkt des Lahn Dillgebietes und Obers essenS bemerl bar gemacht. Offenbar stand dies im Zusammen bang mit der erheblichen Erhöhung der Wasser fruchten, welche den hiesigen Er-en den Wettbewerb mit hochwer i-en Auslander-en etwas erleichterte. Andererseits bewirke das plötzliche Hinaufschnel'en der Rßeinfiachten auch für die Tafiahri eine Stockung des sonst ab Oberlahnstein auf dem Wasserwege abgehenden Versandes. Durch Heberqang eines Teiles dieser Versandmengen auf dem Eisenbahnweg konnte ein vollkommener Ausgleich nicht erzielt werden. Bei den Siegerländer Gruben ist die Zahl der neueingestellten Bergarbeüer auf über 4000 Mann gestiegen. Infolgedessen hat auch die Eisensteiniörderung eine weitere Steigerung erfahren. Die vom Reich und Staat den Gruben gewährte Beihllfe wirkt sich in außerordentlich günstiger Weise aus. Dabei übersteigen die Beträge für sonst zu zahlende, jetzt ersparte Arbeitslosenunterstützung, höhere Steuern und Sozialabgaben usw. den Betrag der Staatshilfe bedeutend.
* Steigende Spareinlagen. Wenn dem deutschen Volke auch noch mancherlei Snfla- fionsschlacken anhaften, so ist doch eine langsame Rückkehr zur gesunden Sparsamkeit sestzustellen. 3m Rovember 1925 wurde ein Gesamteinlagebe- stand im Deutschen Reich von 1,5 Milliarden Mark festgestellt, im September 1926 jedoch schon von 2,7 Milliarden. Das ist recht erfreulich, die Summen reichen jedoch bei weitem noch nicht an den Bestand von 1913 mit 18,3 Milliarden heran. Man sieht, das deutsche Volk denkt tmeber an feine Zukunft, die es sich trotz feiner Rotlage einigermaßen sicherzustellen sucht.
* Aktiengesellschaft für Kohlever - ruertung, Essen.Ruhr. Diese Gesellschaft ist, wie bereits gemeldet, nunmehr in das Handelsregister eingetragen roorben. Wie der D. H. D. erfährt, wird'die Gesellschaft auf Grund des in der gestrigen Sitzung besprochenen Programms mit der endgültigen Inangriffnahme ihrer Projekte in einigen Tagen in die Oesfenflichkeit treten.
Vorsitzender Beigeordneter Beith, Reichelsheim. Zn allen Ansprachen kam der hohe wirtschaftliche Wert der Geflügelzucht zum Ausdruck. Das Bestreben, uns in dieser Hinsicht immer mehr vom Auslande unabhängig zu machen, ist um so berechtigter, wenn man bedenkt, daß im vorigen Jahre allein für 250 Millionen Mark Eier in Deutschland eingeführt wurden.
WSR. Butzbach, 19. Rov. Im benachbarten Pohl-Göns feierten die Eheleute Hein - r i ch Köhler unter reger Anteilnahme des gesamten Dorfes das diamantene Hochzeit s f e st.
pb. Butzbach, 19. Rov. Die Stadtverordnetenversammlung trat nach längerer Pause gestern wieder zu einer Sitzung zusammen. Aus den Verhandlungen, über die wir noch einiges ergänzend berichten werden, sei heute mitgeteilt, daß man sich in der Hauptsache mit der D eschästigung der Erwerbslosen während der Wintermvnate befaßte. Als Rotstandeak.ion empfahl der Finanzausschuß eine Kanalisationserweiterung und die Schaffung einer neuen Kläranlage. Die Kanalisierung wird etwa 71 000 Mark, die Kläranlage rund 30 000 Mark kosten. Die Durchführung des Planes wurde mit 14 gegen 7 Stirn-, men gutgeheihen. Bei dieser Gelegenheit teilte der Bürgermeister mit, daß die Stadtverwaltung sich gegenwärtig mit dem Plane der Errichtung eines Volksbades beschäftige. — Aus Kreisen der alteingesessenen Bürgerschaft ist der Gedanke angeregt worden, den Markt» b r unn e n in feiner alten Gestalt wieder erstehen zu lassen. Dieser Gedanke ist auf fruchtbaren Boden gefallen; eine Anzahl hiesiger Bürger beabsichttgt, 'ich zusammenzuschließen, um eine sog. B r u n n e n g e m e i n d e wie sie früher bereits hier und auch anderwärts bestanden hat, zu gründen, und die nötigen Mistel zur Wiederherstellung aufzubringen. Von dem Stadtbaumeister Scherrer ist ein Modell entworfen worden, das von den Kunstbildhauern Haas & Ködding in Gießen angefertigt worden ist. — Heute begehen der im Ruhestände lebende städtische Gelderheber Julius Reith und Frau in voller Rüstigkeit das Fest der goldenen Hochzeit.
x. Wölfersheim, 19. Rov. Aus dem Gemeinderat: Durch gütliche Uebereinlunft zwischen dem Gemeinderat und den Gemeinde- beamten wurde das Gehalt der Beamten bis auf eine Ausnahme geregelt. Bürgermeister, Gemeinderechner, Poli'eid e er und Rächtaachter bekommen ihr bisheriges Gehalt (2185, 1345, 1200 und 830 DKL). Das Einkommen des Feldschützen wird vom Kreisausschuß fixiert werden. Der Gemeinderat beschloß weiter, mit den Gemeinden Södel und Melbach eine Kollektiveingabe an das Iustizministerium zu richten, in der gegen die geplante Zuweisung der Orte Wölfersheim, Södel und Melbach zum Amts
endgültigen älmschwung bedeutet, scheint immerhin iroch zweifelhaft. Solange die Meld.ngen aus dem Wirtschaftsleben günstig bleiben, wird sich das Privatpublikum auch kaum in größerem Maße aus seinen Dörsenengagements herausdrängen rassen. Solange die ilmftellung in der deutschen Industrie noch im Fluß bleibt, w.rd es auch an Stimulantia für Einzelbewertungen nicht fehlen, und die ganze technische Dörsenlage ist wenig geeignet, der Bildung einer kräftigen Baissepartei Hilfestellung zu geben.
Entsprechend dieser Gesamtlage war die Bewegung auf den einzelnen Märkten in der vergangenen Woche durchaus uneinheitlich. Während die Hauptmärkte die Dörsenwoche mit Kursermäßigungen, die jedoch n rgntzwo ein besonders starkes Ausmaß erreichten, schließen, haben einzelne Rebenmärkte nicht unerhebliche Kurssteigerungen zu verzeichnen. Am empfindlichsten betroffen sind die Werte der I. G. - F a r b en, was angesichts der enormen voran gegangenen Steigerung aber nicht toe:ier wund rnehmen kann. Eine empfindlichere Einbuße erlitten Schifffahrtswerte, in erster Linie m Verbindung mit den Rachrichten aus Amerika, de für die Entschädigung der Schiffahrtsgesellschaften nicht günstig lauten. Wan wird jetzt Wohl wieder bei den sogenannten Freigabewerten dasselbe Spiel erleben, wie im vergangenen Frühjahr, wo auf- gebauschte T.mdenz^richte starke Schwankungen nach oben und nach unten bewirkten. Man kann sich aus den bisherigen Verhandlungen im Repräsentantenhaus noch fein klares Bild machen, doch hat es den Anschein, als wenn jetzt in weiten Kreisen drüben doch die Tendenz herrschte, zu einem moralisch für Amerika tragbaren Kompromiß zu gelangen.
Trotz aller Befürchtungen übet, die Entwicklung am Geldmarkt zeigt dieses nach wie vor seine außetordentliche Flüssigkeit. Die so oft vorausgesaaten starken Herbstansvrüche hoben sich bisher in keiner Weise bemerkbar gemacht. Ob nicht aber doch in kurzer Frist ein Umschwung kommen wird, und zwar von außen her, ist nicht von der Hand zu weisen.
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hat sich im Zeitraum vom 15. Oktober bis 15. Rovember um etwa 140 erhöht. Seither waren erwerbslos 420 Personen. Dazu kämen noch die Rotstandsarbeiter. An drei Orten im Kreis werden noch Rotstandsarbeiten ausgeNhrt, und zwar in Büdingen: Bau der Wasserleitung, hier sind 70 Mann beschäftigt; in Altenstadt: Ridderregulierung, nach Ausscheiden der Alten- städter Erwerbslosen sind jetzt noch 48 Arbeiter beschäftigt; in Echzell: Herstellung eines Flutgrabens, die Zahl der dort Beschäftigten beträgt 11. Das starke Anschwellen der Erwerbslosenziffer kommt daher, daß Notstandsmaßnahmen (Ridderregulierung) eingestellt wurden, daß die Landwirtschaft überflüssige Arbeitskräfte entläßt und daß das Baugewerbe jetzt nichts mehr zu tun hat.
R i d d a, 19. Rov. Die hessische Landwirtschaftskammer läßt im Laufe des Winters Wiesenbaukurse in Oberhessen und Star- . fenburg abhalten. Der erste derartige Kursus soll hier in R i d d a am 6. Dezember stattfinden.
t Kreis Schotten.
? --- Schotten, 19.Rov. Die Reichszen
trale 'für Heimatdienst wird anfangs Dezember in der hiesigen Turnhalle eine T a - g u n g veranstalten, an der sich auch die gesamte Lehrerschaft des Kreises beteiligen wird. Dabei werden Pros. Dr. Raab, früher in Gießen, über die Aufgaben der deutschen Volkswirtschaft, Dr. Thiel (Kassel) über Amerika und seine Rsachtveranlerung zwischen Atlanttk und Pazifik, Direktor B ö h m a n n (Frankfurt) über ‘ das Thema „Aus dem Wege nach Europa" sprechen.
* Eichelsdvrf, 19. Rov. 3m Anschluß an den gestern bereits veröffentlichten Bericht über unsexe neue Glocke sei noch mitgeteilt: Die Zuschriften der Glocke sind so gewählt, daß sie Aufschluß über die Geschichte der alten und neuen Glocke geben. Sie lauten: 1. „Selig sind, die Heimweh haben, denn sie werden nach Hause kommen." 2. „3m 3ahre 1657 schmolz ich bei der Kirche Brand, erst 1662 in armer Zeit ich neu erstand. Stets hab zum Vaterunser ich gelungen, bis 1926 von neuem ich gesprungen. Ein Sohn der Heimat lüftete mich neu — aus weiter Fern — in Heimatlieb und Heimattreu. Karl Braun- Gl o ck e soll ich darum heißen zur ewigen Heimat eure Herzen weisen." 3. „Gestiftet von dem f Karl Braun in Marysville in Nordamerika." Außerdem sind auf der Glocke Kreuz, Herz und Anker als ©iimbilber für Glaube, Liebe, Hoffnung ai>= gebracht. Die 1926 gesprungene, 1657 bei einem Kirchenbrande bschädigte, 1662 umgegossene G'ocke stammte wahrscheinlich, da unser Dergkirchlein sehr all ist, aus dem 12. oder 13. Jahrhundert. Der Kirchenbrand von 1657 wurde durch den damaligen Schuldiener (= Lehrer) Kummer von Eichelsdorf verursacht, der auf dem Kirchenboden selbstgezogenen Tabak trocknete und durch unvorsichtiges Umgeben mit Feuer oder Licht einen Dachstuhlbrand hervvrrief. Es ist der Wunsch vieler Gemeindeglieder, die gesprungene Glocke zum zweistimmigen Geläute passend umgießen zu
lassen und sie dann als dritte Glocke wieder in Gebrauch zu nehmen.
# Freienseen. 19. Rov. Der Wieder - aufbau der durch das Großfeuer Mitte September hier zerstörten landwirtschaftlichen Wirtschaftsräume ist eifrig im Gange. Es wird dabei eine völlige Neuordnung der betroffenen Hofreiten durchgeführt; statt der rüheren Drei Scheunen werden jetzt nur zwei erbaut. Die Drandgeschädigten finden überall weitgehende Xlnterftüljung, u. a. hat ein: Sammlung von Heu und Stroh ein über alle Erwar- wartungen günstiges Ergebnis gebracht.
=.= Aus dem Vogelsberg. 19. Rov. Der Stand der Wintersaaten muß als recht günstig bezeichnet werden. Besonders gilt dies vom Roggen, der sich gut bestockt hat. Wenn hier und da die Unfräuter, begünstigt durch die warme Wttterung. überhandzunehmen drohen, so ist doch zu hoffen, daß der Eintritt des Winters der weiteren Ausbreitung der ilnfräuter Einhalt gebieten wird.
Kreis Alsfeld.
. w Alsfeld, 19. Rov. Am Donnerstagabend gab das Alsfelder I u g e n d o r ch e st e r unter Leitung von Lehrer D o 11 e r im großen Saals des „Deutschen Hauses" ein öffentliches Konzert. Das geschmackvoll zusammengeftellte Programm wies durchweg Tonschöpfungen unserer größten Meister, wie I. «. Bach, Beethoven, Wagner u. c. auf. Die Leistungen der jugendlichen Künstlerschar standen aus beachtenswerter künstlerischer Höhe und fanden lebhaften Beifall bei der zahlreich erschienenen Zu- Hörerschaft. Verschönt wurde der Abend noch durch Gesanqseinlagcn von Frau Elli K o w a r z i k -Alsfeld (Sopran), die Lieder von Mendelssohn und Brahms wirkungsvoll zu Gehör brachte.
-er. Romberg a. d. Ohm, 18. Nov. In unserem vollbesetzten Gotteshause fand am Sonntag eine Kirchenvisitation durch den Dekan Schmidt aus Grünberg statt. Im Vonnittags- gottesdienste hielt Pfarrer P r ä t o r i u s über den 73 Psalm eine eindrucksvolle Predigt, nachdem die Konfirmanden im Anschluß an die Liturgie einen zweistimmigen Ehoral schön vorgetragen hatten. Auch der Visitator richtete an die versammelte Gemeinde zu Herzen gehende Worte. Im Anschluß an den Gottesdienst sand eine Besprechung mit den Organisten und der Kirchengemeindevertretung statt. Der Nachmittagsgottesdienst war ein Kindergottesdienst; in diesem fand die eigentliche Prüfung statt. Eine Sitzung im Pfarrhause mit dem Kirchenvor- tande bildete den Schluß.
I Ober-Ohmen, 19. Nov. Ein kostspieliges Kapitel ist für unser Dorf die Unterhaltung der Orts st raßen. Da keine Kreisstraße durch unseren Ort führt, muß die Gemeinde sämtliche Straßen, die insgesamt eine Länge von 2 5 bis 3 Kilometer haben, selbst unterhalten. Das ist für die Gemeinde eine s ch w e r e B e l a st u n g, die alljährlich ansehnliche Beträge erfordert. Zn diesem Herbst werden wieder ansehnliche Mengen Schotter aus dem Keilschen Steinbruch auf die Straßen gedeckt. Ein großer Uebelstand ist ferner, haß unser Dorf in seinem größten Teile kaum höher als der Spiegel der Ohm liegt, so daß die Feuchtigkeit von den Straßen und Gossen nicht abziehen kann. Nur eine durchgreifende Kanalisation kann hier Wandel schaffen Die Gemeinde hat bei dem Kreisamt in Alsfeld Vorschläge über den Bau einer Kreisstraße nach Höckers- darf, die einem Bedürfnis entspräche, gemacht. Dadurch käme ein ansehnlicher Teil der Dorfitraßen unter die Obhut der Kreisbauverroaltung. Als die Ohmstraße gebaut wurde, war dis frühere Ortsverwaltung nicht dafür, daß die Straße durch unser Dorf geführt wurde. Das war unbedacht von den damaligen Gemeindevertretern. Während nun unsere Gemeinde ihre sämtlichen Straßen selbst unterhalten muß, braucht unsere Nachbargemeinde Ruppertenrod für diese Zwecke fast nichts aufzuwenden, da sie von zwei Hauptstraßen durchzogen wird.
(T) Lehrdach, 18. Noo. Heute abend wurden die P f a r r g r u n d st ii ck e auf weitere 6 Jahre neuoerpachtet Dem Antrag der seitherigen Pächter auf Verlängerung der Pachtperiode um zwei Jahre konnte das Landeskirchenamt nicht ftatt= geben. Die Pfarrwiesen wurden von den seitherigen Pächtern wieder erworben, allerdings zum Teil zu geringerem Preis. Die Aecker hingegen kamen teurer zu stehen. So wurde z. B. für den rund fünfviertel Morgen großen Acker am Kirtorfer Weg 75 Mk. erzielt. Anderes Land war billiger. Allgemein ist zu bemerken, daß in unserer Gegend ein Pachtpreis von 55 bis 60 Mk. pro Morgen erstklassiges Land angsmesien und zahlbar ist, aber nicht immer erreicht wird.
l. Elbenrod, 19. Rov. Vor einigen Tagen stattete die Kunst gewerbeschule Frankfurt der hiesigen Hausweberei von Konrad H e d d e r i ch einen Besuch ab. — Bei der hiesigen Treibjagd wurden erlegt: 9 Rebe, 4 Hasen und 1 Fuchs. Die Hoffnung, ein Wildschwein zu erlegen, erfüllte sich nicht, trotzdem die Schwarzkittel die hiesige Gemarkung unsicher machen.
Dillkreis.
WSR. Dillenburg, 19. Rov. Der seither mit der kommissarischen Verwaltung des Land- ratsamts im Dillkreift beauftragte Regierungsrat Dr. Düng e r ist durch Beschluß des Preußischen Staatsministeriums endgültig zum ßanbrat des Dillkreiles ernannt worden.
bl. Weidelbach, 19. Rov. Die evangelische Kirchengemeinde will ein Ver - e i n s h a u s erbauen. Am Laufe des kommenden 3ahres soll das HMs vollendet werden.
Maingau.
WSR. Frankfurt a. M., 19. Rov. Heute morgen gegen 5 älhr wurde der Schweizer Wil- Helm Wagner rn der Münzgasse von zwei unbekannten jungen Leuten an Gefallen und unter Anwendung von Gewalt seiner Barschaft tron 140 Mk. beraubt. Wagner hatte, aus Darmstadt zurückgekehrt, im Wartesaal genächtigt und bei der Revision durch die Bahnbeamten feine Geldbörse gezeigt zum Beweis, daß er nicht ohne Barmittel ist. Das sahen zwei junge Burschen, die ebenfalls im Wartesaal waren. Sie gingen ihm bis zur Münzgasse nach, und während ihm der eine die Augen Zuhielt, raubte ihm der andere das Geld. — Der 38jährige Regierungsinspektor Erich Arld ist nach einer Mitteilung der Kriminalpolizei nach Unter- chlagung von 10 000 Mk. flüchtig gegangen.
WSR. Homburg v. d. H ö h e, 19. Rov. Hier wurde durch einen Stadtverordneten eine Reihe von Unterschlagungen und Fäl - ch u n g e n in der früheren Erwerbslosenkommission aufgedeckt, d'e nahezu IVi Sabre zurückliegen. Die Untersuchung ist im Gange. Gegen den damaligen Kassierer der Erwerbslosen, den Schuhmacher V.. wurde Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft gestellt. V. soll durch zahlreiches Material schwer belastet fein.
Kreis Usingen.
WSR. Ufingen, 19. Rov. An einem Waldrand an der Straße Llsingen—WilhelmSdvrs wurde die Leiche einer männlichen Per- on gefunden, deren Tod ungefähr vor acht Tagen eingetreten fein muh. Es handelt sich um einen etwa Mitte der Fünfziger stehenden Mann, dessen Persönlichkeit noch nicht feststeht, da er keinerlei Ausweispapiere bei sich hatte.
Kreis Hersfeld.
WSR. H e r s f e l d , 19. Rov. Hier wurde die 22jährige Marie Rüger verhaftet, weil sie im Verdachte steht, ihr sieben Wochen altes uneheliches Kind erdrosselt zu haben.
Amtsgericht Gießen.
* Gießen, 17. Rov. Ein Efienbahnsekretär und ein Hüttenarbeiter von Lollar sind seit längerer Zeit wegen Mietsangelegenheiten miteinander streitig. Letzterer will die Wohnung räumen, so bald er eine Ersatzwohnung erhalten hat, allein damit hat es bei dem herrschenden Wohnungsmangel feine Schwierigkeit. Als er anfangs September nach Hause kam, hörte er, wie seine Tochter und der Hauseigentümer einen Wortwechsel miteinander hatten, und wie dieser eine die erstere verletzende Aeuherung tat. Obwohl er nicht wußte, was vorausgegangen war, und wer den Wortwechsel begonnen hatte, rief er dem Hauseigentümer zu, er werde ihn verhauen und ihm das Maul stopfen, damit er es nicht so weit auf reifte. Der Hauseigentümer erhob deshalb Privatklage. Der Hüttenarbeiter wurde mit Rücksicht auf die an sich schon bestehenden Streifigkeiten und seine augenblickliche Erregung zu einer Geldstrafe von zehn Mark und zur Tragung der Kosten des Verfahrens verurteilt. Weitere gegenseitige Privatklagen stehen noch in Aussicht, die hoffentlich dadurch erledigt werden können, daß eine Ersatzwohnung für den Hüttenarbeiter beschafft wird und dieser bann ausziehen kann.
Zwei Frauen von hier, die schon längere Zeit miteinander verfeindet sind, trafen in der Stadt miteinander zusammen. 3ebe behauptet, die andere habe sie dabei beschimpft, keine will selbst irgendwelche Aeufterungen getan haben. Kurz darauf gerieten sie nochmals aneinander. Hierbei schlug die eine, die einen Angriff der anderen befürchtete, in der Erregung dieser mit einer Markttasche auf den Kops und zauste sie an den Haaren. Sie verglichen sich dahin, daß die Täterin ihr Bedauern über ihr Verhalten aussprach und die gerichtlichen Kosten übernahm.


